Interview mit Pfeiffer

(Emma) Die Emma hat ein Interview mit bekannten Kriminologen Christian Pfeiffer geführt. Offenbar bevor die Ermittler festgestellt haben, dass der Täter es nicht speziell auf Frauen abgesehen hatte:

Der Amokläufer von Winnenden hat sich nicht gezielt an den Mädchen und Lehrerinnen seiner ehemaligen Schule rächen wollen. […] es eher Zufall, dass im Kugelhagel […] nur ein Schüler ums Leben kamen.”

Denn es findet sich noch der Vorwurf, dass die Ermittler dem Umstand, dass beinahe ausschließlich Frauen getötet wurden, nicht nachgegangen seien:

Es kann kein Zufall sein, dass fast ausschließlich Mädchen das Ziel des Täters waren. Aber leider hat die Polizei diesen Aspekt bisher nicht öffentlich thematisiert.”

Aber die Aussagen von Herrn Pfeiffer werden differenzierter. So spricht er nicht mehr davon, dass Videospiele ein notwendiges Element für Amokläufe seien. Man werde  “durch solche Spiele nicht ein hasserfüllter Mensch, […] der andere töten will. Der Hass hat seine Vorgeschichte im Leben.”

Auch der Zusammenhang mit dem US-Militär wird diffuser. Während noch bei hartaberfair behauptet wurde, dass das amerikanische Militär Videospiele gezielt als Desensibilisierungsprogramm nutzen würden heißt es jetzt, dass das “US-Militär seine Soldaten mit riesigen Schieß-Kino-Anlagen vorbereitet, die wie ein Killerspiel funktionieren” sowie “dass sich tatsächlich die Tötungsbereitschaft der Soldaten dadurch erhöht.”. Es ist sich nun also nur noch ähnlich und die Tötungsbereitschaft wird nicht gezielt erhöht. Eine Beleg für den Nachweis wäre aber nach wie vor interessant.

Aber zurück zu den Videospielen: Pfeiffers zentrale Forderungen sind eine Ausweitung der Indizierung sowie die stärkere Berücksichtigung des Suchtfaktors bei der Altersfreigabe:

“Ein Spiel wie “World of Warcraft”  sollte erst ab 18 Jahren freigegeben sein.”

Zum Interview

18 Gedanken zu “Interview mit Pfeiffer

  1. Er will nur noch mehr Indizierungen und keine Verbote mehr, großer Fortschritt. Das Interview ist so schon ganz gut, zumindest ein riesen Fortschritt gegenüber vor 3 Jahren…

  2. “[…]Und es stellte sich heraus, dass diejenigen, die das Computerspiel gespielt hatten, die geringsten Hemmungen hatten, das zu tun.” ich glaube auf die studie wird öfter von kritikern zurückgegriffen. kann mir jmd mehr dazu sagen?
    mir persönlich ist eigentlich nicht bekannt, dass “killerspiele” “frauenhasserisch” sind. auch bei gta ist das nicht so eindeutig und ich finde es schade, dass so ein eindruck geschaffen wird. bei den meisten spielen kommen frauen gar nicht vor, besonders nicht als gegner. ich erinner mich zb an assassins creed. da kamen 2 frauen vor und die eine war von der gegnerischen seite, aber ausgerechnet die ließ man am leben. bei halo gibts z.b. cortana, die einem zur seite steht. bei half life gibts alyx..auch nicht gerade frauenfeindlich.

  3. @Shane_Fenton
    money? slandering video games got him the medias attention. if he stopped now, where would that leave him?

    its not like his views or methods are respected outside german newspapers and television. alice schwarzer sure will further boost his ratings.

  4. Ziemlich komisch muss ich sagen, was hat ihn denn zu so einem Umdenken veranlasst?
    Aber, aber, wir dürfen nicht vergessen das er immer noch ein Unterzeichner des “Kölner Aufrufes” ist, was ihn für mich immer noch zu einem der unsympathischten Menschen macht in der gesamten Debatte rund um Videospiele.

  5. er sieht ein das er falsche informationen verwendet hat, deswegen die plötzliche wahrheitsanährung.
    was er versäumt hat ist mit den neuen Informationen, die er vorher Ignoriert hat, auch seine these zu überprüfen, da sich doch ein recht erheblicher teil seiner vorherigen Annahmen auf falsches wissen stützten.
    Die Fakten geändert das Fazit das gleiche. soetwas geht nicht.

  6. Er ist nur noch unglaubwürdig.
    Fast wie bayern im ersten Weltkrieg.
    Abwähgen, was die stärkere Front ist, und sich mit der verbünden.

  7. pff, wenn man das EMMA forum durchliest kommt man schnell zum Schluß das die LeserInnen inzwischen auf der Seite der Reaktion stehen.

  8. Könnte es sein das man auf EMMA Männerfeindlich eingestellt ist? Irgendwie kommt mir das nämlich da so vor. (Und das die Schreiberin einen persönlichen Hass auf Spiele hat merkt man auch relativ schnell)

  9. Ja, da gibts nen großen Männerhass… da sollte man vieleicht mal dagegen vorgehen, hat jemand lust ne gruppe zu bilden und das Forum zu übernehmen ? xD

    zum Interview: ich schätze Pfeiffer hat eingesehn das er nichtsmehr zu tun hat wenn er sein Ziel erreicht, also erstmal etwas weniger verlangen, die erwartungen steigern kann man hinterher immernoch :)

  10. “In GTA werden Frauen mit Kettensägen dahingeschlachtet.” Oh man… Warum kann der Typ immer so einen Schwachsinn behaupten, ohne dass die Redakteurin sich vorher informiert und demenstprechend kritisch nachfragt?

  11. ich halte die spiele auch für frauenfeindlich! D: alles männliche gegner.. wieso nur männer? was ist denn mit der emanzipation? sind frauen nicht auch fähig zu kämpfen? wozu so viel rücksicht von den entwicklern? wenn es weibliche gegner geben würde, wieso müsste man das dann hinterfragen? das gilt auch für filme.

  12. Das Interview hab ich neulich auch gelesen. ist schon komisch, wie der Pfeiffer seine Antworten an die Interviewer anpasst, sonst hab ich ihn noch nie über Feminismus reden hören, oder davon, dass Tim K. gezielt auf Mädchen geschssen hat. Nebenbei lässt er noch ein paar typische Forderungen fallen und garniert sie mit nicht näher genannten Studien aus den USA und fertig ist der gleiche Mist wie immer.

  13. @Egocide: Wenn in den Medien nicht dauernd die Rede von den Schulmädchen in Counter-Strike wäre, würden die wohl auch nicht auf Frauenfeindlichkeit kommen.

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