Irrtum über „Killerspiele“

(profil) Nach dem erschreckenden Artikel der Schillertage bin ich über eine andere Überraschung gestolpert. Das österreichische Nachrichtenmagazin Profil listet „Die 10 größten Erziehungs-Irrtümer“ auf, unter denen sich auch „Killerspiele“ befinden. Ich habe die URL geprüft und bei Wikipedia nachgesehen, ob es sich nicht doch um eine Art „spiggl“ handelt, aber ich konnte für einen Fake keine Anhaltspunkte finden. Hier nun endlich der Link zu „Killerspiele“ betreffende Erziehungstipps:

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31 Gedanken zu “Irrtum über „Killerspiele“

  1. 1) Kinder kann man nicht genug lieben
    Nun, es kommt auf die Art der Liebe an. Die frühkindlichen Bindungsstörungen, die Kinderpsychologen für viele spätere Entwicklungsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten verantwortlich machen, werden nicht nur durch mangelnde Liebe ausgelöst. Dass Eltern heute liebe- und verständnisvoller mit ihren Kindern umgehen als noch vor zwei, drei Generationen, stellt zweifellos einen bedeutenden Fortschritt dar. Nur führen manche überharmonische Familienkonstellationen auch zu übersteigerten Harmonie- und Glückseligkeitserwartungen, die im Konflikt mit der realen Welt – die nun einmal nicht immer nur harmonisch und glückselig ist – schwerwiegende Probleme erzeugen können: „Diese Eltern-Kind-Beziehungen erschöpfen sich in sich selbst und werden häufig auch narzisstisch besetzt“, erklärt der Kinderpsychologe Wolfgang Bergmann. „Die Anerkennung und Sicherheit, die sie in ihrem beruflichen Umfeld nicht mehr bekommen, holen sich die Eltern von ihren Kindern. Darüber hinaus hat das Kind nach außen hin zu signalisieren, wie toll es in der Familie läuft. Wenn der Kleine sich aber mal danebenbenimmt oder schlechte Noten nach Hause bringt, ist Mama plötzlich persönlich gekränkt, und Papa zieht sich schmollend zurück. Und dann ist das Kind plötzlich ganz allein.“
    _
    das labbere ich seit jahren….rosa plüschhasenwelt :D

  2. Toller Artikel. Habe ihn komplett gelesen. Wie es aussieht ist uns Österreich weit voraus was das Thema Erziehung angeht.

    Zu den deutschen Medien und Politiker Aussagen fällt mir nur folgendes Wort ein: Tunnelblick. Ursachen und Auslöser für Probleme müssen auf den möglichst kleinsten Nenner herunter-komprimiert werden. Ihr wisst schon worauf das hinaus läuft…

  3. naja..ich habs blos nie aufgeschrieben..aber ich habe schon immer gesagt das kinder realitätsfremd erzogen werden und themen wie gewallt und sex ausgeblendet werden sollen, das mag ganz gut gehen bis zu einem gewissen alter vllt ende grundschuhle, aber irgendwann hat man leute die eben nicht so pazifistisch sind wie einer selbst, irgendwann merkt mann das Politiker eben nicht im sinne des Volkes handeln, irgendwann sieht man dsa AIDS-Medikamente nicht heilen und zu teuer sind, man merkt das es Welthunger noch gibt aber niemand drüber redet, es gibt Kriege es gibt Tod, die Welt ist halt oft scheisse…und das lernt man nicht…so wird ds was man eigentlich zu schätzen wissen müsste banal und selbstverständlich, da man einfach zu spät den kontrast sieht.
    Man wird erzogen zu einem emotionslosen stumpf und das obwohl alle einem nur das beste wollen.

  4. Es ist leider wie mit den Wirtschaftsweisen. Auf die wird auch nur gehört, wenn sie den Kurs der Wirtschaftspolitik gutheißen. Deshalb auch derzeit die Rufe, dass „endlich“ fundierte Studien erstellt werden müssen. Es gibt sie ja, nur der Kurs divergiert…

  5. WoW echt toll.
    Nach der Film eben auf RTL hatte irgendwie hier und da ein paar Paralelen zu unserer Wirklichkeit und zu einigen Politikern der Schwarzen-Pest.

  6. ja V wie Vendetta zeigt das was man am meisten fürchtet, das für Sicherheit erst die Rechte abgegeben werden und dann die Freie Meinung.

  7. das war mir so klar dass ihr das guckt xD kannte die englischsprachige version.
    um es nochmal zusammenzufassen: man erzeugt angst, indem man auf vermeintliche probleme aufmerksam macht, oder sie sogar selbst erzeugt, um sich selbst als lösung präsentieren zu können. klar erkennt man da parallelen.

  8. Profil hatte immer sehr gute Artikel über Computerspiele. Vor einem Jahr titelte das Magazin sogar auf dem Cover „Spiele machen klug!“, mit einem entsprechend langen Artikel dazu im Heft.

  9. hab nur den teil über computerspiele gelesen (ist schon spät, mehr schaffe ich nich) und ich befürworte das zu 100%

  10. In Sachen Medienpolitik ist Österreich Deutschland wirklich einen Schritt voraus.
    Da steht ein Killerspielverbot oder Internetzensur erst gar nicht zur Debatte.
    Allerdings haben wir schlimme Probleme mit den Rechten. Die haben in Österreich ein großes Wählerpotential. Auch unsere Innenministerin greift viel zu hart mit Asylanten durch.

  11. schade das es Zyn.de nicht mehr gibt :) seitdem der eine von dennen ich glaub in Mexiko erschossen wurde :( ganz üble geschichte

  12. Hmm was mach ich falsch. Jedes Youtube Video mit xyz=related, wird bei mir nicht aufgerufen. lande immer auf der Google Suchseite.

  13. du musst die Punkte nach dem www und zwischen youtube und com setzen und natürlich darauf achten, dass keine leerzeichen dazwischen sind.

  14. Hat sich gelöst. Den Punkt hab ich natürlich eingefügt ;). Das Problem war einzig das „&feature=related“ am Ende. Ohne dies funktionieren die Videos.

  15. Ich habe mich köstlich darüber amüsiert, daß Du ursprünglich dachtest, Profil wäre so etwas wie der Spiggl. Das spricht allerdings auch (traurige) Bände über den Zustand der öffentlichen Diskussion zum Thema „Killerspiele“. Ich kann in dieser Hinsicht also letzte Zweifel ausräumen: Das Profil ist ein dem Spiegel vergleichbares Wochenmagazin, daß den österreichischen Zeitschriftenmarkt seit fast 40 Jahren bereichert und das ich seit über 15 Jahren regelmäßig lese. Von daher also: WENN es ein Fake ist, dann in verdammt großen Maßstäben. ;-D

  16. „Wenn pubertierende Jungs sich allein in ihren Jugendzimmern verbarrikadieren, tun sie das aus drei Gründen: Musik hören, wichsen oder Leute totschießen am Computer. Die beiden ersten Dinge gehen die Welt nichts an. Das dritte schon. Killerspiele sind ein Problem, weil die virtuell gelernte Gewalt immer öfter in der realen Welt ausgelebt wird.“
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    Man kann auch „in der realen Welt“ Musik hören…
    und je nach Veranlagung kann man auch „in der realen Welt“ „wichsen“…
    ist ja nicht so, dass das nicht immer wieder vorkommt…
    man kann ja so immer noch Richter werden… *g*
    http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,432489,00.html
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    @Seth: V wie… hat doch viele Paralelen gezeigt…
    Angst machen -> Terroristen und Amokläufe -> Datenspeichern abschaffen von Freiheit…
    Wo habe ich dass denn schon mal gesehen? Ach ja in *zensiert duch Stasi 2.3*

    Happy Coding…

  17. Kindertherapien boomen – Von FOCUS-Online-Autorin Melania Botica
    Immer mehr Eltern schicken ihre Kinder wegen vermeintlicher Entwicklungsstörungen zum Logopäden oder Ergotherapeuten. Experten sehen darin einen alarmierenden Trend.
    Von FOCUS-Online-Autorin Melania Botica
    Typische Kinderkrankheiten heißen heute nicht mehr Mumps oder Masern, sondern Sprachauffälligkeit, Entwicklungsverzögerung und Wahrnehmungsstörung. Seit einigen Jahren verzeichnen Ärzte eine stetig wachsende Zahl bei den sogenannten funktionellen Kindertherapien wie Ergo-, Physio- und Sprachtherapien.

    Häufig zeigen sich Eltern von Kleinkindern wegen einer vermeintlichen Körperfehlhaltung oder einem verzögerten Entwicklungsstand besorgt. Die Sorgen wachsen zusätzlich, wenn der Nachbarssohn dann auch noch in der Entwicklung weiter ist als der eigene Filius. Viele dieser Ängste sind zwar unbegründet, dennoch suchen Mütter und Väter nach zusätzlichen Behandlungsmethoden. „Der Gipfel der Verordnungen an Therapien im Vorschulalter ist erreicht“, sagt Harald Bode, Präsident der Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin.
    Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen

    Besonders kurz vor der Einschulung steigt die Nachfrage bei Lern-, Sprach-, Ergotherapeuten stark an: Anlass sind die Eingangsuntersuchungen, bei denen je nach Bundesland bis zu 33 Prozent der Kinder als sprachauffällig eingestuft werden. Laut Zahlen der Technikerkrankenkasse (TK) werden sächsische Kinder am häufigsten therapiert: Diese benötigen 52 Prozent mehr Heilmittel als die Kinder in den anderen Ländern. Bayerische Schüler erwiesen sich im TK-Vergleich als die gesündesten: Im Durchschnitt wurden im Freistaat 13 Prozent weniger Therapien verschrieben als im restlichen Deutschland.

    Ein Großteil dieser Therapien ist in den Augen vieler Ärzte unnötig. Im vergangenen Jahr sind bei den unter 15-Jährigen 16 Prozent der Jungen und sieben Prozent der Mädchen von Ergotherapeuten behandelt worden. „Hochgerechnet würden vermutlich nicht mehr als zehn Prozent der Schüler zusammengenommen eine Therapie benötigen“, sagt Bode. Auffällig ist, dass es fast doppelt es so viele Jungen wie Mädchen trifft. Die Ursache hat nicht jedoch nicht immer nur soziale, sondern auch biologische Gründe. „Das Y-Chromosom und das Testosteron bremsen Jungen in ihrer Entwicklung“, erklärt Bode.
    Was nicht passt, wird passend therapiert

    „Eine Ursache für die Flut an Kindertherapien ist zum einen der zunehmende Leistungsdruck in der Schule. Zum anderen ist das Bewusstsein der Eltern ist in den letzten Jahren gewachsen“, sagt Harald Bode. Angesichts Turbo-Abi und Pisa ist die Erwartung, dass ein Kind erfolgreich werden soll, groß. Schließlich wollen Eltern für ihren Nachwuchs die bestmöglichen Berufschancen.

    Experten raten besorgten Eltern, sich bei vermeintlichen Verhaltensauffälligkeiten nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Die Unterschiede in der Entwicklung sind groß. Nicht alle Kinder, die eingeschult werden, sind auf dem gleichen Entwicklungsstand“, erklärt der Kinderarzt Rudolf Kappes aus Kempten. Wenn ein Fünfjähriger Probleme mit Buchstaben und Zahlen hat, ist das nicht zwangsläufig ein Grund zur Besorgnis.

    Bevor Eltern eine mögliche Therapie in Betracht ziehen, sollten sie zuerst den Kinderarzt aufsuchen. Zur Entwicklungsbeurteilung eines Kindes ist eine ausführliche und differenzierte Untersuchung erforderlich. Dafür dienen die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen. „Für die muss ausreichend Zeit vorhanden sein, um die Möglichkeiten und Grenzen eines Kindes wirklich erkennen zu können und auch Prioritäten bei den therapeutischen Ansätzen zu setzen“, sagt Michael-Andor Marton, stellvertretender ärztlicher Direktor
    des Kinderzentrums München.
    Eine unnötige Therapie kann beim Kind mehr Schaden anrichten, als ihm zu helfen, mahnt Harald Bode. Der Wissenschaftler plädiert dafür, die frühkindliche Förderung mehr zu stärken, statt auf Therapien zu setzen. Bessere Sprachprogramme und Trainings, die Bewegungsmängel ausgleichen, ersparen Kindern häufig den unnötigen Besuch beim Logopäden und Ergotherapeuten.

  18. naja, sagt mir aber auch wieder das viele eltern es einfach nicht drauf haben…wenn die eltern nicht NEIN sagen können, sowohl zum Arzt wie auch zum Lehrer oder zum Kind…dann sind sie nunmal unfähig.

  19. Schön, noch jemand, der das erkannt hat, wurde aber auch Zeit.

    @Admin in der vorgestrigen SZ-Wochenendausgabe war im Panorama ein Interview mit den Entwicklern von Tetris und Pong, wenn ich das richtig erkenne [hat mir ein Freund gerade in der Schule gezeigt]

  20. Man der Artikel von den Schillertag liest sich wie ein richtig schöne Durchreachierte Geschichte aus der untersten Schublade aller *picklige Gamer Vorurteile*
    Naja im Gegensatz dazu sind die Östereicher woll mal wieder schlauer sind als wir.

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