Neue Aussage von Pfeiffer

(via KSS, tz) Der Kriminologe Christian Pfeiffer wurde zu den Hintergründen des „Amokslauf am Sendlinger Tor“ befragt. Als Ursachen dafür, dass jemand auf die schiefe Bahn gerät, nennt er „kriminelle Freunde, innerfamiliäre Gewalt, Verlierer-Karrieren und eine verinnerlichte Macho-Kultur„. Auf Killerspiele angesprochen hat er gewantwortet:

Killerspiele beeinflussen die Psyche. Auch ein oder zwei der Jugendlichen von München hatten vermutlich schon eine Identität als Kämpfer entwickelt. Die Rolle der Täter, die sie exzessiv in Killerspielen spielen, übertragen manche, ohnehin schon gefährdete Jugendliche, in die Realität.“

Ob die Ermittlungen bereits ergeben haben, dass die Täter gewalthaltige Videospiele genutzt haben, entzieht sich meiner Kenntnis. Es wäre möglich, dass Herr Pfeiffer einfach annimmt, dass dies zumindest statistisch wahrscheinlich sein wird. In der Vergangenheit lag er mit derartigen Vermutungen nicht immer richtig. So forderte er nach dem Amoklauf von Blacksburg ein Verbot von „Killerspielen“, obwohl sich später herausstellte, dass der Täter keine Videospiele genutzt sondern Theaterstücke verfasst hat. Bei Winnenden sagte er, es könne „kein Zufall sein, dass fast ausschließlich Mädchen das Ziel des Täters waren„. Die Ermittler kamen dagegen zu Ergebnis, Tim habe „sich nicht gezielt an den Mädchen und Lehrerinnen seiner ehemaligen Schule rächen wollen„. Der medial wohl meist beachteste Irrtum war der „Joseph-Fall„.
Inwieweit die Aussage Pfeiffers unabhängig von dem konkreten Fall korrekt ist, kann ich nicht beurteilen. Nach meinem Wissen wird zwar darüber spekuliert, dass virtuell erlernte Verhaltensmuster in die Realität transferiert werden könnten. Aber nach meiner Kenntnis sind die Ergebnisse hier noch nicht gefestigt:

“Betrachtet man die öffentliche Diskussion nach spektakulären Gewalttaten, bei denen violente Computerspiele involviert zu sein scheinen, so wird darin häufig ein mehr oder weniger direkter Transfer violenter Verhaltensweisen aus dem Spiel in die Realität unterstellt. […] Auch Funk konstatiert, dass […] es aber keiner Befunde gebe, die dies belegen würden. Was existiert ist eine […] theoretische Auseinandersetzung um die Möglichkeit […].”

Eine Übertragung der gesamten Rolle, als ob man die Realität mit dem Spiel verwechseln würde, ist mir bisher nur in dem Bericht der Gutenberg-Kommission zum Amoklauf von Erfurt untergekommen.

36 Gedanken zu “Neue Aussage von Pfeiffer

  1. Oh man wieso muss man so einen Menschen immer wieder befragen, obwohl er offentsichtlich keine Ahnung hat? Das KFN ist ein staatlicher Witz, der Millionen verschlingt, die man besser ins Bildungssystem o.ä. investieren könnte.

  2. Als Celler Loch wurde ein Loch bekannt, das im Rahmen der Aktion Feuerzauber[1] am 25. Juli 1978 in die Außenmauer der Justizvollzugsanstalt Celle gesprengt wurde. Der Anschlag war von der niedersächsischen Landesbehörde für Verfassungsschutz als False-Flag-Operation fingiert worden. In diesem Zusammenhang geriet Innenminister Wilfried Hasselmann (CDU) unter Druck, bis er 1988 im Zuge der Spielbankenaffäre von seinem Regierungsamt zurücktrat. Damaliger Justizminister war Hans-Dieter Schwind (CDU). 1978 wurde er vom niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht zum Justizminister ernannt. Dieses Amt übte er bis 1982 aus. In dieser Zeit wurde durch ihn das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen begründet.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Hans-Dieter_Schwind
    http://de.wikipedia.org/wiki/Celler_Loch

  3. Oh ja, wenn Schweizer sowas machen, dann liegt es sicher auch daran, dass bei denen keine Spiele indiziert werden. Und Ulitmate Fighting is ja auch ganz schlimm.

  4. Ich wollte denen grad deswegen ne Leserbrief schreiben weil sie schon wieder K-Wort benutzt haben, aber es war zu lang und konnte nicht abgeschickt werden :P

  5. Ich kann mich noch erinnern das manche Brett- und Kartenspiele Denksport genannt wurden und schach wie Sister schon meinte auch.
    Könnten die Öffentlich Rechtlichen Sender mal aufhören diesen Mann eine Platform für seine Propagande zu liefern wäre ich schon froh.

  6. Ich bin ebenfalls der Meinung das eSport kein Sport ist.
    Die Begründung „Schach ist auch ein Sport“ hinkt dabei übrigens gewaltig. Schach ist eine Ausnahme, dass hat der Deutsche Sportbund glaube ich auch explizit gesagt.
    Und selbst wenn nicht, sollte einen das der gesunde Menschenverstand auch sagen. Wenn man sich mal ansieht was alles als Sport anerkannt wird und dann Schach sieht, muss man doch einsehen dass es eine Ausnahme ist. Wäre es keine Ausnahme müsste man auch Shogi (jap. Schach) und „Go“ anerkennen (letzteres ist um ein vielfaches komplexer als Schach).

    Zum Sport gehört mehr als nur der Wettkampf. Wenn man alles als Sport anerkennen würde, was man Wettkampf mäßig betreiben kann, bin ich eindeutig dafür z.B. Wettessen als Sport anzuerkennen. ;)

  7. Es gibt genügend Sportarten, die stark auf Hand-Auge Koordination ausgerichtet sind. Natürlich hilft bei diesen Sportarten auch körperliche Fitness, sie ist aber nicht zwingend notwendig. Ich könnte beim schiessen sagen „Arm hoch, zielen , abdrücken“. Das ist genauso unqualifizierter Unsinn, wie das was Pfeiffer über Esport schreibt.

  8. nunja du musst nicht die ganze schmutzwäsche von herrn pfeiffer rauskramen..der wird doch sowieso nicht ernst genommen…zumindest nicht von informierten bürgern.

  9. Ebengrad war der Pfeiffer auch wieder in der Pro7 Newstime zu sehen, wo er als „Jugendforscher“ tituliert wurde. WAs man nicht alles auf die schnelle so werden kann ^^

  10. Sport wird meist als Wettkampf verstanden und in dem Sinne ist eSport Sport genau wie Schach und Wettessen.
    Der Deutschesportbund ist imo auch nicht der Richtige Anlaufpunkt da geht es meist um Körperliche Anstrengung, Schach mal außen vor, es muss tatsächlich einen vergleichabren eSport-Bund geben der genauso gehandhabt wird wie der sportbund.

  11. @ ThomasR04IG

    Du hast Mahjong vergessen =P

    Spass beiseite, nun ja das Shogi etc. bisher nicht als Sport anerkannt werden liegt zum Teil denke ich auch daran, dass Schach weltweit sehr verbreitet ist und die oben genannten Spiele (noch) nicht.

    Ja was ist Sport eigentlich? Denke da hat jeder seine eigene Definition, was er dazu zählt und was nicht.

  12. Tatsächlich? Übernimmt man eine Kämpferpsyche und -haltung? Ich muss schon sagen da bin ich ja als Schauspielstudent doppelt gefährded, besonders da ich momentan eine Figur spiele die fest entschlossen ist einen anderen Menschen aus Eifersucht zu töten! Mich würde echt wundern was denn Herr Pfeiffer zu der Stanislawski Methode sagen würde, das ich wirklich wahrhaftig die Figur sein muss, oder was er von Method-acting hält und solchen die es nur benutzen. Ich denke ich muss ihm darauf eine E-Mail schreiben.

  13. ganz guter punkt, man schlüpft ja in die rolle der spielfigur ähnlich einem schauspieler…also zu filmfestspielen gehe ich dann mal lieber nicht mehr…;)

  14. Schach ist kein Sport, Schach ist ein Killerspiel.
    Das sollte einem schon das gesunde Volksempfinden sagen, das ein Spiel in dem es darum geht den Gegner erbarmungslos niederzukämpfen kein Sport und keine Beschäftigung für Kinder ist.
    Die meisten Schachspieler sehen sich in der Rolle eines Kämpfers, der im Duell mit seinem Gegner steht, und da ist alles erlaubt, inklusiver psychologischer Tricks die bis an die Grenze des Mobbings gehen.

    Und was diesen Dr. Pfeiffer mit drei eff angeht:
    Gerade solche verharmlosenden Erklärungen sind es doch, die zur Jugendgewalt führen. Statt hart durchzugreifen, werden straffällige Jugendliche erstmal eine Kuschelpädagogik unterzogen. Und wenn die Killerspiel & Medienverwahrlosungstaktik vor Gericht nicht aufgeht, was solls.
    Selbst ein Jugendlicher Massenmörder ist spätestens nach 10 Jahren Haft wieder draussen.

  15. @ Alrik

    Hey, da will doch einer nicht etwa Schach verunglimpfen? Also ich spiele seit 3 Jahren aktiv im Verein. Mobbing oder eine Kampfrolle hab ich bisher noch nicht erlebt.

    Aber ich gebe dir Recht, im Grunde genommen ist Schach nichts anderes als ein Taktikshooter. Das selbe Bsp. könnte man aber genauso gut auch auf Poker anwenden (wenn man sich ma Phil Helmuth anschaut xD), aber da fahren die Politiker ja gottseidank auf der Glücksspiel/Süchtigmachend-Schiene -.- .

  16. „Drogenbeauftragte will Onlinespiele für Jugendliche sperren
    .
    Die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) fordert, „Computerspielsucht“ stärker zu untersuchen und besonders populäre Onlinespiele nur für Erwachsene freizugeben. Ob es eine spezifische Suchterkrankung bei Computernutzern tatsächlich gibt, ist unter Fachleuten aber nach wie vor umstritten.“
    http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,634204,00.html#ref=rss

    Sie beruft sich auch auf die schon behandelte Studie des KFN.
    Oh joy…

  17. Der Pfeiffer erzählt doch nur so einen haufen Müll weil es von der CDU dafür bezahlt wird zunehment Videospiele bzw. Ego-Shooter zu kretisieren oder besser gesagt zu diskriminieren.
    Dass Herr Pfeiffer nicht Recherchiert sah man ja bereits damals als er vor ein paar Jahren bei „Hart aber fair“ war und über „World of Warcraft“ erzählt hat und sagte dass WoW ein Startegiespiel ist.
    (Absoluter schwachsinn wenn man mich fragt!!)
    Auf sowas muss und darf man nicht hören.
    Außerdem werden die Politiker es eh niemals schaffen sogenannte „Killerspiele“ zu verbieten, mit Paintball haben sie es ja auch nicht geschafft.
    Und ganz erlich gesagt, schaut euch doch mal die riesige Masse der Computerspieler und die der Paintballspieler an.

  18. Ich glaube das ganze läuft jetzt nur darauf hinaus es den tätern nicht zu einfach zu machen…

    Würde das alles so weiterlaufen wie bisher wären wir irgendwann an dem punkt an dem jeder kriminelle jugendliche sagen wird „die bösen killerspiele waren es, nicht meine schuld!“ und ihm würde auch noch geglaubt werden. Folge wären dann lasche verfahren und strafen, immerhin muss man den armen kindern ja helfen.

    Deswegen wird jetzt wohl zurück gerudert zumindest vom pfeiffer, aber der sieht ja für gewöhnlich eh an allen ecken und enden bedrohungen für alles und jeden da isses nicht schwer alternative gründe zu finden. Bin aber immerwieder erstaunt wie leicht er menschliche wesen pauschalisieren kann als würden alle nach dem selben muster ticken.

  19. kriminologen sind vorbelastet wenn es um die erfassung von straftaten geht. er macht sein job…blöderweise glauben alle das das was er sagt die allgemeinlösung ist wobei pfeiffer von extremen ausnamefällen spricht die so reagieren und wir wissen von CIA und BKA (haha) das man nicht sagen kann das Killerspiele der auslöser sind da die schulmassaker mörder ehr wenig gespielt haben…also von allen mördern welche nach diesem „schema“ (was mMn nichteinmal richtig ist) agirten waren extrem wenige überhaupt exesive gamer.
    .
    wer nicht spielt ist gefählich, vorallem wenn er eine schusswaffe hat…aber das reicht natürlich auch nicht…er muss auch extrem gestört sein auf welche art und weise auch immer, weil ein normaler mensch tötet nicht „einfach so“ wobei wir ja selbst das nicht wissen weil diese idioten immer selbst erschießen.

  20. Hatte mich vor kurzem mal mit einem GEZ-Typen am Telefon gefetzt, nachdem er meinte, dass die Qualität der ÖR doch offensichtlich über der von den Privaten stehen würde und dass unabhängige Medien wichtig seien. Als ich ihm sagte, dass das einfach nicht stimme und das über Beispiele belegte, fiel ihm auch nichts mehr ein außer „Die GEZ sei eine Solidargemeinschaft“. Antwort von mir „Stimmt, leider eine staatlich erzwungene.“

  21. Ja die GEZ, die sind so solidarisch die kommen sogar als Telekommmitarbeiter um den Anschluss zu überprüfen oder als jmd von den Stadtwerken…ganz zuvorkommende Leute. ;)

  22. Dieser alte Sack sollte endlich in die Verbannung (Altenheim) geschickt werden, der nervt total mit seinem Alzheimergesülze.

  23. Stichwort GEZ:
    Wer das Fernsehen nicht nutzt, sondern nur noch Radio höhrt kann sich bei der GEZ für eine geringre Gebühr anmelden.
    Gerade in der Generation Games wird ja eher gezockt, als geglotzt.

  24. man muss ja jetzt schon gez bezahlen, wenn keinen tv aber einen tv-fähigen pc hat und das ist im grunde jeder rechner.
    gez ist ein politisch-jounralistische-verschwörungskomplex der union XD

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.