Interview mit dem Petenten

(Golem) Peter Steinleicher hat ein Interview mit dem Verfasser der Petition “gegen ein Verbot von Action-Computerspielen” geführt. Peter Schleußer, natürlich selbst altgedienter Gamer, gibt hier Auskunft über seine Beweggründe und über die Vorbereitung seiner Rede vor dem Bundestag.

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26 Gedanken zu “Interview mit dem Petenten

  1. Ein kurzes aber interessantes Interview. Gut finde ich auch seine Ansicht, dass das irreführende Wort “Killerspiele” nicht mehr benutzt werden sollte (sorry^^). Ob die Innenminister nach dem Amoklauf wirklich das meiste richtig gemacht haben, möchte ich jedoch bezweifeln, da auch Waffen kein Auslöser für Gewalt sein dürften. Gründe sind eher die soziale Situation des Schützen gewesen und eventuell auch Medien, die dazu tendieren, Amokläufer zu heroisieren.

  2. hoffe er bekommt das mit der rede vor dem bundestag hin. er müsste evtl auch nochmal auf die kritikpunkte der petition eingehen, also das mit dem verbessern des vollzuges des jugendschutzes, bevor das argument gegen die ihn und die mitzeichner verwendet wird. in 10 minuten wird das natürlich knapp.

  3. @Seth
    Stimmt wenn man sich mal die Diskussion mit Frau Pfeiffer zu diesem Thema anguckt das geht schon einige Tage und ist noch nicht zu Ende wie soll man denn das alles in 10 Minuten abhandeln vor allen wird man da ja das Problem haben das einem alle Paar Sekunden ins Wort gefallen wird.

  4. ds wird auf die redezeit draufgeschlagen :) das beantworten von fragen ist da nicht mit drin wenn ich micht recht entsinne, wäre ja unfair, stell dir mal vor da stellt einer eine 10 minütige frage :>

  5. Ich fand’s gut, dass er gleich dran gedacht hat, die Rede so zu verfassen, dass sie auch Politiker verstehen. Das wird wahrscheinlich sogar das Schwierigste an der Sache sein. :-D

  6. “[…]und eventuell auch Medien, die dazu tendieren, Amokläufer zu heroisieren.”
    Also auch die Medien, die jedes Jahr über die Täter berichten und damit (ungewollt) eben diese Taten, auf eine perverse Art heroisieren?
    Das denke ich zumindest immer wenn ich diese “Berichte” sehe. Da wir jedes noch so kleine Detail beleuchtet, der Name immer und immer wieder genannt, Bilder und Videos (in denen die sich zeigen, wie sie sich selbst gerne sehen/sahen) immer und immer wieder gezeigt – und jedes mal frage ich mich, wieviele dieser sozialscheuen, geltungdurstigen Personen mit soziopathischen Störungen nun wieder mit dem Gedanken spielen, es diesen Personen gleichzutun um auch so ‘berühmt’ zu sein.

    Ich glaube ferner das diese Form der Soziopathie (mir ist übrigens bekannt das der Begriff eigentlich veraltet ist/als veraltet gilt) eben durch wenig Kontakt, der dann meist auch noch ‘unerfreulich’ ist (Mobbing), wenig rückhalt in der Familie (Phänomen unserer Zeit, meist sind beide Elternteile berufstätig) und ‘geringer’ Zukunftsaussichten (schlechte Noten/Schulverweis – der Erfolgsdruck ist heute in fast allen Bereichen stärker als früher) gebildet wird, daher bringt kein Verbot etwas solange es den reinen Kapitalismus unsere Zeit (und damit Aktien) gibt, da solange die “Ellbogengesellschaft” existieren und, damit der soziale Zusamenhalt zurückstehen muss.
    Der soziale Kapitalismus der 50er-70/80er (auch wenn es hier Aktien gab) war wenigstens noch ‘menschlich’. Heute kann ein Unternehmen einen Gewinn (nach Abzug aller Ausgaben) von 5Mrd machen, wenn die vorher 4Mrd gemacht haben, müssen die nächstes Jahr über 6Mrd (etwa 6,25Mrd) machen sonst fällt der Aktienkurs und das Unternehmen verliert damit an Wert (Grund: Der Gewinnwachstumfaktor (beim Beispiel: 1,25) ist rückläufig), ergo MÜSSEN Arbeiter gefeuert werden – und das sollte die Welt eigentlich nicht weiter hinnehmen, ich bin kein Marxist/Kommunist/Sozialist (eigentlich) doch das kann es einfach nicht sein.

    Was nicht unerwähnt bleiben sollte:
    Auch ein Verbot von Waffen ändert nichts, ein Flammenwerfer ist bspw recht schnell selbstgebaut, die alten Griechen hatten so was bereits – Geschichtsfernsehen, da sieht man dann sogar eine Art Bauplan und bekommt das Bedienprinzip erklärt und könnte damit eine einfache (wenn auch für den Nutzer gefährliche) Waffe selber bauen.
    Womit wir auch schon beim nächsten Thema sind: In der Schule hab ich nicht viel gelernt, eigentlich nur das man da nicht viel lernt – selbst ist der Schüler ;-)
    Kein Witz, ich hatte nur 3 gute Lehrer (Deutsch: 4 Jahre, Mathe: ~3 Jahre (beide noch in der neunten Klasse) und Englisch: 1 Jahr (10te Klasse)) und einen Religionslehrer bei dem Religion wenigstens interessant war (3 Jahre Berufskolleg) der Rest der Lehrer war entweder schlecht *1 oder OK *2

    *1> = nichts gelernt – Bsp. deutschsprachiger Englischunterricht (noch in der Neunten!!!) / durch Summe gekürzt (durch den Lehrer, unbeabsichtigt – manche Lehrer machen das um die Aufmerksamkeit/das Verständnis zu testen) / demotiviert (selber und die Schüler ‘angesteckt’ Bsp: zweite Mathestunde Berufskolleg erster Satz nach Begrüßung, aus dem Gedächtnis (~7 Jahre her: Satzbau anders, Inhaltlich aber gleich – die Art ist einfach hängen geblieben als Paradebeispiel für einen schlechten Lehrer): “Mit euch macht das eh keinen Sinn ihr kapiert ja gar nichts” *gehässig/spöttisch gelacht*)
    *2> = nichts besonderes – haben einem das beigebracht was muss, aber nicht wirklich gefördert oder einen motiviert mehr zu leisten als unbedingt nötig.

  7. Als ich gestern Abend mitgezeichnet habe, waren es noch keine 48000. Jetzt sind es schon über 49000. Ich erwarte, dass im Laufe des morgigen Tages die 50000er-Hürde übersprungen werden wird.

  8. Sehr gutes Interview und der Herr Schleußer spricht mir auch voll aus der Seele.
    Was Fragen angeht würde ich sagen: nach meinem Vortrag können Sie fragen stellen, sonst geht meine Zeit verloren.

  9. @Pyri
    so soll es sein und hoffen wir, dass es noch mehr werden.

    @Interview
    Ein sehr gutes Interview mit dem krönenden Abschlussatz: “Zumindest glaube ich ganz fest an die Demokratie, weiß aber auch, dass sie manchmal Irrwege geht, bis sie ans Ziel kommt. Aber ich hoffe es”

    @idee
    wie wäre es endlich mal, wenn man den Politikern den Unterschied zwischen School-shooting und Amoklauf erklärt… bisher waren diese ja gut in “Namenserfindung”(oder auch weniger, aber oft ehrgeizig dabei). Noch gibt es in deutschem Wortschatz keinen Ausdruck dafür, lässt sich mit Wikipedia aber vielleicht auch ändern.

  10. @GerDirkO
    größtenteils kann ich zustimmen. Auch beide Themen beißen sich leider. So dass die Schüler mit Fehlverhalten (sei es durch die im ersten Thema erwähnten Dinge) den Lehrer und so auch den Unterricht beeinflussen. Weniger Schüler (15 war gut… aber ich kannte es meistens an die 30 Leutein der Klasse). Ich hatte früher auch diese Vorbildlichen Lehrer. War aber dann bei schlechten Lehrern der absolute Chaosanstifter.

  11. @ GerDirkO
    Was die Verschärfung des Waffenrechts angeht geb ich dir Recht, und man muss nicht unbedingt einen Flammenwerfer bauen. So z.B. lässt sich eine sogenannte ,,Kartoffel-Kanone´´ sehr leicht selbst herstellen. Die Kartoffeln, die damit abgefeuert werden, haben eine enorme Durchschlagskraft und können einen lebensgefährlich verletzen bzw. töten. Es bedarf nur eines einfallsreichen Geistes und einer gewissen ,,kriminellen Energie´´ und schon lässt sich aus Alltags-Gegenständen, ganz Macgyver-like, ein tödliches Arsenal an Waffen zusammenzimmern. Ist doch erschreckend, oder ?!

  12. “Golem.de: Glauben Sie, dass sich durch die Onlinepetition etwas ändern wird?”
    …: Nein, aber die Fakeln sind Geölt und
    die Mistgabeln kommen Dienstag vom Schleifen zurück.

    Happy Petition…

    Happy Happy Petition
    solange die noch geht
    kommt keine Revolution

  13. Das hätte ICH sein können in diesem Interview! *heul*

    Also ich freue mich natürlich über den Erfolg der Petition, aber ich beneide ihn auch wahnsinnig. Und ich finde es auch sehr schade, dass er einfach den “Spiele-Kilelr” Text von PC-Games abgeändert hat.

  14. Mag sein aber das ist sicherer als etwas eigenes zu machen ohne redaktion :) was gut ist wird kopiert, obwohl diese petition auch ein paar haken hat, aber das ist ersteinmal nebensächlich :)

  15. @hecter specter
    ohja…
    Aber laut den Änderungen des Mammutpakets dass die “ZEIT” ja veröffentlicht hat, wurde beim Waffengesetz doch nur verschärft, dass es verdachtsunabhänige Kontrollen gibt – find ich nicht so schlimm – weil dann das bestehende Waffengesetz hoffentlich besser eingehalten wird. (Ich denke das war die einzige verschärfung bisher, oder?)
    -http://www.zeit.de/newsticker/2009/7/10/iptc-bdt-20090709-546-21764790xml?page=5
    WAFFENRECHT: Das als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden verschärfte Waffenrecht tritt in Kraft. Waffenbesitzer müssen jetzt mit verdachtsunabhängigen Kontrollen rechnen.

  16. @ D-Stroy
    Das ist es ja…
    Wie willst du denn kontrollieren, ob jemand aus alltäglichen Dingen Waffen zusammenbaut. Sowas lässt sich doch weitaus schwerer kontrollieren, als wenn jemand eine Schusswaffe bei sich hat. Was potenziell als Waffe dienen kann, vermag der Kontrolleur wahrscheinlich nicht mal im Ansatz zu erfassen.

  17. hmm…weisst du was Schleudern sind? :) oder Vorderlader…Waffen gibts ohne ende.
    .
    dem einzigsten dem das neue Gesetz etwas nützt sind die Waffenschrankhersteller…ob das nun ein ding von 1800 ist oder einer mit Biometrischem Schloss is jawaohl egal..hauptsache der Schlüssel/Code ist sicher….nur der Gesetzgeber sieht das anders, der meint das ein Save alle paar jahre auf den neusten Stand gebracht wird…totaler Mumpitz.
    .
    MfG
    Seth

  18. @ Seth
    Schon blöd, wenn der Gesetzgeber so denkt. Was nützt einem der neueste und teuerste Waffenschrank, wenn man seine Waffen offen rumliegen lässt. Überall gibt es Lücken. Schade, dass unsere Volkszertreter an der Illusion der Kontrolle festhalten.

  19. Naja, gesetzmäßig müssen waffen “Verschlossen” aufbewahrt werden. Wenn die Liste der registrierten Waffen durchläuft und man merkt, dass die Kleinkaliber in der Komode liegt gibt es natürlich womöglich geldstrafen.
    Für mich klingt das sowieso wie eine “wir-wollen-die-Bürger-beruhigen-in-dem-wir-das-gesetz-angeblich-verschärfen”-Aktion.
    Im Vergleich der Verschärfungen der Gesetze zwischen Waffen und Egoshooter kommt mir das grade schon fast beinahe radikal rassistisch gegenüber den Spielen rüber.

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