Generationenkonflikt oder nicht?

(via medienlernen, GEE) Tim Rittmann hat für die GEE die jüngsten Entwicklungen der “Killerspieldebatte” aufgearbeitet und sich auch mit den Hintergründen befasst. Dabei greift er eine interessanten Gedanken auf:

“”Es geht bei diesem Konflikt nicht nur um das Verhältnis von Eltern und Kindern, sondern auch um Technologien und ihre Beherrschung. […] Jugendliche sind im Besitz eines technologischen Wissens um Kommunikationsformen, das sich absetzt von der Brief- und Schriftkultur der Eltern, aber auch von den bisher geläufigen Massenmedien.” Plötzlich ist der Wissensvorsprung der Älteren dahin, und damit ihr jahrhundertealtes Selbstverständnis – dass sie, die Erwachsenen, den Kindern etwas beibringen. Das verstärkt das Misstrauen gegenüber Computerspielen.”

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23 Gedanken zu “Generationenkonflikt oder nicht?

  1. *lol*
    “Plötzlich ist der Wissensvorsprung der Älteren dahin”
    ist dies nicht immer so?
    Etwas neues TV, Internet usw wurde immer von jüngeren Erfunden und benützt…
    es war ja so plötlich…

    Happy Coding.

  2. Also wenn es um den verlorenen Wissensvorsprung geht istr es doch gerade ein Generationenkonflikt. Wie TRB schon schreibt; als das Kino erfunden wurde waren die alten auch Mistrauisch, wobei die Jungen halt nur hingehen konnten, sie haben insofern nichts aktiv gemacht. Das ist schon ein neuer Aspekt bei den Computerspielen.

  3. Ich würds eigentlich nicht als “Generationenkonflikt” bezeichnen, weil es eigentlich gar keine Debatte darüber geben würde, wenn die Politiker (allem voran CDU/CSU) nicht dafür Stimmung machen würden… Interessanterweise immer kurz vor oder nach der Wahl… erinnert ihr euch noch an den Anfang der großen Koalition? Da gab kurz davor auch eine Gewalttat an einer Schule und damals wurde genauso argumentiert wie heute nur das damals die Medien voll Stimmung für die Befürworter betrieben haben… heute ist es meiner Meinung nach ein wenig anders (ausgenommen natürlich die Berichte kurz nach der Tat – da dachten sie, dass es wieder so einfach währe das schwarze Schaf zu den Spielern zu schieben)… klar es gibt noch einseitige Berichte, aber diese werden selbst von der Öffentlichkeit oft kritisch beäugt und nicht für ernst genommen (auch wenn es Leute gibt die den Medien glauben schenken).

  4. “Die Welt wirkt auf viele Jugendliche kompliziert und unübersichtlich. Da helfen ihnen einfache Stereotype, Muster und Handlungsmodelle.”
    .
    Nunja eigentlich ist die welt ganz einfach….sie wird nur so unglaublich kompliziert dargestellt…von den Erwachsenen :D

  5. “Die Bindung dieser jungen Menschen an den Computer ist auch eine Antwort auf den asozialen Charakter unserer Gesellschaft”, sagt Bergmann, “sie sehnen sich nach der Geborgenheit einer sozialen Ordnung, und wir überfrachten sie mit einem irrwitzigen Leistungsanspruch, der über die Schulen vermittelt wird.”

    Kann man diesen Satz nich ganz dick und fett anstreichen und das ganze dann den Herren Politikern und sonstigen Kritikern zeigen?

  6. Ich glaube, mit dem Begriff “Generationenkonflikt” macht man es sich hier zu leicht. Klar gibt es ein starkes Gefälle, was die aktive Nutzung der so genannten Neuen Medien und besonders Computerspiele angeht, aber wie man z.B. bei Stichwörtern wie “Generation C64” sieht, gibt es durchaus auch unter den Leuten, die so langsam auf die Midlife-Crisis zusteuern, “Gamer”. Aber die sitzen halt eher selten in politischen Gremien. Und wenn sie mal in nem Expertenausschuss geladen werden, wischt man die Äußerungen weg, belächelt sie, usw. War ja bei den Anhörungen zum Thema Zugangserschwerungsgesetz nicht anders…

  7. @ TRB

    Würde ich so nicht sehen. Fernsehn, Kino etc. schön und gut, dies sind Unterhaltungsmedien. Ein Computer hingegen ersetzt heute schon viele Dinge, die früher per Hand oder mit anderen Systemen gemacht wurde.

    Wenn dann immer so lustige Leute rumlaufen, die sich fragen was ein “Browser” ist, braucht man sich nicht wundern, dass die gesamte Computertechnik (mit all seinen Facetten). Ich meine is schon gruselig, wenn man mit Mühe und Not ne SMS oder ne E-Mail schreibt als 50+ (dies soll keine Verallgemeinerung sein!) und dann neben sich 5-10 Leute unter 30 sieht die das in 1/4 der Zeit schaffen.

  8. @Tobis
    Auch ein Generationen Konflikt ist nicht schwarz-weiß. Es gibt immer Personen die nicht ins Schema passen zudem wurde ja auch richtigerweise der Schnitt nicht klar lokalisisert, da die relativ breite Fächerung dies nicht zuläßt.

  9. Im groben ist es schon ein generationskonflikt allerdings ist es auch teils ein “gruppenkonflikt” oder wie auch immer man es nennen will.

    Es erstaunt mich selbst zB doch ziemlich wie verwundert ich darüber bin das meine 3 jahre ältere arbeitskollegin nichtmal weiss was ein mp3 ist. Für mich gehören mp3’s schon seit über 10 jahren zum “allgemeinwissen” und auch mein sonstiges umfeld hat sich inzwischen solche art materie zum teil angeeignet (selbst meine mutter und oma). Da war ich echt schockiert als ich feststellen musste das jemand der nichtmal 5 jahre älter ist als ich sowas nichtmal vom hörensagen kennt. Da wurde mir erst klar in was für unterschiedlichen welten menschen leben können.

    Aber um beim thema zu bleiben muss ich mal sagen das der artikel wirklich sehr gut geschrieben ist und erfreulich oft ziemlich ins schwarze trifft, zumindest meiner meinung nach ;)

  10. Frage ist ja immer wie Interaktiv sind Spiele wirklich…
    HL, Doom usw sind so interaktiv wie ein Film.
    immer weiter gerade aus bis ans Spiel ende.
    Happy Coding.

  11. Also bei dem Absatz, das die 42 jährigen Eltern sich nicht trauen, ein Computerspiel zu spielen, habe ich schon etwas gestutzt. Ich bin 44, und werde dies Jahr noch 45, und habe viele, viele Computerspiele, inklusive der Ego-Shooter, schon gespielt. Ich habe als Jugendlicher, in Gaststätten, Hotels und am Flughafen, Pong, Asteroid, Pac Man, Centepede und etliche andere Spiele, die es an Automaten gab gespielt. Vielleicht lag es an den Eltern der jetzt 42 jährigen Eltern.
    Allerdings, Hand aufs Herz, bin ich unverbesserlicher Single, und Kinderlos.

  12. @El Konsolero:

    Die Computertechnologie hat schon in den 60er und 70er Jahren “am Pranger gestanden”. Als Areitsplatz-Vernichter z.B. . Auch das Thema Datenschutz hatte in den 80er Jahren mit dem Computer zu tun. Computer, das war zu der Zeit noch nicht der PC, der persönliche Computer. Der Computer war in den 60er und 70er Jahren ein großer Kasten, der irgendetwas unheimliches machen konnte. Viele Menschen haben sich mit Händen und Füßen dagegen gesträubt, etwas mit Computer machen zu müssen.
    Dort wo die Menschen besonders viel Angst vor Computern hatten, haben sie es vermutlich an ihre Knder weitergegeben. Ich bin zwar nicht mit dem Computer aufgewachsen, aber ich hatte schon 1983/84 meinen ersten Home-Computer, und vorher schon einen programmierbaren Taschenrechner. Ich war (bin) ein “Spielkind”, und bin immer Neugierig gewesen.

  13. Klar ist es ein Generationen-Konflik.
    Es ist ein Konflikt zwischen der Generation der Alt68er die jetzt endlich beim Marsch durch die Institutionen auf dem Chefsessel angekommen sind.
    Vor vierzig Jahren sind sie für die Frieden “HO-HO-HoCHI-MIN” schreiend durch die Straßen gezogen, haben alles gesoffen, geschluckt, geraucht, gespritz oder dort hingesteck wo keine Sonne hinscheint solange es nur das Bewustsein erweitert. Sie haben hemmungslos rumgef*ckt, das private – vor allen der Sex – war auf einemal politischs. Sie haben laute Negermusik gehört und Marx gelesen.

    Heute sind sie immer noch für den Frieden und gegen Killerspiele die vom US-Militär dazu entwickelt worden sind um Soldaten zu enthemmen.
    Sie verbieten aus Angst vor dem Komasaufen den öffentlichen Alkoholkonsum (wie in Freiburg und Tübigen). Und wenn in Big Brother zwei Menschen öffentlich und live unter einer Decke stecken wittern sie den Untergang des Abendlandes.
    Marylin Manson und Slipknot betrachten sie mit Abscheu, und den Marx haben sie kurz bevor sie verbeamtet wurden ungelesen ins Regal gestellt.
    Wirtschaftstheorie schadet nur, wenn man den Wohlstand der andere erarbeitet haben verteilen will.

  14. Ja, Schünemann ist der typische Alt-68er. Immer die Schuld bei Medien oder Gesellschaft suchen, und die Verantwortung für die eigenen Taten die sich aus den von Gott gegeben freien Willen und Gewissen ergibt abstreiten. ;)

  15. Ja, die Alt68er sitzen auf der Macht und richten die Welt zugrunde und halten sich trotzdem noch für das Abbild eines moralisch aufrechten Menschen.

    Sie bürden unserer Generation Schulden auf die wir niemals bezahlen werden können und ruinieren unsere Zukunft.

    Aber wenigstens schützen sie uns vor “schlechten Einflüssen” die wir vermutlich in unserer Dummheit nicht verstehen aber es ist beruhigend zu wissen das die weiseste Generation aller Zeiten über uns unmündige Kinder wacht….

  16. Ich wäre mit dem Vergleich des Generationenkonfikts eher vorsichtig, da ich erlebt habe, dass es auch Menschen gibt, die mit dem PC als Arbeits – und Informationsinstrument sehr versiert umgehen, und “Killerspiele” trotzdem verurteilen. Für mich ist das eher eine Frage des Gesellschafts – und Menschenbildes.
    Der CDU – Politiker Schünemann ist übrigens (so wie eigentlich alle CDU/CSU – Politiker) kein Alt 68er. Diese finden sich vor allem bei den Grünen, die ja bekannterweise den “Killerspielen” gegenüber liberaler eingestellt sind.

  17. Bei der Frage, ob es sich hier um einen Generationskonflikt handelt, würde ich sagen
    ,,Sowohl, als auch´´ , denn die Diskussion um neue Medien ist so komplex, dass man es nicht allein auf die Kluft zwischen Jung und Alt schieben kann, allerdings bildet er einen Teil der Gesamtdiskussion. Andere Aspekte, wie Digital Natives-Digital Immigrants oder unterschiedliche Moral- und Gesellschaftsvorstellungen spielen hier bestimmt ebenfalls eine große, aber eben nicht die einzige Rolle.

  18. @Bonedaddy
    “”Ich wäre mit dem Vergleich des Generationenkonfikts eher vorsichtig, da ich erlebt habe, dass es auch Menschen gibt, die mit dem PC als Arbeits – und Informationsinstrument sehr versiert umgehen, und “Killerspiele” trotzdem verurteilen””
    -Das ist doch aber normal. Es kommt drauf an in wie weit man diesen PC betrachtet. Man kann trotzdem versiert sein und Spiele aussen vor halten, weil man diesen Rechner eher als “Arbeitsmaterial” sieht und alles andere alberne oder sinnlose Verschwendung wäre. Meiner Meinung nach haben diese Digital Imigranten womöglich nicht gelernt “zu spielen”. Ich kann es vielleicht mit einer Rutsche erklären. Für ein Kind ist diese Leiter, mit der man auf die Rutsche kommt, mehr als nur ein Mittel zum hochklettern, sondern auch ein Abenteuer und genau so toll wie die Rutsche selbst, während wir als erwachsene die Leiter mittlerweile nur als Mittel zum Hochklettern sehen. Vielleicht ein sehr waager Vergleich. Auf der anderen seite kann jemand zb eine Schaukel nach Plan gebaut haben und hat nicht die reinste Ahnung wofür dieses abstrakte Ding jetzt eigentlich nun dienen soll (stellt es euch einfach vor).
    Im sonstigen finde ich aber schon, dass die Alteingesessenen sich für ziemlich gute Architekten halten die Schaukeln verbieten, weil diese keine Ahnung haben wie es ist zu Schaukeln…. ..was ich da eben von mir gebe bringt selbst mich manchmal durcheinander…

  19. Haha, Alt68er, das ich nicht lache. Vergesst doch bitte nicht dass die Konservativen am lautesten nach verboten schreien. 68er-Bashing könnt ihr auch gerne bei Welt-Online betreiben.

    Schaut doch mal wie es in den 50ern in Deutschland ausgesehen hat. Wollt ihr DAS wirklich? Ohne die 68er sähs heute mit an 100%-grenzender Wahrscheinlichkeit genauso aus.
    Du willst bei deiner Freundin übernachten? Nix gibts, heiraten oder es geht in den Bau.(Kuppelparagraph). Gesetze gegen “Schund und Schmutz”, der Begriff “entartete Kunst” wird immernoch verwendet, Kinder werden halb tot geprügelt, insbesondere in Kinderheimen.
    Damenbesuch nach 22 Uhr? Vergiss es, damit macht man sich strafbar.

    Wer die 68er ablehnt hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Oder ist einfach nur dumm. Oder beides.

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