Expertenforum in Karlsruhe

(Pfälzer Tageblatt) Als Reaktion auf den Widerstand gegen das “Intel Friday Night Game” hatte der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich eine Informationskampagne angekündigt. In deren Rahmen fand am Dienstag ein Expertenforum statt, dass sich mit der Wirkung von “Killerspielen” beschäftigte. Einerseits würde die Empathie verringert werden, andererseits würde es “zur Aggressivitätssteigerung von Gewaltspielen […] keine gesicherten Erkenntnisse” geben. Auch für Amokläufe sind nach dem Diplom-Psychologen Tobias Rothermund Videospiele nicht allein verantwortlich sondern einer von vielen Risikofaktoren. Überschrift – Gegner erschießen, aber darüber reden -und Symbolbild des Pfälzer Tageblatt wirken leicht befremdlich.

symbolbild

Abgesehen davon, dass Kinder in diesem Alter definitiv nicht vor Shootern sitzen sollten, ist dies ein weiteres Bild in der Reihe der Symbolfotos, die keine spielende Person zeigen. Stattdessen wird ein Screenshot im Browser betrachtet, der – auch wenn es so wirken soll – keine Perspektive zeigt, aus der gespielt wird.

16 Gedanken zu “Expertenforum in Karlsruhe

  1. Klingt so als wüssten auch diese “Experten” – wie viele vor ihnen – auch nicht wirklich wovon sie reden. Aber die Politik konnte wieder mal ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren… :/

  2. des auf dem bild ist nur ein screenshot. damit kann des kind “spielen” bis es doof wird.
    und wenns ein “killerspiel” wäre, dann frage ich mich, was die eltern da gerade machen (schäferstündchen?!) und wo so ein kiddie des her hat ^^

  3. hä moment, der oberbürgermeister hat eine informationskampagne veranstalten lassen, in der man eigentlich nur über die negativen, bzw. eventuellen negativen aspekte, bzw. über die umstrittenen, nicht eindeutigen aspekte informiert hat, damit er in einem gutem licht steht? und das bild ist ja wohl das allerletzte.

  4. So schlecht finde ich die Veranstaltung nicht. Zugegeben: einfache Vorträge und simples Frage-Antwort-Spiel werden dem komplexen Thema von Videospielen nicht gerecht, da wäre es vielleicht besser gewesen, die Spiele selbst näher zu untersuchen (eine Eltern-LAN hätte hier durchaus bessere Wirkungen erzielt), aber wenigstens war alles größtenteils sachlich gehalten. Vielleicht sollten sie auch mal etwas jüngere Ansprechpartner einladen, damit nicht nur Experten, sondern auch mal Gamer zu Wort kommen.
    Zum Bild: naja, schade das diese zarten Bemühungen durch solch ein Symbolbild zunichte gemacht werden. Aber wenigstens liegt keine Pistole neben der Tastatur, ein kleiner Schritt zwar, aber einer nach vorne.
    Und hier ein Artikel auf Karlsruhe.de:
    http://www.karlsruhe.de/stadt/aktuell/nachrichten2009/computerspiele_exp
    Einen Satz darin fand ich sehr unglücklich formuliert, wenn ich das so sagen darf:
    ,,Selbst mit der Materie vielleicht nicht so vertraut und verunsichert durch die Medienberichterstattung über zum Beispiel Amokläufe nach Computerspielen ist es für Erwachsene nicht leicht, sich ein realistisches Bild zu machen und entsprechend angemessen pädagogisch zu handeln.´´
    ,,Amokläufe nach Computerspielen´´?! Naja, also das riecht irgendwie nach Suggestion.

  5. Sorry aber, wenn sich irgendwer wundert das es “verhärtete” Fronten gibt…ganz im ernst bei so einer schwachsinnigen Berichterstattung sollten die froh sein wenn überhaupt noch jemand mit dennen redet…
    .
    MfG
    Seth

  6. “Gegner erschießen, aber darüber reden” – will ja nicht kleinlich sein, aber erstmals stimmt bei dieser News-Meldung der Inhalt auf der Startseite http://stigma-videospiele.de nicht ganz mit dieser Seite mit Bild hier überein: “Gegner erschießen, aber darüber reden” – ich nehme an, das war die Headline des Artikels im Pfälzer Tageblatt? Diese “Überschrift” ist auf der Startseite gemeint?

    Inhaltlich scheint dieser Satz wieder auf der alt(bewährt)en Vorstellung zu basieren, dass bestimmte Computer- und Videospiele keine gewaltfreien “Konfliktlösungen” anbieten (würden), dass man eben nicht zum “Feind” überlaufen kann oder mit ihm “Kriegsweihnacht” feiern etc.
    Den Hinweis auf das Symbolfoto finde ich übrigens sehr wichtig. Danke!

  7. KRISE!!!
    Das bild is mal wieder nur verdummung der Bürger…
    “Kleine Kinder zocken KILLERSPIELE!!!”

    *g*
    Newsmeldung:
    Nach der AMOKfahrt eines Kleinkindes in seinen TIEFERGELEGTEN und GETUNEDen Kinderwagens
    hat die Polizei im Wagen mehere Flaschen gefunden und sogar mehere KILLERSPIELE.
    Einschnitt:
    Experte: “Killerspiele fürhren zu Raserei und zersetzen die gesellschaft”
    Bild CS
    Bild Massenmördersimulator 4.2
    Experte: “Immer Jüngere Kinder spielen solche Spiele”
    Politiker: “Wir setzen uns für eine Ächtung von Kinderwägen und Killerspielen ein”
    Eltern: “Wir wussten ja gernicht was in ihm vorgeht… er hat mit uns ja nie gesprochen”
    Freunde des Kindes:” Er hat schon immer diese Killerspiele gezockt…”
    noch mehr Freunde: “In der Krabbelgruppe wurde er immer gemobbt”
    echter Freund:” du du dada…”
    Fatit:
    Dieses Kleinkind hatte ja garkeine andere Wahl als in der Fußgängerzone auf die schiefe Bahn zu kommen. Die Massive Werbung der Killerindustire hat wieder mal ein Kind verdorben welches noch sein ganzesleben vor sich hatte…
    Leider bleibt ihm jetzt nur noch ein Leben hinter Gittern…
    http://images.google.de/images?hl=de&q=Laufstall&um=1&ie=UTF-8&sa=N&tab=wi

    Happy Coding.

  8. Hmm also den Bericht von KA-News fand ich besser als den von der Zeitung.
    Aber mir fehlt das Fazit, was der Rothmund aus dieser Veranstalltung zieht und wie er Videospiele mit Gewaltinhalt beurteilt.
    Einerseits sagt er aus, dass Videospiele die Gefühle und Gedanken beeinflussen können, andererseits aber auch nicht.
    Und von dem bestehenden Jugendschutz habe ich auch nichts gelesen, dass er diesen erwähnt hat.

  9. Ich kann diese ganzen Experten, Studien, Kampanien, Feldforschungen, Amoklaufvergleiche, Dokus, Aufklärungsseminare etc. etc. etc. nicht mehr sehen, warum wird Geld nicht für Sinnvolle Zwecke ausgegeben? Die meisten Kritiker wissen das sie SCHEIßE erzählen und machen dennoch weiter und wenn ich Experten höre die Sachen sagen wie “Betriebssystem, Browser, Windows, Taskleiste, Mouse, Monitor, Tastatur etc. was soll denn das sein habe ich ja noch nie gehört” weiß ich ehrlich gesagt nicht wie die zum Experten werden konnten, ab Morgen bin ich Politik- und Wirtschaftsexperte, und was ich Übermorgen bin überlege ich mir noch, wenn die sich so einfach Experte schimpfen können warum sollte ich das dann nicht auch können.

  10. @Doktor Trask
    genau … Du bist nun der Experte, ruf am Montag mal die Presse an und sag ihnen, dass Du auf diesem Gebiet seit über 10 Jahren private Studien im Rahmen der Videospiele in Deutschland durchführst und schon biste Promi *g*
    oder gründe mit 10€ ein Forschungsinstitut für Auswirkungen auf die Persönlichkeiten durch Videospiele in der Du dann Forschungsgelder dafür kriegst, dass du behauptest, dass Videospiele auf Videospielhasser ziemlich negative Auswirkungen hat was auf fehlendes Medienverständnis in diem Gebiet zurückzuführen ist! Punkt!
    … meine Stimme haste

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