„Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen“

(heise) Die Ergebnisse einer gestern veröffentlichten Umfrage lassen Zweifel an dem gängigen Vorurteil aufkommen, dass Videospiele ausschließlich eine Beschäftigung von Personen seien, die schulisch und sozial versagen. Das Hamburger Unternehmen Aris befragte telefonisch rund 1000 Personen über 14 Jahren nach ihrer Videospielnutzung, was zu einem überraschenden Ergebnis führte.

Demnach spielt beinahe jeder dritte Abiturient an Rechner, Konsole oder Handy. Bei Hauptschulabgängern ist es dagegen nur jeder fünfte. Diese Erkenntnisse könnten sich dennoch mit Aussagen des Kriminologen Christian Pfeiffer vereinbaren lassen, wonach zuviel Medienkonsum und gewaltdarstellende Videospiele dumm machen. Sofern Abiturienten Videospiele nicht exzessiv nutzen und friedliche Genres bevorzugen würde sich nicht zwingend ein Widerspruch ergeben.

Um Zweifel an dem Ergebnis der Umfrage aufkommen zu lassen reicht aber bereits ein Blick auf den Geldgeber aus. Aris wurde im Vorfeld der GamesCom vom Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) mit der Durchführung beauftragt, so dass ein positives Ergebnis sicher nicht unerwünscht ist. Auch stammt das obige Zitat von Achim Berg, der nicht nur Vizepräsident des Bitkom sondern auch Chef von Microsoft Deutschland ist.

28 Gedanken zu “„Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen“

  1. um das genauer zu beurteilen müsste man sich die gesammte Studie ansehen, das die Fazits, seien sie nun vom KfN oder BITKOM, nicht das sagen müssen was die studie tatsächlich belegt sollte klar sein.

  2. Jeder dritte Abiturient spielt spielt an Rechner, Konsole oder Handy hmm ?
    Bei mir sind´s sogar Rechner, Konsole Und Handy. :)

  3. Also mein subjektiver Eindruck ist auch, dass höher gebildete Menschen den neuen Medien eher offen gegenüberstehen und nicht so hoch gebildete dafür „bei Bild und Talkschow“ hängenbleiben. Aber der Auftraggeber sagt halt auch etwas über die Studie aus. Für mich steht aber Fest(meine Meinung), dass der Effekt auf jeden Fall eher so rum ist und nicht wie in der öffentlichen Debatte manchmal dargestellt, dass nur „dumme, einsame Kellerkinder“ Computerspiele spielen.

  4. @equal: Dann müssen wir aber zumindest mehr über die Verfahren der Befragung usw. erfahren. Ansonsten spielt der auftraggebenr schon eine Rolle.

  5. …könnte aber doch auch sein, dass mit der Bildung auch der Wohlstand des Elternhauses steigt und sich mehr Gymnasiasten als Hauptschüler ’ne XBox360 leisten können…

  6. 1000 Befragte ist ja nun alles andere als repräsentativ, besonders auf 21 Mio. angebliche Gamer gerechnet (womit nahezu jede Umfrage zu jedem Thema unrepräsentativ wäre…), daraus eine andere Schlussfolgerung zu ziehen, als dass die Zahlen für die 1000 Befragten gelten, halte ich für zu weit hergeholt – ungeachtet dessen, dass das Ergebnis wohl einige freuen dürfte.
    Stichproben in so kleinem Rahmen haben kaum eine Aussagekraft.

  7. @ Seth:
    Na, das kann uns ja nur recht sein – ich seh’s schon kommen, dass GTA V in so ner gelben Box von Reclam rausgegeben wird :D

  8. Demnach wären aber auch Studien des KFN, die von Politikern wie Bosbach und Schünemann in Auftrag gegeben wurden, auch nicht aussagekräftig.

  9. @hopfen
    Ja, das Verfahren der Befragung usw. zu erfahren ist unbedingt nötig, wenn man wissen will, ob und wie die Ergebnisse brauchbar sind.
    Allerdings spielt der Auftraggeber auch dann keine Rolle, wenn die Umfrage nicht „transparent“ ist.

    Es geht ja einfach nur um simple Logik:

    2 + 2 = 4. Das ist eine wahre Aussage. Unabhängig von der Person, die sie äussert. Und auch unabhängig von ihren Interessen und Absichten der Person, weshalb sie diese Aussage macht.

    Analog dazu:
    „Mit dem Bildungsniveau wächst die Neigung zu Computerspielen.“
    Diese Aussage ist ebenfalls entweder wahr oder falsch. Und das ist wieder unabhängig von der Person, die sie äussert, d.h. wer die Umfrage, die diese Aussage beweisen soll, in Auftrag gegeben hat.

  10. Nun, ich denke, wenn Studienergebnisse für die Gruppe die die Studie in Auftrag gegeben hat „Gut“ ist und bei uns Gamern die „Aussagekraft“ aberkannt wird, so muss auf anderer Seite das gleiche gelten.
    Somit wären also nur Studienergebnisse „Aussagekräftig“, die von der Gegenseite in Auftrag gegeben worden sind.
    So zumindest erscheint mir deren Logik.
    Hier noch mal in Kurz was ich meine:

    Gamer/Gamerverband/Gamesindustrie –> gibt Studie in Auftrag –> Ergebniss ist gut für Auftraggeber = Ergebniss nicht aussagekräftig

    Spielekiller/Schwarzepestler/Pseudoexperten –> gibt Studie in Auftrag –> Ergebniss ist gut für Auftraggeber = Ergebniss ist aussagekräftig

  11. Mal zum Thema „Representativität“: Eine Stichprobe ist nicht dann Aussagekräfitg wenn sie eine möglichst große Anzahl an Einzelereignissen (in dem Fall befragte Personen) heranzieht, sondern wenn die Stichprobe möglichst in ihrer Verteilung der Gesamtheit entspricht. 1000 Personen mag schon etwas wenig scheinen, wenn aber die Quoten gut gewählt wurden lässt sich auch dadurch ein Bild der Gesammtheit ableiten. Interessant wäre da sicher den Quotenschlüssel zu sehen, d.h. wieviele Personen von welcher Gruppe (Alter, Geschlecht, Bildung, etc.) befragt wurden.
    Und von wegen Auftraggeber: Es ist der Computerspiele-Industrie nicht zu verdenken Untersuchungen in Auftrag zu geben, die zeigen, dass Computerspiele so schlecht sind wie alle behaupten. Würde ich in ihrem Fall auch so machen. ;)

  12. @Saphire,
    ja das finde ich auch gut und die Leute sollten endlich mal nachdenken bevor sie Hetze betreiben.
    Denn die Leute wurden von Politikern, Pseudoexperten und affenarsch-Journalisten zu der Meinung manipuliert, dass die Gamesindustrie das nur macht um in einen besseren Licht zu stehen, da sie ja weiter in Deutschland den ach so bösen Schund verkaufen wollen.
    […]

  13. Lanzenbrecher
    …könnte aber doch auch sein, dass mit der Bildung auch der Wohlstand des Elternhauses steigt und sich mehr Gymnasiasten als Hauptschüler ‘ne XBox360 leisten können…

    Mag sein aber eine alte Vorgängerkonsole kann sich auch eine weniger gut betuchte Familie noch leisten zbsp. eine PSOne die bekommt man auf dem Flohmarkt mit Spielen schon fürn 20ziger und wenn etwas neuer sein soll eine PS2 ab 50 Euro und Spiele dafür ab 5 Euro. Zocken kann eigentlich jeder da tut es sogar eine Schwaz-Weißkiste und ein altes Nes einzig die Qualität der Spiele und Konsolen und die Menge ändert sich mit dem Geld.

  14. Zu dem thema fällt mir was ein: Habe da mal vor einiger Zeit eine Doku über…. wasauchimmer gesehen. Ging glaub ich um irgendwas wie moderne Gethos und Unterschichtfamilien oder so… is leider schon einige Zeit her. Auf alle kam da ein Experte zu Wort, der sagte, dass in Unterschichtfamilien Dinge wie Fernseher, Konsolen etc. sehr wohl vorhanden sind und oft noch stärker genutzt werden wie bei Mittel – bzw. Oberschicht. Grund dafür ist oft die fehlende soziale Komponente (Kinder haben keine Freunde, werden von Eltern vorm Fernseher „abgeladen“).
    Also deswegen glaub ich nicht, dass das ERgebniss hier mit der größeren Verfügbarkeit an Konsolen in den oberen Bildungsschichten zu tun hat.

  15. Wenn ich an meine Schulzeit zurück denke, kommt das gut hin.
    Viele hatten damals in meiner Klasse einen PC oder eine Konsole bzw. eigenen Fernseher und verbrachten auch viel Zeit damit.
    Dadurch, dass ich nicht all diese DInge hatte, war ich ein Außenseiter.
    Jetzt habe ich diese Dinge und werde von der ganzen Gesellschaft, den MEdien und der POlitik ebenfalls zum Außenseiter gemacht.

  16. …ein bißchen „off Topic“

    ….aber trotzdem was zum Nachdenken:

    Sohnemann (15) fährt Pappis Porsche vor die Wand.

    Was muß jetzt verboten werden und/oder weclche Maßnahme ist sonst noch richtig?

    1. Autos verbieten
    2. nur Porsches verbieten
    3. Pappi muß den Porscheschlüssel im Tresor aufbewahren
    4. der Film der den Sohn angeblich inspiriert hat muß verboten werden (Tokyo Drift)
    5. Alle Filme die Autorennen oder autorennenähnliche Szenen enthalten müssen verboten werden
    6. virtuelle Killerspiele müssen verboten werden (das ist immer einen richtige Forderung!)
    7. alle Videospiele die mit Autos zu tun haben gehören verboten
    8. hohe Gehälter für Pappis gehören verboten – dann könnte Pappi sich keinen Porsche kaufen -> kein Unfall!!

    ….ich freue mich auf weitere konstruktive Vorschläge!

    Grüße

    6.

  17. Wo diese 23 Millionen Gamer sind kann ich mir Vorstellen. Die einen spielen nur „friedliche“ Spiele, die anderen haben einfach kein Interesse, wiederum andere wissen nix von der Petition, nochmals andere glauben das diese nix bringt, andere sind zu faul oder haben einfach keine Lust sich erstmal zu registrieren. Wieder andere haben einfach kein Internet. So setzt sich die Reihe fort unter anderen auch in Kombinationen derartiger Möglichkeiten. Am ende stehen dann halt so wenige auf den Papier sozusagen. Ist bei vielen anderen Dingen auch so. Traurig aber wahr. Das ganze hin und her, da wünsche ich mir eigentlich nur noch, dass sich die Politiker entscheiden ob Verboten oder nicht und gut ist.

  18. Nicht zu vergessen, dass nicht alle 23 Millionen Gamer Hardcoregamer sind. Gerade in letzter Zeit ist es doch in Mode gekommen, ma gepflegt ne Runde Dr. Kawadingens Gehirnakrobatik (keine Sorge ich kenn den echten Namen) auf dem DS zu spielen und sich damit in der Öffentlichkeit zu profilieren (siehe C-Z Promis) . Auch das Phänomen des Casual Gamers trifft man trotz des Beschusses durch die Medien und der Politik immer häufiger. Auch diese sind in der Statistik enthalten und werden kaum zu begeistern sein, für ihre „Modeerscheinung“ zu kämpfen.

  19. @Rod McRod
    4. der Film der den Sohn angeblich inspiriert hat muß verboten werden (Tokyo Drift)
    5. Alle Filme die Autorennen oder autorennenähnliche Szenen enthalten müssen verboten werden
    7. alle Videospiele die mit Autos zu tun haben gehören verboten

    Zumindest diese Punkte wurden tatsächlich von Medien, Experten, Polizei, Wissenschaft, Jugendschützern, Interessenverbänden und Politik als Verbotsentwert angesehen sprich ein Verbot wurde bereits gefordert du siehst manches ist so abwägig gar nicht wenn es um Verbote geht.

  20. wenn die Neigung zu Killerspielen mit dem Bildungsniveau steigt, muß man den Zugang zur Bildung für gefährdete Gruppen eben einschränken… ;)

    Jugendliche Migranten aus der Bildungsfernen Schicht neigen ja eh schon zu gewaltätigen Verhalten. Man sollte darauf achten das sie nach der Grundschule nicht auf’s Gymnasium oder in die Realschule kommen, so kann man verhindern das sie das Zocken anfangen.

    Schließlich ist es ja bekannt, das Jugendliche die wohlhabende und gebildete Eltern haben ( z.B. Papi Unternehmer ) keine Amokläufe machen… ;)

  21. wenn die Neigung zu Killerspielen mit dem Bildungsniveau steigt, muß man den Zugang zur Bildung für gefährdete Gruppen eben einschränken-

    Wer weiß vielleicht kommt das ja noch wundern täte mich selbst sowas nicht mehr, nicht nach der ganzen Hetze, den Haß und der Panik die die alten Deutschen vor den neuen Medien haben wobei neue Medien ja nicht wirklich stimmt, Spiele für den Privathaushalt gibt es seit ungefähr 1975 wenn sie auch damals nicht gerade spektakulär waren, PONG sage ich nur.

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