„Risen“ in Australien verboten

(GameStar) Die deutsche Spieleschmiede „Piranha Bytes“ hat sich vorallem mit der „Gothic“-Serie einen Namen gemacht, wobei man vom dritten Teil lieber nicht sprechen sollte. Wegen Differenzen mit dem Publisher wird das nächste Spiel zwar nicht „Gothic 4“ sondern den Namen „Risen“ tragen, aber trotzdem viel mit den Vorgängern gemein haben. Dazu gehört dass männliche Figuren auch mal in der Öffentlichkeit urinieren, es einen rüden Umgangston und das Rauchen von Drogen sowie Gespräche mit Prostituierten gibt.

Während es in Deutschland immer eine unproblematische Freigabe „ab 12“ gab, erhielt „Gothic 2“ in den prüderen USA ein „17+“. Auch bei „Risen“ gibt es nun wieder Probleme. Während für Großbritannien das öffentliche Pinkeln entfernt werden musste hat es in Australien keine Altersfreigabe von der OFLC erhalten, so dass es nicht verkauft werden darf. Die naheliegenden Gründe:

„Im Laufe des Spiels können Spieler mit Prostituierten (im Spiel „whores“ genannt) an lokalen Bordellen interagieren. Spieler können mit ihnen einen langen Dialog über ihre Dienste führen; sexuelle Aktivitäten werden stark impliziert aber nie auf dem Bildschirm gezeigt. […] Viele Charaktere im Spiel rauchen eine fiktive Droge namens „brugleweed“. Die „wood reefer“-Pflanze wird so beschrieben, dass sie eine beruhigende Wirkung auf ihre Nutzer hat und sie kann von Spielern gekauft, verkauft und geraucht werden.“

Bereits Fallout 3 erhielt erst eine Freigabe, nachdem der Gebrauch von Drogen entfernt worden war. Die Besonderheit in Australien ist, dass es bei Videospielen keine höhere Altersfreigabe als „15+“ gibt. Somit dürfen nur solche Spiele verkauft werden, die für Jugendliche geeignet sind. Aber auch in Deutschland gibt es eine kleine Kuriosität. Das ab 12 Jahren freigegebene „Gothic“ wurde Robert Steinhäuser gefunden und von der Gutenberg-Kommission, die den Amoklauf von Erfurt untersucht hat, im Abschlussbericht als eines der typischen Ego-Shooter aufgelistet:

„Darüber hinaus wurde eine Vielzahl von Computerspielen, darunter überwiegend sogenannte Egoshooter aufgefunden. Als Auswahl sind insoweit zu nennen: „Return to Castle Wolfenstein“, „Unreal 2“, „Hidden“, „Undying“, „Die Hard“, „Gothic“, „Hitman“, „Quake III Arena“ und „Quake III Team Arena“, „Medal of Honour“ und „Soldier of Fortune“. Derartige Computerspiele haben die sich ständig wiederholende Tötung zur Aufgabe.“

11 Gedanken zu “„Risen“ in Australien verboten

  1. Mann, dag sowas nicht.

    Oder findest du es in Ordnung, dass ein 12 Jähriger Drogen nehmen kann und sogar Frauen vögeln.. nunja, ist doch bedenklich oder?

    Aber eine 16 oder 18 Freigabe hätte es in Australien auch getan. Nur leider gibt es dort maximal 15.

    In DE auf jeden Fall 16 oder 18.

    Und das sagt ein 14 Jähriger (ich^^).

    mit freundlichen Grüßen!

  2. Auch dort wird mit zweierlei Maß gemessen, Spiele maximal 15+, Filme aber können eine 18+ haben.

    Zwar scheint eine maximale Altersfreigabe von 15+ auf den ersten Blick sehr streng, letztendlich kommt es aber auf die Gewichtung der Aspekte wie Gewalt, Drogen und sexuelle Inhalte an.

    So würde ich jetzt einfach mal behaupten das trotz einer 18+ Altersfreigabe hier in D. deutlich mehr Indiziert und Beschlagnahmt wird als i9n Australien.

    Dort haben die eher ein Problem mit Drogenkonsum und Sex in Spielen.

    Zum Abschlussbericht der Gutenberg-Kommission:
    es steht ja da: „darunter überwiegend sogenannte Egoshooter aufgefunden. Als Auswahl sind unsoweit zu nennen:“, aber eben nicht „folgende Ego-Shooter (ugs. Killerspiele) wurden gefunden:“.
    Insofern ist das ganze vielleicht nicht absolut klar formuliert, ob man jetzt die Aufzählung auf Ego-Shooter beschränkt oder njur auf dier gefundenen Spiele.

    Übrigens ändere mal das Wort „unsoweit“ in „insoweit“.

  3. „Ja die Australier sind was den “Jugendschutz” angeht, nicht besser drann als wir.“
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    In Australien ist ‚Scarface: The World is yours‘ ab 15, in Deutschland bundesweit beschlagnahmt. In Australien ist ‚Dead Rising‘ ab 15, in Deutschland bundesweit beschlagnahmt. In Australien sind ‚Condemned: Criminal Origins‘ und ‚Condemned 2: Bloodshot‘ ab 15, in Deutschland sind beide bundesweit beschlagnahmt. In Australien …
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    Soll ich weitermachen?
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    Australien geht es um Kilometerlängen besser als Deutschland, obohl mir nicht einleuchten will, weshalb Filme ein R18+-Rating erhalten können, Spiele aber nicht. Das einzige Land, das zensurtechnisch vielleicht (!) schlechter als Deutschland dran ist, ist Neuseeland. Dort ist nämlich der Besitz von Videospielen ohne OFLC-Einstufung eine Straftat. In Deutschland darf man beschlagnahmte Medien wenigstens privat nutzen. Aber: Sogar in China, dem Land der Zensur, sind wesentlich mehr Videospiele offen erwerbbar als in Deutschland – und das komplett unzensiert (wenn man von WoW absieht) …
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    So, genug Pessimismus unter’s Volk gebracht.

  4. @LiquidSnakE:
    In Bezug auf Gewaltdarstellung steht Australien freier da als wir. In Bezug auf die im Topic erwähnten Dinge wie Drogenkonsum oder Sex (man mag’s kaum so nennen, was in den erwähnten Spielen gezeigt wird, wird locker von Duschgel-Werbung in den Schatten gestellt) stehen wir freier da.
    Ich schlage einen Kompromiss vor: beide Systeme sollten überarbeitet werden.

  5. Naja ist schon lustig wie sich die Kategorien unterscheiden. Hier kommt es vor allem auf Gewalt an und dort auf sowas wie Drogen, Sex und „öffentliche Ordnung“ (Urinieren). An unserer überraschten Haltung kann man ja ablesen, wie in anderen Ländern über unsere Einstellung zur Gewalt gedacht wird. Allerdings kommt das besagte Spiel aj auch aus Deutschland und hat somit wohl eine nidrigere Freigabe in Deutschland erhalten. Es wäre nicht das erste Beispiel von „Patriotismus“.

  6. Wenn die Australier bei Filmen nicht so eine stenge Regelung brauchen wie wir, weil sie (nehmen wir mal an) mehr Medienkompetenz in dem Bereich besitzen und deshalb selber auf ihre Kinder aufpassen können, dann ist das doch toll.

    Warum 12 Jährige Sex mit (ich vermute mal älteren) Frauen haben dürfen, aber keinen Sex in Videospielen haben dürfen, fällt wohl unter die übliche Inkonsequenz.

  7. lol werden normalerweise die medien eines „0185“ mördern, amokläufern aufgelistet oder leben die völlig zurückgezogen in leeren räumen ohne inhalt bevor sie menschen töten?

  8. Stimmt schon in China gibt es etwas mehr Spiele als hier dafür sind dort weitaus mehr Filme zensiert oder gar ganz verboten (Dort heißt Verbot aber auch wirklich Verbot) als hier und wir haben eine Menge zensierte Filme oder Indiziert/Beschlagnahmt sind. In Thailand und auch in Brasilien ist die Darstellung von Schußwaffen ein Problem diese werden in Filmen weggepixelt manche Spiele werden dort auch verboten und andere nicht da läuft es bei Spielen extrem willkürlich ab. Und in Australien gibt es weitaus mehr Spiele als hier und das sogar unzensiert aber es wurden auch schon Spiele dort verboten wo man sich fragt warum siehe das Verbot von Project Gotham Racing 2 auf Xbox zu seiner Zeit und ja Filmmäßig ist in Australien fast alles erlaubt.

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