Interview mit Grietje Staffelt

Viele Gamer erhalten auf Anfragen, wie die Parteien zu gewaltdarstellenden Videospielen stehen, leider regelmäßig Standardantworten, die auf aktuelle Entwicklungen nicht eingehen. Zum Teil wird noch von der geplanten Verschärfung der Indizierung gesprochen, obwohl diese längst beschlossen und umgesetzt ist. Auch in den Wahlprogrammen findet sich über ein „Killerspielverbot“ keine eindeutige Aussage. Wir haben nun die medienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen um Stellungnahmen gebeten:

stigma:

Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben. Könnten Sie sich unseren Besuchern kurz vorstellen?

Grietje Staffelt:

Mein Name ist Grietje Staffelt. Ich bin 1975 bin ich in Eckernförde geboren. Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bin ich seit 1995. Im April 2000 wurde ich Abgeordnete der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Bundestag. Dort wurde ich zunächst medienpolitische Sprecherin, in meiner zweiten Legislaturperiode (2002-2005) wurde ich auch Sprecherin der Fraktion für Bildungspolitik. In dieser Legislatur bin ich Obfrau im Unterausschuss Neue Medien und medienpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion.

stigma:

Als Reaktion auf Winnenden haben viele namhafte Unternehmen auch praktische Konsequenzen gezogen. Während die Deutsche Bahn Werbung für bestimmte Videospiele eingestellt hat haben Kaufhäuser und Supermärkte Spiele „ab 18“ als Zeichen für soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung aus den Regalen genommen oder komplett aus dem Sortiment gestrichen. Beim sozialen Netzwerk mysuccess muss sich sogar jedes neue Mitglied einem Verhaltenskodex unterwerfen, der den vollkommenen Verzicht von Killerspielen beinhaltet. Diese und ähnliche Maßnahmen wurden von der Politik ausdrücklich begrüßt. Nach den Worten von Jürgen Kucharczyk (SPD-Bundestagsfraktion) sollten andere Kaufhäuser und Videotheken diesem Beispiel folgen. Auch Bayerns Medienminister Siegfried Schneider gratuliert Kaufhof zum mutigen Schritt als Beitrag zu einem wirksamen Kinder- und Jugendschutz und zur gemeinsamen Ächtung von Gewalt in Computerspielen. Was ist die offizielle Meinung Ihrer Partei zu diesen Bespielen von gelebter Unternehmensverantwortung in Bezug auf gewaltdarstellende Videospiele?

Grietje Staffelt:

Unternehmen müssen selbst entscheiden können, welche Inhalte sie zum Kauf anbieten und welche nicht.
Die „Killerspiel“-Debatte suggeriert, dass in Computerspielen alles erlaubt ist, was in der realen Welt als verboten gilt. Das ist falsch: Gewaltverherrlichende Computerspiele werden schon jetzt gemäß §131 des Strafgesetzbuches verboten. Darüber hinaus können schwer jugendgefährdende Computerspiele durch die Selbstkontrolle indiziert werden, das heißt, sie dürfen nicht beworben und an Jugendliche verkauft werden. Weitere Verbote verhindern keine Amokläufe. Die Forderung nach Verboten verdeckt den Blick auf die Ursachen von Jugendgewalt und auf die vielen guten Spiele, die es gibt.

stigma:

Nach Winnenden konnten in diversen Städten eSport-Turniere und LAN-Parties nicht stattfinden. Dies ist maßgeblich auf den Druck von CDU, SPD und Grünen in den jeweiligen Städten zurückzuführen. Allgemein will man derartige Spielen in öffentlichen Gebäuden nicht dulden, da solche Veranstaltungen Gaming „hoffähig“ machen könnten. Vereinzelt gab es jedoch Kritik an der Art, wie man diese Veranstaltungen unterbunden hat. So forderte der Oberbürgermeister von Karlsruhe rechtliche Grundlagen für ein Verbot solcher Veranstaltungen zu schaffen, da man die Gamer nicht willkürlich in die Illegalität drängen könne. Wünschen Sie sich die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für ein Verbot solcher Veranstaltungen? Wie stehen Sie allgemein zum Vorgehen gegen den eSport, den selbst der Journalist Rainer Fromm für „ok und zukunftsträchtig“ hält?

Grietje Staffelt:

Würde ich mir ein Verbot von LAN-Parties oder eSport-Veranstaltungen wünschen, hieße das, dass ich Computerspiele per se verteufeln würde. Aus grüner Sicht sind Computerspiele Teil unserer Alltagskultur und das Spielen der Spiele eine Fortschreibung des altbekannten Spielens mit neuen technischen Mitteln. Sie bergen große Potentiale, nicht zuletzt bei der Vermittlung von Wissen und Fertigkeiten. Ich sehe nicht, warum eSport-Veranstaltungen oder LAN-Parties nicht stattfinden können sollen. Dennoch sollten Kommunen frei entscheiden können, welche Veranstaltungen sie zulassen wollen und welche nicht.

stigma:

Nach der Karlsruher Gemeinderatsfraktion der Grünen sei es das eigentliche Problem, dass jeder sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden könne, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt. Unser Bundespräsident Horst Köhler sieht dies ähnlich und mahnt die Bürger manche Spiele nicht zu nutzen, auch wenn diese nicht verboten sind. Wissenschaftler wie Politiker fordern darüber hinaus eine gesellschaftlicher Ächtung. Während es nach dem Medienpsychologen Rudolf Weiß nur geächtet werden sollte, wenn jemand mit solchen Spielen Geld verdient, verlangt sein Kollege Helmut Lukesch eine gesellschaftliche Ächtung bis zur jugendlichen Freundin, die ihren Freund vor die Wahl stellen sollte, sich mit ihr anstatt mit bluttriefenden Computerspielen zu beschäftigen. Regine Pfeiffer attestiert mittlerweile, dass man manche der Vorgänge bereits unter der Überschrift Diskriminierung unterbringen könne. Inwieweit stehen Sie hinter derartigen Forderungen?

Grietje Staffelt:

Bündnis 90/Die Grünen verteufeln Computerspiele nicht per se (s.o.), auch wenn es Spiele gibt, die absolut nicht in Kinderhände gehören. Für bedenklich halten wir allerdings das Sucht-Potenzial, das vielen Spielen immanent ist. Hier fordern wir Spielzeitdauereinblendungen, Warnhinweise und Aufklärungsarbeit (nachzulesen in unserem Antrag zu Medienabhängigkeit: http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/078/1607836.pdf). Aus grüner Sicht muss auch bei der Altersfreigabe von Online-Spielen nachgebessert werden: Wir wollen, dass es zu einer nachvollziehbaren Altersklassifizierung für Onlinespiele kommt. Dazu bedarf es einer klaren Regelung zwischen der für Spiele zuständigen USK und der für Onlinemedien zuständigen Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM).

stigma:

Es wird oft versucht Videospiele in schlechte und gute zu unterteilen. Wie schwer das ist zeigt das Rollenspiel „Drakensang“, das Anfang des Jahres als pädagogisch wertvoll prämiert wurde. Mittlerweile werden aber mit „World of Warcraft“ auch Rollenspiele als „Killerspiel“ gebrandmarkt. Versuchen auch Sie Videospiele nach kulturellem und pädagogischem Wert zu unterteilen und die missliebigen durch eine Förderung der gesellschaftlich erwünschten zu verdrängen, wie es das „Team Grün“ ausgedrückt hat?

Grietje Staffelt:

Bündnis 90/Die Grünen setzen sich für ein Qualitätssiegel ein, mit dem hochwertige Computerspiele gekennzeichnet werden sollen – vor allem, um die Branche, ihre Kreativität und insbesondere unbekannte SpieleentwicklerInnen zu fördern. Das können pädagogisch wertvolle, besonders anspruchsvolle, lehrreiche, aber auch besonders nachhaltige Spiele sein. Eine genaue Definition von „hochwertig“ haben wir aber nicht in der Schublade liegen.

stigma:

Wie Sie sicherlich wissen sind gewaltverherrlichende Videospiele bereits verboten, gewaltbeherrschte faktisch auch. Fordern sie dennoch, wie z.B. die Innenminister auf ihrer Frühjahrskonferenz oder Bayern und Niedersachsen im Bundesrat, eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Regelungen? So hat bereits der SPD-Innenexperte Wiefelspütz angekündigt, dass ein Verbot von Killerspielen unabhängig von den Wahlen sicher komme und Thomas Strobl verlangt Internetsperren auch in Bezug auf „Killerspiele“ zu diskutieren.

Grietje Staffelt:

Wir fordern keine weiteren Verbote, s.o. Es scheint derzeit, als ob Diejenigen, die weitere Verbote fordern, vergessen haben, dass die große Koalition erst vor einem Jahr den Jugendschutz mit dem ursprünglichen Ziel, „Killerspiele“ zu verbieten novelliert hat. Seitdem sind „selbstzweckhafte Gewalt“ in Spielen oder „gewaltbeherrschte Spiele“ verboten. Zunächst müsste also ausgewertet werden, was sich aufgrund dieser Verschärfungen wirklich verändert hat: Ob diese zusätzlichen Formulierungen also Ziel führend waren. Wenn es gelänge, „Killerspiel“ zu definieren, bliebe spannend, ob dann mehr verboten werden müsste als bislang schon verboten ist.

stigma:

Die Indizierung soll eigentlich ein Mittel des Jugendschutzes sein, trifft aber auch erwachsene Gamer. Wegen des mit der Indizierung einhergehenden Verbotes von Werbung und öffentlichem Verkauf werden von einer Indizierung bedrohte Videospiele in Deutschland nicht veröffentlicht. Bei vielen Inhalten, die ausschließlich über das Internet angeboten werden, besteht für deutsche Gamer kein legaler Weg um an indizierte Inhalte zu gelangen. Selbst der Kriminologe Christian Pfeiffer spricht sich statt einer Ausweitung des strafrechtlichen Verbotes für eine Ausweitung der Indizierung aus, da diese mit der Zerstörung von Marktchancen einen spürbaren Handlungsdruck bei den Herstellern erzeugen würde rechtlich aber viel einfacher als eine Verbotsausweitung durchzusetzen sei. Wie sehen Sie es, dass die Indizierung – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – faktisch wie ein Verbot wirkt?

Grietje Staffelt:

Ich bin der Auffassung, dass eine Altersfreigabe-Prüfung von Online-Spiele hier vieles klären könnte.

stigma:

In Umfragen wird regelmäßig festgestellt, dass die Bevölkerung Videospiele für Amokläufe verantwortlich macht. Eine Studie des amerikanischen Secret Service kam dagegen zum Ergebnis, dass in den USA grade einmal 12 % der jugendlichen männlichen Amokläufer an Schulen an gewalthaltigen Videospielen interessiert waren. Der Großteil der Täter, wie z.B. der Amokläufer von Blacksburg, hatten mit Videospielen nicht zu tun. Wie erklären Sie sich diese öffentliche Meinung? Wie bewerten Sie dabei die Rolle von Presse und Politik?

Grietje Staffelt:

Schreckliche Gewaltausbrüche junger Menschen wie in Erfurt, Emsdetten oder Winnenden lassen sich nicht eindimensional erklären. Wer nur „Killerspiele“ verantwortlich macht, übernimmt ein in konservativen Kreisen sehr beliebtes Argumentationsmuster, wenn es um Jugendgewalt geht. Im Kern macht man dort gern den veränderten bzw. den stärkeren Medienkonsum (sowie die Inhalte dieser Medien) für eine angenommene Zunahme von Jugendgewalt verantwortlich. Dabei werden die komplexen Hintergründe solcher Taten ausgeblendet. Wir plädieren für eine differenzierte Auseinandersetzung mit den psychischen, sozialen und lebensalltäglichen Ursachen.

stigma:

Wie erklären Sie sich, dass bei Unzulänglichkeiten des Jugendschutzes in Bezug auf Videospielen immer Totalverbote verlangt werden, wohingegen es bei Alkohol und Tabak bei moderateren Forderungen bleibt? Insbesondere wo doch der Jugendschutz auch praktisch bei Videospielen noch am besten funktioniert. So kam man nach Testkäufen in drei deutschen Großstädten zum Ergebnis, dass 40 % der Händler Jugendlichen hochprozentigen Alkohol verkaufen. Bei Videospielen „ab 18“ drücken mit 20 % nur halb so viele Händler ein Auge zu.

Grietje Staffelt:

Hier verweise ich auf unsere vorhergehenden Antworten: Computerspiele müssen häufig den Sündenbock spielen, wenn es eigentlich um komplexere Probleme und Zusammenhänge geht. Vermutlich sind Unkenntnis über die Spiele, ihre Inhalte und deren Wirkungen ein Grund für den Umgang mit ihnen.

stigma:

Vielen Dank für das Gespräch. Wollen Sie in einem Schlusswort uns Gamern noch etwas mit auf den Weg geben?

Grietje Staffelt:

Computerspiele sind ein bedeutendes Wirtschaftsgut und fester Bestandteil unserer Kultur. Diesen Trend stoppt zum Glück auch die immer wieder aufkeimende Debatte um sogenannte „Killerspiele“ nicht. Die Computerspielbranche ist eine der wichtigsten Zukunftsbranchen. Bestehende Aus- und Fortbildungsgänge müssen so weiterentwickelt werden, dass dort auch die Fähigkeiten zur Computerspielentwicklung erlernt werden. Außerdem bedarf es neuer Studiengänge. Kleine Spieleentwicklerinnen und –entwickler brauchen strukturelle Hilfe. Hier werden innovative Ideen geboren, die sich aber aufgrund der enormen Kosten am Markt ohne Hilfe oft nicht durchsetzen können.

32 Gedanken zu “Interview mit Grietje Staffelt

  1. „…in Computerspielen alles erlaubt ist, was in der realen Welt als verboten gilt.Das ist falsch…“

    Nunja….um ehrlich zu sein ist das doch genau der Reiz sich z.b. ein GTA zu kaufen…Das man ein Verbrecher sein kann, eben dass man mal dinge tut die im echten leben verboten sind. SOll man in Videospielen jetzt nurnoch dinge tun können die man im wirklichen leben tun darf O.o?

    „Wie sehen Sie es, dass die Indizierung – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – faktisch wie ein Verbot wirkt?“

    „Ich bin der Auffassung, dass eine Altersfreigabe-Prüfung von Online-Spielen hier vieles klären könnte.“

    Mal ganz ohne Ironie oder Sarkasmus hinter meiner Frage: Kann mir bitte jemand erklären wie die Frau diese Antwort auf diese Frage meint? Ich verstehs nämlich wirklich nicht…

  2. Gratulation. DEr FRau7 Staffelt wurde hier wiorklich auf den Zahn gefühlt. Was sie sagte war nicht per se schlecht und hörte sich überwiegend vernünftig an trotzdem schliesse ich mich meinem Vorredner an und wähle lieber die Piraten.

  3. @Scuba: Hast schon recht. Wobei es ja was anderes ist, auf Pixel zu schießen, als in der Realität. Zumindest glaube ich das, letzteres habe ich noch nicht ausprobiert.

  4. Auf Actionspiele bezogen ne echte Wahlalternative. Aber ich kann mit der Partei nichts anfangen, die haben auch mehr als genug Aktionismus.

  5. @Scuba:

    Ja die Antwort hat mit der Frage nicht wirklich was zu tun. Auch stimme ich dir überein, dass gerade Videospiele in denen man vermehrt Dinge tut die in Real verboten oder nicht möglich sind (GTA, Kriegsszenarien, Durch die Luft fliegen …)bevorzugt, bzw. genaus deswegen Games spielt.

    Auch sehr bedenklich finde ich die Aussage zu einem „Gütesiegel“, da natürlich wieder die Politik bestimmt was als „hochwertig“ angesehen werden kann. Dabei würden wieder einige Spiele gewisser Kategorien grunds. ausgeschlossen werden egal wie gut sie technisch und grafisch gemacht sind.

  6. # Janosz
    26. August, 2009 – 17:25
    das ist doch mal was
    ich wähle trotzdem Piraten^^

    ^^

    Scuba: „SOll man in Videospielen jetzt nurnoch dinge tun können die man im wirklichen leben tun darf “
    JA und in allen Filmen auch!
    Magie darf man nicht/kann man nicht Film und Spiel von Harry Potter verboten…
    Wird ballernd die welt retten…
    alle Aktionfilme verboten … und alle Killerspiele…

    Am ende sitzen alle fromm und gläubig in der Kirche und…
    mist die Bibel ist auf grund der Morde und Inzest auch verboten worden…
    da ist halt die Verbotswelle zuweitgeschwappt.
    ^^

    Ansonsten nette News ^^
    es ist mal aufbauend und nicht wie andere Gespräche unter „Experten“ ;-)
    Happy Coding.

  7. ich hätte ihm noch gesteckt, dass Tim K. , wie in den Medien behauptet, eben nicht am Abend vor der Tat Far Cry 2 gespielt hat. dass die gesamte Debatte zum großen Teil überhaupt auf einer lüge des Spiegels basierte

  8. „Unternehmen müssen selbst entscheiden können, welche Inhalte sie zum Kauf anbieten und welche nicht.“
    Tja wenn sie das könnten, können sie aber nicht das wird zum großen Teil diktiert und manch Unternehmen erweißt sich auch nur als Moralblender wie eben die Metro mit seinem Galaria Kaufhof.

  9. Nun, ich glaube im Moment wollen alle Parteien noch einmal so richtig an Stimmen absahnen und erzählen uns das was wir doch gerne hören wollen.
    Schließlich stehen doch die Grünen dafür, dass man gute Spiele fördert um so auf Umwegen die „bösen“ Spiele vom Markt verdrängt.
    Ich bleibe bei den Piraten.

    Die Fragen und Antworten waren schon relativ gut, aber leider vermisse ich Fragen zum AAW z.B. das die Unterschriften von Kindern sammeln und Schulen zwingen den Kindern das auch noch als Hausaufgabe mit nach Hause zu schicken.

  10. @Seth:
    Ja der Satz ist gut ^^,
    aber das würde wirder auf lernen durch Fehler bedeuten…

    gleich in den NEWS auf RTL2:
    Die schwerte Fußball-Krawalle (in Ost-London) seit Jahren…
    http://www.welt.de/videos/vermischtes/article4404723/Fussball-Krawalle-in-Ost-London.html

    Ja solche Spiele mit BLUTgrätschen und GEWALT-SCHÜSSEN! kann man doch in einer
    friedlichen Welt nicht tollerrieren und müssen verboten werden!
    Eine Ausweitung der Internetsperren auf Fußball wird schon erwogen und es wird
    auch nach der Wahl ein Herstellungs und Verbreitungsverbot von Fußbällen geben!
    so der Bundestagsbeauftragte Ba. Al. Aller.
    Dazu der Erperte Triller:
    Killerfußball hat schon immer die Jugend verrohend! Seit Jahren haben wir dazu Studen gemacht… habe zufällig eine dabei die die Auswirkungen dokumentiert die Beweisen, dass zuviel Fußballspielen zu schlechten Zähnen führt. Sehen sie hier wenn die Zeit zum Fußball so bei 25 Stunden je Tag ist bleibt der Zahnpflege nicht mehr genügend Zeit…
    Vielen Dank Herr Triller.
    Kommen wir jetz zum Wetter…
    Nach einigen Killerhageln am Nachmittag hat der Todessturm Achmet in den letzten Stunden massiv an Stärke zugelegt…

    Achtung konnte Satiere enthalten…
    Happy Ändern!

  11. Noch ist es hier ja recht leer
    aber mal als Präventivmaßnahme habe ich hier einen Thread eröffnet.
    http://www.razyboard.com/system/morethread-diskussion-zum-interview-mit-grietje-staffelt-rey_alp-1858639-5734023-0.html
    Ich würde mir wünschen eine aufkommende Diskussion, die mehr ist als eine einfache Kommentierung ist, hier zu führen, damit das hier nicht ausartet. (ja, an sowas beteilige ich mich auch oft und gerne, aber dennoch…)

    Besten Dank, Hejoba

  12. Beim Adjektiv „hochwertig“ im Zusammenhang mit Gütesiegeln für Computerspiele muß ich irgendwie immer an Rambo III denken, der von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden mit dem Prädikat „Wertvoll“ ausgezeichnet wurde.
    .
    Glaubwürdigkeit ist anders.

  13. Also ich halte es immernoch für falsch und total unangemessen bei einem deutschen Computerspielepreis auf die „moralische qualität“ zu achten und es beim Filmpreis nicht zu tun. Sie mögen keine Verbote fordern, aber sie haben die Spiele und die Spieler trotzdem nicht verstanden.

  14. Warum ist der Film „Der Soldat James Ryan“ nicht verboten worden obwohl dort Hakenkreuze und genaue Tötungsdarstellungen zu sehen waren?
    Weil Top Filmstars wie Tom Hanks mitspielen und ein Tom Hanks-Film kann doch nur pädagogisch wertvoll sein.
    Also ich glaube keiner einzigen Partei ausser den Piraten, dass sie gegen weitere Verbote und Verschärfungen von Videospielen sind.
    Alle anderen wollen jetzt nur noch einmal an die Dummheit der Gamer appelieren um noch ein letztes mal an die Macht zu kommen um dann noch einmal zu versuchen Verbote doch noch durchzupeitschen.
    Und da die FDP ja mit der CDU koalieren will, wird sich die FDP früher oder später der CDU anschließen was Verbote angeht.

  15. Irgendwie habe ich trotz des eher positiven Interviews so arg das Gefühl, es mit einem „klassischen Politiker“ zu tun zu haben.. die Wortwahl, die stellenweise unklare Ausdrucksweise; ich weiß nicht, ob man das erwarten kann, aber es stört mich, wenn ich das Gefühl habe, dass Personen über Dinge reden, deren Infos sie nur aus zweiter Hand beziehen (bestenfalls). Denn es kommt mir nicht so vor, als hätte diese Frau jemals wirklich so ein Spiel angefasst.
    Wenn man wirklich der Meinung ist, dass etwas faktisch Unsinn ist, dann sollte es kein Problem sein, dies kundzutun, wird sonstwo in der Politik auch gemacht ;)
    Diese Geschichte mit dem Qualitätssiegel hört sich auch ziemlich dämlich an. Es ist immerhin eine freie Marktwirtschaft, und das ist auch ganz gut so. Dass der Staat da in Form von irgendwelchen dämlichen Plakettchen eingreift, indem er gewisse Spiele fördert und andere nicht halte ich für eine weitere Möglichkeit für den Staat, die Meinung von Menschen zu steuern.
    Außerdem: Welcher Politiker, woher auch immer er kommt, würde einer Spielerwebsite gegenüber sich feindseelig gegenüber Spielen äußern?
    Sehr lästig.

  16. Naja das die FDP gegen ein Verbot ist ist ja nichts neues die sprechen sich ja schon seit Jahren dagegen aus und auch die bayrische FDP spricht sich gegen Herrmanns Pläne aus. Und eine Partei (FDP) in der Regierung die sich klipp und klar gegen Verbote richtet ist besser als eine die sich nicht mal richtig einig ist (SPD). Ich bleibe dabei im Moment ist die FDP die Partei die uns vor dem CDU Irrsinn retten kann. Die SPD würde wieder einknicken (siehe Internetsperren). Außerdem ist auch nicht die komplette CDU für ein Verbot, das Problem ist einfach das die Spielekiller hohe Positionen haben auch Schäuble hat vor der Innenministerkonferenz gesagt das ein Verbot keine reale Gewalt verhindern wird. Aber egal auch ich finde jede Unterstützung für die Piraten gut.

    Zum anderen das Problem mit den FIlmen/Spiele und den Nazisymbolen. Das ist meiner Meinung nach auch ein Riesenproblem in Deutschland, dass die Politik nicht mit der deutschen Vergangenheit zurechtkommt und zwar so ziemlich alle Parteien. Für mich der Geschichteleitungskurs belegt hat wirken die Ersatzzeichen wie in Wolfenstein einfach nur lächerlich. Das Spiel ist nun mal in dieser Zeit angesiedelt und da sollte es auch wenigstens von Setting authentisch sein. Versteht mich nicht falsch ich bin nicht dafür diese Symbole wieder zu legalisieren. Aber das Verschweigen/ unter den Tisch kehren der Vergangenheit hilft keineswegs bei der Aufarbeitung und Verhinderung solcher Verbrechen.

  17. Sehr kritisch gestellte, gute Fragen. Meine Hochachtung!
    Den Antrag zur Medienabhängigkeit kannte ich so noch nicht, aber wenn jetzt auch noch die FSM Bei Freigaben wirklich (mehr) mitreden sollte, kenn ich mich langsam auch nicht mehr aus ;-) So kompliziert find ich das deutsche (Jugend?-)Schutzsystem mittlerweile.
    Kaufte mir heute wiedermal eine Zeitschrift mit Cover-DVDs: was mir bei der aktuellen Gamestar so auffiel ist, dass kein DT-Control-Siegel mehr darauf zu finden war, sondern nur mehr – das ganz große – USK-16. Ist die DT-Control für Cover-DVDs denn nicht mehr zuständig, oder wird durch die neuen USK-Kennzeichen in dem Fall bloß etwas (leider wieder aus meiner Sicht) verschleiert? Also die DT-Control gibts doch noch…
    So prüft die DT-Control im Namen der USK. Soll das, wenn es nach den Grünen geht, in Zukunft etwa auch die FSM Für MMOs!?

    Zu den bereits exististierenden Verboten: ich will ja nicht negativ erscheinen, aber mir ist nicht einmal eine einzige weitere Beschlagnahmung seit dem Sofortprogramm Von der Leyens und der Rede von „gewaltbeherrschten Spielen“ bekannt. Lediglich größere Kennzeichen gabs eben – nicht einmal für „Manhunt 2“ fand ein Gericht so irgendwie noch Ressourcen, den Willen und/oder Zeit.

  18. Was mich stört ist dieser Satz:
    „Die Forderung nach Verboten verdeckt den Blick auf die Ursachen von Jugendgewalt und auf die vielen guten Spiele, die es gibt.“
    Mit dem wird nämlich impliziert, dass „gute“ Spiele prinzipiell völlig konliktfrei ablaufen. Dürfen Action-Titel denn nicht gut sein?

  19. @Green Ninja
    Ja das ist sicher ein ganzer wichtiger Punkt. Ohne Konflikte kommen noch dazu kaum Spiele aus, auch nicht solche „ohne Altersbeschränkung“…

  20. Selbst Sportspiele kommen ohne Konflikte nicht aus, ein Wettbewerb auch wenn er sportlicher Natur ist ist im Grunde nichts weiter als ein Konflikt zweier Parteien ohne Blut (Mal vom Kampfsport abgesehen) und Tod.

  21. Gewalt ist keine Lösung und hat noch nie etwas gebracht.
    Die Wehrmacht zurückschlagen und die KZs befreien hätte man auch mit Lichterketten und dem Aufhängen von PACE Fahne.
    Fragt einfach mal einen grünen Spinner eurer Wahl ;-)

  22. Wenigstens ein einziges mal hätte ich es gern erlebt, das man von einem Politiker mal ne klare Antwort erhält. Stattdessen wiedermal rumgeeiere und vorsichtiges Umschiffen kombiniert mit standart formulierungen die man so oder so ähnlich schon zig mal gehört hat.

    Die Fragestellungen waren allerdings gut.

  23. @Alrik: Was soll Dein letzter Beitrag sagen? Computerspiele haben zum Sieg über die Nazis im Zweiten Weltkrieg beigetragen, oder was?

  24. @Roland
    denke ich weniger, ich verstehe das eher als Wink gegen diese Gutmenschen sein die jegliche Form militärischer Auseinandersetzungen (vor allem virtueller) ablehnen. Das man manchmal intervenieren muss dürfte fast allen klar sein. Und zum Militär gehört nun mal auch Gewalt. Letzendlich konnten die Nazis nur mit Gewalt besiegt werden und heute wird der Sieg der Allierten gefeiert. Gleichzeitig werden aber Medien, meist Spiele wegen Gewalt geächtet.

  25. @Alrik

    Ich glaub du tust den Grünen unrecht. Die haben 1999 mit Schröder ohne UN-Mandat einen Nicht-Verteidigungskrieg gegen Serbien geführt. Mit Tornados, Truppen und echten Panzern – nicht nur so kleine Schützenpanzer wie in Afghanistan.

  26. Jepp, wenn man die Friedensfreunde im Grün-Alternativen Lager fragt ist dieser Krieg auch das Produkt des militärisch-medialen-industriellen Komplexes.

    Der Krieg wurde angeblich von den deutschen Medien mit Hilfe von Lügen angezettelt, damit wir eine Pipeline über den Balkan bauen und uns die Rohstoffe im Kosovo unter den Nagel reißen können.
    Siehe z.B. „Es begann mit einer Lüge“
    http://www.freitag.de/2001/11/01110901.htm

  27. Pingback: darktiger.org

  28. Pingback: Bundestagswahl 09: Interview mit Grietje Staffelt | Computerspielberatung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.