Videospiele kultivieren Gewaltfantasien

(Zeit) Sabine Rückert hat mit Georg Romer den kommissarischen Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nach Verbindungen zwischen Videospielen und Amokläufen befragt. Anstelle eines generellen Verbotes müsse man sicherstellen, dass Videospiele mit realistischen Gewaltdarstellungen nicht in die Hände von unter 18-Jährigen gelangen. Seine Argumentation überzeugt dabei nicht immer, während bei (sicherlich fororealistischen) „James Bond“-Filmen „die Grenze zum Virtuellen immer intakt“ bleibe soll bei Videospielen die Realitätsnähe plötzlich doch für die Schädlichkeit ausschlagend sein. Des Weiteren wird behauptet, dass es „sicher mit den Videospielen zu tun“ habe, das Amoktaten gehäuft von Jugendlichen begangen werden.

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43 Gedanken zu “Videospiele kultivieren Gewaltfantasien

  1. Zum Thema Grenze zwischen virtuell und real, sollten die sich mal die Studie von Dr. Torsten Fehr zu Gemüte führen. Der hat nachgewiesen das ein Spiele virtuelle und reale Gewalt in verschiedenen Teilen des Gehirns verarbeitet.

  2. „Die bekannten erwachsenen Amoktäter waren oft wahnhaft psychisch erkrankt, was für die jugendlichen Täter nicht zutrifft.“ no comment.
    „Und James-Bond-Filme werden in den friedensbewegtesten Akademikerfamilien geguckt. Und warum? Weil die Grenze zum Virtuellen immer intakt bleibt. Das bedeutet: Je naturalistischer Computerspiele sind, desto schädlicher sind sie.“ was zum? ‚das bedeutet‘ ergibt an der stelle gar keinen sinn. er meint wohl die oft erwähnte interaktivität, die nach existierenden theorien nicht eindeutig dazu führt dass realität und virtuelle welt für den spieler ineinander übergehen, sondern genau das gegenteil bewirken können im gegensatz zu filmen.
    „Deshalb brauchen wir Normen, die sicherstellen, dass unter 18-Jährige von solchen Darstellungen verschont bleiben.“ so lange er keine verbote fordert ist es ja ok. man kann nur hoffen dass an der stelle nicht ’normen‘ wie indizierungen gemeint sind.

  3. Jo und alle jugendlichen Amokläufer waren psychisch vollkommen gesund, vor allen Dingen Tim K. war psychisch absolut gesund. Total.
    Ich hasse es, wenn selbsternannte Experten dreist die Unwahrheit sagen!

  4. Also ich finde das auch unter aller Kanone. Große Teile von dem was er sagt sind echt richtig und gut, aber ein paar Hämmer haut er rein.

    Gruß
    Aginor

  5. ZEIT: Aber Kinder, die sich in den Computer flüchten, wird es immer geben. Sind weitere Amokläufe nicht mehr verhinderbar?

    d.h. Computerspiele sind eine Grundvoraussetzung für Amokläufe…oh mann mann

  6. http://www.medieninfo.bayern.de/download.asp?DownloadFileID=4a03f05cc4c530622ec3e21b2d03e33f
    „Einführung durch Frau Ministerialrätin Cornelia Süß anlässlich der Abschlussveranstaltung der Me- dieninitiative für bayerische Schulen am 24. Juli 2008 in Dillingen“

    …Wenn Sie so wollen, beleuchten wir zum Abschluss die Schattenseiten elektronischer Me- dien.
    „Verloren in der virtuellen Welt“ titelte unlängst „DIE ZEIT“ und widmete dem multimedialen Sein unserer Kinder und Jugendlicher das mehrseitige Dossier. Im Dossier-Interview warnt der renom- mierten Hamburger Therapeut Georg Romer: „Kin- der, die ihre Zeit in Medienwelten verbringen, ver- säumen das reale Leben.“ Zeitgleich erzielen Computerspiele innerhalb kürzester Zeit Gewinne, von denen selbst große Hollywood- Filmproduktionen nur träumen können

  7. und noch passen aus dem oben verlinkten pdf:
    Umso wichtiger scheint es mir, eine klare Grundposition einzunehmen:
    • Elektronische Medien werden von uns weder bewertet noch empfohlen.
    • Die Meinung bestimmter Medienwissenschaftler, wonach Online-Rollenspiele durchaus von pädagogischem Nutzen sein können, wird von uns nicht geteilt
    • und Spiele-Entwickler, egal welcher Provinienz, gehören nach unserer Überzeugung nicht in die Schule.

    das ist schon…krass. auch wenns älter ist…

  8. Lest das mal laut und mit Betonung vor. Und dann streicht den rhethorischen Aspekt weg und konzentriert euch auf den Inhalt. 2 verschiedene Interviews…
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    „Real existierende militärische Waffen, Kampfanzüge…“
    Ein Glück, dass es sowas nicht in Flmen gibt.
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    „…und präzise Tötungsdarstellungen mit Blutspritzern und herausquellenden Därmen…“
    Welches Spiel meint er da? Megashooter? (scnr)
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    „…bewirken zusammen mit der Ego-Shooter-Perspektive des Spielers eine maximale Direktidentifikation mit der Kämpferrolle.“
    Wir ignorieren einfach mal Steuerung, Bildschirm und Sound sowie das Wissen, vor dem PC zu sitzen und ein Spiel zu spielen oder den Versuch (Wunderwelt Wissen?), bei dem einer Testperson abwechselnd Spielszenen und reale Szenen, die den Spielszenen nachempfunden waren, gezeigt wurden, welcher zeigte, dass die Testperson auf die virtuelle Gewalt weitaus weniger reagierte.
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    Btw, da kommt eine Argumentation heraus, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe: mehr Gewalt = mehr Realismus. Verzeihung, aber was ist das für ein Weltbild, dass die Realitätsnähe an den Gewaltgrad gekoppelt wird?
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    „und je mehr er spielt“
    Das glaube ich nicht, ich glaube, je mehr man spielt und Erfahrung mit den „Regeln“ hat, die einem ein Spiel auferlegt (Spielmechanik, eingeschränkte Bewegungsfreiheit etc.), desto eher kann man zwischen Realität und Virtualität unterscheiden. Wissenschaftliche Beweise habe ich für meine These ebensowenig wie er für seine.
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    Seine ganze Argumentation basiert auf der Annahme, die jugendlichen Täter hätten nicht mehr zwischen Realität und Virtualität unterscheiden können.
    Also wieso töteten sie wehrlose Mitschüler und Lehrer? In keinem der bei ihnen gefundenen Spiele ist es das Ziel, Wehrlose in einer Schule und anschließend sich selbst zu töten (und ich bezweifle, dass irgendwo ein solches Spiel kommerziell vertrieben wird). Wo war der Drang, „blitzschnell [zu] handeln, um zu »überleben«“? Wo war der Drang nach dem „Durchkommen, [dem] Sichdurchschlagen“ als die Polizei auftauche und die Täter sich selbst richteten bzw. flohen?
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    Ich stimme seiner Analyse, dass das den Reiz eines Single(!)player-Actionspiels ausmacht, durchaus zu.
    Aber diese Motive waren, wie man am Ablauf der Taten sieht, ganz sicher nicht die Motivation der Täter, weshalb ich festhalten möchte, dass seine Analyse der Taten deutlich zu kurz greift.

  9. http://www.gew-bw.de/Binaries/Binary13257/GEW-Wochenecho12.pdf und auch hier kommt Herr Romer zu Wort, und zwar als einleitendes Zitat in diesem Dokument.

    „Wir müssen die Computerspielgemeinde in den gesellschaftlichen Sensibilisierungsprozess mit hineinnehmen. Bei den Zigaretten hatte das Verbot ja eine enorme Wirkung, das Einstiegsalter fürs Rauchen ist an unseren Schulen schon um anderthalb Jahre gestiegen. Das Verbot war nur deshalb ein starkes Signal, weil die Gesetzesnorm Ausdruck eines breiten gesellschaftlichen Konsenses ist.

  10. “Die bekannten erwachsenen Amoktäter waren oft wahnhaft psychisch erkrankt, was für die jugendlichen Täter nicht zutrifft.”
    “Die bekannten jugendlichen Amoktäter waren oft in der Pubertät, was für die erwachsenen Täter nicht zutrifft.”

    und nun?

  11. Das ist wirklich schon sehr alt, aber grundsätzlich wahrscheinlich wirklich nichts anderes als rücksichtsloses Normdenken – vorgetragen mit als scheinbar selbstverständlich angenommenen moralischen Überlegenheitsdünkeln. Grundsätzlich würde ich das ganze so aber auch schon als gewöhnlichen Zugang in dem diffamierenden Diskurs ansehen.
    Das -wir- was da gegen andere, in dem Fall halt die „Computerspielgemeinde“, gedacht wird, ist auch das dem ich für gewöhnlich eine negative Beziehung zum anderen vorwerfe ;-) Von krebserregenden Substanzen oder noch gesundheitsschädlicheren Giften zu reden gehört da schon auch dazu.
    Ein anderer Zugang zu Spielen, welcher diese etwa so wie Libretti oder befühlbare Plastiken begreift, auch wenn die Spiele veränderbar sind, dürfte dabei dermaßen abwegig sein, dass er überhaupt nicht in Frage kommt für diese Leute: EntwicklerInnen jedoch nicht in Schulen haben zu wollen, aus „Überzeugung“ nicht, das noch so nebenbei gesagt, wäre aber ein nächster Schritt, welcher im Zuge einer „Ächtung“ doch irgendwie erst zu gehen wäre…

  12. „Wir haben in Deutschland, was die Sexualität angeht, insgesamt keine besorgniserregenden Entwicklungen bei Jugendlichen – trotz Internet.“

    ja herrgott. wenn ich mich recht erinnere werden die kitties immer frühreifer. als ich in dem alter der heutigen 12 jährigen war habe ich mich für lego interessiert. heute… naja.

    „Wenn Kinder mit zehn oder zwölf an solche Spiele kommen, wird das hochgefährlich.“

    dann sperrt mich bitte ein…
    hochgefährlich?! mein gott, die spanische grippe ist hochgefährlich, bürgerkrieg ist es, hiv auch, aber ich? meine güte.

    „ZEIT: Warum ist das virtuelle Töten überhaupt attraktiv?

    Romer: Es geht um das Erlebnis von Action und Nervenkitzel. Man weiß nicht genau, was als Nächstes passiert, man fühlt die Gefahr, muss blitzschnell handeln, um zu »überleben«.“

    warum wird überleben gegänsefußt töten aber nicht?

    Die bekannten erwachsenen Amoktäter waren oft wahnhaft psychisch erkrankt, was für die jugendlichen Täter nicht zutrifft.

    stimmt, sie machen das ja anders, sie halten sich kinder im keller und frieren sie ein.
    ein amokluaf ist doch ausdruck des überfordert sein mit seinem leben. sein baby zu killen ist aber ganz gesund und normal? außerdem munkelt man der tim wäre in behandlung gewesen.

    fazit:
    hrm… diskutirwürdig. er haut, wie schon oben gennant, ein paar ziemliche dinger raus aber im großen und ganzen behält er doch einen rationalen rahmen und verbreitet keine horrorgeschichten von kinder-erschißungs-simulationen. mehr noch, er vergleicht spiele mit büchern und erläutert auch, dass es der spielerschaft um den nervenkitzel und die spannung geht und nicht um den spaß am töten. auch hält er ein verbot für unfug.
    alles im allen ein zwar kritischer aber dennoch lesenswerter beitrag, den ich zwar nicht unterstützen kann aber zumindest ernst nehmen.

    by the way:
    der größte klopper kommt auch nicht vom herrn romer sondern von der zeit: „ZEIT: Aber Kinder, die sich in den Computer flüchten, wird es immer geben. Sind weitere Amokläufe nicht mehr verhinderbar?“
    diese und alle anderen fragen sind in erwartungshaltung auf einen supergau ausgelegt.

  13. @Rey Alp

    Nö die nahmen die Pillen weil sie dachten es wären Smaties. Ne Spass beiseite sehe schon es geht wieder los, wir hatten jetzt bissl Ruhe und nun kommen die sogenannten „Experten“ wieder aus dem Sommerloch heraus und meinen es besser zu wissen

  14. Können bitte jetzt mal die weiblichen Gamer unter uns in Erscheinung treten? Ich weiss es gibt welche.
    „… Sehnsucht junger _Männer_ nach …“
    Ich kenne zumindest 4 Mädels die begeisterte Ego-Shooter-Spielerinnen sind…

  15. Ich kenne genug Frauen die spielen nur das Problem ist die reden nicht gerne in der Öffentlichkeit drüber, Frauen reden gerne über alles und jeden aber eben nicht über das Hobby „Videospiele“, ich frage mich allerdings woran das liegt. Vielleicht an den schlechten Ruf der Spiele und Vorurteile wie Videospiele sind nur für Jungs/Männer?

  16. „Je naturalistischer Computerspiele sind, desto schädlicher sind sie. Real existierende militärische Waffen, Kampfanzüge und präzise Tötungsdarstellungen mit Blutspritzern und herausquellenden Därmen bewirken zusammen mit der Ego-Shooter-Perspektive des Spielers eine maximale Direktidentifikation mit der Kämpferrolle.“
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    Öhm, Saving Private Ryan anyone? Da gibts bei der Landung auch die Ego-Perspektive und es gibt reichlich reale Waffen, Kampfanzüge und Tötungsdarstellungen mit vielen Därmen und fliegenden Gliedmaßen. ?(
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    Immer wieder das gleiche: „die Spiele“ sind realistischer als „die Filme“. a) ist die „Grafik“ in jedem 007 Film, auch den allerersten, weit realistischer, als in jedem Spiel und b) entzieht es sich meiner Kenntnis, warum die Freiheit, über Maus und Tastatur zu handeln als Indiz für Realismus gesehen werden kann.
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    ABER: Alle Filme beanspruchen, dass die Welt in der die Handlung spielt, real sei, auch Matrix (zumindest der Teil außerhalb derselben spielt ;) ) Spiele tun dies ebenfalls. Warum sind Spiele also böse, Filme nicht?

  17. Mal als Frage er schreibt doch „Deshalb brauchen wir Normen, die sicherstellen, dass unter 18-Jährige von solchen Darstellungen verschont bleiben.“ Haben wir nicht schon diese Normen mit USK und werden nicht fast alles spiele wo „herausquellenden Därmen“ zu sehen sind sowieso schon zensiert oder indiziert und sind so nur illegal zugänglich? Oder verstehe ich da das Wott Norm falsch?

  18. @Fredy
    Ich denke halt, dass so unter Normen wesentlich mehr verstanden wird als das.
    Kennzeichnungen allein scheinen so ja überhaupt nicht den gewünschten Effekt zu bringen, und da in dem Artikel eigentlich auch nicht in Rchtung (Total-)Verbot gegangen werden soll gehe ich davon aus, dass das Mittel der Indizierung gemeint ist… Indizierungen für sämtliche heute (noch) frei erhältlichen 18er-Titel, eine Gleichsetzung mit Pornographie quasi

  19. wieso so ein bekloppter und von idiotie zerfressener wissenschaftler der sich durch die anti-videospiel-kampagne einen namen machen will indem er mit gegen videospiele wettert?

  20. @hejoba
    richtig… du hast so ziemlich alles richtige gesagt!

    aber wenn ich mal deine quote nehmen darf:
    “ZEIT: Aber Kinder, die sich in den Computer flüchten, wird es immer geben. Sind weitere Amokläufe nicht mehr verhinderbar?”

    Ist das nicht eigentlich eine Ausssage, die man mit
    „Immer mehr junge Deutsche kennen sich nicht mit dem Computer aus. Wird Deutschlands Wirtschaft einbrechen?“
    vergleichen kann?

  21. ALTEN ist der Typ durch
    Pornografieverbot mööp
    ächtung in deutschland hat funktioniert *nick, nick* genau der mann hat ahnung
    zigarretten einstiegsalter 1,5 jahre später? Toll, dafür rauchen jetzt ab dem entsprechenden alter 4x so viele wie vorher!!!

  22. @MtW: generell ja, nur dass dies keiner versteht der sich vor 20 jahren an den schreibtisch und scheuklappen auf die augen gesetzt hat. so ertöhnt doch immer noch das alte lied, dass man von den stammtischen, den firmenkonferenzen und lehrern höhrt: „das war schon immer so, das ist so und das wird verdammtnochmal auch so bleiben.“

    aber was erwartet man von einem land, dass einen duch attentatsversuchen gebrantmarkten und paranuid gewordenen zum minister für innere sicherheit macht. das ist in etwa so als würde ich jemanden mit araknophobie erst zum kammerjäger ausblinden und ihn dann auf meine spinnen aufpassen lassen. und hinterher wundere ich mich dann. hät doch keiner ahnen können. wie denn auch? jemand der fordert, dass auch kander ab 12 überwacht werden damit man minderjährige terrorverdächtige bekämfen kann, der macht doch einen grund soliden eindruck. ach, ich merke gerade ich wiche wieder etwas von thema ab…

  23. Neues zu Tim K., leider mit dem (in der WELT) obligatorischen Absatz:
    „Der psychiatrische Gutachter Reinmar du Bois gehe zudem davon aus, dass die „Ego-Shooter-Spiele“, mit denen sich Tim K. beschäftigt habe, Einfluss auf das spätere Tatgeschehen gehabt hätten. Dem „Spiegel“ zufolge hatten die Therapeuten der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie in Weinsberg, bei denen Tim K. ab Frühjahr 2008 zur Behandlung war, den Eltern geraten, „das Spielen am PC beziehungsweise das Filmeschauen zu reduzieren“.“
    .
    Wobei das vergleichsweise harmlos klingt, das kennen wir sonst wesentlich schärfer, aber gut, der Artikel fokussiert sich auch ohnehin mehr auf den psychologischen Hintergrund der Tat:
    „Unterdessen gibt die Nachhilfelehrerin des Todesschützen von Winnenden den Lehrern und Mitschülern der Albertville-Realschule eine Mitschuld an dem Amoklauf gegeben. Wie das Magazin „Focus“ berichtet, habe die Frau in einem Kondolenzschreiben an die Eltern von Tim K. massive Mobbing-Attacken gegen den Jungen beschrieben. Schon auf dem Schulweg hätten ihn Mädchen gehänselt. Durch die vielen Verletzungen habe Tim den Glauben an sich selbst und die Menschen verloren.“
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    Würde empfehlen, den Artikel trotz der missglückten Überschrift und Einleitung ganz zu lesen: http://www.welt.de/news/article4519322/Tim-K-soll-mit-Vater-Munition-gekauft-haben.html

  24. @ Mortipher
    Nach den Aussgagen von Tims Schwester und seiner Großmutter soll er einige Jahre zuvor schon an schweren Depressionen gelitten haben. Klingt plausibel, denn eine masochistische sexuelle Neigung unter der man zu leiden hat, die man also nicht akzeptiert, kommt nicht über Nacht. Du Bois konnte also nur ein einzelnes Stadium beobachten. Jetzt wo all die Einzelheiten rauskommen, wirkt die ganze Geschichte um einiges trauriger. Ich meine, Tims Schwester sagt, er habe mit 14 Angst vor schlechten Schulnoten gehabt. Wenn sich daraus eine schwere Depression gebildet hat, und die Wahrscheinlichkeit dafür ist äußerst hoch, dann muss der Junge das alles mit sich rumgetragen haben. Das man schlechte Noten verheimlich ist ja klar, aber wenn jemand dadurch schwer depressiv wird, ist es schon schade, wenn niemand etwas merkt.

  25. @Mortipher: Auf der KA-News Seite gibt es auch einen solchen Artikel, jedoch finde ich den um einiges böser, als dein Zitat von welt.de:
    .
    „Der psychiatrische Gutachter Reinmar du Bois geht dem «Spiegel» zufolge davon aus, dass «Ego Shooter»-Computerspiele Einfluss auf das spätere Tatgeschehen hatten. Du Bois teilt den Amoklauf in zwei Phasen ein. In einer ersten Phase habe Tim K. seine Erfahrungen in dem Ballerspiel «Counter Strike» in die Realität umgesetzt. Seine spätere Flucht vor der Polizei und die Geiselnahme mit vorgehaltener Pistole gleicht dem Gutachter zufolge «dem Handlungsschema aus dem Spiel «Far Cry 2». Dieses Computerspiel hatte Tim K. Weihnachten 2008 von seiner Mutter geschenkt bekommen.“

    http://www.ka-news.de/nachrichten/schlagzeilen/brennpunkte/Amoklaeufer-soll-mit-Vater-Munition-gekauft-haben;art288,267310

  26. Also dieser du Bois scheint ja ein ganz besonderer Mensch zu sein… mich würde mal interessieren, wie er zu diesem glatt gelogenem Unfug kommt, ich teile seine Aussage ich 2 Teile ein:
    Zunächst einen schlechten Witz beim Teleshopping und dann anschließent die Switch-Verarsche des gleichen Teleshoppingbeitrages…

  27. @reptile:
    Kommt eben auf den Redakteur an, was er im Artikel weglässt und was stärker betont. Von der Rolle der Spiele laut du Bois abgesehen sind die Artikel ja fast identisch (typisch für den heutigen Onlinejournalismus in Deutschland).
    Zum Umsetzen von Spielszenen in der Realität habe ich mich ja oben schon ausgelassen. In CounterStrike schießt man nicht auf Wehrlose, erst Recht nicht in einer Schule, Far Cry 2 habe ich selbst nicht gespielt – nur ist das das erste Mal, dass ich im Zusammenhang von Far Cry 2 von „Flucht vor der Polizei“ und „Geiselnahme mit vorgehaltener Pistole“ höre, auch das Setting in Afrika passt nicht ganz nach Süddeutschland.
    Großer Blödsinn, meiner Meinung nach.

  28. Ja, wir wissen das dieser Herr nur Gülle labert, aber wiedermal wird es kaum einer merken der sich nicht mit besagten Spielen auskennt.

    Derartige Leute können sich nur durch die Unwissenheit der Masse derart profilieren.

  29. Finde schon wieder das da System dahinter steckt, da ja diese Woche rauskam (zumindest hab ich das in den Nachrichten gesehen), dass der Amokläufer unter Gewaltphantasien gelitten hatte. Prompt werden von unserer lieben Presse wieder entsprechende Berichte (wenn auch wahrscheinlich nur vereinzelt) über einen möglichen Zusammenhang mit Spielen geschrieben (siehe diesen, da gehts ja um das). Die selbsternannten, sogennanten Experten, die anscheinend irgendwo in irgendwelchen dunklen Kellern dahinwegitieren, sind dann sofort startklar und geben ihren Senf ab.

    Habe gestern in der Werbung auf Pro 7 gesehen, dass Stern in der neuesten Ausgabe einen Bericht über Mobbing an Schulen veröffentlicht. Genau hieß es, dass manche Personen an Schulen gemobbt und geschlagen werden und woher das denn nun komme und wie das in Zukunft verhindert werden könnte. Wenn ich mich an meine Anfangszeit – die ersten 9 Jahre erinnere, wurde ich eigentlich ständig – bis auf 2 Jahre – von Lehrern und Schülern gemobbt und habe immer einstecken müssen und ich war Spieler – auch Killergames… komisch das ich da keine Gewaltphantasien entwickelt habe, weil nen Grund hätte ich ja gehabt.
    Naja – vielleicht besteht ja Hoffnung, dass dieser Bericht mal NICHT einseitig ist und vielleicht sogar die Wahrheit aufzeigt – die Hoffnung stirbt ja zuletzt… allerdings schätze ich, dass dieser Bericht wohl in eine ähnliche Richtung gehen wird, wie der, um den es in der News geht.

  30. Moin Leute,

    bin grade in Berlin und habe nicht die Daten für meinen WordPress-Account. Könnte jemand, falls anderes von euch grade Zeit hat, eine News hierzu erstellen:

    Fahndungsaufruf: http://twitpic.com/hj0m4

    Bitte auch das Video einfügen, dazu bei Youtube einfach das Ding bei einbetten kopieren.

  31. wow das ist aber heftig was ich da lesen musste.
    diese szenerie kommt mir aus „dem baader meinhof komplex“ sehr vertraut vor (Die Anfangsszenen der Demo gegen den persischen Machthaber).

  32. nurmal zum ablauf dieses Amoklaufs(falscher begriff mal wieder) ich bezweifle das es allzuviele möglichkeiten gibt wie man so eine tat durchführen kann, hätte er wirklich was aus Videospielen gelernt würde er heute noch leben.

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