Interview mit Philipp Mißfelder

Viele Gamer erhalten auf Anfragen, wie die Parteien zu gewaltdarstellenden Videospielen stehen, leider regelmäßig Standardantworten, die auf aktuelle Entwicklungen nicht eingehen. Zum Teil wird noch von der geplanten Verschärfung der Indizierung gesprochen, obwohl diese längst beschlossen und umgesetzt ist. Auch in den Wahlprogrammen findet sich über ein „Killerspielverbot“ keine eindeutige Aussage. Wir haben nun die medienpolitischen Sprecher der Bundestagsfraktionen um Stellungnahmen gebeten:

stigma:

Ich danke Ihnen, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben. Könnten Sie sich unseren Besuchern kurz vorstellen?

Philipp Mißfelder:

Hallo, ich bin Philipp Mißfelder, Jahrgang 1979 und studierter Historiker. Seit 2002 bin ich Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands und seit 2008 Mitglied im Präsidium der CDU Deutschlands. Im Deutschen Bundestag beschäftige ich mich als stellvertretender Vorsitzender des Unterausschusses Neue Medien intensiv mit dem Thema Online- und Videospiele.

stigma:

Als Reaktion auf Winnenden haben viele namhafte Unternehmen auch praktische Konsequenzen gezogen. Während die Deutsche Bahn Werbung für bestimmte Videospiele eingestellt hat haben Kaufhäuser und Supermärkte Spiele „ab 18“ als Zeichen für soziale und gesellschaftspolitische Verantwortung aus den Regalen genommen oder komplett aus dem Sortiment gestrichen. Beim sozialen Netzwerk mysuccess muss sich sogar jedes neue Mitglied einem Verhaltenskodex unterwerfen, der den vollkommenen Verzicht von Killerspielen beinhaltet. Diese und ähnliche Maßnahmen wurden von der Politik ausdrücklich begrüßt. Nach den Worten von Jürgen Kucharczyk (SPD-Bundestagsfraktion) sollten andere Kaufhäuser und Videotheken diesem Beispiel folgen. Auch Bayerns Medienminister Siegfried Schneider gratuliert Kaufhof zum mutigen Schritt als Beitrag zu einem wirksamen Kinder- und Jugendschutz und zur gemeinsamen Ächtung von Gewalt in Computerspielen. Was ist die offizielle Meinung Ihrer Partei zu diesen Bespielen von gelebter Unternehmensverantwortung in Bezug auf gewaltdarstellende Videospiele?

Philipp Mißfelder:

Die Politik kann den Firmen hierbei keine Empfehlungen geben oder Vorschriften erlassen. Aus Sicht der Jungen Union ist es ausreichend, den bestehenden Jugendschutz konsequent anzuwenden. Damit ist bereits sicher gestellt, dass altersindizierte Spiele auch nicht an zu junge Kunden verkauft werden. Wenn diese Vorschriften im Alltag auch eingehalten werden, werden die Einzelhändler ihrer Verantwortung am besten gerecht. Ohnehin sind nur etwa fünf Prozent der Computerspiele als gewaltverherrlichend eingestuft.

stigma:

Nach Winnenden konnten in diversen Städten eSport-Turniere und LAN-Parties nicht stattfinden. Dies ist maßgeblich auf den Druck von CDU, SPD und Grünen in den jeweiligen Städten zurückzuführen. Allgemein will man derartige Spielen in öffentlichen Gebäuden nicht dulden, da solche Veranstaltungen Gaming „hoffähig“ machen könnten. Vereinzelt gab es jedoch Kritik an der Art, wie man diese Veranstaltungen unterbunden hat. So forderte der Oberbürgermeister von Karlsruhe rechtliche Grundlagen für ein Verbot solcher Veranstaltungen zu schaffen, da man die Gamer nicht willkürlich in die Illegalität drängen könne.
Wünschen Sie sich die Schaffung einer rechtlichen Grundlage für ein Verbot solcher Veranstaltungen? Wie stehen Sie allgemein zum Vorgehen gegen den eSport, den selbst der Journalist Rainer Fromm für „ok und zukunftsträchtig“ hält?

Philipp Mißfelder:

Ein derartiges Verbot würde Millionen junger Menschen, die Spaß am Computerspielen haben, pauschal diskriminieren. Insofern halte ich den Vorschlag für absurd. Die Junge Union setzt sich dafür ein, dass der immer populärer werdende eSport auch von der Politik endlich als Teil der Jugendkultur begriffen wird. Für diese Position haben wir auch an unserem JU-Stand auf der gamescom in Köln viel Zustimmung erhalten. Wir Jüngeren sind gefragt, Aufklärung zu betreiben.

stigma:

Nach der Karlsruher Gemeinderatsfraktion der Grünen sei es das eigentliche Problem, dass jeder sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden könne, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt. Unser Bundespräsident Horst Köhler sieht dies ähnlich und mahnt die Bürger manche Spiele nicht zu nutzen, auch wenn diese nicht verboten sind. Wissenschaftler wie Politiker fordern darüber hinaus eine gesellschaftlicher Ächtung. Während es nach dem Medienpsychologen Rudolf Weiß nur geächtet werden sollte, wenn jemand mit solchen Spielen Geld verdient, verlangt sein Kollege Helmut Lukesch eine gesellschaftliche Ächtung bis zur jugendlichen Freundin, die ihren Freund vor die Wahl stellen sollte, sich mit ihr anstatt mit bluttriefenden Computerspielen zu beschäftigen. Regine Pfeiffer (Schwester des Kriminologen Christian Pfeiffers und ebenfalls Kritiker von Videospielen) attestiert mittlerweile, dass man manche der Vorgänge bereits unter der Überschrift Diskriminierung unterbringen könne.
Inwieweit stehen Sie hinter derartigen Forderungen?

Philipp Mißfelder:

Ich bin für eine sachliche Debatte. Aktionismus bringt nichts. In Deutschland haben wir bereits eines der strengsten Jugendschutzgesetze der Welt. Eine Verschärfung ist nicht notwendig. Entscheidend ist es, dass die Medienkompetenz der Eltern gestärkt wird. Sie müssen dafür sorgen, dass ihre Kinder altersgemäß und verantwortungsbewusst mit dem Computer, Spielekonsolen oder dem Internet umgehen. Dieser Aspekt kommt in der aktuellen Diskussion zu kurz.

stigma:

Es wird oft versucht Videospiele in schlechte und gute zu unterteilen. Wie schwer das ist zeigt das Rollenspiel „Drakensang“, das Anfang des Jahres als pädagogisch wertvoll prämiert wurde. Mittlerweile werden aber mit „World of Warcraft“ auch Rollenspiele als „Killerspiel“ gebrandmarkt.Versuchen auch Sie Videospiele nach kulturellem und pädagogischem Wert zu unterteilen und die missliebigen durch eine Förderung der gesellschaftlich erwünschten zu verdrängen, wie es das „Team Grün“ ausgedrückt hat?

Philipp Mißfelder:

Wir wollen keine Verbotsgesellschaft. Es kann nicht die Aufgabe der Politik sein, den Menschen vorzuschreiben, welche Computer- und Videospiele gespielt werden sollen. Jeder Einzelne muss sich frei entscheiden können, ob er je nach Bedarf lieber zur Lernsoftware, zum Strategiespiel oder zum Actiongame greift. Wir setzen auf die Eigenverantwortung der Gamer.

stigma:

Wie Sie sicherlich wissen sind gewaltverherrlichende Videospiele bereits verboten, gewaltbeherrschte faktisch auch. Fordern sie dennoch, wie z.B. die Innenminister auf ihrer Frühjahrskonferenz oder Bayern und Niedersachsen im Bundesrat, eine weitere Verschärfung der gesetzlichen Regelungen? So hat bereits der SPD-Innenexperte Wiefelspütz angekündigt, dass ein Verbot von Killerspielen unabhängig von den Wahlen sicher komme und Thomas Strobl verlangt Internetsperren auch in Bezug auf „Killerspiele“ zu diskutieren.

Philipp Mißfelder:

Wir lehnen als Junge Union Verschärfungen der bestehenden gesetzlichen Regelungen entschieden ab. Forderungen, legale und geprüfte Computerspiele zu verbieten, sind falsch. Und auch die Politik muss sich zurücknehmen und sich mehr beraten lassen. Leider fehlt vielen Politikern das Wissen über die Chancen des Internets und die positiven Wirkungen von Computerspielen. Es gibt einen digitalen Generationenkonflikt. Die Einwände der community müssen daher ernster genommen werden. Als Junge Union sind wir Teil der community und im intensiven Austausch.

stigma:

Die Indizierung soll eigentlich ein Mittel des Jugendschutzes sein, trifft aber auch erwachsene Gamer. Wegen des mit der Indizierung einhergehenden Verbotes von Werbung und öffentlichem Verkauf werden von einer Indizierung bedrohte Videospiele in Deutschland nicht veröffentlicht. Bei vielen Inhalten, die ausschließlich über das Internet angeboten werden, besteht für deutsche Gamer kein legaler Weg um an indizierte Inhalte zu gelangen. Selbst der Kriminologe Christian Pfeiffer spricht sich statt einer Ausweitung des strafrechtlichen Verbotes für eine Ausweitung der Indizierung aus, da diese mit der Zerstörung von Marktchancen einen spürbaren Handlungsdruck bei den Herstellern erzeugen würde rechtlich aber viel einfacher als eine Verbotsausweitung durchzusetzen sei. Wie sehen Sie es, dass die Indizierung – beabsichtigt oder unbeabsichtigt – faktisch wie ein Verbot wirkt?

Philipp Mißfelder:

Auch hier gilt, dass wir gegen eine Verschärfung der gesetzlichen Regelungen sind.

stigma:

In Umfragen wird regelmäßig festgestellt, dass die Bevölkerung Videospiele für Amokläufe verantwortlich macht. Eine Studie des amerikanischen Secret Service kam dagegen zum Ergebnis, dass in den USA grade einmal 12 % der jugendlichen männlichen Amokläufer an Schulen an gewalthaltigen Videospielen interessiert waren. Der Großteil der Täter, wie z.B. der Amokläufer von Blacksburg, hatten mit Videospielen nicht zu tun. Wie erklären Sie sich diese öffentliche Meinung? Wie bewerten Sie dabei die Rolle von Presse und Politik?

Philipp Mißfelder:

Es gibt keinen bewiesenen Zusammenhang zwischen Gewalttätigkeit und Computerspielen. Dies wurde in einer Expertenanhörung im Deutschen Bundestag erneut deutlich. Leider verläuft die Diskussion darüber in der Öffentlichkeit, den Medien und den Parteien zumeist sehr unsachlich. Dabei wird fälschlicherweise vieles miteinander vermengt – Urheberschutz, Umgang mit Computerspielen, Jugendschutz oder die Stärkung der Medienkompetenz von Eltern und Lehrern. Deswegen sind wir gefordert, im Interesse der jungen Generation umfassend über die Potenziale von Computer- und Videospielen aufzuklären und Vorurteile abzubauen.

stigma:

Wie erklären Sie sich, dass bei Unzulänglichkeiten des Jugendschutzes in Bezug auf Videospielen immer Totalverbote verlangt werden, wohingegen es bei Alkohol und Tabak bei moderateren Forderungen bleibt? Insbesondere wo doch der Jugendschutz auch praktisch bei Videospielen noch am besten funktioniert. So kam man nach Testkäufen in drei deutschen Großstädten zum Ergebnis, dass 40 % der Händler Jugendlichen hochprozentigen Alkohol verkaufen. Bei Videospielen „ab 18“ drücken mit 20 % nur halb so viele Händler ein Auge zu.

Philipp Mißfelder:

Das zeigt, dass der Jugendschutz funktioniert, wenn er konsequent eingehalten wird. Allerdings dürfen wir uns nicht damit zufrieden geben. Der Handel steht in der Pflicht, seiner gesetzlichen Verantwortung gerecht zu werden.

stigma:

Vielen Dank für das Gespräch. Wollen Sie in einem Schlusswort uns Gamern noch etwas mit auf den Weg geben?

Philipp Mißfelder:

Helft auch künftig mit, die Debatte über Computer- und Videospiele zu versachlichen. Helft mit, den digitalen Generationenkonflikt durch Aufklärung zu beenden. Die Junge Union steht als Ansprechpartner zur Verfügung, da auch in den Parteien noch viel Überzeugungsarbeit nötig ist.

62 Gedanken zu “Interview mit Philipp Mißfelder

  1. ich habe eine erfreuliche news für euch und zwar wurde bei dem amokläufer von ansbach KEINE KILLERSPIELE gefunden. zudem soll der täter sehr stark gemobbt worden sein.
    jetzt tretern wir den politikern mal richtig in den arsch vorallem nach der news auf “stigma videospiele” Nach dem sich die CSU in der letzten Zeit zurückhaltender gezeigt hatte bekennt sie sich nun doch offen zu einem Verbot von “Killerspielen”. Als Reaktion auf den Amoklauf in Ansbach müssten derartige Spiele verboten werden.

  2. Es ist ja toll, wofür die JU steht und für was sich die JU einsetzt.
    Aber:
    DIE JU KANN MAN NICHT WÄHLEN!

    Sry4Caps aber dass hier werbewirksam die JUs vorgeschickt werden, die sowieso nichts zu sagen haben, das spricht eine sehr deutliche Sprache, liebe Union.

    Gruß
    Aginor

  3. @GreenNinja
    http://www.pcaction.de/Amoklauf-in-Ansbach-Bayern-Einsamkeit-und-Leistungsdruck-Staatsanwaltschaft-spricht-ueber-Beweggruende/News/article/view/2698/

    Vor wenigen Stunden berichteten wir davon, dass Georg R. aus dem Koma erwachte. Nun wurden Details über die Inhalte seines Computers bekannt. Auf dem Rechner sei ein 80-seitiges Dokument gefunden, so Staatsanwalt Jürgen Krach. Der Täter habe unter anderem große Angst davor gehabt das Abitur nicht zu schaffen. Leistungsdruck hätte ihn gequält. Oberstaatsanwältin Gudrun Lehnberger teilte mit, dass die Tat aus Hass vor der Menscheit und der Schule begangen worden wäre.

    Es habe ihn fertig gemacht, dass er keine Partnerin habe und dass er bereits in der sechsten Klasse verprügelt worden sei. Während seines Amoklaufs trug er ein T-Shirt mit der Aufschrift “Made In School”. Neben seiner großen Angst vor einer schweren Krankheit sei er von Mitschülern ausgegrenzt und gemieden worden. Georg R. kalkulierte seinen eigenen Tod während des Amoklaufs ein.

  4. Mann, ich würde jetzt am liebsten den ganzen Tag mit meinem “Ich habs Euch doch gesagt”-Gesicht rumlaufen. Leider würde es zum einen niemand verstehen und zum anderen habe ich keine Zeit dafür.

    Aber es beruhigt doch sehr. Irgendwie. Auf eine beunruhigende Weise. Und ja, ich weiß dass das paradox klingt.

    Gruß
    Aginor

  5. @GreenNinja

    das habe ich von der Pressekonferenz der Staatsanwaltschaft/Polizei von Ansbach gesehen/gehört kam heut ca. um 14Uhr live übertagen von N24/N-TV

  6. Erstmal gut zu hören das nichts bei ihm gefunden wurde.
    Back to Topic
    Der Mann ist mir symtatisch, nicht nur weil er seine Parteikollegen (indirekt) angreift sondern auch weil er scheinbar realistisch denkt. Bis jetzt hatte jeder Vertreter dazu aufgerufen seine Partei zu wählen (ist ja logisch), er hat davon kein Wort verloren, nur gesagt das die JU als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Ich denke er hat wirklich die Auswirkungen eines Verbots auf die eigene Partei begriffen. Das lässt hoffen das die Union in einigen Jahren wieder wählbar ist.

  7. @aginor
    Ein jeder von uns sagt das schon über Jahre.
    Tja nun hat man ja dieses Jahr gleich zwei lebende Amokläufer zum *Studieren*, einmal eine weibliche und einmal einen männlichen Täter/in, ich bin mal gespannt was man da als Wissenschaftler *lernen* kann.

  8. war anzunehmen dass wir mit der JU “vertrößtet” wurden. das so ziemlich jede jungepartei gegen spieleverbote ist, sollte eig klar sein. schade, ich hatte gehofft

  9. Also haben bei “dem Armen” deren Eltern und Lehrer versagt. Sehe ich das richtig?
    Sollte man denen mal unter die Nase reiben.
    Andernfalls können auch nicht “nur” die Anderen daran schuld sein. Sehe ich das richtig?
    Das sollte man ihm mal unter die Nase reiben.
    Hoffentlich haben das nun auch die letzten Urwaldpolitiker / Medien begriffen, das die Gründe eines Amoklaufes, häufig ganz woanders liegen. Wetten, ich liege da flasch?

  10. Ein paar Gedanken zum Thema, ich habe den Text nur überflogen. Die Aussage, 5% der Computerspiele seien ‘gewaltverherrlichend’ ist inkorrekt. Es werden 5% der Games ‘ab 18’ eingestuft oder indiziert (wobei von den restlichen 95% nicht alle als ernstzunehmend einzuschätzen sind, so Zeug wie die Simulatoren oder Ponyhof Spiele sehe ich nicht als Games, sondern als Müll), dies jedoch heißt nicht, dass sie gewaltverherrlichend sind, sondern, dass sie für Personen unter 18 Jahren nicht geeignet sind. Tatsächlich ‘gewaltverherrlichende’ Games sind in dieser Statistik gar nicht enthalten, sondern sind gemäß § 131 StGB beschlagnahmt (dies heißt nicht, dass sie verboten wären… Verbote sind in Deutschland derzeit nicht möglich). Abgesehen davon sind natürlich Games, die nur im Ausland erscheinen, auch nicht erfasst. Auch das Thema der Zensur der deutschen Version, weshalb ich zu österreichischen oder englischen Versionen greife, wird nicht behandelt.

    Das andere Problem ist, dass es völlig wumpe ist, was die Junge Union meint, da sie ja offensichtlich nichts zu melden hat, man braucht sich ja nur die Spezls der Union anzuhören. Wobei das auch verständlich ist, da die Union wie keine andere Partei mit ihrer reaktinären Einstellung eine Partei von älteren Menschen ist, die die neuen Medien und damit auch Games und Internet nicht verstehen und auch nicht verstehen wollen, sondern nur ein Gefahr darin sehen, weil sie dem Populismus der Politiker, die ebenfalls keine Ahnung haben, Glauben schenken.

    Weiterhin, käme für mich persönlich die Union niemals in Frage, da ich Konservatismus und Reaktion nicht unterstütze aufgrund ihrer steuerlichen, sozialen, wirtschaftlichen usw. Überzeugungen. Die schrittweise Abschaffung von Bürgerrechten sowie verstärkte Überwachung und Zensur verstärken meine Ablehnung der Union noch weiter.

  11. ich hab den typ auch mal sowohl bei tv total als auch bei mtv gesehn und er ist leider tatsächlich recht sympathisch und hat sogar humor. das ist aber übrigens auch der, der die piratenpartei, als die noch nicht ganz so oft in den medien vorkam, als witzpartei bezeichnet hat. er ist irgendwann auch durch irgendein ‘skandälchen’ aufgefallen? ist mir aber euch relativ egal. die JU ist noch lange nicht so schlimm wie die union auch wenn ich mich frage wie man als junger mensch in bei der JU mitmachen kann.. es ist auch wichtig dass sie was diese debatte angeht, für die union ein dorn im auge ist.

  12. @ Rey Alp

    Neue Ermittlungsfakten zum Amoklauf von Ansbach auf Spiegel-Online!

    “Die Ermittler betonten ausdrücklich, im Besitz des Amokläufers hätten sich nach bisherigem Erkenntnisstand KEINE sogenannten Killerspiele oder indizierten Horrorfilme befunden. Lediglich ein gewöhnlicher Actionstreifen werde in dem Tagebuch häufiger erwähnt. Auch habe sich Georg R. nicht auf frühere Amoktäter bezogen, sondern lediglich an einer einzigen Stelle seiner Aufzeichnungen die Möglichkeit erwähnt, die Tat von Erfurt habe ihn “vielleicht beeinflusst”.”

  13. Ich stimme Falke zu^^ Dass der nette Mann von der JU, der sich ja so intensiv mit den neuen Medien beschäftigt hat, fünf Prozent der Spiele als fälschlicherweise “gewaltverherrlichend” bezeichnet ist nicht gerade rühmlich… Ansonsten kommt es mir auch arg so vor, als weiche er den Fragen aus; zumal die Antwort bei der Gegenüberstellung Tabak u. Alkohol – Computerspielen schwach.. der Grund ist da meiner Meinung nach einfach, dass Tabak und Alkohol fest etablierte Drogen sind.. irgendwie traurig das Ganze.

  14. Ich finde es ja schön wie sich die JU gibt, aber so lange sie nicht richtigen einfluss auf die alte Union hat bringt das herzlich wenig.
    @BIA-Slipknot,
    davon habe ich schon kurz danach berichtet, jedoch unter der letzten News.
    Ich finde jetzt müssten wir jeden POlitiker von Herrmann bis Schünemann, über Bosbach bis Wellenreuther öffentlich zerreißen ganz nach dem Motto: WIR HABEN ES EUCH SEID ERFURT IMMER WIEDER UND WIEDER GESAGT UND IHR HABT UNS VERLEUMDED!

  15. Schade nur, dass die Junge Union überhaupt GAR nichts zu sagen hat in der CDU/CSU. Die werden einfach nicht ernst genommen (siehe Hermann: “…hoffe das er solche Spiele noch nie gespielt hat…”, also gleichbedeutend mit: “Mir doch egal was die jungen Leute sagen! Ich bin älter und weiß deshalb alles!”).
    Für mich gilt daher weiterhin: CDU/CSU ist unwählbar. (nicht nur aus diesem Grund)
    Aber vielleicht haben ja einige von der Jungen Union Lust ihren “Meinungsanbieter” zu wechseln?
    ;-)

  16. Pingback: Bundestagswahl 09: Interview mit Philipp Mißfelder | Computerspielberatung

  17. Ich finde das interview sollte nicht unter dem banner “CSU” laufen, is ja schön das die JU geantwortet hat. Aber die haben nunmal nix zu melden und es ist bekannt das deren meinung absolut gegenläufig zur allgemeinen CSU (also die leute die man wählt und die dann auch regieren) meinung ist.

    Von daher hätte man hier auch ein interview mit den Piraten posten können, das hätte genauso viel mit dem CSU programm zu tun gehabt wie das interview das jetzt hier steht.

    Wer seine stimme der CSU gibt der gibt seine stimme nicht den hier vermittelten inhalten sondern ganz anderen. Von daher finde ich das ja schon leicht irreführend…

    @Cpt_Hook
    Nettes video das macht laune ^^

  18. Pingback: darktiger.org

  19. Ursula von der Leyen ist Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Uwe Schünemann ist Innenminister des Landes Niedersachsen, Joachim Herrmann ist Innenminister des Freistaates Bayern. Wer, bitte, ist Philipp Mißfelder?

  20. naja, auch wenn hier jetzt immer wieder kritisiert wird, er würde nur für die Junge Union sprechen: der Mann ist immerhin stellvertretendes Mitglied im Ausschuss Kultur und Medien sowie stellvertretender Vorsitzender im Unterausschuss NEUE MEDIEN; das ist also ziemlich genau unser Themenbereich, den er dort für die Union vertritt…

  21. Also ich finde es auch falsch, die Antwort der Jungen Union als Antwort der CDU/CSU zu werten. Wir alle wissen, das die Junge Union keinen mucks zu sagen hat gegen einen Bosbach, Herrman oder sonstige, scheinbar extrem ignorante und inkompetente Personen.

    Ich finde es schade, das Stigma sich da so vor den Karren spannen lässt und nun bei CDU/CSU so eine tolle, aber völlig unbedeutende Antwort stehen hat.

  22. @maSu: trotz aller vollständig verständlichen Kritik, langsam nimmt das hier überhand.
    Wenn Stigma bei den medienpolitischen Sprechern der CDU/CSU anfragt und ne Antwort bekommt, die nicht so ist, wie sie hier von einigen erwartet wurde, dann ist das negativ???
    Klar, es gibt Personen, die mehr zu sagen haben; ABER trotzdem sitzt ein Herr Mißfelder im Vorstand der CDU Deutschlands; ein Herr Hermann bekommt halt einfach mehr Aufmerksamkeit, da er mit populistischen Äusserungen an die Öffentlichkeit geht; sein Einfluss in Berlin ist deutlich geringer, als hier einige glauben…

  23. @maSu

    Ich habe die Unionsfraktion des deutschen Bundestages um eine Beantwortung meiner Fragen gebeten. Das hier ist das, was ich bekommen habe. Mehr kann ich nicht machen. Und dass die von mir an die CDU gestellten Fragen mit Verweisen auf Positionen der JU beantwortet werden kann ich ja nicht beeinflussen.

  24. @Mr. Pink:
    Nein, das ist nicht negativ. Ganz und gar nicht.
    .
    Du hast Recht, es geht um Aufmerksamkeit. Und solange die Herrmanns, Schünemanns und von der Leyens unwidersprochen die öffentliche Aufmerksamkeit (und zwar zu Wahlkampfzeiten) generieren, während sich Herr Mißfelder allenfalls an uns “Killerspieler” wendet, kann ich nicht anders als davon ausgehen, daß die erstgenannten die Parteilinie darstellen. Herr Mißfelder nimmt dann allenfalls eine Feigenblattfunktion wahr.
    .
    Ich halte mich – trotz “Killerspielen” – nicht für überdurchschnittlich schlecht informiert und lese heute den Namen Herrn Mißfelders zum ersten Mal.

  25. hmm und ich wusste nichts von herrn mißfelders job, dachte der ist nur JU-Sprecher.
    eine antwort ist gut, auch wenn das ergebnis einem nicht gefällt.
    aber es ging hier ja auch darum, dass die JU Null Einfluss auf die alten Unionsleute hat.
    das ist das einzige was ich zu kritisieren hatte, wenn die JU aber Einfluss auf die alten hätte, dann würde mich die antwort besser stimmen.
    denn auch wenn in 20 jahren die ju leute in der “oberen” union sind, es geht ums jetzt und hier^^
    dennoch gut zu wissen wo die ju steht.

  26. Bevor hier die Junge Union hochgejubelt wird. Herr Mißfelder hatte erst kürzlich den Vorschlag gemacht, dass Menschen, die nicht arbeiten, nicht wählen dürfen. Das wären dann nicht nur Arbeitslose, sondern auch Rentner und Studenten, die bei einer Wahl nicht wählen dürften.
    So etwas kann man in einer Demokratie einfach nicht fordern.
    Daher ist der Herr Mißfelder bei mir unten durch.

  27. J.S. ich erinnere mich an diese Forderung – daher kam mir der Name bekannt vor. Diese Forderung wurde aber in der Regenbogenpresse noch etwas eingefärbt, dennoch zweifelhaft.

    Und zum Interview: alleine schon die Antwort auf die Alkohol-Frage ist erbärmlich.

    Ich find das alles hier zweifelhaft. Da schreit ein grüner Zwerg irgendwo nach Killerspielverboten und meint damit WC3, weil er nicht fähig und Willens ist, WC3 und WoW zu trennen und keine Ahnung hat, was in WOW geschieht (war auch so ein medienpolitischer Ignorant…äh Sprecher) und die PArtei selbst “oh ne Videospiele sind toll”. Und dennoch ist da der ein oder andere Schreihals. Was soll das?

    Soll man da snoch ernst nehmen? Wie ernst kann man einen Mißfelder noch nehmen, wenn Bosbach, Herrmann, Schünemann und co, alles große Namenhafte Politiker, ihr Einfluss wächst proportional zu ihrer Ignoranz, das Gegenteil behaupten?!

    Ist jetzt ja nciht so, das in der CDU/CSU die sogenannten Killerpolitiker in der Unterzahl wären.

  28. MaSu: er hat ja deutlich gemacht dass er für die Junge Union steht. Als solches sollten wir die Antworten nehmen und dann sind sie ernstzunehmen. Aber nicht als mehr.

    @J.S. hast du die Quelle, das ist zu krass. Das würd ich gern nochmal lesen.

  29. Man muss nochmal hervorheben, er hat keinen richtigen Wahlkampf betrieben wie die anderen, er nicht gesagt: “wählt die Union wir sind garnicht gegen Spiele”. Er hat beschwichtigt und das lässt hoffen das auch Unionsmitglieder im Falle einer Abstimmung dagegen stimmen. Ich denke keiner hier wird die Union wählen, oder?
    Wenn er das gesagt hat, ist das zwar sicher nicht gutzuheißen, aber irgendwie kann ich es ein wenig verstehen, zumindest die Logik dahinter.

  30. @Doktor Trask,
    ach lass mich raten!
    Für die abgefuckte Deutsche Version des Spiels he?
    Selber Schuld wer sich diese Scheisse im Gamesshop um die Ecke kauft, ich habe das Original und das ist nicht von EA irgendwie “gefördert” oder sowas.
    Darum war ich etwas verwirrt wieso L4D von EA sein soll.

  31. Mr. Pink:
    Ja, tatsächlich, jetzt fällt es mir wie das Gelenk aus der Hüfte: Jemand hielt es für Verschwendung, wenn Leute ab einem gewissen Alter “auf Kosten der Solidargemeinschaft” noch so nutzlose Dinge wie künstliche Hüftgelenke erhielten. Ist aber schon ein paar Jahre her. War er das?

  32. ja auf kosten anderer finde ich das schon sehr frech.
    meine nachbarin (anfang – mitte 60) hatte auch vor jahren ein künstliches Hüftgelenk bekommen und was ist jetzt?
    sie kann kaum richtig laufen und von arbeiten keine spur.
    gut jetzt ist die frage: hat sie das bezahlt; ihre krankenversicherung oder die solidargemeinschaft?
    andere gehen 40 jahre lang arbeiten und zahlen AV ein und bekommen nach 1 jahr alg1 hart4 und müssen zusätzlich noch sozialgeld beantragen, weil sie aufgrund von krankheit nicht mehr arbeiten gehen können.

  33. Sorry wg. Doppelpost. Wiki wußte Bescheid, er war’s tatsächlich. War im Jahr 2003. “Ich halte nichts davon, wenn 85jährige noch künstliche Hüftgelenke auf Kosten der Solidargemeinschaft bekommen.” Für diese Äußerung hätten damals eine Menge Leute Lust gehabt, den Kerl mit dem Krückstock zu vegewaltigen.
    .
    Unabhängig vom Thema Gesundheitsreform zeigte die Angelegenheit damals, daß CDU/CSU durchaus in der Lage sind, Extrempositionen aus den eigenen Reihen entgegenzutreten. Stoiber z. B. empfahl Mißfelder damals, sich mit den Grundzügen katholischer Soziallehre zu befassen, damit er solchen Unsinn fürderhin nicht mehr von sich gebe. Der damalige CDU-Generalsekretär Meyer hielt Mißfelders Äußerung für unangebracht in ethischer Hinsicht.
    .
    Man sieht: Es geht doch. Wenn derartige Rügen z. B. nach Stoiber/Herrmannschem Kinderpornographie – Gepolter unterbleiben, zeigt das einmal mehr, daß die genannten Herren sich der vollständigen Unterstützung der übrigen CDU/CSU – Spitze sicher sein dürfen.

  34. @Mr.Pink
    Natürlich ist die reaktion negativ wenn die antwort nicht die erwartete war.
    Immerhin dient diese ganze aktion ja dazu den standpunkt zum thema “killerspiele” von verschiedenen parteien zu bekommen da dieses thema ja in den wahlprogrammen nicht vorkommt und kaum eine partei dazu klare stellung bezogen hat.

    Nun ist es aber so das ausgerechnet die CDU ja DIE partei schlecht hin ist die dazu stellung bezogen hat. Vielleicht nicht als partei ganzes aber es fällt schwer über ein “killerspiele verbot” zu diskutieren ohne die CDU zu nennen da es ja nunmal im großteil der fälle CDU politiker sind die sowas vordern. Von daher war die CDU position bei dem thema dem regelmässigen stigma leser eigentlich klar.

    Hier dann so ein interview zu lesen nach dem motto “ach finden wir garnicht so schlimm, wir wollen ja diskutieren und vorschnelle verbote sind voll doof” von der partei die am aller lautesten und medienwirksamsten nach eben diesen schnellen verboten fordert fühlt sich dann nur nach absoluter verarsche an.

    Persönlich habe ich ja gehofft das die ihren “standpunkt” in dem interview bei behalten und mal direkt mit der spielergemeinschaft diskutieren und auf unsere üblichen einwände die sonst ungehört verstummen eingehen. Wirklich sich mit dem thema ausseinander setzen, dann hätte es vielleicht auch ein bischen respekt meinerseits gegeben.

    Stattdessen wird die JU vorgeschickt die uns jetzt erzählt das ja alles garnicht so schlimm ist und niemand vorschnelle verbote will. Da komme ich mir einfach verarscht vor, ganz nach dem motto “den stammtisch seppeln erzählen wir was von böser verrohender jugend und den schuldigen killerspielen die böse sind und den spielern selbst erzählen wir was ganz was anderes damit die uns auch noch wählen”. Da fühle ich mich nicht nur verarscht sondern auch noch so als ob die mich für komplett bescheuert halten.

    @Rey Alp
    Hat die JU ihren eigenen banner? Dann würde ich dieses interview unter dem banner der JU posten und auch als deren statement und nicht als das der CDU. Immerhin hat der Herr Mißfelder sich ja auch nicht gerade mühe gegeben seine aussagen als aussagen der CDU zu sehen sondern der JU. Dementsprechend sollte man dieses interview auch als stellung der JU darstellen und nicht als CDU stellung.

  35. Übrigens wegen L4D und EA:
    EA ist der publisher für die RETAIL version des games, mit der entwicklung hatten die nix zu tun ebensowenig mit zerschnippelten deutschen version.

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