Videospiele: Ursache oder Folge?

(Spiegel Online) Über eine Verbindung zwischen der Nutzung gewaltdarstellender Videospiele und Amokläufen gibt es widersprüchliche Angaben. Währen der schweizer Politiker Roland Näf “nur” allgemein mediale Gewalt als eine der notwendigen Voraussetzungen für einen Amoklauf anführt sieht der Kriminologe Christian Pfeiffer explizit Computerspiele als einen Faktor an, ohne den der Täter von Emsdetten “mit Sicherheit kein Amokläufer geworden” wäre. Auf Spiegel Online hat Mathias Hamann ein Interview mit dem US-Psychologe Peter Langman geführt, der die Sache etwas differenzierter sieht:

“Millionen von Teenagern beschäftigen sich in ihrer Freizeit mit Computerspielen und sind harmlos. Natürlich war jemand wie Eric Harris von gewalttätigen Spielen fasziniert, er liebte “Doom”, aber auch brutale Filme. Das war indes nicht die Ursache, sondern Folge seiner Erkrankung. Wären diese Filme oder Spiele verboten, würden potentielle Amokläufer auf andere Medien ausweichen, beispielsweise auf Bücher über Nazis.”

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11 Gedanken zu “Videospiele: Ursache oder Folge?

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  2. “Langman: Kameras helfen gegen Leute, die unerkannt bleiben wollen, etwa Diebe. Amokläufe sind aber keine geheimen Taten, sondern bewusst öffentlich.”
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    Ja, aber, aber, der Herr Schäuble sagt doch, dass die uns vor Terroristen schützen würden tun. Das muss dann doch wahr sein, wenn der Herr Schäuble das sagt.
    Terroristen wollen ganz bestimmt NICHT unerkannt bleiben, dann wären sie nämlich nur normale Mörder (schlimm genug, keine Frage).
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    “Langman: Es gibt keine Formel “A+B+C+D= Amokläufer”.”
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    Ja, aber, aber, der “Expertenkreis Amok” fordert doch eingeschränkten Datenschutz für Leute, die z.B. in Kategorie A fallen, damit man herausfindet, ob sie auch in B und C fallen, damit man den daraus resultierenden “Amoklauf” verhindern kann. Das muss doch wahr sein, wenn der “Expertenkreis Amok” das fordert.
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    Das mit gewaltigem Abstand Beste, das ich seit Langem zu dem Thema lesen durfte. Wenn sich hierzulande mehr an solchen Ansichten orientiert würde, hätten wir keine sinnfreien Debatten über “Killerspielverbote”, sondern Diskussionen über mehr Psychologen und Betreuer an Schulen. Die würden dann sogar nicht mal nur etwas gegen “Amokläufe” helfen, sondern auch bei kleineren Problemen.
    Aber, das würde ja was kosten. Nach der Bankenrettung ist leider kein Geld mehr übrig (nicht, dass es vorher da gewesen wäre).

  3. Ursache oder Folge ?
    In Gesellschaftlichen Klima Deutschlands das vor allem durch die Alt68er geprägt wurde ist diese Frage einfach zu beantworten:
    -> URSACHE !
    Seit mehr als 40 Jahren wird uns Deutschen von linksliberalen Journalisten und Lehrern eingehämmert das es immer exteren Ursachen sind die zu Gewalt und Ungerechtigkeiten führen, und das der einzelne Mensch für seine Taten nicht verantwortlich sind.

    Terrorismus ? Immer ein Folge der Armut in der dritten Welt, die dazu führt das reiche Bonzenkinder wie Ulrike Meinhof oder Osama Bin Laden Amok laufen.
    Man muß nur eine gerechte Weltordnung schaffen, dann gibt’s auch keinen Terrorismus.

    Ein Junger Mensch kehr an seiner alten Schule zurück und tötet dort seine ehemalige Lehrer und Mitschüler ?
    Ganz klar, die Tat hat nichts mit der Art und Weise zu tun wie er seine Schulzeit ( subjektiv ) erlebt hat. Nein, die Ursache sind Killerspiele.
    Man muß nur die Killerspiele (und den Schützensport) verbieten, dann kann man weiter seine Mitschüler mobben ohne Angst haben zu müssen das jemand Amok läuft.

    Da man selber von diesen Ursachen überzeugt ist stellt sich natürlich die Frage “Warum gibt es Armut und Killerspiele ?”
    Ganz klar, es ist alles Teil eines bösen Plans, Absicht von okulten Gruppen.
    Sei es der militärisch-mediale-industrielle Komplex, die US-Army, irgendwelche Neoliberale, die Zionisten, die Juden, die Freimaurer, die Jesuiten, Reptiloide vom Mars…
    (Reihenfolge entspricht der abnehmenden gesellschaftlichen Toleranz ab der man als Spinner wahrgenommen wird)

    Leider ist das linksliberale Bildungsbürgertum nicht von dieser Weltsicht abzubringen, womit auch solche Studien keine Beachtung finden.
    Es ist ja schließlich zu bequem – man kann weiterhin die Vorteile des Elitendaseins als Journalist oder Beamter genießen, während man gleichzeitig das gute Gefühl hat durch Verbotsforderungen eine bessere Welt zu schaffen.
    In dem Sinn: Gute Nacht !

  4. es schon komisch das gerade aus deutschland, genauer gesagt aus Bayern und Niedersachsen Studien kommen die eindeutig bewiesen haben wollen “Videospiele sind böse und für Amokläufe verantwortlich”.
    Wärend das Ausland sich differenzierter mit diesem Thema auseinandersetzt und auch andere Möglichkeiten in betracht ziehen.

  5. @ Rey Alp
    Moment mal. Das verwirrt mich jetzt aber. Hat die Zeit jetzt Langman missverstanden oder nur ein anderes Buch gelesen? Oder hab ich das Langman-Interview bei Spiegel nicht richtig verstanden? Die reden doch noch über den selben Autor, oder?

  6. Auf jeden Fall mal “Danke” für die Verlinkung von diesem Pfeiffer Interview. Das kannte ich noch nicht und man sieht hier ganz deutlich das man es eben NICHT mit einem neutralen Experten zu tun hat sondern von jemandem der ganz klar seine eigene politische Agenda durchpeitschen will. Er spielt Ankläger und Belastungszeuge zugleich und bemächtigt sich in diesem Interview keiner wissenschaftlichen Sprache und gebärdet sich eher wie ein geifernder Politiker (der er im Grunde auch ist).

    Die These, das Videospiele per se extrem leistungsmindernt in schulischen Dingen sind lässt sich leicht durch einen Blick nach Südkorea oder Japan entkräften, wo die Kinder im Schnitt wesentlich bessere Leistungen erbringen und gleichzeitig auch am meisten spielen. Nur zur Erinnerung. Die japanische Version des NES stand Ende der Achziger in jedem dritten japanischen Haushalt.
    Ein Wissenschaftler der nicht mehr in der Lage ist vorurteilsfrei an ein Thema heranzugehen und sich nicht nur für politische Feldzüge einspannen sondern sie sogar noch befeuert, hört auf Wissenschaftler zu sein. Da nützen auch Doktor Titel,Professor Würden und ein selbst konstruiertes Institut nichts mehr.

  7. Das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen ist nicht von Dr. Pfeiffer selbst konstruiert.
    Es wurde vom ehemaligen Niedersächsischen Justizminister Hans Dieter Schwind 1979 gegründet, der selbe Justizminister der 1978 in die Vorbereitung des Sprengstoffanschlags auf die Justizvollzugsanstallt Celle verwickelt gewesen ist.
    Der Sprengstoffanschlag wurde dann der RAF in die Schuhe geschoben.
    http://www1.ndr.de/kultur/geschichte/cellerloch102.html

    Sicherlich ist die Frage berechtigt welchen Zweck die Gründung dieses Institutes,1 Jahr nach dem “erfolgreichen Sprengstoffanschlag der RAF” und der verschleierung der wahren Geschehnisse, eigentlich diente.
    Der wissenschaftlichen Erforschung von Kriminalität, oder anderen sinisteren Zielen im Sinn des militärisch-medialen-industriellen Komplexes… ? ;)

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