Schießtraining mit “Killerspielen”

(Stuttgarter Zeitung) Bei dem Symposium “Amoklauf – fachliche Fragestellungen und Konsequenzen aus Schulmassakern” kam auch Jörg Fegert zu Wort, der bereits intensives Spielen sowie eine Abkapselung von der Umwelt als “Alarmsignal” bezeichnet hat und am “Expertenkreis Amok” beteiligt ist. Auch wenn er ältere Aussagen etwas relativiert ist er nach neueren in dem Glauben, dass man mit Videospielen das Schießen üben könne:

“Ähnliches gelte für den Konsum von Killerspielen, die längst Teil der Freizeitbeschäftigung vieler Jugendlicher geworden sind, sagte Jörg Fegert. Der Gebrauch solcher Spiele sei allein nicht als Indikator für mögliche spätere Gewalttaten tauglich. Gefährlich allerdings werde es, wenn die Spiele zur Steigerung der Treffsicherheit beim Schusswaffengebrauch und zur emotionalen Distanzierung benutzt würden – kurz, wenn mit ihnen eine reale Tat “geübt” werde, sagte Fegert.”

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28 Gedanken zu “Schießtraining mit “Killerspielen”

  1. mh wusste garnicht das man mit der maus und tasterur das zielen mit kimme und korn tranieren kann bzw. der rückstoß simuliert wird
    ich finde dieser Jörg Fegert sollte mal zur polizei und zur bundeswehr gehen und die davon überzeugen nur noch mit spielen maus und tasterur das schießtraining abzuhalten
    das würde den deutschen staat mil. an steuergeldern sparen wenn keine munition mehr verbraucht wirde
    *ironieoff*

  2. Für mich hat dieser Herr Jörg Fegert jede Glaubwürdigkeit verspielt… schon allein wg. den Begriff “Killerspiel”. Das die Stuttgarter Zeitung so einen Mist verzapft wundert mich nicht, da Stuttgart ja im Einzugsbereich, des letzten Amoklaufes liegt … somit ist es leichter die Leute zu beeiflussen, da sie ja emotionaler betroffen sind, als z. B. Leute aus der Oberpfalz.
    Irgendwie habe ich den Eindruck, dass vor allem “Printmedien” auf den Termius “Killerspiele” zurückgreifen… von der Politik kommt in dieser Richtung im Moment zum Glück nur wenig. Vielleicht haben die Medien ja auch nen Auftrag von ganz oben, damit der Terminus nicht in Vergessenheit gerät. Apropro Politik, da ich seit kurzen wieder alte deutsche Klassiker höre – aus den 80ern und 90ern Jahre, hab ich ein Lied entdeckt, dass genau die aktuelle Situation (auch im wirtschaftlichen Sinne) trifft. Das Lied von dem ich rede heißt “Du spinnst doch” und ist von den Prinzen.
    Mein Lieblingszitat aus dem Lied ist “Warum hast du vergessen, wen du deine Macht verdankst. Warum haben so viele Leute nur noch Angst. Warum hältst du dich nur für so schlau? Ich weiß es nicht, doch eins weiß ich genau. Du Spinnst doch. …”
    Ich finde von dem Lied könnten sich echt ein paar Politiker und sog. Experten ne Scheibe von abschneiden.

  3. “Gefährlich allerdings werde es, wenn die Spiele zur Steigerung der Treffsicherheit beim
    Schusswaffengebrauch… benutzt werden…”

    So einen Unsinn können wirklich ausschließlich Leute behaupten, die noch nie eine echte Waffe in Händen hatten.
    Vielleicht sollte man solche “Experten” mal den Grundwehrdienst beim Bund durchlaufen lassen, damit ihnen klar wird, wie sehr sich das reale Schießen vom virtuellen unterscheidet.

  4. Auch hier wieder meine obligatorische Frage: wieso zum Teufel verschössen die Polizisten und Militärs weltweit Milliarden an Steuergeldern in Form von Patronen bei Schießübungen, wenn Spiele den gleichen Effekt hätten? Wisst ihr, wie viel ein Panzerschuss kostet? Vergleicht das mal mit nem Rechner + Battlefield!!
    .
    Sinnlos sich aufzuregen, wer so argumentiert, will andere Meinungen vermutlich gar nicht erst anerkennen, er macht sich ja nicht einmal die Mühe, seine eigenen Argumente halbwegs kritisch zu prüfen (s.o.).

  5. Das hört sich so an, als ob man durch Need for Speed oder mit anderen Autorennspiel mit einem Michael Schumacher mithalten kann.
    Was die super dollen theoretischen Experten nicht auf die Reihe bekommen, die Physik lässt sich nie austricksen in der Praxis, aber auf dem Blatt Papier schon (zum Thema der Taschenrechner lügt nie).

  6. der beruft sich sicherlich auf diese uraltstudie von… 2003(?). als ein wissenschaftler Army forscher meinte, dass ein “amokläufer” (gibts da eig ein passenderes deutsches wort für? schoolshoter klingt so eufemistisch) desswegen so viele menschen töten konnte und so präzise schoss, weil er doom3 gespielt hatte. ich such mal, die ist hier irgendwo im forum vorhanden.

  7. AAAAAAAAARGH! Dave GROSSMAN… wie gut, dass ich vor einiger Zeit mal was zu ihm geschrieben habe:

    D. Grossman ist kein erntzunehmender Wissenschaftler, denn er liefert in seinem Buch [Grossman, Dave / DeGaetano, Gloria (2002): Wer hat unseren Kindern das Töten beigebracht? Ein Aufruf gegen Gewalt in Fernsehen, Film und Computerspielen. Stuttgart] keinerlei wissenschaftliche belege für seine Meinungen, es ist pure Traktätchenliteratur, ein Pamphlet. Es ist keine wissenschaftlich fundierte Studie, sondern beinhaltet hauptsächlich die persönlichen Eindrücke und Erfahrungen eines ehemaligen Militärpsychologen und Leutnants der U.S. Armee und seiner Co-Autorin: Die werden nicht müde, ihre Meinungen als Fakten zu kolportieren, aber bis dato liefern sie dafür keinerlei Beleg, da ihre Werke ohnehin nicht durch nachprüfbare Quellen brillieren; Grossman ruht sich quasi auf dem Umstand aus, dass er ehemaliger Militärpsychologe ist, weitere Argumente erachtet er nicht für nötig. –
    Er behauptet, mit dem Aufkommen der Spiele mit Gewaltinhalten in den Sechzigern habe sich die Zahl der Gewaltverbrechen in den USA verfünffacht. Er unterschlägt aber, dass parallel zum Aufkommen des Genres der “Egoshooter ” die Kriminalstatistiken des FBI klar rückläufige Tendenz aufweisen. Zwischen 1992 (dem Geburtsjahr des Genres mit ‘Wolfenstein 3D’), und 2001 gingen die Gewalttaten um über 25 Prozent zurück, Morde gar um über 32 Prozent und schwere Körperverletzungen um fast 20 Prozent – dies nur als Bsp. inadäquater Korrelationen. Aber eine solche Argumentation ist ohnehin schon essentiell unwissenschaftlich.

    Außerdem lässt sich ihm das Gerücht zuschreiben, dass US-Militär trainiere seine Soldaten mittels Computerspielen im Umgang mit Waffen und reduziere durch sie Tötungshemmungen (bzw. konditioniere Tötungsreflexe). Aber: Was die Übertragung der (vermeintlichen) Konditionswirkung auf reguläre Spieler betrifft, so müsste ja hinter diesem Training eine Absicht der Spielemacher stecken. Schließlich leben unsere Kinder nicht in einem Orwell’schen Staat, mal abgesehen davon, dass die sog. Medienwirkungsforschung keinen einzigen beleg für so eine Wirkung liefern kann. Außerdem, entgegen D. Grossmans Behauptungen: Weder die Beherrschung von Handfeuerwaffen noch die Überwindung der Tötungshemmung wird im militärischen Training durch Computerspiele vermittelt, sondern allein die Wahrnehmungs-, Orientierungs- und Reaktionsleistungen, die in einem Kampfeinsatz erbracht werden müssen; die Enthemmung und die nötige Motivation haben noch alle Armeen dieser Welt stets separat besorgt. Vom wissenschaftlichen Standpunkt aus sind Dave Grossmans Hypothesen durchweg abzulehnen.

    Dabei gibt es doch genügend Literatur zum Thema, wie das Militär Computerspiele tatsächlich einsetzt: Eben nicht zur Desensibilisierung von Soldaten. Eben nicht zum Schiesstraining. Das Militär benutzt Computerspiele z.B. zum Training taktischer Entscheidungen, Marine Doom war bspw. “successful in teaching repetitive decision-making on the ground.” [Stahl, Roger (2006): “Have You Played the War on Terror?” In: Critical
    Studies in Media Communication; H. 23 (2), S.112-130, S.117]

    D. Grossman entwickelt in seinem Buch auch eine an Hysterie grenzende Weltverschwörungstheorie und bezeichnet alle, die seine Meinung nicht unterstützen, als “von der Gewaltindustrie ‘gekauft'” (S.11f.). Er unterstellt: “Wie bei Tabak und industrieller Umweltverschmutzung befasst sich die Gewaltindustrie systematisch mit einer verfälschten Darstellung der Auswirkungen ihrer Erzeugnisse” (S.14) und bezeichnet die Opposition explizit als Lügner. Ja, ein richtiger “Experte”…
    D. Grossmans simple Wirkungszusammenhänge stoßen bei Laien natürlich auf breite Zustimmung, da sie einfache Antworten auf gesellschaftliche Probleme liefern. Dabei spricht er Leser auffallend oft direkt an und bezieht dessen Kinder ebenfalls mit ein, um Angst zu schüren und persönliche Betroffenheit zu schaffen. Dass es Spiele für Erwachsene geben kann, negiert GROSSMAN, indem er sagt, dass das Wort Spiel selbst nahe legt, dass das eigentliche Publikum jung ist. Videospiele werden ihm zufolge entweder von Kindern oder besonders unreifen Erwachsenen gespielt. Biederer und weltfremder geht es kaum.

    Zu D. Grossman sei noch zusätzlich erwähnt, dass die Kritik an seiner Person gerade deshalb noch schwerer wiegt, weil er eine wissenschaftliche Ausbildung genossen hat und es eigentlich besser wissen müsste. Das zitierte Buch ist aber wegen der von mir aufgezählten Fehler und weiterer massiven Defizite nicht wissenschaftlich, sondern ein Traktätchen, ein Pamphlet. Die aggressive, pseudowissenschaftliche Agitation des Herrn Grossman in der Öffentlichkeit, kombiniert mit seinen wilden, dem Stand der Forschung und neutralen Fakten absolut widersprechenden Erkenntnissen ist es dann, was im Gesamtbild nur zulässt, dass man ihn als Wissenschaftler nicht ernst nimmt (ich könnte jetzt noch seine Profilierung und seine Verkaufsstrategien für seine “Killology”-Seminare oder den Umstand, wie der Herr an seine akademischen Grade gelangte, zerpflücken… aber nein).

    Im übrigen, um noch etwas absolut triviales zu äußern: Die primitive Idee, man könnte mit Maus und Tastatur oder einem Joypad den Umgang mit einer Waffe üben, ist so absurd, dass es auf keine Kuhhaut passt und kann von jedem, der Spiele spielt und Umgang mit realen Waffen hatt(e) qua eigener Erfahrung dementiert werden (also wohl von jedem Jäger, Sportschützen, Polizisten, Personenschützer, Soldaten, Wehrdienstleistenden etc. unter 35, der gemeinhin im Regelfall auch mal gespielt haben wird). Ohne behavioristischen Ideen ein Forum zu geben, aber ich selbst war trotz anderthalb Jahrzehnten Spieleerfahrung ein eher lausiger Schütze (außer mit dem MG3… ^^).

    Computerspielen fehlt die körperliche, die sinnliche, taktile Dimension und auch eine Steuerungsperipherie wie z.B. sog. “Lightguns” u.ä. vermindern nicht den gravierenden Unterschied zwischen Computerspielen und dem Training mit einer realen Waffe: “DARWARS would not replace field training. Nor would it teach what it feels like to patrol on foot through thick grass or take high g-forces in an aircraft, but it would give you repeated practice of what to look for and what to think about when doing such things. It would not reproduce the shock of a weapon going off 100 yards away from a soldier, but it would prepare our warriors’ minds with so many practiced instances of tactical thinking that even in shock they would instinctively know what to do.” [Chatham, Ralph E. (2003): A possible Future for Military Training.
    DoD Directorate for Freedom of Information and Security Review. Online Im Internet: , S.2.]

    Und Simulatoren, wie das AGSHP (Ausbildungsgerät Schießsimulator Handwaffen/Panzerabwehrhandwaffen) der Bundeswehr, sind wohl kaum als Spiel zu defninieren. Dieses ein paar zehntausend Euro kostende Simulationsgerät mit einem Computerspiel zu verwechseln, wäre schlichtweg absurd.

    Was ich sagen will: Jeder, der auf D. Grossman rekurriert und ihn direkt oder indirekt als Quelle anführt etc., der hat sich für die Debatte automatisch disqualifiziert. So kann man übrigens auch schlechtte Literatur sehr schön aussortieren, von Werner Hopf, über Rudolf H. Weiss, Helmut Lukesch bis hin zu Manfred Spitzer.

  8. @Vic
    Das weiß man ansich schon, nur leider wird die öffentliche Debatte durch solche Laien bestimmt, ein Umstand gegen den man sich wirklich aufregen und dagegen vorgehen sollte. Reines “abwatschen” der Pseudowissenschaftler ist mMn nicht ausreichend.

  9. Tja, da haben die Ältern aber krass versagt, wenn diese bösen Killerspiele nun schon Teil der Freizeitkultur der jungen Leute geworden sind. *Ironie*
    .
    Spaß beiseite: Wie wäre es mal mit einer Studie dazu, wie gut K-Spieler mit realen Militärwaffen (typisch für viele Actionspiele) umgehen und zielen können? Das trauen sich die Kritiker jedoch nicht, denn es könnte ja die eigenen Behauptungen entlarven…

  10. @Vic
    Sehr schön geschrieben und zusammengefasst.

    Ich kann übrigens aus meiner eigenen Wehrpflichtzeit ebenfalls bestätigen, dass echtes Schießen doch wenig mit “Maus bewegen” und “Tastatur drücken” gemein hat.

  11. Ich teile ja eure generelle Skepsis, aber ich hatte hier schon mal Aussagen zitiert die nahelegen dass shooter-geübte Rekruten bei Militär UND Polizei tatsächlich bessere Schiessleistungen erbringen, warum auch immer. Bisher konnte da irgendwie niemand was Fundiertes dagegen sagen (auch wenn sonst Vics Kritik an Grossman voll und ganz zutrifft)

  12. Wenn ich den Artikel richtig verstehe sagt er genau das was ich auch gesagt hab. Es ist möglich gewisse Dinge zu schulen, natürlich lernt niemand schießen nur am PC, ganz und gar nicht. Es scheint aber gewisse Trainingseffekte zu geben. Und wenn es die gibt dann kann man auch den in der News zitierten Kommentar nicht gänzlich ablehnen, denn wenn man nur im Shooter lernt genau zu schießen (Battlefield ist da Paradebeispiel) dann trifft die Feststellung teilweise zu. Mehr habe ich auch nie behauptet, noch gesagt der Trainingseffekt sei groß ;-)
    Schönen Urlaub dir!

  13. @Vicarocha: wow! wie lang hast du da dran gesessen?!

    der Mann wohnt doch hinterm Mond!
    wie lang isses schon her, dass das widerlegt wurde?
    naja, ansonst sachich nur *yawn* dazu.

  14. ich bin im schützenverein und wer das noch nie in echt gemacht hat, wird eine echte waffe noch nicht einmal gerade halten können, allein schon, weil die kraft im arm fehlt!

  15. @Vicarocha
    Danke für die Erläuterungen – bisher saß ich bei Pamphleten wie dem Kölner Aufruf nur fassungslos da und fragte mich, wer zur Hölle sich denn so einen abstrusen Mist ausdenken kann. Naja, jetzt weiß ich wenigstens, wo das herkommt… die Frage, wie Grossman wiederum auf den ganzen bizarren Quark gekommen ist, wird aber ohne eine tiefgehende psychologische Untersuchung dieses Herrn wahrscheinlich nie abschließend beantwortet werden können. ;)

    Ansonsten stimme ich deiner Schlußfolgerung zu – wer mit sowas um sich schmeißt, disqualifiziert sich für jede Diskussion. Daher bin ich auch nicht der Ansicht, dass man mit Hardcore-Spielegegnern überhaupt krampfhaft den Dialog suchen und zu einem Konsens kommen müsse… das ist schlicht nicht möglich und von daher unsinnig.
    Das Mittel der Wahl kann da nur absolute Bloßstellung lauten – man muss deren abenteuerliche Argumente auseinandernehmen (was angesichts der Abstrusität nicht sonderlich schwierig ist), ihre pseudowissenschaftlichen Quellen als den Riesenschwachsinn entlarven, der sie sind (wie gerade eben ja sehr schön mit Grossman geschehen), ihre dreisten Lügen als solche enttarnen und letzten Endes der Öffentlichkeit irgendwie begreiflich machen, was diese Killerspielgegner wirklich sind: krankhafte Hetzer, die mit allen Mitteln und aus den unterschiedlichsten Gründen (Profilierungssucht, unverarbeiteter persönlicher Schmerz, irrationale Ängste, subjektive Geschmacksurteile, Ablenkung von echten gesellschaftlichen Missständen, etc.) in blindem Wahn gegen Dinge in den Krieg ziehen, die sie nicht im mindesten verstehen. Und auch gar nicht verstehen wollen.

    Diese Art der blinden Hysterie und Agitation ist mittlerweile schon uralt – das einzige, was sich immer wieder geändert hat, ist der Gegenstand, gegen den sie sich richtet und die Wahl der Mittel, die dabei ergriffen werden (es wird heutzutage gottlob niemand mehr verbrannt). Und es wird verdammt nochmal Zeit, dass die Gesellschaft (nicht nur dieses Landes) endlich anfängt, Sachen selbstständig kritisch zu hinterfragen und die Leute lernen, ihr eigenes Gehirn zu benutzen und selbiges nicht von jedem medienpräsenten Idioten als Lokus missbrauchen zu lassen… manchmal beschleicht einen bei einem Blick in die Zeitung wirklich das sehr ungute Gefühl, es hätte in Europa nie eine Aufklärung gegeben. Oder es bedarf zumindest dringend mal wieder einer Auffrischung. ;)

    Insofern sollte man sich mit den militanten Hetzern so wenig und so hart wie möglich auseinandersetzen und seine Energie statt in entsprechende Diskussionen lieber dahingehend investieren, dass man versucht, den durch die mediale Hetze verunsicherten Nichtspielern die entsprechende Materie mal konkret näherzubringen. Z.B. die Eltern-LANs, die im Umfeld der Gamescom stattfanden, sind genau der richtige Weg… irrationale Ängste können nur dadurch abgebaut werden, dass man sich mit der entsprechenden Materie auseinandersetzt. Die Reaktionen der Teilnehmer haben teilweise sehr schön gezeigt, dass es durchaus funktioniert. Die meisten Menschen sind ja glücklicherweise nicht völlig verblödet, sondern lediglich mit krassen Fehlinformationen gefüttert, die sie zu wenig hinterfragen.

    Die hetzenden Fanatiker wird man wahrscheinlich nie von ihrem Irrsinn abbringen können – aber man kann daran arbeiten, dass ihre wirren Thesen in der Öffentlichkeit so wenig ernst genommen werden, wie sie es verdienen. Ist aber anscheinend ein langer und steiniger Weg… *seufz*

    PS: Auch von mir schönen Urlaub, Vic. Aber lass die Finger von den Weißwürschtln – glaub mir, du willst gar nicht wissen, was darin alles verarbeitet ist… :D

  16. Habe ich zwar mehrfach gesagt aber als Ex-Soldat kann ich es nur immer wieder sagen, man lernt mit den Spielen nicht das schießen, das ist purer Unsinn. Könnte man das Schießen mit Spiele spielen lernen würden alle Armeen ihr Training umstellen da man enorme Kosten für die Ausbildung sparen könnte.

  17. “Es sei nicht allein ausschlaggebend, ob ein Patient Gewaltfantasien habe. “Es ist die Art und Weise, wie sich die Beschäftigung mit aggressiven Fantasien verdichtet hat. Das kann man sehr wohl erkennen”, so du Bois. Ähnliches gelte für den Konsum von Killerspielen, die längst Teil der Freizeitbeschäftigung vieler Jugendlicher geworden sind, sagte Jörg Fegert. Der Gebrauch solcher Spiele sei allein nicht als Indikator für mögliche spätere Gewalttaten tauglich. Gefährlich allerdings werde es, wenn die Spiele zur Steigerung der Treffsicherheit beim Schusswaffengebrauch und zur emotionalen Distanzierung benutzt würden – kurz, wenn mit ihnen eine reale Tat “geübt” werde, sagte Fegert.”

    Ähm ja, klar, ich bin ja ein solch super Schütze!
    Wenn dem so wäre, und die US Army wirklich diese Spiele zum “Training” verwende, wozu muss Obama dann noch 30.000 Mann rüber schicken?
    Sollte er nicht lieber mehr Männer abziehen, weil die sich gegenseitig die “Ziele” weg nehmen würden?
    Und warum dauert der Krieg dann so lange, wenn die Soldaten alles super Schützen sind und mit einem Schuss 5 Taliban killen könnten?
    Man man, die Leute vergessen einfach, dass die Amokläufer lange Zeit mit den Tatwaffen legal in einem Schützenverein trainiert haben.
    Offensichtlich versucht man hier genau diesen Aspekt den Games in die Schuhe zu schieben, damit niemand auf eben diesen Nenner kommt, dass die Amokläufer über lange Zeit mit den Tatwaffen legal schießen konnten.

    “Das herauszufinden, gehört mehr zur Kunst des Befragens eines Patienten als des Heilens. Therapeuten sollten also ihre Fragen klar fokussieren. Noch ein anderer Aspekt ist Jörg Fegert wichtig. Er sagte mit Bezug auch auf amerikanische Studien über Schulamokläufe, nicht nur die Absicht sei entscheidend, einen möglichen Amokläufer zu enttarnen, sondern auch die Gelegenheit. Die meisten bisherigen Täter hätten zu Hause oder über einen Schützenverein Zugang zu Pistolen oder Gewehren gehabt. Dem pflichtete auch Psychiater du Bois bei: “Die Verfügbarkeit von Waffen ist was ganz, ganz Wichtiges.”

    Noch mehr Kuschelpädagogik, die vielen Menschen das Leben kosten wird.

    “Doch was sollen Ärzte oder Pädagogen tun, wenn sie herausgefunden haben, dass ein von Gewaltfantasien erfüllter Jugendlicher auch noch erzählt, dass er über eine Waffe verfügt? Heiner Fangerau, Direktor des neuen Ulmer Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, klärte auf. Die ärztliche Schweigepflicht dürfe niemals leichtfertig gebrochen werden, mahnte er, und niemals im Wege einer einsamen Entscheidung des Therapeuten. Denn ein Patient, der sich dann als Trittbrettfahrer entpuppe, verweigere sich in der Regel lebenslang jedem weiteren therapeutischen Zugang. Wer sich dringend verdächtig mache, dem müsse, bevor die Polizei oder das Jugendamt informiert werde, eine sofortige stationäre Unterbringung, verbunden mit einem anschließenden Therapieangebot, nahegelegt werden. Im Widerstandsfall wäre rechtlich auch eine zwangsweise Unterbringung möglich. “Bei Gefahr im Verzug können wir handeln”, sagte Jörg Fegert.”

    Hmm und warum wurde dies nicht bei Tim K. angewendet?
    Der/Die Psychiater/in wusste von seinem Wunscht, dass er Menschen töten wolle und sicherlich wusste der auch, dass in Tim K.s Zuhause Waffen sind.
    Tja, ich würde sagen, dass dies ein Eingeständnis ist, dass der Psychiater von Tim K. geschlampt hat.

  18. Pingback: Tweets die Stigma Videospiele » Blog Archive » Schießtraining mit “Killerspielen” erwähnt -- Topsy.com

  19. Ich halte Grossman weiterhin für jemanden, welcher einem polizeilich-militärischem in erster Linie Klientel Bestätigung in ihrer Arbeit geben möchte. Diese unterstützen. In deren tagtäglicher Arbeit. Das ist vorderhand nichts schlechtes so, die Implikationen gegen eine Unterhaltungsindustrie sind dabei aus meiner Sicht aber auch redundant: so könnte er sich doch auf ein negatives Element in (jedem) Menschen berufen, aber nein – es muss die Unterhaltungsindustrie sein, welche medienfeindlich angegriffen wird.
    Das hoch problematische sehe ich immer noch darin, dass noch der “friedensbewegteste” Mensch dem so anheim fallen kann scheinbar – dem eigentlichen Interesse polizeilicher und/oder militärischer Kreise. Einem Gewaltmonopol diesen allein überlassen
    Wie den Kölner Aufruf jemand wie der Liedermacher Konstantin Wecker, welcher gelegentlich noch vorgibt aus einer “anarchistischen Ecke” zu kommen, dem ganzen so zuzustimmen, ist schon fast urkomisch für mich zu nennen – wenn nicht alles dabei, dieser ganze aus meiner Sicht -Hass-, so traurig wäre.
    Dieses furchtbare schwarz-weiß-Denken, das die Rechte Kreativer völlig vergisst-ignoriert-diffamiert, was auch immer

  20. Ich weis nicht was du gegen Konstantin Wecker hast. ;)
    Der ist doch so ein Guter Mensch.
    So ist er 2003 in der Irak gefahren um vor dem Krieg seine Solidarität mit dem irakischen Volk zum Ausdruck zu bringen.
    Die damals regierende Baath Partei von Saddam Hussein hat das ganze organisiert und es war anscheinenden ein voller Erfolg.
    Auch wenn Konstantin Wecker leider nicht verhindern konnte das die Amis den Irak angreifen und Saddam stürzen.

    Leider ist Konstantin Weckser Solidarität zum Irakischen Volk inzwischen etwas erkaltetet, denn seidem Saddam weg ist ist er nicht mehr unten gewesen.
    Wobei ich ihn verstehen kann.
    Zum Einen ist es da unten jetzt einfach zu gefährlich. Klar, Saddam ist kein netter Mensch gewesen, aber er konnte zumindestens für Unrecht und Ordnung sorgen. Es war ja nicht alles schlecht.
    Zum Anderen haben es die Iraker nicht geschaft den Irak in ein neues Vietnam für die Amis zu verwandeln. Verdienen sie damit Konstantin Weckers Solidarität überhaupt noch ?

    Man darf das mit der anarchistischen Ecke nicht so eng sehen.
    Früher mal – z.B. im Spanischen Bürgerkrieg – haben Anarchisten gegen Dikatoren gekämpft. Heute geben sie Solidaritätskonzerte. ;)

  21. Es ist mir einfach unbegreiflich warum die Bundeswehr und die Polizei nicht längst Killerspiele zur Densibilisierung und um Schießen und Zielen zu trainieren nutzt? Es könnten Millionen Steuergelder eingespart werden!

    Ein derartiges Versäumnis der verantwortlichen Innen- und Finanzminister der Länder sowie des Bundesministers für Verteitigung halte ich für unverantwortlich. Eine neue Technologie so zu ignorieren ist derartig Inkompetent, dass die Amtsinhaber meiner Meinung nach sofort zurücktreten müssen!

  22. ich emoational distanziere mich mit freunden auf einer lan. Aber er hat recht in GTA einer realistischen Schießsimulation gibt es sogar einen Schießstand gelbe Dummy Ziele zerplatze mit 5 Trefferzone, und wenn man üner 70 punkte hat kann der spieler auch viel schneller schießen und nachladen weil er es im spiel so hat, echt jetzt.

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