Stimmungsbild bei „Gamers against Rejection“

(Gamers against Rejection) Zum Abschluss des Jahres hat Volker Dorn von „Gamers against Rejection“ zehn Personen, die sich bei der Debatte um „Gewalt in Videospielen“ einbringen, nach einer Stellungnahme gefragt. Neben dem Kritiker Rainer Fromm kommt mit Martin Lorber auch ein Industrievertreter zu Wort. Umstrittenes Thema ist der jüngst erschienene Ego-Shooter „Modern Warfare 2“ der „Call of Duty“-Reihe. Während sich Fromm auch Signale der Spieler wünscht, „dass sie nicht jedes sadistisches Angebot“ wahrnehmen, geht Lorber naturgemäß zum Gegenangriff über.

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16 Gedanken zu “Stimmungsbild bei „Gamers against Rejection“

  1. Fromm bleibt sich treu. Nur ein gewaltfreis Spiel ist ein gute Spiel wie es scheint. Dabei zeigen Gamer doch vielfältige Reaktionen und diskutieren über Inhalte, es nur halt nur nicht die Reaktionen die er für die offenbar einzig richtigen hält. Doch wer glaubt immer Recht zu haben, hat naturgemäß Schwierigkeiten eine andere als die eigene Sicht zu verstehen. Was er wohl dazu sagen würde, wenn man einer der „Worms“ nach ihm benennt und dann gezielt auf’s Korn nimmt? ;)
    .
    Gut gefallen mir hingegen die recht differenzierten Aussagen von Sandt, Geisler und Höfig. Der Schlussbeitrag von Lorber hingegen thematisiert zwar vielfach wichtige Aspekte (Zweck / Darstellung von Gewalt, Differenzierte Betrachtungsweisen,…), ist mir aber, wie bei seiner Position fast zu erwarten ist, vielfach zu banalisierend.

  2. „Call of Duty 6 – ein Massaker an wehrlosen Zivilisten am Flughafen,“
    Ist nicht Spielziel und bringt einen nicht im geringsten weiter und außerdem wurde diese Möglichkeit in der deutschen Version entfernt!
    „Resident Evil 5 – hier darf man selbst Köpfe kurz und klein ballern“
    Das diese Köpfe die von blutrünstigen Zombies und nicht von normalen menschlichen Wesen sind wird einfach unterschlagen.
    „GTA IV – nach belieben können Menschen unter Todesschreien mit Molotow Cocktails verbrannt werden.“
    Kann man auch im wirklichen Leben und wie im wirklichen Leben hat man nach einer solchen Aktion die Bu..äh..Polizeibeamten in Nacken.

    „Die Lan-Partys zeigen seit Jahren, dass der Trend weg vom Ballershooter geht.“
    Ballershooter? Ich krieg mich nichtmehr ein vor Lachen. Was ist das den für ein Wort?
    Ich habe einen neuen Platz 2 beim Gamingunwort des Jahres.
    CS ist wohl nach wie vor ein beliebtes LAN-Party-Game und CoD und BF erfreuen sich auch immernoch großer Beliebtheit (zumindest in meinem Bekanntenkreis.

    Wenn ich den Name Fromm höre muss ich immer an ein Flashvideo von sinn-los.de denken:
    http://www.sinn-los.de/spezi2.html

    @Admin: Du hast ein auch zuviel in der Nachricht in der dritten Zeile zwischen „Lorber“ und „ein“

  3. Ich muss schon sagen ein sehr schöner, philosophischer Text, den Herr Lorber uns da bietet. Ich finde er beschreibt sehr gut, wie das „Kulturgut“ Videospiel aussieht, wie es angesehen wird und vorallem wie es eigentlich angesehen werden müsste.

  4. Bravo, Herr Trendelkamp, Sie schaffen es einen zentralen Punkt zu benennen. Man kann nicht den Deckmantel des Jugendschutzes über alles legen, was gewisse Personengruppen mit Meinungshoheit, bei der keine andere Meinung als die eigene „richtig“ oder zumindest „wert“ ist angehört zu werden, pauschal für Schund erklären. Und erst recht kann man Indizierung oder Beschneidungen (Zensur, Schnitte, Cut-Fassungen) damit nicht rechtfertigen.

  5. Ob gewalthaltige Computerspiele die Hemmschwelle für Gewalt senken oder ob sie nicht vielleicht sogar im Gegenteil wie ein Ventil wirken, ist noch nicht ausreichend erforscht. Manche Politiker haben es sich zu einfach gemacht: Weil einige Amokläufer Egoshooter gespielt haben, forderten sie ein sofortiges „Killerspielverbot“. Dabei spielen 60 bis 80 Prozent aller männlichen Jugendlichen gewalthaltige Spiele. Auf dem PC des Amokläufers von Ansbach hat man keine derartigen Spiele gefunden, er gehörte also zu den übrigen 20 bis 40 Prozent. Es scheint, als wäre den Spielegegnern damit erstmal die Munition ausgegangen. Vielleicht atmen sie jetzt mal durch und verstehen: Schießen lernt man nicht am Computer. Und Kompetenz im Umgang mit Computer- und Videospielen gewinnt man nicht durch Zensur.
    Julika Sandt
    Abgeordnete des Bayerischen Landtags und Sprecherin der FDP-Fraktion für Kultur, Medien, Jugend und Sport

    Genau meine Meinung!

  6. Ich lass mir sicherlich nicht von einem Menschen wie Herrn Fromm sagen, was ich spielen darf und was nicht. Was er schlimm findet, finden andere nicht schlimm. Manche Menschen ekeln sich vor Spinnen, andere nicht. Der eine kann mehr vertragen, der andere nicht.
    Sollen wir uns jetzt immer nach dem richten, der am wenigsten vertragen kann?

  7. Ob Lorber hiermit schon Medal of Honor und Dead Space 2 2011 Für nen deutschen Markt vorbereitet :-D Gefällt mir naturgemäß nicht schlecht, mal so ein Statement auch von diesem Vertreter der deutschen Industrie zu lesen – Respekt – auch wenn ich noch hinzufügen möchte, dass es bei der Betrachtung eines einzelnen Titels – das hat MW2 für mich gezeigt – auch nicht angehen kann diesem und einem dazu geneigtem Publikum gleich Kultur oder sonstwas (normiert) abzusprechen.
    Zu Fromm: ich finde ja weiterhin dessen Positionen wenn dann Menschen mit einem anderen Geschmack und Empfinden als er es offenbar hat so „verachtend“, mehr als alles andere und vor allem aber intolerant diesbezüglich. Ende 2007 Hat er beim CCC Die Nicht-Integration von Verbrechen an ZivilistInnen, die Wiedergabe von Propaganda, in Spielen noch nachweislich beklagt, wie erwartet tuts ihm MW2 Da aber auch nicht recht… Würde mich schonmal interessieren worauf dessen kulturpolitische Vorstellungen eigentlich gründen so – wie er sich gegen die Infizierten in Resi 5 Wehren würde, wenn nicht „sadistisch“ etc. Wo er möglicherweise noch überall auf Gewalt verzichten würde – welche (fantastischen und alptraumhaften) Stories er nicht sehen möchte, welchen (vermeintlich!) gewaltfreien Realismus verordnen, Denkverbote aufstellen dann? Fragen, ob sowas nicht (die) eigentlich(e) Gewalt ist. Usw.

  8. @Trask
    Wie man’s nimmt. Ich persönlich finde „Mein Gestüt: Ein Leben für die Pferde“ ist ziemlich grausam. Weniger wegen etwaiger Tierquälerei sondern wegen der Grundidee einen Ponyhof-Simulator zu programmieren. Trotzdem würde mich Fromm wohl auslachen, wenn ich mit Verbotsforderungen käme. :P

  9. Und natürlich werden die spiele auch mal wieder zum herabsetzen der Gewalt Hemmschwelle genutzt. Aber der „Experte“ muss es ja wissen, hat ja schließlich schon 10 jahre Erfahrung.

  10. @hector specter
    Ja, habs gerade gesehen, zumindest zum Teil, als ich gerade zur Pause durchgezapt habe. Zu Beginn (ok war so um halb 10) hat sich das ganze noch ganz sachlich und vernünftig angehört, als sie über die Waffenproblematik gesprochen haben (die ja wirklich ein Problem ist), allerdings änderte sich das als dann die Spiele zur Sprache kamen. Hab mir das ganze aber nicht mehr bis zum Ende angesehen… waren höchstens 15 Min… wollte einfach wissen, ob da wieder die alte Linie eingehalten wird.

  11. Natürlich wird die alte Schiene gefahren was den auch sonst, deutsche Medien und Sachlichkeit, Höflichkeit und Wahrheit passen halt nicht zusammen.

  12. Ich lese immer wieder den selben Mist.
    In jeder Hinsicht.
    Auch was die Waffenbesitzer angeht.
    So eine Nachrüstung eines Fingerabruck – Scanners kostet eine MENGE Geld.
    Ich denke, es ist vll Zeit, zu begreifen, dass sich schlicht und ergreifend nicht alle Verbrechen verhindern lassen, und sei es auch noch so tragisch.
    Und ganz besonders ein Staat, der Kontakte zu allen möglichen Völkerrechtsverbrechern hält und verflucht noch mal eine wahrhaft gigantische Rüstungsmaschinerie unterhält, kann doch mir nicht ernsthaft vorschreiben wollen, was ethisch ok ist und was nicht o.O

  13. In Bezug auf die Sendung, die die ARD gestern ausgestrahlt hat, frage ich mich, inwieweit das AAW da überhaupt noch dahinter steht, zumindest schienen diese Leute ja in letzter Zeit eher Abstand zu nehmen von einem Verbot bestimmter Medieninhalte. Die ÖR versuchen ja immer mit fragwürdigen Sendungen eine best. Stimmung zu schaffen (u. a. eine gegen die noch junge Piratenpartei, Spieler etc.). Daher… vielleicht ist ja doch nicht soviel dran an dem gezeigten Material. Kann ja sein, dass diese Sendung direkt nach der Containeraktion gemacht wurde, die ja in den Medien als positiv dargestellt wurde, zumindest hatte ich in der Sendung gestern, dass Gefühl, das da die selben Leute dahintersteckten und wer weiß, vielleicht haben sie die neue Doku genau nach der Sammlung zusammengeschnitten.

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