Prüfungspflicht auch für Onlinevertrieb?

(PC Games) Wenn ein Videospiel eine Altersfreigabe von der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) erhalten hat muss diese beachtet werden, offline wie online. Es müssen jedoch nur solche Videospiele zur Prüfung vorgelegt werden, die der Publisher auf Datenträgern an Minderjährige verkaufen möchte. Ohne Datenträger online vertriebene Videospiele, wie Flash- und Browsergames sowie z.B. bei Steam ohne Rating zum Download angebotene Spiele, müssen nicht geprüft werden um sie auch Minderjährigen zugänglich zu machen – die Zugänglichmachung von jugendgefährdenden und gewaltverherrlichenden Spiele ist natürlich nichtsdestotrotz strafbar. Bereits im Juni hat sich die USK dafür ausgesprochen, dies bei der Neuausarbeitung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrages zu ändern.

Da man aber bereits die Erkenntnis hatte, das die USK nicht alle Browser- und Flashspiele sichten können wird, soll ähnlich wie bei der PEGI eine “Selbstklassifizierung” durch die Wirtschaft erfolgen. Anhand vom Hersteller ausgefüllten Fragebögen soll die Freigabe weitgehend automatisiert erfolgen. Inwiefern die Kennzeichnungspflicht auch für nicht-kommerzielle Modifikationen gelten, und ob die Prüfung auch in diesen Fällen kostenpflichtig sein wird, ist noch nicht bekannt. Auch würde eine solche umfassende Kennzeichnungspflicht sicherlich die flächendeckende Einführung von Altersverifikationssystemen notwendig machen. Insbesondere, wegen der z.B. von den Grünen geforderten höheren Gewichtung der “Suchtgefahr” bei Onlinespielen, könnte dieses Problem auch in der Praxis eine erhebliche Relevanz haben. Auch das Kriminalistische Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) hat in der Vergangenheit gefordert Onlinespiele wie “World of Warcraft” allein aus diesem Grund nur für Volljährige freizugeben.

Unterstützung für den Vorstoß der USK gibt es unter anderem von der SPD-Medienpolitikerin Monika Griefahn und nun auch von der Interessengemeinschaft der Anbieter und Produzenten von Unterhaltungssoftware in Deutschland (BIU). Dieser hat gegenüber der PC-Games ausdrücklich bestätigt, dass man eine Kennzeichnungspflicht auch für “Client-Spiele, Browser-Spiele, Flash-Spiele, iPhone-Applikationen und Xbox Live Arcade beziehungsweise Independent-Spiele” fordert. Je nach Umfang der Regelung könnte diese Gesetzesänderung durch den bürokratischen Mehraufwand, die hinzukommenden rechtlichen Risiken sowie eventuell anfallende Kosten für Prüfung und Altersverifikationssysteme Modder-Teams sowie Independent-Spiele ernsthaft gefährden.

28 Gedanken zu “Prüfungspflicht auch für Onlinevertrieb?

  1. “und damit potentielle Konkurrenten des BIU ausschalten.” Die Ergänzung an dieser Stelle, da Verschwörungstheorien in der News nichts zu suchen haben^^.

  2. Wie will man die Fülle an Onlibegames kontrollieren? Es kommen täglich neue Browsergames hinzu und fast alle leigen auf Aunslandsseiten.
    Ich kann zwar verstehen das man für Eltern klarheit schaffen möchte bei den Online-Games aber dennoch ist das ganze eher lächerlich, vor allen wenn die Eltern vorher nicht geuckt haben was gespielt wird als die Browsergames noch keine Freigabe hatten tun sie es hinterher auch nicht.™

  3. Tjo, nicht gekennzeichnete Spiele… da müssten Eltern sich ein paar Minuten mit beschäftigen statt auf Bunter Riesensticker auf der Verpackung zu achten.. da besteht dringender Änderungsbedarf.

    LG

  4. das stopschild ist selbst jetzt noch nicht in kraft getreten und man munkelt, dass das auch nicht mehr passieren wird. ich kann mir nicht vorstellen, dass dies nun fix für alle pfui-inhalte im netz verwendet werden soll. das wäre auch nicht unbedingt verfassungskomform. generell halte ich eine überprüfung ja auch nicht für schlecht allerdings nicht für realisierbar.

  5. Sorry für doppel, ich mein man kann etwas kennzeichnen wie man will, wenn keine Aufklärung, Kontrolle und vorallendingen Interesse der Eltern das ist bringt es nichts.

  6. Oh mein Gott…
    Da eine Prüfungspflicht für den (nicht-kommerziellen) Onlinevertrieb auch Hobbyentwickler betrifft, deren Zahl im Vergleich zu den “Charts” der Computerspiele(-entwickler, -publisher) doch wohl SEHR viel größer ist, wäre so etwas eine Katastrophe in jeder Hinsicht – und zwar:

    a) juristisch
    Man stelle sich mal vor, welche und viele Klagen zu bearbeiten und verhandeln wären – und das bei den jetzt schon schwammigen Rechtsbegriffen (Ich bezweifle, dass alle unter “gewaltverherrlichend” dasselbe verstehen).

    b) wirtschaftlich
    höhere Kosten durch Prüfung, Kontrolle etc. -> geringere Standortattraktivität -> Abwanderung ins Ausland

    c) finanziell
    Klagen, Rechtsanwälte, Prüfungen, Prüfer -> Bürokratie

    d) politisch
    Bei derartigen Auswirkungen von a) b) c) ist das Verhalten undefiniert ^^
    Wie von Rey Alp schon angedeutet, könnten z.B. Internetsperren die Reaktion bzw. der nächste Schritt sein.

  7. Schlagwort: Hosterflucht!
    Wieviele zB Fallout 3 Modder gibt es auf Deutschen Webseiten … 0, NULL, keine, nix…
    Die meisten Treiben sich auf Englisch Sprachigen Seiten rum?
    Warum? Zensuren und wie die Oben vorgeschlagenen Gesetze.

    Auf jeden Fall ist sowas ein Angriff auf die Hobbycoder die uU sogar Jahre an ihren Projekten arbeiten. Wenn es nicht Kostenlos ist gehen sie ins Ausland oder lassne es und dann kann man viele Communitys vergessen.

    Da sollte man mal zur Wissensvermittlung mal Werbung für die USK Logos fordern anstelle von den Meinzelmännchen… 2 Monate nur “Dass rote Logo bedeutet ab 18 Jahren, das gelbe Logo… ” dann hätte man sicher viel mehr erreicht als alles andere…

    Happy Coding.

  8. Ich gehe mal schwer davon aus, dass damit bloß solche Onlinespiele gemeint sind, welche eine wie auch immer aussehende kommerzielle Komponente haben – falls dies tatsächlich jede Mod, oder zumindet TC, und jedes Programm von Max Mustermann betreffen soll, so wäre dies kaum vorstellbar zu exekutieren für mich. Die USK Ist darüber hinaus jetzt schon nicht zuständig für Microsoft Word. Wer soll dann so anders überhaupt bestimmen was Unterhaltungssoftware ist und was nicht, bei der zu prognostizierenden Unmenge an Titeln dann. Von Apples App-Store angefangen, an die Unweiten des auch deutschen Internets gar nicht zu denken…
    In Australien soll eine Gesetzesänderung nächstes Jahr aber ja Internetsperren für sämtliche Inhalte bringen, denen eine Kennzeichnung in dem Land verweigert wurde oder werden würde…
    Da hab ich mir heut Mittag noch gedacht würde das auch die Risen-Homepages von Piranha Bytes in Deuschland betreffen…

  9. also grundsätzlich hab ich nix gegen die Online-Bewertung, damit würde die USK sowieso nur das tun, was auch die PEGI schon macht.
    Beispiel Battlefield Heroes: auf der Website sind die Ratinglogos von ESRB und PEGI drauf, die USK hats nich getestet, obwohl man es als vollwertiges Computerspiel einstufen darf.
    bei Flashgames und ähnlichem denke ich aber, dass das sinnlos ist.
    außer, dass sich der Toggo-Club demnächst mit dem USK-0-logo schmücken darf.

  10. also ich stelle mir das lustig vor, wenn da ernsthaft irgendeine Behörde alles testen will. Da ist so eine Mini-Flash-Game-Seite schon eine Jahresaufgabe ;P

  11. Hört dieser Schwachsinn denn nie auf?
    Demnächst dürfen wir unsere Kommentare, Foreneinträge usw. erst noch zur Prüfung einreichen.

    Aber vielleicht plant man ja durch den enormen Zuwachs an zu prüfender Software zig tausend neue Arbeitsplätze zu schaffen bei der USK schon allein um die Arbeitslosenzahlen zu senken.

    Weitere Stellen dann im neu geschaffenen Amt für Internetüberwachung… .

  12. Deutscher jugendschutz vs die welt: Runde1

    Aber da sieht man doch wiedermal das wir deutschen unsere bürokratie lieben. Anstatt das USK auszubauen wird halt was neues gebastelt das wie die PEGI ist aber DOITSCH!

    Warum denn auch den offensichtlich einfachsten weg wählen und das PEGI system übernehmen für alles? Dann wären wir auch mal ein bischen angepasster an die EU verhältnisse. Aber ne das können wir nicht haben, das ist nicht deutsch also wissen die nicht wie man mündige bürger am besten vor bösen inhalten schützt.

  13. Na wenne es so wie Pegi werden soll,koenenn wir uns doch freuen.ich sag mal so: Wenn dadurch die gefahr eienr Indizirung verringert wird,kann eigentlich nur gut sein.oder habe ich das falsch evrtsanden?

  14. kraid… vollbeschäftigung, danke 4mio neuer arbeitsplätze bei der usk.
    Die Nachrichtenmeldung dazu könnte so aussehen: “4Mio Menschen arbeiten daran, das internet einzustufen, nun haben sie schon 5mio Produkte getestet und in der gleichen Zeit wurden 15mio neue Produkte ins Netz geladen” xD

  15. “…eine “Selbstklassifizierung” durch die Wirtschaft erfolgen”

    Durch die Wirtschaft, soso. Wahrscheinlich ist es wirklich, wie Pyri meint, nur auf kommerzielle Produkte bezogen. Anders kann ichs mir eigentlich nicht vorstellen.

  16. Also diese Selbstklassifizierung ist doch ein Witz… wieviele Sekunden wird es wohl dauern, bis ein solches System in Verruf kommt, wo doch schon die USK dauernd als korrupt beschrieben wird, da die Industrie für die Prüfung bezahlen muss (wie jeder Autofahrer auch für den TÜV zahlen muss… ist der TÜV nun korrupt?).
    Ich finde, TÜV und USK sollten kostenlos sein :P wenn die Kunden nicht mehr für die Leistung zahlen müssen, wird alles gleich viel angenehmer xD

  17. @Hybris
    Naja die wissen nicht wirklich das es kostenlose und Hobbyprogrammierergames gibt, die denken eher das es nur *böse* Firmen wie EA, Nintendo, Activision-Blizzard, Sony und Microsoft gibt und denen muß man ja ans Schienbein treten damit die merken das der kleine Zensor auch noch da ist.

  18. Wird bestimmt interessant, wenn die ÖR Browserspiele mit den “K-Spielen” gleichsetzen… ich sehs schon vor mir. Ein möglicher Kommentar könnte wie folgt aussehen: “In Spiel XY muss mann seinen Helden auf die Jagd schicken – was dann eine gewisse Zeit dauert – nur um dann mit Beute und zusätzlicher Erfahrung nach Hause zurückzukehren um sich im Anschluss stärkere Waffen und Rüstungen zu kaufen zu können. Das verwerfliche an diesen Spielen ist, dass die Gewalt nur im Hintergrund abläuft; d. h. dem Spieler wird eine friedliche Welt vorgegaukelt, da er die stattfindenden Kämpfe, die immer in der Abwesenheit der spielenden Person ausgetragen werden, nicht sieht. Im schlimmsten Falle kann der Spieler sogar, alternativ zu den blutigen Ausflügen, auch noch seinen Helden im Friedhof arbeiten lassen, um an zusätzliches Geld zu kommen – ein Hohn auf die schon erledigten Lebewesen/Untote.”
    Die K-Masche funktioniert, wie man sieht, auch bei Browsergames… und die Spielegegner werden, falls diese Klassifizierung durchgehen sollte, diese sicher auch anwenden, falls es mal wieder die Möglichkeit geben sollte gegen Games zu hetzen.

  19. Dieser Inhalt ist von ihren Land aus nicht abrufbar/verfügbar kennt man ja dank IP-Abfrage und Sperre doch schon von YouTube, Xbox-Live und co. und eine Altersfreigabe für solche Inhalte und eine Erweiterung von Sperren sind da eigentlich nur ein logischer weiterer Schritt den wir sicher gehen werden ob wir nun wollenb oder nicht.

  20. Dann werden bald alle Zombie-Slasher-Flashgames zensiert! LOL. also nee das ganze Internet nach bösen Inhalten zu durchsuchen würde 1001 Jahre dauern. Browserspiele auf ausländischen Seiten könnten sie eh nicht bewerten und verbeiten eh nicht.
    wenn die youtubevideos prüfen würden würde mein CoD MW2 Uncut-Cut-Vergleich gleich rausgenommen, weil die uncut ja indiziert ist.
    Das ist einfach nur ein versuch sich weiter bei den Eltern als wähler einzuschleimen.
    Aber das vorhaben is einfach nur unmöglich

  21. Eigentlich müsste man das schon machen. Manche Flashgames sind wirklich mehr als geschmacklos und extrem gewaltverherrlichend. Immerhin böte das viele neue Jobs, nur bezahlen muss sie halt auch jemand ;)

  22. Der Steuerzahler? Die die von Zensur betroffen sind? Die Meinzelmännchen? Ja wer soll das alles bloß bezahlen?

    Nein mal ernsthaft, die Handygames sollten auf jeden Fall mal unter die Lupe genommen werden, was es da alles an frei erhältlichen Erotikspielen gibt ist schon echt heftig und die sind alle ohne irgendeine Alterseinstufung.

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