Chavez: Videospiele sind Gift

(areagames) Seit Oktober 2009 gilt in Venezuela ein Gesetz, das unter anderem die Nutzung bestimmter Videospiele verbietet:

“Dieses Gesetz gilt für alle natürlichen und juristischen Personen, die Handlungen im Zusammenhang mit der Herstellung […] und der Nutzung von kriegerischen Videospielen und Kriegsspielzeug durchführen […]. Kriegerische Videospiele (sind) solche Videospiele oder Programme […], die Informationen oder Darstellungen zur Anleitung oder Förderung von Gewalt oder des Gebrauch von Waffen enthalten […].”

Nun hat sich der Präsident Hugo Chavez auch in einer Rundfunkansprache über derartige Videospiele ausgelassen:

“Diese Spiele, die PlayStation genannt werden, sind Gift. Einige Spiele bringen dir bei, zu töten.” Alle Spiele, in denen “Städte bombardiert oder bloß Bomben geworfen werden”, würden von kapitalistischen Ländern verkauft werden um Gewalt zu sähen, so dass sie “später Waffen verkaufen könnten. […] Anstatt solche Spiele anzubieten, sollte Venezuela Games mit Lerninhalten herstellen.”

Darüber hinaus kritisiert er das Videospiel “Mercenaries 2”, in dem der Spieler einen venezuelanischen Diktator stürzen muss.

25 Gedanken zu “Chavez: Videospiele sind Gift

  1. Der scheint mir zuviel Fromm und Pfeiffer gelesen/geguckt zu haben.
    .
    Ob er auch gegen Spiele wäre, die den Sturz eines kapitalistischen Systems mit Gewalt ermöglichen würden? *fiesgrins*

  2. Jawoll, jetzt wissen wir ja wohin wir Fromm & Co. umsiedeln können.

    “Diese Spiele, die PlayStation genannt werden” falls es sich hier nicht um einen Übersetzungsfehler handelt, dann hat der Mann soeben sein extremes Fachwissen demonstriert.

    Merchenaries 2 – ich nehme doch mal an es handelt sich hier um die PS2 Version, da die PS2 ja dort gerade erst erschienen ist – kann man ja für viele Dinge kritisieren z.B. die unterirdische Grafik oder den fehlenden Spielspaß und viele Bugs, aber der Grund is mir neu. Wie sagt man so schön, betroffene Hunde bellen.

    Das bestätigt nur was wir alle schon vermutet hatten, es ihm geht nicht darum die Jugend vor Gewalt zu schützen, sondern vielmehr das niemand den Staat und die Regierung in Frage stellt.

    Die Partei, die Partei… . Alles schon dagewesen.

  3. “Diese Spiele, die PlayStation genannt werden…”

    Das sagt schon alles über die Kompetenz des Mannes aus und das gesetz ist genauso schwammig formuliert wie die unseren, viel Raum für Schwachsinn ist da möglich.

  4. @Shane_Fenton
    Allready saw that on kotaku…

    It’s interesting that once again the guy gets described as “model student,” but “quiet” and “introverted.” Like the majority of people that have “gone amok because of games”.

    Everybody who has been on a somewhat wilder school knows that this description fits perfectly to the majority of mobbing victims…

    Nobody knew him, nobody wanted to know him so all they can say is “quite and introverted because we didn’t have much contant to him as he had been the guy nobody liked”.

  5. der typ ist nicht gegen spiele, weil sie angeblich irgendwas irgendjemanden beibringen.
    der typ ist gegen videospiele, weil sie AMERIKANISCH sind!
    Er hat die totale Paranoija, dass die Amerikaner sein Land über Kolumbien angreifen werden und damit die Venezuelianer gegen die Amis kämpfen, muss er alles aus dem Land verbannen, was die seine Bürger “amerikanisieren” würde.
    Desweiteren muss er seinen Bürgern zeigen was gegen die extreme Gewalt in dem Land zu tun, was bisher nämlich alles nur kläglich war.

  6. Hm, ob er zuviel Fromm und Pfeiffer gelesen hat weis ich nicht.
    Aber vieleicht hat er zuviel Maria Mies gelesen ?
    Die hat auch den Kölner Aufruf mit verfasst, propagiert den Ökosozialismus und referiert auch mal auf Veranstaltungen auf denen Chavez Venezuela als “Sozialismus des 21 Jahrhunderts” gefeiert wird.
    Gut, die nationalen Sozialisten haben einen Weltkrieg angezettelt und Völkermorde begangen.
    Die Sozialisten des Real existierenden Sozialismus im ehemaligen Ostblock, in Albanien, in Nordkorea, China und Kambodscha haben auch ein paar Millionen Tote auf dem Gewissen.

    Aber das ist doch kein Grund dazu aufzuhören vom Sozialismus zu träumen. Wenn man es nur hart genug probiert ( und gegnügend Feinde des gerade aktuellen Kollektivs umbringt ) wirds schon irgend wann mal funktionieren. ;)

  7. LOL! “Spiele, die PlayStation genannt werden” das is für die Zitat-Datenbank, TRB!
    Ansonsten der ganz alte scheiss. kennen wir alles schon, aber warum alle Deutschlands Probleme nachahmen wollen, versteh ich nicht so recht, oder wirkt das auch in andern Ländern auf die Bevölkerung? wenn ja, hatte Einstein mit seinem Satz “Es gibt zwei Dinge, die unendlich sind; das Universum, und die Dummheit des Menschen. Bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.” ins Schwarze getroffen hat.

  8. So unrecht hat nicht.

    Ich würde noch weiter gehen und sogar behaupten, dass das Proletariat heutzutage ähnlich wie im alten Rom mit “Brot und Spiele” bei Laune gehalten wird.

    Nur die Begriffe haben sich geändert.
    Ist jetzt “Fastfood und Informationstechnlogie bzw. Multimedia”.

  9. @Mystical13: nicht ich Rey ^^
    Ist aber mal wieder so ein härte Fall, aber da will ich gerne mal das Originalzitat und einen haben der es sauber übersetzt…

    Happy Coding.

  10. @Lord Chaos
    Wenn du was gegen Multimedia hast warum nutzt du dann Fernseher, Radio, PC und co.? Ihr Weltverbesserungsfanatiker solltet euch mal selber reden hören…

  11. nein die Bayern Methode:
    hohes Alphorn hohe Glocke – 1
    tiefes Alphorn tiefe Glocke – 0

    Ja… in Bayner gibt es Internet jetzt auch analog… ;-P

    Happy Coding.

  12. @Doktor Trask
    Ich würde da gar keine Weltverbesserung sehen: Intoleranz kann für mich damit jedenfalls nichts zu tun, denn was ist es sonst anderen ihren Geschmack und ihr Empfinden streitig zu machen. Denn auch wenn sich solche Leute nicht bewusst für etwas besseres halten, dann glauben sie immerhin erkannt zu haben was für andere schlecht sei – und da ist das dann eben schon so, dass man sich über diese quasi automatisch stellt und wenigstens so für überlegen hält. Ganz übel und gefährlich diese Zeitgenossenschaft, ich kann bloß davor warnen… Vor allem vor sowas noch als “Wert” vorgetragen.

  13. @Pyri
    Das ist mir klar, ich habe ja selbst schon hier im Forum einmal ähnliches geschrieben wie du jetzt und die Problematik ist auch der Grund warum ich dieser Sorte Leute nicht nur mit Skepsis sondern auch mit einer zunehmender Ablehnung gegenüber trete. Sicher reden wäre besser aber warum müssen wir immer die sein die auf andere zugehen und reden wollen und warum müssen wir ständig Zu- und Eingeständnisse machen, kann man wenn einem was nicht gefällt nicht einfach auch mal den Mund halten und den Leitspruch Leben und Leben lassen beherzigen? Mir gefallen auch nicht alle Dinge und auch ich habe gewisse Werte und Tugenden die ich für richtig halte aber ich zwinge sie niemanden auf, die selbsternannten Fachidoten und Weltverbesserer allerdings tun genau das und scheuen dabei so manche Schweinerei nicht.

  14. Ein Mensch aus Venezuela nennt man einen Venezolaner oder eine Venezolanerin. Sie sind venezolanischen Ursprungs. Vergleiche http://de.wikipedia.org/wiki/Venezuela
    .
    Im Englischen ist es “a Venezuelan person”, im Deutschen aber nicht. Auch Google fragt “meinten Sie venezolanisch” wenn man nach “venezuelanisch” sucht…
    .
    Bitte diese sprachliche Panne im Artikel korrigieren. Dann kann dieser Kommentar auch gerne mit entfernt werden.

  15. Brot und Spiele sind gleich Fastfood und Multimedia ?
    OMG, das lieb ich an Salonsozialisten wie Lord Chaos.
    Die eigenen kleinbürgerlichen Wertvorstellungen die schon lange Mainstream sind in Klassenkämpferische Worte kleiden.

    “Fastfood” lässt sich nicht mit dem Brot vergleichen das auf Kosten des römischen Staates an den Proles gratis verteilt wurde.
    Hartz IV passt da schon eher. Und wie beim römischen Sozialstaat wird über die Größe des Brotkörbchens Politik gemacht.
    Im alten Rom wurden übrigens die Provinzen ausgeplündert um das Brot zu finanzieren, heute ist es der Steuerzahler.
    Der Effekt ist der selbe. Die Clienten wenden sich dem Patron zu der am meisten Brot verspricht. Die Salonsozialisten versprechen volle Brotkörbe mit feinsten Biobrot, und jedes Jahr gibt’s mehr Brot.
    Echte Revolutionäre versprechen den Clienten nur eins: Das sie die Chance bekommen selber Brot zu Backen, und nicht damit leben müssen um Brot zu betteln.

    Und auch Informationstechnologie ist nicht mit den römischen Spielen vergleichbar.
    Informationstechnologie bietet nur das Medium.
    Ob man damit Unterhaltung wie “Lindenstraße” oder “Marienhof” anschaut oder kritische Publikationen wie Jungle World und Phase 2 konsumiert bleibt da jeden selbst überlassen.
    Genau wie jeder selber entscheiden muß was den alten römischen Spielen an nächsten kommt.
    Simple gestrickte Unterhaltung wie Lindenstraße und Marienhof, in denen der Mainstream nachgekaut wird, oder Publikationen die diesen Mainstream in Frage stellen ?

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