Lesehinweise

Die PC-Games hat in einem Interview Faruk Yerli, einen der drei Gründer des deutschen Entwicklungstudios Crytek (FarCry, Crysis), unter anderem zum Einfluss der “Killerspiel”-Debatte befragt. Die pragmatische Antwort:

“Wir ignorieren das natürlich nicht, wir achten sehr auf diese Diskussion. Wenn unsere Firma von solchen Entscheidungen betroffen ist, zum Beispiel neue Gesetze kommen, dann sind wir bereit, notwendige Änderungen sehr schnell vorzunehmen, um die Firmengeschäfte nicht zu stören. Falls solch ein Gesetz in Deutschland eingebracht wird, kommt das ja nicht von heute auf morgen, sondern erst in zwei bis drei Jahren. Das gibt uns natürlich auch Raum, einen Wandel durchzumachen.”

Darüber hinaus versucht man Politkern Firma und Spiele vorzustellen, um nicht in die “Kategorie Killerspiele” gesteckt zu werden. Auch lesenswert dürfte der von der GameStar erwähnte Artikel im “Amnesty Journals” sein, in dem Thomas Lindemann ein Plädoyer für (!) Kriegsspiele hält.

11 Gedanken zu “Lesehinweise

  1. was Yerli meint ist: wenn ein solches Gesetz kommen sollte, können wir innerhalb kürzester Zeit das Land wechseln!

    “Darüber hinaus versucht man Politkern Firma und Spiele vorzustellen, um nicht in die “Kategorie Killerspiele” gesteckt zu werden”
    ich würde sagen DAS ist unmöglich!
    Zumindest bei den Politikern die sogar Fifa als Killerspiel sehen.

  2. Wenn so ein gesetz kommen würde wäre das schlecht für die deutsche Wirtschaft, wenn z.b.
    Spieleentwickler wie Crytek ins Ausland ziehen würden, das sollten sich die Politiker also gut überlegen.

    @Booomboy ich sehe das genauso, Politiker die soger Warcraft 3 und Fifa für gefährlich halten wird das nicht interestieren.

  3. @Booomboy

    Na hey nun mal nicht das böse Spiel Fifa unterschätzen. Immerhin wird dort geschossen und auf Wehrlose Bälle eingetreten. Es soll sogar einen Zusammenhang zwischen Fifa und Straftaten an echten Bällen geben. Diese armen Bälle müssen doch geschützt werden.

    Jaja Ironie is schon was tolles ;-)

  4. Ich glaube, die Arguemtation, die Spieleentwickler bringen Geld ist zwar durchaus tauglich einige Politiker “auf unsere Seite” zu ziehen, aber eigentlich würden sie ihre Meinung nicht ändern und gerade durch diese Arguemtationsstrategie sehr anfällig für “Spielegegner” werden, weil diese dann in gewisser Weise zu Recht gegen die rein kapitalistische Vorgehensweise der Politiker stänkern könnten.

    Das Problem habt ihr schon erwähnt. Die Spieleentwickler wollen die Politiker einladen und es kommen nur die, die sich eh schon für Spieel interessieren. Die anderen brauchen sich kein Bild von den Spielen oder ihren Herrstellungsprozessen zu machen, denn sie haben ja schon ordentlich Frontal21 gesehen und wissen nun ebscheid…

  5. @Booomboy
    Das die Firma Crytek Deutschland verlassen werde wenn die Gesetzeslage einen vernünftigen Geschäftsbetrieb für Unternehmen die Unterhaltungssoftware entwickeln unmöglich mache hatte Yerli bereits vor 2 Jahren angekündigt, damaliges Ziel zur Abwanderung sollte Österreich werden, in älteren GameStarausgaben sollte man betreffende Aussagen finden können.

  6. @Pyri
    Ja das weiß ich, die entwickeln momentan auch an einen bisher nicht Namentlich genannten Spiel herum wenn man der PC-Aktion glauben darf.

  7. Faszinierend: mit Lindemann hatte ich vor einigen Wochen längeren Mailkontakt, in dem ich mich mit ihm genau um die Problematik unterhalten hatte, die er im aktuellen Artikel behandelt. Damals gings um einen WELT Artikel, den ich etwas einseitig geschrieben fand. Ich hatte dazu v.a. versucht, ihm die Perspektive von Gamern nahezubringen, die sehr wohl zwischen verschiedenen Darstellungsformen von Gewalt unterscheiden können und sich kritisch mit diesen auseinandersetzen. Er erläuterte mir wiederum seine journalistische Sicht auf die Games. War ein sehr interessantes Erlebnis.

  8. Wenn das Herstellungsverbot für Killerspiele kommt, wird sich Faruk Yerli wohl bald vor Gericht wiedersehen.
    Und Zeitungen wie BILD werden es sicherlich schaffen ihn in einem Atemzug mit türkischen Alkoholpunschern, die letztes Jahr drei deutsche Jugendliche umgebracht haben, zu nennen.

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