Pfeiffer auf neuen Wegen?

(Bild) Frühere Aussagen von Christian Pfeiffer, wonach sich die “Die Mehrheit der jüngeren Amokläufer […] erst am Computer in Stimmung geschossen” habe, dürften bekannt sein. Neuerdings gibt er sich, der schon den Wert von Videospielen generell in Frage stellte, da es “Weltweit […] den empirischen Nachweis, dass Spiele sinnvoll sind, nicht” gäbe, auf dem ersten Blick eher gemäßigt. So sagt er gegenüber der Bild: “Noch nie ist ein Amoklauf dadurch entstanden, dass jemand Computerspiele gespielt hat“. Auf dem zweiten Blick fällt jedoch auf, dass er auch in der Vergangenheit Videospiele nicht als Ursache von Amokläufen bezeichnet hat: So sei, wenn auch nicht kausal, “das Computerspielen natürlich immer noch ein notwendiger Faktor für den Amoklauf”. Es bleibt also offen, ob es bei Pfeiffer einen Gesinnungswandel gibt, oder ob er – aus welchen Gründen auch immer – seine Kritik nur zurückhaltender ausdrückt.

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24 Gedanken zu “Pfeiffer auf neuen Wegen?

  1. Aha ein Notwendiger Faktor also, ja wenn das so ist, Atemluft ist auch ein Notwendiger Faktor, ebenso wie Trinkwasser und Nahrung, streicht das alles und niemand kann mehr Amoklaufen.

    Mal ernsthaft, Herr Pfeiffer wird sich niemals ändern auch wenn er seine Worte mittlerweile geschickter wählt (PR-Manager/Berater und Ghostwritter für öffentliche für Reden machen es möglich) so bleibt er doch wer es ist und schon immer war, ein Wolf bleibt ein Wolf auch wenn er sich ein Schafspelz überzieht.

  2. “das Computerspielen natürlich immer noch ein notwendiger Faktor für den Amoklauf”

    eine hypothese, die bereits durch einen einzigen amoklauf widerlegt wird, bei dem der täter keine Spiele gespielt hat.
    Ist diese These Widerlegt?
    Sollte ein Professor Doktor bereits widerlegte Thesen als stand der Forschung kommunizieren, sogar verstärkt durch ein vorangestelltes “natürlich”?
    Welche Ziele verfolgt ein Professor Doktor, der dies tut?

    Aber des entscheidende Zitat was seinen Sinneswandel ausdrückt ist ja “Ursachen für Bluttaten seien immer im realen Leben zu suchen.” Dies stimmt wirklich hoffnungsvoll.

  3. @Krabat
    Der Chinese der an einer US-Uni 30 Menschen erschoß hatte doch noch nicht einmal einen Computer, Konsole oder sonstwas zum zocken, also gibt es zumindest einen Amokläufer bei dem Einwandfrei festgestellt wurde das der Täter keine Computerspiele spielte oder besaß.

  4. Weshalb sollen Fernsehfilme und Dokumentationen denn keine “Gewaltvideos” sein? Ich verstehe wenn schon vor allem letztere darunter, zeigen diese für gewöhnlich schließlich keine SchauspielerInnen die bloß Spaß an Spezialeffekten haben.

    Ein “notwendiger Faktor”: was ist bitte schön “notwendig”? Wenn dem so wäre, dann hätte gar nie jemand Amok gelaufen sozusagen, wenn er (da werden sexistisch zumindest medial ja auch vor allem junge männliche Wesen so gedacht) so vorher nicht Computer gespielt hätte – und das soll kein Postulat einer Kausalität mehr sein? Das ist, zum ersten Mal so für mich, sogar eines von zwingender Kausalität und widerspricht sich eben auch mit anderen Aussagen. Bevor da ins Rampenlicht oder zu JpurnalistInnen gegangen wird sollte sich demnach erstmal überlegt werden welche Begrifflichkeiten dort dann eigentlich anzuwenden wären um wissenschaftlich überhaupt noch irgendeinen Sinn zu ergeben.
    Aber vielleicht bin ich der deutschen Sprache ja nicht mächtig genug, dass ich wüsste was in dem Zusammenhang alles “notwendig” sein soll: ansonsten schaudert mir bei der Wahl einer so ungenauen Sprache ebenso wie bei dem aus meiner Sicht einem vorgestellten Unwert von Spielen zugrunde gelegtem Leistungsdenken, das ich so nur unmenschlich nennen kann. Inhuman deshalb, weil Pfeiffer am Wert von anderem Ausdruck hoffentlich nicht in dieser Form etwaigen (Un-)Sinn und (Nicht-)Nutzen so zusammenbringt

  5. @Rey Alp
    Ich habe bewußt den schlimmsten Amokläufer der letzten Zeit gewählt, das auch der Ansbachkiller nicht ins Schema passt (Und andere Täter der jüngsten Zeit ebenso)weiß ich.

  6. Es wäre auch ziemlich lächerlich zu behaupten, Computerspiele seien ein unbedingter Faktor für Amokläufe, wenn der Täter gar keine gespielt/besessen hat. Da drückt man sich bei diesem Thema schon etwas vorsichtiger aus und nennt es dann einen weiteren Belastungsfaktor, bei dem aber noch jede Menge andere schwerere Probleme hinzukommen müssen.

  7. Pingback: Mir scheint schon, dass da einiges falsch läuft… « Jürgen Mayer

  8. Ich würde in Bezug auf Herrn Pfeiffer vorsichtig sein. Erst am Samstag – also vor zwei Tagen – hatte er auch wieder ein Wort in Bezug auf den neuen Ammoklauf in der Mittelbayerischen Zeitung mitzureden. Da warnte er zwar vor allzu einfachen Schlüssen – u. a. dass es zu kurz greife wenn man nur Computerspiele, die das Ziel haben Gegner zu töten, als Ursache sehe – allerdings sagte er auch noch, dass es nicht geleugnet werden könne, dass viele Täter, die Amok gelaufen sind auf ihren Computer derartige Spiele hatten. Er meinte weiterhin, dass man durch solche Spiele sicherlich abstumpfe.
    Gut, er sagte zwar dann auch noch, dass die Ursachen für solch eine Bluttat in der Realität zu suchen sei, allerdings finde ich, dass speziell jetzt wieder der Bezug zu den Spielen hergestellt wird sehr verdächtig klingt, da er ja genau das sagte wie schon in der Vergangenheit.
    Vielleicht liegt es aber auch einfach nur an der Zeitung, die seine Aussagen einfach falsch wiedergegeben hat.

  9. Ach, die Mittelbayerische Zeitung ist doch schwarz wie die Nacht.
    Ich weis noch vor der Bundestagswahl gab es dort Noten für die Minister.
    Die Leute von der CDU/CSU bekamen dort durch die Bank 1en und 2en.
    (Die von der Leyen natürlich ne 1)

  10. Nunja, so wie ich das mitbekommen habe, liegt die Reputation des Herrn Pfeiffer bei seriösen Wissenschaftlern nahe Null. Nur Regierungen, deren Propaganda-Apparate(ZDF zb.) und Verbots-Befürworter(auch der Näf verweist auf das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen/Herr Pfeiffer) ziehen den ständig aus dem Hut.
    Persönlich glaube ich nicht das der Herr Pfeiffer, wie einige andere eine wahnhaft-getrieben Vendetta(wie das AAW) betreibt, sondern wirklich glaubt DEN Grund gefunden zu haben ihn allerdings nicht wissenschaftlich vermag zu untermauern, so das er mit allen(!) Mitteln versucht sich Gehör zu verschaffen, bevor noch mehr passiert…man kann ihm da nicht wirklich böse sein da zu Vermutung steht das es wirklich “gut” meint.
    Allerdings mein ich das er seinen Ton (nur) runterfährt, weil er mittlerweile Gefahr läuft als Kläffer abgetan zu werden, er scheint mehr zu taktieren…

  11. Viel wichtiger als dieser traurige alte Mann dürften wohl derzeit die Bestrebungen um die Neufassung des Jugendmedienschutz Staatsvertrages sein. Hier droht eine umfassendere Zensur des Internets als wir es uns jemals vorstellen konnten. Da ist “Zensursula” ein Scheissdreck dagegen.

  12. “allerdings sagte er auch noch, dass es nicht geleugnet werden könne, dass viele Täter, die Amok gelaufen sind auf ihren Computer derartige Spiele hatten.”

    Da sage ich: ja, und weiter? Hatte der Mann Wahrscheinlichkeitsrechnung in der Schule?

    Laut BpjM spielen 81% aller Jugendlichen ab 12 Jahre mindestens gelegentlich Computerspiele, ältere Jugendliche und Erwachsene natürlich auch Egoshooter. Wenn man jetzt aus dieser Gruppe “Jugendliche und Erwachsene ab 12 Jahren” eine kleine zufällige Auswahl, beispielsweise “Amokläufer” (zufällig weil sie vom Alter und Charakter her sehr unterschiedlich sein können) auswählt, dann kann man erwarten, dass 81% davon Computerspiele gespielt haben. Also, wo ist das Problem? Hat niemand jemals Herrn Pfeiffer auf diesen offensichtlichen Denkfehler hingewiesen?

  13. Leute unter 30 die nicht spielen sind eher selten, die Regel ist eher das sie spielen. Ich denke Herr Pfeiffer weiß das ganz genau aber er verdient nun einmal sein Geld damit seine Studien in bestimmte Richtungen zu lenken, entsprechend fallen dann auch seine Aussagen aus.

  14. Skepsis ist angesichts dieser Aussagen durchaus angebracht. Vielleicht hat seine Schwester ihn ja informiert, wie sie es damals angekündigt hatte. Nun ist auch Regine Pfeiffer kein Unschuldslamm, aber immerhin hat sie das Gespräch mit uns gesucht.
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    Die Bild-Definition von “Killerspiel” ist auch gut (Link links vom Artikel):
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    “In diesem Zusammenhang wird ein Killerspiel wie folgt definiert: Es zeigt Formen der Gewaltdarstellung, Kampf- und Tötungshandlungen. Meist gehört es zum Genre der Ego-Shooter (Schieß-Spiel aus der Ich-Perspektive). Andere Genres wie Strategie- und Rollenspiele zeigen die Gewalt meist nicht so deutlich und nah, weil sie die Perspektive der dritten Person benutzen: Der Spieler steuert eine Figur, die er auch auf dem Bildschirm sieht. Ein Killerspiel wird’s, wenn die Grausamkeiten gegen menschenähnliche Figuren ausgeübt werden.”
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    Was nun “Grausamkeiten” sind, hat uns die Bild hingegegen nicht erklärt. Ich finde ja es ist schon grausam die Bild jemandem zu lesen zu geben, daher wäre die Bild sowas wie eine “Killerzeitung”. *g*

  15. Dr. Pfeiffer will eventuell nur davon ablenken das er zu den Verschwörungstheoretikern des Kölner Aufrufs gehört und deren wirre Ökosozialistischen Forderungen mit seiner Unterschrift unterstützt hat.
    Welches Gedankengut bei den Unterstützern des Kölner Aufrufs zirkuliert kann man schön in einem Interview der Östereichischen Publikation “Standard” nachlesen.
    http://diestandard.at/1265852135844/Interview-Kapitalismus-ein-Zerstoerungsprojekt

    Hier sollte sich Dr. Pfeiffer mal endlich erklären:
    1.) Ist oder war er Ökosozialist ?

    2.) Wie steht der zu den Ökosozialistischen Ideen der Verfasser des Kölner Aufrufes ?

    3.) Wenn dieser militärisch-medialen-industriellen Komplex dessen Existenz er, aber auch der amtierende bayrische Innenminister mit ihrer Unterschrift unter den Kölner Aufruf bestätigt hat existiert, warum geht er dagegen nicht juristisch vor ?
    Als ehemaliger niedersächsischer Innenminister und anerkannter Kriminologe hat er ideale Voraussetzungen dafür.

    4.) Ist das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen Teil dieses militärisch-medialen-industriellen Komplexs ?
    Immerhin wurde es 1979 vom damaligen niedersächsischen Justizminister Hans Dieter Schwind gegründet, ein Jahr nachdem dieser als Mittäter bei der Organisation des Sprengstoffanschlages auf die JVA Celle tätig geworden ist.
    Das legt die Vermutung nahe, das KFN könnte gegründet worden sein um die Terrorhysterie der Bevölkerung durch entsprechende kriminologische Gutachten zu schüren, um den Abbau von Bürgerrechten zugunsten härter Gesetze und Zensurmaßnahmen zu erleichtern.
    ;)

  16. Für die jüngeren unter uns, will ich das so genannte “Celler Loch” mal erklären und damit die gängige “Praxis” seid 1978 der Bundesrepublik, wie man (Klientel)-Politik macht.
    1978 hatte man wohl keine Schlagzeilen um Bürgerrechte zu beschneiden u.o. anderes unnützes Zeug auf den weg zu bringen, also hat die Bundesrepublik SELBER ein Loch in ein Gefängnis gesprengt um es der RAF als Befreiungsversuch(zu dem Zeitpunkt war ein Mitglied dort inhaftiert) in die Schuhe zu schieben….und seid jeher macht die Bundesrepublik so Politik/Gesetze. Man jagt irgend-jemanden durch die Presse, die man selber täuscht(damals) oder die einem sowieso gehört(heute), macht das solange bis die Bürger das glauben(bzw. eine Mehrheit) und stellt das dann als legitimerung durch das Volk hin.
    Der Herr Vize-Kanzler macht es aktuell auch, der Zweck soll bei ihm wohl sein, das die armen-armen Konzerne/Firmen/Bonzen(wohl die Auftrag und Brötchen-Geber…) nachher noch mehr 1€-Jobber, Langzeitpraktikanten etc. pp. erhalten.
    Und genau das KANN man dem Kriminologischen Institut auch unterstellen, man macht sich einfach die Schlagzeilen solange selber bis man seine Mehrheit hat.

  17. tja, aber keiner von diesen spezialisten (pfeiffer, politiker,…) kann einem erklären wie es dann kommt, das jemand der im schützenverein ist….sich einen ansäuft und dann seine frau mit genickschuß tötet. sozusagen ein “Wife-shooting” bzw. für die deutschen ein “amoklauf”. raffen die bürger wirklich nicht die zusammenhänge (waffen im haus – gaga im kopf (durch psyche oder alkohol)). warum macht sich die bevölkerung darüber keine gedanken sondern hauen in die kerbe der “spezialisten”? kann deutschland wirklich nicht mehr denken?

  18. Pingback: Amokläufe sind kaum zu verhindern – Pfeiffer wird ruhiger « Die ganze Welt des Wahnsinns

  19. weiß jemand wo dieses zitat her ist (vom bild artikel definitiv nicht)

    “Weltweit […] den empirischen Nachweis, dass Spiele sinnvoll sind, nicht”

  20. Ist das wirklich der Artikel?
    http://www.bild.de/BILD/news/2010/02/20/amoklauf-ludwigshafen-experten/fall-florian-k-amoklaeufe-kaum-zu-verhindern.html

    Klingt für mich doch eigentlich okay und sieht nach einem Sinneswandel bei Pfeiffer aus.
    -Die deutschen Gesetze seien streng genug
    -Schuld am Amoklauf sind laut Pfeiffer vielmehr „Niederlagen, Enttäuschungen, Hassgefühle“.
    -Eine Diskussion über Killerspiele hält er deshalb für Unsinn: „Noch nie ist ein Amoklauf dadurch entstanden, dass jemand Computerspiele gespielt hat“, meint Pfeiffer. Ursachen für Bluttaten seien immer im realen Leben zu suchen.
    -Zwar sieht der Experte einen Zusammenhang mit Gewaltspielen, sie beeinflusse Jugendliche wie die „Bildgewalt“ in vielen TV-Sendungen. Das sei aber kein Auslöser für Gewaltexzesse
    -Der Anblick brutaler Bilder führe zu einer „emotionalen Sucht“ und produziere „negative Helden“. Amokläufer könnten versuchen, ihren Namen mit Bluttaten unsterblich zu machen.
    -Das wohl größte Problem: Die düsteren Gedankenwelten von Amokläufern sind für die Öffentlichkeit nicht sichtbar.
    -Es ist leider eine Tatsache, dass Schule immer mehr zur Zielscheibe gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und Aggressionen wird
    ……………………………………………………………………
    Aber auch Pfeiffer bleibt vom “irrationalen” Denken nicht verschont:
    “Der Fall Ludwigshafen beweise, dass eine Überarbeitung des Waffenrechts sinnlos sei, weil in jedem Küchenschrank ein Messer liege.”
    Für “Küchenmesser” braucht man keinen Waffenschein, Besitzurkunde und muss damit auch nicht in “Schützenvereine” (würde auch irgendwie dumm aussehen).
    Die schlimmsten Amokläufer, Steinhäuser und Kretschmer, haben mit ihren Schusswaffen so viele Menschen getötet, nicht mit Steakemesser und Kartoffelschäler.
    Wie jetzt aber Pfeiffer von Schusswaffen auf Messer schließt, bleibt mir schleierhaft.
    Ja ich weiss, dass der Typ in Ludwighafen mit nem Messer jemanden umgebracht hat, aber das Waffengesetz dreht sich größenteils um Schusswaffen, nicht um Steakmesser.

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