„Rechs Äußerung zeugt von großer Ahnungslosigkeit“

(ka-news) Rechs Äußerung „Killerspiele“ für abartig und gefährlich zu halten scheint auch in den Fraktionen des Karlsruher Gemeinderats auf wenig Zustimmung zu treffen. So findet Stadtrat und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU Thorsten Ehlgötz, der auch ein ein härteres Waffengesetz befürwortet, im Gegensatz zu Rech dass ein reines Verbot nicht durchsetzbar sei:

„Wir können nicht alles mit Gesetzen verbieten. Pauschalisieren durch Verbote ist immer schlecht.“

Kritik gibt es ebenfalls aus der SPD. Fraktionsvorsitzende und Stadträtin Doris Baitinger findet die Äußerung als scheinheilig:

„Es zeugt von großer Ahnungslosigkeit. Killerspiele töten keine Menschen. Rech will sich nur die Unterstützung der Waffenlobby sichern. Er lenkt vom eigentlichen Problem ab.“

Jörg Rupp, Kreisvorstand der Grünen-Fraktion, kann über ein Verbot von „Killerspielen“ ebenfalls nur den Kopf schütteln:

„Rech wollte wahrscheinlich eine Schlagzeile produzieren, was anderes kann ich mir nicht vorstellen. Die Spiele werden geprüft, bevor sie auf den Markt kommen und können somit nicht abartig sein. Seine Äußerung ist eine Beleidigung für alle Spieler.“

Zwar sieht Rupp Gefahren wie Abstumpfung und Sucht in den Spielen, meint aber, dass eine Diskussion nicht von oben, sondern nur in der Gesellschaft geführt werden muss.

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16 Gedanken zu “„Rechs Äußerung zeugt von großer Ahnungslosigkeit“

  1. Gibt auch Grüne die das ganz anders sehen:
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    Matthias Güldner:

    „Wer Ego-Shooter für Unterhaltung, Facebook für reales Leben, wer Twitter für reale Politik hält, scheint davon auszugehen, dass Gewalt keine Opfer in der Realwelt fordert.“

    http://debatte.welt.de/kommentare/144723/zur%20unertraeglichen%20leichtigkeit%20des%20internet


    „Wir lehnen gewaltverherrlichende Spiele ab, da sie als Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche nicht geeignet sind und haben deshalb 2003 auch den Jugendmedienschutz in Deutschland grundlegend reformiert. […] In Zeiten des Internets, wo pauschale Verbote von Spielen ohnehin nur schwer umsetzbar sind, setzen wir auf die konsequente Vermittlung von Medienkompetenz in allen Bildungsbereichen. Wir wollen gute Spiele fördern, um die gewaltverherrlichenden zu verdrängen.“

    http://www.zottel.de/2009/06/05/grune-gegen-das-verbot-von-killerspielen/

    „Wenn es nach uns ginge, hätte Karlsruhe dem Intel Friday Night Game in der jetzt geplanten Form frühzeitig einen Riegel vorgeschoben, indem die KMK für diese Veranstaltung keine Halle zur Verfügung gestellt hätte. Das allein hätte aber das Problem nicht gelöst. […] Jeder kann sich diese Spiele heute zu Hause auf den Computer laden, ganz ohne dass die Öffentlichkeit etwas davon mit bekommt.“

    http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Gruene-fordern-klares-Signal-gegen-Computer-Killerspiele;art6066,199419

    „Wir haben große Bedenken gegen diese Art von Freizeitbeschäftigung. Spiele wie Counter Strike verherrlichen Gewalt und verletzen die Würde der Menschen. Sie können bei exzessivem Gebrauch abstumpfen und bergen dann ein enormes Gefahrenpotential. Als Grüne fordern wir, dass die Stadt hier eindeutig Stellung bezieht.“

    http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/Gruene-fordern-klares-Signal-gegen-Computer-Killerspiele;art6066,199419


    „Man muss das auf eine ganz andere Art und Weise ächten, nämlich indem man darüber diskutiert. […] Es ist eine Frage der Kompetenz, der Auseinandersetzung, und der Möglichkeit anderes zu erleben.“

    http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2009-03/13502662-schaeuble-virtuelle-welt-baut-hemmschwellen-ab-kuenast-killerspiele-durch-diskussionen-aechten-007.htm

  2. Wenn schon die Politiker selbst immer von Lobbyismus für die Waffenindustrie, Jäger und Schützenvereinen sprechen scheinen wir doch Recht zu haben mit unserer Vermutung das es gar nicht um den Schutz der Jugend geht sondern rein ums Geld und das wir Gamer nur ein Bauernopfer sind. Menschen wie Herrn Rech muß man in aller deutlichkeit ihre Grenzen aufzeigen, da darf es kein „In Watte hüllen“ geben.

  3. „Seine Äußerung ist eine Beleidigung für alle Spieler.“

    Endlich wird das mal gesagt!
    Die meisten Politiker und „Pädagogen“ haben anscheinend keine Ahnung, was sie mit ihren Aussagen aussagen.

  4. @Mike L. darauf würde ich an deiner Stelle nicht hoffen, denn solche Sprüche bekommst du auch von den Grünen und der SPD zu hören, sobald es ihnen in den Kram passt und sie bei einer bestimmten paranoiden Wählerschicht auf Stimmenfang gehen wollen.

  5. Leute: Der Rech ist auch von der CDU! Das ist eine Christliche Partei! Was der sagt muss man nicht verstehen! Dass muss man glauben! ;-)
    Happy coding!

  6. aber zumindest gibt es endlich politiker die nicht weiter nur daneben stehen und den kopfschütteln, sondern auch endlich mal DAS sagen was GESAGT WERDEN MUSS!
    Ich wünsche es gäbe mehr solcher Leute und vorallem aber auch, dass gegen solche Leute wie Rech politisch mehr gemacht werden würde.
    bei sarazin wird z.B. auch über ein Parteiauschluss diskutiert, weil der zu viel mist über verschiedene gruppen in diesem land in der vergangenheit gesagt hat.

  7. @Lazerus
    Das tun sie weil es alle tun und alle wissen das mit dem Ausspruch *Killerspiele* (hauptsächlich) die Aktionspiele für Volljährige gemeint sind.

  8. Na ja, hab erst jetzt die Logik mitgekriegt welche der Rupp-Äußerung da anscheinend zu Grunde liegt: wonach bloß etwas das geprüft werde da nicht „abartig“ sein könne, etwas ohne Prüfung hingegen schon?? Ich glaub da hat auch jemand nicht verstanden was so geprüft wird – „Abartigkeit“ ist es ja wohl nicht :-D

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