Achtung vor den „Killerspielverbänden“

Bereits was mit „Killerspielen“ gemeint ist, stellt für Gamer regelmäßig ein Rätsel dar. Mit der Einführung eines neuen Begriffs wurde der Schwierigkeitsgrad nun erhöht. In zwei Artikeln wird von ominösen „Killerspielverbänden“ bzw. einer „Killerspiel-Lobby“ gesprochen:

„Aus dem Bereich der Killerspiel-Lobby hatten wir auch schon Morddrohungen.“ (Rheinzeitung)

Von den Vertretern der Waffenverbände wird gesagt, die Killerspiele seien schuld. Die Killerspielverbände sagen, die Waffen seien schuld. Es ist ein Spiel in dieser Gesellschaft. Keiner stellt sich mehr dem eigenen Tun.“ (Mitteldeutsche Zeitung)

Bei  „Killerspielverbände“ findet Google keine weiteren Einträge als den angeführten Artikel. Die Suche nach „Killerspiel-Lobby“ ist mit 26 Treffern nur auf den ersten Blick ergiebiger: Während viele Einträge von einer „Anti-Killerspiel-Lobby“ sprechen oder eine solche meinen wird sie in anderen von Gamern herbeigesehnt, deren Nichtexistenz festgestellt oder nur scherzhaft genannt. Mit gutem Willen kann man gerade ein mal vier Nennungen finden.

Wir Gamer dürfen uns wohl darauf freuen, dass wir zukünftig neben dem Begriff der „Killerspiele“ mit „Killerspiel-Lobby“ und „Killerspielverbänden“ zwei weitere leere Worthülen an den Kopf geschleudert bekommen.

16 Gedanken zu “Achtung vor den „Killerspielverbänden“

  1. Oh mein Gott, wir müssen sofort unseren Anführern bescheid sagen, dass sie undere Strukturen durchschaut haben. Bringt die Folterspiele in Sicherheit und versteckt das Vergewaltigungsaddon für Mass Effect 2.

    Was manche Leute für Probleme haben ist doch echt… natürlich sind Videospiele gefährlicher und trainieren mehr das Zielen als echte Waffen – scheint natürlich absolut logisch zu sein.

  2. Killerspielverbände? Wer oder was soll das sein? Wir die Gamer selbst, das VDVC? Die Piratenpartei? Firmen wie Electronic Arts? Internetseiten wie Stigma-Videospiele? Gameszeitschriften wie GamePro? Alles zusammen? Ich spiele nun seit 22 Jahren und habe schon viel gehört und bin im Spielebereich das was man einen Crack oder Nerd bezeichnen würde aber sowas habe ich bisher noch nicht gehört. Mein elektronisches Wörterbuch welches mir beim schreiben auf dem PC helfen soll, hat in der letzten Zeit viele neue Worte gelernt, ein recht herzliches Dankeschön an die Spielekritiker.

  3. Haha, jetzt werden sie langsam erfinderisch und verpassen einem beleidigende Titel, weil ihnen offensichtlich all ihre fadenscheinigen Argumente ausgegangen sind. Das ist an Polemik ja garnicht mehr zu überbieten – liegt vielleicht sogar unter dem BILD-Niveau und das will ja schon was heißen. Doktor Trask, ich denke, sie meinen so ziemlich alle von dir genannten Organisationen, die Presse schert eh immer alles über einen Kamm. Sachliche Aufklärung bzw. Sammlung von Informationen, bevor man reißerische Artikel verfasst, vermisse ich bei allen Themen, die durch die Presse (Online wie auch gedruckt) geistern.

  4. Ich sehe darin die Ausweitung der Debatte auf die Spieler. Vorher ging es nur um die Spiele selbst, vor die man uns Spieler zu schützen habe, aber mit diesem neuen Kampfbegriff kann man nun problemlos jeden, der in irgendeiner Weise Spiele mit gewaltdarstellenden Inhalten spielt zu einem bedrohlichen und im Finsteren agierenden Feind zusammenfassen. Da der Begriff „Killerspiel“ ja bisher keine ausreichende Definition erhielt, ist natürlich auch der Begriff „Killerspiel-Verband“ ebenso undefiniert und daher leider auch willkürlich ausweitbar.
    Ich will hier jetzt nicht den Teufel an die Wand malen, aber bei solch einer emotional geführten Debatte gibt es immer wieder einige, die es übertreiben. Ich hoffe natürlich, dass uns das erspart bleibt.

  5. Frau Mayer kann man wohl eigentlich nur den Vorwurf machen, dass sie zu sehr pauschalisiert.

    Gerade beim AAW werden Computerspiele viel zu leichtfertig mit den Waffen auf eine Stufe gestellt.

  6. Hätten wir eine Lobby, dann könnte man nicht mehr so mit uns umspringen wie es gegenwärtig der Fall ist.

    Man sieht es ja an der Tabakindustrie: die schädliche Wirkung ist bescheinigt, trotzdem kann Tabak weiterhin überall käuflich erworben werden.
    Gründe: es gibt einfach zu viele Menschen die bei einem Verbot auf die Barikaden gehn würden, bestimmt hat auch schon so manches Geldköfferchen hier den Besitzer gewechselt und vor allem findet man Raucher bis in höchste Regierungskreise.

    Bei den Spielen sieht es da ganz anders aus: Spieler sind schlecht bis gar nicht organisiert, die Hersteller sind nicht wirklich an Lobbyarbeit interessiert, zudem gibt es selbst unter den Spielern geteilte Meinungen zur Gewaltdarstellung (siehe MW2) und längst nicht jeder Spieler spielt auchsog. „Killerspiele“.
    Ach ja, nur um es nochmal zu erwähnen: eine Schädliche Wirkung ist bisher nicht nachgewiesen.

  7. @kraid: „eine Schädliche Wirkung ist bisher nicht nachgewiesen.“
    ——
    Für manche Politiker und gewisse Vereine, Stiftungen und Aktionsbündnisse (die selbstverständlich alle Meinungshoheit haben, wir Spieler sind doch schon total abgestumpft und verblödet) anscheinend schon. :)

  8. Lobby-Vorwürfe sind sowieso immer reine Heuchlerei, da der Begriff negativ besetzt ist. Leute, die diesen Begriff benutzen, betreiben selbst Lobbyarbeit. Auch hier. Die „Killerspiel“-Gegner sind selbst in Vereinen und Verbänden organisiert und versuchen Einfluss auf die Politik zu nehmen.

    Ein anderes schönes Beispiel ist die böse „Atom-Lobby“. Dabei machen Umweltverbände aller Art tausend mal mehr Lobbyarbeit.

  9. Ist schon lustig!
    Tun wir Gamer nichts, heisst es „wir seien gefühlskalt und amgestumpft“ und tun wir was indem wir z.B. einen Verband gründen wird dieser gleich als „KillerspielLobby“ bezeichnet und davor gewarnt.
    Also ich finde der VDVC sollte sich dem Blatt was diesen Dreck erfunden hat mal annehmen, ich denke es kann nur der VDVC gemeint sein, was anderes gibt es ja nicht.

  10. Oh my god, we’re once again (or was it STILL?) DOOOOOOOMED.
    .
    Ich warte noch auf Aussagen zum subversiven Einfluss dieser Verbände, welche die Gesellschaft untergraben und den Umsturz planen.
    .
    Achtung uninformierte Leser, die ihr diese Aussage gegoogelt habt: DAS IST SARKASMUS! Also wehe ich lese sowas mit Verweis aus Stigma oder mich in der Zeitung!

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