BaWü-SPD für „Killerspielverbot“

(Schwäbische) Bereits gestern hatten wir eine ältere Pressemittellung des SPD Ortsverein Karlsruhe-Mitte  entdeckt, in der dieser eindeutig Stellung bezog. Man lehne  „die Veranstaltung „Intel Friday Night Game“ […] ab“ und erwarte von Oberbürgermeister Fenrich sicherzustellen, „dass die Karlsruhe Messe und Kongress GmbH künftig für diese oder ähnliche Veranstaltungen keine Räumlichkeiten mehr vermietet„. Nun geht aus einer aktuellen Meldung hervor, dass sich in einem Sonderausschuss des Landtags auch die SPD-Landtagsfraktion für ein Verbot ausspricht:

„Die Fraktionen, die den Ausschuss gemeinsam eingesetzt hatten, konnten sich nicht bei allen Themen einigen. […] Einem Verbot von Killerspielen stehen FDP und Grüne skeptisch gegenüber, CDU und SPD sind dafür.“

Das baden-württembergische Parlament stimmt diesen Donnerstag (11.03.2010) über die Vorschläge ab, bei denen lediglich eine „Gemeinsame Erklärung […] zum Jugendmedienschutz“ angedacht ist.

18 Gedanken zu “BaWü-SPD für „Killerspielverbot“

  1. BaWü mal wieder… so heiß wars doch die letzten Tage gar nicht…

    Ist „da unten im Süden“ irgendwo ein Nest, oder wo kommen die alle her?

  2. Mmh…
    mal gucken, was da entschieden wird…
    Ich hoffe ja, dass die FDP es wie beim Ankauf der Steuer-CD macht und mit Koalitionsbruch droht, das hat da auch schon gewirkt ;-)

    aber mal ehrlich…wie soll das laufen?
    BW verbietet Killerspiele und im Hamburg zum Beispiel sind sie weiter erlaubt???
    Das passt doch vorne und hinten nicht…

  3. @Mr.Pink

    Afaik geht das nur bundesweit, die müssten also eine Gesetzesinitiative über den Landtag in den Bundesrat einbringen, über die dann noch der Bundestag entscheiden müsste. Ich gehe auch davon aus, dass über das „Killerspielverbot“ gar nicht mehr abgestimmt wird da man sich hier nicht einig wurde. Belegen kann ich das aber nicht.

  4. Arrrg!
    Möchtegern-CDU, die lernen es nicht, dass man den Christen nicht die Stimmen abnimmt, wenn man genau das gleiche macht wie die!!!
    Am Donnerstag ist doch der Jehrestag von Winnenden, oder? Natoll, dann liegts eh schon auf der Hand, wie es ausgeht >.<
    .
    @Momoko: Das Nest such ich schon länger, ich meld mich, wenn ichs hab.

  5. [keine ironie]
    Ein großer Applaus für das RTL Nachtjournal für objektiven Journalismus: ein Bericht über Winnenden und den 800 Seiten Bericht der „Sonderkommission“ ohne auch nur einmal das Wort Computer, geschweige denn K1llerSp1ele, in den Mund zu nehmen. danke!

  6. http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6101338/a4tm90/index.html

    „Vorschläge der Opposition aus SPD und Grünen, großkalibrige Waffen im Privatbesitz und als gefährlich eingestufte Gewaltspiele zu verbieten, haben CDU und FDP mit ihrer Mehrheit hingegen abgelehnt.“

    „Gefährlich eingestufte Gewaltspiele“… wieder eine neue Wortkonstruktion.
    Der Artikel sag auch, die CDU hätte gegen ein Verbot gestimmt…

  7. Leben in BaWü eigentlich auch Menschen mit Hirn? Mir scheint das es nicht der Fall ist, was aus BaWü kommt regt ständig auf, ein Zufall?

  8. http://www.badische-zeitung.de/nachrichten/deutschland/land-will-konsequenzen-aus-amoklauf-ziehen–28120842.html

    “ Der Einsatz einer Waffe stehe immer erst am Ende einer Entwicklung, daher gelte es früher anzusetzen, hielten die Obleute von CDU und FDP, Sabine Kurtz und Hagen Kluck, dagegen. “

    “ Ein ebenfalls diskutiertes Verbot von sogenannten Killerspielen bewerteten FDP und Grüne kritisch – im Gegensatz zu CDU und SPD. “

    „Was jetzt zu erfolgen hat, ist die Umsetzung“, sagte Palm.“ (Ausschussvorsitzende Christoph Palm (CDU).)

  9. http://bildungsklick.de/pm/72432/philologenverband-begruesst-erarbeitete-vorschlaege-fuer-eine-verbesserung-der-gewaltpraevention/

    “ „Ein junger Mensch, der durch gewaltfreie Erziehung in seiner Persönlichkeit gestärkt wurde und selbst mitmenschliche Zuwendung erhalten hat, greift nicht zur Schusswaffe“, “

    “ „Wenn aber Eltern bei Kindern stundenlange Gewaltvideospiele dulden und diese sogar erlauben, dann sei nicht auszuschließen, dass Abstruses zur Normalität wird.“ „

  10. DerMarc42
    Ja ist es und ich habe Gestern im Radio, in den Zeitungen und TV ständig die Werbetrommel, für dieses Ereignis in einer Dauerschleife gesehen und gehört, davor war zwar auch immer wieder einmal was zu hören und zu sehen, doch schon gestern gab es kein anderes Thema mehr, wie mag das erst heute und vor allen morgen werden? Wenn es vier Worte gibt die ich nicht mehr hören mag sind es folgende vier:
    1.Winnenden
    2.Amoklauf
    3.Killerspiele
    4.Verbote

  11. „Podiumsdiskussion in Schriesheim – Werden Killerspieler Amokläufer?“
    http://www.julis-schriesheim.de/
    „Schnell waren sich alle Diskutanten einig, dass natürlich nicht jeder Jugendliche, der sog. „Killerspiele“ spielt, automatisch zum Amokläufer werde, jedoch so betonte Steffen Schmid würden „Killerspiele“ das Gewaltpotenzial der Jugendlichen enorm erhöhen und seien daher zukünftig zu verbieten. (Steffen Schmid (Mitglied des Landeselternbeirates für Schulen in Freier Trägerschaft))“

    „So argumentierte Stefan Dobler, dass es keine wissenschaftliche Studie gäbe, die einen Zusammenhang zwischen sog. „Killerspiele“ und „Amokläufern“ beweise. (Stefan Dobler (Kommunikationswissenschaftler))“

  12. @dr. trask

    Durch die vergangene Missbrauchfälle von Kindern in Einrichtungen tut zu Zeit diese vier Punkte überbrücken. Den Missbrauch hätten einige gerne weg zensiert und denen hätte ein Stopschild mit größter Wahrscheinlichkeit geholfen. So viel zum Thema der westlichen Interpretation der drei Affen: Nicht Sehen, hören und reden.
    Es muss aufklärt werden dieses Baustelle und da sind die Medien ein wichtiger Faktor. Ohne Berichte hätten die Politiker bis heute nichts gemacht und hätten die christlichen Brüder für Unschuldig gehalten.
    Ich hätte es schlimmer vorgestellt vor zwei Wochen, aber es kann sich immer sich wenden wenn dieses oder jene Thema out ist und keine Schlagzeilen mehr gibt.

  13. Ich finde immer wieder aufs neue bedenklich wie der 11.03. zu einem zweiten 9/11 hochstilisiert wird. Je mehr die Medien darüber berichten, je aggressiver sie vor allem Schüler, die als Einzelgänger gelten, brandmarken und als „gestört“, „verhaltensauffällig“ oder „asozial“ darstellen, umso eher kommt es doch auch zu Nachahmungstaten (siehe Trittbrettfahrer nach dem 11.03.). Ein wenig mehr Distanz würde man sich doch da wünschen, auch zuliebe der Opfer, damit man endlich einmal abschließen kann. Fehlt nur noch, dass jährlich jetzt ein großer Gedenktag stattfindet, am besten mit Prozession… -_-

  14. Die Sache, das speziell „Einzelgänger“ als gefährlih hingestellt werden find ich auch schlimm, da ich da auch dazu zählte (was an einer Behinderung lag, die ich durch einen Unfall erlitten habe). Wenn dann sogar die Lehrer schon gegen einen wettern – so zumindest die ersten fünf Schuljahre – zieht man sich halt auch zurück.
    So die Einzelgänger waren die letzten Täter ja auch nicht, da sie soweit ich das weiß sogar in Vereinen gewesen sind. Daher find ich das Argument „Einzelgänger“ nicht anwendbar. Gut – vielleicht waren sie in der Schule eher Einzelgänger, aber das muss ja dann an der Schule gelegen haben und nicht an den Personen selbst, wenn sie sogar in Vereinen Anerkennung bekamen.

  15. Also….zum Thema BW-SPD nochmal.
    hier mal die Handlungsempfehlungen des Sonderausschusses zum Thema Gewaltdarstellung in den Medien:

    22. Gemeinsame Erklärung des Sonderausschusses zur Medienberichterstattung

    23.Gemeinsame Erklärung des Sonderausschusses zum Jugendmedienschutz

    24.Best-practice-Beispiele zur Behandlung von Computerspielen im Unterricht bereitstellen und multiplizieren

    25.Medienpädagogische Arbeit zu gewalthaltigen Spielen insbesondere mit Jungen intensivieren

    26.Mehr Personalstellen für den Arbeitsbereich Internetrecherche (AIR) beim Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg schaffen

    27.Strafverfolgung im Bereich der Internetkriminalität stärken

    28.Bei der Weiterentwicklung der Lehramtsstudiengänge auf fachbezogene Angebote zur Medienbildung achten

    29. Fortbildungsangebote für Lehrkräfte und Leitungspersonal an Schulen im Bereich Medienpädagogik bedarfsgerecht ausbauen und weiterentwickeln

    30.Evaluation, Weiterentwicklung und Bündelung von erfolgreichen Medienkompetenzprojekten

    http://www.landtag-bw.de/aktuelles/pressemitteilungen/ausgabe_pressemitteilungen.asp?PM=N0014_2010&referer=/aktuelles/pressemitteilungen/index.asp

  16. Arbeit „insbesondere mit Jungen intensivieren“. Herrlich, jetzt geht’s wieder um die politisch korrekte Geschlechterrollen. Weil Mädchen und Frauen sich auch nur für Puppen, Pferde und Kosmetik interessieren, aber sich nie mit Gewalt beschäftigen. :D

  17. Bosse und Steinhäuser waren keine Einzelgänger, Steinhäuser hatte schon einen größeren Freundeskreis, Bosses war überschaubar aber auch er hatte Freunde, ja selbst Kretschmar hatte welche.
    Also die Einzelgänger Theorie passt nicht so ganz, selbst das die angeblich alle so leise vor sich hinleben nicht, Steinhäuser war ehr sogar aufgefallen das er zu aktiv war.
    Sind Kinder heute zu aktiv gibt es Ritalin, sind Kinder zu ruhig (Wie ich damals) geht es zum Schulpsychologischen Dienst, fruchtet beides nicht heißt es totale Ausgrenzung. Der Mensch hat heute zu funktionieren wie eine Maschine, selbstständiges Denken ist nicht mehr, Fragen stellen auch nicht, Abweichen ist ebenfalls nicht mehr. Man wird von Kindesbeinen darauf getrimmt Leistung zu bringen, sich auf die Berufswelt vorzubereiten, dann dort Leistung zu bringen und zu funktionieren das dass aber alles nicht klappt sieht man allein schon daran das dass Burnoutsyndrom die Volkskrankheit Nummer 1 geworden ist unter den Erwachsenen genauso wie unter den Kindern! und Jugendlichen, das die Leute durch Stress krank werden, das Kopfschmerzen bei den Leuten eher die Regel als die Ausnahme ist, das wir eine Ellenbogen Gesellschaft haben und das immer mehr Schüler (Und zunehmend auch Arbeiter) den Druck nicht mehr standhalten können und durchdrehen. Die Frage nach dem nächsten Amoklauf ist nicht ob sondern wann!!!

  18. Aussagen die gegen ein Killerspielverbot sprechen (von Politikern selbst):

    „Wir müssen uns damit abfinden, es gibt kein einheitliches Täterprofil. Wir müssen uns infolgedessen damit abfinden, dass wir keine zielgerichtete Amokprävention machen können“, räumte Sabine Kurtz von der CDU ein. „Es gibt nicht den Knopf, an dem wir drehen können, und so was kommt nie wieder vor.“

    „Da gibt es eine lange Kausalkette.“ Am Anfang steht demnach, dass junge Menschen sich viel schneller als andere gekränkt fühlen. Die empfundenen Verletzungen führen dazu, dass ein potenzieller Täter sich mit anderen Amokläufen befasse und dann einen erweiterten Selbstmord plane. „Er möchte abtreten von dieser Welt mit möglichst großer Aufmerksamkeit.“ Dabei sende der Betroffene immer wieder Signale aus, die möglichst früh erkannt werden müssten, sagte Palm. „Eines der Schlüsselworte ist, das Auffällige im Unauffälligen zu finden.“

    so viel zu den sonst „angeblichen Täterprofilen“ und den erfundenen Zusammenhang zwischen virtueller und realer Gewalt.

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