Kolumne: Gewalt in anderen Medien

Vor kurzem gab es von Seiten der Gamestar eine Kolumne über den hohen Gewaltgrad im neuen Aliens vs. Predator Spiel, in dem sich der Autor über den “inflationären” Einsatz der “brutalen Morde” beklagt. Ich nutzte diesen Text als Ausgangspunkt für einen eigenen Artikel auf Gamersunity, über Gewalt in verschiedenen Medien und den gesellschaftlichen Umgang mit dieser.

“Egal ob es um USK, Indizierung, oder “Killerspiele” geht, ein sprichwörtliches Damokelschwert hängt über der Diskussion und den Verfechtern von erwachsenen Inhalten in Videospielen. Dabei war Gewalt schon immer ein zentraler Bestandteil der Medien, auch vor dem ersten Ego-Shooter. Doch die Debatte hat so langsam auch Auswirkungen auf ehrliche Zocker.”

Gamersunity.de

15 Gedanken zu “Kolumne: Gewalt in anderen Medien

  1. Der Gamestar Artikel ist von gewohnt schlechter Qualität und dient nur dazu, das Gleichgewicht zwischen Zustimmung und Ablehnung zu halten. Sehr schlecht geschrieben.

    Jeder, der die Alien Filme (nicht diese schrecklichen Alien VS Predator Machwerke, sondern die echten Alien Filme) gesehen hat, der wird verstehen, dass die Aliens so sind. Es ist ihre Natur. Gewalttätige Tötungsdarstellungen zu entfernen wäre schelcht. Es wäre kein Alien VS Predator mehr.

    Dein Text ist gut geschrieben.

  2. Nachtrag: Da die Alien Reihe eine der dümsten Benennungen hat, hier für alle Fälle die Aufzählung. Sind alles ziemlich gute filme, vor allem die ersten beiden. Und sie kommen auch ohne überflüssig viele nutzlose Splatter Effekte aus.

    -Alien
    -Aliens
    -Alien 3
    -Alien – die Wiedergeburt (engl. Alien- Ressurection)

  3. Gamestar versucht seit langem nur noch irgendeinen pseudo-politisch korrekten Mist zu verzapfen. Bei ModerWarfare2 war das sogar in anderen On-, wie auch Offlinemagazinen der Fall. Ich denke mal ein kleiner Beckstein/Schünemann/Herrmann/… steckt in jedem von uns, nur meiner sitzt gerade im tiefsten udn dunkelsten Hochsicherheitstrakt meiner Persönlichkeit – nur aus Selbstschutz versteht sich.
    Andere lassen diesen Teil von sich raus, mit den Worten: “der will doch nur spielen” und das Resultat ist dann Ignoranz, Dekadenz, Dummheit, Intoleranz, uvm…

  4. @HiPhish
    Hast du mal die DC-Fassungen der Filme gesehen, kennst du die DC-Fassungen der beiden Predator-Filme oder gar die DC-Fassungen der beiden Aliens versus Predator-Filme oder den für die Filme AVP zugrunde liegenden Comics? Nein? Dann gucke die dir mal bitte an, dann siehst du wie blutig die sind, das Spiel zeigt nur das was auch in den Filmen und Comics zu sehen ist.

  5. Sehr schönes Beispiel dafür, dass es möglich ist über ein kontroverses Thema wie Gewalt differenziert zu schreiben. Daumen hoch dafür Ninja!
    .
    Das bizarre an diesem ganzen Thema ist genau das, was du ansprichst, nämlich dass man ständig in diese Rechtfertigungssituation gerät. Ich bin vor einigen Wochen erstmals richtig in die Situation gekommen, anderen erklären zu müssen, warum ich spiele und es war überraschend schwer das so zu erklären, dass ich nicht wie der total abgestumpfte potentielle Amokläufer und das beschriebene Spiel als entsprechendes Trainingsgerät dafür rüber kam. Einfach deswegen, weil die Argumentation ohne größere Überlegungen zu Gegenargumenten ziemlich schwierig sein kann und zwar weil das Wissen über die Spiele bei vielen dermaßen dürftig ist, dass man kaum einen konkreten Ansatzpunkt für eigene Argumente hat.

  6. Danke fürs Lob.

    Zum Thema AVP-Filme: der erste vs.-Film kam überhaupt nur deswegen in die Gänge weil Regisseur Paul W.S. Anderson (oder auch “Der Mann, der Resident Evil ruinierte”) dem Studio Fox versprach einen PG-13 Film aus der Materie zu machen um möglichst hohe Einspielergebnisse zu erreichen.

  7. Schöne Kolumne. Wenn ich aber auch noch mal kurz klugscheißen darf…
    Zweiter Absatz im Abschnitt Kontext: “Es geht um die Inversion in der Geschichte.” Inversion ergibt in dem Zusammenhang keinen Sinn, da war wohl “Immersion” gemeint.

  8. @Crusader
    Stimmt wirklich, man gerät tatsächlich permanent in eine Rechtfertigungssituation für ein harmloses und legales Hobby welches Weltweit von zig Millionen betreiben wird, einem Hobby dem alleine in Deutschland circa 25 Millionen Menschen nachgehen. Das ständige Erklären und Rechtfertigen macht aber auf Dauer ziemlich müde und kaputt nach einiger Zeit sogar gleichgültig. Vor einigen Jahren gab es nur den Spruch das es Kindisch sei zu spielen, dann hieß es es sei schädlich, dann gefährlich und nun wird man einfach nur noch beleidigt, diffamiert und bedroht. (Meine Erlebnisse am Samstag und im letzten März nach Winnenden in meiner Firma habe ich ja geschildert, zuerst gab es “nur” Feindseligkeit und nun wäre es fast zu Handgreiflichkeiten gekommen, und das nur wegen einer “Freizeitbeschäftigung”!!!)

  9. Auf der einen Seite: Wenn Computerspiele so schlimm sind, warum findet man sie dann nicht in den finstersten Kapiteln der Menschheit? Hitler hat nicht Egoshooter gezockt, Stalin seine Feldzüge nicht mit RTS-Spielen geplant und die kambodschanischen Folterknechte haben keine Partie “Manhunt” vor ihren Tätigkeiten eingestreut.
    Der Schluss liegt nahe, dass es damals wie heute nicht die Computerspiele sind, die die Abgründe der Seele nach außen brechen lassen.

    Auf der anderen Seite ist es aber schon logisch, dass ein ständiger Kontakt mit Gewalt eine gewisse Abstumpfung hervorruft. Das gilt übrigens für die gesamte Medienlandschaft. Bei so einem Folterporno wie Hostel hätten die Leute vor 40 Jahren im Kino doch noch reihenweise gekotzt vor Ekel. Das wäre damals nicht mal in den Schmuddelkinos gelaufen, heute läuft es auf der großen Leinwand. Und es reißt einen 16-jährigen mit entsprechender Vorgeschichte auch nicht mehr vom Hocker, was da passiert. Entsprechend liefern sich die Filmemacher auch einen Wettbewerb, wer denn die krasseste Gewalt darstellen kann, um übehaupt noch die Nerven der Gore-Hounds zu kitzeln. Von “Hostel” über “Hills have Eyes” hin zu “Martyrs”. Bei den Videospielen ist das auch nicht anders. Wenn da Ragdoll-Routinen implementiert werden, damit man Leichen noch realistischer durch die Gegend schubsen kann… naja.

    Aus meiner Sicht ist es irgendwie naiv zu glauben, dass das spurlos an den Kindern/Jugendlichen vorbeigeht. Eine hübsche Analogie ist doch die Pornographie. Seit plump formuliert die blanken Brüste über alle Kanäle flimmern und das Internet auch für pubertierende 13-jährige enen reichhaltigen Schatz an Pornographie bietet, hat der durchschnittliche junge Mensch von heute doch ein ganz anderes Verhältnis zum Sex entwickelt. Die Mütter werden immer jünger, die Sexualstraftäter auch (selbst wenn man das mit der gestiegenen Aufklärungsquote bereinigt). Unter Psychologen kursiert schon das vereinzelte Phänomen, dass der Konsum von zuviel Pronographie das normale Sexualverhalten junger Menschen völlig zerstört hat. Klar, wer Sex jahrelang nur über inszenierte Filmchen kennengelernt hat, glaubt am Ende, dass das wirklich so laufen muss. Und wenn es dann “soweit ist” gibt das Probleme, weil die Wirklichkeit halt doch anders ist.

    Aber zurück zur Gewalt: Wenn diese Einflüsse bezüglich Pornographie langsam in die Köpfe der Jugendlichen sickern und sie verändern (manche mehr, manche weniger), waum sollte das bei Gewalt anders sein? Ich glaube, um die Eröffnung aufzugreifen, dass das alles zur Abstumpfung und zuweilen auch zur Herabsetzung gewisser Hemmschwellen beitragen kann. Wenn Gewalt als etwas selbstverständliches, alltägliches interpretiert wird, entwickelt man da doch ein völlig anderes Verhältnis zu.

    Die Frage ist jetzt aber, wie man darauf reagiert. Zensur und dergleichen können diese Probleme nicht lösen. Das ist im Zeitalter des WWW auch gar nicht mehr möglich, das muss man einfach registrieren, auch als CSU-Politiker. Wenn man also den Kontakt mit dieser neuen “Gewaltkultur” nicht verhindern kann, wie verhindert man dann, dass es zu starken Einfluss auf die Kinder nimmt? Nun, man sorgt einfach dafür, dass man seelisch und moralisch intakte Individuen großzieht. Es gibt ja einen Grund, wieso Menschen “ganz normal” sind, obwohl sie mit Gewaltdarstellung groß geworden sind.
    Wenn die Gesellschaft also Angst vor Killerspielen hat, dann soll sie nicht zum Zensurhammer greifen, sondern einfach mal ihre Kinder anständig erziehen. Das ist zwar wieder ein Thema für sich, über das man Seiten schreiben könnte, aber ihr wisst, was ich meine. Jedenfalls wird ein junger Mensch, der über ein intaktes moralisches Verständnis und eine stake Persönlichkeit verfügt, nicht von Videospielen oder Gewaltfilmen aus der Bahn geworfen.

  10. @Doktor Trask
    Habe ich irgendetwas gegen die Gewalt bei AvP gesagt? Wenn es so rüberkam, dann tut mir das leid, aber ich wollte genau das gegenteil zum Ausdruck bringen.

    Zu deiner Frage, ich habe noch keinen der Predator Filme gesehen. Welche Fassung der AvP filme ich gesehen habe weiß ich nicht, aber das ist mir egal, das sind beides flache Action Filme. Der erste ist durchaus sehenswert, wenn man nicht einen allzu anspruchsvollen Film erwartet. Es gibt halte Aliens und Predatoren, und die bekämpfen sich, dann noch einige Menschen zwischen den Fronten. Nette Kost für einen Videoabend. Den zweiten Film fand ich einfach nur schlecht. Schlechte Action, zu wenig Alien, zu wenig Predator, und zu viele schlechte Schauspieler.
    Die Alien Filme habe ich alle gesehen und fand sie sehr gut (vor allem die ersten beiden)

  11. @HiPhish
    Nein ich hab nicht bemerkt, dass Du etwas gegen die Gewaltdarstellung gesagt hättest. Glaub da wurdest Du einfach falsch verstanden ;-)
    Dass Du noch keinen Predator-Film gesehen hast, aber dafür die Alien-Streifen ziemlich gut zu kennen scheinst täte mich als Wissenschafter doch interessieren: denkst Du, dass die Indizierungen für beide Predator-Filme da eine Rolle spielten?

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