Spielegegner: Verbindungen zu Psychosekte

(telepolis) In einem interessanten Artikel zeigt Bastian Birke Verbindungen zwischen den Initiatoren des “Killerspielverbots” in der Schweiz und dem mittlerweile aufgelösten Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis (VPM) auf, vor dem in Deutschland als “Psychogruppe” gewarnt wurde. So würde die von Roland Näf gegründete Vereinigung gegen mediale Gewalt (VGMG) unter anderem auf die Zeitschrift “Zeit Fragen” verweisen, die als Sprachrohr des VPM galt und noch immer als Publikationsplattform ehemaliger Anhänger dienen soll.

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20 Gedanken zu “Spielegegner: Verbindungen zu Psychosekte

  1. hihi ich hoffe die leute von gamerights.ch haben davon auch schon kenntniss bekommen, wenn nicht wäre es doch nett, wenn jemand hier der mit denen kontakt hat sie darauf hinweist.
    vielleicht können sie dann doch noch etwas tun, um diesen ominösen tun ein ende zu bereiten (damit meine ich ein verbot verhindern zu können).

  2. Eine äußerst erfreuliche Veröffentlichung von B. Birke wieder. Vielen Dank von mir von hier aus!
    R. Hänsel als “Gegner normabweichender Medien” – diese Formulierung ist fast zu schön um wahr zu sein :-D

  3. hier werden auch weitere leute genannt, die ebenfalls in dieser psychosekte involviert zu sein scheinen:
    -Elke Ostbohmk-Fischer
    -Kölner FH-Professorin Maria Mies (ist gerne als Rednerin auf dieser “Mut zur Ethik” Messe)

  4. mir kam gerade der lichtblitz, dass wir jetzt ein totschlagargument gegen all die spielegegner haben!
    uns kamen sie an mit “medialen-industriellen-militärischen-komplex”, wir können jetzt kontern mit “psychologisch-gedankenmanipulierende-sekte” (oder ähnliches).
    naja, sendet aber bitte jemand an die gamerights ne info, wenn die davon noch nichts wissen?
    vielleicht können die noch irgendwie einfluss nehmen.
    könnte ja sein, dass die schweizer politiker nur gut von näf “gedankenmanipuliert” wurden *g*

  5. Ich bezweifle, dass das Verbot in der Schweiz noch aufzuhalten ist, wenn die selbst die Religionsfreiheit mit Füßen treten, warum sollten sie dann bei Videospielen auf ein Mal ihren Hang zur Freiheit entdecken?
    Weiß auch nicht, ob es so ratsam ist in der Debatte genauso polemisch und unsachlich zu argumentieren, wie einige Leute der Gegenseite. So verhärtet man die Fronten nur noch weiter.

  6. Zumindest hat der Fanatismus bei so manchen Spiele-Gegnern etwas derartiges schon längst vermuten lassen.
    Ich meine unsere Seite hat wirklich sachlich belegte Argumente vorgebracht und die Lügenmärchen der Gegenseite als solche entlarvt.
    Und wie wurde allgemein reagiert – gar nicht, einfach nur auf stur gestellt und ignoriert.
    Als wollte man einen streng Gläubigen w/e davon überzeugen das sein glaube falsch ist.

  7. @ Gecko
    Sorry, aber Minaretten haben nichts mit der Ausübung des Glaubens zu tun.
    Genau so wenig wie wenn bei uns die Glocken läuten.
    sry für OT

  8. Doch, es gehört zum Glauben.

    Da ich mich zwanghaft vor der Arbeit drücke, schreibe ich mal eine Zusammenfassung aus meiner Sicht:

    1.) In modernen Demokratien wird nicht über alles abgestimmt.
    Moderne Demokratien zeichnen sich dadurch aus, dass neben dem Demokratieprinzip auch noch das Naturrechtsprinzip herrscht. Das bedeutet, dass die Entscheidungen, die getroffen werden können, durch die unveränderlichen Rechte der Individuen, die sie betreffen, beschränkt sind. Genau deshalb haben die meisten modernen Staaten eine Verfassung, die man nicht so einfach oder in Teilen gar nicht verändern kann.

    2.) Verfassungsänderungen können nicht in allen Fällen durch Abstimmungen herbeigeführt werden.
    In Deutschland sind die Grundrechte von Veränderungen ausgeschlossen. In der Schweiz gibt es den Grundsatz, dass eine Initiative nicht die Einheit der Verfassung zerstören darf. Insofern ist sowieso fraglich, ob die Initiative in der Schweiz nicht aus diesem Grund illegal war.

    3.) Das Grundrecht der freien Religionsausübung ist ein Recht, dessen Ausgestaltung erst einmal in der Hand der Gläubigen liegt.
    Welche konkreten Handlungen und Vorhaben unter das Recht auf freie Religionsausübung fallen, wird von denjenigen bestimmt, die es ausüben wollen. Eingeschränkt werden kann es nur, insofern die Rechte Dritter damit kollidieren, und zwar im Rahmen eines Interessenausgleichs.
    3a.) Dieses Grundrecht ist, unabhängig von verfassungsrechtlichen Fragen in der Schweiz, Teil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und der Europäischen Menschenrechtskonvention, der sich die Schweiz verpflichtet hat.

    4.) Kategorische Verbote sind keine Interessenausgleiche.
    Wenn ich kategorisch verbiete, Minarette zu bauen, dann stelle ich keinen Interessenvergleich an. Offenbar gibt es – natürlich – Interessen Dritter, wenn es um den Bau von irgendwelchen Dingen geht. Da kann es um die anderweitige Nutzung einer Fläche gehen, die andere anstreben, um die gute Aussicht, das Stadtbild, usw. Eine Abwägung dieser Interessen gegen die Interessen Gläubiger muss dem Rechnung tragen. Man kann sich jetzt lang und breit darüber streiten, ob Angst ein valides Interesse rechtfertigt – ich werde das jetzt mal nicht bestreiten. Ich gebe nur zu Bedenken, was die Folge wäre, wenn wir Angst – per se irrational – allgemein als Grund für eine legitimes Interesse akzeptieren. Wenn Angst vor dem Islam ein valides Interesse begründet, dann können wir alles mögliche kategorisch verbieten – nicht nur Minarette jedenfalls.
    Wenn wir uns auf Gründe wie das veränderte Stadtbild, usw. beziehen, dann müssen wir klarerweise im Einzelfall abwägen. In einem Industriegebiet scheint dieses Argument offenbar schon auszuscheiden, was zeigt; in manchen Fällen ist dieses Interesse nicht vorhanden, kann also dem Bau von Minaretten nicht entgegenstehen. Deshalb ist ein kategorisches Verbot abzulehnen – es wird der Tatsache nicht gerecht, dass Muslime prima facie einen legitimen Anspruch darauf haben, etwas zu bauen. Genau wie alle anderen auch. Kurz; wer ein kategorisches Verbot will, der muss kategorische Interessen finden, die dadurch verletzt sind. Man bemerke: Es gibt in westlichen Staaten generell kaum kategorische Handlungsverbote, wenn man wirklich Handlungen meint; Mord ist kategorisch verboten, aber der Begriff des Mordes enthält nicht nur eine Handlung, sondern auch so etwas wie eine Intention. Nicht einmal das Töten von Menschen ist kategorisch verboten. Warum dann der Minarettbau?

    5.) Die Dominanz des Christentums spricht nicht gegen den Bau von Minaretten.
    Ganz sicher spricht die Dominanz des Christentums in Westeuropa nicht prinzipiell gegen den Bau von Minaretten. Weder ist das Christentum Staatsreligion, noch wäre dies mit der dem Recht auf freie Religionsausübung zu vereinbaren. Es gibt auch keine Autorität, keinen Artikel der Verfassung etwa, der eine Leitkultur definiert. Die europäische Kultur ist sicher stark vom Christentum beeinflusst; das für sich stellt aber auch keine Autorität. Es gibt Westeuropäer, die Hindus, Moslems, Buddhisten, Juden, Atheisten,… sind. Das ist eine zivilisatorische Errungenschaft, und niemand ist weniger westeuropäisch, weil er kein Christ ist. Die Menschenrechte und die Verfassung verpflichten uns zu dieser Art von Pluralismus.

    6.) Viele Menschen in Westeuropa haben Angst vor dem Islam, aber das ist kein Argument für eine Grundrechtsverletzung.
    Das ist zweifellos wahr, und dies zu konstatieren ist wichtig. Wer aber glaubt, dies sei zuvor nicht bekannt gewesen, muss die letzten paar Jahre verschlafen haben. Zudem folgt aus dieser Angst nicht, dass man Beliebiges tun kann. Vor nicht allzu langer Zeit hatte man in Teilen Europas sehr große Angst vor einer anderen Religion. Es wäre wohl ziemlich dumm zu behaupten, diese Angst damals würde irgendetwas rechtfertigen.

  9. Gecko schrieb:
    “Weiß auch nicht, ob es so ratsam ist in der Debatte genauso polemisch und unsachlich zu argumentieren, wie einige Leute der Gegenseite. So verhärtet man die Fronten nur noch weiter.”

    Nun unsachlich sind wir nicht, wir haben gute und mit Fakten belegte Argumente, wenn auch einige Fakten nur auf logisches Denken zurück zu führen sind.
    Dennoch aber sollten auch wir uns der Mittel dieser Leute zu eigen machen, um unsere Meinung, Argumente aber auch um die Wahrheit unters Volk bringen zu können.
    Denn alle hier, die bisher gebrüllt haben “das dürfen WIR nicht” haben wohl noch nicht bemerkt, dass wir als Gamer so gut wie keine Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bekommen haben wärend Leute wie z.B. Christian Berg einmal sagen “verbietet Killerspiele” und sind dann eine Woche später im Fernsehen.
    Ich denke wir sollten, wenn nicht auf solch niedrigen Niveau, auch versuchen auf aggressive Art und Weise unsere Meinung kund tun zu können.
    Dieses “wir dürfen nicht, weil die es tun” ist einfach nur Nonsens der bisher UNS nichts gebracht hat.
    Wer immer noch anderer Meinung ist hat die Lage offensichtlich nicht erkannt und folgt weiter dem blinden Glauben das irgendwas noch kommen wird was die ganze Situation endgültig löst.
    Doch sowas wird nicht in unserem Sinne passieren, sondern viel eher im Sinne der Psychosekten-Industrie-Lobby.

  10. Mit Fakten gegen Polemik ankommen zu wollen ist naiv.
    Insbesonders das Fernsehen bietet schon allein aus Gründen der begrenzten Sendezeit die für jeden Beitrag zur Verfügung steht nicht genügend Raum um eine ernsthafte Diskussion zu führen bei der jede Seite die Chance hat ihren Standpunkt dazulegen und damit um das Verständins und die Zustimmung des Bürgers zu werben.

    Deswegen kommt von Seiten der Kritiker auch nur billiger Populismus. Mehr passt in die 15 Minuten die ein Beitrag bei Panorama oder Frontal 21 hat nicht.
    Mehr Raum bietet auch das Zitat nicht, mit dem die Kritiker um ihren Standpunkt in einer TAgeszeitung gebeten werden, wenn es mal wieder eine spektakuläre Gewalttat gegeben hat.

    Polemische Kritik kann aber nur mit genauso polemischen Mitteln neutralisiert werden.
    Deswegen ist es nötig die Verfasser und Unterstützer des Kölner Aufrufs als Verschwörungstheoretiker, linksradikale Spinner die eine “DDR Light” errichten wollen oder naive Friedensfreunde darzustellen.
    Es ist die effektivste Weise ihre Polemik zu kontern. Auch auf der Gegenseite heiligt der Zweck die Mittel.

  11. Die Medien sitzen aber am längeren Hebel und würden die Polemik der Spielekritiker als ein Schuldeingeständnis interpretieren. Die Kritiker des Afghanistan-Krieges, die in 9/11 einen Inside Job und die im Bundestag den Opfern von deutschen Luftangriffen “gedenken”, nimmt in der Bevölkerung auch zu Recht keiner Ernst.
    Anderen Kritikern wie Helmut Schmidt, die ihre Kritik begründen können, hört man hingegen zu.
    Spieler, die Spaßparteien wie die Piratenpartei unterstützen, nimmt in der Bevölkerung jedenfalls keiner Ernst. Erst Recht nicht, wenn sie nur mit kindischer Polemik kontern können. Das bestätigt nur Vorurteile und verhindert, dass die Akzeptanz von Video- und Computerspielen in der Gesellschaft steigt.

  12. Ich wuerde die Piratenpartei nicht als Spasspartei bezeichnen, sondern eher als hilflos :-( Angst vor dem Islam ist so wie oben dargelegt auch immer Fremdenangst, moechte das zu bedenken geben, und dass die Schweiz so damit in Verbindung zu bringen ist finde ich ungluecklich – ist fuer mich das direktdemokratischere Ergebnis eines Rechtspopulismus den es indirekter ueber Parteien gerade hier in Oesterreich gibt. In Deutschland decken da aus meiner Sicht weiterhin bloß viel diverse Fassaden (noch) zu, ist die Situation insgesamt gesehen aber sicherlich schon viel besser als in den kleineren deutschsprachigen Staaten, wo ich Liechtenstein nicht ausschließen moechte. Meine Einschaetzung dazu

  13. Gecko, du überschätzt die Macht der Massenmedien bei weitem.
    Dazu schätzt du auch die Stimmung in Bezug auf den Afgahnistankrieg falsch ein.

    Und Angst davor zu haben, was die Massenmedien über dich denken, ist nun wahrlich die falsche Strategie. Duckmausertum und Bittstellerei haben noch niemandem geholfen.

    Im Endeffekt kann man als Gamer nur eins tun: Basisdemokratische Arbeit leisten (heißt mit denen reden die man erreichen kann, wie zum Beispiel Verwandte und Freunde. Im Übrigen ist so Brandt gegen die schwarzdominierten Medien Kanzler geworden, also erzähl mir nicht das würde nicht funktionieren))und die Polemiker nicht großartig beachten, und schon gar keine Diskussion anbieten. Wie ich schon einige Male gesagt habe, die ist nicht gewollt.

    Man hat in der Gamerszene viel zu viel Angst davor, als “böse” dargestellt zu werden, als krank oder was weiß ich. Leute, was schert es euch? Warum diese Riesenangst? Glaubt ihr ernsthaft, wenn man euch nur böse genug darstellt haben die anderen gleich gewonnen?
    Schaut euch doch mal um, Roland Koch ist ein bekannter Lügner und Scharlatan, und trotzdem hat er bedauerlicherweise immernoch das Amt des Ministerpräsidenten inne. Oder Wolfgang Schäuble, der 100.000 DM in dem doppelten Boden seines Rollstuhls versteckt hat. Alles bekannt, und trotzdem wird er Finanzminister.

    Also, hört mit dem FUD auf und geht mal in die Offensive. Böse und krank seid ihr offiziell sowieso schon, also was gibts zu befürchten?

  14. Ich denke ich schätze die Lage in Afghanistan und die Popularität der Aktion der Linkspartei im Bundestag richtig ein.
    Das was du sagst, Freunde und Verwandte aufzuklären ist doch eine Selbstverständlichkeit. Hat das wirklich was gebracht?
    Natürlich würde es mich freuen, wenn Zeitungen wie die BILD und die WELT nicht mehr gelesen werden, aber Fakt ist dass Millionen die Zeitungen lesen. Darunter sind viele die von Computerspielen keine Ahnung haben und offen für die Propaganda sind.
    Daher ist es einfach dumm mit “Stoppt den Trauerterror” Plakaten etc. gegen das AAW vorzugehen.
    Lieber ein Beispiel an den Paintball-Spielern nehmen, die viel besser organisiert sind als die Spieler und das Verbot ihres Sports letztes Jahr erfolgreich abwehren konnten.

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