Schweizer Verbot rückt näher

(tink.ch) Aussagen von Roland Näf in einem Interview mit tink.ch hatten zu zahlreichen Reaktionen von Gamern geführt, so dass eine Podiumsdiskussion zwischen den Beteiligten organisiert wurde. Näf zeigte sich überzeugt: Da er die zuständigen Politiker kenne sei die Sache „praktisch gegessen„:

Das Verbot wird eingeführt.“

Für den kommenden Donnerstag ruft Pro Juventute zu einem Flash-Mob auf, um gegen das drohende Verbot ein Zeichen zu setzen. Man wolle sich 5 Minuten wie Roboter bewegen und verdeutlichen, dass Videospiele dafür nicht der GrundComputergames keine Ursache von Jugendgewalt“ seien. Das Bündnis für eine selbstbestimmte Jugendkultur hat unterdessen 2986 Unterschriften gegen das Verbot gesammelt.

37 Gedanken zu “Schweizer Verbot rückt näher

  1. Vetternwirtschaft in der Politik? „Ich kenne ja meine Kollegen und die Unterschreiben schon wen ich die anspreche“, widerlich. Ich weiß schon warum ich ALLEN Politikern die Pest an den Hals wünsche.

  2. „Das Verbot wird eingeführt.“

    Ich gehe mal davon aus, dass sich in der Schweiz ähnlich wie hier niemand wirklich Gedanken gemacht hat, was dieses Verbot umfasst, weil keiner eine sinnvolle Defition des Terms „Killerspiele“ liefern kann, oder?

  3. „So genannte Killerspiele würden nichts bieten, was ein Buch, ein Fussballspiel oder ein Freund nicht ersetzen könnten, sie seien „nicht notwendig zum Glücklichsein“, bekräftigte Thomas Merz“

    *kopfschüttel* Ich fordere jetzt auch ein Verbot von „Killerspiele“… nicht von den Spielen sondern von dem Wort! Ich kanns nicht mehr hören!

  4. @GreenNinja
    Ich denke die Podiumsdiskussion welche da in Bern stattgefunden hat ist mehr als enttäuschend zu nennen. Den pauschalierenden Darstellungen der Inhalte von Spielen als Verbrechen scheint da kaum widersprochen worden zu sein – am Ende wurde noch auf 4 Gamer Bezug genommen die ein Verbot grundsätzlich zwar begrüßen würden, aber dieses noch für „zu früh“ hielten. Einer Hinterfragung der ganzen zugrunde liegenden kulturellen Sauberkeitsvorstellungen scheint da gar kein Platz eingeräumt worden zu sein – ebenso wenig den erst kürzlich schonmal publizierten Verbindungen Näfs, des VGMG Zum VPM Und dessen Nachfolge. Das reicht offenbar bis zu Figuren wie Norman Finkelstein. Was soll man da noch sagen: ich habe in der Vergangenheit auf diesem Jugendportal abgesehen von Näf nur Gegenstimmen wahrgenommen – allerdings kenne ich die politische Landschaft in der Schweiz auch zu wenig um mir darüber ein endgültiges Urteil zu bilden.
    Der morgige Tag wird, auch für Deutschland nehme ich an, richtungsweisend sein
    Wenn weiterhin so jeder Gedanke an Rezeption, differenter Absicht, anderer Bedeutung etc. Weiterhin so nicht gedacht wird sehe ich dunkel – auch für andere Länder eben in Europa
    Hätte jedenfalls nicht gedacht, dass ich in meinem Leben mal in die Illegalität gedrängt werden würde mit meiner Kultur, meinem Geschmack und Empfinden :-(

  5. Am besten erstmal Ruhe bewahren. Soweit ich weiß, gab es in der Schweiz bisher so gut wie gar keine Gesetze zum Jugendschutz in der Richtung also wird sicher vermutlich da erst mal was entwickeln. Ich halte ein Vollverbot in unserer (meist) aufgeklärten, westlichen Kultur ehr für unwarscheinlich.

  6. 2986 Unterschriften…
    Das ist schon echt mager :-/ scheint als ob es wichtigere Dinge im Leben eines schweizer Gamers gibt.
    Aber gut: ein Land weniger, das eine Reise wert ist. Reiht sich dann gleich neben Venezuela ein.
    Es wird halt ein paar Jahrzehnte dauern, bis die alten Säcke in den Ruhestand gegangen sind.

  7. „Weshalb spielt ihr eigentlich Ego-Shooter-Games, ausser das ihr dabei ein grösseres Selbstwertgefühl bekommt?“
    .
    Nennt sich ja auch EGO-Shooter… Damit man sein EGO auf bessern kann…
    *KOPF vs. Tisch die große Challenge*

    Das stimme so nicht, widersprachen die Gamer, „in andere Welten eintauchen, jemand anders sein“, das könnten sie nur beim Konsum solcher Spiele.

    *GAMER FAIL*
    Da kommt bei unseren Gegnern das Wort REALITÄTSFLUCHT in den sinn…

  8. @The_Real_Black
    Das die Verbotsforderer keine Ahnung, die seltsamsten Ansichten und Ideen haben wissen wir ja und was die Gamer angeht, nun da kann eh gesagt werden was man will es heißt hier sowieso: „Sie haben das Recht zu Schweigen, alles was sie sagen kann und wird gegen sie verwendet werden“.

  9. @TRB: ich hatte gestern eine interessante Diskussion mit meiner Tante über das Thema in der ich versucht habe ihr zu erklären warum die Realitätsflucht das tolle an Videospielen ist, aber irgendwie scheint sie kein großes Interesse an Fiktion im allgemeinen zu haben. Und kurz darauf ging es wieder um Gewalt. -_-

    Ich find das nicht so schlecht, dass die schweizer Gamer das als Argument bringen. D

  10. @TRB: ich hatte gestern eine interessante Diskussion mit meiner Tante über das Thema in der ich versucht habe ihr zu erklären warum die Realitätsflucht das tolle an Videospielen ist, aber irgendwie scheint sie kein großes Interesse an Fiktion im allgemeinen zu haben. Und kurz darauf ging es wieder um Gewalt. -_-

    Ich find das nicht so schlecht, dass die schweizer Gamer das als Argument bringen. Das ist auch einer der Gründe warum ich so gerne zocke und wir dürfen uns das nicht kapuut machen lassen.

  11. Und durch ne Tripplepost wirds besser?
    Hoffen wir mal das es nicht zu nem Verbot kommt in der Schweiz, das wäre nicht nur schlecht für die Gamer dort, sondern auch ne Steilvorlage für unsere Politiker.

  12. @Kraid
    Und wenn sich Green nicht entschuldigt hätte hättest du auch gemault.
    Ich denke das es zum Verbot kommt, Näf und co. sagen ja das sie ihren Willen durchbringen wollen und werden egal was andere sagen und er und andere sagen ja da sie sich alle Untereinander gut kennen in der Politik und es wird schon zu einer Einigung kommen bzw. steht der Entscheid für ein Verbot schon längst fest, was laut Näf und co. noch fehlt sind die Unterschriften und die bekommen sie, das sagen sie ja auch selbst so.

  13. ich bleibe dabei: jede politische, religiöse oder kulturelle Institution die Medien, seien es bücher, filme oder hat spiele für gefährlich hält und als einzigen ausweg deren verbot sieht, hat keine standhaftigkeit und in meinen augen versagt da sie nicht die freiheit des einzelnen mit ihren eigenen werten kombinieren kann.

    ich möchte dazu mal die jugendbuchtrilogie „Der Goldene Kompass“, das margische messer“ und „das bernstein teliskop“ in den raum werfen. wer die bücher kennt wird seine helle freude damit haben was man bei google darüber alles findet.

  14. Interessant ist auch falls es zu Verboten kommt, was mit den existierenden Medien in den Läden gescheit. Werden diese dann beschlagnahmt / eingesammelt und vernichtet? Was für Strafen wird es geben? Was ist mit Spielen in privat besitzt, also den älteren Titeln? Werden diese nachträglich verboten und wenn ja was passier mit den Nutzern. Müssen die Spiele abgegeben werden, so eine art Übergangszeit… Danach dann Strafen, gar Gefängnis wie es schon in Deutschland gefordert wurde? Man muss das mal weiter spinnen wo man da landet. Auch in der Schweiz wären da zehntausenden Menschen betroffen. Grotesk.

  15. @Member
    mit so was rechne ich. Ich meine ein VERBOT ist ja kein Empfehlung. Ein verstoß gegen Verbote zieht eigentlich immer Strafe nach sich. Ein Staat wird immer versuchen seine geltende Gesetzte auch durchzusetzen.

  16. @Member
    Der Beckstein hatte sowas ja in seiner Amtszeit noch gewollt, der wollte ja auch Haftstrafen von 1 Jahr (Er war der Erste der das wollte und nicht Stoiber wie manche meinen), Hermann und Schüneman sprachen dagegen nur von Haftstrafen bis zu 2 Jahren von Hausdurchsuchungen aber nicht, zumindest weiß ich davon nichts.
    Also du siehst so unmöglich wäre das nicht auch wenn es uns, den Bürgern mehr als Lächerlich vorkommt zumal man in Rest Europas keine Illegalität/Straftat begeht wenn man *Killerspiele besitzt, bezieht, verkauft oder sonstwie zugänglich macht.

  17. In Deutschland ist der private Besitz und Import von beschlasgnahmten Spielen und Filmen zum Glück vollkommen legal, nur der Verkauf und öffentliche Vorführungen dieser Medien ist verboten.

  18. Ja aber innerhalb Deutschlands kannst du nichts kaufen was dir keiner Verkaufen darf und Packs mit solchen Inhalten bleiben ganz gerne bei dem Zoll hängen und je nachdem was es ist gibt es sogar Ärger, ein Dead Ris**g bringt dir nicht so schnell Ärger ein wie ein Wolfens**n aber in beiden Fällen wirst du die Spiele nicht erhalten wenn sie hängen bleiben, anders sieht es aus wenn du nur Indexware und normale Importe hast kommen lassen, die werden dann gelagert und du mußt persönlich vorbei kommen und sie abholen und eine kleine Gebühr zahlen das war es dann.

  19. Und der Zoll könnte auch dicht machen. Einfach mal das Zollrecht lesen. Bezüglich z.B. Erotik: Importiert mal so was aus den USA und schaut mal was passiert… ich würde es lassen. Ihr bekommt post von der Staatsanwaltschaft.

  20. @ amegas:
    … „Erotik“ unterliegt prinzipiell keinen generellen Restriktionen. Du meintest wahrscheinlich Pornographie (ungeachtet der Definitionsprobleme für Pornographie), die gem § 15 Abs. 1 JuSchG automatisch als schwer jugendgefährdend (wie auch immer das von z.B. einfacher Jugendgefährdung oder einer Jugendbeeinträchtigung differenzierbar sein soll) gilt, ergo automatisch indiziert ist.

    Gem. § 15 Abs. 1 Nr. 5 JuSchG dürfen indizierte Medien nicht im Wege des Versandhandels eingeführt werden. Dieses Importverbot ist aber nicht praktikabel: Die Tätigkeit des Versandhändlers wird pönalisiert, nicht die des Endverbrauchers (also des privaten Bestellers, wenn man so will), der i.d.S. nicht als Einführer definiert wird: Die Besteller sind lediglich notwendige, damit straflose Teilnehmer der strafbaren Handlung des Einfuhrunternehmens im Wege des Versandhandels durch den ausländischen Vertreiber. Das gilt auch für das Verbot in § 184 Abs. 1 Nr. 4 StGB. (Vgl. LG Freiburg, Urt. v. 26.08.1997 – Az.: III QS 61/97 und OLG Hamm, Urt. v. 22.03.2000 – Az.: 2 Ss 1291/99)

    Der ausländische Versender agiert aber i.d.R. legal gem. der Gesetze seines Landes und kann nicht von deutschem Recht belangt werden; es existiert somit z.B. kein Grund für ihn, umständlich einen persönlichen Kontakt zwischen Lieferant und Besteller, resp. ein technische oder sonstige Sicherstellung, dass kein Versand an Minderjährige erfolgt, zu forcieren, bzw. Minderjährige nicht zu beliefern. Deutsche Zollbehörden sind zwar berechtigt, ausländische Postsendungen mit den entsprechenden Inhalten abzuweisen, die insb. innereuropäisch offenen Grenzübergänge und nur noch stichprobenartigen Kontrollen sind aber nicht geeignet, den Versandhandel zu unterminieren, da der Verlust in diesen Fällen i.d.R. mit keinem hohen Risiko verbunden ist und nur den Besteller betrifft. Aber da gilt, was Doktor Trask schrieb: I.d.R: einfach vorbeifahren und die Ware beim Zoll abholen…

    BTW: Versandhandel ist aber nicht gleich Versandhandel, wie man ihn in der Alltagssprache definiert: Hem. Legaldefinition des JuSchG ist Versandhandelein entgeltliches Geschäft, „das im Wege der Bestellung und Übersendung einer Ware durch Postversand […] ohne persönlichen Kontakt zwischen Lieferant und Besteller oder ohne dass durch technische oder sonstige Vorkehrungen sichergestellt ist, dass kein Versand an Kinder und Jugendliche erfolgt, vollzogen wird.“ (§ 1 Abs. 4 JuSchG)

    … um es kürzer zu formulieren: Nichts passiert.

  21. Boah Fuck! Ich hatte keine Ahnung, dass es Länder in Europa gibt bei denen man tatsächlich so weit geht. Das ist doch unfassbar! Geldstrafe für den Besitz von Horrorfilmen???
    Das macht ein Verbot auf einmal viel warscheinlicher…

  22. Naja Green bei uns mußt du doch auch unter Umstädnen Strafe zahlen je nachdem was du dir hast kommen lassen, gut für den Besitz wird man hier nicht belangt, zumindest noch nicht da aber immer noch einige Änderungen im Raum stehen für den Jugendmedienschutz kann sich das ändern.

    PS: Bei einigen Spielepackungen wie das von Batman zbsp. gibt es jetzt auch am Rücken der Hülle ein weiteres USK-Logo, jetzt ist es schon vorne, auf der Seite den Datenträger und oft auch auf der Anleitung zu finden.

  23. @amegas
    Von der Staatsanwaltschaft gleich :-o Und mir war als harztest Du mal erwaehnt dass das doch problemlos moeglich ist…
    Um die semantischen Spitzfindigkeiten aber noch etwas zu verlaengern: unter „harter Pornographie“ wird in Gesetzen meiner Erfahrung nach nicht etwa die „Hardcore“-Nische verstanden, sondern illegale P. Also in der Regel Tier-, Kinder- und Gewaltp. (nonkonsensuale Darstellungen)
    Und fuer die deutsche Sprache wurde vom Fernsehmacher Georg Kofler ja auch mal das Schiene Wort „Vollerotik“ eingefuehrt. Ich spreche da auch lieber von einer Erotikindustrie, anderswo ist ja auch gleich Erwachsenen-Industrie ueblich…

  24. @ amegas / Pyri:
    „Um die semantischen Spitzfindigkeiten aber noch etwas zu verlaengern: unter “harter Pornographie” wird in Gesetzen meiner Erfahrung nach nicht etwa die “Hardcore”-Nische verstanden, sondern illegale P. Also in der Regel Tier-, Kinder- und Gewaltp. (nonkonsensuale Darstellungen)“ Richtig!

    Ein Besitzverbot und eine Pönalisierung eines Unternehmens, sich den Besitz von kinderpornographischen Schriften zu verschaffen (z.B. als Empfänger; s.o.) existiert aber exkl. für reale und „wirklichkeitsnahe Kinderpornographie.

    Der Besitz von Gewalt- und Tierpornographie ist straffrei. Der Zoll wird harte Pornographie der letzten beiden Kategorien aber i.d.R. beschlagnahmen, weil hier eine Straftat der Versandhändler (also der Einführer i.S.d. Gesetzes) der Fall ist; der Endverbraucher (s.o.) ist auch in diesen Fällen straffrei.

    Das man aber in den Fällen, in denen der Zoll eine gewaltpornographische Versandlieferung beschlagnahmt hat, die an einen selbst adressiert war, ggf. Post von der Staatsanwaltschaft erhält, ist nicht verwunderlich: U.U. existiert z.B. der Verdacht einer nonkensualen Darstellung (z.B. eine reale Vergewaltigungen). Die Staatsanwaltschaft MUSS ermitteln… jetzt mal ungeachtet des problemes, das Gewaltpornographie u.U. auch einvernehmliche BDSM-Darstellungen u.ä. umfassen kann.

    Aber i.d.R. erhält man ohnehn Post, rein aus Informationszwecken, dass die Leiferung nicht mehr zugestellt wird. ;-)

  25. @Vicarocha
    Das ist mir jetzt voellig neu: ist der Besitz virtueller Kinderp. Denn nicht auch verboten in Deutschland? Ich dachte bislang immer das „wirklichkeitsnah“ bezieht sich auch auf konkrete Zeichnungen zum Beispiel. Betrifft es tatsaechlich eher „nur“ reale Darstellungen, oder hab ich da jetzt was falsch verstanden in Deinem Post?

  26. @ Pyri:
    IIRC war es der Wille des Gesetzgebers, auch virtuelle Kinderpornographie zu pönalisieren (z.B. in Hentai-Mangas/Animes); die entsprechende Gesetzesbegründung liegt mir aber gerade nicht vor (und da ich gleich weg muss, mag ich sie nicht raussuchen) – Pornographie ist nicht mein Thema. Das Wille des Gesetzgebers tut jetzt aber auch nicht unbedingt was zur Sache.

    Mir wäre jedenfalls neu, wenn die Rechtsprechung das Tatbestandsmerkmal der „Wirklichkeitsnähe“ bis dato definiert hätte, von einer höchstrichterlichen Entscheidung ganz zu schweigen; mithin haben wir es hier wohl wieder mit einem unbestimmten Begriff zu tun, der bislang der Auslegung durch einen jeden Amtsrichter offenliegt (wenngleich insb. in der Presse wohl die Meinung vertreten wurd, dass auch z.B. Hentais von der Regelung betroffen sind) – die aktuelle Literatur zum Thema ist mir gerade nicht geläufig. Ich habe entsprechende Urteile u.ä. zu diesem Thema immer nur am Rande mitverfolgt.

    Kurz: Eine eindeutige Antwort gibt es nicht…. scheint aber wohl tendenziell ein Spiel mit dem Feuer zu sein.

  27. Angesichts der Äußerungen dieser Leute empfinde ich schon eine gewisse Wut. Und nein, die kommt nicht davon, daß ich „böse Computerspiele“ gespielt hätte.

    1. Zitat: “So genannte Killerspiele würden nichts bieten, was ein Buch, ein Fussballspiel oder ein Freund nicht ersetzen könnten, sie seien “nicht notwendig zum Glücklichsein”, bekräftigte Thomas Merz.”

    Das zeugt von einer dermaßenen Arroganz: Da versucht jemand, eine Definition von „Moral“ und „Geschmack“ für die gesamte Gesellschaft verbindlich sein soll – und natürlich auch seiner eigenen im wesentlichen entspricht. Ich frage mich nur, was gerade Näf, Merz, Hänsel und Co. dazu prädestiniert, für alle Menschen zu definieren, was diese als „gut und richtig“ anzusehen haben.

    Und andererseits ist das Argument auch null und nichtig: Kann ein Zuschauer des „Musikantenstadl“ begründen, ob er diese Sendung zu seinem „Glücklichsein“ benötigt? „Ich brauche das nicht.“ Also, los, verbieten.

    2. Nachdem in der Schweiz ja (dank Minarettverbot) jetzt Islamismus und (dank Computerspielverbot) bald das Problem der jugendlichen Gewalt endgültig erledigt ist (denn ), an welches „heiße Eisen“ gesellschaftspolitische Ziel der VPM wagt sich die heldenhafte Politik denn danach? Man lese mal nach, was in dem VPM-Internat in Bohlingen abging: Verbot von Haarfärbemitteln? Alle unter 18jährigen Mädchen, die eine Beziehung haben, wegen Prostitution verurteilen? Verbot der Homosexualität? (http://www.neues-deutschland.de/artikel/147057.schikaniert-und-beschimpft-im-internat.html)

  28. Natürlich mal wieder einen Satzteil vergessen. Wem es aufgefallen ist: (denn Pfeiffer und Hopf/Huber/Weiß haben ja „zweifelsfrei belegt“, daß (von ihnen) so genannte „Killerspiele“ der wichtigste, wenn nicht gar der einzige Grund sind, warum Jugendliche kriminell und gewalttätig werden können, also: „Sauberer Bildschirm – sauberes und glückliches Volk“)

  29. Salü Martin
    Ich weiss nicht, ob du an der Diskussion überhaupt dabei warst. Jedenfalls reagierst nicht auf das, was ich gesagt habe, sondern offensichtlich auf ein Zitat aus einem Blog, den nicht ich geschrieben habe. – Worum es in der Aussage ging, war folgendes: Menschen lebten hunderttausende von Jahren ohne Computerspiele und konnten trotzdem zufrieden und glücklich sein. Niemand wird ernsthaft behaupten wollen, Computerspiele seien nun plötzlich dazu notwendig. Das allerdings ist sicher in keiner Weise ein Grund für ein Verbot, da bin ich einverstanden.
    Zudem habe ich an diesem Abend nicht für ein Verbot Position bezogen, wie das hier steht. Mein Ansatz ist ein anderer. Ob mit oder ohne Verbot: Wenn wir Gewalt und Aggression bekämpfen wollen, so gibt es eine Reihe von Faktoren, bei denen wir ansetzen müssen.
    Allerdings bin ich überzeugt: So lange Gamer so tun, als wären gewalthaltige Computerspiele überhaupt kein Problem, wirkt das kontraproduktiv. Meiner Meinung nach wären zumindest zwei Dinge wichtig, wenn ihr ein Verbot verhindern wollt: Zum einen gehört schlicht dazu, zu anerkennen, dass es Risikogruppen gibt und dass gewalthaltige Computerspiele bei einzelnen Personen tatsächlich problematische Wirkungen haben können. Hier ist Engagement nötig, um die Gesellschaft vor Gewalt zu schützen. So lange Gamer diese in der (ernst zu nehmenden) Forschung längst klare Grundlage nicht annehmen, werden sie nicht ernst genommen.
    Zweitens: Es muss diskutiert werden, wo denn ethische Grenzen sind. Ein Kriegsspiel bei dem zwei Partien gegeneinander kämpfen, ist beispielsweise etwas ganz anderes als ein Spiel, in dem man unbeteiligte Zivilisten töten muss.
    Auch viele Gamer selbst finden, einzelne Spielentwickler hätten in den letzten Jahren den Bogen überspannt. Ich bin sicher: Gerade diese extremen Spiele haben überhaupt erst dazu geführt, dass ein Verbot überhaupt eine Chance hatte.

    Ich erlebe die letzten Wochen immer wieder sehr engagierte Gamer mit einer differenzierten Haltung, z.B. von Gamerights. Diese bewirken mit Sicherheit viel mehr als die, die jegliche Problematik einfach in Abrede stellen.

    Mit herzlichen Grüssen
    Thomas Merz

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