Atkinson-Nachfolger ist für R18-Rating

(the Escapist) Gamer in ganz Australien jubelten als Attorny-General Michael Atkinson seinen Rücktritt bekannt gab. Atkinson war einer der letzten Politiker in Down Under der sich mit Händen und Füßen gegen die Einführung eines offiziellen „ab 18“ Ratings gewehrt hat, stellte den Sinn eines solchen Ratings oft in Frage und unterstellte Gamern sie seien gefährlicher als Motorradgangs (ob der mit Christian Pfeiffer da mal drüber geredet hat?).

Sein Nachfolger, so ein Tweet der Anti-Atkinson Partei Gamers4Croydon, Attorney-General John Rau sei „ein Unterstützer von R18 Ratings (und auch noch ein netter Kerl)“.

Wenn Australien das hinkriegt, dann müsste das bei uns doch auch gehen, oder? ^^

29 Gedanken zu “Atkinson-Nachfolger ist für R18-Rating

  1. Mal sehen, wie es sich entwickelt, aber das klingt ja schon mal sehr vielversprechend! Wenn sich nun nicht plötzlich doch noch so viele Gruppierungen und „Experten“ finden wie hier, dann sieht es doch stark nach einem „befreiten“ Land aus!

    Ob aber die Ereignisse vom anderen Ende der Welt hier was bewegen können, bezweifle ich doch mal ziemlich…

  2. @hecter specter: Ja, da hast du Recht. Mein Fehler. Wird korrigiert.

    @Ron: Ja, aber bei uns werden Spiele oft aufs brutalste kastriert um übrhaupt erst ab 18 sein zu dürfen. Unsere 18er Fassung von Left 4 Dead 2 ist identisch mit der australischen „ab 15“ Version.

  3. @Pyri
    beschlagnahmt heißt nicht verboten, der Privatbesitz ist nach wie vor erlaubt, nur darfst du es niemandem zugänglich machen.
    @topic
    In Australien scheint es voran zu gehen. Ich habe ja schon die Hoffnung das es in nicht all zu ferner Zukunft auch bei uns besser wird.

  4. Wir haben ja eine ab 18 Einstufung aber die reicht bei uns Deutschen nicht aus und eine ab 21 Einstufung würde auch nichts bringen da der Handel die mit Sicherheit nicht verkaufen würde einige verkaufen ja jetzt schon nichts ab 18 und manchmal auch ab 16 nicht, dafür sollen ja Internet-Seiten gefiltert werden, bewertet werden und Sperrstunden verhängt werden, als Quelle dafür kann ich zbsp. Schnittberichte.com nennen.

  5. Also ich hab außer Kaufland noch keinen Laden gesehen wo keine 18er Titel mehr verkauft werden, auch hab ich noch nie ein Schild, ala „Wir verkaufen keine Killerspiele“ gesehen. Ich kaufe (wie soviele) auch meistens in UK, von daher egal. Aber eine 21er Freigabe hätte den Vorteil das man DLCs in Deutschland z.B. Gears of War veröffentlichen könnte. Dieser Internetfilter ist der nicht mit einem speziellen Programm angedacht? So zusagen ein offizielles Jugendschutz – PlugIn? So hatte ich das mal gehört (letzte Woche bei heise).

  6. @Markus
    Eine 21er freigabe hätte garkeinen einfluss auf xboxlive/PSN DLC… das problem mit DLC für indizierte games ist das xboxlive keine vernünftige alterbestätigung hat deswegen werden dort weder indizierte titel angeboten noch DLC für selbige zur verfügung gestellt. Weil microsoft angst hätte eins aufm deckel zu bekommen vonwegen „verkaufen von USK zeug an minderjährige“ oder „bewerben von indizierten medien“.

  7. Wenn die 21 Freigabe die Indizierung ersetzen würde (so hab ich mir das gedacht) dann bräuchten die keine Angst mehr zu haben eines auf den Deckel zu bekommen und könnten das anbieten. Die Frage mit der Altersbestätigung könnte man ja genauso auf 18er DLC runterrechnen die kann auch jeder laden, außerdem haben die ja Jugendschutz, wenn natürlich jemand zu dumm ist den für Sohnemann zu aktivieren kann ja MS nichts dafür. Aber du hast recht eine Altersverifikation auf XBL/PSN würde auch schon reichen. Ich könnte mir nur vorstellen das eine 21 auf einem Spiel psychiologisch Konsequenzen hat, sprich einfach mehr darauf geachtet wird wer es kauft.

  8. Eine Einstufung ab 21 Jahren (die ich pers. als absurd empfände, da man ab 18 schließlich volljährig ist) würde nichts am dt. Jugendschutz ändern. Das Mittel der Indizierung bliebe wegen der ‚Nebenwirkungen‘ (Werbeverbot, kein öffentlicher Verkauf, Beschneidung der Presse -> das ‚böse‘ Medium verschwindet aus dem öffentlichen Blickfeld) bestehen und der § 131 wäre dadurch auch nicht eliminiert. Man muss nicht (unbedingt) als erstes das Klassifizierungssystem umstrukturieren, anderorts sehe ich beim deutschen ‚Jugendschutz‘ wesentlich größeren Handlungsbedarf…

  9. Man ist grundsätzlich mit 18 volljährig, ja aber es gibt doch einige Klauseln die vollständige Rechte und Pflichten erst ab 21 erlauben z.B. kann ich nicht mal eben ein Bier trinken und mich anschließend ins Autos setzen, auch das Jugendstrafrecht kann bis 21 Anwendung finden. Versteht mich nicht falsch ich will nicht unbedingt eine Freigabe ab 21 (bin ja noch nicht mal 21), sehe darin aber die Möglichkeit einer schrittweisen Abkehr von der Indizierung. Das entsprechende Gesetzte geändert werden müssten ist klar, gerade §131. Am besten wäre natürlich eine komplette Abkehr von der Indizierung und die komplette Freigabe der Medien ab 18.

  10. Markus, du hast da an einer Stelle etwas sehr wichtiges gesagt. Nämlich, das Jugendstrafrercht KANN bis 21 verwendet werden. Diese Regelung gibt es, weil logischerweise nicht jeder Mensch geistig gleich entwickelt ist ab 18 und so trotz des älteren Alters noch wie ein Jugendlicher ist. Bei den verbindlichen Altersfreigaben auf Spiele ist so eine Unterscheidung nicht möglich, jemand der mit 16 geistig schon so reif ist wie ein 30-jähriger darf kein ab-18 Spiel kaufen und jemand der mit 20 sich wie ein 13-jähriger benimmt darf sich ein 18er Spiel kaufen. Nur wenn die Eltern die Spiele kaufen ist diese Reifeeinschätzung möglich, da sie von dem Abgabeverbot ausgeschlossen sind und somit auch ihrem 16-jährigen Sohn ein 18er Spiel geben dürfen im Gegensatz zu den Verkäufern. Wären die Alterseinstufungen wie früher nur Empfehlungen, gäbe es weniger Probleme deswegen, Verkäufer bräuchten nicht ständig nach Ausweisen zu fragen und Angst zu haben große Strafen zu zahlen wenn mal doch ein 17 11/12tel-jähriger ein 18er Spiel kauft und bräuchten höchstens auf die Altersempfehlung hinzuweisen.

  11. Natürlich kann man persönliche Reife nicht pauschalisieren, aber manchmal muss man (oder der Staat muss) pauschalisieren, eben Altersfreigaben sind ein Beispiel. Ich konnte auch schon mit 12 Autofahren :) und musste noch so lange warten. Wie gesagt mir wäre eine sofortige Abschaffung der Indizierung auch lieber, aber ich denk man muss an die Sache realpolitisch Herangehen und da wird es sicher keine sofortige, maximal eine schrittweise Abschaffung geben.

  12. Markus, du hast mich offensichtlich missverstanden. Von der Indizierung wird der deutsche Staat niemals freiwillig ablassen – nicht, weil es keine Einstufung ab 21 gibt, sondern, weil damit unliebsame Medien effektiv aus dem öffentlichen Leben verbannen werden können (weil das betroffene Medium totgeschwiegen werden muss – keine Werbung, keine Berichte darüber in der Presse, Händler dürfen es nur unter der Theke verkaufen und nicht einmal damit ‚werben‘, dass sie indizierte Spiele führen, weshalb jeder, der nicht fragt, es folglich nicht weiß, …), theoretisch, ohne dadurch Zensur auszuüben. Dieses Instrument wird der Staat von sich aus *niemals* aufgeben, dazu müsste er schon gezwungen werden (z.B. durch die EU, wo ich aber wenig Hoffnung habe).

  13. @Markus
    „beschlagnahmt heißt nicht verboten,…“ Ach ne – es ist schon indiziertes in verschiedenen Formen „verboten“, von öffentlicher Werbung angefangen über Ausstellung bis Rezension (gelegentlich). Was „verboten“ rechtlich heißt, und weshalb da beim 131er sehr wohl davon zu sprechen ist, auch ganz allgemein, darüber kann Vicarocha sicher besser Auskunft geben als ich, doch indirekt zu behaupten ein „Verbot“ hätte immer etwas mit einem Besitzverbot zu tun ist in jedem Fall völlig falsch.
    Siehe Schweiz: das bereits bestehende Gewaltdarstellungsverbot dort schließt Besitz formal mit ein, dennoch war das noch zu wenig um gegen „Killerspiele“ (vermeintlich angemessen) vorzugehen – und in der Motion Allemann für ein Verbot dieser steht überhaupt nichts vom Besitz drin
    Aber eine neue (noch höhere) Altersfreigabe einzuführen finde ich fast schon wieder lustig :-) „USK-21“ weil man selbst noch nicht 21 Ist!? :-D
    Ich wurde letzte Woche 30, dann freu ich mich schon auf „USK-40“ und „USK-50“-Vorschläge…
    Die Indizierungspraxis gibt es seit 1954. Das Gewaltdarstellungsverbot seit den 1970er Jahren – sorry, aber da waren wir beide offenbar noch nicht auf der Welt…

  14. @LiquidSnake
    Was die heutige Parteienlandschaft angeht da geb ich dir durchaus recht, so wird man nie von Indizierungen loskommen aber man sieht doch wohl eine gewisse Umgestaltung der Parteienlandschaft oder wer hätte vor 20 Jahren gedacht das die Grünen in einer Umfrage mal über 15% kommen. Ich denke in den nächsten Jahrzehnten werden wir tiefgreifende Veränderungen sehen. Angenommen eine Partei fordert die Abschaffung der Indizierung und diese befindet sich in einer Regierungskoalition wäre die „21“ ein eventl. Kompromiss mit anderen Parteien. Nur darauf wollte ich hinaus.
    @Pyri
    sorry, wenn das jetzt etwas besserwisserisch klang, aber Ottonormalbürger denkt bei „Verboten“ an Komplettverbot. Ich war am Anfang auch immer sehr verwirrt, deshalb mein Kommentar, einfach um diesen Irrtum „Beschlagnahmt = Besitzverbot“ vorzubeugen. (Findet man bei sehr vielen Spieler, leider)
    Wie gesagt ich bin keiner der schreit „USK 21 her“ mir persönlich wäre eine „USK 21“ allerdings wesentlich lieber als die Indizierung.

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  16. Würde es nur genug Willen und Druck des Volkes auf Medien und Politik geben könnte sich was ändern aber der Deutsche ist ein bequemer Schlucker und Ja-Sager.

  17. Naja wir Deutschen haben nunmal ein gestörtes Verhältnis zur Vergangenheit und zur (medialen) Gewalt, was auch ein Stück weit nachvollziehbar ist. Ich denke die realistischste Form der Verbesserung wird sein das die USK einfach mehr absegnet siehe MW2. Aber DoktorTrask hat recht wir sind ein Volk von Ja – Sagern sollange wir unsere Sozialleistungen und co bekommen stehen wir da und nicken.

  18. @Markus,
    tja das mit den Sozialleistungen wird sich über die Jahre ändern.
    Viele Menschen haben jetzt schon arge Probleme mit dem Mickerlohn über die Runden zu kommen, da alle Konzerne mehr Geld verlangen, was die Regierung gerne wegguckend absegnet.

  19. Das ist Deutschland hier.
    Strukturell sehr konservativ, das einzige was wir machen können, ist warten, bis die Anti-Leute an Alter gestorben sind und durch jüngere, aufgeschlossenere Politiker ersetzt werden.
    Aber selbst da mach ich mir keine Hoffnung, da die meisten Politiker versuchen werden, sowenig arbeit wie möglich aufzunehmen.

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