Munich Gaming – KJM lud zur Diskussion

(chip/kjm) Auf dem Fachkongress “Munich Gaming” lud die KJM unter dem Titel “Vom Zinnsoldaten zum virtuellen Warrior: Wenn das Kinderzimmer zum Kriegsschauplatz wird” zu einer Diskussion über den Jugendmedienschutz. Auch wenn kritisiert wurde, dass Kindern und Jugendlichen fragwürdige Werte vermittelt würden, “wenn Krieg zu Unterhaltungszwecken eingesetzt wird” und dass “Wenn Computerspiele – zu Recht – offiziell als Kulturgut deklariert werden“, die Entwickler – um diesem Anspruch gerecht zu werden – weniger auf Gewalt fokussierte Spiele bieten müssten, war man sich darüber einig, dass neue Verbote nicht nötig seien und der bestehende Jugendschutz nur konsequent umgesetzt werden müsse. Darüber hinaus räumte Oberst i.G. Siegfried Morbe mit einem Mythos auf. Zwar nutze man Videospiele in der Ausbildung:

“Aber keinesfalls, um die Tötungshemmung zu senken, sondern um Kriegsverbrechen zu zeigen, also das Negativbeispiel zu illustrieren.”

10 Gedanken zu “Munich Gaming – KJM lud zur Diskussion

  1. ““wenn Krieg zu Unterhaltungszwecken eingesetzt wird” nun ja das ist keine Erfindung der Gameindustrie sondern der Filmindustrie.

    “weniger auf Gewalt fokussierte Spiele bieten müssten” das Interesse der Medien eben an dem Ego Shooter Genre bedeutet nicht das es sonst keinen anderen Spiele gibt.

    Was die Bemerkung des Oberst angeht verwirrt mich das ein Bischen, Kriegsverbrechen werden wohl kaum in Verkauf üblichen Spielen illustriert und ich zweifel mal das hier speziell Spiele für diesen Zweck programmiert werden. Meinte er 3D Render wie sie auch in anderen Bereichen eingesetzt werden?

    Aber sie haben recht das der Bestehend Jugendschutz umgesetzt werden sollte, nicht nur beim Verkauf sondern auch das Eltern den PC nicht bei kleinen Kindern ins Kinderzimmer stellen.

  2. In der Zusammenfassung der kjm wird der Oberst so zitiert:
    „Unsere Soldatinnen und Soldaten spielen solche Spiele, in denen Kriegsverbrechen stattfinden. Bei der Bundeswehr müssen wir ihnen dann erst wieder mühsam Werte vermitteln.“

    Bei chip steht davon nichts, aber man findet folgendes indirektes Zitat:
    “Vielmehr sei es so, dass junge Rekruten heutzutage mit falschen, von Computerspielen vermittelten, Vorstellungen über Kriegseinsätze zum Militär kommen und dann erst mühsam auf den realen Kriegsalltag “umgeschult” werden müssen.”

    Hoffentlich findet man eine Mitschrift der Diskussion. Würde gerne wissen was der Oberst alles genau gesagt hat.

  3. Man versucht scheinbar schon fast zwanghaft ein negatives Bild von den Inhalten aus Videospielen zu zeichnen – egal ob sie sich nun tatsächlich mit Kriegsverbrechen beschäftigen oder nicht: was darin vorkommt wird einfach als “nicht richtig” erkannt, usw. :-(

  4. @ Hansjochen

    Ich glaube in vielen Spielen gibt es Darstellungen von Kriegsverbrechen:
    http://www.chip.de/bildergalerie/Spiele-Analyse-Wie-viele-Kriegsverbrechen-stecken-in-aktuellen-Shootern-Galerie_39276989.html

    Also kann man das damit schon verdeutlichen, möglich ist es wohl, ob es tatsächlich gemacht wird, weiß ich auch nicht.

    Die Analyse der Spiele hinsichtlich Kriegsverbrechen in Spielen ist recht interessant. Aber wenn Kritiker das wieder überbewerten, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Die Darstellung von Kriegsverbrechen als Teil einer fiktiven Handlung ist in Filmen, Büchern und Spielen natürlich völlig in Ordnung.

  5. Kriegsverbrechen in den Medien geht natürlich gar nicht. Da hat die Veranstaltung in München natürlich recht…

    In München hat die dortige CSU auch schon mal gezeigt was sie gegen Kriegsverbrechen hat, so haben sie damals gegen die Wehrmachtsausstellung demonstriert…

  6. “In München hat die dortige CSU auch schon mal gezeigt was sie gegen Kriegsverbrechen hat, so haben sie damals gegen die Wehrmachtsausstellung demonstriert…”
    -aber wahrscheinlich nur deswegen, weil es ihnen nicht bayrisch genug war diese austellung

  7. Oh man es gibt echt Leute die nix besseres zu tun haben als Spiele auf evtl. Kriegsverbrechen zu prüfen.
    Hat denen schon mal jemand gesagt das das NICHT REAL ist?
    Zudem seh ich in jedem zweiten Film mindestens die gleichen Sachen.
    Oh nein, jetzt nicht auch noch Filme auf Kriegsverbrechen prüfen, bitte.

    Da würde ich es doch viel besser finden wenn diese Leute ihre offensichtlich brach liegenden Kompetenzen zum Aufspüren echter Kriegsverbrechen nutzen würden.

    Ganz interresant finde ichz das irgendwie jeder den Oberst anders zitiert.
    Soll ein Zitat nicht eigentlich die Worte der zitierten Person wiedergeben?
    Das man die Spiele nutzt um den Rekruten Kriegsverbrechen zu illustrieren ist mir neu.
    Vielleicht zielt diese Aussage aber auch auf das Virtual Reality Projekt ab, welches traumatisierten Soldaten bei der Bewältigung ihres Traumas helfen soll und der Oberst hat da was nicht ganz verstanden.
    http://www.focus.de/digital/games/computerspiel_aid_125087.html

  8. ““Wenn Computerspiele – zu Recht – offiziell als Kulturgut deklariert werden“, die Entwickler – um diesem Anspruch gerecht zu werden – weniger auf Gewalt fokussierte Spiele bieten müssten”

    Nein müssen sie nicht. Hat mal jemand nachgesehen wie viel Gewalt in Werken der Weltliteratur enthalten ist? Und dass seit Tausenden von Jahren? Manche Shakespeare Stücke z.B. sind voller Gewalt. Und auch viele der besten und höchst-angesehenen Filme sind voller Gewalt. Das kommt immer daran wie und wofür man sie einsetzt.

  9. Die KJM gehören zu den größten Zensoren in diesen Lande, ich würde mit denen nicht mal die gleiche Stadt teilen wollen geschweige mir einen Beitrag von denen anhören.

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