Video zur Podiumsdiskussion

(via GameRights, tink) Durch tink.ch organisiert fand am 15. März eine Podiumsdiskussion über „Killerspiele“ statt. Unter den Teilnehmern war auch Roland Näf, der sich (erfolgreich) für eine Verbotsausweitung in der Schweiz eingesetzt hat. Die Veranstaltung wurde auf einem Video festgehalten, das man sich mittlerweile auf der Plattform tink.ch ansehen kann.

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18 Gedanken zu “Video zur Podiumsdiskussion

  1. Ich seh mir das erst gar nicht (auch) an: mir hat die Berichterstattung auf tink.ch dazu schon gereicht – was ich jedoch überhaupt nicht verstehe ist, weshalb diese (Berichterstattung) bei GameRights noch in einem vermeintlich so positiven Licht dargestellt wird… Von wegen, dass die Gamer-Seite dermaßen „kritisch“ dort wahrgenommen worden wäre: am Ende haben sie noch jemanden vorgestellt, der prinzipiell auch nichts gegen ein Verbot einzuwänden hätte…

  2. Diese „Experten“ wollen nicht verstehen, dass ein Spiel einfach nur Spaß macht und keinen höheren Zweck erfüllt!
    „Ich glaube niemand ist angewiesen auf solche Spiele“ … soll jetzt Alles verboten werden worauf niemand angewiesen ist?! Ich bin nicht angewiesen auf „Experten“ die KEINE Ahnung haben wovon sie labern…

  3. sonst guck ich mir ja immer gerne bunte sich bewegene bilder an, aber hier habe ich es mir auch verkniffen. die paar texte in die ich reingelesen habe, haben mir gereicht.

    -„Killergames zerstören unsere Zivilisation“
    http://www.tink.ch/new/article/2010/02/02/killergames-zerstoeren-unsere-zivilisation/

    -„Unter der Fahne von Adolf Hitler kämpfen?“
    http://www.tink.ch/new/article/2009/07/06/unter-der-fahne-von-adolf-hitler-kaempfen/

  4. @Stippo: ich hab mir den Vortrag (noch) nicht angesehen, aber ich vertrete die Ansicht, dass ein Spiel schon mehr kann, als einfach nur Spaß machen.
    Aber ich vermute mal du beziehst dich auf eine Aussage in der Art von „wem nützen diese Spiele denn irgendwan?“.

  5. KANN, ja. Es gibt natürlich Spiele die mehr als einfach nur Unterhaltung sind. Genauso wie in anderen Medien auch. Aber sie müssen es nicht sein.

  6. Ich finde es beschämend, dass in der ganzen Diskussion die kulturelle bzw. künstlerische Seite nicht mal angerissen wurde. Das ist „Hart aber Fair“ in Wohnzimmer-Deko…

  7. Klar kann ein Spiel mehr als nur Spaß machen! Ich denke einfach, dass Spaß ein wichtiger Bestandteil ist, auch ein Lernspiel muss Spaß machen sonst liegt es schnell in der Ecke.
    Wenn er schon, äußerst plump und ignorant, fragen muss „Warum spielt jemand so etwas?“ dann ist „Weil es mir Spaß macht!“ imo die einfachste Antwort.

  8. das Problem ist hier aber, dass die Kritiker die spiele nicht reflektieren. so sehe ich in der assassins creed reihe eine spannende Verschwörungstheorie, die zum spekulieren einlädt, und dazu noch einen gewissen Lernfaktor hat. ich kann nun durch Venedig laufen und sagen was es mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf sich hat. auch behandelt es auf philosophische weise das Gesellschaftsbild des Menschen und vermittelt werte der Aufklärung. die Kritiker sehen nur, dass dort Menschen sterben (die „“ wurden bewusst weg gelassen), und verkünden, dass es niemanden nützt wenn man Menschen tötet.
    genauso könnte man auf diese weise darauf schließen, dass filme wie Pans Labyrinth niemanden etwas nützt (lief gestern Abend im fernsehen und hätte es fast nicht mitbekommen) da dort schlimme Gewalt ausgeübt wird und die Hauptrolle ihren Ziehvater am ende vergiftet.

    die frage „wem nützt das?“ ist etwa so wie die Klischee Eltern frage „wenn alle deine Freunde vom Hochhaus springen[…]?“

  9. Man fragt ja auch immer nach einem nutzen: aber eben nicht so sehr beim Theater oder einer Holzschnitzerei. Der Holzschnitzer mag noch für die Mächtigen etwa zugearbeitet haben, für die Kirchen zum Beispiel – vielleicht glaubt man deshalb auch so häufig dass die Videospiele dem Militär zuarbeiten und die Videospieler eigentlich gar nicht wissen was sie in ihren Spielen für üble Sachen anstellen, Kriegsverbrechen oder was für „völkerrechtswidrige Kriege“, und diesbezüglich von nutzen gewesen sein für andere Dinge, aber wer heute einem Theatermacher nach dem nutzen seiner Arbeit fragt wird wohl (auch) keine Antwort erwarten können und sich hoffentlich noch öffentlich desavouieren mit der Frage. Bei „Spielen“ geht das aber eben, weil sie sowohl was die Auswirkungen betrifft, als auch einen etwaig positiven „nutzen“ für die Gesellschaft anders betrachtet werden als die Ölmalerei oder das Kupferstechen.

    Utilitaristisches Denken spielt in dem was heute unter Kunst und Kultur auch in Deutschland firmiert ja eigentlich kaum eine Rolle (mehr). Ich mein, da hat die Moderne auch viel dazu beigetragen schon. Und es geht ja auch nicht um „Staatskunst“ da – was Peter Bürger vom KA etwa Darstellungen wie sie mit in den Videospielen vorkommen absurderweise vorwirft: dass ein Michael Bay, ein Steven Spielberg oder ein Jerry Bruckheimer mit Explosionen in ihren Filmen schon dem Staat zuarbeiten. Und eben erst Recht die Videospiele-Industrie, die ist ja sowieso die allerschlimmste…

    Und das hängt aus meiner Sicht wiederum eng mit der sozialwissenschaftlichen beziehungsweise gesellschaftswissenschaftlichen Nutzungs- und Wirkungsforschung halt zusammen. An sich wäre die ja neutral – sie möchte Nutzung und Wirkung herausfinden. Theoretisch. Aber wie Cheryl Olsen schon auch hingewiesen hat ist sie das praktisch nicht, sondern wird von Interessen mitunter geleitet.
    Man kann von einer TV-Runde (oder dem schaulaufen hier in Bern) keine entsprechende Wissenschaftstheorie erwarten was da am Forschungsobjekt Menschen, dem humanen Gegenstand, eigentlich leistbar ist und was nicht, oder was KAUM Wenn man nicht bestimmten ideologischen Mustern schon folgt – von Proponenten einer tatsächlich wissenschaftlichen „Debatte“ hingegen sehr wohl. Weil hier Grundlagen von Wissenschaft für mich so eindeutig gefährdet werden, doch sieht man etwa auch an Stimmen wie jener Michael Wagners über die angebliche „Gewaltpornographie“ in MW2, dass es auf beiden Seiten sozusagen Geschmacksgrenzen gibt, welche in der Vorstellung einer normierten Kultur leicht zum Politikum werden.
    Ich habe den Eindruck, dass auch die allermeisten nicht-ideologisch geleiteten scientists in diesem Bereich aus dem deutsprachigen Raum die allermeisten Inhalte in Videospielen ablehnen: nicht die Konzepte in einem CS Zum Beispiel, aber deren Thematisierung von Gewalt. Dass sie nicht in der Lage sind diese Thematisierung von Gewalt zu verteidigen oder erklären wenn man so will, einen SINN Darin sehen.
    Das sind man zum Beispiel auch bei Herrn Michael Mertens von der Uni in Hildesheim: Mertens vergleicht bei der BPB Pac-Man mit DOOM, kann aber nicht erklären weshalb DOOM Explizit Gewalt darstellt und Pac-Man nicht. Er kann zwar sagen, dass sowohl in Pac-Man, als auch DOOM Gewalt vorkommt, doch kann er nicht erklären, weshalb DOOM Sozusagen nötig wäre, welchen nutzen die Gewaltdarstellung darin bringt. Wieso die dort ist – letztlich existiert. Diese Nicht-Erklärungsfähigkeit macht ungeheuer angreifbar aus meiner Sicht, ein jeder kann dem so leicht erwidern, dass dieses DOOM Ja absolut „unnötig“ wäre – AUCH SO, usw.

    Sollte die Debatte darüber hinaus hierher nach Österreich so kommen wie in der Schweiz, sehe ich demnach trotz einer anderen Ausgangslage keine Möglichkeit mit Proponenten wie Herrn Wagner zum Beispiel etwas FÜR Videospiele hier in der Hinsicht gelten zu machen.
    Weil die Thematisierung von Gewalt nicht erklärt wird, weshalb es Sinn macht sich damit in Videospielen auch so unmittelbar auseinander zu setzen, und weshalb nicht alle Spiele diesbezüglich etwa bloß abstrakt sein können sollten, wenn die Gewalt schon integraler Bestandteil ist. So abstrakt wird vieles ja auch gar nicht als Gewalt (mehr) wahrgenommen

    Zum Teil wird dazu auch nicht die Zensurgeschichte verstanden: das sehe ich auch bei den Statements dieses Wissenschafters da in Bern.
    Zum Beispiel hat der Wagner bei MW2 Als „Gewaltpornographie“ einen alten Pornofilm von Gerard Damiano angesprochen, welcher als Lehrfilm vermarktet worden sein sollte. Unabhängig davon ob das nun pornographiegeschichtlich überhaupt stimmt wird da etwa überhaupt nicht verstanden, dass auch das als Selbstzensur zu verstehen ist, weil es gesellschaftlich eben nicht anders vielleicht möglich war als so, über eine Hintertür als Bildung.
    Ich hab damals einen längeren Text dazu geschrieben – vielleicht veröffentliche ich den irgendwann doch einmal.
    Aber es (die unerwünschten Inhalte in vielfältiger Form) wird einfach nicht gern gesehen, und demnach auch nicht verteidigt: solange ein Boris Schneider-Johne auch nur über Fremde behauptet, denen allen ginge es bloß ums Geld, und das noch als überlegene „Kritik“ womöglich ausgibt. Als vom Industrie-Insider vermittelten WISSEN, und anderswo es in der Spielepresse weiterhin überhaupt nur noch heißt, dass die „Waffenpornos“ deshalb Gewalt-produziert werden sozusagen, um unreife „Splatterkiddies“ in ihren vermeintlich niederen Instinkten und üblen Trieben, einer unbestimmten Blutgier, Gier nach scheußlichen Schandtaten und Verbrechen, zu befriedigen, solange wird es da so der so nur eine restriktive Politik geben (können).

    Und wenn jemand kommt und sagt: nein, in Spielen gibt es keine oder bloß vernachlässigbare negative Auswirkungen, dann hilft das den Videospielen für mich rein gar nichts. Sondern schadet ihnen nur, weil so jemand in der Situation von heute in – ich sage mal – UNSEREN LÄNDERN Postwendend den Vorwurf der „Verharmlosung“ sich ausgesetzt sehen wird, weil das Videospiel (bewusst im Singular gesetzt, da gibt es aus meiner Sicht nichts daran zu deuteln) ALS GEFAHR Voll und ganz zementiert ist. Und Unterstellungen, so jemand, der sagt „alles nicht so schlimm“, von der malevolenten Industrie gekauft zu sein, liegen da bestimmt auch schon längst parat

  10. Pyri, mal abgesehen von Vic kenne ich niemanden der Texte von so einem Kaliber in einer simplen Kommentar-Spalte schreibt. :D
    *auf die Schulter Klopf*

  11. Die Frau Wälti: „Ich spiele lieber Zuma“ Ja und. Ich spiele lieber CoD oder CS, jeder hat seinen Geschmack. Da muss ja kein Verbot her.
    Der Näf aber auch, sagt das keiner wirklich Killerspiele braucht und die deswegen verboten werden können, aber is gegen ein Verbot von Kiffen. Das heißt also auch an braucht Kiffen zu leben braucht?
    Interresant…

  12. Ja danke, dass ich mich dabei aber gefühlte x-mal verschrieben habe und den Mertens zum wahrscheinlich zehnten Mal den falschen Vornamen „Michael“ verpasst, er heißt natürlich Mathias, sei mal dahingestellt ;-) Sollte man wohl doch nicht machen so viel so schnell schreiben :-)

  13. Mich stört schon der ausschließliche Gebrauch der Bezeichnung „Gamer“ für die Gegner eines Spieleverbots. Folgerichtig könnte man jeden Nutzer eines TV-Geräts pauschal als „Fernseher“ bezeichnen oder jemanden der gerne mit der Modelleisenbahn spielt als „Modelleisenbahnspieler“. Da wird man immer nur auf ein einziges Hobby unter vielen reduziert und es kommt dann immer so rüber, als ob dieses eine Hobby der einzige Lebensinhalt wäre. Dass ein Gamer, Fernseher oder Modelleisenbahnspieler zwischendurch auch mal arbeitet, Sport treibt oder ein gutes Buch liest, wird in solchen Diskussionen immer völlig ausgeblendet.

    Der Pseudoexperte im grünen Pulli hat gesagt:
    „Ein Spiel wirkt nicht auf alle Menschen gleich. Ich kann dasselbe Spiel spielen und entweder widert mich das an, oder bei jemand anders, kann das gleiche Spiel unter Umständen eben fördern, dass eine bestimmte Haltung zu Gewalt eben auch gefördert wird.“

    Das heisst mit anderen Worten:
    Entweder ist man von „Killergames“ angewidert oder ein potentieller Gewalttäter.

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