„Left 4 Dead 2“ und „Wolfenstein“ verboten (Update)

(Schnittberichte) Noch Anfang dieses Jahres haben wir verwundert festgestellt, dass 2009 kein einziges Videospiel gemäß § 131 StGB verboten wurde. Dies kann 2010 nicht mehr passieren: Nach einer Meldung von Schnittberichte wurde die Beschlagnahme der internationalen Versionen von „Left 4 Dead 2“ sowie „Wolfenstein“ angeordnet. Beide Spiele konnten hierzulande nur geschnitten eine Freigabe für den offenen Verkauf an Erwachsene erreichen. 

Mit „Condemned 2“, „Soldier of Fortune 3“, „Scarface“, „Condemned“, „Dead Rising“, „Manhunt“ und Teil 1-3 von „Mortal Kombat“ sind die in Deutschland verbotenen Videospiele somit zweistellig geworden. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass der § 131 StGB nur sehr zurückhaltend angewendet wird. Zum Teil wird vor einer „Aktivierung“ der Norm gewarnt, da diese für die Normakzeptanz kontraproduktiv wäre.

Bei „Wolfenstein“ ist noch unklar, ob die Beschlagnahme auch wegen der Gewaltdarstellungen oder – wie seinerzeit bei „Wolfenstein 3D“ – nur wegen der enthaltenen verfassungsfeindlichen Symbole erfolgt ist. Videospiele dürfen in Deutschland – anders als Filme (Wie z.B. „Inglorious Bastards“) – keine verfassungsfeindlichen Symbole enthalten.

Update

Nach Informationen von Schnittberichte wurde „Wolfenstein“ tatsächlich nicht nur wegen der enthaltenden verfassungsfeindlichen Symbole, sondern auch wegen einer Gewaltverherrlichung nach § 131 StGB verboten. Somit sind in Deutschland mittlerweile 11 Videospiele wegen der enthaltenden Gewaltdarstellungen verboten.

Beschluss „Left 4 Dead 2“

116 Gedanken zu “„Left 4 Dead 2“ und „Wolfenstein“ verboten (Update)

  1. Beide Spiele sind seit Monaten im Handel und sollten ihren Verbreitungshöhepunkt erreicht haben.
    Und weswegen denn Wolfenstein? Wegen des übersehenen „Zensiertsymbol“?
    Interessiert mich wer da den Antrag gestellt hat.

  2. Würde mich auch interessieren. Bei technolex gibt es die Beschlüsse leider noch nicht. Da bei Wolfenstein nach SB auch Gewaltdarstellungen entschärft wurden, würde ein Verbot wegen § 131 StGB prinzipiell nicht ausscheiden. Ich hab die News mal editiert.

  3. @Laton

    Es kommt ja noch besser, „Inglorious Bastards“ wurde mit 6,8 Mio zu 20 % durch dt. Steuergelder über den Deutschen Filmförderfond subventioniert. Aber die Förderung von einem Videospiel, das „Brutalitäten in aufdringlich vergröbernder Form darstellt“, ist ausgenommen.

  4. Sind Postal 2, Soldier of Fortune II und Manhunt 2 nicht auch in Deutschland beschlagnahmt? Ich dachte es gäbe 12 in Deutschland beschlagnahmte Computer- und Videospiele.

  5. Postal 2 ist meines Wissens nach nur indiziert. Manhunt 2 nach Wikipedia ebenfalls. Zu SoF2 finde ich auf die Schnelle nichts. Verboten ist auch noch „Wolfenstein 3D“, aber nicht wegen 131 sondern wegen verfassungsfeindlicher Symbole.

  6. Ich glaube das sinnloseste auf der Liste ist die Folgeindizierung von „Scarface“, der Film war vor 25 Jahren vlt. indizierungswürdig (nach Ansicht der Zensoren) aber doch nicht heute, gerade in Vergleich zu Saw oder auch Inglorius Bastards.

  7. Bis dato waren 9 Spiele gem. § 131 StGB beschlagnahmt:

    Titel: Condemned
    Plattform(en): Xbox360
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 15.01.2008
    Az.: 855 Gs 10/08

    Titel: Condemned
    Plattform(en): PC
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 08.02.2008
    Az.: 855 Gs 53/08

    Titel: Condemned 2
    Plattform(en): Xbox 360
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 27.08.2008
    Az.: 855 Gs 384/08

    Titel: Condemned 2
    Plattform(en): Xbox 360
    Version(en): EU
    Amtsgericht: Hamburg
    Datum: 11.06.2007
    Az.: 167 Gs 551/07

    Titel: Manhunt
    Plattform(en): Sony Playstation 2
    Version(en): ?
    Amtsgericht: München
    Datum: 15.01.2008
    Az.: 855 Gs 10/08
    Anm. 1: Bundesweit eingezogen am 21.07.2004.
    Anm. 2: Wenn der Vertrieb in meinen Unterlagen nicht immer ausgeschwärzt wäre, könnte man wohl auch Sagen, ob es die US-, UK- oder EU-Version ist, wobei ich auf eine oder beide der letzteren Möglichkeiten tippe.

    Titel: Mortal Kombat
    Plattform(en): SEGA Mega Drive | SEGA Mega CD |
    SEGA Master System | SEGA Game Gear
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München I
    Datum: 11.11.1994
    Az.: ER Gs 465b Js 172960/94
    Anm. 1: Der Beschlagnahmebeschluss bietet keine explizite Nennung der betroffenen Landesversionen. Ein Indiz dafür, welche Versionen vom AG München I geprüft wurden, bietet aber der Umstand, dass der Beschluss die dt. Niederlassung von Acclaim Entertainment als Vertrieb auflistet…
    Anm. 2: Insgesamt müßte man sich aber ohnehin fragen, ob der Beschluss überhaupt jemals rechtskräftig war, immerhin wurde nicht Mortal Kombat beschlagnahmt, sondern im Beschluss ist fortwährend die Rede von “Mortal Combat”, resp. “Mortal Combat 1?, also einem nichtexistenten Spiel (aber die konsequente Falschnennung des Titels rüttelt wohl doch nicht so sehr am Beschluss, wohl aber an der Kompetenz der Verantwortlichen – wie ohnehin jede Beschlagnahme).

    Titel: Mortal Kombat 2
    Plattform(en): Commodore Amiga | PC 3.5”-Diskette |
    PC CD-ROM | SEGA Game Gear | SEGA Master System |
    SEGA MegaDrive | Super Nintendo Entertainment System
    Version(en): EU
    Amtsgericht: München
    Datum: 08.02.1995
    Az.: 8340 Gs 9/95
    Anm. 1: Der Beschlagnahmebeschluss listet ominös “alle Versionen” des Spieles als beschlagnahmt auf, was aber im Regelfall zum Bsp. gegen die Strafprozessordnung verstoßen dürfte, denn verboten werden kann nur, was explizit geprüft wurde, nicht auch das, von dem man nur meint, es sei genau so, wie der geprüfte Medieninhalt. Ein Indiz dafür, welche Plattformversionen vom AG München geprüft wurden, bietet der Umstand, dass der Beschluss die dt. Niederlassung von Acclaim Entertainment als Vertrieb auflistet, welche ausschließlich die EU-Versionen des Spieles publizierte. Die oben gebotene Auflistung der Plattformen erfolgt also unter der Prämisse, dass tatsächlich alle bis dato publizierten Versionen geprüft wurden…
    Anm. 2: Interessant ist i.d.S. auch das Veröffentlichungsdatum der PC-Versionen, denn der Beschlagnahmebeschluss ist vom 08.02.1995. Die Veröffentlichung dieser Version erfolgte tatsächlich 1995, die Frage ist aber, wann genau? Wenn das Spiel erst nach dem Beschlagnahmebeschluss veröffentlicht wurde, kann es de facto nicht erfasst worden sein. Ergo sind die beiden PC-Versionen nur mit Vorsicht als beschlagnahmt zu bewerten. Darum fällt z.B. auch der SEGA Saturn aus der Liste, was sich alleine bereits aus dem EU-Veröffentlichungstermin der Konsole ergibt (eben lange nach diesem Beschlagnahmebeschluss). Die Automatenversion kann wohl auch als beschlagnahmt erachtet werden, sofern die Acclaim Entertainment GmbH für den Vertrieb zuständig war. Wobei man sich eigentlich ja fragen muss, inwiefern der Beschlagnahmebeschluss bei dieser Schlampigkeit überhaupt rechtskräftig ist. Eine explizite Ausnahme von der Beschlagnahmung bildet die Version für den Nintendo Gameboy [laut nachträglicher Entscheidung des AG München vom 24.04.1995 (Az. 8340Gs9/95)].

    Titel: Mortal Kombat 3
    Plattform(en): SEGA Mega Drive | Sony Playstation
    Version(en): US
    Amtsgericht: Tiergarten
    Datum: 12.06.1997
    Az.: 351 Gs 2856/97
    Anm.:
    Der Beschlagnahmebeschluss listet als eine der beiden Plattformen nicht die Konsole SEGA Mega Drive, sondern SEGA Genesis, also die US-Variante. Auch als Vertrieb ist die US-Niederlassung – Williams, Corsicana/Texas – gelistet. Ergo sind von der Beschlagnahmung wohl nur die US-Versionen betroffen.

    Titel: Scarface – The world is yours
    Plattform(en): PC DVD-ROM | Sony Playstation 2
    Version(en): EU | UK
    Amtsgericht: München
    Datum: 20.11.2007
    Az.: 855 Gs 426/07

    Titel: Soldier of Fortune: Payback
    Plattform(en): PC DVD-ROM
    Version(en): US
    Amtsgericht: Amberg
    Datum: 17.06.2008
    Az.: Gs 598/08

    Titel: Dead Rising
    Plattform(en): Xbox 360
    Version(en): EU | UK
    Amtsgericht: Hamburg
    Datum: 11.06.2007
    Az.: 167 Gs 551/07

    Jede einzelne dieser Beschlagnahmen war – wie zu erwarten – ungerechtfertigt. Von den Mängeln in den einzelnen Beschlüssen mal ganz zu schweigen… jetzt sind es 11 Spiele und das werden nicht die letzten Spiele gewesen sein, die beschlagnahmt wurden:
    Zu bedenken ist nämlich, dass nach wie vor eine ganze Reihe von Spielen von der BPjM aufgrund eines von ihr vermuteten Verstoßes gegen § 131 StGB auf Liste B des Index indiziert wurden, ohne das es bislang zu einem strafrechtlichen Verfahren gem § 131 StGB gekommen ist; eine Beschäftigung der Staatsanwaltschaften mit den Spielen und in Folge der Gerichte steht also noch aus – auf unbestimmte Zeit (immerhin sind die Gerichte chronisch überlastet und müssen Prioritäten setzen, so haben sie wichtigeres zu tun, bspw. reale Verbrechen zu verfolgen und ahnden…).

    Da wären z.B.: Call of Duty – Modern Warfare 2 / Killing Floor / Left 4 Dead / Manhunt 2 / Mortal Kombat Armageddon / Painkiller – Battle Out Of Hell / Painkiller – Hell Wars / Postal 2 – Apocalypse Weekend / Postal Fudge Pack / Saints Row 2 / The Punisher / X-Men Origins: Wolverine etc.

    … und das waren natürlich längst nicht alle, die gem. BPjM strafwürdig sind. Wenn die als Verhandlungssache z.B. beim AG München landen, dann sind die so gut wie sicher weg vom Fenster; da macht man sich nicht mal die Mühe, die Urteile zu begründen (hat man in der Vergangennheit auch nicht wirklich).

    BTW: Bis auf “Killing Floor” habe ich alle gespielt (natürlich ist keines verbotswürdig) und ich wurde i.d.R. sehr gut unterhalten. Insb. auch von “Manhunt”, welches ja selbst von Spielern kritisiert wird (und zwar i.d.R. von denen, die das Spiel selsbt nie gespielt haben und nur das nachplappern, was ihnen die Magazine vorkauen); m.E. eine gelungene, bitterböse Gesellschafts- und Mediensatire mit großem Reflexionspotenzial.

    Im Übrigen ist zu erwähnen, dass wir es m.E. mit einer Art Beshclagnahmewelle zu tun haben. Von 1994 bis 2004, also in den Ersten 10 Jahren, wurden „nur“ 4 Spiele beschlagnahmt… in den 6 Jahren danach bereits 7……… und das Jahr ist noch nicht rum; wer weiß, was alleine dieses Jahr kommt. Von den 9 bist dato beschlagnahmten Spielen wurden übrigens 6(!) vom AG München beschlagnahmt (die sind auch bei Filmen dafür bekannt, am ehesten zu beschlagnahmen) – ich wette, die beiden aktuellen Beschlagnahmen kommen wieder von dort (oder vielleicht vom AG Tiergarten).

  8. EDIT: Ich sehe gerade, dass mit dem aktuellen BAnz. Mortal Kombat: Armageddon von Liste B in Liste A umgetragen wurde… und ich hatte zumidnest z.T. Recht: Wolfenstein wurde auf Beschluss des AG Detmolds beschlagnahmt, Left 4 Dead 2 dahingegen tatsächlich durch das AG Tiergarten.

    Ein absolutes Armutszeugnis! Ich shcäme mich abermals für dieses Land.

  9. @Vica

    Ich würde es gar nicht mal als unvorteilhaft sehen, wenn alle auf der Liste B stehenden Spiele endlich verboten werden würden. Denn juristisch gesehen steht man als Händler ja wohl mit einem Bein im Grab, wenn man so einen Titel – wenn auch nur unter der Ladentheke – vertreibt. Faktisch bestünde zwischen Verbot und Liste B also kaum ein Unterschied, das Verbot ist nur „ehrlicher“, da hier die Sache beim Namen genannt wird. Auch wäre es ja denkbar, dass ein Gericht die Beschlagnahme verneint, so dass man das Spiel nun wieder ohne Bedenken verkaufen könnte.

  10. Ups das mit den internationalen Fassungen hab ich übersehen. wobei sie dafür nicht den 131 hätten quälen müssen, da wäre bei Wolfenstein schon §86 StGB ausreihend gewesen. wobei da natürlich wieder der widerspruch im Raum steht, daß Videospiele inzwischen anerkanntes Kunst/Kulturgut sind und Kunst von dem Verbot ausgenommen ist.

  11. Der Handel kann ja schon Probleme bekommen, wenn er nur ein auf Liste A indiziertes Spiel anbietet; Condemned 2 wurde von Liste A direkt wegbeschlagnahmt – die Begründung:
    „Auslöser des Condemned-Verfahrens war aber nicht etwa die Anzeige eines besorgten Familienvaters oder gar die Jagd auf gewaltverherrlichende Spiele, womöglich getrieben vom bayerischen Ministerpräsidenten Beckstein, dem »Killerspiele« zuwider sind. Stattdessen demonstriert der Fall, wie langsam die Mühlen der deutschen Justiz beizeiten mahlen: Der Titel habe halt auf einer dieser Listen der BPjM gestanden, sagt uns ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft München. Es habe jedoch eine Weile gedauert, bis das an die zuständigen Stellen durchgedrungen sei. Außerdem hätte man zuvor nicht die technischen Möglichkeiten gehabt, Condemned zu begutachten – es fehlte wohl ein spieletauglicher PC.“
    Quelle: http://www.gamestar.de/specials/reports/1944345/abschussliste_index_p2.html
    … „Der Titel habe halt auf einer dieser Listen der BPjM gestanden […].“ – das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen………

    Aber das AG München ist ja eh relativ freizügig, was die Interpretation des § 131 StGB angeht: „So landete der Fall schließlich vor Richter Grain. Und der sah bei Condemned nicht den Grad des verursachten Schmerzes, sondern die Motivation des Helden als entscheidend an: »Die Finishing Moves sind völlig sinnlos. Es wäre ebenso gewaltverherrlichend, wenn ich in einem Spiel auf eine Leiche eintreten könnte – auch wenn das Opfer in diesem Fall ja keine Schmerzen mehr empfindet.«“
    Quelle: http://www.gamestar.de/specials/reports/1944345/abschussliste_index_p3.html
    Das ist – gelinde gesagt – absoluter Bockmist. Der Begriff der Gewaltverherrlichung mag ja unbestimmt und ein extrem schwammiger sein, die höchstrichterliche Rechtsprechung ist aber dahingehend ziemlich eindeutig, dass das Einwirken auf einen bereits Toten Körper ganz explizit nicht dazu gehört! Aber so ist das AG München… man jmuss sich nur mal die Beschlagnahmeurteile durchlesen – da wird nciht argumentiert, warum die Straftatbestandskriterien erfüllt seien, es wird einfach festgestellt, dass dies der Fall sei.

  12. @ MW-Snake:
    Zumal Wolfenstein – wie bereits alle seine Vorgänger – in der SP eine (sofern überhaupt dezidiert politische) antifaschistische Haltung attestiert werden muss. Es kann wohl kaum als affirmative Darstellung der NS-Ideologie gedeutet werden, wenn man haufenweise Nazis umnietet (um es mal simpel auszudrücken).

  13. Keines dieser Spiele hat es verdiehnt beschlagnahmt zu werden.
    Zum glück ist wenigstens der Besitz nicht strafbar, auch wenn man die Spiele jetzt wohl besser im Biometrisch gesicherten Safe lagert.

  14. @ Admins:
    Bitte meinen Beitrag freischalten… doofe 2-links-Sperre………
    P.S.: nachher wird erst mal Wolfenstein (PC) bestellt – in der nicht beschlagnahmten, aber inhaltlich identischen britischen Version (beschlagnahmt wurde die australische). Aufgrund des Analogieverbotes sind nämlich imemr nur die Versionen beschlagnahmt, die der Beschlagnahmebeschluss auch explizit auflistet.

  15. EDIT: Ich würde tatsächlich behaupten, dass die Beschlagnahmeurteile i.d.R. ungültig sind, resp. das gute Chancen bestünden, die Urteile anzufechten……… die Mühe macht sich nur niemand; zumal die Spiele ja i.d.R. auch ausländische Versionen sind, die ohnehin nicht offiziell auf dem dt. Markt erschienen sind – warum sollten die (ausländischen) Rechteinhaber da einspringen (die ja z.T. auch gar nicht informiert werden…); außer natürlich für die Freiheitrechte und ihre Ehre als Kunstschaffende. Trauriges Land.

  16. Ich hätte zwei Fragen:
    1. Wolfenstein wurde ja laut Schnittberichte vom Gericht am 19. Januar verboten, und erst jetzt Ende März wird das verkündet. Trat das Verbot nun ab dem Urteil oder erst jetzt mit der Publikmachung in Kraft?
    2. Sind verfassungsfeindliche Symbole in Spielen also erlaubt? Die Hersteller greifen also aus Angst vor ignoranten Gerichten vorsichtshalber zu Selbstzensur um es nicht auf einen teuren Prozess ankommen zu lassen? (wie beispielsweise bei Maus von Art Spiegelmann : http://www.heise.de/tp/r4/artikel/7/7693/1.html )

  17. @vica

    Für den Vorsatz sieht es aber besser aus, wenn der Titel von der BPjM auf Liste A gesetzt wurde. Bei Liste B kann man sich nicht herausreden.

  18. 1. Das Spiel war schon immer nach § 131 StGB gewaltverherrlichend, unabhängig von dem Zeitpunkt, an dem das festgestellt wird. So war ja die Lichtgeschwindigkeit schon immer so schnell wie die Lichtgeschwindigkeit, auch bevor das jemand nachgerechnt hat^^. Das Spiel war also schon verboten, als es hergestellt wurde – vor der Veröffentlichung. Was zusätzlich zum erst jetzt festgestellten Verbot hinzukommt ist die angeordnete Beschlagnahme – ich hoffe, dass ich das so richtig ausgedrückt habe.
    2. Nein, sind sie nicht.

  19. @Cygnus X-1
    Es gibt da noch so eine Kleinigkeit, die nennt sich „Einziehungsbefehl“ – vielleicht kann Dir Vicarocha mehr dazu sagen ;-)
    Was ohne solchen Befehl, also nur mit dem Beschlagnahmungsbeschluss, gegen die Spiele unternommen wird, kann ich gar nicht sagen: falls Du aber privates „Verhalten“ sozusagen meintest, wird man sich schon seit dem Tag im Jänner da anscheinend so dem Urteil unterwerfen müssen :-( Also da nichts mehr verkaufen oder verschenken dürfen (als Deutscher?) in Deutschland.
    Zu 2. noch: sie sind eben nicht ausdrücklich verboten ;-)

  20. @ LuqidSnake:
    uuups… stimmt; steht ja auch im von mir verlinkten Artikel. ^^

    @ Rey Alp:
    So klar verneinen würde ich das nicht; aber die Kommentarsektion ist nicht der richtige Ort, umd as zu erläutern. ich würde nämlich aus Gründen der Kusntfreiheit und Sozialadäquanz von einem „ja“ ausgehen – die Publisher müßten nur endlich mal anfangen zu klagen… aaaber da gilt wohl das, was auch generell für Beschlagnahmen gem. § 131 StGB gilt: Ich würde tatsächlich behaupten, dass die Dinger gößtenteils nicht rechtskräftig sind und gute Chancen bestünden, die Urteile anzufechten……… die Mühe macht sich nur niemand; zumal die Spiele ja i.d.R. auch immer ausländische Versionen sind, die ohnehin nicht offiziell auf dem dt. Markt erschienen sind – warum sollten die Rechteinhaber da einspringen (die ja z.T. auch gar nicht informiert werden…); außer für die Freiheitrechte und ihre Ehre als Kunstschaffende. Trauriges Land.

  21. Nachtrag @Rey Alp: interessant dass Du das sagst. Demnach ist also doch schon die Herstellung verboten gewesen so wie es sich Herr Günther Beckstein und Kompanie für viele Spiele wünschen :-D Bemerkenswert.
    Also so wie bei etwas anderem strafrechtlichen einE verurteiltEr MörderIn ab dem Zeitpunkt schon einE MörderIn gewesen an dem das Verbrechen geschah, ist bei diesem VERGEHEN (Am Gesetz) die Herstellung zu sichten

  22. @Pyri

    es steht (darüber hinaus) auch noch mal explizit im § 131 StGB, dass die Herstellung verboten ist. Etwas schärfer formuliert; Die Verbreitung des Spiel ist (zeitlich gesehen) auch schon bei bzw. am Ende der Herstellung verboten, da der Verstoß gegen § 131 StGB nicht „allgemein“ festgestellt werden muss.

    Wegen der Symbole – ich kann mir auch keine Rechtfertigung für die unterschiedliche Behandlung von Film und Spiel vorstellen, aber solange das so verbreitet wird tu ich das auch^^.

  23. Erstmal danke an alle für die Infos :)
    @ Rey Alp:
    Die unterschiedliche Behandlung kommt mMn daher das Computerspiele eben als „Spielzeug“ und nicht als Kulturgut wahrgenommen werden ( auf Modellflugzeugen und Panzern gib es ja auch keine Hakenkreuze)
    Meine 2.te Frage entstand da Spiele nun ja als Kulturgüter meinem Verständnis nach eigentlich auch solche Symbole enthalten dürften, das scheint wie man hier sieht aber umstritten zu sein

  24. Für Wolfenstein liegt laut Schnittberichte ein Einzugsbeschluss vor. Das ist noch erschreckender als Beschlagnahmungen an sich. D.h. die Polizei kann herumgehen, alle Exemplare einsammeln und sie vernichten lasse. Ähnliches ist soweit ich weiß schon mit anderen Werken geschehen. Wobei es hier wie gesagt komischerweise nur um die australische Version geht.

    Aber das ist ja ok. Wie wir alle wissen, wird man schon beim bloßen Anblick eines Hakenkreuzes zum Nazi. Außer man sieht es in einem Film, denn das wäre ja Kunst.

    Jemand müsste endlich mal klagen und versuchen das Urteil zu den durchgestrichenen Hakenkreuzen zu verallgemeinern. So dass endlich mal berücksichtigt wird wieso Hakenkreuze verwendet werden. Propaganda ist es nämlich nicht.

  25. @Cygnus X-1
    Ich würde weiterhin verneinen, dass Videospiele (nunmehr) als „Kulturgut“ gelten in Deutschland. Die offizielle Stellungnahme von Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, die ich momentan im Kopf habe lautet dahingehend, dass sie (lediglich) „im Kulturbereich angekommen“ wären – wenn ich mich richtig erinnere.
    Und beim Kulturrat ist das ja so, dass lediglich der nationalere Verband G.A.M.E. im Rat, also dort, organisiert ist. Der Verband welcher halt auch die weniger problematischen Spielehersteller sozusagen vertritt als der Verband BIU mit den internationalen Herstellern. Also ein G.A.M.E.-Mitglied produziert kaum Ego-Shooter zum Beispiel. Jedenfalls selten: bei CDV fällt mir zum Beispiel nur dieser C-Klasse-Titel „Ubersoldier“ ein. Wenn das überhaupt stimmt. Crytek ist über Electronic Arts auch im BIU
    Es gibt darüber hinaus überhaupt keinen Hinweis, wie die Anerkennung als Kulturgut eigentlich erfolgen soll – so wie sie auch im Kölner Aufruf (weiterhin?) zu verhindern gewunschen wird. Also ein Festakt scheint mir etwa dafür nicht vorgesehen zu sein – nicht im Bundestag, über keine Erklärung der Bundesregierung, des Bundespräsidenten oder sonstwem. Da ist nichts recherchierbar und wohl von Usus auszugehen, sowie: der Usus halt weiterhin, dass Videospiele (siehe diesen Gerichtsbeschluss zu Wolfi) KEINE Kulturgüter sind. Vorausgesetzt das Wolfenstein wurde wirklich nicht als 131er beschlagnahmt…

    @Stefan
    Danke für den Hinweis. Bei der Quelle war ich noch nicht – hab aber glaub ich schon öfter von „Einzugsbeschlüssen“ auch gelesen. Ich nehme an, das und ein „Einziehungsbefehl“ werden synonym verwendet. Falls das nicht stimmen sollte wäre ich für eine Belehrung dankbar

  26. @Stefan
    Der Einziehungsbeschluss betrifft doch nur Lagerbestände, oder? Interessiert mich wegen „The Saboteur“ welches ich Uncut habe und auch viele, viele „verfassungsfeindliche Symbole“ enthält.

  27. @ Markus:
    Falls deine Befürchtung ist, dass man dir für den Privatbesitz ans Bein kacken könnte… ruhig Blut; das ist ausgeschlossen (das wäre nur mit einem Besitzverbot möglich – das existiert in dem Bereich aber nicht).

  28. Also bei einem sog. Einzugsbeschluß könnte die Polizei dieses Spiel sogar Privatpersonen wegnehmen? (z.B. im Falle dessen, das soetwas bei einer Hausdurchsuchung gefunden wird)
    Oder gilt das nur für Händler und Produzenten, quasi Hausdurchsuchung bei der dt. Niederlassung und im Lager von Groß- und Zwischenhändlern?

    Ich denke mal das es bei Wolfenstein wirklich nur um die Hakenkreuze und ähnliche Symbole geht. Rein vom Gewaltgrad wäre eine einfache Indizierung mehr als genug.

  29. SB Berichtet doch ernsthaft, ein Moderator hat es vorhin dort indirekt bestätigt, von einer Beschlagnahmung Ws als Propagandamittel (§86) und nicht §86a, zusätzlich zu einer wegen Gewaltdarstellung, und zwar vom Amtsgericht Detmold – einer mir bis vor kurzem eben unbekannten Stadt Ostwestfalen-Lippes in NRW. Hat es sowas seit der Welle anonymer, tatsächlicher Nazi-Software aus den Achtzigern überhaupt schonmal gegeben?
    Aktenzeichen liegen dort auch vor: für das Verbot von L4D 2 ist (wieder mal) das AG Tiergarten verantwortlich…

  30. @ Kraid:
    „Also bei einem sog. Einzugsbeschluß könnte die Polizei dieses Spiel sogar Privatpersonen wegnehmen?“
    Nein, eben nicht. Zweiteres ist der Fall. Wobei der Handel wohl auch nciht eifnach so pro forma überprüft wird, da muss schon ein Verdachtsfall bestehen (afaik).

    @ Pyri:
    Das mit dem AG Tiergarten und Detmold (hierzulande übrigens doch shcon – zumidnest namantlich – bekannter) habe ich doch etwas weiter oben bereits geschrieben. ;)

    Zu § 86/86 a StGB:
    Wahrscheinlich ein Tippfehler. Da würde ich mich jetzt noch nciht (über das sosntig angemessene maß) aufregen.

  31. Nachtrag @kraid
    Nein. Ein Besitzverbot besteht so oder so nicht – man gräst da sozusagen den (etwaigen) Handel (damit) ab. Was man jedoch keineswegs eben auch tun sollte ist bloß versuchen da etwas zu verhökern! Siehe zensur-forum
    Laut SB soll Wolfenstein wie ich schrieb nicht (nur) wegen der Kennzeichen (§86a), sondern als Propagandamittel ($86) beschlagnahmt worden sein, noch zusätzlich zur Gewaltdarstellung (§131)

  32. „Jemand müsste endlich mal klagen und versuchen das Urteil zu den durchgestrichenen Hakenkreuzen zu verallgemeinern. So dass endlich mal berücksichtigt wird wieso Hakenkreuze verwendet werden. Propaganda ist es nämlich nicht.“

    Da hast du recht. Aber ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass das jemand ernsthaft versuchen wird.
    Ich kann mir die BILD Schlagzeile schon vorstellen:
    „Killerspieler klagen: Wir wollen NaziHitlerHakenkreuze in unseren Metzelorgien“

    Mir ist es die Sache ehrlich nicht wert, ob da nun welche drin sind oder nicht ist egal. Ich weiß es geht eigentlich darum, dass Spiele auch als Kunst anerkannt werden. Für die Publisher kann es schon interessant sein. Musste nicht letztens jemand ein Spiel zurückrufen, weil sie ein Hakenkreuz im Handbuch übersehen hatten?

  33. Zweiter Nachtrag @Vic
    Sorry, ich komme offenbar mit dem lesen nicht nach – wurde zu meiner Verteidigung aber abgelenkt und bin auch schon wieder ruhig mit meinen vorschnellen Postings :-)

  34. @ Pyri:
    Wäre nicht der erste Tippfehler in einem Beschlagnahmebeschluss (ich erinnere an „Mortal Combat“), wohl aber der erste an derart prägnanter Stelle. Aber die rein formelle QUalität der Beschlüsse ist i.d.R. ja auch schon utnerirdisch, da wudnert das niemanden. Eine Anwendung von § 86 StGB wäre aber – gelinde ausgedrückt – absoluter Schwachsinn und nicht in Einklang zu bringen miit der Rechtsprechung.

    Zum rein privaten Handel mit gem. § 131 StGB beschlagnahmten Medien gibt es ein itneressantes Urteil des OLG Hamm vom 10.12.2002 (Az.: 4 Ws 232/02). Da scheint eine Grauzone zu existieren.

    @ lanzelotz:
    Mir ist es das wert; immerhin geht es hier um usnere Freiheitsrechte. Der Fall den du meinst, sit übrigens die C.E. von Silent Hunter 5; sie „mussten“ es nicht zurückrufen, die Kotauhaltung haben sie trotzdem eingenommen – da sieht man mal, was alleine die Androhung einer nicht kalkulierbaren Strafe anrichtet: Selbstzensur, bis hin zur Existenzvernichtung (s. damals der Fall PC Power Play).

  35. habe ich richtig gezählt?
    7x wurden die verbote durch münchen beschlossen?
    omg ich weiss schon warum ich bayern abgrundtief hasse…
    @Lars,
    nö warum sollten sie?
    schließlich ist jetzt nur der weitere verkauf verboten, nicht aber der besitz.
    würde valve jetzt nachträglich ein zensurpatch rausbringen, könntest du valve (vermute ich) wegen nachträglichier qualitätsverschlechterung verklagen.
    auch wenn sowas dann jahre dauern könnte, aber für firmen wie valve wäre es trotzdem ein enormer imageschaden den sie bei vielen gamern haben dürften.
    hast ja gesehen wie viele tausende von menschen left4dead2 boykottiert haben, das hat sie schon angst versetzt, dass sie es weniger verkaufen würden als den ersten teil.

  36. Sorry. Ich war etwas unklar und hatte vielleicht angenommen, dass die Lage bekannt ist. Eingezogen werden kann, wie gesagt, nur von Händlern. Aber das ist schon bedenklich genug.

  37. „habe ich richtig gezählt?
    7x wurden die verbote durch münchen beschlossen?“
    Das habe ich doch kommentiert… ^^
    Ja, 7 Beschlüsse aus München, davon zwei für Condemned – i.d.S. ist der zweite Beschluss quasi nur deklaratorischer Natur – würde einem Gericht die inhaltsgleiche Version aus Papua-Neuguinea vorgelegt, würde diese auch beschlagnahmt; darum zähle ich diese Beschlagnahme auch einfach. ;-)

    „nö warum sollten sie?“
    Weil (genau wie die Spieler) die Entwickler/Herstelelr von Spielen, also die betroffenen, i.d.R. erstaunlich/erschreckend wenige Kenntnisse vom Jugendmedienschutzsystem der BRD (s. Boris SCHNEIDER-JOHNE) und ihren Rechten haben (was der Komplexität und der Willkürpotenziale geschuldet ist), weshalb sie oftmals zu Schnellschüssen, vorauseilendem Gehorsam u.ä. neigen. Einen tatsächlichen Grund gibt es natürlich nicht, aber das muss ja nichts heissen. Und ja, womöglich gäbe es da auch rechtliche Konsequenzen (k.A., ich bin kein Jurist).

  38. mal rein aus geschäftlichen interesse:
    wenn händler (sowohl off als auch onlinehändler) noch die internationalen versionen im lager haben, werden diese einfach per zoll „beschlagnahmt“ wie eine fuhre „koks“ aus columbien oder dürfen die händler die versionen per lieferant wieder zurück ins ausland senden?
    schließlich wäre das ja viel geld, wenn ein händler noch 100x l4d2 á 35,-€ im Lager hat und diese einfach „eingezogen“ werden.

  39. EDIT: Der Beschluss des AG Tiergarten ist da:
    http://technolex-anwaelte.de/index.php?id=43&news_id=360&bpid=9

    Und wie ich es mir gedacht habe:
    [zitat]„Left 4 Dead 2″ beinhaltet zahlreiche drastische Gewaltdarstellungen. So rufen Treffen mit Nahkampfaufnahmen und Schusswaffen Blutspritzer, -flecken und -lachen auf Boden und Wänden hervor. Besonders das Zersägen von Gegnern mit der Kettensäge resultierte in einer blutbesudelten Spielumgebung. Durch Kopfschüsse zerplatzen den Opfern die Schädel, Nahkampfangriffe, etwa mit einer Axt, trennen den Schädel ab, zurück bleibt jeweils der blutige Halsstumpf. Einige Opponenten schleppen sich mit abgetrenntem Kopf noch einige Schritte weit, bevor sie dann tot zusammenbrechen. Angriffe mit schweren Waffen oder der Motorsäge reißen Gliedmaßen ab, zertrennen den Körper des Gegners auf Höhe der Gürtellinie oder reißen Fleischstücke aus dem Körper, so dass beispielsweise darunter liegende Rippen zum Vorschein kommen. Diese Angriffe resultieren zudem darin, dass die abgetrennten Körperteile durch die Luft fliegen. Der Einsatz von Brandmunition, Molotow-Cocktails oder Gas- bzw. Benzintanks setzt Gegner in Brand, in der Folge sind verkohlte Leichen zu sehen. Die Darstellungen werden zusätzlich durch Stöhnen und Schreie der Opfer akustisch untermalt.

    Auch das Intro, die vor Beginn des Spiels automatisch ablaufende Videosequenz, ist bereits von massiven Gewaltdarstellungen beherrscht. Dort werden Gegner per Kopfschuss getötet, mit einer Motorsäge zerteilt oder ihnen werden durch Treffer mit einer Schusswaffe Fleischstücke aus dem Körper gerissen.

    Wesentliche alternative Handlungsmöglichkeiten oder gewaltfreie Spielelemente liegen nicht vor.

    Der Inhalt des PC Spiels „Left 4 Dead 2″ ist als Gewalt verherrlichend anzusehen und verletzt damit den Tatbestand des § 131 StGB.[/zitat]

    Machen wir es kurz: Nach einstimmiger Rechtsprechung und der h.M. in der literatur genügt das alles eben NICHT um eine Gewaltverherrlichung festzustellen; man kann nicht einfach Gewaltdarstellungen auflisten und dann, diese seien gewaltverherrlichend… Ohne zu tief ins Detail gehen zu wollen: Es fehlt die Feststellung, warum das Straftatbestandskriterium erfüllt sein soll. Grottig… aber war ja zu erwarten.

  40. sorry für doppel:
    weiss einer ob die „radikalen“ in münchen demnächst wieder mit ihrem „verbannungskontainer“ stehen?
    wäre doch komisch wenn das der fall sein würde und diese spiele nur deshalb verboten worden sind, damit die lasterweise „böses illegales material“ dort verbrennen können.

  41. EDIT: Der zitierte Texteil ist aber optimal für meine Dissertation geeignet, da er sehr anschaulich die Argumentationsprobleme bei Beschlagnahmen gem. § 131 StGB demonstriert. Der komtm mit rein, schön handlich und kompakt.

  42. @Vic,
    ahh ja, man sieht, dass diese Leute keinen Schimmer vom Spiel selbst haben.
    z.B. ist die Rede von „Opfern“ und nicht von „Zombies“.
    Und ich denke es wäre eine verkehrte Welt, wenn Zombies sich mit dir im Spiel zum Kaffeetrinken verabreden würden.
    Also der Text zählt nur auf was im Spiel passiert, aber ignoriert die Spielgeschichte/Spielhintergrund vollkommen.

  43. Ich sehe jetzt schon die Welt durch Zombies untergehen, weil die Menschen zu viel „Moral“ eingeflöst bekommen haben keine Gewalt gegen „Zombies“ einzusetzen *g*
    Vielleicht wäre so eine Zombiepandemie gar nicht mal so schlecht!
    so werden nicht nur alle Probleme der Welt gelöst, sondern so kann man auch eine neue Weltordnung aufbauen.

  44. Das ist eben einer der Punkte; die dargestellte Gewalt muss „grausam oder sonst unmenschlich“ sein und die dargestellte Gewalt i.d.S. verherrlichen/verharmlosen, dass der Rezipient die Gewalt auch i.d.R. als probat realisieren könnte. Ungeachtet der überstrapazierung der Einschätzungsprärogative, welche Wirkung Medieninhalte zeitigen können (Sticxhwort: Mediengewaltwirkungsforschung), ungeeachtet der extrem normativen Prägung der Straftatbestandskriterien, ungeachtet der Tatsache, dass die Differenzierung Verherrlichen und Verharmlosen redundant ist etc. muss man feststellen, dass diese kriterien ja insb. auf Menschen zugeschnitten sind. Seit 2004 sind aber auch Gewaltdarstellungen gegen Menschenähnliche (was auch immer das sein soll) pönalisiert, was das Strafrecht nun vollends ins Lächerliche zieht.

    Einem Zombie kann gegenüber kann man keine „grausame“ Gewalt i.S.d. Gesetzes antun, eine Gewalttat in einer Selbstverteidigungssituation gegen emotionslose Zombies kann das Kriterium der „Unmenschlichkeit“ nicht erfüllen. So simpel ist das.

  45. Ich muss sagen, wenn ich das mit den anderen Beschlüssen verlgeiche: so deutlich war das noch nie ausformuliert. Ich habe ja immer schon den Vorwurf gemacht, dass da von der bloßen Darstellung auf eine affirmative Bedeutung (vielfach) geschlossen wird.
    Das Vergehen heißt formal ja auch „Gewaltdarstellung“
    So hab ich das hier aber (auch) schwarz auf grau sozusagen
    Gewaltverherrlichung oder Verharmlosung über die bloße Darstellung, völlig unbegründet über die Gewalthandlungen hergeleitet. Nicht einmal das explizit: hergeleitet – ist einfach so, oder wie :seufz:
    Von der Unterstellung des vorhanden-seins von „Opfern“ ganz zu schweigen. Weiterhin eine schon klassische Täter-Opfer-Umkehrung aus meiner Sicht
    Erschreckende „Argumentation“
    Macht mich sehr sehr traurig :-(

  46. Bei einer Zombie-Invasion ist Deutschland sowieso verloren, da die Bevölkerung nicht über genug großkalibrige Waffen wie Shotguns verfügt

    Das wäre ein Ereignis dass live im Fernsehen übertragen werden müsste: „Das Bundesverfassungsgericht verhandelt heute über die Anwendung des deutschen Strafgesetzbuches auf Zombies“. Gehört wirklich gemacht. Wäre auch ein interessantes Thema für eine Jura-Seminararbeit o.ä

  47. Ich bemühe zum Vergleich bloß mal diese Pressemitteilung aus Australien: http://www.oflc.gov.au/www/cob/rwpattach.nsf/VAP/(3273BD3F76A7A5DEDAE36942A54D7D90)~Mediarelease-Left4Dead2-22October2009.pdf/$file/Mediarelease-Left4Dead2-22October2009.pdf Da findet sich noch in der Verteidigung der Verweigerung eines Kennzeichens für Left 4 Dead 2 nichts von dem wie dieses Gericht da vorgeht. Sorry, aber kann ich nicht erkennen.

    „The computer game contains a level of violence which is high in impact, prolonged,
    repeated frequently and realistic within the context of the game.
    In addition, it was the Review Board’s opinion that there was insufficient delineation between the
    depiction of general zombie figures and the human figures, as opposed to the clearly fictional
    ‘infected’ characters.“

    Dafür habe ich ja noch irgendwo Verständnis.
    Aber das aus Deutschland sind aus meiner Sicht ungeheuerliche und menschenverachtende Vorwürfe vom AG Tiergarten, welche da dem Spiel gemacht werden. Völlig unbegründet: die Beschreibungen legen eine moralische Empörung ja geradezu nahe, sind regelrecht so ausgelegt dass es abgelehnt werden muss (das Spiel, moralisch), in dem Vorgänge im Spiel als Verbrechen beschrieben werden, noch tatsächlich von Opfern die Rede ist. Da gibt es für mich wirklich nichts zu beschönigen

  48. @Stefan,
    naja sollte sowas eines tages durch einen genveränderten virus der als biowaffe benutzt wurde wirklich passieren, muss man alles in seiner umgebung nutzen um die bösen zombies zu „stoppen“.
    natürlich wird nirgends eine pipebomb herumliegen, aber „brennbares“ findet man überall^^
    aber sonst echt traurig!
    die zombies sind die guten und die 4 überlebenden die bösen.
    da frag ich mich: identifieren sich die verbotsbrüller dieser beschlagnahme mit zombies?oO
    wenn dem so ist, graut uns wohl noch übles.

  49. „Jede einzelne dieser Beschlagnahmen war – wie zu erwarten – ungerechtfertigt.
    Bis auf “Killing Floor” habe ich alle gespielt (natürlich ist keines verbotswürdig) und ich wurde i.d.R. sehr gut unterhalten.“

    Könntest du mal aufhören deine persönliche Meinung als allgemeingültige Meinung darzustellen? Genaus das machen nämlich auch die Verbotsbefürworter. Die sagen „Schauen sie sich die Spiele doch mal an, natürlich sind die verbotswürdig“).
    Zu einer tieferen Wahrheit kommt man mit dieser bornierten Haltung natürlich nicht, deswegen gibt es für die Killerspielegegner ja auch keine Graustufen, sondern nur Schwarz und Weiß.

  50. Wie bitte? Borniert? Was ist borniert: anderen fremden Menschen die übelsten Unterstellungen ihren Werke und Ausdrucksformen betreffend zu machen, genau wissen zu wollen wie etwas gemeint gewesen sei, ungeheuerlichste Vorwürfe, Täter-Opfer-Umkehrungen, den Willen in einer Extremsituation überleben zu wollen zum Verbrechen zu erklären. Nein? Dies zu kritisieren sei „borniert“? Eine Verhöhnung von „borniert sein“ ist das!

  51. „Bis auf “Killing Floor” habe ich alle gespielt (natürlich ist keines verbotswürdig) und ich wurde i.d.R. sehr gut unterhalten. Insb. auch von “Manhunt”, welches ja selbst von Spielern kritisiert wird (und zwar i.d.R. von denen, die das Spiel selsbt nie gespielt haben und nur das nachplappern, was ihnen die Magazine vorkauen)“

    Hab den Gamepro-Test zu Manhunt noch in meiner Sammlung, ich glaube nicht, dass André Horn und Gunnar Lott das Spiel kritisiert haben, ohne es gespielt zu haben (die anderen beiden Tester Kai Schmidt und Henry Ernst haben in dem Spiel übrigens auch wie du eine Satire gesehen).
    Es gibt auch genug Videospieler die mit CoD Spielen und anderen Kriegsshootern nichts anfangen können, und das liegt bestimmt nicht bloß daran, dass sie die Spiele nie selber gespielt haben.

  52. „Wie bitte? Borniert? Was ist borniert: anderen fremden Menschen die übelsten Unterstellungen ihren Werke und Ausdrucksformen betreffend zu machen, genau wissen zu wollen wie etwas gemeint gewesen sei, ungeheuerlichste Vorwürfe, Täter-Opfer-Umkehrungen, den Willen in einer Extremsituation überleben zu wollen zum Verbrechen zu erklären. Nein? Dies zu kritisieren sei “borniert”? Eine Verhöhnung von “borniert sein” ist das!“

    Die Entwickler solcher barbarischen Gewaltorgien sitzen in den USA und lachen nur über die Kritiker hierzulande. Die muss nun wirklich niemand in Schutz nehmen.
    „Banned in Germany“ ist vielmehr ein Gütesiegel und wurde in den 90ern wirklich von einigen Publishern zu Werbezwecken benutzt. Warum auch nicht? ;-)

  53. weil der PC einfach böser ist, sogar große und echt schlechte Medien behaupten ja, auf der Konsole liefe nur hamrloses Zeugs, die brutalen Spiele gehen nur auf dem PC !!

  54. Pingback: Tweets die Stigma Videospiele » Blog Archive » “Left 4 Dead 2? und “Wolfenstein” verboten (Update) erwähnt -- Topsy.com

  55. Pingback: Beschlagnahmt: “Left 4 Dead 2″ und “Wolfenstein” in Deutschland ab sofort verboten « Lokalrundes Blog

  56. Ist nur das normale Morzarella Komplott 3 beschlagnahmt oder auch die Morzarella Komplott Ultimate Fighting Version (Snes-USA)?
    Anmerkung:
    Da die Spiele ja indiziert sind und Morzarella Komplott 3 beschlagnahmt verwende ich mal nicht die richtigen Namen.

  57. @ Triforce:
    „Könntest du mal aufhören deine persönliche Meinung als allgemeingültige Meinung darzustellen?“

    Ich kann dir gerne (OK, „gerne ist glatt gelogen ^^) im Juristenlatein die formellen Defizite der einzelnen Beschlagnahmen erläutern; ich urteile nicht aus dem Bauch heraus, dass die Spiele die Straftatbestandskriterien nicht erfüllen, sondern auf Basis der Beschlüsse im Abgleich mit der Rechtsprechung und der Literaturmeinung. Ich habe eben nicht(!) geschrieben, „Schauen sie sich die Spiele doch mal an, natürlich sind die [nicht] verbotswürdig“. Es gibt gute Gründe, dass die Beschlüsse eben schon rein „qualitativ“ nicht die Kriterien erfüllen, die an einen ordentlichen Beschluss zu richten sind – das reicht z.B. von 111m Abs. 3 StPO („In der Anordnung der Beschlagnahme sind die Stellen der Schrift, die zur Beschlagnahme Anlaß geben, zu bezeichnen.“); über Mutmaßungen und Fehl-/Falschdarstellungen statt akkurater, möglichst objektiver Deskriptionen; illegitime Dekontextualisierungen der Gewaltdarstellungen; die generell durch § 131 StGB überstrapazierte Einschätzungsprärogative (Was die Wirkungspotenziale von Gewaltdarstellungen betrifft); über eine Missachtung des Kunstschutzes gem. Art. 5 Abs. 3 S. 1 GG (resp. eine Nichtbeachtung der sog. Wesensgehaltgarantie) bis hin zur summativen Deskription von Gewaltdarstellungen, statt einer intersubjektivierbaren Argumentation, die erläutert, warum diese Darstellungen die Kriterien der Grausamkeit oder sonstigen Unmenschlichkeit (wie sie in der höchstrichterlichen Rechtsprechung ausgelegt werden) u./o. der Verletzung der Menschenwürde, bzw. warum das Merkmal erfüllt sein sollte, dass eine Darstellung darauf angelegt (resp. geeignet) ist, beim Betrachter eine Einstellung zu erzeugen oder zu verstärken, die den fundamentalen Wert- und Achtungsanspruch leugnet, der jedem Menschen zukommt. Und da ist jetzt ein Großteil der generellen Probleme des § 131 StGB gar nicht genannt (sondern eher die speziellen Probleme der Beschlüsse). Die Gerichte listen grundsätzlich nur Gewaltdarstellungen auf und Stellen dann fest, dass die Kriterien erfüllt seien… entschuuuuuuuuuldige, dass ich hier in den Kommentaren keinen Roman zu jedem eigenen Beschluss verfasse, weil ich der Ansicht bin,d ass dies nicht ganz der richtige Ort dafür ist; ungeachtet dessen, dass meine Argumente in ausführlicherer Form z.T. im Forum zu finden sind und ich nicht alle paar Tage wiederholen möchte, was ich bereits erläutert habe. Ich denke, ich kann so „arrogant“ sein und von mir behaupten, mir die Reputation erarbeitet zu haben, dass meine Argumente Hand und Fuß haben. Aber natürlich: Die Argumente sind Diskutabel; immerhin handelt es sich hier um Rechtsthemen ich will mich nur klar dem Vorwurf verweigern, ich würde hier ad hoc – aus dem bauch heraus – auf die Barrikaden gehen, weil ich mir nur die Inhalte kurz angeguckt habe oder die Spiele selber spiele um das dann auf Basis dessen zu beurteilen (nein, ich setze mich seit mehreren Jahren akademisch mit dem Thema auseinander und befasse mich mit der Rechtsprechung und Literatur zum Thema… mag sich „prollig“ anhören, ist aber so).

    @ Nikolas:
    „Hab den Gamepro-Test zu Manhunt noch in meiner Sammlung, ich glaube nicht, dass André Horn und Gunnar Lott das Spiel kritisiert haben, ohne es gespielt zu haben (die anderen beiden Tester Kai Schmidt und Henry Ernst haben in dem Spiel übrigens auch wie du eine Satire gesehen).“
    Das war gar nicht meine Aussage; mir ging es um die Ablehnung von Inhalten auf Seiten der Spieler, die ungesehenen alles rezitieren, was ihre Magazin-„Idole“ so verzapfen; „Fanboytum“, wenn man so will. Man ließt allenthalben von Spielern, wie schlimm doch z.B. Manhunt sei… gespielt hat es nur ein Bruchteil der Personen (von „richtig“ gespielt und nicht nur ein paar Minuten Gewaltszenen zusammengestellt betrachtet ganz zu schweigen). Von der Kotauhaltung bei Spielern gar nicht angefangen.

    „Die Entwickler solcher barbarischen Gewaltorgien sitzen in den USA und lachen nur über die Kritiker hierzulande.“
    Soll der smiley am Ende auf Ironie/Sarkasmus hindeuten, gezielte Überspitzung? Sowas funktioniert ja im Internet oft nur mäßig; wenn nicht, dann Frage ich mich, wo man sich so einen Sprachhabitus aneignet…

    @ Dr.:
    Du kannst die Namen nennen, wie du willst… das Werbeverbot mag schwammig sein, so schwammig dann aber doch wieder nicht. Und nein, nur die oben gelisteten Versionen von MK3 sind beschlagnahmt (wie Stefan anmerkte, gilt eine Beschlagnahme aufgrund des Analogieverbotes immer nur für die explizit gelisteten Versionen).

  58. Sobald ich einen Spielstand in einer „solchen … Gewaltorgie“ anlege fühle ich mich mit als Entwickler von sowas – zumindest im Sinne deren Wahrnehmung. Ich entwickle die dann auch (mit). Vor allem wenn ich das Spiel womöglich noch rezensiere. Und „ich war noch niemals in New York“, um etwas von Udo Jürgens mal auszuborgen, sowie auch nicht im Rest der Vereinigten Staaten von Amerika.
    Wollte mich deshalb vorhin nicht aus einer vermeintlichen Anonymität hier lächerlich als „Barbar“ beschimpfen lassen und schwieg, den hat mein Landsmann Arnold S. Seinerzeit viel besser gespielt als ich, und der ist heutzutage Gouverneur von dort wo mitunter diese ganzen „üblen Produkte“ dem Vernehmen nach herkommen, auch wenns nicht stimmt, aber bitte eines erscheint mir schon bemerkenswert zu sein: dass jemand hier angegriffen wurde, nicht ich, der einfach meinte er sei „gut unterhalten“ worden. Das sei dessen Meinung, aber da gäbe es eben noch andere: ja schön, ABER Wo!? Wo denn, bei Gericht!??
    Oder wo gibts die demnach. Hier geht es um Spieleverbote – durch Gerichte. Also
    Das ist zweifellos und nachweisbar totalitäres Gedankengut bitte. Das tangiert nicht nur (wie üblich) autoritäres (Normdenken), sondern ist eben einfach totalitär.
    Weil einem Richter etwas nicht gefällt, der nicht „gut unterhalten“ wurde dem Vernehmen nach, lässt er etwas verbieten, mehr noch: womöglich einziehen – damit alle anderen auch nicht mehr in den Genuss kommen können. Ich denke nicht dass das der Sinn gewesen ist als das Vergehen Gewaltdarstellung im deutschen Strafrecht geschaffen wurde. Nicht einmal sein konnte – im Sinne einer Entwicklung welche Deutschland seit 1949 doch positiv (hoffentlich) durchgemacht hat. Ja innerhalb Deutschlands das betreffende Werk gar nicht mehr legal (für den Verkäufer/Schenker) erwerben gekonnt wird, dass sie (die womöglich andersdenkenden Menschen) sich selbst ein Bild machen könnten. Weil wem geschadet wurde? Dem Richter so wie einem Roland Näf, wenn er sich verletzt fühlt. Oder einem Klaus Miehling durch Lärmbelästigung in Freistadt? Aber so ein Richter wird doch (noch) mit ganz anderer, realer, Gewalt für gewönnlich konfrontiert werden müssen. Tatsächlichen Verbrechen!? Wie reagiert der Richter, die Richterin, dann darauf? Hält er oder sie das auch nicht aus? Wie soll Rechtsprechung dann überhaupt funktionieren? Weil die Gewaltdarstellung nicht goutiert wird. Reale Gewalt von fiktionaler nicht unterschieden? Weil man sich derer überlegen fühlt, der Gewaltdarstellung, über der Gewalt (von Dingen!?) stehend, moralisch für was besseres hält, sich nicht die Hände schmutzig machen will, das Überwesen oder sonstwen markiert. Tatsächlich den historisch massivst belasteten Übermenschen (weiterhin)?
    Wenn schon (leider) nicht den Kwisatz Haderach :-( Odern den hebräischen Vorgang Kefitzat Haderech.

    Gewalt ist keine Meinung. Und hier wird im besten Fall gegen Gewalt(darstellung) mit Gewalt vorgegangen, so sehr, dass ein Werk nicht mehr rezipiert werden kann. Ein Gewaltdarstellungsverbot gibt es auf der pluralistischen Welt überhaupt bloß in Deutschland und der Schweiz. In der Schweiz wurde es gegen Videospiele bislang nicht angewandt. Muss jetzt der Rest der Welt sich danach orientieren? Woran nochmal? An Deutschland? Hat D. Tatsächlich die Moral inne? Wirklich? Wahrhaftig? Bei der Geschichte? Welches Bild möchte Deutschland da eigentlich abgeben? Was hat das was einem Richter oder Staatsanwalt nicht schmeckt mit Recht zu tun?
    Ja, auf solche Fragen wird üblicherweise mit Kinderpornografen oder Neonazis reagiert. Doch wo rufen die verbotenen Spiele schon wirklich zu Gewalt und Hass auf, stellen diese – eben wie Kinderpornografie für gewönlich, gar dar? Was ist beziehungsweise wäre Gewaltdarstellung. Welches reale Leid wird durch spaßige Spezialeffekte oder Polygonmodelle so eigentlich gering gehalten? Wenn sich gegen aggressive Zombies in einer endzeitlichen Extremsituation gewehrt wird, in Verbeugung vor dem Martyrium eines New Orleans gegen Naturkatastrophen dort oder sonstwo, als politischer Kommentar, oder wenn noch Widerstand gegen Nazis geleistet wird. Wo denn? Wo ist das Unrecht? Das strafrechtliche Vergehen? Im Multiplayer von Wolfenstein? Dort herrscht weniger Egalität als es in Deutschland anerkannte konservative Historiker aus dem Historikerstreit mit ihren wenn schon nicht revisionistischen so zumindest fragwürdig positivistischen Ideen bis ins ZDF Noch schaffen. So sieht es aus. Aber geht es hier um den Historikerstreit aus den Achtzigern? Nein, es werden in vermeintlichem Spielzeug Hakenkreuze gesehen und die Alarmglocken läuten. Alles nur negativ weiterhin betrachtet. Simple Vorurteile, historisch-fiktionale Darstellungen ohne Rolle, doch mit mitunter weitreichenden Konsequenzen für erwachsene Menschen ohne eingebildete Reife wie mich, die sich mitunter tagtäglich damit (mit Comptuerspielen) beschäftigen. Bis sie eben verboten sind
    So auch meinen ihre relative Bildung erlangt zu haben

    Heute Mittag gibts bei uns im katholischen Haushalt Spinat. Den vertrag ich für gewöhnlich gar nicht. Heute werde ich ihn nach Jahren voraussichtlich aber wieder mal zu mir nehmen – weil er mir eigentlich schmeckt.
    Ich hoffe dagegen hat kein Gericht hierzulande etwas einzuwänden.

  59. Pingback: Am Ende der Gezeiten « Jürgen Mayer

  60. So eine Verdammte Kacke!

    Habe mir das spiel am Dienstag gekauft! natürlich die UNCUT version…
    Finde das game einfach nur behindert und ohne Sinn… Der verlauf des Spiels wird jemanden vorgegeben…

    Ich wollte gerade mein L4D2 wieder zum Händler bringen… der hat mir gesagt das er es nicht mehr vertreiben darf und somit ich jetzt auf diesen „mist“-Game sitzen bleibe…WTF !!!

    Vielen Dank Mr.Rechtsstaat!
    Wer der meinung ist,dass solche Hirnlosen Spiele Gewalt im Realistischem Lebem Verursachen hat meiner Meinung nach nur Luft im Hirn.

    Schliesslich ist dies ein Animiertes Game…das man auch sieht!!! Schaut euch erstmal SAW 1-5 an und dann könnt ihr von Gewaltdarstellungen an MESCHEN reden! und nicht wie bei L4D2 Gewaltdarstellungen von Menschlichen WESEN !?

    IHR SEID SO LÄCHERLICH !!!
    49,-€ für´n ARSCH.

    Sowas(!) macht mich Aggro!

  61. Und ich hätte das Game gerne (Aber nur in der Xbox 360 Fassung) kann es aber nicht mehr kaufen, toll. (Habe es mal gespielt und MIR hat es gefallen).

  62. Edit: Ich verdiene zwar ganz gut aber selbst ich kann mir nicht jeden Film und jedes Game kaufen nur weil man Angst haben muß das es schon Morgen nicht mehr verkauft werden kann (Indexware bietet kaum einer an auch wegen der Aufteilung ziwschen A und B und der mangelhaften Rechtssicherheit/Ist es morgen Beschlagnahmt?)oder verkauft werden darf (In Deutschland darf man keine beschlagnahmten Sachen verkaufen und kaufe mal was was dir keiner verkaufen darf, da kommt man sich vor als würde man Drogen oder illegale Waffen kaufen wollen).

  63. „Ich wollte gerade mein L4D2 wieder zum Händler bringen… der hat mir gesagt das er es nicht mehr vertreiben darf und somit ich jetzt auf diesen “mist”-Game sitzen bleibe…WTF !!!

    Vielen Dank Mr.Rechtsstaat!“

    Videospiele sind in der Regel sowieso vom Umtausch ausgeschlossen, nachdem sie geöffnet wurden.
    Ausnahmen machen Läden wie Gamestop.
    Einfach beim nächsten Holland-Urlaub dort im Gameshop gegen was besseres eintauschen.

  64. „Im Übrigen ist zu erwähnen, dass wir es m.E. mit einer Art Beshclagnahmewelle zu tun haben. Von 1994 bis 2004, also in den Ersten 10 Jahren, wurden “nur” 4 Spiele beschlagnahmt… in den 6 Jahren danach bereits 7……… und das Jahr ist noch nicht rum; wer weiß, was alleine dieses Jahr kommt“

    Dass in den letzten Jahren mehr beschlagnahmt wurde als davor liegt vielleicht einfach daran, dass die Grafik immer besser und die Spiele immer brutaler werden. Da fragt man sich schon, wie weit die Hersteller das noch treiben wollen.

  65. @ Ninja:
    Das die Grafik technisch immer besser wird (bis hin zum Fotorealismus, der wohl irgendwann mal bei einigen Titeln kommen mag – nicht vergessen: Der Markt an Spielen, die nicht unbedingt realistische Grafik wollen/brauchen, ist so groß wie die möglichen Spielewelten, die keiner realistischen Grafik bedürfen), ist wohl nicht zu bestreiten. Und tatsächlich mag das auch mit ein Grund sein, der bei der subjektiven Bewertung einer Strafwürdigkeit durch die Richter eine (wie auch immer geartete) Rolle spielt. Das mag das erklären, muss es aber nicht (Spiele wurden schon wegen ihrer Detailgetreutheit und irhes grafischen Realismus kritisiert, als die Grafik noch auf Strichmännchenniveau war).

    Das die Spiele aber immer brutaler werden, kann man nicht objektiv behaupten: Gewalt ist kein Beobachtungsterminus, sondern ein subjektives (soziales) Un-/Werturteil. Wenn es nicht mal die Wissenschaft geschafft hat, sich auf einen gängigen Gewaltbegriff (geschweige denn Aggressions-/Aggressivitätsdefinitionen) zu einigen, kann man im Alltagsgebrauch wohl auch kaum von einems Konsens bzgl. Brutalität ausgehen; weder beid er Wahrnehmung, noch bei der Bewertung (die beide – als Teil der Rezeption – von individualbiographischen und situationalen Faktoren der Rezeption selbst und intra- und intertextuellen Referenzen im Mediennhalt selbst abhängig sind). Die „Brutalisierung“ der Medienlandschaft wird nicht erst seit den 1950ern (und verstärkt seit den 1970ern) propagiert, dokumentierte aber immer nur die Idiosynkrasie der sich Empörenden. Ob etwas als „brutal“ wahrgenommen wird und wie ggf. der Grad der Brutalität zu verordnen ist, liegt immer noch im Auge des Betrachters – es wäre schön, wenn sich diese Trivialität langsam langsam mal in die Köpfe setzt.

    Von daher ist auch das Reden davon, „wie weit die Hersteller das noch treiben wollen“ relativ substanzlos, weil „das“ eben nicht intersubjektivierbar ist. Man mag sich ja persönliche Grenzens etzen, kein Problem, aber warum muss man die eigene Empörung immer möglichst virulent gestalten?

    Ich würde aber zustimmen, dass da auch Richter nciht vor einer gewissen, unnötigen Sensibilisierung oder gar persönlicher Empörung gefeit sind, schon gar nicht angesichts des Klimas der „Killerspiel“-Debatte, die seit Anfang dieses Jahrhunderts in Deutschland aufgeflammt ist. und ich würde auch zustimmen, dass da gerne eine pornographische Perspektive zur Norm verklärt wird.

  66. Mich würde viel mehr interessieren, warum zwischen 1997 – 2007 kein Spiel verboten wurde. Hatte man in dem Zeitraum Macs bei der Staatsanwaltschaft eingeführt?

  67. @Ninja
    Das die immer brutaler werden stimmt so nicht ganz, wer Titel wie Bloodbath, Blood, Blood 2 The Chosen, Postal 2, Kill’em, Soldier of Fortune 1,2,3, Kingpin, Redneck Rampage, The Suffering, The Suffering Ties That Bind, Chiller, Backyard Wrestling 1,2, Manhunt 1,2, The Punisher, GTA, GTA London, GTA 2, GTA 3, GTA SA, GTA Liberty City, GTA VC, GTA Vice City Stories, Severance, Rune Viking Warlords, Aliens Versus Predator 1,2, The Thing, Red Ninja etc. kennt weiß das, einzig die Grafik wird besser das stimmt wobei aber bei den oben genannten Spielen auch jedes blutige Detail ganz genau erkennbar ist. Viele der alten titeln waren deutlich brutaler als heute, würden die heute nochmal veröffentlicht in aktueller Grafikpracht wäre eine Beschlagnahme mehr als wahrscheinlich.

  68. @ Rey Alp:
    2004 wurde Manhunt beschlagnahmt. ;-)

    Aber ungeachtet dessen: Ein möglicher Grund könnte in der Einführung der Liste B, resp. § 24 Abs. 4 S. 1 JuSchG liegen: „Wird ein Medium in Teil B oder D der Liste jugendgefährdender Medien aufgenommen, so hat die oder der Vorsitzende dies der zuständigen Strafverfolgungsbehörde mitzuteilen.“ Eine entsprechende Regelung hatte das GjS (iirc) nicht, auch nicht die damalige Durchführungsverordnung. Die Strafverfogungsbehörden bekommen jetzt also eher die Nase an die Spiele, wenn man so will.

    U.U., je nachdem, wie man Rechtsprechung und Literatur interpretiert, mag hier auch die Erweiterung des § 131 StGB um die Strafwürdigkeit von Gewaltdarstellungen mit „Menschenähnlichen“ als Zielen der Gewalt im Jahre 2004 (am 1. April; es jährt sich also heute) eine Rolle gespielt hheben (so das jetzt Computerspielfiguren eindeutiger geschützt sind; ganz zu schweigen von Zombies, wie in Dead Rising).

    Nicht zu unterschätzen ist da m.M.n. auch die anhaltende Anti-„Killerspiel“-Debatte hierzulande.

    @ Dr.:
    Ja… für deine Ausführungen gilt das gleiche,w as ich Ninja geschrieben habe: Ein Aufweigen von Spiel A mit Spiel B bringt da reichlich wenig. Da war nichts deutlich brutaler damals, genau so, wie heute nichts deutlich brutaler als damals ist. ;-)

  69. Ok: 1997-2004. Dass die Klarstellung in Bezug auf „menschenähnliche Wesen“ 2004 erfolgte ist ein interessanter Hinweis, danke.

  70. Korrektur: Gem. § 131 StGB.
    Ansonsten ist da an kommerziellen Spielen gem. § 86 a StGB nur noch „Commandos: Behind enemy lines“, „Mortyr 2093-1944“ und „Wolfenstein 3D“ beschlagnahmt.

  71. Hab mich scheinbar geirrt, es war die Xbox 360 Version:

    „Schlechte Zeiten für Uncut-Fans in Deutschland. Das Action-Spiel The Darkness enthält in der ungeschnittenen Xbox 360 Version verfassungsfeindliche Symbole (genauer: Hakenkreuze) und darf daher in Deutschland nach §86 StGB weder importiert werden, noch verkauft oder schlichtweg besessen werden.“

    http://www.areagames.de/artikel/detail/The-Darkness-Uncut-Version-in-Deutschland-verboten/19874

  72. ja… das wurde allenthalben verbreitet. Das ist aber eher vorauseilender Gehorsam und nicht unbedingt gültige Rechtslage (haben wir etwas weiter oben bereits kurz diskutiert).

    Aner abgesehen davon, ganz unter uns: Die bei areagames.de sind nicht gerade bekannt dafür, viel über den Jugendmedienschutz zu wissen, vom StGB ganz zu schweigen: 1.) Wäre ees § 86 a StGB und 2.) existiert für Privatpersonen weder ein Importverbot (das wäre nur für den Händler gültig, dem es – sofern er im Ausland sitzt – egal sein kann), noch 3.) ein Besitzverbot (das existiert nur für Kinder- und Jugendpornographie).

    Abgesehen davon: Nein. „The Darkness“ ist in keiner Version irgendwie explizit beschlagnahmt o.ä.

  73. @Marcel,
    wenn du es so scheisse findest, wieso hast du es dann eigentlich gekauft?
    ach ja, spiele die man erst online aktivschalten muss nehmen die händler wegen des verdachts von möglicher „raubkopiererei“ sowieso nicht zurück.
    was einmal mit steam verbunden ist wird das auch bleiben (rede ist jetzt von der pc version/ mit konsole kenne ich mich nicht aus).
    aber ich kann dich ehrlich gesagt nicht verstehen.
    das spiel ist ein guter zombiebuster und bisher gibt es nichts was auch nur ansatzweise dem spiel den zombiegenre streitig machen könnte.

  74. OK… das eigentliche Thema ist ja auch durch irgendwie………
    IMHO ist der Genrekönig Dead Rising! :-)
    Mit L4D 1 & 2 konnte ich auch nicht so viel anfangen, alleine schon, weil ich Wert auf einen guten SP lege (und die Konsolenversionen wußten mich auch technisch nicht zu überzeugen).

  75. naja es war schon vornherein bekannt das l4d+l4d2 reine multyplayergames sind.
    wer anderes erwartet hat, hat sich nicht richtig informiert, was beim kauf eines spiels/films so oder so sehr wichtig ist.
    bisher war ich nie zufrieden mit games/filmen, über die ich mich nicht informiert habe und danach ziehmlich enttäuscht wurde.
    wer filme wie 28weeks later usw mag und es gern auch etwas gruselig hat, wird an beiden l4d´s seine freude haben.
    allerdings sind die spiele nur uncut zu genießen, die deutsche scheisse ist nicht nur kastriert, sondern dafür auch noch überteuert.
    bestes beispiel dafür: metro2033, deutsche version um die 45€ und die importversion um die 30€

  76. @Vicarocha
    Das sollte kein Aufwiegen ala „Aber das ist ja viel schlimmer als früher“ werden sondern aufzeigen das die Games immer schon mal sehr hart ausgefallen sind und nicht erst seit kurzen so wie es Ninja meinte.

  77. Man kann die Entwicklung von Spielen (mittlerweile – Internet sei Dank) ja auch ganz wunderbar verfolgen: in letzter Zeit sind manche zwar dazu übergegangen eine Geheimhaltung über Entwicklungen bis ein paar Monate vor Release zu verhängen, wahrscheinlich zweck Senkung der PR-Kosten schon im Vorfeld (die Marketing-Budgets sind dem Vernehmen nach ja explodiert in den letzten Jahren), dennoch wird auch in Deutschland selbst über Nachfolger von noch beschlagnahmten Spielen zumindest bis zu deren Veröffentlichung (und etwaiger Eilindizierung) berichtet

  78. Rey:

    „Nach Wikipedia ist die unzensierte Version nur indiziert.“

    Ein guter Tipp: vergiss Wikipedia (Deutsch), wenn es um Videospiele geht. Ich habe den Wikipedia-Eintrag von ‚The Darkness‘ selbst (mit-)editiert, weil dort völliger Schwachsinn über das Videospiel gestanden ist („Die EU-Versionen sind wegen Verstoß gegen § 86 durch die freispielbaren Comics in Deutschland verboten“ and the like – völliger Unsinn, die internationalen Versionen sind definitiv nur ganz normal indiziert, Liste A). Und ‚The Darkness‘ ist bei weitem nicht das einzige Beispiel. Laut Wikipedia ist ‚Yakuza‘ ein Spiel wie ‚Grand Theft Auto’… ^^

    Wikipedia ist zum schnellen Nachlesen ja ganz nett, aber der beste Beweis für die Richtigkeit des Spruchs „zu viele Köche verderben den Brei“, weil dort jeder mehr oder weniger ungeprüft sein Halbwissen einbringen kann.

  79. @ Dr.:
    Ja… aber er kann das für sich selsbt völlig legitim negieren, indem er deine Beispiele einfach als bedeutend weniger brutal wahrnimmt; eben weil „Brutalität“ etc. subjektiv ist. Einfaches Bsp.: Ich fand „Batman: Arkham Asylum“ ziemlich brutal, obwohl dort kein „blood’n’gore“ vorkommt und obwohl Batman selbst (prinzipiell) nur non-letale Techniken verwendet (man kann sich natürlich fragen, wie „non-letal“ es sit kopfüber von einem mehrere Meter hohen Wachturm zu fallen, jedenfalls zeigen ja auch diese „Opfer“ noch Vitalwerte im Spiel). Genau so hatte ich auch, wenn überhaupt, nciht in Spielen wie „Manhunt“ Hemmungen, Gegner zu liquidieren, sondern in „No One Lives Forever 2“; die NSC sprachen über ihren Alltag, Familie, Freunde etc., was ihnen einen gewissen Individualcharakter verlieh (wenngleich doch sehr humoresk gefärbt). Gewalt und Brutalität hängen von wesentlich mehr ab, als nur Visualisierungsfaktoren (für mich persönlich ist z.B. die Grundstimmung hochrelevant, die für mich auch extrem von der Musik beeinflusst werden kann – so empfand ich „Mortal Kombat: Deception“ nicht wegen der Gewalt, sondern wegen der Musik eher bedrückend).

    @ Boomboy:
    Das war doch gar nicht der Punkt; ich habe lediglich gesagt, dass bei mir „Dead Rising“ auf Platz 1 angiert, alleine shcon, weil ich SP-orientierte Spiele präferiere. ;-)

  80. @LiquidSnakE

    Das Problem ist bei diesem Gebiet der Mangel an anderen Quellen, die man schnell zur Hand hat, wenn man BPjM-Aktuell nicht abonniert hat. Die Liste, die ich hier habe, ist schon einen Tick älter.

  81. @Vic,
    in meinem letzten posting bezog ich mich immer noch auf l4d, ich weiss nicht wieso nun wieder angefangen wird in meinen postings irgendwas hinein zu intepretieren wovon gar nicht die rede war.
    zumal ich sogar auf marcel eingegangen bin, man betrachte das „@marcel“.

  82. … vielleicht weil in deinem letzten Beitrag nichts von „@marcel“ stand; das war nur in deinem Beitrag 79(!) Minuten vorher der Fall… der Abstand zwischen meinem Beitrag und deiner Antwort betrug dann 53 Minuten und es fand sich in deinem Beitrag keinerlei Hinweis, dass dieser noch an Marcel gerichtet sein sollte. Für eine Art der Editierung war das dann auch reichlich spät (und ich glaube einfach mal nicht, dass du 79 Minuten dafür gebraucht hast und zwischenzeitlich nicht mitbekommen ahst, dass mein Beitrag da stand). Und das du dich immer noch auf L4D bezogen hast, ist doch auch klar – darauf bezog sich dann doch auch keine Antwort… o_O

    Ich sehe dein Problem nicht.

  83. @Vicarocha
    Ich finde die saubere Gewaltdarstellung in Batman: Arkham Asylum auch ziemlich brutal und schwerwiegender als bei manchem Gore- und Splatter-Festival. NOLF hab ich gleich gar nie über Demos hinaus gespielt: die moralische Begründung fehlte mir wohl (auch), vielleicht ähnlich wie bei den Hitman-Spielen die ich sogar für gewaltverherrlichend halte
    Die Vorstellungen, Rezeptionen, Interpretationen, Ansichten, sind halt verschieden – eine Deutungshoheit darüber würde ich mir hingegen niemals anmaßen: so finde ich das Szenario in Resistance nicht in Ordnung, aber habe dafür das verpönte Killzone umso mehr schätzen gelernt…
    Mafia ist eines meiner Lieblingsspiele – den Paten von EA möchte ich nicht spielen, usw.

  84. EDIT: Das letzte „keine“ in meinem letzten Beitrag muss natürlich „meine“ lauten (ich vermisse die Editierfunktion in Kommentaren… *seufz*).

    @ Pyri:
    „eine Deutungshoheit darüber würde ich mir hingegen niemals anmaßen“
    Das ist der springende Punkt! Es wäre schön, wenn das allgemeines Gedankengut werden könnte… aber hierzulande ist das ja Essig. Jede einzelne Indizierung und mehr noch jede einzelne Beschalgnahmung ist eine Oktroyierung einer Deutungshoheit, ein Versuch, subjektive Vorstellungen, Rezeptionen, Interpretationen, Ansichten mit dem scharfen Schwert des Strafrechts durchzusetzen. In einer plualistischen, dmeokratischen Gesellschaft einfach nur widerlich.

    Aber davon abgesehen: ich spiele auch spiele, die mit meinem eigenen Moralkanon für die Realität unvereinbar sind; um so besser dienen sie mir zur Reflexion. :)

  85. hmm sehr eigenartig!
    als ich mir meinen letzten posting anguckte stand da noch „@marcel“, schließlich wollte ich ja auch sicher gehen das es steht wenn ich es schon behaupte.
    komisch nur, dass das nun nicht mehr der fall ist, recht eigenartig!

  86. @Vicarocha
    Das war wohl etwas missverständlich von mir ausgedrückt da am Nachmittag: ich spiele sogar sehr gern moralisch dunkle Typen, von Schurken und Ganoven über andere Kleinkriminelle bis hin zu ausgewachsen(eren) Verbrechern.
    Wie ich letztes Jahr im hiesigen Forum gegenüber R. Pfeiffer auch schon UNWIDERSPROCHEN Argumentiert habe, ist das eine Form des mimens für mich, vom Wesen her Schauspielerei. Und genau, ich lerne dabei mehr über mich selbst: das dient mir ebenfalls zur Reflexion.
    Was ich meinte war, dass ich solche Inhalte ablehne wo ich den Eindruck habe, dass eine gewisse Selbstgerechtigkeit wie moralisch überlegene Selbstjustiz praktiziert wird: ich habe eher dann ein Problem mit Videospiel-Inhalten, wenn negative Handlungen (Gewalt etc.) zu sehr BEGRÜNDET werden, also zuviel „Einordnung“ noch geschieht wie im Falle MW2 die Gamestar-Redaktion gefordert hat. Grundsätzlich ist eine solche Moralisierung von negativem in Videospielen aus meiner Sicht aber glücklicherweise eher selten. Seltener als im Film meiner Wahrnehmung nach
    Warum das so ist beziehungsweise ich das so sehe, also dass (traditionelle) Videospiele da eher weniger moralisieren, darüber bin ich mir noch nicht im klaren: es kommt aber auch keine Moralisiserung nach. So befürchtete ich nach den Lobpreisungen im Vorfeld bei „Heavy Rain“ eine gewisse Moralisierung die jedoch ebenso ausblieb wie in den avantgardistischen Titeln von „Tale of Tales“ zum Beispiel ebenfalls – obwohl sich die etwa auch doch dezidiert gegen viele Videospiel-Konzepte wenden

    Mein Beispiel wäre da der Unterschied zwischen „Hitman“ und „Kane & Lynch“. „Kane & Lynch“ schätze ich sehr und ich freue mich da auch schon auf den zweiten Teil, wirkt vielversprechend auf mich. Bei „Kane & Lynch“ wird nichts beschönigt – im „Hitman“ aber tendenziell noch begründet warum der und der sterben soll, usw.
    Die dänischen EntwicklerInnen haben das so begründet, dass „Kane & Lynch“ erwachsener werden sollte als „Hitman“. Mag sein, aber ich würde das auch nicht unbedingt mit Reife in Verbindung bringen wollen…
    Aber behaupten dass es wirklich so ist wie ich das sehe tue ich da eben auch nicht. Möglicherweise irre ich mich und ich sehe „Hitman“, also den Codename 47 oder wie der heißt, völlig falsch;

    Zudem noch etwas zu dieser Deutungshoheit: für mich ist diese Deutungshoheit zu stellen äußerst negativ – tatsächlich unmoralisch und selbst eine Form von Gewalt dahingehend, dass man anderen den Willen aufzwingt. Womöglich eben noch mit der Exekutive
    Fiktionale Gewaltdarstellung ist so nicht nur eine opferlose Straftat, sondern wie außerhalb Deutschlands und der Schweiz auch eigentlich überhaupt soweit, gar keine Straftat für mich. Darüber, dass ich als Österreicher nicht in diesen Staaten zu Hause bin, bin ich ehrlich gesagt auch froh, und ich tue eben mein möglichstes, damit dieses aus meiner Sicht (als Außenstehender womöglich) auch, Unrecht, bitte das Wort zu löschen wenn es unangebracht erscheint, sich nicht noch weiter ausbreitet beziehungsweise vielleicht auch innerhalb dieser beiden Staaten in Grenzen gehalten werden kann :-(

  87. @Pyri,
    zum Thema „Kane&Lynch“ wollte ich nur sagen, dass angeblich ein Film dazu geplant sein soll.
    Die beiden Charaktere sollen dann von Bruce Willis und Jamie Fox (wenn ich mich jetzt nicht täusche) gespielt werden.

  88. Pingback: [Shooter] Demo von Left 4 Dead 2 ist da!

  89. Rey:

    ogdb.de (oder alternativ onlinegamesdatenbank.de, wenn du es ausschreiben magst ^^) gibt in vielen Fällen Aufschluss. Dort steht (leider) nicht immer, aber häufig das Datum der Indizierung (bzw. Indizierungen – ich bemühe mich jedenfalls, bei jedem neuen BAnz zu aktualisieren, wenn mir nicht jemand zuvorkommt), die BAnz-Nummer und die Liste dabei. Die Informationen dort… – nun, sagen wir, sie sind eindeutig glaubwürdiger als die deutsche Wikipedia in diesem Aspekt.

    Bei ‚The Darkness‘ sind die bisherigen Indizierungen gelistet:

    http://www.onlinegamesdatenbank.de/index.php?section=game&gameid=16357 (als Beispiel, die Info findest du in jedem Versoionseintrag)

  90. @LiquidSnakE
    Ja aber ist die OGDB noch immer nicht nur im Aufbau begriffen? Sind sie jetzt schon fertig :-)
    Als ich das letzte Mal dort war habe ich noch vieles nicht gefunden gehabt – gearbeitet daran wird ja auch schon mehrere Jahre

  91. @ Pyri:
    Naja… „fertig“ ist so ein Projekt nie. Technisch wird da immer wieder was dran rumgefeilt etc., inhaltlich wächst es selbstverständlich mit dem Spielemarkt mit, immer und immer weiter. Und so lebt es auch von den Beiträgen der Nutzer. „Fertig“ i.d.S., dass da nun alle Spiele überhaupt jemals eingetragen werden, wird es aber wohl nie – so eine Art von Datenbank kann das wohl nicht sein, zumal es ein deutschsprachiges projekt ist und so auch vornehmlich das eingetragen wird, was den entsprechenden Spielern so zufällt. Da wird wohl eine Version aus Papua-Neuguinea eher nicht auftauchen. ;-)

    Aber ja, das Projekt ist in den letzten Jahren gewachsen (wenn ich nciht so beschäftigt wäre, könnte ich sicher auch noch Versionen im dreistelligen Bereich dort eintragen, die noch nicht zu finden sind).

  92. Pyri:

    Wie Vic schon sagte, wird die OGDB niemals „fertig“ sein – es wird immer Versionen geben, die niemand hat oder die nicht bekannt sind. Es wird immer irgendwelche Spiele geben, die niemand kennt, weil sie nur in Japan, Russland oder anderen, für Europäer uninteressante Regionen erschienen sind. Eine komplette Datenbank ist schlichtweg illusorisch. In den letzten Jahren hat sich allerdings eine Menge getan, ein Haufen Leute macht sich die Mühe, regelmäßig Einträge zu verbessern oder zu komplettieren. Auch die Anzahl der registrierten Benutzer hat sich in den letzten Jahren stark gestiegen, wenngleich sie verglichen mit den Zahlen der OFDb natürlich lachhaft sind – noch. Die OGDB ist jedenfalls weltweit einzigartig, weil sie von Sammlern und Nerds für – ähm – alle anderen gedacht ist. Nirgendwo sonst wirst du so detaillierte Beschreibungen einzelner Versionen finden – die größte mir bekannte nicht kommerzielle Datenbank, MobyGames, ist dagegen richtig oberflächlich. Wäre die OGDB kein rein deutschsprachiges, sondern ein internationales Projekt würde da sicher noch viel, viel mehr gehen…

    Du bist übrigens herzlich eingeladen, alles, was du nicht findest, hinzuzufügen. Die OGDB lebt von ihren Usern, ähnlich Wikipedia. Da gibt es keine Gruppe ‚Masterminds‘ hinter den Kulissen – jeder kann und soll mitmachen. ;)

  93. „Auch die Anzahl der registrierten Benutzer hat sich in den letzten Jahren stark gestiegen“ – OK, das war nicht Deutsch, ich meinte natürlich „Auch die Anzahl ist gestiegen“. Ein Königreich für eine Edit-Funktion. :P

  94. Ja natürlich meinte ich das nicht ernsthaft so, sondern relativ – deshalb auch der Smiley gleich nach „fertig“ ;-)
    Relativ dahingehend, dass ich früher dort nur selten das gefunden hatte nachdem ich suchte und manche Informationen mir auch nicht richtig erschienen ehrlich gesagt – ohne dazu jetzt ein Beispiel nennen zu können. Und leider möchte ich da widersprechen: ich musste dann immer doch zu Moby Games um etwas in Erfahrung zu bringen. Moby Games ist ja bekannt… Auch als Datenbank über Kreative in der Videospielindustrie, aber auch dort wird sicherlich nicht alles stimmen. Dennoch ist sie für meine Zwecke unverzichtbar: dort wird sogar der Sohn von Steven Spielberg, Max Spielberg, korrekt als Entwickler gelistet :-D
    @LiquidSnakE
    Also da muss ich widersprechen. Was meinst Du mit oberflächlich? Weil die OGDB so viele zensierte Versionen auflistet und Moby Games nicht? Für verbotene Spiele dafür eigene Listen hat? Ja Entschuldigung, aber eine Zensurdatenbank ist Moby Games nunmal nicht. Ich hab die OGDB ja immer so verstanden, dass sie der OFDB nacheifert ehrlich gesagt ;-)

    Und ich hätte wohl besser schweigen sollen, denn zu meiner Schande muss ich gestehen dass ich mich bei der OGDB bislang noch nie engagiert habe, obwohl ich seit 19. Jänner 2005 schon Mitglied dort bin…
    Bin vor kurzem da schonmal draufgekommen – tut mir leid, mein Fehler

    Abgesehen von Zensur: die besten Release-Daten, auch für zukünftige Releases, gibts übrigens erstaunlicherweise bei Game FAQs find ich – also da scheint jemand besonders gut informiert zu sein über die einzelnen Veröffentlichungen zwischen Japan, Europa und (Nord-)Amerika. Bei relativ obskuren Titeln besser als mancher Großhändler wie Amazon meiner Erfahrung nach

  95. Nein, Pyri. Ich meinte, dass die OGDB Details zu einzelnen Versionen des Spiels listet, um die sich kaum eine andere DB schert, wie vorhandene Sprachen, Regionalcodes und Zensuren (ich betone, kaum, denn es gibt Datenbanken, die darauf Rücksicht nehmen – MobyGames ist dahingehend aber extrem oberflächlich. Zwar findest du dort Infos über das Spiel, eine Auflistung der in-game Credits etc., über Versionen per se findest du aber nichts, maximal vielleicht Coverscans in dürftiger Qualität und mit Wasserzeichen…).

    GameFAQs (deren Datenbank auf der von GameSpot basiert, weil GameFAQs, genau wie Metacritic, GameRanking und etliche anderen Seiten, zu CBS Interactive gehört) ist OK, hat aber sehr viele Fehler drin, vor allem, was Entwickler-Angaben oder Publisher betrifft (manchmal steht der Publisher einfach als Entwickler drin etc.). Zudem führt GameFAQs eine US-fixierte Datenbank (kein Wunder), die beispielsweise so gut wie nie berücksichtigt, dass Spiele auch in Europa unterschiedliche Release-Daten haben können (bspw. eines für Westeuropa, eines für Osteuropa und eins für Deutschland ^^).

  96. Also als Sammmler ist die OGDB für mich inzwischen unverzichtbar; da wandert der erste Blick hin, wenn ich mich über eine bestimmte Version informieren will (abgesehen vom Zensurstatus – das Schüttel ich meist selbst so aus dem Ärmel – ist das für mich z.B. bei einem Gebrauchtkauf o.ä. wichtig, wenn ich wissen will, was eigentlich zum Lieferumfang gehört; ganz zu schweigen von den unterstützten Sprachene tc., wie sie LiquidSnake genannt hat).

  97. Da habt ihr natuerlich Recht und ich bin da wohl auch einer gewissen Oberflaechlichkeit aufgesessen :-) Werd in Zukunft so jedenfalls wieder oefters in die OGDB reinschaun.
    @LiquidSnake
    Danke fuer die Infos zu CBS! Das wusste ich gar nicht…

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