Veranstaltungsbericht

(BONKlr) Gestern fand im Rahmen der Onsabrücker Friedensgespräche eine Diskussion über gewaltdarstellende Videospiele statt. „DerBonk“ hat sie besucht und in seinem Blog einen kurzen Beitrag veröffentlicht. Wie bereits mit der Ladung von Christian Pfeiffer absehbar, hat sich eine Diskussion nicht wirklich entwickeln können. Stattdessen zeigte sich, dass nach wie vor zwischen Gamern und Nicht-Gamern gegenseitiges Unverständnis die einzige Gemeinsamkeit ist. Weitere Erfahrungsberichte sowie ggf. Links zu Video und Audio finden sich in den Kommentaren.

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43 Gedanken zu “Veranstaltungsbericht

  1. „hier würde ohne Rücksicht auf die Kinder Geld gemacht finde ich einfach nur haarsträubend.“
    Da hätte ich gerne ein Video bzw die genauen Wortlaute ^^
    Da könnte man die Zitatdatenbank mal wieder auffüllen ^^

    Ansonsten sehr interesant aber nicht unerwartet…
    naja Happy Coding.

  2. Das waren halt so Untertöne in ein paar Beiträgen aus dem Publikum. Wörtlich kam das so nicht zur Sprache, meine ich.

    Es gibt auf jeden Fall eine Video-Aufzeichnung, bin mir allerdings nciht sicher wann und wo diese veröffentlicht wird, da schaue ich nochmal nach.

  3. Ich war ja gestern auch da. Insgesamt bin ich recht entäuscht gewesen.

    1. Es ging erstmal los mit der Vorstellung der beiden Gäste durch Prof. Dr. Reinhold Mokrosch
    Der Herr Müller wurde fälschlicherweise als Manager des erfolgreichsten deutschen Spielehersteller vorgestellt, was dieser dann aber in seinem Anfangsstatment richtig stellte. In wie weit das beim Publikum ankam kann man schlecht sagen.
    Prof. Pfeiffer wurde als der hervorragendste … (da habe ich schon so mit dem Kopf schütteln müssen, dass ich den Rest nicht mehr richtig mitbekommen habe) vorgestellt. Auf jeden Fall war klar, dass der eine Gesprächsleiter ein Pfeiffer-Fan ist. Übrigens wurde Pfeiffer auch als Unterzeichner des „berühmten Kölner Aufrufes“ vorgestellt. Also man kann sich schon vorstellen, dass der Gesprächsleiter nichts in Frage stellen würde was der Pfeiffer pfeiffert.

    2. Die Eingangsstatments:
    Angefangen hat Prof. Pfeiffer. Sein Statment war wohl mehr oder weniger eine eingeübte Rede mit all den alten Thesen (Enthemmung, Sucht, WoW). Unterstützt durch Statistiken aus diversen Studien, oft betont durch die Aussage „das ist eindeutig bewiesen „. Neu aufgenommen in diese Rede wurden Sachen, wenn sie negativ über Spiele waren z.B die Anderson Meta-Studie. Aber der Fokus seiner Reden ( über die ganze Veranstaltung hinweg) war deutlich : Die Spiele als Leistungskiller, bzw Spiele verursachen die Leistungskrise der Jungen. Also nicht mehr der Gewaltaspekt. Pfeiffers Ton dabei recht laut und seine Gestik eindeutig ( schütteln der Faust usw.). Mein Eindruck ist, er macht den Nicht-Spielern eher noch mehr Angst, gibt ihnen noch mehr Gründe sich mit Spielen nicht zu beschäftigen. Er vertieft mit solchen Reden die Kluft zwischen Spielern und Nicht-Spielern. Letzt Genannte sind eh schon negativ eingestellt gegenüber Spielen wegen der ganzen Gewaltdebatte in den Massenmedien, und der Pfeiffer liefert ihnen gleich den nächsten Grund :-(

    Herr Müller berichtete über den ESport und versuchte eine Aussagen Pfeiffers in die richtige Perspektive zu rücken. Er berichtete von seiner Arbeit und die positiven Aspekten von Clans, er verglich diese auch mit dem guten alten Vereinsleben. Als Spieler verstand ich wovon er redet, in wie weit er von den Nicht-Spielern verstanden wurde kann ich nicht beurteilen. Meine Vermutung ist nicht wirklich.

    Dementsprechend verwirrt war auch die eine Gesprächsleiterin. Sie fragte deswegen, ob hier überhaupt die selben Spiele gesprochen werden bzw ob der eine hier verharmlost während der andere übertreibt.

    3. Das Steitgespräch

    Pfeiffer nutze die Fragen der Gesprächsleiter um seine Agenda zu präsentieren. So machte er deutlich das Spiele nur ein vergleichsweise geringer Risikofaktor für Gewalt sind und die Gewalt in der Gesellschaft abnimmt, um dann wieder WoW und die Sucht aufzugreifen und die Spieleindustrie anzugreifen (Stichwort Leistungskrise). Aber er machte auch klar, dass mit Verboten nichts zu erreichen ist.
    Interessant war folgender Punkt. Herr Müller machte deutlich, dass es technische Möglichkeiten gibt den Spielekonsum der Kinder zu kontrollieren z.B die Spielstundenkontrolle bei WoW.
    Dann kommt Herr Pfeiffer und erklärt, diese Kontrollmechanismen nicht funktionieren, „der Junge geht einfach zum Nachbarn“. Herr Müller stellte dann klar, dass die Kontrolle accountgebunden ist und nicht umgangen werden kann, indem man den Computer des Nachbarn nutzt. Ob das vom Nicht-Spieler Publikum verstanden wurde, wage ich zu bezweifeln.
    Aber der Punkt ist, dass diese Kontrollemechanismen in Grenzen funktionieren würden, wenn sie nicht ständig von vermeindlichen Experten als nutzlos deklariert würden. Das ärgert dann schon sehr mMn. Insgesamt weigert sich Herr Pfeiffer irgendetwas Gutes über Spiele zu sagen. Er ist ein Scharmacher un verbreitet Angst vor Spielen beim Nicht-kompetenten Publikum.

    ENDE TEIL 1

  4. TEIL 2
    Korrektur : Pfeiffer ist ein Scharfmacher :)

    OK auf Nachfragen kann man aus Herrn Pfeiffer schon fast differnzierte Aussagen herauskitzeln.
    z.B. gibt er zu, dass Spiele Entertainment sind. Er selbst würde Karten (Skat glaube ich) spielen, das hätte ja auch keine Zweck außer zur Unterhaltung. So sei das auch bei Spielen und spielen sei ja auch als Zeitvertreib in Ordnung.
    Nur machen Spiele halt süchtig und das sei eindeutig bewiesen und es gibt halt Spiele wie der Pate usw. Also läßt keine Chance aus Spiele schlecht zu machen und wenn er dabei keine Statistik zur Hand hat, greift er halt auf einzelne schockierende Beispiele zurück (der Pate). Das schlechte Bild über Computerspiele muss ja gewahrt bleiben.

    Sein Ziel ist ja eindeutig den Unterricht und das Schulsystem in Deutschland zu verbessern, und er berichtet auch von interessanten Unterrichts- und Schulkonzepten aus verschiedenen Ländern. Nur hat das ja eigentlich wenig mit Computerspielen zu tun. Ich meine die Spiele sind ja nicht der Grund, dass unser Schulsystem nicht mehr so gut funktioniert. Spiele sind nur der Grund, dass manche (viele?) ihre Hausaufgaben vernachlässigen und deshalb schlecht in der Schule sind bzw die Schule nicht schaffen.

    Aber alle hier, die die Diskussion mit Frau Pfeiffer hier im Forum mitverfolgt haben kennen das ja schon. Bei den Pfeiffern sind Spiele halt an allem mit schuld. Sei es Fettleibigkeit, Leistungskrise, Machokultur usw.
    So will Pfeiffer jetzt in Zukunft untersuchen, ob die Schwarzmaleirei in Spielen dazu führt, dass (immer mehr?)junge Menschen sich den Rechts- oder Linksextremen Gedankengut anschliessen.

    4 Offene Fragerunden:

    Das war schlimm. Die Nicht-Spieler stellen Fragen zur Gewalt- und Aggressionsförderung sowie die Gewalt in Spielen, vermutlich weil sie aus der Presse nichts weiter über Spiele wissen. Pfeiffer antwortet dautlich, dass Gewalt nicht das (große) Problem sei sondern die Leistungskrise.
    An den Fragen merkte man deutlich, dass dem großen Teil des Publikums die Kompetenz fehlte, Fragen zu stellen, die über das hinaus gehen was schon tausendmal durchgkaut wurde. Das CS Schreckgespenst geht da immer noch um in den Köpfen der Nicht-Spieler.

    Die Fragen der v.a. jungen Spieler richteten sich meist an Herrn Pfeiffer. Aber war auch nix neues, und konnte vom Nicht-Spieler Publikum wahr´lich nicht wirklich verstanden werden.

    Fast vergessen: Laut Pfeiffer macht die USK natürlich schlechte Arbeit, das betonte er auch bei jeder Gelegenheit.

    Fazit: Pfeiffer ist ein Politiker, der die Angst vor Spielen schürt. Seine Lösung sind Ganztagsschulen und keine Bildschirme in Kinderzimmern. Bei den Kindern muss die Lust aufs Leben geweckt werden.
    Damit hat vielleicht recht, aber warum man deswegen eine ganze, bestehende Jugendkultur verunglimpfen muss, erschliesst sich mir nicht so ganz.

  5. Witzig. Die Nintendo Wii heißt beim Pfeiffer Wiistation.
    Und ich bin mir nicht sicher, aber manchmal glaube ich verwechselt er noch immer WoW und Warcraft 3, bzw macht er sich nicht die Mühe da genau zu trennen, wahr´lich weil es das Nicht-Spieler Publikum überfordern würde :)

  6. Vielend Dank für den Bericht :-)

    „So will Pfeiffer jetzt in Zukunft untersuchen, ob die Schwarzmaleirei in Spielen dazu führt, dass (immer mehr?)junge Menschen sich den Rechts- oder Linksextremen Gedankengut anschliessen.“

    kannst du dazu noch etwas genaueres sagen?

  7. So, habe heraus gefunden wo zumindest Ausschnitte in Video und Audio zu finden sein werden: http://www.ofg.uni-osnabrueck.de/ofg_2010/gespraech_2010_1.htm (noch ist da nichts zu sehen, aber da dürfte bald etwas kommen; im RealPlayer format :/) Wer wirklich großes Interesse an der gesamten Veranstaltung hat, kann auch eine DVD bestellen, lohnt sich imho aber nicht.

    Grundsätzlich habe ich die gleiche Einschätzung wie lanzelotz, allerdings würde ich mal behaupten, dass die Vorstellung durch den einen Gesprächsleiter eher auf Unwissen beruht als auf Vorurteilen. Es ist schon etwas verwirrend von der Uni da Profs als Gesprächsleiter hinzusetzen, die von der Materie nur bedingt Ahnung haben.

    Ich fand auch Pfeiffers Vorschläge für Schulreform etc. allesamt nachvolziehbar und lobenswert, aber warum wir dann über die Spiele reden, die eh nur ein Teilaspekt des Ganzen sind, verstehe ich einfach nicht. Er hat ja, wenn auch nicht ganz deutlich und klar, auch gesagt das Spielen in Maßen (und entsprechend der Alterskennzeichnung) in keinem Fall negativ ist. Wenn jetzt über Ganztagsschulen o. Ä. tatsächlich die sozialen und familiären Probleme aufgefangen werden können, brauchen wir doch wirklich nicht über die Spiele reden! Es wird mit Sicherheit trotzdem noch einige Süchtige geben, aber die gibt es bei viel zu vielen Dingen.

    Bzgl. der Schwarz-Weiß Malerei in Spielen und dem extremistischen Gedankengut hat er leider nicht wirklich mehr gesagt, nur dass sie daran forschen würden. Den Ansatz (gerade was die Geschlechterdarstellung angeht!) kann ich ehrlich gesagt gut nachvollziehen, das wird doch auch von der Spielepresse oft kritisiert (bald space marine etc.). Wie da jetzt die Brücke zu extremistischen politischen Ansichten kommt, verstehe ich allerdings auch rein gar nicht.

    Pfeiffers Spielekompetenz, die von Herrn Müller auch öfter, zu Recht, angezweifelt wurde, fand ich auch eher ungenügend. Er hat gesagt, er könne die Spiele halt motorisch nicht mehr spielen, aber schaue oft zu und lese ja die Zusammenfassungen. Wenn er vorher erläutert was für riesige Unterschiede zwischen Spielen und Zuschauen sind, dann ist das natürlich eine etwas seltsame Erfahrung, die er da mit Spielen sammelt. (aber die Diskussion kennt man ja). Aber auch wenn man ihm das zugesteht, sehe ich es auch wie lanzelotz, dass er sehr häufig Begriffe durcheinander geworfen hat und zB schlicht von „Warcraft“ geredet hat, was jetzt nicht wirklich identifizierbar war. Außerdem hatte ich das Gefühl, er glaubt WoW würde auch im eSport führend gespielt und da Millionen verdient. Die Situation in Korea hat er auch stark vereinfacht, dass dort praktisch nur StarCraft diesen Stellenwert hat, völlig unterschlagen (auch das StarCraft nicht wirklich ultra-brutal ist und die Spieler natürlich keine 4. Klässler). Ganz besonders toll fand ich halt die Anprangerung von Micro-Payments zur Verbesserung der Spielleistung, ein Vorgehen, dass ja wohl kein einziger Spieler gerne sieht, genauso wenig wie er. Ach ja und FarmVille hat er mit WoW in die suchterregende Ecke geschoben und, so wie ich seine Argumentation dann verstehe, damit auch für FarmVille USK 18 gefordert. Das war mein Highlight.

  8. @ amegas
    Sorry meinte natürlich die Schwarz-Weißmalerei. Er meint damit vermutlich. dass es in Spielen halt nur Gut gegen Böse gibt,bzw eine Partei gegen eine andere kämpft.
    Er klammert wahr´lich aus es in Spielen durchaus ambivalente Figuren, Characterentwicklung und überhaupt eine Handlung. Zugegeben es gibt viele Spiele, die Schwarz-Weißmalerei betreiben, genauso wie alle anderen Medien auch. Aber das wissen ja alle hier.
    Nun sein These ist, dass das halt den genannten Effekt auf junge Menschen hat. Er sagte es wäre eine spannender These, aber das Ergebnis der Untersuchung wäre natürlich noch völlig offen.
    Wenn ich mal raten soll, prophezeie ich:
    Die Studie wird eindeutig nachweisen, dass Spiele eine Mitschuld (Stichwort: Risikofaktor) daran haben, dass die Jugend immmer rechts- bzw linksextremer wird. :)

    Werden die jungen Menschen überhaupt politisch extremer in Deutschland? Weiß das jemand?

  9. Ich habe eine Theorie:
    C. Pfeiffer ist in Wahrheit eine Aufziehpuppe, bei der man einfach an der Schnur am Rücken ziehen muss, damit sie etwas sagt. Technische Gründe verhindern dabei die Vielfalt der Aussagen, so dass diese letztlich immer gleich sind. Ein USB Anschluss, über den mit entsprechendenen Geräten neue Aussagen hochgeladen werden könnnten, wurde bei der Produktion leider aus Kostengründen nicht realisiert und kann altersbedingt auch nicht nachgerüstet werden. ;)

  10. Das grundlegendste Problem bei der ganzen Debatte ist aus meiner Sicht diese Schieflage in Richtung „Verharmlosung“, Verherrlichung oder sonstwas.
    Es nützt gar nichts wenn vom E-Sport die Gewalt ausgeblendet wird, deren Darstellung als nicht wichtig bezeichnet etc. Überhaupt nichts nützt das was. Das drängt die Spiele nur noch weiter zurück und in eine Verteidigungshaltung hinein.
    Und diese Vorstellungen, dass Gewaltdarstellungen einen politischen Extremismus fördern würden kennt man auch von anderen, die Namen möchte ich jetzt gar nicht nennen, womöglich aber noch problematischeren Leuten als Christian Pfeiffer.

    Das sind in jedem Fall grundsätzlich nichts anderes als konservative Reflexe – wohlwollend-zurückhaltend formuliert.
    Egal ob diese nun von selbsternannt progressiven Leuten kommen oder nicht. Das ist schlichtweg reaktionäres Gedankengut – allein wie dort mehr oder weniger unterschwellig immer eine Leistungsgesellschaft vorangestellt wird, eine Bedrohung dieser. Im Grunde geht es nur um Normen aus meiner Sicht: die Spiele werden als abnormierende Gefahr betrachtet und statt überkommener, womöglich noch religiös begründeter Moralvorstellugnen, solcher Werte, wird zumindest vermeintliche Wissenschaft bemüht um deren (relative) Unanständigkeit zu belegen – negative Auswirkungen von Konsum welche diese eindeutig und so signifikant, dass eben eine größere Schuld zugewiesen wird, als herausgefunden hinstellt.

    Und solange die (traditionelle) Auseinandersetzung mit negativen Dingen wie Krieg oder Gewalt nicht als legitim anerkannt wird wie in anderen Medien auch, sehe ich in der „Debatte“ kein vorankommen.
    Es geht in Videospielen nicht darum einen positiven Bezug zu Gewalt zu finden, sondern wie im Genre-Film auch einen Umgang damit zu lernen. Mit dem Thema Gewalt – nicht diese zu fördern, aber solange das auch in Deutschland dem Genre-Film gern unterstellt wird ist das mitzuteilen wohl weiterhin (auch) sehr schwierig

    Solange ausblenden, die noble Zurückhaltung, moralische Überlegenheit idealisiert wird sehe ich da schwarz. Noch dazu solange es eben nicht als unmoralisch gilt, dem noch mit Gewalt (Verboten) zu begegnen. Anderen vorzuschreiben wie sie leben sollen – anderen den Willen einer vermeintlich überlegenen, besseren Norm-Gesellschaft so aufzuzwingen.
    Und das betrifft ja auch viele Lebensbereiche neben dem Gaming noch dazu, gegen die objektivierte Sexualität wird als Über-Sexualisierung gewarnt, gegen ein zu spielerisch ausgeprägten Lebensgefühl als Infantilisierung mit vermeintlicher Reife vorgegangen, das so „kritisiert“, gegen Mangas und Anime wird sowieso viel gehabt, gegen die MMA gehetzt usw.
    Aber das ist alles keien „Kritik“ so, sondern in der Machtposition fast automatisch intolerante Unterdrückung Andersdenkender die eben nicht zu Haß und Gewalt aufrufen – obwohl ihnen das womöglich liebend gern, und in Spielen teilweise ja auch tatsächlich, vorgeworfen wird.

    Auch wenn einmal mehr Spiele in Deutschland tatsächlich verboten sein werden, wird das so nicht aufhören. Am Ende werden heute noch vom Bund ausgezeichnete Spiele wie „Drakensang“ zur „Bandenbildung“ umgedeutet, welche eine malevolente Industrie da forciert und die Öffentlichkeit mit einem vordergründig „harmlosen“ Spiel täuscht

    Und diese intoleranten Blickwinkel sind die dabei die Gefahr für Leute wie mich, welche nicht „verharmlost“ werden sollte, die Kultur von Menschen wie mir ernsthaft bedroht. Zu deren Zerstörung neigt, wenn schon nicht offen zu einer wie auch immer gedachten Ächtung aufruft

  11. @DerBonk: wir reden aus 2 Gründen über Spiele:
    1. Weil es Eltern interessiert
    2. Weil man über alles redet, also auch über Spiele.
    Und das ist auch gut so. Wir sollten jeden Aspekt diskutieren, ob groß oder klein, also auch Spiele, und darum dürfen auch die eine eigene Veranstaltung kriegen, warum nicht.
    Die Frage ist eben: werden Spiele in den Gesamtfokus eingebettet oder nicht. Und das scheint bei der Veranstaltung teilweise der Fall gewesen zu sein, teilweise auch nicht.

    bezg. Farmville: wenn du dir anschaust wie viel Zeit viele (vor allem junge Leute) mit Farmville verbringen kann ich das durchaus nachvollziehen, wobei auch hier wiederum eine USK-Auszeichnung imho der falsche Ansatz ist (bzw. nicht der nächstliegende). Denn letztendlich muss man halt auch hier den Eltern klarmachen dass solche Spiele bzw. Social Networks generell nicht unkritisch sind und man hingucken muss.

  12. @Mars
    Punkt 1
    Klar, sehe ich auch so, aber mein Problem ist dass Herr Pfeiffer dann halt die halbe Zeit über Ganztagsschulen referiert und wieviel besser die seien, um dann aber nur heraus zu picken, dadurch würden die Kinder weniger spielen und damit, weil sie ja weniger spielen, würden sich auch die anderen Probleme verringern. Das finde ich nicht richtig in den Kontext gesetzt. Bei der Diskussion gestern kam halt m.E. rüber, dass wenn man dieses Problem in den Griff kriege, wäre schon vieles gerettet (so kamn es rüber, gesagt hat das niemand und auch nicht gemeint!). Das ist doch schlicht Quatsch. Ich möchte gerne interessierten Eltern erklären warum ihre Kinder spielen, was sie spielen und worum es da so geht, aber das war gestern nicht Thema.

    Ich sehe es auch so, dass FarmVille sicherlich ein nicht unbedenkliches Spiel ist, mir geht es nur wie dir darum dass so etwas nicht über Alterfreigaben zu regeln ist.

  13. Erstmal herzlichen Dank an alle, die da waren und berichtet haben!
    Schade, dass es am Ende doch hauptsächlich heiße Luft war, die abgelassen wurde (also, bei der Veranstaltung mein ich natürlich, nicht in euren Beiträgen). Irgendwie kommt mir die ganze Sache wie beim Turmbau zu Babel vor – alle verstehen nur Bahnhof, weil keiner die Sprache des anderen kann…traurig.

  14. Irgendwie ärgere ich mich dennoch da gewesen zu sein. Wären alle jungen Menschen weggeblieben, wäre die ganze Veranstaltung fast nur halb so groß gewesen. Und wie schon gesagt, aufgeklärt werden konnte da nicht wirklich. Der Pfeiffer predigt da halt und so wird es immer bleiben, ein paar widersprechen ihm dann, aber alle Nicht-Spieler glauben vermutlich lieber dem Experten, den sie aus dem Fernsehen kennen.
    Pfeiffer mit Nichtbeachtung zu strafen, ist wirklich das beste. Soll er seinen Glauben in Zukunft vor seinen Jüngern predigen, ich schau mir das nicht mehr an.
    Man sollte aufhören ihm ein Podium zu bieten. Was und wie er predigt, vertieft die Kluft zwischen den Generationen und schadet mehr als es nutzt. Das hat auch Herr Müller gestern festgestellt.
    Leider ist der Pfeiffer ein geübter und überzeugender Redner, der meist alles mit Studien zu belegen scheint.

  15. Sorry Doppelpost:

    Dieses Video über den Helikopterangriff, hat er auch kurz angesprochen. Er meinte er hätte das in der Zeitung gelesen (oder was auf Telepolis?), und der Journalist hätte mit der Feststellung „wie im Videospiel“ recht.
    Erwähnt hat er übrigens auch Grossmanns Buch. Da wünschte ich mir immer sein (Streit-)Gesprächsgegenüber würde da mal nachbohren, passiert aber leider nie.
    Mhhhhhh *frustriert, muss noch büffeln… keine Lust*

  16. @lanzelotz
    ich war zwar selbst nicht dort, aber ich finds trotzdem nicht schlecht, wenn auch Gamer zu solchen Veranstaltungen gehen, denn sonst währe der Herr von Turtle Entertainment ziemlich alleine dagestanden, wenn er schon den Mut hat den Herrn Pfeiffer die Stirn zu bieten. Man weiß ja aus dem Fernsehen, vor allem aus den öffentlich rechtlich gesteuerten, dass solche Diskussionsrunden alles andere als fair sind. Wenn nur eine Seite als Zuschauer da ist, gäbe es im schlimmsten Falle 0 Gegenwind und der der Pro-Games ist verliert dann auch noch die Kraft und gibt auf… das kennt man ja schon zu genüge aus dem Fernsehen.

  17. @D-Jay

    Vielleicht sollte man auch solche Angebote einfach ablehnen. Quasi „Don’t feed the Pfeiffer“ konsequent durchziehen.

  18. Ich denke auch, dass allein durch den Beifall und manches Gelächter seitens der anwesenden Spieler schon ein kleines Zeichen gesetzt wurde. Am wichtigsten war mir aber, wie so oft bei solchen Gesprächen, die Diskussion danach, die ich mit einer netten, älteren Lehrerin führen konnte. Da haben beide Seiten deutlich mehr von, m.E. hätte darauf lieber die ganze Veranstaltung nach den Vorträgen basieren können. So wie sie jetzt war, hat die Diskussion, nach meinem Gefühl, leider nur die jeweiligen Lager in ihrem Glauben bestärkt. Wäre es nicht schon so spät und alle Anwesenden so kaputt gewesen, ich hätte gerne noch länger danach diskutiert (Herr Müller blieb auch noch eine ganze Weile), das ist auch der Grund, warum ich dann doch gerne zu solchen Veranstaltungen gehe.

    Im Übrigen sehe ich es auch wie D-Jay, bin auch nach der Diskussion noch zu Herrn Müller hin und habe ihm gezeigt, dass er da nicht alleine vorne stand (auch wenn der Applaus schon Zeugnis genug war).

  19. Gerade hat die Neue Osnabrücker Zeitung einen Artikel zu der Veranstaltung online gestellt: http://www.neue-oz.de/information/noz_print/stadt_osnabrueck/25133765.html sehr sachlich, wenn auch etwas seltsam ausgewählte Zusammenfassung des Gesagten. Sehrschön und wichtig dabei aber folgender Satz: „Die Stigmatisierung einer schon lange existenten Jugendkultur führe nur zur Verhärtung der Fronten.“ SChön, dass das auch von der NOZ aufgenommen wurde, hatte das Gefühl, bei vielen anderen im Saal kam es nicht so recht an.

  20. Zuum Glück interessiert sich außer ein paar Gutmenschen und Linksextremen niemand für die Osnabrücker Friedensgespräche.
    Bin ja schon ganz froh, dass Frontal 21, Panorama, stern TV und hart aber Fair uns zur Zeit in Ruhe lassen.
    Entweder sie wissen es mittlerweile besser oder das Thema erscheint ihnen nicht spannend genug.

  21. Neo, damit interessieren sich alle Unterzeichner der „Kölner Hetzschrift“ ja gerade zu brennend für die Osnabrücker Friedensgespräche.

  22. @Neo
    Sobald wieder junge Leute wieder am Bahnhof einen anderen Tottreten oder einer Amok läuft werden die schon wieder auf den Plan treten,das war doch bisher immer so, kurze Ruhepausen bis wieder was passiert.

  23. Also das klingt ja eigentlich nur nach einer „Durchfallorgie“!
    Tja, aber ich sage ja immer „wir gamer und die entwickler sollen endlich aufhören die brave pussy zu spielen und endlich gegenwehr leisten“!
    die eine leiterin, die sich wohl als pfeifferfan getan hat, hätte man hinausboo´en sollen und der andere leiter hätte dem pfeiffer bei jeder seiner lügenstory ins wort fallen sollen.
    das hat dann nichts mit „unverschämtheit“ zu tun, sondern mit richtigstellung!
    „herr pfeiffer DA muss ich SIE jetzt aber korrigieren“-„herr pfeiffer, das ist schlicht erlogen was SIE da jetzt erzählen“-„herr pfeiffer, die einzigen die was bewiesen sehen wollen sind leute die dafür bezahlt worden um das zu sagen“

  24. @Booomboy
    Da Pfeiffer aber auf politischer Ebene einige Freunde hat und er auch dort einigen Einfluß hat und er der Liebling der Medien ist trauen sich die Leute nicht mit ihm so zu reden, wenn wir Gamer das machen schaden wir uns, es muß jemand machen vor dem man Respekt und auf dem die Leuten hören, ein 08/15-Typ wird auch nicht viel erreichen wenn er es ist der den Pfeiffer Paroli bietet.

  25. Edit. Das Wort hat fehlt hinter Respekt.
    Mit einflußreichen und mächtigen Unterstützern und mit Geld im Rücken kann man jeden Quatsch durchziehen und genau das macht Pfeiffer weil er dies hat, er weiß das man ihn nichts kann, wäre es anders wären auch seine Studien, seine Ergebnisse und seine Wortwahl eine ganz andere.

  26. Doktor Trask: man kann Pfeiffer alleine mit der Kölner Hetzschrift wunderbar torpedieren. Kein Mensch bei Verstand kann sowas mit gutem Gewissen unterschreiben, immerhin wird dort allen Wissenschaftlern die anderer Meinung sind, Bestechlichkeit unterstellt und die Industrie soll die Wissenschaftler schmieren. Das ist eine Unterstellung und müsste eigentlich rechtliche Folgen haben. Aber gewisse Herren haben wohl zuwenig (Oster?)Eier, sich gegen diese Hetzschrift zu wehren.

  27. „… und der Journalist hätte mit der Feststellung “wie im Videospiel” recht.“
    Wie geistig zerrüttet ist denn der Kerl? Das war nicht wie im Videospiel, das ist die Realität. So sieht Krieg aus! Und in den Spielen bekommen wir davon ein Abbild, genau wie im Film. Es gibt nicht den süßen Soldatentod, wie er noch in den Weltkriegen von den Verantwortlichen glorifiziert wurde. Die Menschen werden auf bestialische Weise abgeschlachtet. Und da fällt dem Pfeiffer nichts anderes ein, als „wie im Videospiel“ zu sagen!
    Ich fasse es nicht!

  28. @masu,
    aber nicht nur damit kann man ihm torpedieren!
    das hans-bedtrof-institut hatte damals für die usk entschieden, weil bei pfeiffers laden nicht klar ersichtlich ist, wie dort eine altersfreigabe für ein spiel erstellt und begründet wird.
    hinzu kommt aber auch seine inkompetenz was spiele selbst betrifft.
    wir erinnern uns, dass pfeiffer WoW und ein 2WK-Spiel nicht unterscheiden konnte.
    aber mit den freunden in der politik hast du recht!
    wolfgang bosbach ist zum beispiel einer dieser „freunde“.
    ich weiss zwar nicht ob es euch aufgefallen ist, aber bei dieser einen „hart aber fair“ sendung wurde doch von den einem ex-giga typen „tom irgendwas“ eine frage gestellt und bosbach legte ganz schnell seine linke hand auf die rechte hand von pfeiffer und sagte „sowas hat er doch gar nicht gesagt“.
    schünemann ist sicherlich auch einer dieser freunde.
    schließlich ist er ja minister von niedersachsen.
    was haltet ihr eigentlich davon, dass wir mal eine grafik dazu ausarbeiten wer aus politik, wissenschaft und den medien befreundet ist und bei dieser killergamespropaganda zusammenarbeitet?
    wäre doch mal interessant so einen „teufelskreis“ mal sichtbar zu machen.
    dann wird uns gamern vielleicht auch mal klar und ersichtlich in wie weit da so ein bürgerrechts-terrornetzwerk aufgebaut hat.

  29. Die Ironie bei den Aussagen zur Verharmlosung von Gewalt durch Spiele ist ja, dass gerade durch die Zensur in Deutschland (kein Blut, zerfetzte Leichen,…) Krieg verharmlost wird. Gerade in den kritisierten Shootern ist der Gamer traditionell am Ort des Geschehens und müsste realtisch gesehen viel Blood & Gore sehen könnnen. Da das jedoch meist fehlt, erzeugt die deutsche Zensur Bilder von „sauberen“ Kriegen, was definitiv verharmlosend wirkt und viel von dem Schrecken nimmt, den reale Kriege mit sich bringen. Statt also immer wieder Gewalt zu kritisieren, sollte der Pfeiffer mal lieber mehr Gewalt fordern, damit ein gewisses Maß an Abschreckung möglich ist.

  30. @Crusader
    Du vergisst die negative Anthropologie und deren zentrale Unterstellung dabei: Gewaltdarstellung wird nicht als Abschreckung „konsumiert“, sondern um sich daran zu ergötzen ;-) Weil man die Gewalt eben haben WILL. Im Extremfall danach regelrecht lechzt. Humor wie im Splatstick vorhanden, also solche Freude an fiktionalen Gewaltdarstellungen, wird dabei wohl sowieso gleich gar nicht verstanden und mit strikter Empörung von sich gewiesen.
    Und woher wird das über unbekannte Computerspieler gewusst? Wie die denken? Weil sie, die „Kritiker“, die Schlechtigkeit dieser Spieler eben kennen ;-) Auch wenn sie so womöglich bloß ihre eigenen Abgründe, welche sie sich nicht eingestehen wollen, auf andere, Fremde, projezieren und diesen dann erst auch vorwerfen…

  31. @Booomboy
    Der bei „hart aber fair“ damals war früher mal bei Giga? Bist Du Dir da sicher?
    Dachte der wäre nur von einem hauseigenen („Jugend“-)Radio der ARD gekommen, so wie er auch vorgestellt wurde?? Sorry fürn Doppelpost

  32. @Booomboy
    Tom Westerholt ist kein Ex-Giga Typ sondern ein Mitarbeiter des Radiosenders 1 Live, dort hat er die Position des Spiele- und Computerexperten inne und unterhält dort auch seine eigene Sendung in der es eben um Spiele und Computer allgemein geht, allerdings hatte er in einem ZDF-Beitrag klar erkennen lassend das auch er kaum Ahnung hat von dem worüber er redet, das solche Leute dann als Vertreter der Computerspielerschaft auftreten ist bitter und irgendwie peinlich.

  33. @maSu
    So eine Bemerkung in die Richtung hat Herr Pfeiffer aber, wenn ich mich recht erinnere. Nach dem Motto, Leute die das anders sehen sind von der Industrie bezahlt. Das ist nicht ganz so direkt und schön auslegbar, aber trotzdem in die Richtung. Sonst hätte ich dass auch in der Fragerunde angebracht. Kenne mich selbst leider nicht genug mit der Thematik aus um da qualifiziert etwas zu sagen, außer dass ich ohne konkrete Beweise für Bestechung so eine Unterstellung in jedem Fall unfein ist.

  34. @DerBonk
    Den Bestechungsvorwurf hat Herr Pfeiffer oft getätigt, besonders hat er der Fachhochschule Köln das immer und immer wieder in diversen Interviews vorgeworfen. Er hat sogar eine Informationsbroschüre von der Fachhochschule Köln vom Markt geklagt aus diesen und den Grund das ER und SEINE Studien keine Berücksichtigung fanden und anschließend seine eigene auf dem Markt gebracht in der Bestechungsvorwürfe bei anderen Einrichtungen angedeutet wurden.

  35. @topic Tom Westerholt
    Äh, seh ich das richtig und kommt er noch vom realen Sport her??? Die einzige Verbindung zu Video-Games welche ich da erkennen kann ist zu der „GIGA LIGA, dem größten deutschen Online Fußball-Manager mit bis zu 70.000 Mitspielern pro Saison“… Na dann :-(
    1 Live, ok – danke

  36. Sag ich doch!
    Was der Tom jetzt macht ist eine andere Sache, es ging ja eben um „früher“ und nicht um heute.
    Also manchmal komme ich mir vor als wären ich unter Menschen die eine ganz andere Sprache sprechen als ich.
    Kaffee – Bier
    Kaffee – Bier
    Kaaaafffeeeee – Biiiiiiiieeeeeeer
    K A – B I

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