Huber fordert Verbot von „Modern Warfare 2“ (dt.)

(pressetext) In einer Presseerklärung spricht sich mit dem Wissenschaftler Dr. Günther L. Huber der „Mediengewalt e.V.“ für ein Verbot der deutschen Version des Spieles „Modern Warfare 2“ aus. Der Verein von Spielegegnern hatte bereits im Februar erklärt, dass mit dem Verweis auf die Stärkung der Medienkompetenz von der Verantwortung von Industrie und Politik abgelenkt werde.  Stattdessen müsse bereits „verhindert werden, dass Medienprodukte in Umlauf kommen, die Kinder und Jugendliche zu Akteuren in Kriegs- und Verbrechenswelten machen, in denen sie gegen Gewalt abgestumpft und für Quälen und Töten belohnt werden„. Schließlich würde man mit der Wahrnehmung der „Verantwortung für kulturprägende“ Inhalte auch die Frage entscheiden, „welche Kultur wir befördern wollen„.

Diese Woche wurde nun eine weitere Pressemeldung veröffentlicht. Bei der deutschen Version des Spieles „Modern Warfare 2“, das Weiß als einen  „menschenverachtenden und an virtuellen Faschismus grenzenden Kriegsshooter“ bezeichnet, seien gegenüber der von der BPjM als verbotswürdig erachtenden Originalversion nur Änderungen kosmetischer Natur durchgeführt worden:

„Die Altersfreigabe wird u.a. damit begründet, weil ein Massaker eines Terrorkommandos im Moskauer Flughafen „entschärft“ wurde, indem in der deutschen Version der Killer, ein Undercover-Agent, mit seinem Maschinengewehr nicht selbst in die wehrlos wartenden Fluggäste feuern kann, sondern nur die vor ihm laufenden Schützen des Terrorkommandos. Das Blutbad an hunderten Flugreisenden findet also trotzdem statt.“

Das Spiel würde trotzdem in den Händen vieler Jugendlicher landen, was auch vom Jugendmedienschutz in Deutschland, der „löchrig wie ein Schweizer Käse“ sei, nicht verhindern werden könne. Nach einer  Studie von Dr. Rudolf H. Weiß würde „die Altersbegrenzung auf 18 Jahre auf die unter 18jährigen eher verkaufsfördernd“ wirken, so dass nur ein Verkaufsverbot als Lösung infrage käme:

„Die Altersbegrenzung gewaltverherrlichender Computerspiele sei nichts wert, weil sie in der Praxis eben keine Grenze sei, meint der Verein Mediengewalt. Eltern, Geschwister und Freunde stünden immer als willfährige Helfer bei der Beschaffung zur Verfügung. Deshalb, so der Verein, könne letztendlich nur ein Verkaufsverbot den schädlichen Einfluss durch Gewalt verherrlichende Computerspiele verhindern.“

In der Pressemitteilung werden leider einige Begriffe durcheinander geworfen. So wird ein Verbot „gewaltverherrlichender Computerspiele“ gefordert, obwohl diese bereits nach § 131 StGB verboten sind. Die Wirksamkeit des Verbots versucht man damit zu belegen, dass „durch eine Indizierung […] die Verkaufszahlen massiv zurück“ gingen. Hier scheint man den Unterschied zwischen Verbot und Indizierung nicht zu kennen. Abschließend wird auch „eine striktere Verbotsregelung von menschenverachtenden Video- und Computerspielen, die in staatlicher Hand liegen muss und nicht der wirtschaftsinteressierten freiwilligen Selbstkontrolle weiterhin überlassen werden darf„, gefordert. Auch hier liegt man wieder falsch. Das Verbot liegt bereits jetzt in staatlicher Hand und nicht in der der „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ (USK). Diese ist darüber Hinaus auch nur an dem Verfahren zur Kennzeichnung von Videospielen beteiligt, an derem Ende eine staatliche Freigabe steht, da diese durch den Ständigen Vertreter der Obersten Landesjugendbehörden der Bundesländer erfolgt. Im Übrigen hat sich der Mediengewalt e.V. in einer Stellungnahme zu Thomans Lindemanns Artikel „Jeder wird zur Kampfmaschine“ mit diesen Zeilen in die Nähe von Verschwörungstheoretikern gerückt:

„Ebenfalls kein Wort darüber, dass der spielerische Abbau von Hemmungen und von Grauen sowie die Einübung in martialisches Denken und Handeln auch die Militärs interessiert. Warum wohl stellt die amerikanische Armee ein Kriegsspiel kostenlos zum Download zur Verfügung und hat für 50 Millionen Dollar in Grafenwöhr ein Video-Trainingszentrum eingerichtet?“

90 Gedanken zu “Huber fordert Verbot von „Modern Warfare 2“ (dt.)

  1. who the fuck ist huber? wissenschaftlicher aber hat nichts über irgendwelche auswirkungen aufs menschlichge gehirn zu berichten o.ä. finde ja mit der forderung ist er spät dran. mich wundert eher dass noch keiner ein verbot von god of war 3 gefordert hat.

  2. P.S.: da scheint sich übrigens ein weiterer neuer Begriff etablieren zu wollen, jener der „Verbrechensspiele“. „Verbrechensspiel“ für GTA zum Beispiel. Damit soll die Auseinandersetzung mit Verbrechen in Videospielen offenbar ähnlich diffamiert werden wie jene mit Krieg über „Kriegsspiele“, welche ja schon lange negativ konnotiert sind so

  3. “die Altersbegrenzung auf 18 Jahre auf die unter 18jährigen eher verkaufsfördernd” wirken, so dass nur ein Verkaufsverbot als Lösung infrage käme“

    Wenn ich sowas lese, dann fällt mir echt nichts mehr ein. Jetzt sind auf einmal die Altersbegrenzungen verkaufsfördernd. Dafür musste erst ne Studie gemacht werden. Verbotenes war schon immer interessant, auch zu meiner Jugend. Mann mann mann…Professoren, Doktoren…die glauben auch alle, sie haben die Weisheit mit Löffeln gegessen.
    Ich hab auch nen prima Vorschlag: Konsequenter Weise müsste a) ein Verkaufsverbot von z.B. Alkohol und Zigaretten auf den Weg gebracht oder b) noch besser, die max. Altersbeschränkung nach unten korrigiert werden. Dann wird es für viele Kinder und Jugendliche nicht mehr so interessant sein (Wer Ironie findet, darf sie behalten).

  4. Ich finde es wirklich bedauerlich, dass diese Mission in der DV nicht komplett gestrichen wurde…

    Bevor mich nun jemand deswegen „anspringt“: für mich ist die DV von MW2 bereits wegen der deutschen Synchro und der Spec-Ops-Inkompatibilität (deutsche Spieler sind mal wieder unter sich – zumindest auf dem PC, wie es auf den Konsolen aussieht, weiß ich nicht) untragbar, abgesehen davon: zensiert ist zensiert. Ob man selbst nicht in die Menge feuern darf oder die Mission gleich ganz entfernt wird, ist für mich in diesem Fall irrelevant. Wäre die Mission (die ohnehin jeglichem Sinn entbehrt, wenn man nicht die Wahl hat, zu schießen) entfernt worden, gäb’s weniger (hysterische und vollkommen unnötige) Aufregung, auch ein verdammtes halbes Jahr nach Release…

  5. Fällt ihm aber früh ein ein Verkaufsverbot zu fordern. Wer immer das auch ist, er beweist mal wieder wie aktuell Kritiker heute sind. Heute hat doch eh jeder das „meistverkaufte Spiel aller Zeiten“, der es auch spielen will.
    Naja ist sowieso nur leeres, hetzerisches Gelaber. Allerdings hat er Recht von wegen Jugendliche hätten es schon längst im Besitz [ in den Spiegel schau :D ]…
    Chronos, 17

  6. btw: So jemanden, wie diesen Huber, den interessieren die Erwachsenen Menschen in Deutschland scheinbar einen Dreck. Grundgesetz, Zensurverbot, … das alles ist ihm auch egal. Eigentlich müsste der Verfassungsschutz diesen ganzen Sumpf schon ausgetrocknet haben…

  7. Pingback: Tweets die Stigma Videospiele » Blog Archive » Huber fordert Verbot von “Modern Warfare 2? (dt.) erwähnt -- Topsy.com

  8. ach ja wer fordert denn mal endlich ein verkaufsverbot fuer Zigareten und Alkohl die ab 18 sind?Es wird einfachd as recht von erwachsenen ebshcnitten,wenn die Eltern einenn 10jaherigen das Spiel kaufen muessen sie es ja wissen

  9. Kurz um die haben mal wieder gezeigt, dass sie keine Ahnung haben über wie sie schreiben.

    Aus dem PDF:
    „…Schweizer Käse. Zum einen, weil eine unbegrenzte Zugangsmöglichkeit über das Internet möglich ist, zum anderen, weil das Verfahren der freiwilligen Selbstkontrolle sehr herstellerfreundlich verläuft und eine Indizierung durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in vielen Fällen durch die USK verhindert wird.“
    Tya Netz schlägt wieder zu… zum glück haben die gleich eine Lösung
    „Dies gilt auch für entsprechende Internetsperren.“
    Heil.ige Scheiße Zensur damit man Jungendschutz durchsetzen kann
    Wo sind wir denn? DDR? China? 3.Reich? Auf jeden fall in keiner Demokratie.

    Zum anderen WTF? „freiwilligen Selbstkontrolle sehr herstellerfreundlich verläuft “
    Kaum ein ab 18 Spiel kommt hier bei uns ohne Schnitte auf den Markt!
    Dass was sie da verbreiten sind dreiste Lügen! Und so muss man es auch bezeichnen!

    „Dominant ist bei beiden Spielergruppen mit 37% bzw. 33% eindeutig die Kategorie „Blut+Leute töten+Waffen+Verbrechen..“ gefolgt von „die gute Grafik“(24% zu 21%).“
    Komisch was da zusammengefasst wird oder?
    „die gute Grafik“ 24%
    „Blut+Leute töten+Waffen+Verbrechen“ 37%
    mmmh…
    Teilen wir doch mal in Gedanken auf:
    „Blut+Verbrechen“ etwa 10%
    „Leute töten+Waffen“ und etwa 27% (vgl Grafik 24%)
    Aber was bedeutet „Leute töten“?
    „Leute töten Offline“ 7%
    „Leute töten Online Multiplayer Shooter zocken“ 20%
    Toll was man alles da zusammen fassen kann oder?

    Könnte man auch in anderen Studien mal so machen oder?
    Mal sehen wies dann denen Personen gefallen würde…
    Auf alle Fälle sieht man da mal wieder die Idologie massiv in der Statistik durch schlagen.

    Happy Statistik selber machen…

  10. TRB, mach dir keine Mühe, da hat jeder Porno mehr intelektuellen Anspruch, als die Ergüsse gewisser „Experten“ mit Doktortitel.

  11. „Das Spiel würde trotzdem in den Händen vieler Jugendlicher landen, was auch vom Jugendmedienschutz in Deutschland, der “löchrig wie ein Schweizer Käse” sei, nicht verhindern werden könne. Nach einer Studie von Dr. Rudolf H. Weiß würde “die Altersbegrenzung auf 18 Jahre auf die unter 18jährigen eher verkaufsfördernd” wirken, so dass nur ein Verkaufsverbot als Lösung infrage käme“

    Was bei Tabakwaren und Alkoholprodukten seid Jahrzehnten der Fall ist und trotzdem niemand auf die Idee kam alles davon zu verbieten.
    Wären wir noch im Mittelalter, wären Leute wie dieser Weiss vom Beruf „Exorzist“ und würden denken „das Huhn gackert, weil ein Dämon in ihm wohnt“.

  12. Höhepunkt der Sudie: „Für die bewährte sorgfältige Datenauswertung und Übertragung in eine Excel-Datei geht ein besonderer Dank an Frau V.B., Weissach im Tal.“

    Das ganze beruht auf einer Befragung von 167 Personen. Anzahl der 13 und 14-jährigen 2010, laut Statistischem Bundesamt, 1.180.000. Das sind also 0,000014%.

  13. wer stellt eigentlich immer diese unsäglichen M eV Einträge hier rein?-.-
    dies dinger sorgen bei mir immer für einen massiven Stimmungsumschwung.
    es wurde wiedermal mit Nazikeulen, Falschaussagen und Verunglimpfungen um sich geworfen und…
    ach, was reg ich mich eigentlich noch auf.

  14. „Wir – Wissenschaftler, Medienpädagogen, Lehrkräfte und Betroffene – fordern
    darüber hinaus die längst überfälligen wissenschaftlichen Belege (durch von
    der Wirtschaft unabhängige Forscher) für die Behauptungen von Kultusministerien,
    Bundeszentrale für Politische Bildung, Jugendämtern u.a., dass
    die frühzeitige Heranführung an elektronische Medien Medienkompetenz
    befördere und diese sowohl reale Gewaltbereitschaft als auch Mediensucht
    verhindere.“

    Wer so etwas fordert, kann natürlich im Zweifelsfall das Gegenteil ebenfalls mit eindeutigen, unabhängigen Beweisen untermauern??

  15. Anscheinend gehört es zum „guten Ton“ in gewissen Zitationszirkeln, nicht nur von Medienwirkungsforschung recht wenig Ahnung zu haben und dennoch große Töne zu spucken, sondern dann im Anschluss auch keinen blassen Schimmer von der gültigen Gesetzeslage zu haben (ganz zu schweigen von diversen rechtsstaatlichen Prinzipien im Allgemeinen oder dem Grundgesetz im Speziellen)…

    Über solche Verbotsforderungen habe ich mich schon ein mal geäußert:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=3161#comment-24835

    … und wenn ich so frei sein darf, empfehle ich mich auch mit folgendem Beitrag:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=3595#comment-28207

    Insb. folgendes passt dann wohl zum Thema:
    http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=3595#comment-28224

    Damit wäre alles gesagt. HUBER et al. entblößen nur wieder ihre zum Himmel stinkende Unkenntnis. Ein kleines Dokument, welches sich bereits im Forum fand und das ich endlich durchlesen konnte ist folgendes:
    http://theunshaven.rooms.cwal.net/FTVMS212PDFs/Reading%2005%20-%20Violent%20Videogames%20%5BJeffrey%20Goldstein%5D.pdf
    Das zeigt nach sorgfältiger Prüfung meinerseits für einen ersten EInstieg sehr schön den Forschungsstand an; nur zu empfehlen.HUBER et al. wollen ihre akademischen Ehren nur wieder für ihre persönliche Agenda missbrauchen, so sieht es aus!

    ~ Vic (der nicht immer das Gleiche zum Thema schreiben möchte und darum auf Links setzt…)

  16. Neues Futter für die Spielegegner:
    http://www.gamersglobal.de/news/21012


    „. Eine Besonderheit sind die sogenannten Skill-Shots, von denen es knapp 100 geben soll und die besonders „kreative Tötungen“ mit mehr Punkten belohnen, die man für Upgrades einsetzen kann.“

    Genau wegen solchen Spielen wird das Hobby Videospiel nie sein Schmuddelimage loswerden. :-(
    Natürlich sollte man niemanden verbieten solche Spiele zu machen, aber ärgern tut es mich trotzdem. Warum wird das Medium nicht endlich erwachsen? Warum sind Spiele wie Heavy Rain so selten? Damit meine ich nicht das Gameplay, sondern die Story und Art der Dialoge.

  17. @Neo
    Es liegt einfach am Alter des Mediums und an der Akzeptanz. Es gibt auch Pornofilme, in denen sich Leute gegenseitig in dem Mund k.acken oder Splatterfilme, in denen schön detailliert mit allen möglichen Körperteilen alles mögliche angestellt wird – einzeln. Trotzdem wird das ganze Medium Film nicht in die Schmuddelecke gedrängt, weil hauptsächlich nur von massentauglichen Filmen für die Masse berichtet wird.
    Kein Hahn kräht danach, Hostel oder abartige Porno/SM-Filme zu verbieten, weil das Medium Film mit all seinen Genres und Extremen viel zu eingesessen und akzeptiert ist. Ein guter Bekannter, der auch ein paar Macken hat, sozusagen.
    Würdest du sagen, das Medium Film ist „erwachsen“, wenn du all diese Extremfilme bedenkst? Das ist eine Sache der Wahrnehmung. Wenn nur über Killerspiele berichtet wird, siehst du auch nur Killerspiele.
    Da das Medium der Computerspiele noch relativ jung und augenscheinlich angreifbar und verletzlich ist, versuchen die Kritiker es natürlich dort besonders hartnäckig, bis sie Erfolg haben oder bemerken, dass das Medium doch schon zu akzeptiert ist und sich keine Änderung in der Gesellschaft bewirken lässt – und stürzen sich auf die nächste Wurzel allen Übels.
    Schmuddelimage wird man nicht los – es verblasst nur mit der Zeit ;)

  18. Die allermeisten Videospiele sind sogar sehr schlecht meiner Meinung nach, obwohl ich das niemals daran festmachen wuerde e
    was in ihnen an schrecklichen oder lukullischen Vorgaengen geschieht – diesen letztere fuer manche denen ich nicht begegnen moechte…
    Doch das betrifft ebenso Buecher und Seidenmalereien fuer mich…
    Und Erwachsen-Heit – was immer das genau sein soll – davor fuerchte ich mich mit meinen 30 Lenzen mindestens ebenso sehr wie vor kulturellen Sauberkeitsvorstellungen und (anderen) Ueberlegenheitsduenkeln.
    Wie waere es wenn die mal verschwinden wuerden, anstatt irgendwelcher „Schmuddel“?
    Und nochmal was zu HR: so „gut“ das Spiel von David Cage auch immer ist, so ist es doch auch eines das auf Vielfalt setzt und anderes so nicht unbedingt ersetzen oder gar vertreiben will, weil es sich fuer was besseres haelt…
    Nicht zu vergessen: vieles ist in D schon indiziert oder verboten, und von dem Studio da hat mir dieses Painkiller schon gleich ueberhaupt nicht gefallen… Ist auch wohl nicht so wichtig.

  19. Neo:

    Ich denke nicht, dass Spiele ‚erwachsen‘ werden müssen. In Videospielen werden immer häufiger grundlegend erwachsene Themen angeschnitten (zu denen u.a. auch Gewalt – ob physisch oder psychisch – gehört). Es geht nicht länger darum, dass irgendein Held irgendwen oder irgendwas rettet. Es gibt Anti-Helden, manchmal spielt man auch den ‚Bösen‘, man durchwandert skurille, abstoßende oder polarisierende Szenarien und Welten, Geschichten sind nicht länger eindimensional, sondern haben Tiefe und versuchen, den Spieler emotional anzusprechen. Nein, Videospiele sind bereits erwachsen.

    Die Menschen sind es, die in Bezug auf das (nicht mehr ganz so) ’neue‘ Medium erwachsen werden müssen. Im Film gilt das Horror-Genre – auf dem in den Siebzigern herumgeritten wurde, wie heute auf den Spielen – inzwischen als allgemein akzeptierte Kunst, Klassiker wie ‚Dawn of the Dead‘ oder ‚Braindead‘ genießen weltweit Kultstatus (außer vielleicht in Deutschland, wo das Original immer noch nicht verkauft werden darf). Es geht nicht darum, dass die Spiele ihr Schmuddel-Image nicht loswerden, weil man bei ‚Bulletstorm‘ für besonders kreative Tötungen mehr Punkte bekommt – es gheht darum, dass es sich um ein Spiel unter Milliarden handelt, wo dies nicht der Fall ist. Es gibt trotz ‚Bulletstorm‘ immer noch die niedlichen Mario-Jump’n’Runs, die interaktiven ‚SingStar‘-Titel oder die langwierige RPGs wie ‚Final Fantasy XIII‘ oder ‚Demon’s Souls‘.

    Die Frage ist also: warum muss man immer mit dem Finger auf die ‚bösen‘ Spiele zeigen, die ja „die gesamte Industrie in Verruf bringen“? Warum kann man sich stattdessen nicht die Alternativen ansehen? Liest man Beiträgen wie deinen, könnte man meinen, es gäbe im Spielesortiment zu 98% hirnlose Brutalo-Ballereien, sonst nichts. Wer Filme etwa auf ‚Saw‘ und Bücher auf Stephen King-Romane reduziert? *roll eyes*

  20. „Würdest du sagen, das Medium Film ist “erwachsen”, wenn du all diese Extremfilme bedenkst? “

    Ja, weil das Medium Film alles abdeckt.
    Natürlich gibt es tausende von Pornos, aber es gibt auch Filme von Fellini, Bergmann, Allen, Kubrick und Chaplin.
    Es gibt Filme für Kinder, Filme für Dumme, Filme für Sadisten, Filme für Tierliebhaber, Filme für Verliebte, Filme für Gebildete, Filme für Politisch Interessierte.

    Diese Vielfalt gibt es bei den Videospielen nicht und die Topseller des letzten Jahres waren immer Spiele, die keine erwachsene Story boten. Die Story von Modern Warfare 2 erreicht noch nicht mal B-Movie Niveau.
    Auch Humor ist in Spielen sehr selten und wird von den Spielern sofort abgestraft (siehe Psychonauts und Brütal Legend).
    Wie hat die GameOne Redaktion so schön gesagt „Rare war nicht wegen des Humors in ihren Spielen erfolgreich, sondern trotz des Humors“.
    Die Spiele werden immer simpler und casualiger und das gilt leider auch für die Storys.
    Sowas wie Deus Ex und Planescape Torment wäre heutzutage undenkbar.
    Das Medium entwickelt sich imo in die völlig falsche Richtung.

  21. „Die Frage ist also: warum muss man immer mit dem Finger auf die ‘bösen’ Spiele zeigen, die ja “die gesamte Industrie in Verruf bringen”? Warum kann man sich stattdessen nicht die Alternativen ansehen? Liest man Beiträgen wie deinen, könnte man meinen, es gäbe im Spielesortiment zu 98% hirnlose Brutalo-Ballereien, sonst nichts. Wer Filme etwa auf ‘Saw’ und Bücher auf Stephen King-Romane reduziert? *roll eyes*“

    Schau dir doch die Verkaufshits auf der 360 an, fast nur Shooter.
    Der Vergleich mit Filmen und Büchern hinkt, da die alles abdecken.
    Die Spiele werden immer simpler und primitiver und die Ausnahmen, die es zum Glück auch gibt, werden von den meistem Medien und Spielern nicht wahrgenommen, sondern nur in den Diskussionsforen.
    Warum hat sich beispielsweise ein Okami so mies verkauft, obwohl es zu den besten Titeln des Jahres gehörte?
    Anders als in der Buch- und Filmbranche ist es auch schwer für Studios künstlerisch wertvolle Produkte zu machen, der Chef von ActivisionBlizzard hat ja selber zugegeben, dass Spiele für ihn nur Kommerz sind und die Entwickler keine Freude an der Arbeit haben sollen.
    Sowas gibts in der Filmbranche natürlich auch, z.B. Clash of Titans, aber gleichzeitig kommen fünf andere Filme die Woche in die Kinos, die keine großen Kassenschlager werden, aber trotzdem ihre Daseinsberechtigung haben. Wenn sich ein Spiel wie Okami mittelmäßig verkauft, ist das Studio Geschichte.
    Anspruchsvolle Spiele haben also auf lange Sicht keine Zukunft, weil der x-te Shooter für die Publisher immer mehr Rendite abwirft.

  22. „Ich denke nicht, dass Spiele ‘erwachsen’ werden müssen. In Videospielen werden immer häufiger grundlegend erwachsene Themen angeschnitten (zu denen u.a. auch Gewalt – ob physisch oder psychisch – gehört). Es geht nicht länger darum, dass irgendein Held irgendwen oder irgendwas rettet. Es gibt Anti-Helden, manchmal spielt man auch den ‘Bösen’, man durchwandert skurille, abstoßende oder polarisierende Szenarien und Welten, Geschichten sind nicht länger eindimensional, sondern haben Tiefe und versuchen, den Spieler emotional anzusprechen. Nein, Videospiele sind bereits erwachsen.“

    Gewalt alleine macht ein Spiel nicht erwachsen! Ein Gears of War ist voller Gewalt, als Erwachsener find ich das eher lächerlich.
    Ein Positivbeispiel wär hingegen Max Payne 2 und auch die GTA Spiele schaffen es durch ihre Ironie die reale Welt ironisch zu überhöhen, statt nur ein plattes Abbild der Realität zu zeigen, in der es nur Gut und Böse gibt und Zwischentöne fehlen.

  23. „Schau dir doch die Verkaufshits auf der 360 an, fast nur Shooter.“

    Nope, kann ich nicht bestätigen. Ich sehe beispielsweise Titel wie ‚Viva Pinata‘, ‚Kameo‘, ‚Forza Motorsport‘, ‚Lost Odyssee‘ und ‚Fable‘.

    „Der Vergleich mit Filmen und Büchern hinkt, da die alles abdecken.“

    Und Spiele etwa nicht? Es gibt Action, Adventures, Horror, Rollenspiele, Geschicklichkeit, Rätsel, Jump’n’Run, Interaktiv, Stealth, Strategie, Simulation, Sport, … – Shooter ist ein Genre unter vielen. Genau wie der Horrorfilm ein Genre neben Disney-Cartoons und Liebesfilmen oder Stephen King ein Autor neben Rosemund Pilcher oder Ephraim Kishon ist.

    Kann es sein, dass du unbedingt eine bestimmte Entwicklung ableiten *willst*? ;)

    „Die Spiele werden immer simpler und primitiver und die Ausnahmen, die es zum Glück auch gibt, werden von den meistem Medien und Spielern nicht wahrgenommen, sondern nur in den Diskussionsforen.“

    Würde ich bestenfalls teilweise unterschreiben. Neue technische Möglichkeiten schaffen Spielraum für Experimente. War in der letzten Generation nicht anders. Allerdings hoffe (und denke) ich, dass wir die Grafik-Huren-Phase langsam hinter uns haben und sich die Entwickler somit wieder der Substanz widmen können…

    „Warum hat sich beispielsweise ein Okami so mies verkauft, obwohl es zu den besten Titeln des Jahres gehörte?“

    Weil das Spiel relativ eintönig war (Anm.: ich hab’s gekauft)? Weil es ziemlich japanisch angehaucht war und deshalb nur eine Nische am Markt einnahm? Weil es für eine sterbende Plattform (PS2) und für die Wii (aka die Casual-Maschine, auf der Core-Titel kaum Chancen auf Erfolg haben) und nicht für die HD-Systeme veröffentlicht wurde? Weil den Spieler vielleicht die Idee einfach nicht gefiel?

    Dafür kann’s viele Gründe geben…

    „Anders als in der Buch- und Filmbranche ist es auch schwer für Studios künstlerisch wertvolle Produkte zu machen, der Chef von ActivisionBlizzard hat ja selber zugegeben, dass Spiele für ihn nur Kommerz sind und die Entwickler keine Freude an der Arbeit haben sollen.“

    Stimmt, Independent-Autoren und -Regisseure haben ja so ein tolles Leben… *roll eyes*

    In jeder Branche – JEDER! – gilt: willst du Erfolg, erreich‘ die Masse. Wenn die Masse ‚SingStar‘ will, gib ihr so viele Karaoke-Spiele, dass sie darin ertrinkt! Wenn die Masse Fußball will, hau‘ jedes Jahr ein FIFA-Update raus! Wenn die Masse ‚Call of Duty‘ will – tja…

    Indie-Developer gibt’s auch in der Gaming-Szene haufenweise – nur kennt sie keiner, weil sie keinen Erfolg haben. Hier muss ich (ausnahmsweise!) eine Lanze für Steam brechen: Valve gibt Indie-Entwicklern eine (große!) Plattform, wo sie ihr Zeug (für echtes Geld ^^) absetzen können und so an Bekanntheit und Fans gewinnen. Auch Xbox Live und das PlayStation Network sprangen auf den Indie-Zug auf. Kommt Zeit, kommt Rat – dass inzwischen alle Konsolen internetfähig sind, trägt einen Teil dazu bei, eine Entwicklerszene abseits des Mainstream salonfähig zu machen. Sowas findest du weder im Literatur-, noch im Filmgewerbe. Hab‘ Geduld.

    „Wenn sich ein Spiel wie Okami mittelmäßig verkauft, ist das Studio Geschichte.“

    Stimmt schon. Die Schuld liegt aber bei den Konsumenten, nicht bei den Entwicklern. Die wollen, wie gesagt, nur ihre Brötchen verdienen. Der Konsument entscheidet, was er bekommt. Wenn er kein ‚Okami‘ will, gibt es kein ‚Okami‘, Period.

    „Anspruchsvolle Spiele haben also auf lange Sicht keine Zukunft, weil der x-te Shooter für die Publisher immer mehr Rendite abwirft.“

    Hier sollte sich Rey zu Wort melden, der u.a. in einem seiner Videos gezeigt hat, dass sich 2006 genau ein einziger Ego-Shooter (‚Counter-Strike: Source‘) in den deutschen Jahrescharts befand. Das kann natürlich daran liegen, dass der Rest, weil indiziert, dort nicht aufscheint, aber… :D


  24. Gewalt alleine macht ein Spiel nicht erwachsen!“

    Da merkt man, dass du tatsächlich mit Gewalt (haha!) ein ganz bestimmtes Bild sehen willst.

    Ich habe bloß erwähnt, dass physische oder psychische Gewalt EIN Thema – ein Thema unter vielen bzw. in Kombination mit anderen – darstellt, das Spiele in den letzten Jahrzehnten erwachsener werden ließ. Musterbeispiele dafür sind ‚Condemned‘ oder ‚Manhunt‘ – ein entsprechender Grad an Gewalt ist für eine adäquate Umsetzung der Substanz ein Muss.

  25. „Nope, kann ich nicht bestätigen. Ich sehe beispielsweise Titel wie ‘Viva Pinata’, ‘Kameo’, ‘Forza Motorsport’, ‘Lost Odyssee’ und ‘Fable’.“

    Forza ist ein Rennspiel, das ist etwas anderes und von den restlichen Spielen war nur Fable erfolgreich.
    OXM bezeichnet Call of Duty 7 schon jetzt als größtes Spiel des Jahres und wahrscheinlich haben sie damit Recht.

    „Hier sollte sich Rey zu Wort melden, der u.a. in einem seiner Videos gezeigt hat, dass sich 2006 genau ein einziger Ego-Shooter (‘Counter-Strike: Source’) in den deutschen Jahrescharts befand. Das kann natürlich daran liegen, dass der Rest, weil indiziert, dort nicht aufscheint, aber…“

    Es geht ja nicht nur um Shooter, gibt auch genug intelligente Shooter (Deus Ex, Half-Life 2), aber irgendwie sterben die langsam aus.
    Im Kino erscheint jede Woche mindestens ein Film mit guter Story, bei Computerspielen sterben die storylastigen Spiele langsam aus und sind fast nur noch im Adventure- und RPG Genre zu finden.
    Das Gameplay wird auch immer mehr Richtung Casual getrimmt, damit die Spiele ja keinen überfordern.

    „Indie-Developer gibt’s auch in der Gaming-Szene haufenweise – nur kennt sie keiner, weil sie keinen Erfolg haben.“

    Ich weiß, aber ein Spiel zu entwickeln kann schnell teuer werden, da hat man bei Filmen mehr Möglichkeiten. Um soetwas wie Heavy Rain zu entwickeln braucht man ~30 Millionen Dollar. Einen Krimi kann man hingegen für ~200.000 Euro drehen, wenn man Schauspielstudenten nimmt und einen passenden Drehort hat.

  26. @LiquidSnakE
    Volle Zustimmung

    Ich muss mich wohl entschuldigen für meinen letzten Beitrag, den tippte ich wiedermal am iPod. Gelobe Besserung…

    Finde es eher unglücklich Spiele mit Pornos zu vergleichen. Noch dazu mit Fringe-Werken wie Scat… Die mögen nämlich noch in Sexshops empören und dazu führen, dass man diese nicht mehr besuchen will – und sind auch innerhalb noch tolerantester Pornographie tabuisiert, unerwünscht, ja regelrecht ausgestoßen – also wirklich: da ist doch nichts fürs Museum of Modern Art geschaffen worden ;-) Jemals nicht. Eine kleine „Keule“ find ich das schon ;-)

    Und das zu den Shootern ist doch unhaltbare Polemik: der Shooter-Markt ist insofern schonmal hart umkämpft, weil es in erster Linie doch ein Multiplayer-Geschäft ist. Also abgesehen von der Action-Adventure-Auslegung à la Uncharted, und selbst dort ist mit dem zweiten Teil ein nicht zu unterschätzender Mehrspieleraspekt hinzu gekommen.
    Alle Welt spielt jetzt MW2. Also gut, alle Welt außer vielleicht Deutschland: hierzulande ist aufgrund der PC-Macht ohne Dedicated Server der Titel verschrien, dann probte auch noch die Spielepresse den Aufstand gegen No Russian, und wie man sieht ist die deutsche Version zur internationalen auch nicht sehr kompatibel
    Also spielt hier alle Welt Battlefield Bad Company 2, und ist ja auch schön(er) – wie ich Fann von Ingmar Bergmann bin, bin ich auch Fan schwedischer Videospielarbeiten
    Aber sonst? Bin ein großer Killzone-Fan, doch wird vom zweiten Teil im einfach Team-Deathmatch das ich ausschließlich spielen will bloß auf einer Karte dauernd offen gezockt – was schnell langweilig wird wie ich finde. Und dann will ich öfters noch ein in Deutschland verbotenes SEGA-Spiel im Mehrspieler spielen: was ist? Das spielt kaum jemand – leider. Ist zwar eher ein Prügler als ein Shooter, doch da muss man für einen dritten Teil eher noch hoffen, als dass der sicher kommen wird.

    Also von wegen „Gewalt sells“ – hat sich Mad World gut verkauft? Ich denke eher nein. Sowieso kaum eines der in den USA Mature-rated games für die Wii
    Gears hat eine fanbase, vielleicht noch Resistance das ich nicht ausstehen kann, und damit hat sichs. Am PC das kostenlose Sauerbraten usw. Quake LIVE
    Auf der Xbox Halo – das wars. Ein neuer Titel hats da schwer – siehe M.A.G. für die Playstation 3: kenne zwar Zahlen noch nicht, aber nach allem wie ich Sony nervös empfinde, schauts da auch nicht gerade gut aus mit einer neu etablierten Big-Franchise, das wird eher eine relative Nische wie SOCOM werden

    Sicher ist es schade um Clover, aber der DS-Ableger ist doch auch wundervoll, und den hätte es bei kommerziellem Erfolg von Okami wahrscheinlich nicht gegeben – jedenfalls nicht in der hoffnungvollen Form. Dann wäre es bloß unter ferner liefen gelaufen. Konami scheint für die Wii demnächst nicht nur ein weiteres unsägliches SAW zu produzieren, sondern auch einen Ico-Verschnitt, usw.

  27. „Ich habe bloß erwähnt, dass physische oder psychische Gewalt EIN Thema – ein Thema unter vielen bzw. in Kombination mit anderen – darstellt, das Spiele in den letzten Jahrzehnten erwachsener werden ließ.“

    Gewalt wird im Grunde noch genauso dargestellt wie zu PSOne Zeiten, nur die Technik ist besser geworden.
    Erwachsene Themen wie Liebe, Sex und Freundschaft stellen immer noch ein absolutes Tabu für die meisten westliche Entwickler statt, das kann doch nicht ernsthaft daran liegen, dass sich Erwachsene nicht dafür interessieren. Die meisten Entwickler sind leider nur gute Handwerker, aber keine guten Erzähler.

  28. „Also von wegen “Gewalt sells” – hat sich Mad World gut verkauft? Ich denke eher nein. Sowieso kaum eines der in den USA Mature-rated games für die Wii“

    Wie auch wenn Nintendo das Gerät nur Hausfrauen, Rentnern und Kindern schmackhaft macht?^^

    „Also spielt hier alle Welt Battlefield Bad Company 2, und ist ja auch schön(er) – wie ich Fann von Ingmar Bergmann bin, bin ich auch Fan schwedischer Videospielarbeiten“

    Die Battlefield Entwickler haben ja 2008 mal mit Mirrors Edge ein Spiel entwickelt, indem das Schießen nur eine untergeordnete Rolle spielte. Wurde von den Spielern aber nicht angenommen.
    Also dürfen sie jetzt jedes Jahr ein neues Battlefield entwickeln.
    Ewig geht das sicher nicht gut, ich verweise nur auf die Querelen bei Infinity Ward.
    Die talentierten Studios haben einfach keinen Bock nur jedes Jahr ein Update nachzuschieben, als wären ihre Spiele einfach nur FIFAs und NHLs. Das zerstört einfach jegliche Kreativität.

  29. @Neo und Liquid

    Zu Spielen mit anspruchsvoller Story kann ich wenig sagen, da ich wegen der meist dummen KI überwiegend Multiplayerspiele spiele. Die Spiele, deren Singleplayerteil ich durchgespielt habe, wird man wohl an zwei Händen abzählen können. Dazu gehören bei den Shootern dann u.A. Max Payne, Half-Life, Operation Flashpoint und Portal. Bei BioShock habe ich es wirklich bereut nicht zu Ende gespielt zu haben, aber die Spielmechanik hat mir überhaupt nicht zugesagt. Ich meine aber auch generell festgestellt zu haben, dass Spiele sowohl vom Inhalt als auch vom Anspruch mainstreamlastiger – sprich „seichter“ – werden. Bzgl. der Story kann ich da aber wie gesagt eigentlich nicht mitreden. Inwieweit es hier nicht nur einen absoluten Unterschied zu Filmen gibt (Da mehr Filme als Spiele produziert werden (denke ich einfach mal), wird es wohl auch mehr gute Filme als Spiele geben), kann ich auch nicht sagen. Ich bin auch kein regelmäßiger Kinogänger, aber das jede Woche mindestens ein Film mit guter Story rauskommt, muss mir entgangen sein. Mir gefällt meistens auch das Original oder ein älteres Remake besser als das (aktuelle) Remake (z.B. Omega Mann und Funny Games). Sowohl bei den Filmen als auch bei den Spielen arbeite ich mich eigentlich zurück. Zuletzt habe ich z.B. „Logan’s Run“ – auf Empfehlung von meinem Bruder – gesehen und Rebellion (1997) gespielt. Bei den Spielen hängt das aber auch damit zusammen, dass ich keine mit Onlineaktivierungen kaufe…

  30. „Forza ist ein Rennspiel, das ist etwas anderes“

    Erm, wieso?

    „und von den restlichen Spielen war nur Fable erfolgreich.“

    Von ‚Kameo‘ wurden fast eine Million Exemplare verkauft. ‚Lost Odyssey‘ verkaufte sich respektable 840.000 Mal. ‚Viva Pinata‘ (Xbox 360) verkaufte sich 1,6 Millionen Mal.

    Sicher, ist nicht die Größenordnung eines ‚GTA IV‘, trotzdem ist deine Behauptung hinreichend widerlegt.

    „Es geht ja nicht nur um Shooter, gibt auch genug intelligente Shooter (Deus Ex, Half-Life 2), aber irgendwie sterben die langsam aus.“

    Laut deinen letzten Kommentaren geht es dir sehr wohl um Shooter. ;)

    Was ist eigentlich an ‚Half-Life 2′ so intelligent? Nicht falsch verstehen, ich mochte das Spiel, habe aber noch nie verstanden, was daran so ungemein „intelligent“ sein soll. Die Physik-Rätsel etwa? Wow… *roll eyes*

    „Ich weiß, aber ein Spiel zu entwickeln kann schnell teuer werden, da hat man bei Filmen mehr Möglichkeiten. Um soetwas wie Heavy Rain zu entwickeln braucht man ~30 Millionen Dollar. Einen Krimi kann man hingegen für ~200.000 Euro drehen, wenn man Schauspielstudenten nimmt und einen passenden Drehort hat.“

    Ja, toll, die Welt ist böse, das Leben ungerecht, begeh‘ Selbstmord!

    Nein, ernsthaft: was willst du hören? Ich habe immer noch den naiven Glauben, dass man mit einer guten Idee bei entsprechendem Marketing erfolgreich sein kann. Das ist überall so. Im Gegenzug gibt es Spiele, in die eine Menge Geld investiert wurde und die vielleicht sogar viel Erfolg verdienen, ihn aber nicht bekommen. ‚MadWorld‘ ist ein exzellentes Beispiel.

  31. Neo, ‚Mirror’s Edge‘ war stark überambitioniert. Hier wurde mehr versucht, als mit der heutigen Technik (anständig) umsetzbar ist. Ich bedanke mich bei DICE für den Versuch (ich habe ‚Mirror’s Edge‘ auch gekauft, aber nie durchgespielt), trotzdem kann ich jeden verstehen, der meint, nichts damit anfangen zu können…

  32. Wegen Half-Life 2:

    Von mir auch nicht durchgespielt. Es wurde zuvor angepriesen, dass der Spieler sich selbst seinen Weg suchen könne und die überragende KI darauf adäquat reagieren würde. Beim Start habe ich mit Koffern eine Treppe gebaut um über die Züge flüchten zu können – da war eine unsichtbare Wand, die mich daran gehindert hat – auf sowas bin ich nicht einmal in Half-Life 1 gestoßen. Nach ein bisschen ärgern der Combine habe ich dann aufgehört. Nen zweiten Versuch musste ich bei den brennenden Zombies abbrechen, mein Rechner ist da immer abgestürzt. Bis dahin habe ich aber auch nichts gesehen, weshalb ich das Spiel als intelligent bezeichnen würde. Es ist einfach ein stark geskripteter aktueller Shooter mit den vertrauten Schlauchlevels gewesen.

  33. Rey:

    Ich bin das genaue Gegenteil. Ich spiele eher Singleplayer, weil die meisten Menschen, die online spielen dümmer als jede KI dieser Welt sind (übrigens, ich bin ein überzeugter Misanthrop). Vor allem ‚Left 4 Dead‘ hat mir dieses Bild in den letzten Jahren bestätigt – allerdings weniger auf der Konsole, sondern auf dem PC. Ich spiele auf dem PC (außer gelegentlich ‚Day of Defeat: Source‘) eigentlich nichts mehr online, weil man, außer mit Freunden, nicht mehr auf öffentlichen Servern zocken kann. Camper, Cheater, Kinder (die in ihr Headset plärren und schimpfen) und Lamer (Leute, die aus Langeweile mal eben ihr ganzes Team töten etc.) wohin man schaut. Auf Xbox Live ist es m.E. etwas besser (mit meiner PS3 habe ich bisher genau 2 Mal online gespielt, ich besitze allerdings auch fast nur Singleplayer-Titel für die Konsole) – vielleicht, weil man dort die „Lizenz zum Online-Gaming“ erst kaufen muss, keine Ahnung…

    Ich finde, dass Singleplayer-Spiele vor allem hinsichtlich Atmosphäre und Präsentation enorm zugelegt haben – was nicht nur an der besseren Grafik liegt. Dass viele Spiele seichter geworden sind, bestreite ich nicht – ich finde diese Entwicklung aber nicht negativ. Ein gutes Beispiel: mir hat ‚System Shock 2‘ nie wirklich gefallen. Der Spielfluss war zäh und die Gameplay-Mechanik – nun, dürftig. Dessen geistiges Kind, ‚BioShock‘, hat mir dagegen wesentlich mehr zugesagt, wobei ich auch hier etliches zu bemängeln hatte und den Hype deshalb nicht unterstützen konnte. Erst 2010, mit ‚BioShock 2‘, kann ich behaupten, dass mir diese Form von Gameplay wirklich gefällt. Wieso? Weil in ‚BioShock 2‘ der ganze überflüssige Mist rausflog. Es gibt keine U-Invent-Automaten (an sich nette Idee, leider schlecht umgesetzt) mehr, die Menüs wurden stark simplifiziert (wie bereits im ersten ‚BioShock‘ gegenüber ‚System Shock 2‘) und es gibt nur noch knapp ein Dutzend Plasmide und vielleicht 40 oder so Tonics (von denen immer noch rund 50% unnötig sind, aber egal, beim ersten ‚BioShock‘ brauchte ich 70% aller Plasmide und Tonics kein einziges Mal ^^) und der Spielfluss ist ziemlich straight-forward. Kurzum: ich fand ‚BioShock 2‘ richtig angenehm zu spielen, zumal Story und Umsetzung ebenfalls sehr gelungen sind. ‚Seichter‘ heißt also nicht immer ’schlechter‘ – finde ich. Manche Spiele sind nämlich komplexer – also nicht im positiven Sinne; sie sind schlicht unnötig kompliziert -, als sie sein müssten, was den Spielspaß drückt.

    Wegen der KI: die einzige KI, die mich in einem Shooter jemals beeindruckt hat, war die von ‚F.E.A.R.‘. Die KI in ‚Half-Life 2‘ war so-so – akzeptabel, aber nicht übermäßig taktisch. Besser als in etlichen anderen Shootern war sie jedenfalls…

  34. @Liquidsnake

    Als einer, der nie in einem Clan war, kenne ich das Problem. Wenn man aber mal einen vernünftigen „Stammserver“ gefunden hat funktioniert es eigentlich. Oder man spielt einfach Spiele, in denen ohnehin nur „Freaks“ unterwegs sind. Auch sind insbesondere im Teamplay sachen möglich, die mit KI nie gehen würden. Gegen KI habe ich auch immer das Gefühl, dass ich gegen diese nur eine Chance habe, weil sie bis zu einem gewissen Niveau ausgebremst wird. Bei Menschen gibt es dagegen mehr oder weniger dasselbe „Potential“. Bei den Reflexen bin ich meist sogar unterlegen, so dass ich hier meinen Nachteil auf andere Wege wett machen muss. Da macht es gleich viel mehr Spaß, wenn man nicht nur gleichwertige sondern überlegen Kontrahenten überlistet. Als ein positives Beispiel für Teamspiel online kann ich Battle Grounds 2 anführen. Wobei du mit dem headset recht hast: Counterstrike auf einen xbeliebigen Public mit Headset zu spielen ist nicht auszuhalten. Wohl meine neuste Enttäuschung zum Mainstream ist das schon eben angeführte „Rebellion“. Das finde ich, bis auf die Grafik, herausragend – ok, Bedienung ist teilweise etwas umständlich. Den wohl inoffiziellen Nachfolger Star Wars Empire at War habe ich mir Donnerstag gekauft. Bisher habe ich nur das Tutorial gespielt, aber die scheinen da ziemlich viele Featres entfernt/vereinfacht zu haben. Jetzt denke ich drüber nach Rebellion mal als Allianz zu spielen statt Empire at War zu starten…

  35. Wenn die Diversität für dich das Erwachsen-Sein eines Mediums ausmacht, haben es die Computerspiele auch etwas schwerer, würde ich sagen. Es hängt auch hier mit dem Alter des Mediums zusammen. Wie viele Menschen aus welchen Gesellschaftsschichten schauen sich Filme an? Und wie viele spielen Computerspiele? Der Unterschied spiegelt sich in der Nachfrage wieder. Man kann die krudesten Filme drehen, sie werden wohl immer ein paar Zuschauer finden. Daher decken Filme auch jegliches Genre ab, in den eher massenuntauglichen oftmals auch nur Produktionen mit geringerem Budget als bei den typischen Hollywoodproduktionen, die aber Dank der riesigen Masse an potentiellen Rezipienten trotzdem ihre Abnehmer finden.
    Medium Computerspiele gibt es noch nicht soo lange und ich würde die Zahl der Spieler geringer einschätzen als die der Filmekucker. ;) Dadurch sind die Abnehmer für Nischenspiele natürlich noch geringer. Und die Anzahl der politisch Intressierten Spieler, die ein politisch angelegtes Spiel wie Republica (kennt es noch jemand?) kaufen, reichen dann nicht mehr aus um die fast filmgleichen Kosten zu decken, die ein auf halbwegs aktuellem Stand produziertes Spiel verursacht.
    Wenn in ein paar Jahrzehnten noch viel mehr Menschen Computerspiele zocken, könnte sich die Nachfrage auch weiter differenziert haben.
    _
    Wenn es aber nur um die Vielfaltmöglichkeiten geht, die ein Medium erwachsen macht oder nicht, weiß ich nicht, ob es fair ist, Computerspiele und Filme überhaupt zu vergleichen. Filme (und auch Bücher) sind lange nicht so interaktiv wie ein Spiele, die vom Rezipienten eine wesentlich aktivere Rolle fordern also bloße Aufmerksamkeit.
    Unter diesen Bedingungen ist wohl auch ungleich schwerer, verschiedene Genres in eine gute Spielmechanik umzusetzen.
    _
    Intressanter Aspekt dabei ist die verquickung von Film und Spiel á la Heavy Rain, Fahrenheit (vielleicht sogar die FF-Teile, zumindest stark der neueste Teil), in der man quasi einen Film genießt, zwischendurch mal ein paar Aktionen macht und wichtige Entscheidungen beeinflusst die die Handlung und sogar das Ende verändern. Beide Spiele benutzen das filmische Element, um sich über das problem der komplexen Spielmechanik hinwegzuhelfen und lieber eine super (von vielen Magazinen als „erwachsen“ bezeichnete) Story zu bieten und trotzdem noch als Spiel durchzugehen ;)

  36. @LiquidSnakE
    Ich glaub der persönliche Geschmack kann vielfältig Pros und Cons schaffen.
    So spiele ich abwechselnd zurzeit Final Fantasy XIII, Mass Effect 2 und Dragon Age Origins.
    Spiele auch speziellere JRPGs wie Disgea, und da ist es nunmal schon so, dass ein Mass Effect heute bereits sehr Shooter-orientiert ist. In Dragon Age spielt Charakter-Verwaltung noch eine Rolle, Taktik, Strategie. Was besser ist könnte ich jedoch nie sagen
    Bioshock war für System-Shock-2-Fans bereits ein enormer Rückschritt komplexitätsmäßig, und der zweite Teil wird es so wohl noch mehr sein. Die Frage ist eben was man persönlich bevorzugt – beziehungsweise welche Abwechslung geschätzt wird…
    Wer RPGs grundsätzlich nicht leiden kann wird ein Bioshock 3 nur mehr mit Perks wohl auch eher schätzen

  37. @buechse
    Republic – The Revolution vom Molyneux-Schüler Demis Hassabis? Ja hier – ch, habe es gekauft, aber ehrlich gesagt auch eher als Spende… Fands spielerisch höchst unausgegoren, dafür war die Musik toll :-)

  38. Was mich mal interessieren würde: Was ist es, was die Herren Huber, Weiß, Hopf, Lukesch antreibt? Schon seit gut einer Dekade veröffentlichen diese immer wieder (fehlerhafte)Werke und Studien mit den seltsamsten Aussagen und Forderungen. Profitieren diese Herren in irgendeiner Weise davon, wenn die Indizierungsmöglichkeiten ausgweitet werden? Reinen Idealsimus als Motivation, kann ich bei diesem verbissenem und auch teilweise verleumderischen Vorgehehn nicht mehr glauben.

  39. Weil eine 18+ Einstufung nicht verhindert, dass Kinder an die Games kommen, bleibt nur noch ein Verbot … so so.
    Nun, da ein Doktortitel nicht verhindert, dass man über diesen „Experten“ (in was eigentlich? Dummschwallen?) lacht, bleibt auch nur ein Verbot. Dem Kerl sollte man Computer, Kugelschreiber und Schreibmaschine abnehmen.
    Ich hätte da noch ein gut gepolstertes Plätzchen mit Wachsmalstiften im Angebot m).
    Im schlimmsten Fall könnte man vielleicht behaupten, die Spiele könnten nur deshalb „die Kinder und Jugendliche zu Akteuren in Kriegs- und Verbrechenswelten machen“, weil die Eltern in ihrer Aufsichts- und Fürsorgepflicht versagen, aber die Spiele verantwortlich dafür zu machen, wer sie denn spielt, ist absoluter Schwachsinn.
    Aber ansonsten … die Spiele sind für Erwachsene und wer zumindest ansatzweise einen Sinn für Realität hat, der kann auch zwischen Spiel und realem Leben unterscheiden.
    Wenn solche Dahergelaufenen das für mich übernehmen wollen, komm ich mir vor, als wollen die mich entmündigen. Ich kann für mich alleine entscheiden!

  40. Ob der Herr Huber wohl schonmal drüber nachgedacht hat, wer auf dieser Welt dann tatsächlich Kriege und Menschenrechtsverbrechen vorantreibt und begeht? Wer war denn neulich bestürzt, dass er auf der Waffenexport-Rangliste um ein, zwei Plätze nach unten gerutscht ist? Die Gamer? Nein, es waren die Leute, die wahnsinnigen Regierungen U-Boote schenken, die sich mit Atomraketen bestücken lassen. Quasi unsichtbare Massenvernichtungswaffen in der Hand einer Regierung, die sich nachhaltig nicht an internationale Abkommen halten. Eine Regierung, die auf LKW mit Hilfsgüterlieferungen schießen lässt. Hauptsache, es dient der deutschen Wirtschaft!

    Wer Computerspiele mit echtem Krieg vergleicht, hat irgendwas verpasst. Ja, es gibt Spiele mit wenig schönen und meiner Meinung nach größtenteils auch unnötigen Szenen. Aber das sind alles nur Pixelhaufen – wer damit aufgewachsen ist, kann zwischen Pixelhaufen und Realität unterscheiden. Niemand wird verletzt und wenn man auf einen Knopf drückt, stehen alle toten Pixelhaufen wieder auf und feiern. Wenn man es drauf anlegte, könnte man dem Herrn Huber vorwerfen, dass er die (realen!) Verbrechen, die in Afrika, Asien, Persien, Nah-Ost, Guantanamo und sonstwo auf der Welt verharmlost, weil er sie auf eine Stufe mit virtuellen Darstellungen stellt – die niemandem schaden. Wohlgemerkt werden viele dieser realen Verbrechen, mit deutschen Geldern finanziert und deutschen Waffen begangen. Aber dort hilft kein Schreien nach einem Verbot. Eine Lösung ist schwierig, teuer und aufwändig – da kann der Herr Huber vermutlich einfach nichts dazu beitragen.

  41. Einige Jugendliche trinken trotz Alkoholverbot immer wieder Alkohol. Ich bin also für totale Prohibition.

    Dass die Logik nicht funktioniert, hat man ja (wie das Beispiel illustriert) an anderen Orten schon realisiert. Manche Leute sind bei Computerspielen diesbezüglich halt etwas langsamer.

  42. „Wenn solche Dahergelaufenen das für mich übernehmen wollen, komm ich mir vor, als wollen die mich entmündigen. Ich kann für mich alleine entscheiden!“

    Der Meinung sind die betreffenden „Experten“ nicht. Du könntest das Spiel schließlich für den 12-jährigen Karl – Heinz Müller beschaffen. Weil für dessen Erziehung sind ja nicht die Eltern zuständig, sondern die Mattscheibe.


    zur Szene in CoD: Die Flughafenszene ist einfach Sinnlos – da kann man drüber debattieren, wie man möchte. Eine Diskussion darüber war schlichtweg vorhersehbar, sie ist weder storytechnisch sinnvoll noch ist sie spielerisch fordernd oder gar unterhaltsam. Sie fördert nur die Kontroverse und spielt den möchtegern – Experten dieser Debatte in die Hände. Soviel dazu.


    Was das „Erwachsensein“ von Spielen betrifft:

    Erwachsen kann ein Spiel nur dann sein, wenn — zum Beispiel — der Spieler bei seinen Entscheidungen sich moralischen Fragen stellen muss. Das passiert, wenn es nicht Gut und Böse gibt, sondern die Grautöne durch Komplexität der Situation verschwommen sind und demenstprechend das Gefühl des Spielers seiner Erziehung oder seinem normalen Menschenerstand entgegenzulaufen scheint.
    Oder bedingt durch die Geschichte auf politische bzw. Soziale Misstände hingewiesen wird (z.B. durch Parodie in „GTA – Ballad of Gay Tony“).

    Das ließe sich noch ewig weiterführen – die erwachsenen Elemente sind oft genug bereits voranden (in welcher Form auch immer). Nehmen sie aber Überhand, so wird das Spiel langweilig – selbst für Spieler, die so etwas gerne spielen.
    Denn im Endeffekt muss es noch ein Spiel mit Unterhaltungswert bleiben. Sonst verkauft es sich nicht, der Hersteller macht keinen Gewinn und schon haben wir eine weitere bankrotte Spieleschmiede.

  43. „zur Szene in CoD: Die Flughafenszene ist einfach Sinnlos – da kann man drüber debattieren, wie man möchte. Eine Diskussion darüber war schlichtweg vorhersehbar, sie hat weder Storytechnisch keinen Sinn noch ist sie spielerisch fordernd oder gar unterhaltsam. Sie fördert nur die Kontroverse und spielt den möchtegern – Experten dieser Debatte in die Hände. Soviel dazu.“

    Deine Meinung. Sinnvoll fand ich die Mission durchaus, bloß schlecht gemacht. Es wäre beeindruckender gefunden, wie im ersten ‚Modern Warfare‘ einen Zivilisten zu spielen, der auf dem Flughafen einfach nur einchecken möchte, von dem Terror-Angriff überrascht wird, flieht (während um ihn herum das Chaos ausbricht), schließlich von einer Kugel getroffen wird, sich vielleicht noch ein paar Meter verletzt über den Boden zieht, ehe er von einem der Terroristen ‚close range‘ exekutiert wird. Das hätte ich *wesentlich* packender und intensiver gefunden…

  44. Blabla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla bla

    Mehr sag ich dazu nicht!

  45. Man Neo, hör auf mit der defensiven Duckmauserstrategie. So kannst du nur verlieren.
    Es gibt auch etliche sehr sehr brutale Filme, trotzdem ist das Medium an sich nicht mehr oder weniger „diskreditiert“ als alle anderen.
    Und natürlich haben die „Spielegegner“ die Angewohnheit einfach Dinge zu erfinden. Lies doch mal die Artikel über CS in den Zeitungen.
    Natürlich gilt auch immernoch, das man nicht einfach sagen kann „Wenn wir nur alles machen, damit sich die Spielekritiker nicht empören können, wird alles gut“. Das ist eine Kapitulation, falls du das nicht merkst. Du lässt dir von denen diktieren was du sehen/spielen darfst und was nicht.
    Zum Schluss: Man solle mir dich einen plausiblen Grund für ein Verbot nennen. Einen, nur einen. Nein, das damit Leute auf irgendwelche Straftaten getrimmt werden könnten ist nicht plausibel, dann müsste man die Nachrichten und große Teile der Literatur verbrennen.

    Und danke an Vic, dass du deine Texte hier verlinkt hast. ich lese deine Texte wirklich gerne, und es ist hier manchmal schwierig was von dir zu finden (wenn man nach konkreten Texten sucht). Immer wider nett vor allem, dass du aufzeigst, das die ganze Debatte (und damit eigentlich auch mein obiger Absatz) völlig müßig ist, da Jugendschutz auf kosten von erwachsenen nicht durchgeführt werden darf.

    Und noch eins: Der Herr meint, das System sei löchrig wie ein schweizer Käse. Könnte er mir mal bitte ein Jugendschutzsystem westlicher Industrienationen nennen, das seiner Meinung nach besser funktioniert? Nur damit man mal weiß, wo man hin will, und wers besser macht als wir. (Wahrscheinlich existiert keins, die ganze debatte existiert im Endeffekt nur bei deutschsprachigen Europäern – um mal die Schweizer mit einzubeziehen-).

  46. bla bla verbot und wieder bla bla verbot, ich fordere ein verbot von herrn huber geht ja gernicht der typ, ohne sinn. geschwister pfeiffer sollten auch verboten werden, könnten dann ja in ruhe eisbären retten gehn hahaa. naja cya

  47. ehrlich gesagt, das geschieht modern warfare 2 recht!
    das spiel ist zwar grafisch gut gelungen, aber auch wenn ich eine grafikhure bin, will ich ein spiel sinn und verstand, eine gut erzählte story und kein müll der einfach irgendwie zusammengewürfelt wurde.
    die flughafenszene hätte man auch so gestalten können, dass man nicht einer dieses terrorkomandos ist, sondern vielleicht einer der securityleute des flughafens.
    somit wäre man nicht nur in der opferrolle, sondern würde auch für leute wie huber eher als „guter mensch“ darstehen, weil man gegen diese terroristen gekämpft hat und nicht zivilisten töten musste (oder dabei handlungslos zuschauen musste)

  48. @Boobmboy:

    Dann ergibt die Flughafenszene keinen Sinn! Der Hintergrund ist ja, dass du am ende der Mission von dem Terroristen erschossen wirst, da die ja wissen, dass du Agent bist! Deine LEiche lassen sie zurück, damit die Glauben Amerika hatte schuld an dem Massacker! So bricht ja auch der 3 Weltkrieg in MW2 aus!

  49. @Soldat-Hans

    Ich bin mir sicher das es auch in Russland an Flughäfen Überwachungskameras gibt.
    Das zieht die ganze Geschichte ins lächerliche, weil Makarov nicht masskiert war.

    Die Story von MW2 ist Müll, das Gameplay ist Klasse, die Grafik geht und der Multiplayer nervt durch das extreme Anfänger aufkommen.

    Das Spiel wird nicht lange in Erinnerung bleiben die MP Spieler Zahlen gehen schon weit zurück > http://www.xfire.com/.

    Um dieses Durchschnittsspiel soviel aufregung, echt Schade.

  50. „Eltern, Geschwister und Freunde stünden immer als willfährige Helfer bei der Beschaffung zur Verfügung. “ das sind Äpfel und Birnen.Die Geschwister und Freunde können gesagtes nur dann wenn die Eltern ihre Pflichten vernachlässigen
    Eltern werden wohl wissen ob ein PC oder Spielkonsole im Kinderzimmer stehen und wenn sie ihre Verantwortung vernachlässigen dann braucht es noch keine Staatliche Entmündigung für alle anderen Erwachsenen.

  51. „Genau wegen solchen Spielen wird das Hobby Videospiel nie sein Schmuddelimage loswerden.
    Natürlich sollte man niemanden verbieten solche Spiele zu machen, aber ärgern tut es mich trotzdem. Warum wird das Medium nicht endlich erwachsen? Warum sind Spiele wie Heavy Rain so selten? Damit meine ich nicht das Gameplay, sondern die Story und Art der Dialoge.“

    Der durchschnittliche Spieler ist 30 Jahre alt, aber die Entwickler machen weiterhin Spiele für eher junge Spieler.
    Ein Schmuddelimage entsteht dadurch zwar nicht, aber es zeigt halt, wie infantil die meisten Spiele doch sind.
    Warum muss man immer mit noch brutaleren Spielen schocken, statt mal mit einer revolutionären KI oder einer anspruchsvollen Story?

  52. „Warum muss man immer mit noch brutaleren Spielen schocken […].“
    Nach wie vor ist eine „Brutalisierung“ nicht objektiv feststellbar und wird es auch nie sein. Das Spiele Gewalt immer exzessiver, brutaler u.ä. inszenieren ist genau so wenig haltbar wie entsprechende Vorwürfe gegenüber Filmen u.ä.. Gewalt (und so auch Brutalität etc.) ist (wie ich es immer zitiere) ein soziales (Un-)Wertsurteil. Die Rede von „noch brutaleren Spielen“ dokumentiert genau so wie die Zuschreibung einer Schockqualität doch nur die eigene Befindlichkeit. ich persönlich kann mich in über 23 jahren Spielerfahrung nur an eine Hand voll Bsp. erinnern, die mich persönlich „geschockt“ haben, aber dann auch nicht im üblichen Sinne oder damit einhergehender moralischer Empörung im engeren Sinne.

    Interessant wäre es aber mal zu evaluieren, was da für (Eigen-)Konzepte von Erwachsenheit, Kindheit, Jugend u.ä. mit verbunden sind, wenn man gewisse Gewaltvisualisierungen und -konventionen u.ä. einfach mal pauschal als infantil bezeichnet. Da sehe iche twas herüberwehen, dass z.B. auch einen Harry Potter ganz vehement als Kinderkram diskreditieren will und nicht den Blick für eine postadoleszente Erwachsenheit als legitimes Erwachsenenalter (und nicht Zwischenphase zu diesem) öffnen mag. Richtig ist nänmlich, dass der Durchschnittspieler ja offenbar nicht der Jugendliche ist, sondern der in den eigenen 30ern und das auch dieser Gefallen an diversen Spielen finden mag und auch dezidiert intendiertes (Mit-)Ziel der Spiele ist, nicht nur „eher junge Spieler“. ;-)

  53. „Nach wie vor ist eine “Brutalisierung” nicht objektiv feststellbar und wird es auch nie sein. “

    Eine wachsende Homophobie unter Jugendlichen ist auch nicht objektiv messbar, dennoch fällt sie mir auf.
    Natürlich gibt es verschiedene Definitionen darüber was Brutalität ist, aber mit ein wenig common sense sollte einem doch auffallen, dass z.B. in einem GTA IV die Gewalt viel drastischer wirkt als noch in der letzten Konsolengeneration.

  54. „Vielleicht ist es gerade infantil den gleichen Kommentar an verschiedenen Stellen zu posten, sowie auch anspruchslos ^^“

    Argumente ausgegangen? ;-)

  55. @Dreamcatcher
    Die wirkt doch nur drastischer weil man weg ist von der Comicgrafik hin zu real wirkender und das auch nur weil die Technik besser geworden ist, vorher ging das nicht in dieser Grafikqualität.

  56. „aber mit ein wenig common sense sollte einem doch auffallen, dass z.B. in einem GTA IV die Gewalt viel drastischer wirkt als noch in der letzten Konsolengeneration.“

    Argumente ausgegangen? Ich betrachte den Verweis auf einen „common sense“ als Kapitulationserklärung und möchte gleich (obligatorisch) René Descartes zitieren:
    „Der gesunde Menschenverstand ist die am besten verteilte Sache in der ganzen Welt, denn ein jeder fühlt sich damit angemessen ausgestattet. So pflegen sich auch jene, die sonst in allen Dingen sehr schwierig zufrieden zu stellen sind, von diesem nicht mehr zu wünschen als sie bereits haben.“

    Gewalt u.ä. waren subjektiv, sind subjektiv und werden subjektiv bleiben. Es existiert weder ein allgemeingültiger Konsens bei der Gewaltwahrnehmung, noch (ggf.) bei der Wahrnehmung der Qualität, resp. Intensität der Gewalt. Mit „common sense“ oder „sense“ im ganz allgemeinen hat das nicht die Bohne zu tun, wie jemand etwas rezipiert (als reziprokes Phänomen der Perzeption/Kognition, Interpretation und Beurteilung) hängt u.a. von individuell unterschiedlichen individualbiographischen (natürlich inkl. medienbiographischen) und situationellen Faktoren ab.

    Diese spezielle „common sense“-Haltung ist es übrigens, die gemeinhin u.a. mit der pornographischen Perspektive gemeint ist: Du empfindest(!) z.B. die Gewaltdarstellung in GTA IV als „viel drastischer“, als in den Vorgängern – also sei es vernünftig, sei es „common sense“, dass alle anderen auch so empfinden (resp. rezipieren). Das ist so, als würde ich behaupten, dass Kirschen leckerer schemcken als Erdbeeren und das sich das ja von selbst erklärt, dies sei „common sense“. Merken: Persönliche Idiosynkrasie != „common sense“…

    BTW: Nur weil dir etwas „auffällt“, heißt das nicht, dass dieses Phänomen auch tatsächlich existiert; Stichwort: Do it yourself social science (DIYSS).

  57. Von Vicarotcha:
    “aber mit ein wenig common sense sollte einem doch auffallen, dass z.B. in einem GTA IV die Gewalt viel drastischer wirkt als noch in der letzten Konsolengeneration.”

    Soldat Hans:

    Wie kommst du darauf, dass GTAIV Brutaler wirkt? Ich finde den Teil harmloser als Z.B. GTA San andreas! Da kontest du menschen den Kopf wegplatzen lassen und eine Blutfontäne spritzte raus! Das Geht beim neuen GTA nicht! Vielleicht hattest du die Geschnittene Version bei den Vorgängern??

  58. @ Soldat-Hans:

    1.) … ääääh, dir ist schon bewußt, dass das nicht meine Aussage war, sondern die von Dreamcatcher, welche ich lediglich zitiert habe, um darauf zu antworten (sonst ergäbe der Rest meines Beitrages auch reichlich wenig Sinn). Du solltest also nicht mich, sondern Dreamcatcher addressieren.

    2.) Nur weil Dreamcatcher „findet“, dass GTA IV „brutaler“ sei, als seine Vorgänger, ist das nicht objektiv gegeben. Nur weil du „findest“, dass GTA:SA „brutaler“ sei, als GTA IV, ist das nciht objektiv gegeben. Dieses Aufwiegen von Gewaltarstellungen gegeneinander führt zu nichts und ist das gleiche, was ich bereits an Dreamcatcher kritisiert habe… nur in grün. Brutalität hängt nicht (für jeden) von der Explizität der Visualisierung ab (im Gegenteil).

  59. By the way, have you read their rebuttal of Crhistopher Ferguson’s critics ?

    „Von interessierten Kreisen wurde bei Ferguson eine kritische Stellungnahmen zur Untersuchung „Media Violence and Youth Violence. A 2-Year Longitudinal Study“ (…)) eingeholt und als Teil von PR-Maßnahmen in der Gamer-Szene verbreitet. Die drei Autoren der Längsschnittstudie haben dazu eine Stellungnahme geschrieben.“

    http://www.mediengewalt.eu/downloads/Ferguson_Stellungnahme.pdf

  60. @Vicarocha
    Danke! So brauch ich dazu nichts mehr schreiben

    Diese subjektive Wahrnehmung bei GTA IV finde ich jedoch schon immer bemerkenswert.
    Ich nehme an die gründet auf der Euphoria-Engine: so empfinde ich „Star Wars: The Force Unleashed“ trotz USK-12 auch als ziemlich brutal.
    Die geschmeidigen Animationen und der dunkle Charakter eines Batman Arkham Asylum wurden hier schonmal als Beispiel abseits von Euphoria thematisiert, obwohl dort überhaupt kaum jemand sterben soll…

    Dennoch möchte ich mich mal ausnahmsweise als Blutmesser versuchen und sehe so GTA IV im Vergleich zu seinen unzensierten Vorgängern schon seit jeher als erstaunlich blutleer an: das mag zwar wiederum eher wegen der detaillierteren Polygonmodelle mir so aufgefallen sein, dennoch fällt so auf wie unversehrt ein menschlicher Körper im Spiel zum Beispiel bleibt wenn er von einem Auto überfahren wurde oder vom Wolkenkratzer fiel

    Und das ist angesichts der ansonsten doch eher naturalistischen Darstellung nach welcher gestrebt wird aus meiner Sicht schon eher fahrlässig zu nennen, sowie zeugt von einer fragwürdigen Verantwortung für mich. Die Darstellung soll ja auch sonst, bei allen technischen Unzulänglichkeiten, im Einklang mit der inhaltlich satirischen Überhöhung stehen, diesem relativ komischen und medienkritischen Hyperrealismus des Spiels

  61. LOL
    Zitat aus der Stellungnahme von mediengewalt.eu:
    „5. Kausalitätsaussagen können durch Längsschnittstudien und adäquate statistische Verfahren belegt werden. Wenn Ferguson die anerkannten Verfahren, die wir für unsere Kausalitätsaussagen verwendeten, nicht akzeptiert, ist das sein Problem.“

    Wie blöd können die Herren eigentlich sein? Gibts da nach unten keine Grenze?!
    Kausalität kann man mit statischen Zusammenhängen niemals belegen.
    Das sollte der größte Holzkopf wissen….

  62. Tja, also wie man so wissenschaftlich überhaupt reüssieren will wie die drei Weisen aus Deutschland da es anscheinend doch haben wollen ;-) Ist mir schon ein Rätsel: und das ist noch harte social science, solls jedenfalls sein… wenn ich sagen tät: was ich (er)forsch ist nunmal so, und wenn jemandem das nicht passt dann dessen Problem… Da tät ich schon in Schwierigkeiten kommen, denn die Grundlage jedes wissenschaftlichen Arbeitens ist ja wohl dieses arbeiten (hinreichend) begründen zu können. Und wenn deren sozialwissenschaftliche Verfahren so anerkannt sind wie sie tun, dann sollten sie sich wohl besser auf den Beleg dieser Anerkennung beschränken als zu anderen (Kritikern) sagen: Dein Bier ;-)

  63. Nachtrag: @maSu
    ich fürchte das mit der Kausalität wird dort so niemals akzeptiert werden.
    Also der Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität. Die werden immer nach letzterem suchen und (dann) auch glauben sie gefunden zu haben
    Man bedenke nämlich eines: Pfeiffer arbeitet auch damit. Das einzige was er als wissenschaftstheoretischen Rückzug aus meiner Sicht sozusagen noch gelten lässt, ist darauf hinzuweisen dass es keine Monokausalität gibt.
    Glaub es ist hoffnungs- und aussichtslos da noch etwas anderes zu erwarten
    Das sind ganz fest eingefahrene Strukturen im Denken.
    Sie fühlen sich im Recht – im Kampf gegen Gewaltdarstellungen wollen sie von nichts anderem etwas wissen. Sie fragen ja auch schon fast nur mehr nach den politischen Folgerungen ihrer vermeintlichen Erkenntnisse so…

  64. Das Korrelations-/Kausalitätsproblem ist ja nur eine Facette des Problemkosmos, in dem die Mediengewaltwirkungsforschung (MGWF) ziemlich planlos umherirrt. Mindestens genau so problematisch ist das Unvermögen, zwischen statistischer Signifikanz und substanzieller Signifikanz zu differenzieren. Das ist ja nicht jnur ein Problem, welches z.B. auf Christian PFEIFFER zutrifft, sondern ein generelles Problem der MGWF.

    Nehmen wir als Bsp. ein Feldexperiment von Craig A. ANDERSON und Brad J. BUSHMAN, welches Teil einer Studie war, die aus insg. zwei Experimenten bestand (das andere Experiment erspare ich euch aber)…

    Sie inszenierten mit einer Schauspielerin vor Kinos einen kleinen Zwischenfall:
    Die Schauspielerin tat so, als liefe sie auf Krücken und ließ eben diese in Anwesenheit der gerade hinausgehenden Kinogäste (N=162) fallen. Sie sollte sich genau 2 Minuten damit abmühen, wieder an ihre Krücken zu gelangen, sofern ihr niemand hilft. Ein versteckter Beobachter sollte die Zeit stoppen, die die Kinogäste benötigten, bis sie sich dazu entschlossen, der Schauspielerin zu helfen.

    Das Experiment wurde in verschiedenen Kinos durchgeführt, die verschiedene Filme zeigten, die die beiden Forscher in „violente“ (z.B. The Ruins) und „non-violente“ (z.B. Nim’s Island) kategorisierten.

    Das alarmistisch kommunizierte Ergebnis des Experiments war, dass die Kinogäste, die die „violenten“ Filme gesehen hatten, im Schnitt 26 % länger brauchten als diejenigen, die die „non-violenten“ Filme sahen, bis sie der Schauspielerin halfen!

    Craig A. ANDERSON und Brad J. BUSHMAN kamen daher zu folgendem Schluss: „In sum, the present studies clearly demonstrate that violent media exposure can reduce helping behavior […] People exposed to media violence become ‚comfortably numb‘ to the pain and suffering of others and are consequently less helpful.“

    Richtig ist, dass die Differenz in der benötigten Zeit statistisch signifikant war. Nehmen wir auch einfach i.S. eines Gedankenexperiments an, dass dieses Experiment tatsächlich etwas über pro-soziales Verhalten oder gar emotionale Desensibiliserung (als Grundbedingung für tatsächliches aggressives Verhalten u.ä.) aussagt; egal wie schwer uns das fallen mag (das fängt ja schon dabei an, dass die gewählten Filme sich in weeesentlich mehr Aspekten, als nur der Gewalt voneinander unterscheiden und somit nicht vergleichbar sind, geschweige denn, dass die „Effekte“ auf die Gewaltdarstellungen zurückführbar wären). Selbst dann ist das Ergebnis fragwürdig, wenn wir uns auf die susbtanzielle Ebene begeben:

    Die Kinogäste, die die „non-violenten“ Filme gesehen hatten, brauchten im Schnitt 55,46 Sekunden, bis sie halfen. Die Kinogäste, die die „violenten“ Filme gesehen hatten, brauchten im Schnitt 56,89 Sekunden, bis sie halfen………

    Jaaa, richtig gelesen: Eine Differenz von 1,43 Sekunden. Und geholfen wurde ihr ausnahmslos immer.

    Da fragt man sich, von welchem Tropfen die eigentlich nass werden…

    und nein: Das ist keine Ausnahmestudie, die besonders absurd wäre, solcher Art ist die MGWF an sich. Wann immer die Floskel erscheint, ein Zusammenhang sei statistisch signifikant, handelt es sich um solch ein Phänomen. Ja, was für eine Ausgangslage für einen gesetzlichen Jugendmedienschutz.

  65. Sogar wenn es 14 Sekunden gewesen wären, so ist es eine vergleichsweise geringer Zeit, die mit allen möglichen drittvariablen zu erklären wäre. Der Film bzw weiter Unterschiede zwischen den Filmen als nur die Gwalt muss dafür gar nicht herhalten, es gibt noch viel mehr Einflüsse, die dafür sorgen können, dass man später reagiert.
    Schlechte Schauspieler, unterschiedlich geschauspielert(!!!!), Platzmangel/Gedränge, da „Rambo“ wohl besser besucht war als „Heidi besucht ihren Onkel auf der Alm“ usw usw…

    Für mich sind diese sogenannten Forscher, eigentlich alle, die den kölner Aufruf unterschrieben haben oder selbstständig ein ähnlich abscheuliches Gedankengut verbreiten der letzte Dreck. Dumm, arrogant, überheblich, besserwisserisch und verblendet.

  66. @Vicarocha
    Na ja – welche besseren Experimente soll es da auch schon geben können?

    Man ging dort wenigstens in die Welt hinaus und untersuchte wirklichkeitsnahe Situationen. Ich persönlich finde die Tests unter Laborbedingungen von denen ich gelesen habe noch viel schlimmer, zum Beispiel wenn völlig dekontextualisiert Gewalt überhaupt erst dort (im Labor) nahe gebracht wird anscheinend, irgendwelche völlig aus dem Zusammenhang gerissene, gewaltdarstellende Szenen – oder gleich künstlich für den Test erst erzeugte Darstellungen – und dann gesagt, so wäre das in den Lebenswirklichkeiten der computerspielende Leute auch.
    Politische Schlussfolgerungen daraus erhoben.

    Also wenn man etwa überhaupt nur einzelne Szenen untersucht hat, unter deren „Auswirkungen“ dann Folgen für die (Gesamt-)Gesellschaft konstruiert werden…
    Und am sowieso absurdesten ist es ja dann noch womöglich den Spielern und Spielerinnen, so wie es Huber eben einmal getan hat, „Konstruktivismus“ vorzuwerfen, in dieser einen „Studie“ welche hier schon mehrmals angesprochen wurde, weil sie (die Gamer) Ergebnisse aus solcher Forschung nicht anerkennen würden – ignorant dem gegenüber seien

  67. @Neo
    „Diese Vielfalt gibt es bei den Videospielen nicht und die Topseller des letzten Jahres waren immer Spiele, die keine erwachsene Story boten.“

    Stimmt und an filmen sind immernur die hochphilosophischen tiefgründigen meisterwerke die topseller… z.B. Transformers oder Avatar… ja das sind tiefgründige meisterwerke :D

    Es ist arg gefährlich die „reife“ eines mediums nur an seinen beliebtesten genres festzulegen. Die mehrheit der kassenschlager filme ist nämlich auch nur stumpfes popkornkino mit großen explosionen und storylöchern so groß das man den film nichtmehr ernstnehmen kann. Aber genau wie auch bei filmen gibt es auch bei spielen sehr viele genres, nur weil diese keine top kassenschlager sind heisst nicht das es sie nicht gibt.

    Ist doch bei musik genau das selbe, anspruchsvolle musik verkauft sich nicht am meisten.. oder meinst du ernsthaft die charts repräsentieren die auswahl der musikalischen meister unserer zeit?

  68. @Aribeth
    „Also irgendwas stimmt hier doch nicht.“
    Beide Zahlen sind wohl um 50 zu hoch:
    „As predicted, participants who had just viewed a violent movie took over 26% longer to help (M = 6.89 s) than participants in the other three conditions (M = 5.46 s), F(1, 32) = 6.20, p .95, d = 0.88 (see Fig. 3).“
    http://pss.sagepub.com/content/20/3/273.full

  69. Urghs.. mein Fehler………. ich frage mich gerade, wie sich da bei mir jeweils die zusätzliche 5 reingeshclichen hat, zumal ich ja auch klargestellt habe, dass ihr in jedem Fall spätestens nach 11 Sekunden geholfen wurde. ;)

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