Journalismus?

(bkzonline) Die bereits in der vorherigen News erwähnte Pressemitteilung des „Mediengewalt – Internationale Forschung und Beratung e.V.“, in der naturgemäß eine recht einseitige Darstellung der Thematik erfolgt, wurde nun von der Presse aufgegriffen. Bei der bkzonline findet sich ein Artikel, dessen Verfasser sich offenbar überwiegend darauf beschränkt hat den Inhalt der Pressemitteilung mit anderen Worten wiederzugeben.

Pressemitteilung
bkz-Artikel

14 Gedanken zu “Journalismus?

  1. „Anders ausgedrückt: Er ist null und nichts wert, weil er eben höchstens auf dem Papier steht, in der Realität aber keinerlei Wirkung hat. Das liegt nach Ansicht des Auenwalder Wissenschaftlers in großem Maß an der Macht und dem Einfluss der Industrie, die mit Ego-Shootern Milliarden verdient.“

    Die Industrie ist Schuld daran, dass sich in Deutschland niemand um die ausgewürfelten USK-Ratings schert?

    „Weiß glaubt nicht, dass sich hier etwas ändert. Die Politik, blauäugig oder feige, gehe weiter vor den Interessen der Industrie in die Knie.“

    Nur in Deutschland werden Spiele wie Gears of War vom Markt ferngehalten, obwohl Microsoft eines der mächtigsten Unternehmen auf dem Planeten ist. Eine Kapitulation sieht anders aus.

    „Die wahre Faszination geht aber von etwas ganz anderem aus. 37 Prozent (das ist einsame Spitze in der Befragung) nennen die Kategorie „Blut, Leute töten, Waffen, Verbrechen“ als das, was ihnen besonders gut gefällt. Ein „erschütterndes Ergebnis“, sagt Weiß.“

    Das liegt doch an der Natur des Menschen und nicht an den Spielen.
    Das Colloseum hat damals auf die römische Jugend auch eine höhere Faszination ausgeübt als das Blumen züchten.
    Und nur weil es einen fasziniert (der Mensch ist nunmal neugierig und voyeuristisch veranlagt), muss man es ja nicht auch selber ausüben.
    Reale Gewalt führt zu realer Gegengewalt (der schlagende Vater, der früher selber geschlagen hat), aber ein Spiel in dem man einen Schläger spielt macht einen nicht zum Schläger, weil einen reale Erlebnisse prägen und nicht virtuelle.

  2. Seltsam: Laut der Pressemitteilung haben deren Befragungen ergeben
    „Dass die Altersbegrenzung auf 18 Jahre auf die unter 18jährigen eher verkaufsfördernd wirkte, …“.
    Aber im auf der Website des Mediengewalt-Vereins verlinkten Dokuments
    http://www.mediengewalt.eu/downloads/Ostbomk-Indikatoren-Falsche%20Ratgeber.pdf
    über das Erkennen falscher Ratgeber heißt es in Punkt 2
    „2. Verbote reizen nur
    Das würde natürlich genauso für die rote Ampel gelten, Diebstahl, Betrug und sogar für
    Mord. Seit die Forderung nach konsequenten gesetzlichen Verboten immer deutlicher
    wird, werden auch die Abwehrstrategien immer massiver.“

  3. Nachtrag: um mal etwas sehr grundsätzliches, Länder und Staaten übergreifendes zu sagen – das was hier gegen die USK gesagt wird ist eine Verlängerung dessen womit (woanders) eigentlich der einmalige Index in Deutschland kritisiert wird. Als Leseliste nämlich.
    Die USK-Freigaben, oder besser gesagt Nicht-Freigaben für Jugendliche, werden von diesen extremeren „KritikerInnen“ der Spiele offenbar als Leseliste für diese wahrgenommen
    Während woanders daraus geschlossen wird, dass solche Leselisten besser gleich ganz unterlassen werden, wird hier offenbar das Gegenteil gefordert. Totalverbote

    Ich würde off-topic ja auch vorschlagen die Internet-Sperrlisten so eher kritisch zu sehen

  4. Sorry fürs nunmehr schon dritte Posting, aber Elke Ostbomk-Fischer betrachte ich schon wie Alice Schwarzer: Schwarzer hat jahrelang (bis heute?) das Verbot von Inhalten gefordert die längst verboten sind. Ich bin da auch erst vor kurzem draufgekommen, aber faktisch ist das so: das Problem dabei ist, dass der Wunsch und Wille der an zu verbieten gewünschten Werke beteiligten Personen völlig ignoriert wird, auch wenn denen überhaupt kein Schaden tatsächlich zugeführt wird, negiert wird – vielfältig, was weiß ich genau alles. Jedenfalls gelten diese Leute für die Ostbomks dieser Welt offenbar nicht einmal als zurechnungsfähig – das ist das Trauerspiel der ganzen „Debatte“ aus meiner Sicht, und deren Menschenverachtung, gegen angeblich menschenverachtende Spiele. Die Gewalt gegen Gewaltdarstellungen

  5. Der mangelnde Respekt der Diskussionspartner, wie Pyri es bereits ansprach, und die Vorstellung, dass Jugendschutz durch stärkere Regulierung und nicht durch eigenverantwortliches Verhalten der Erwachsenen gegenüber Jugendlichen wirksam wird, sind m.M.n. zwei Kernprobleme dieser Debatte.

  6. Ich glaube ich kann mir selbst die Antwort auf die Frage geben, was diese Herren (Weiß, Lukesch, Hopf, Huber) antreibt: Aufmerksamkeit. Mit solchen Thesen und der Wortwahl bei beispielsweise Weiß bei diesem Artikel kann man sich der Aufmerksamkeit der Presse gewiss sein. Aus Gesprächen mit ehemaligen Arbeitskollegen von Herrn Hopf weiß ich, dass dieser ein sehr eitler Mensch ist.(O-Ton:“Eitler Pfau“) Das ist wohl der Grund, warum er seinen Job an der staaltichen Schulberatungsstelle Oberbayern Ost nicht mehr macht und sich nur noch auf sogenannte „Medienpsychologie“ beschränkt. Der medialen Aufmerksamkeit kann man sich so gewiss sein.

  7. „Wir Wissenschaftler fordern deshalb schon lange und völlig unabhängig von solchen aktuellen Ereignissen (wie in Winnenden) eine striktere Verbotsregelung von menschenverachtenden Video- und Computerspielen, die in staatlicher Hand liegen muss und nicht der wirtschaftsinteressierten freiwilligen Selbstkontrolle weiterhin überlassen werden darf,“ so der Verein Mediengewalt. Er kämpft ehrenamtlich gegen einen wirtschaftlichen Riesen: In den ersten drei Monaten sei mit diesem ominösen Spiel ein Umsatz von einer Milliarde Dollar erzielt worden, so Dr. Weiß. Resigniert berichtet er davon, dass ihm ein namhafter Bundespolitiker schriftlich seine Ohnmacht gegen die Macht der Spielelobby bestätigt habe – mit der Bitte um Vertraulichkeit versteht sich…“
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    LOOOOOL!!! Ob Weiß mal jemand gesagt hat, dass Wissenschaft, die leidiglich umformuliert und sich sonst blind auf die immer gleiche Weise mit einem Thema befasst, keine Wissenschaft ist? Das ist bestenfalls Ignoranz und schlimmstenfalls Propaganda. Wissenschaft heißt doch, dass man Bestehendes kritisch hinterfragt, verschiedene Sichtweisen neutral analysiert und schließlich zu einer sachlich fundierten Bewertung kommt. Komisch das ich als Student sowas weiß und zwangsläufig anwenden muss, um überhaupt die Chance auf einen erfolgreichen Abschluss zu haben, während ein alter Hase solche Grundlagen sträflich ignoriert.
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    Und: „Spielelobby“?? Wenn es gäbe, dann müssten wir uns wohl nicht seit Jahren diesen immer gleichen Mist anhören, sondern könnten uns schlicht darauf ausruhen, dass die große mächtige Lobby unsere Interessen gegen alle Widerstände durchboxt. Klappt in anderen Bereichen schließlich auch.

  8. Hm, der ganze ARtikel ist so geschrieben dass der Journalist nichts gesagt hat denn er hat ja nur Weiß zitiert. Krass, so hat der ARtikel null Mehrwert gegenüber der Pressemitteilung. Ist schon erstaunlich dass der Journalist hier nicht mal versucht noch mehr Inhalt reinzupacken sondern nur nacherzählt. Armes Deutschland.

  9. Pingback: Tweets die Stigma Videospiele » Blog Archive » Journalismus? erwähnt -- Topsy.com

  10. „… trotz Altersfreigabe durch die USK erst ab 18 Jahren auch von Minderjährigen in Deutschland intensiv gespielt werde.“
    Ja, hat er ein Problem damit? Das ist doch keineswegs verwunderlich und schon gar nicht gesetzwidrig. Wenn ich meinem Sohn zum Sechzehnten ‚Modern Warfare 2‘ hinlege, verbunden mit einem Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, dann geht das vollkommen in Ordnung. So ist das auch vom Gesetzgeber vorgesehen. Auch Inhalte, die expilizit Erwachsenen vorbehalten sind, obliegen letztendlich der Entscheidungsgewalt der Eltern. Nun könnte man sagen, dass genau das aber so vom Gesetzgeber nicht gewollt ist. Dem könnte ich nun wieder entgegnen, doch genau das hatte er beim Ausformulieren im Sinn. Die letzte Aussage trifft der Erziehungsberechtigte, nicht der Staat! Und da weiß ich mich als Vater im globalen Maßstab auch auf einem Level. Schließlich sind wir nur hier in Deutschland derart restriktiv und bevormunden als Einzige (auch wenn hier und da ein kleiner Möchtegern nachdrängeln mag) auf derart hohem Niveau.
    Oder aber die Herren Wissenschaftler und Politiker schenken endlich reinen Wein ein und erklären, warum sie wirklich derart vehement gegen die Kunstform Videospiel vorgehen. Aber ich glaub, das wissen wir eh schon längst.

  11. @purchaser
    Ich sehe hier ein grundsätzliches Problem mit Altersfreigaben.
    Altersfreigaben scheinen generell eher nicht als sinnvoll angesehen werden so, zumindest dann nicht, wenn es so um so obszön gedachte Inhalte wie in GTA oder MW2 geht
    Da wird, und Rey Alp hat dazu hier im Forum jetzt schon viel rausgesucht denk ich http://www.razyboard.com/system/morethread-huber-weiss-lukesch-und-genossen-rey_alp-1858639-5891418-10.html , einfach die Menschenwürde vorangestellt und aus

    Damit hat sichs für die schon gegessen: die Menschenwürde ist unantastbar und die Spiele würden diese verletzen. Über einzelne (vorhandene) Einrichtungen wie den Index und die Beschlagnahmungen wird da vielleicht gar nicht soviel gewusst
    Es wird „Gewaltverherrlichung“ ja auch einfach gesehen. Punkt – mehr braucht da anscheinend nicht gewusst zu werden bevor selbst zur (weiteren) realen Gewalt des Staates und Unterdrückung dieser Ausdrucksformen, das heißt Verboten, gedrängt wird

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