Kritik am Deutschen Computerspielpreis

(heute) Auch das zdf setzt sich mit dem Deutschen Computerspielpreis auseinander. Der Preis, der “Nach Jahren schlampig recherchierter TV-Berichte, polemischer Expertenmeinungen und reflexartiger Amoklauf-Statements” zur Akzeptanz von Videospielen beitragen sollte, würde durch die aktuellen Vorgänge an Glaubwürdigkeit verlieren. So wird Jörg Langer mit diesen Worten zitiert:

“Es wird Zeit, sich endlich zu Spielen zu bekennen – in all ihren Facetten. Ein “Uncharted 2” wäre als Action-Film für zig Oscars nominiert, “Dragon Age” ist das Spiele-Äquivalent des Kino-Blockbusters Herr der Ringe. Wenn solche Titel beim Deutschen Computerspielepreis keinen Preis bekommen dürfen, verliert die Veranstaltung ihre Legitimität.”

Aber die Grünen haben sich in einer Pressemeldung geäußert. Hier bleibt jedoch unklar, was genau Ziel der Kritik ist. Während Jörg Langer die Aussperrung von Actionspielen anprangert scheint Althoff sich eher an der Einflussnahme der Industrie zu stören. Diese hatte, nachdem die Jury sich in der Kategorie “International bestes Spiel” keinen Preis vergeben wollte, auf eine Vergabe gedrängt:

Der Preis darf aber nicht durch die politische Einflussnahme zur Farce werden und an der Lebenswirklichkeit von Spielerinnen und Spielern vorbeigehen. […] Die jetzt öffentlich gewordene Einflussnahme auf die Jury, maßgeblich von Seiten der Politik aber auch von Teilen der Computerspielwirtschaft, zeigt, wie fragil das Konstrukt Computerspielpreis ist. Wird der jetzige Kurs fortgesetzt, wird der Preis seinem Zweck, gute und kreative Spiele zu fördern, nicht mehr gerecht.”

48 Gedanken zu “Kritik am Deutschen Computerspielpreis

  1. Für mich ist das Problem eher bei den Politikern zu suchen, die in der Jury sitzen, da diese wohl eher keine Ahnung von Games haben! Ist im Prinzip – überspitzt ausgedrückt – das gleiche, als wenn man einen Urwaldbewohner auf einmal entscheiden lässt, wer den jetzt den Oskar erhält – nur das man dem noch zu gute halten könnte neutral zu sein. Ich weiß zwar nicht wer genau in der Jury mit drinnen ist, aber mich würds nicht wundern, wenn da auch Verbotsbefürworter mit dabei sind, denn schließlich wurde der Preis ja auch von denen erfunden!

  2. “Die jetzt öffentlich gewordene Einflussnahme auf die Jury, maßgeblich von Seiten der Politik aber auch von Teilen der Computerspielwirtschaft, zeigt, wie fragil das Konstrukt Computerspielpreis ist. Wird der jetzige Kurs fortgesetzt, wird der Preis seinem Zweck, gute und kreative Spiele zu fördern, nicht mehr gerecht.”

    Also ich sehe in dieser Kritik gerade das man den Einfluss von Politik “maßgeblich von Seiten der Politik” sehr scharf kritisiert.
    Und was Jörg Langer sagt finde ich absolut richtig!
    Wären diese beiden Spiele als Filme rausgebracht worden, hätte es sicher MINDESTENS zu Oscarnominierungen gereicht (ob welche vergeben worden wären kann man nicht sagen).
    Aber ich sehe auch hier die unterschiedliche Meinung zu was der Preis eigentlich dienen soll.
    Wärend der Preis für uns Gamer und SPielejournalisten wie Jörg Langer ein Pendant zu einem Filmpreis sein soll, ist für Politiker und dümmliche PSychos-Logen (*g*) eine andere Art von “Spiel-Alterseinstufung”.
    Soll heißen: Ein Spiel was den Preis gewonnen hat, wird dann in höchsten Tönen gelobt und somit beworben.

  3. @D-Jay:
    Kann ich nur zustimmen. Erst mal muss der politische Einfluss aus dieser Verleihung entfernt werden. Politiker haben bei Veranstaltungen, in denen Künstler geehrt werden, nur im Publikum etwas zu suchen.
    Danach sollte man aber auch den Einfluss der Industrie-Riesen beseitigen, denn deren Interessen sind mir dann auch nicht mehr so ganz geheuer.

  4. @D-Jay:
    Ein passender vergleich wäre eine oskar jury aus urwaldbewohnern die glauben das kameras die seele eines menschen einfangen und von daher nur diashows den oskar geben wollen.

  5. @Thomas,
    wobei man nicht vergessen darf, dass die Industrie mindestens die Hälfte des Preises bezahlt!
    Ich weiss zwar nicht wie das beim Film ist, aber dort vermute ich das nicht nur die Industrie, sondern Medien allgemein die Preise bezahlen.
    Bei Videospielen sind es aber im Moment nur die Industrie und der Staat, die jeweils die Hälfte dafür ausgeben.
    Hinzufügen möchte ich aber noch, dass die Industrie nach meiner bisherigen Erkenntnis lediglich nur diese perverse Maßnahme des Ausschlussverfahrens von “Ab 16/18” Spielen scharf kritisiert hat und wenn ich die Hälfte des Preises bezahlen muss, dann erwarte ich auch Fairnes meines Gegenübers und das er sich genauso wenig in der Auswahl einmischt wie ich, in diesem Fall ist es der Staat der sich zuerst eingemischt hat.

  6. Ich glaube es wird hier nicht verstanden um welchen Preis es da geht. Das ist nicht der Deutsche Entwicklerpreis und schon gar nicht der Leserpreis von der Gamestar zum Beispiel.
    Den richtet die Politik aus und ohne Politiker wird das so wohl nicht gehen… Der Preis ist ein Barometer fuer Videospielpolitik in Deutschland, auch wenn das Unterdruck so anzeigt: es ist auch eben kein Jugendpreis – selbst wenn da so auch mit politischem Kalkuel ebenfalls dieser Eindruck erweckt wird.

    Alle Polemik dagegen hin oder her: die Industrie steht da MIT den Kreativen auf verlorenem Posten – will diese etwas foerdern was politisch einfach nicht erwuenscht ist

  7. “… die jetzt öffentlich gewordene Einflussnahme auf die Jury, maßgeblich von Seiten der Politik …”
    Das ist doch klar, wenn die Hälfte der Jury Politiker sind.

    Hat Irgendwas gewonnen, was uns interessieren könnte?

  8. Also doch nichts mit “Empire”, “totaler Krieg” und so… Na ich hoffe, dass es nach den Abräumungen beim Entwicklerpreis schon nicht noch als “internationales Spiel” nachnominiert wurde – bei mir nahe Schladming wird “Anno” nämlich schon seit sieben Jahren nicht mehr hergestellt… Das österreichische ist seitdem Max Design längst geschlossen

    Fragt sich bloß weshalb dieses Aushängeschild der deutschen PC-Spieleindustrie nicht gleich nominiert wurde…

  9. weil die Spielekiller den ach so tollen Preis als Industriekontrollwerkzeug missbrauchen.
    die industrie dachte bei diesem preis an sowas wie dem oscar oder wie die berlinale/goldener bär, aber da wir ja wissen wer alles in der jury sitzt bzw. dort die kontrolle hat, gehe ich mal davon aus das die spielekiller diesen preis als machtinstrument gegen die videospiel industrie missbrauchen will, um so die ach so bösen killerspiele (was immer das sein soll) nach und nach aus deutschland zu verdrängen.
    die industrie soll so gezwungen werden nur noch kinderspiele zu produzieren!
    das ist meine starke vermutung hinter diesem “angeblichen” preis.

  10. @Booomboy
    Die Industrie dürfte eben nicht klein beigeben. Und wenn schon nicht “die Industrie”, dann eben der BIU nicht: er vertritt schließlich ausländische Kreative und deren Interessen auch mit. Ich persönlich hätte letztes Jahr “Risen” für Deutschland übrigens vorne gesehen (die PC-Version natürlich nur)

  11. Naja die Industrie hat ja zumindest schon mal reagiert als die jury kein internationales spiel küren wollte.
    aber der BIU ist mir viel zu pussyhaft und traut sich rein gar nichts.
    ich hoffe nur, dass die industrie weiter hart bleibt und beim nächsten preis auch wieder hart auf dem boden stampft, sollte die jury sich wieder “beeinflusst” zeigen.

  12. @LiquidSnakE:
    Denk bitte darüber nach, was du hier schreibst. CoDMW2 hat durch die Flughafenszene die Spiele in ein derart schlechtes Licht gerückt, dass ich und viele andere es schon aus Protest darüber nicht kaufen.

    Dass es Anno ist, war doch klar. Es ist doch “Pädagogisch wertvoll”.
    Als wenn Zehnjährige das Spiel spielen >_>

  13. @Booomboy
    Wo die Industrie da jetzt “hart” geblieben wäre, damit sie nächstes Jahr diese Standfestigkeit erst wieder unter Beweis stellen könnte, wüsste ich jetzt nicht – oder wurde etwa plötzlich “Killzone 2” als bestes internationales Spiel 2009 ausgezeichnet und der Bayer Sinn seines Amtes enthoben ;-)
    @Gradash
    Vielleicht rückt sich die deutsche Politik (und Spielepresse, mit der Industrie) da gerade selbst in ein schlechtes Licht, wenn sie darüber bestimmen will mit welchen Themen sich EntwicklerInnen beschäftigen sollen – ob innerhalb der deutschen Grenzen oder darüber hinaus. Und einer negativen Beantwortung der Frage ob Kunst Tabus brechen dürfe, oder nicht. Was da gedurft werden solle – und nach welchem Gusto Videospiele produziert: wenn der Staat darüber bestimmt, bei Einhaltung aller Schutzalter und Gepflogenheiten andere wenigstens nicht zu sehr zu verletzen – wenn es noch Spaß machen soll Videospiele zu entwickeln. Ist eine solche Bestimmung näher an einer Demokratie oder einer Diktatur? Und was ist totalitärer: anderen womöglich übelste Absichten zu unterstellen oder mit Wohlwollen das beste zu hoffen und sie ihre Arbeit machen lassen, leben lassen – ihrem eigenen konsensualen Streben nach Glück folgend?

  14. Habe ich was verpasst, oder warum ist Anno international? Weil vielleicht die Lokalisation durch ein ausländisches Studio erfolgt ist?

  15. @Rey Alp
    Keine Ahnung wie das für den PC begründet werden soll – vielleicht wurde die Wii-Version im Ausland entwickelt. Das war jedenfalls mein ursprünglicher Gedanke…

  16. Naja man kann “bestes Spiel international” ja als bestes Spiel allg. verstehen.
    So gibt es beim Oscar ja auch “bester ausländischer Film”, was aber nicht ausländische Filme aus der Kategorie “bester Film” ausschliesst. Ist verständlich worauf ich hinaus will? Politik beiseite gelassen, kann es doch theoretisch sein, dass das “beste Spiel international” aus Deutschland kommt. Ist schon etwa merkwürdig, aber darüber muss ich micht nicht aufregen. Aufregen muss ich mich, dass weiterhin ein ganzer Haufen Spiele kategorisch von einer Auszeichnung ausgeschlossen sind.
    Damit ist und bleibt der Computerspielepreis eine Farce und interessiert mich nicht.

  17. @lanzelotz

    Ich verstehe, was du meinst. Auf der Webseite heißt es aber:
    .
    “Der Sonderpreis “Bestes internationales Spiel” wird für bis zu drei Spiele aus internationaler Produktion verliehen.”
    .
    Und eine internatione Produktion stellt ja wohl eher auf die Herstellung als auf den internationalen Erfolg ab. Aber auch hier könnte man sagen, dass sich eine internationale Produktion an den internationalen Markt richtet.

  18. Beim Oscar gibt es für diese Kategorie nur die Unterscheidung in englischsprachige und nicht-englischsprachige Filme: Filme welche sozusagen so gedreht wurden – während nicht-englischsprachige FIlme auch alle möglichen anderen Oscars bekommen können, können englischsprachige Filme den “Auslandsoscar” nicht erhalten (dafür nominiert werden).

    Man braucht ja auch nicht so tun als würden im Ausland keine gewaltärmeren, qualitativ hochwertigen Produktionen hergestellt werden. Man hätte ja auch “Machinarium” zum Beispiel nachnominieren und auszeichnen können.
    Man könnte den Preis ja auch nur für Adventures vergeben – bei einem “Anno” sehe ich die Diskriminierung anderer vor allem nämlich so für gegeben an, weil “Anno” formal doch auch ein Kriegsspiel darstellt: die “Anno”-Ästhetik ist halt entgegenkommender, das ganze wirkt weniger schwerwiegend.
    Und man könnte in die Statuten ähnlich wie bei Disney hineinschreiben, dass in auszuzeichnenden Spiele Figuren nicht aufeinander schießen dürfen! So wie Disney-Figuren das aufeinander angeblich auch nicht dürfen. Oder gewisse Mengen an Blut vorschreiben – nach dem Motto: wenn so und soviel Blut gleichzeitig zu sehen ist, ist ein Spiel nicht mehr als kulturell wertvoll anzuschauen

  19. @Caldera
    Ehrlich gesagt hätte ich Uncharted 2 auch nie und nimmer für preiswürdig gehalten.
    So wie ich “Transformers 2” auch für einen ganz tollen Film halte – die Preiswürdigkeit von “Das weiße Band”, übrigens diesjähriger Gewinner des Deutschen Filmpreises (Lola) von dem Neumann mit Bezug auf “Keinohrhasen” in seiner Rede sprach, weist dieser Film so aber auch nicht auf: das ist nunmal kein Publikumspreis, sondern einer eben der pädagogisch oder kulturell wertvolles auszeichnen soll. Megan Fox mag sich ja ganz schön auf einem Motorrad in dem Film räkeln und die CGI-Effekte wunderbar anzusehen sein, alles sehr glamourös, doch politisch relevante Themen spricht der Film kaum an – höchstens ironich vertrackt. Uncharted 2 mag ein herrlich unterhaltsames Action-Spiel mit Screwball-Anleihen sein, spricht aber auch nichts politisch relevantes an: beides sind eher Wohlfühl-Sachen.
    Ein “Risen” oder ein “Dragon Age” hingegen tun das schon, von unterdrückten Arbeitern bis diskriminierten Zwergen und marginalisierten Elfen. Doch so was scheint man sich für ein gutes Computerspiel gar nicht zu denken – für kein pädagogisch oder kulturell wertvolles Spiel der Welt.
    Und das geht auch in die Richtung dieses Golem-Kommentars denke ich: “Uncharted 2” wird da gleich als weniger brutal hingestellt. Doch was heißt das schon? Doch auch bloß, dass es harmloser ist – so harmloser wie ein “Anno” eben.
    “Das weiße Band” hat den Deutschen Filmpreis gewonnen. “Das weiße Band” halte ich für einen ungeheuer brutalen Film, der mit so abscheulichen Grausamkeiten ausgestattet ist wie mit ebensolchen politischen Verhältnissen
    Doch gerade davon scheint man bei Computerspielen leider halt nichts wissen zu wollen – und das ist das Problem aus meiner Sicht – nicht dass das beliebteste, wohlgefallenste Spiel (Uncharted 2) nicht gewonnen hat

  20. @ Pyri
    “Oder gewisse Mengen an Blut vorschreiben – nach dem Motto: wenn so und soviel Blut gleichzeitig zu sehen ist, ist ein Spiel nicht mehr als kulturell wertvoll anzuschauen”

    Aber nein das geht doch nicht, dann müsste man sich die Spiele doch nochmal komplett richtig anschauen anstatt sich auf die bunten Aufkleber auf den Packungen zu verlassen.
    Und selbst wenn würde man sich sicher sonst irgendwie rauswinden, da auch Ab 16 Spiele wenig bis gar kein Blut enthalten können.

    Der Preis ist und bleibt ein Witz, die Industrie sollte entweder klare Regeln für alle fordern (Auch Ab 16 und 18 Spiele zulässig) oder sich komplett aus dem Preis zurückziehen. Den so einen lächerlichen Preis hat weder die Gameszene noch die Industrie verdient. Da sind mit Leserpreise oder die MTV Game Awards tausendmal lieber selbst wenn diese auch nicht Frei von Ecken und Kanten sind

  21. Hat hier irgendjemand was mit Wirtschaft studiert? Bzw. was heißt “Internationale Produktion”? Ich habe diese Definition gefunden:
    .
    “Internationale Produktion kann treffend als Wertschöpfungsprozess definiert werden, welcher durch eine Firma oder Gruppe von Firmen außerhalb des eigenen Staatsterritoriums besessen oder kontrolliert und organisiert wird.”
    .
    Wikipedia sagt zu Wertschöpfung:
    .
    “Wertschöpfung ist – in einer Geldwirtschaft – das Ziel produktiver Tätigkeit. Diese transformiert vorhandene Güter in Güter mit höherem Geldwert.”
    .
    Also gehört nach der Wiki-Defi zur Wertschöpfung nur die Verbesserung des Produkts, aber nicht der durch den Verkauf erzielte Gewinn. Da der internationale Verkauf von “Dawn of Discovery” damit keine “Internationale Produktion” ist, erfüllt das Spiel imho nicht die Voraussetzungen um für diese Kategorie nominiert werden zu können.

  22. Mann, ich mache es mir mal wieder zu kompliziert. Wo – danke für den verlinkten Artikel – das Kriterium so lautet:
    .
    “Jeder Verband kann jeweils bis zu drei im Ausland hergestellte Spiele für diese Kategorie vorschlagen.”
    .
    Im Ausland hergestellt ist es nicht, da kann man sich den Kram mit der Auslegung des “besten Internationalen Spieles” sparen. Das Spiel erfüllt schlicht und einfach schon rein formal nicht das Kriterium um für diese Kategorie nominiert werden zu können.

  23. @Boombay
    dieser Preis als “Industriekontrollwerkzeug”? Ich glaube eher weniger, das sich Größen wie EA, Ubisoft und Co. davon kontrollieren lassen. Der Preis ist – meiner Meinung nach – nur ein Alibi.

  24. Deutschland ist noch Jahre von so einem Preis entfernt. Lächerlich zu behaupten, er wäre in der Computerspielszene angekommen. Ohne diese Verleih-Farce hätte sicher nicht nur ich ihn gar nicht zur Kenntnis genommen.

  25. @ Rey
    Bin erst im ersten Semester aber als Wertschöpfungsprozess wird im Prinzip die gesamte Produktion verstanden. Man nimmt etwas von Wert (z.B. Holz als Rohstoff) und erhöht durch die Verabeitung seinen Wert (z.B. Herstellung eines Tisches). Ein Tisch kostet ja mehr als das Holz dass man dazu benötigt, somit hat man während des Herstellungsprozesses einen höheren Wert geschaffen

  26. Wann der Wertschöpfungsprozess beendet ist, ist zu diskutieren bzw. Auslegungssache. Ohne mich damit genauer beschäftigt zu haben, kann ich mir vorstellen, dass es da verschiedene Meinungen in der Literatur gibt. Z.B. kann man fragen ob und wie weit Kosten des Vertriebs teil der Wertschöpfungskette sind. Diese Kosten sind z.T im Ausland verursacht, sind aber spätestens bei der Konsolidierung dem Rechtinhaber(Publisher) zuzuschreiben. Im Zweifel zählt wahr´lich wo der wesentliche Teil der Wertschöpfung entstanden ist.
    Es ist mMn aber völlig klar, dass Anno 1404 ein deutsches Produkt ist, da Related Design zu den deutschen Entwicklerstudios gezählt wird. Es mag Outsourcing gegeben haben, aber unter der Verantwortung und Weisung von Related Design.
    Wenn unter der Kategorie “Bestes Spiel international” nur nicht-deutsche Produkte ausgezeichnet werden dürfen, sollte Anno1404 bzw. Dawn of Discovery nicht der Preis erhalten dürfen. Man sollte die Regeln für die Kategorie mMn. dahin ändern, dass es einem Besten Spiel allg. entspricht. Selbstverständlich sollten natürlich Spiele nicht auf Grund einer unerwünschten Thematik oder einer gewissen Altersfreigabe nicht ausgeschlossen werden.

    Andererseits hat man sich dazu entschieden, dass die Preisträger auch “pädagogoisch wertvoll” sein müssen. Dieser Anspruch ist natürlich ein prima Hintertürchen und nebenbei auch Ansichtssache. Aber Ansichtsache ist jede Preisverleihung und Politik gibt es auch bei jeder Preisverleihung.
    Nur geben sich andere Preisverleihungen wenigstens Mühe diesen Umstand nicht so offensichtlich zu machen.

  27. Korrektur:
    Selbstverständlich sollten natürlich Spiele nicht auf Grund einer unerwünschten Thematik oder einer gewissen Altersfreigabe ausgeschlossen werden.
    Ergänzung:
    Natürlich ist Anno 1404 ein deutsches Produkt, wurde ja auch in der entsprechenden Kategorie ausgezeichnet :)

  28. “Wo die Industrie da jetzt “hart” geblieben wäre, damit sie nächstes Jahr diese Standfestigkeit erst wieder unter Beweis stellen könnte, wüsste ich jetzt nicht – oder wurde etwa plötzlich “Killzone 2? als bestes internationales Spiel 2009 ausgezeichnet und der Bayer Sinn seines Amtes enthoben”

    Die Industrie in da hart geblieben, dass sie gefordert haben das ein Preis für “bestes internationales Spiel” vergeben wird oder sie steigt aus.
    Allerdings hatte sich die Industrie nicht vorgestellt, dass diese Jugendschützerindustrie mit ihrer Schläferzelle als Jurychef ein deutsches Spiel als “bestes internationales Spiel” kürt.
    Spätestens jetzt hätte ich als Industrie nachträglich meinen Rücktritt aus dem Preis vollzogen und auch den Gewinner nicht sein Preisgeld ausgehändigt, weil dieser nicht im Sinne der besagten Kategorie gewonnen haben kann, darf wie auch immer.
    Die Industrie hätte direkt bei der Verleihung einen Aufstand machen müssen.
    Tja und das unsere Verbände keine Eier in der Hose haben, haben sie damit bewiesen das sie sich mit der Entscheidung der Schläferzelle einfach so ohne Einwände akzeptiert haben.

  29. @Booomboy
    “Dawn of Discovery” (also das englische Anno 1404) wurde VON DER Industrie nachnominiert, DAMIT wenigstens irgendwas einen Preis als “bestes internationales Spiel” erhält. Die Jury mit KJM-Sinn oder Ring (Wolf-Dieter) wie der heißt, aus Bayern halt, hätte nämlich kein anderes Spiel gewählt! Das war der Industrie klar und deshalb haben sie “Dawn of Discovery” erst nachnominiert. Diese Nachnominierung war schon die Klein-Beigabe und die ist meinen Augen auch der eigentliche Skandal, neben der Rede Neumanns, weil da nix von im Ausland entwickelt wurde – meinen Recherchen nach auch für DS und Wii nichts.

  30. Wo ich gerade vom KJM lese:
    Ich lese in der Mitglieder-Liste des KJM immer den Namen “Thomas Fuchs”.
    Das ist doch der selbe Typ, der beim ÖR-Rückblick zum Amoklauf von Winnenden in der Schule dort einen Lehrgang gehalten hat und den Kindern eintrichtern wollte, dass das US-Militär “Killerspiele” als Schießtraining verwendet oder irre ich mich da?
    (Siehe Folge 38 von Fernsehkritik.tv: http://fernsehkritik.tv/folge-38/1477/ )

  31. “Die amerikanische Armee benutzt solche Killerspiele um – sozusagen – die Leute auf’s Schießen vorzubereiten. Warum? Weil sie festgestellt haben, wenn man da nicht drauf vorbereitet ist, dann hat man eine große Scheu dann auch in Kriegssituationen auf andere Menschen zu schießen. Und man kann tatsächlich – das ist gut belegt – das runtertrainieren, in dem man täglich mit Computern schießt – sozusagen – auf irgendwelche Figuren, Monster und was es da sonst so gibt, kann man das einfach runtertrainieren. Das heißt, die eigene Hemmschwelle kann ich runtertrainieren.” Thomas Fuchs, Jugendpsychologe.

    Der ist bei der KJM? Wo bitte geht es hier ins Verteidigungsministerium – ich habe in Hearts of Iron II mit den Niederlanden und Belgien Nazideutschland überfallen!?

  32. Da bin ich ja beruhigt. Wobei die KJM ja sowieso nicht existiert:

    “Dem BGH dürfte entgangen sein, dass es sich bei der KJM nach verbreiteter Meinung um eine verfassungswidrige Mischbehörde, mithin um ein juristisches Nullum handelt. Die Argumentation kann hier nur skizziert werden: Gem. § JMSTV § 14 Abs. JMSTV § 14 Absatz 3 JMStV besteht die KJM aus 12 Sachverständigen. Diese setzen sich zusammen aus sechs Mitgliedern aus dem Kreis der Direktoren der Landesmedienanstalten (DLM), vier Mitgliedern von den für den Jugendschutz zuständigen obersten Landesbehörden und zwei Mitgliedern von der für den Jugendschutz zuständigen obersten Bundesbehörde. Die KJM ist also ein u.a. aus Bund- und Ländervertretern gemischtes „zentrales Organ der Aufgabenerfüllung” und nimmt eigene Aufgaben wahr. Sie tritt nach außen wie eine Verwaltungsbehörde auf. Nach dem GG sind Mischverwaltungen zwischen Bund und Ländern grds. untersagt. Die Ausnahmevorschriften der Art. GG Artikel 91a GG und GG Artikel 91b GG erwähnen den Jugendschutz nicht. Inwiefern ist es also nun der Bekl. zumutbar, auf Empfehlungen einer mutmaßlich verfassungswidrigen Behörde zurückzugreifen?”

    Von RA Dr. Arthur Waldenberger.

  33. Aber offenbar gibt es sie doch, wenn Leute in Jury´s sitzen und von der KJM kommen oder die KJM über die BPjM ausländische Händlerwebsites sperren lassen will.
    Also wenn diese KJM gar nicht existieren darf, warum tut sie es dann doch?

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