Deutscher Computerspielpreis 2011 am Scheideweg?

(PC-Games) Stephan Reichart – Hauptgeschäftsführer des GAME-Bundesverband – wurde von der PC-Games interviewt. Auch wenn vieles bereits sehr gut gelaufen sei, sieht er Verbesserungsbedarf:

„Es kann nicht sein, dass hier Personen den Vorsitz haben, die selber nicht spielen und es nicht verstehen wollen, dass auch 18er-Titel kulturell wertvoll und vielleicht sogar trotzdem pädagogisch sinnvoll sein können. Sollten wir diese Diskussion 2011 erneut führen müssen, sähe ich keinen Sinn mehr in einem solchen Preis – denn nächstes Jahr sprechen wir über Crysis 2 und Spec Ops, sicherlich beides USK-18-Titel, und – vielleicht – die besten Action-Spiele, die seit Jahren aus Deutschland kommen. Können wir die dann von einem Preis ausschließen, der sich „Deutscher Computerspielpreis“ nennt? Sicher nicht!“

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19 Gedanken zu “Deutscher Computerspielpreis 2011 am Scheideweg?

  1. nun ich verstehe die Aufregung allerdings landen wir eher auf dem Mars als wird das erleben. :(
    Medien und Politiker würden doch dann Amok laufen, Druck ausüben und gerade während des Wahlkampf in NRW hätten sie doch ein nützliches „Thema“ ausgeschlachtet werden.

  2. @Hormu

    Um ehrlich zu sein hätte ich auch kein Problem damit, wenn „Crysis 2“ nicht ausgezeichnet werden würde. Der Umstand, dass es eines der besten Action-Spiele sei, die in den letzten Jahren in Deutschland entwickelt worden, finde ich als Qualitätsindikator nicht wirklich überzeugend. So gab es die letzten Jahre ja nicht einmal eine nennenswerte Auswahl an in Deutschland entwickelten „ab 18“ Spielen. Und nur weil Crysis 2 wohl besser als Söldner sein wird, wird man es ja wohl nicht auszeichnen müssen. Da ich zuletzt nur FarCry (1) gespielt habe, kann ich über Crysis 2 (wo es ja auch noch nicht erschienen ist?) nicht viel sagen, aber ich denke durchaus, dass manch ein 2010 als „Jugendspiel“ ausgezeichnetes Adventure sich vor einem Shooter nicht verstecken muss.

  3. Naja, Crysis 2 mag aus Gameplay-Sicht nicht der Oberbringer sein, aber aus technologischer Sicht ist die Cry-Engine die beste die es momentan auf dem Markt gibt… (Made in Germany)
    Ungeachtet davon: solange es nur Preise für Kinderspiele gibt, können die sich den Preis sonstwohin stecken, da stimme ich Herrn Reichart voll zu.

  4. „“Laut Statuten des Deutschen Computerspielpreises dürfen in der Kategorie „Bestes internationales Spiel“ ausschließlich „im Ausland hergestellte Spiele“ vorschlagen werden. Dies trifft auf den nachnominierten und gleichzeitig siegreichen Titel Dawn of Discovery nicht zu. Muss Related Designs/Ubisoft den Preis für das Beste Internationale Spiel zurückgeben?
    Ganz im Ernst verstehe ich solche Forderungen nicht – jeder weiß doch, dass Produkte von EA, Ubisoft oder anderen internationalen Publishern immer auch zu großen Teilen durch die Unterstützung des gesamten Konzerns produziert werden. Crytek, Yager, Phenomic und viele andere Studios produzieren ihre Spiele auch längst nicht mehr nur in Deutschland, selbst wenn der Sitz des Studios hier ist. Eine Abgrenzung fällt heutzutage immer schwer, und da die Formulierung nicht lautet „komplett im Ausland hergestellt“, hat die Jury hier eine politische Alternative, einen politischen Ausweg gefunden… Ich bin jedoch ganz klar der Meinung, dass wir im nächsten Jahr eine neue Formulierung für die Kategorie brauchen, die klar abgrenzt, was eingereicht, nominiert und ausgezeichnet werden kann. „“

    Mann kann sich auch alles schönreden und zurechtbiegen….

  5. @Danny:
    Crysis hatte ein extrem gutes Gameplay. Mit eines der besten das shooter in den letzten jahren hatten. Die Story is ne andere sache und Technik sowieso. Alleine schon der Nanasuit und die intelligente KI haben Crysis vom gameplay her, in die Oberste Liga in diesem Kriterium geschickt.

  6. Crysis fand ich nciht so toll. Klar, tolle Grafik, tolle Ideen usw usw…
    Aber das Feeling im Kampf wirkte so schwammig und unkoordiniert, zielen mit Sniper war extrem fummelig, genau wie das sonstige Zielen, alles wirkte so „dumpf“… es ist schwer zu beschreiben, aber ich hatte nicht das gefühl, das die Figur, die cih steuerte, wirklich direkt und 100% exakt das machte was ich wollte.. :/

    Ontopic gebe ich Kraid recht. Ein Computerspielepreis bei dem die dreistesten und dümmsten Zensurbeführworter in der Jury setzen ist lachhaft.

  7. –Och wie schade! Da bekommt Polly Poket und das Wunderpferd keinen Preis nächstes Jahr?

    Sowieso nicht – das Pferd könnte doch Tollwütig werden und zum Killerpferd mutieren ;D


    @Thema: ich bin absolut für eine geringere Beteiligung der Politik an diesem Preis. Es kann wie bereits erwähnt nicht sein, dass Ahnungslose Jurymitglieder darüber urteilen was gut ist und was nicht.
    Das Währe, als wenn wir als Spieler den besten Jäger Bayerns küren würden – da würde auch nichts bei herauskommen.

  8. Wenn Herr Reichart das in dem Zitat wie es hier wiedergegeben wird wirklich so meint, vor allem den ersten Satz, dann kann ich ihm fuer naechstes Jahr nur alles gute: wie allerdings dann auf 18er-Titel fokussiert werden soll, wenn heuer schon keine 12er wie vermeintlich „Risen“ eine Rolle spielten, mutet mir schon weiterhin aeusserst seltsam an. Oder wo war Risen gegenueber Gothic 3 weniger fortschrittlich als Anno 1404 gegenueber Anno 1701?

  9. Pingback: Wo ist Ceville geblieben? « Jürgen Mayer

  10. Na war ja klar, das „Reglement“ ist auslegungssache und kann gedreht und gebogen werden wie es einem grad passt… Warum dann aber diese Kathegorien wenn sich eh keiner dran hält? Warum nennt man den „Deutsche Computerspielepreis“ nicht einfach um zu „Spiele, die den Politikern und den Veranstaltern in den Kram passen“.
    Denn so siehts nun mal aus, was dennen passt gewinnt, was nicht fliegt einfach raus. Doch um den Schein zu wahren, nominieren wir X belibige Titel die aber eh nich gewinnen werden, da wir ja einfach aus allen Titeln die erscheinen sind eins nehmen können welches nicht mal nominiert ist. Muss man nicht verstehen oder?

  11. ehrlich gesagt, würde ich den jetztigen verantwortlichen leuten mit der verminderung des preisgeldes ein deutliches signal setzen, dass wenn es so weiter geht die industrie sich von dieser verarsche los sagt und was eigenes auf die beine stellt.
    sprich: statt 150.000€ zu dem Preis beizutragen wird es nächstes Jahr nur 75.000,- sein, dass ist genau die Hälfte und wir alle wissen ja das Politiker und Jugendschutzterroristen erst bei Geld die Augen und Ohren aufmachen und erst dann den Verstand einschalten.

  12. Nach Reichart gibt es nun auch ein Interview mit seinem Kollegen Wolters vom BIU: http://www.pcgames.de/Deutscher-Computerspielpreis-2010-Event-233747/News/Spieleherstellerverband-BIU-zum-Deutschen-Computerspielpreis-Was-internationale-Produktion-bedeutet-ist-Auslegungssache-746953/ Dieses Interview ist etwas anders ausgefallen. Wolters weiß anscheinend weniger auszusetzen an der derzeitigen Situation als Reichart, und möglicherweise gibt es so für nächstes Jahr doch keine Änderung am Preis

  13. @Booomboy
    vielleicht echt keine schlechte Idee!
    Möglicherweise währe es sogar möglich Bedingungen zu stellen, immerhin leistet die Industrie ja auch einen erheblichen Beitrag. So wie es jetzt im Moment ja ist, ist es ja ein politischer Preis (für was auch immer). Das währe doch mal ein Ansatzpunkt.

  14. Sehe ich auch so!
    Ohne Geld gibt es keinen Preis, aber den wollen diese Moralterroristen unbedingt haben, aber nur zu ihren Bedingungen.
    Also muss die Industrie den Spieß umdrehen und mit der Geldschraube seine Bedingungen durchbringen.
    GAME und BIU haben uns ja schon gezeigt das sie unfähig sind standhaft zu bleiben.
    Also müssen die Firmen die hinter GAME und BIU sind beim nächsten Preis sich zögerhaft und knausrig geben, wenn der Geldbote wieder los geschickt wird, um Geld einzusacken.

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