PC Games interviewt Wolf-Dieter Ring

(PC Games) Der Vorsitzende der Hauptjury des „Deutschen Computerspielpreises“ ist mit Wolf-Dieter Ring auch der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien und Vorsitzender der KJM.Vor einigen Jahren soll er sich bei den Münchner Medientagen auch dahingehen geäußert haben, dass es eine positive (und gewollte) Nebenwirkung des Jugendschutzes sei, dass Erwachsenen der Zugang zu entsprechendem Material erschwert werde. Im Gespräch mit der PC-Games stellte er nun klar, dass die Entscheidung „Dragon Age: Origins“ und „Uncharted 2“ nicht zu berücksichtigen, durch das Reglement – das pädagogisch wertvolle Spiele verlangt – vorgezeichnet war.

Zum Interview

23 Gedanken zu “PC Games interviewt Wolf-Dieter Ring

  1. Die angesprochenen Kriterien nach der Spiele ausgezeichnet werden können, sind doch lachhaft! Der Bundestag (in dem fast ausschließlich Leute sitzen, die keine Ahnung von Spielen haben) gibt Kriterien vor, die dann als Entscheidungsgrundlage für eine Jury gelten (in dem fast ausschließlich Leute sitzen, die keine Ahnung von Spielen haben).
    Findet jemand den Fehler?
    .
    „Bei einem so jungen Preis ist es nicht verwunderlich, wenn es an der einen oder anderen Stelle noch Diskussionsbedarf gibt. Diese Erfahrung habe ich schon öfters gemacht und hier ist es nicht anders.“
    Bravo Herr Ring! Doch warum kann dann nicht von Anfang an so geplant werden, dass alle beteiligten Akteure zumindest halbwegs davon überzeugt sind, dass der Preis einen echten Sinn hat, anstatt, wie aktuell, erstmal Murks zu beschließen und dann mal zu gucken ob’s ohne Murren geschluckt wird?? Bei kleinen Detailfragen ist es sicherlich normal, dass diskutiert wird, aber bei Kriterien, die die Legitimität und Glaubwürdigkeit von Beginn an in Frage stellen, gilt das nicht. Hier haben die Verantwortlichen versucht etwas durch die Hintertür zu etablieren und haben damit einen klassischen FAIL geschafft.

  2. @Rey Alp
    Nicht Fail im Sinne von Fehler, sondern im Sinne von gescheitert. Der gescheiterte Versuch Spiele mit Gewalt zu diskreditieren, indem einfach impliziert wird, dass diese nicht pädagogisch wertvoll sein können. ;)

  3. @Crusader
    Das große Problem was ich dabei sehe ist, dass dies überhaupt nicht begründet wird.
    Man sieht scheinbar auch keinen Anlass dafür dies zu begründen. Man beschäftigt sich mit einem „Dragon Age: Origins“ zum Beispiel gar nicht wirklich. Und bei anderen Medien steht die Pädagogik, eine Einteilung in Kinder- und Jugendmedien, überhaupt nicht auf dem Plan

  4. Mann müsste den Ring mal mit der Frage konfrontieren, weshalb „Das weiße Band“ heuer die Lola gewonnen hat, auf die auch Neumann hingewiesen hat, und wieso „Dragon Age: Origins“ nicht gewinnen konnte.
    In beiden Werken geht es unter anderem um sexuelle Ausbeutung und die Gewalt einer Klassengesellschaft: wieso hat das Spiel nicht gewinnen können? Weil bei Dragon Age Blut spritzt und statt Norddeutsche im Film, Zwergen und Elfen darin die Charaktere sind? Wie soll das (weiter) begründet werden? Und so die negativen Gefühle und Vorurteile gegenüber den Spielen entlarven.
    Ich fürchte aber ja, dass die Spiele dieser Jury, diesen Jurien, gar nicht wirklich näher gebracht werden können :-(

  5. Wow, da haben die von PC Games echt ein knallhartes Interview geführt, der Ring muss echt ins Schwitzen gekommen sein.

  6. Ich glaube, wenn der Herr endlich mal Hirn vom Himmel regnen lassen würde, dann wäre Herr Ring so einer, der sofort den Regenschirm aufspannt… einfach nur unfassbar dieser Typ, Falls es wirklich mal Hirn regnen sollte, empfehle ich Herrn Ring einen grooßen Trichter.

  7. @Pyri:
    Filme können anerkannte Kunstwerke sein – diese Anerkennung fehlt Computerspielen, weil diese Anerkennung von Leuten vergeben wird, die sich weder damit beschäftigen, noch den Willen dazu zeigen.

    Das ist doch so, als wenn ich als Kunstbanause versuchen würde den Werken von Neo Rauch kinderpornografische Tendenzen zu unterstellen und damit ein Ausstellungsverbot zu erwirken.

  8. Wo ist denn „Anno 1404“ pädagogisch wertvoll? Das lernen der Wirtschaftskreisläufe? Das kann es nicht sein. Die Story dagegen ist sehr klischeehaft. Nicht schlecht, aber extrem breit und vereinfachend gezeichnet. „Dragon Age“ hat vor allem weitaus komplexere und interessantere Charaktere, und auch eine vielschichtiger Geschichte, wenn man sich mal über die Gut gegen Böse Oberfläche hinausbewegt.

    Auch ein Spiel wie „Bioshock“ kann pädagogisch wertvoll sein, wenn man sich wirklich darauf einlässt und sich mal etwas mit der Philosophie und dem Gedankengut dahinter beschäftigt. Wenn man z.B. mal ein paar Artikel über Ayn Rand und Objektivismus liest. Sicherlich nichts für Jugendliche, aber auch als Erwachsener kann man noch etwas lernen.

  9. @Stefan: um die Tiefgründigkeit dainter zu verstehen, muss man es gespielt haben.
    Dies ist nicht der Fall.
    Ich warte auf den Gewalttäter, der seine Taten auf den Büchern von H.P.Lovecraft begründet. Und zwar auf den englischen Originalen.

  10. (Wer jemals Lovecraft auf englisch gelesen hat, wird mir beipflichten, dass sich das – aufgrund des Schwierigkeitsgrades – kaum ein Jugendlicher antut. Nur zum Verständnis.)

  11. Na ja, es sind Spiele. Ich bin mir nicht sicher, ob ein Spiel pädagogisch wertvoll sein muss, oder ob es reicht, wenn es den Spieler einfach nur unterhält. Man kann für sich persönlich vieles aus einem Spiel herausnehmen: Fingerfertigkeit, Erinnerungs- und Orientierungsvermögen, sprachliche Erweiterungen (so man wie ich nur im Ausland kauft), schlichten Spaß. Und so wie man unseren Kleinen ab und zu auch mal eine Pause vom Unterricht gönnt, sollte hin und wieder auch mal ein Spiel nicht ständig die pädagogische Wertvoll-Keule schwingen.
    Der Deutsche Computerspiel geht schon in Ordnung, nur die ewigen Zensierer an dessen Spitze gehören woanders hin.

  12. „positive (und gewollte) Nebenwirkung des Jugendschutzes sei, dass Erwachsenen der Zugang zu entsprechendem Material erschwert werde“
    DASS IST ZENSUR!!!
    Den Menschen sollte man genau dass immer wieder an den Kopf werfen bis er es kapiert.

    Happy Coding

  13. @purchaser
    Ich behaupte mal ganz frech, dass diese spezielle Anforderung (pädagogisch wertvoll) für den Preis nur deswegen aufgestellt wurde, um die ach so bösen und immer wieder gescholtenen Actionspiele aller Art von der Preisverleihung fernzuhalten. Wenn so ein Kriterium den Spielen einfach von Beginn an nicht zugebilligt wird, dann gibt es auch keinen Grund, die zu berücksichtigen, egal wie gut gemacht diese sind.

  14. Für mich klingt das nach: „der Bundestag ist Schuld, nicht ich!“
    Nun gut mag sein, aber dann muss er eine umbenennung des Preises oder eine Erweiterung für Erwachsenentitel vorrantreiben.

  15. „pädagogisch wertvoll“…da gibt es etwas aus Momo von M. Ende – In den Kinderdepos (oder so ähnlich) kommt es bei den „Spielen“ nur darauf an, dass es nützlich für die Zukunft der Kinder ist, und nicht ob es Spaß macht oder nicht.

  16. @Gradash

    aber die geschichten, die noch zu lebzeiten lovecrafts veröffentlicht wurden, wurden hauptsächlich von jugendlichen gelesen. so schwer isses ja auch wieder nicht… is aber auch egal… wer liest heut schon noch? :(

    p.s. ring ist doof

  17. warum hat eigentlich keiner mal den mumm ihn zu fragen, was ihn seiner meinung nach qualifiziert, in einer juri für einen computerspielpreis zu sitzen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.