KFN missverstanden – zum Glück?

(kfn) Das “Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen e.V.” (KFN) hat wieder eine Studie veröffentlicht, die von der Presse scheinbar recht eindeutig aufgefasst wurde. Bei einer Google-Suche finden sich Überschriften wie “Allah macht hart” (tagesspiegel), “Junge Muslime: Je gläubiger, desto brutaler” (abendblatt) oder “Jung, muslimisch, brutal” (spon). Als Gamer könnte man angesichts dieser Schlagzeilen beruhigt aufatmen, dass es nicht schon wieder Videospiele getroffen hat. Doch wer einen Blick in die Studien wirft, wird eines Besseren belehrt:

“Der Befund fällt zwar in Bezug auf die Religionszugehörigkeit nicht signifikant aus, wohl aber im Hinblick auf die zwei die Gewalt fördernde Faktoren. Je stärker sich islamische Migranten an ihren Glauben gebunden fühlen, umso mehr stimmen sie gewaltlegitimierneden Männlichkeitsnormen zu und umso häufiger bevorzugen sie gewalthaltige Medien.”

Durch die Studie wird also gerade nicht belegt, dass “Allah hart machen” würde. Der stärkste Faktor, der Jugendgewalt beeinflusst, ist nach dem KFN übrigens die Anzahl delinquenter Personen im persönlichem Umfeld, die durch drei Faktoren bestimmt werde: Schulschwänzen, Alkohol-/Drogenkonsum und Gewaltmediennutzung. Diese Risikofaktoren betreffend wirkt sich eine zunehmende Religösität muslimischer Jugendlicher auch nicht nur nachteilig aus. Denn der Studie zufolge weisen diese beim Alkoholkonsum “die mit Abstand niedrigste Quote” auf. Während also ein Faktor zum Positiven hin verändert wird, wird ein anderer – der der Nutzung gewalthaltiger Medien – negativ beeinflusst.

Anders, als es viele Artikel suggerieren, ist der Kelch an den Gamern also nicht vorbeigegangen. Der Inhalt der Studie wäre mit “Jung, muslimisch, Killergamer, brutal” wohl “treffender” zusammengefasst worden. Die Presse scheint das größtenteils aber nicht gemerkt zu haben.

So bauen sich SPON und Abendblatt aus dem mittelbaren Zusammenhang einen unmittelbaren inklusive Nebenwirkungen:

“Demnach wächst ihre Gewalttätigkeit mit zunehmender Bindung an den Islam. Zudem nehme mit der Religiosität auch die Akzeptanz von Machokulturen und die Nutzung gewalthaltiger Medien zu.”

“Demnach wächst ihre Gewalttätigkeit mit zunehmender Bindung an den Islam. Mit der Religiosität nehme auch die Akzeptanz von Machokulturen und die Nutzung gewalthaltiger Medien zu.”

Beim Tagesspiegel, der Gewaltmedien ausklammert, bekommt man dagegen den Eindruck, dass hier versehentlich die mittelbare Wirkung mit den Zahlen der nicht-signifikanten unmittelbaren relativiert werden soll. Als Gamer wird einem hier nun vorgeführt, dass nicht ganz korrekte Berichterstattung sich nicht immer zum Nachteil von Videospielen auswirken muss. Was aber verwundert ist, dass dem konstruierten unmittelbaren Zusammenhang zwischen Islam und Gewalt weit mehr Bedeutung als dem von der Studie behaupteten mittelbaren über Videospiele beigemessen wird.

Sehr belastbar sind die Ergebnisse aber ohnehin nicht. So wird von den Machern selbst eingeräumt, dass in “der hier vorgestellten Analyse weitere, für die Erklärung des Gewaltverhaltens wichtige Drittvariablen nicht berücksichtigt” worden seien. Dies meint man offenbar nicht mehr nötig zu haben, da in anderen Studien des KFN trotz deren Beachtung die Auswirkungen “dennoch erhalten” blieben. Des Weiteren gibt man zu bedenken, dass es sich lediglich um Querschnittsdaten handelt, “die eine Untersuchung von Ursache-Wirkung-Beziehungen nur eingeschränkt ermöglichen”.

Im ersten Bericht der Studie kamen Gamer übrigens auch nicht gut weg:

“Je häufiger die Jugendlichen ihre Freizeit mit dem Konsum gewalthaltiger Medien (Horror-, Actionfilme, Kampfspiele, Ego-Shooter) verbringen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Jugendliche durch ausländerfeindliche Einstellungen und rechtsextremes Verhalten in Erscheinung treten.”

Von einem Bier auf den Schock ist auch dringend abzuraten:

“Gleiches gilt für den häufigen Alkoholkonsum: Jugendliche, die mindestens einmal wöchentlich Bier, Wein/Sekt, Alcopops und/oder Schnaps zu sich nehmen, gehören dreimal häufiger zu der Gruppe der Rechtsextremen als Jugendliche, die seltener Alkohol konsumieren.”

43 Gedanken zu “KFN missverstanden – zum Glück?

  1. Irgendwie habe ich ein bisschen das Gefühl, dass das KFN ein bisschen zu viel Alk konsumiert hat. Dann sind also alle Alkohol trinkenden Gamer Nazis?
    Interessante These…Dumm aber doch interessant.

  2. @Timpossible

    Das muss nicht kumulativ vorliegen: Saufen alleine reicht auch aus! Und man kann auch als Abstinenzler Gamer-Nazi sein.

  3. Mich würde mal interessieren was laut KFN mit ausländischen Gamern passiert. Die können ja schlecht ausländerfeindlich werden oder? Wie ich das KFN einschätze kommt nun wahrscheinlich als nächstes ne Studie laut der ausländische Gamer alles gewaltbereite Autonome sind ;)

  4. Säufer, Nazis, Terroristen, Immigranten, Schulschwänzer, Killerspieler alles das selbe. Hach wie schön simpel die welt doch sein kann. So super 2 dimensional eingeteilt in gut und böse und für alles gibt es einen einfachen grund.

    KFN die Bild unter den forschungsinstituten…

  5. Das “Kriminologische Forschungsinstitut …”, nicht “kriminalistische”, oder sollte das ein Scherz sein, weil das in der Presse auch oft verwechselt wird :-D

  6. @all: so sehr ich die Aufregung verstehen kann, das KFN hat nicht behauptet dass alle Gamer Nazis seien, alle Alks Nazis oder son Quatsch. Es geht um Faktoren, nicht um die eierlegende Wollmilchsau-Erklärung.

  7. Wieso laufen die “Forscher” vom KNF nicht einfach mit 2 Stempeln in der Welt rum? Sie müssten doch nur jedem “guten” Menschen einen grünen und jedem “bösen” einen roten Stempel aufdrücken, und schon wäre die Welt eine bessere – anscheinend ist das ja so einfach….

    Ich frage mich nur immer, ob diese Leute absichtlich lügen, oder ob sie den Schwachsinn selber glauben, den die da verzapfen.

    Und dann freue ich mich schon auf die nächste Studie und ihre Uminterpretierung in der Bild: “Skandal: Killerspiele machen Allah! Potenzielle Amokläufer konvertieren!” Das wäre doch mal ne Überschrift! :D

  8. mich würde mal brennend interessieren, wie die bitte auf so einen blödsinn kommen? wie läuft denn so eine studie ab? wie kommt man überhaupt dazu, die nutzung von alkohol und spielen und deren wirkung auf rassismus zu studieren? ich bin mir sicher, dass wenn man irgendwas anderes als spielen oder saufen erforscht hätte, das selbe rausgekommen wäre. weil wer will, der findet auch. “durch kochen und mensch-ärger-dich-nicht steigt die gewaltbereitschaft gegenüber ausländern”. wenn ich seite an seite mit amis zocke, wie hilft mir dabei rassismus weiter?

  9. @Mars
    Dem möchte ich doch widersprechen. Es geht um Politik. Um politische Schlussfolgerungen (daraus), aus solchen “Studien”, deshalb ist das KFN aus meiner Sicht auch in den Medien so präsent. Weil es einfache, griffige Aussagen bietet. Populismus eben
    Aussagen auf welche dann noch auch leicht reagiert werden kann beziehungsweise könnte. Und Pfeiffer war schon einmal Minister

    Es geht darum was Sozial- oder Gesellschaftswissenschaft leisten kann, und was nicht. Ja, eine solche Wissenschaft kann auf Faktoren diesbezüglich hinweisen – das also leisten – aber sie kann schonmal überhaupt nichts über die Bedeutung von Gewaltdarstellungen etwa aussagen. Was sich dabei gedacht wurde als diese hergestellt wurden. Da kann praktisch nur mit Unterstellungen operiert werden. Und das möchte ich auch nicht verharmlost wissen
    Mir wurde im Forum bereits nicht widersprochen als ich fragte was da mehr vorhanden wäre als Selbsteinschätzung, geht es etwa darum was eine Feststellung von Religiösität dabei betrifft. Und hier gibt es bei den Games eben noch eine Selbsteinschätzung: die Selbsteinschätzung der WissenschafterInnen nämlich, dahingehend was “gewalthaltig” wäre und was nicht.
    Ihre Studien halte ich persönlich zum Beispiel schon für wesentlich “gewalthaltiger” so, als irgendwelche kommerziellen Videospiele – einfach auch weil sie einen Zündstoff der Ausgrenzung in sich bergen. Wie ist Pfeiffers eine Predigt gegen “Killerspiele” da zu sehen – im Verhältnis zu irgendwelchen unliebsamen Imamen zum Beispiel, usw.

  10. komisch, der Gründer des KFN half 1978 mit einen Sprengstoffanschlag auf die JVA Celle zu organisieren.
    Mit diesem Anschlag wurde die Angst vor Terroranschlägen geschürt, die dabei half Bürgerrechte zugunsten staatlicher Kontrolle abzubauen.

    Immer wieder fällt das KFN dadurch aus das seine Studien möglichst alarmistisch in den Medien zitiert werden. Häufig werden die Studien auch von Politikern aufgegriffen um Bürgerrechte zugunsten eines scheinbar starken Staates einzuschränken.
    Kann natürlich Zufall sein.

  11. “Gleiches gilt für den häufigen Alkoholkonsum: Jugendliche, die mindestens einmal wöchentlich Bier, Wein/Sekt, Alcopops und/oder Schnaps zu sich nehmen, gehören dreimal häufiger zu der Gruppe der Rechtsextremen als Jugendliche, die seltener Alkohol konsumieren.”

    d.h wer Alkohol trinkt ist mit vergleichsweise höherer Wahr´keit auch dem Rechtsextremismus zu getan.
    Oder
    wer rechtsextrem ist, der ist dem Alkohol vergleichsweise zu getan
    Fragen über Fragen. ERkenntnisgehalt gleich null

    Des Weiteren gibt man zu bedenken, dass es sich lediglich um Querschnittsdaten handelt, “die eine Untersuchung von Ursache-Wirkung-Beziehungen nur eingeschränkt ermöglichen”.

    Mit anderen Worten, die können auch nichts neues zur Erkenntnisgewinnnung beitragen, außer ein paar Daten zu erheben und ne Korrelationsanalyse durchführen.
    Das hätten die sich auch sparen können.

  12. @Mars
    Also ist Gewalt kein Ausdruck negativer Gefühle??? Ich dachte doch, dass es hier darum ginge “die Gesellschaft” vor gemeingefährlichem Unwesen beziehungsweise sozialschädlichen Einstellungen zu bewahren??

  13. Bei solchen kriminologischen Glanzleistungen (bzw. deren einseitiger Rezitation durch die Medien, der der KFN e.V. (!) merkwürdigerweise nicht widerspricht…) tut es immer ganz gut, sich mit der Meinung von Fachleuten auseinanderzusetzen: http://blog.beck.de/2010/06/06/muslimische-religiositaet-und-gewalt-ergebnisse-einer-kfn-studie
    .
    Prinzipiell ist aber durchaus zu bewundern, wie konsequent hier Korrelationen (und nichts anderes decken Studien auf) als Kausalitäten gedeutet werden, ohne die Frage auch nur klären zu wollen, was denn nun was hervorruft, ob als beispielsweise stärkere Religiösität (wie auch immer sie “gemessen” wird, darüber sind sich auch die Theologen uneins) und stärkere Neigung zu Gewalt nicht vielleicht eine gemeinsame Ursache wie (gefühlte? reale?) soziale Isolation haben könnten – nein, solche Überlegungen werden der Einfachheit zuliebe (sei es von Seiten der Medien oder vom KFN e.V. (!), der diese Studie erst nach Abebben des medialen Interesses der Wissenschaft und damit der fundierten Kritik zugänglich machen möchte…) ignoriert.
    Denn nichts geht über ein einfaches Weltbild, auch kein korrekt(er)es!

  14. @lanzelotz:
    Prinzipiell richtig, ob sie sich die Studie hätten sparen können oder nicht, darüber wollte ich nicht urteilen – aber die mediale Aufarbeitung in der Form, wie sie jetzt geschieht und ihr (bislang) nicht vom KFN e.V. widersprochen wird, die sehe ich als sehr bedenklich an, besonders da sie das Potenzial hat, zu spalten anstatt zu versöhnen, auf der Grundlage eben von bloßen Korrelationen (auch bekannt als: “alle Mörder haben Brot gegessen, verbietet Brot!”). Um es weiter mit Hagen Rether zu sagen: “So hab ich den Lessing nicht verstanden.”

  15. @Beck-Blog
    Also wenn ich mir ansehe was da schon alles an islamfeindlicher Hetze mehr oder weniger offen zu finden ist in den Kommentaren wird mir (auch) schon ganz übel.
    Und der Herr Müller in typischer Zurückhaltung für vermeintlich doch andersdenkende Wissenschaft in Deutschland lässt das so auch noch stehen?

  16. Ich glaub beim KFN schneiden die einmal am Tag einen Fisch auf und lesen dann aus den Eingeweiden den Inhalt ihrer Studien ab. So eine dumm-dreiste Hetzerei wurdert aber nicht.

    Ich mein, was soll man schon erwarten, wenn Pfeiffer ein Dokument namentlich unterstützt, welches allen Wissenschaftlern, die seine Meinung zu Videospielen nicht teilt Korruption unterstellt und auch sonst nur Lügen und Hass verbreitet.

    Wer solch eine Hetze unterzeichnet und zugleich ein “wissenschaftliches Institut” leitet und keinen “Konflikt” erkennt, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen.

  17. @Pyri:
    Ich bin auch entgeistert von den Kommentaren, da bin ich beim beckblog doch weitaus höhere Qualität gewöhnt – ein guter Grund, mich tunlichst von der law-and-order-Fraktion auf “WELT”-online fernzuhalten, deren Artikel selbst schon bodenlos schlecht war.
    .
    Dass Herr Müller das (bislang) so stehen lässt, kann ich einigermaßen nachvollziehen, legen die Kommentatoren doch ein einschüchterndes Maß an Ignoranz und Voreingenommenheit an den Tag – ein echter Dialog scheint mir da nicht möglich, eine Zensur würde nur die “aber wir sagen doch nur wie’s ist!”-Mentalität bestätigen. Aber auch in Hinblick auf die Vergangenheit denke ich, dass er sich dazu in Zukunft noch äußern wird, er kann ein sehr hartnäckiger Gesprächspartner sein.

  18. erstmal guten tag

    ich weis nicht ob es euch aufgefallen ist das manche Studien sind wirklich nutzlos. alle reden davon steuern zu sparen aber geben Geld für so unnützliche Studien aus und noch
    was zu den Profs. und Drs. wenn sie schon wissen was sie falsch machen wieso veröffentlichen sie dann solche Studien

    Bin sehr gläubiger Moslem, bin Gamer bin aber nicht gewalttätig…………

  19. Also wenn das eine “wissenschaftliche Studie” sein soll, dann bin ich ab sofort Angela Merkel!
    An dieser Studie ist nichts wissenschaftliches, sondern nur “Meinungswissen, Schätzungen und Mediengeilheil”.

    Meinungswissen:”Ich habe in Brandenburg 5 Nazis auf einer Bank im Park getroffen die sich einmal wöchentlich hier zu einer Flasche Bier treffen”
    Schätzungen:”Wir schätzen, dass gewaltbereite und strenggläubige muslimische Männer sich eher zu Gewaltmedien hingezogen fühlen als nicht streng Gläubige”
    Mediengeilheit:”Wir waren jetzt knapp 2 / 3 Monate nicht mehr in den Medien genannt und um den Menschen zu zeigen das es uns gibt, aber auch um unseren Geldbringern zu beweisen das wir sie weiter mit Scheinbeweisen versorgen können, kam uns die Idee einfach mal irgendwas als Studie zu verpacken und den Medien zuzuspielen”

    Schätzungen: das oben geschriebene ist meine Schätzung, weshalb es diesen Müll überhaupt gibt.

  20. @Der_Typ:
    Weshalb solche Studien angefertigt bzw. dermaßen unausgegoren präsentiert werden: Der KFN e.V. ist eben nunmal – deshalb schreibe ich es immer mit dazu – ein eingetragener Verein, also gerade keine staatliche Institution (auch wenn er eine staatliche Grundfinanzierung vom Niedersächsichen Ministerium für Wissenschaft und Kultur erhält), und als Verein finanziell von Geldgebern (mit-)abhängig.
    Und seien wir ehrlich, zumindest erreicht man mehr potenzielle Geldgeber mit Schlagzeilen wie hier demonstriert als mit “KFN e.V. stellt gewisse Korrelationen zwischen der (wie auch immer gemessenen) Religiösität muslimischer Jugendlicher und einer (wie auch immer gemessenen) Gewaltbereitschaft her, trifft aber (wie es sich für Studien gehören sollte) keine Aussagen über Wirkungszusammenhänge (da diese nicht von Studien erfasst werden können, sondern nur Spekulationen der Studienmacher bzw. -verbreiter sind)” – wie diese potenziellen Geldgeber dann reagieren, ob zustimmend oder ablehnend, steht dann wieder auf einem ganz anderen Blatt, aber zumindest hat der KFN e.V. die Aufmerksamkeit, die er scheinbar (er widerspricht der tendenziösen Darstellung der Medien ja nicht bzw. befördert sie sogar, indem er die Studie nicht zeitgleich oder gar im Vorfeld möglichen Kritikern vorstellt) erzielen wollte.

  21. @Mortipher
    Man sollte vielleicht auch folgendes anmerken: der Herr Müller wies auf diese Veröffentlichungspolitik bei Beck schon (auch) hin, aber hinzu kommt doch auch noch etwa – zumindest was die Medienwirkungsforschung betrifft – dass man sich am (universitärem) wissenschaftlichem Diskurs nicht beteiligt. Christoph Klimmt:
    “Das KFN erstellt zwar Befragungsstudien mit gewaltigen Teilnehmerzahlen, nimmt aber überhaupt nicht am wissenschaftlichen Diskurs teil” Zitiert nach http://www.heise.de/newsticker/meldung/Spielen-in-einer-gewaltbesessenen-Gesellschaft-984670.html

    Ich sehe das ja leider so, dass etwa belegt durch eine Aussage des SPIEGEL-Journalisten Stöcker im selben Heise-Artikel, wonach in einer “gewaltbesessenen” Gesellschaft (eben) Unterhaltung (vielfach so) “grauenhaft” sei auch kein Wert in Gewaltdarstellung, einer traditionellen Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt in Videospielen gesehen wird, weshalb diesen “Studien” auch nicht gern widersprochen wird.
    Das heisst, dass hier auch bei weniger politisierter Wissenschaft wenn schon nicht die gleichen, so zumindest ähnliche negative Gefühle (Ressentiments) gegen Gewaltdarstellungen vorhanden sind, so dass man da auch nicht widersprechen möchte
    Man im Grunde eben NICHT anders über die populäre Kultur und ihre Erzeugnisse vielfach denkt als (ebenfalls) ablehnend
    Diese kulturellen Sauberkeitsvorstellungen und eben ähnliche Moral- sowie Kulturvorstellungen führen so zu keiner Opposition gegen die “Studien”: man greift in den eigenen wissenschaftlichen Arbeiten zwar zu vorsichtigeren Mitteln als dem populistischen Gewalthammer sozusagen, denkt aber nicht unbedingt anders über das was einem da in der Welt der populären Kultur entgegen tritt. Ich denke deshalb, dass die Geisteshaltungen auf vielen Seiten in dieser “Debatte” wenn man so will auf rot geschaltet sind, geht es um das was erwünscht und liebsam wäre. Und wenn schon nicht auf rot, dann zumindest auf gelb/orange (blinkend)

  22. Grundsätzlich halte ich weder vom KFN, noch von den genannten Print-/Online-Medien viel.
    Die Studie an sich ist natürlich auch wieder eine Studie. Manche glauben daran, andere nicht, und interpretieren kann das jeder wie er lustig ist, wer aber ein bisschen was von Statistik versteht, kann auch die letzten beiden Sätze leicht vom reißerischen ins realistische Übersetzten.

    Man stelle eine Vierfeldertafel auf, mit den Ereignissen G(Gewaltmedienkoknsum) und R(rechtsextremes Verhalten). Dass Personen, die keine Gewaltmedien konsumieren, auch kein rechtsextremes Gedankengut teilen, verwundert niemanden. Ebensowenig, dass Rechtsextreme Gewaltmedien konsumieren.
    Die Größte Schnittmenge wird sich dennoch bei |G /R| finden, also den Leuten, die zwar häufig gewalthaltige Medien konsumieren, aber kein rechtsextremes Gedankengut teilen.

    Das gleiche gilt für den zweiten Satz, einen Skinhead, der Antialkoholiker ist, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dennoch ist Alkoholkonsum kein K.O.-Kriterium für Rechtsextremismus.

    von der Interpretation der Studie als Schwarzweismalerei sollten wir jedoch absehen.

  23. Ich komm da auch nicht hinter, erstmal hätte ich angenommen das “echte” Gläubige in ziemlich allen Religionen – nicht Gewalttätig sein dürfen. Die ein-oder-andere Religion gar Alkohol verbietet usw. usf.
    Wie kommt man zu diesem Konstrukt dann, welches per Definition schon nicht stimmen kann?
    Und diese Dinge mit Rassistisch/Alkohol und Gamer, kann ich auch nicht nachvollziehen, die allermeisten Gamer spielen doch international und schädeln sich bei privaten(und öffentlichen) Lan-Partys mit ihren Freunden richtig weg.
    Gelten Gamer nicht eigentlich als aufgeschlossen/kontaktfreudig, bewandert in der nötigen Internet Sprache englisch, sowie (häufig) international kommunikativ – Clans, MMorpgs, Serverwahl etc. pp.?
    Was versucht einem diese “Studie” dann zu sagen?
    Ich stimme da Mortipher zu, das die Gründe rückwärts-gewand zu suchen sind.
    Wer Trink u.o. rassistisch und dazu spielt, ist eher Ausgegrenzt/Demotiviert/Demoralisiert als das er Trinkt weil er spielt.

  24. @Pyri: was meinst du? In der Studie geht’s um GEwalt, hier in den Comments wurde das Rassismus-Thema aufgegriffen, und mir ist immer noch nicht klar wie man von x auf y kommt.

  25. Ich bin fassungslos wie man angesichts der Bedrohung durch den Islamismus weiterhin die Schuld bei harmlosen Spielchen.
    Vielleicht braucht es erst einen Anschlag wie in New York, Madrid oder London, damit die Deutschen mal aufwachen und das ganze Gesocks wieder zurück in ihre Heimatländer schicken.

  26. EDIT:
    Ich bin fassungslos, dass man trotz der Bedrohung durch den Islamismus weiterhin die Schuld bei harmlosen Spielchen sucht.
    Vielleicht braucht es erst einen Anschlag wie in New York, Madrid oder London, damit die Deutschen mal aufwachen und das ganze Gesocks wieder zurück in ihre Heimatländer schicken.

  27. Lord Chaos dürfte doch inzwischen schon bekannt sein für sein getrolle in den comments.
    Einfach ignorieren das ist nur ein versuch leute aufzuhetzen..

    Ist schon allein deshalb offensichtlich weil er ansonsten gegen gamer hetzt und nun einen recht müden versuch startet gamer gegen andere gruppen aufzuhetzen nach dem motto “guckt euch die dummen rechtsradikalen gamer an die nur die schuld auf andere gruppen abschieben wollen”.

  28. Genauer gesagt die Tabelle 8.3 auf Seite 126: Rede von einem häufigen “Konsum gewalthaltiger Medien” neben Alkohol
    Solche Verbindungen, beziehungsweise die Ideen dazu, sind ja hier auch nicht zum ersten Mal aufgetreten: bloß vom KFN hab ich das in der Form noch nicht gelesen, aber das findet sich soweit ich weiß ja auch bei Rudolf H. Weiss, und auch bei Werner Glogauer scheint mir ein solcher gedanklicher Konnex vorhanden zu sein.

  29. Nenene Mars, lies nochmal was in der Studie steht.
    Dann verstehst du auch, warum das ganze als rassistisch aufgefasst wurde.

    Stell dich nicht dümmer als du bist.

    Nur mal so als kleiner Fingerzeig: Allah -> Gewalt.
    Soweit kommts noch das hier die PIler auch noch eine Plattform bekommen.

  30. @Mortipher
    Ich habe heut am frühen Abend versucht den Herrn Müller dort auf die Situation in seinem Blog aufmerksam zu machen. Seit gestern findet sich da ja auch schon eine Adresse zu den PI-News, zwar nicht HTML-codiert, aber immerhin voll und ganz ausgeschrieben
    Als einzige Reaktionen habe ich von eben diesen Postern, welche ich nur als islamophob bezeichnen kann, Verweise auf die Meinungsfreiheit erhalten, und man versuchte auch wieder mal die “Menschenwürde” gegen meine Kritik in Stellung zu bringen. Die sei angesichts der ganzen muslimischen Gewalt offenbar nicht verletzt, wenn man dort etwas gegen den Islam so vorbringt, und überhaupt wurde ich gefragt was an Islamfeindlichkeit nicht “statthaft” sei…
    Also ich fürchte das wird alles so stehen bleiben dort auf Müllers Beck-Blog

  31. Also ein Arbeitskollege hat einen Teppich in seinem Büro und betet jeden Mittag auf dem, er ist Moslem, wie auch schon viele Arbeitskollegen bei meinem vorherigen Arbeitgeber. Ich hatte noch nie Probleme mit diesen Menschen, im Gegenteil, ich habe sie als sehr bemüht erlebt, bemüht sich zu integrieren, ohne die Religion und die eigene Identität aufzugeben (weil wir wollen ja integrieren, nicht assimilieren).
    Das Problem ist einfach: Der Koran wird derzeit von einigen Strömungen für das gleiche Missbraucht, wofür schon die Bibel missbraucht wurde (und wird): Massen-, Völkermord, Krieg, Vergewaltiung, Untedrückung.
    Aus Angst davor ist Angst vor dem islam derzeit in den nicht-islamischen Länder weit verbreitet, dabei müssten doch gerade die Christen es besser wissen.

    D.h. es ist gerade gesellschaftlich “in” gegen den Islam zu hetzen.
    Solange jemand sich freiwillig für eine Religion entscheidet und freiwillig einen entsprechenden Lebenstil lebt, geht mich das ncihts an. Wenn eine Frau freiwillig ein Kopftuch tägt, dann ist das eben so. (In gewissen Ämtern sollte aber von religiösen Symbolen abgesehen werden, das gilt auch für christliche, ich wäre sofort dafür, dass neben einem Kopftuchverbot auch ein Verbot anderer religiösen Symbole eingeführt würde)

    D.h. dem derzeitigen “Islam-Hass” verdanken wir es, dass es nicht heißt, wir Gamer wären das ultimative böse. Das kann sich aber schnell wieder ändern und ich weiß auch nicht, was am Hass gegen Gruppe A ODER B irgendwie anders/besser wäre.

    Die Medien (und das KFN) beweisen immer wieder, dass sie ausser Hass und Ablehnung und Ausgrenzung von andersdenkenden nichts auf die Reihe kriegen.

  32. @Pyri:
    Gib’s auf. Gegen die kommst du nicht an. Sieh dir einfach an, was sie als Argumente zulassen wollen und was nicht, eine solche Diskussion kannst du nicht gewinnen. Sachlich ist, was ihre Meinung stützt. Alles andere nicht. Ein Hinterfragen der für sie bereits von vorne herein festgesetzten Kausalketten steht für sie außer Frage. Einen Kritiker wie dich rücken sie in die Nähe totalitärer Systeme. Mit einem Bibelwort (an die netten Herrschaften gerichtet) : “Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?”
    .
    Und für dich, ein ähnlich weises Wort: “Never argue with idiots. They drag you down on their level and beat you with erxperience.”

  33. huh ziemlich kurios Logik.

    Die angebliche Gewalttätigkeit von Muslimen daran feststellen zu wollen wie viel sie “verdorbene”, “Böse” Populärkultur (welches allesamt aus dem Westen und hauptsächlich aus den USA stammt) festmachen zu wollen.
    Hm ich frage mich ob pfeiferisch auch Warcraft, WoW etc dazu gehörten.^^
    Demnach müsste ein Islamischer Fantiker der “Killerspiele” verbietet ziemlich “friedlich” sein.? o_O

  34. Die Studie ist veröffentlicht (endlich!). Und siehe da, das überrascht euch jetzt sicher, denn man hätte es nicht für möglich gehalten, aber schau mal einer an: es ist alles ganz anders, als zunächst dargestellt.
    KFN e.V. at its best. Was ich von dem Verein(!) halte, darf sich jeder mal denken, da die JMStV-Novelle mittlerweile unterzeichnet und damit wohl demnächst in Kraft ist, schreib ich das lieber nicht.
    http://www.bildblog.de/19414/macht-der-islam-jugendliche-gewalttaetig/
    .
    Da hat ja keiner mit rechnen können, gell?

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