Choose wisely

Am kommenden Mittwoch wird die Bundesversammlung einberufen um den Nachfolger von Horst Köhler zu wählen. Wer zukünftig „das höchste Amt im Staate“ bekleiden wird, muss sich wegen seiner spärlichen Befugnisse darauf beschränken gesellschaftliche Debatten durch Reden zu gestalten. Zu diesen gehört auch die öffentliche Diskussion um die Sinnhaftigkeit und die Gefährlichkeit gewaltdarstellender Medien, der auch Köhler angesichts des Amoklaufs von Winnenden nicht aus dem Weg gehen konnte.

Nach der Tat forderte er der „Marktentwicklung“ Einhalt zu gebieten, wobei nicht nur der Staat sondern auch jeder Einzelne gefordert sei:

„Es ist auch eine Frage der Selbstachtung, welche Filme ich mir anschaue, welche Spiele ich spiele, welches Vorbild ich meinen Freunden, meinen Kindern und Mitmenschen gebe. Zur Selbstachtung gehört es, dass man „Nein“ sagt zu Dingen, die man für schlecht hält – auch wenn sie nicht verboten sind. Die meisten von uns haben ein Gespür für Gut und Böse. Also handeln wir auch danach!“

Diese für einen Bundespräsidenten überraschend klar formulierte Forderung wurde am ersten Jahrestag des Amoklaufes nicht nur erneuert, sondern dadurch verschärft, dass er nicht mehr nur an die Verantwortung jedes Einzelnen gegenüber sich selbst appellierte:

Unabhängig davon, ob solche Spiele Handlungsanleitungen für potentielle Täter sind oder nicht – die Meinungen in der Wissenschaft gehen in dieser Frage auseinander – ich finde, hier müssen wir uns gegen eine drohende Verrohung unserer Gesellschaft gemeinsam zur Wehr setzen und Grenzen ziehen.”

Auch als Gamer sollte man Köhlers Wirken aber nicht allein an diesen Worten festmachen. So verweigerte er als verhältnismäßig kritischer Präsident aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken die Ausfertigung mehrerer Gesetze. Hierbei wird es sicherlich auch eine Rolle gespielt haben, dass Köhler nicht aus der Politik kam und somit für das überparteiliche Amt des Bundespräsidenten besonders geeignet erschien.

Unabhängig davon, wie man die Art und Weise seines Rücktritts bewertet, hat man sich ihn angesichts mancher der als Nachfolger gehandelten Personen zurück ins Amt gewünscht. Schließlich wurden mit Schäuble und von der Leyen zunächst Namen genannt, deren Bedeutung für die Netzgemeinde mit „Reizfigur“ noch zurückhaltend beschrieben wäre.

Bei dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff dürften solche Panikattacken ausgeblieben sein, doch bei genauerem Hinsehen gibt es einige Punkte, die für die „Generation C64“ nicht unproblematisch sein sollten. Nach einer zugegeben recht zeitintensiven Recherche konnten wir nur eine einzige Passage finden, in der er sich zur Killerspieldebatte äußert. Auf der Titelseite der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ konnte man am 22.11.2006 lesen:

„In einem Gespräch mit unserer Zeitung forderte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) ein Verbot von Killerspielen. Er kritisierte, Altersbeschränkungen reichten nicht aus. „Selbst bei Spielen, die mit 16 freigegeben sind, wird reichlich getötet und fließt jede Menge Blut.“.“

Anders, als es für Politiker sonst üblich ist, ließ Wulff den Worten auch Taten folgen. Gemeinsam mit Bayern versuchte Niedersachsen 2006 ein Verbot von „Killerspielen“ durch den Bundesrat zu bringen. Auch wenn man im Vorfeld eine breite Mehrheit für ein Verbot sah, stimmte man – wie alle anderen Länder außer Bayern – aber dann doch dafür das Thema erst einmal zu vertagen. Wulff selbst hat sich zu dieser Initiative offenbar nur zurückhaltend geäußert und das Feld weitgehend seinem Innenminister überlassen: Uwe Schünemann, der Gamern wieder ein Begriff sein sollte. Aber auch abseits der Killerspieldebatte „punktet“ Wulff bei den typischen Netzthemen, so weiß Wikipedia neben einigen Kontroversen auch von einer ganz speziellen Auszeichnung zu berichten:

„Stellvertretend für die Regierung des Landes Niedersachsen wurde Wulff im Jahr 2005 der Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Behörden und Verwaltung“ verliehen für die Zerschlagung der Datenschutzaufsicht in Niedersachsen, die ab 2006 dem niedersächsischen Innenministerium zugeordnet werden sollte, und die damit verbundene Missachtung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutzrichtlinie), die eine völlige Unabhängigkeit der Datenschutzaufsicht fordert.“

Aber auch bei Wulff sollte man nicht nur auf Netzthemen schauen. So kritisieren diverse blogs sowie taz und Zeit seinen Auftritt beim „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“, den die evangelische Sektenbeauftragte als „fundamentalistische Splittergruppe am äußerst rechten Rand des Protestantismus“ bezeichnet. Darüber hinaus ist er seit 2005 Mitglied des Kuratoriums von „ProChrist“, wo sich zum Teil recht konservative Positionen zu Homosexualität, Scheidungen, Abtreibungen und Evolution finden. Ausgerechnet der Leiter von „ProChrist“, Ulrich Parzany, ist für seine kontroversen Stellungnahmen bekannt. So predigte er am 18.02.2007:

„Er will Treue und Verlässlichkeit in der Ehebeziehung. Das sagt er hinein in eine Welt, – das war damals so wie heute – in der Ehebruch zum Partyspaß gehört und homosexuelle Praxis zum Lebensstil. Wehe, es sagt einer was dagegen! Dann verletzt er die Gesetze der Political Correctness. Und das ist, wovor wir uns fürchten, höllisch fürchten. Wir werden entweder den Geboten Gottes folgen oder unser Leben und die Gemeinschaft ruinieren. Das ist die Entscheidung.“

In einer Stellungnahme verteidigt Parzany diese Aussage und spricht kritisch vom „Paradigmenwechsel in der Beurteilung der Homosexualität (Streichung der Homosexualität als psychischer Störung aus der Diagnoseliste der Amerikanischen Psychiater-Vereinigung [APA] 1973), der durchaus nicht wissenschaftlich, sondern politisch verursacht war“. Wer will kann hier mehr über Parzanys Ansichten lesen. Christian Wulff wird hier (hoffentlich) anderer Ansicht sein, einen Anlass sein Engagement bei „ProChrist“ zu beenden, sieht er aber offenbar nicht. Das bestätigt auch aktuell ein Sprecher der Staatskanzlei:

„Die Frage, ob sich Wulff von Pro Christ zurückzieht, stellt sich im Moment nicht.“

Dafür sollte aber die Frage gestellt werden dürfen, wie die Mitgliedschaft Wulffs bei „ProChrist“ von vielen Menschen unserer Gesellschaft – und nicht nur von denen, die sich für ein unsere Gemeinschaft ruinierendes Leben „entschieden“ haben – verstanden werden soll. Da eine Direktwahl des Bundespräsidenten bekanntlich nicht stattfindet, kann man der Bundesversammlung nur einen gutgemeinten Ratschlag mit auf dem Weg geben: Choose wisely.

43 Gedanken zu “Choose wisely

  1. Übrigens, beim Googeln bin ich auf Hinweise gestoßen, dass der „Arbeitskreis Christlicher Publizisten“ etwas mit dem VPM zu tun gehabt haben soll…

  2. Mit Wulff soll ein braver Parteisoldat in ein Amt gebracht werden, dass er ganz im Sinne der derzeitigen Regierung erfüllen wird. Es lebe die Demokratie!

  3. Wulff naja der kann nichts werden da es nur dazu verwendet wird die Partien wieder zusammen zu schustern. Mit Gaug hingehen hat es die SPD geschafft eine gute Alternative auf den Weg zu bringen. Hoffen wie mal das beste.
    Happy Coding

  4. Gauck und Wulff sind beides Kandidaten hinter deren Nominierung parteipolitisches Kalkühl steht. Wulff ist der brave Parteisoldat, der sich nicht in Merkels Poltik einmischen soll. Gauck ist zwar Kandidat von Rot-Grün, aber er steht der FDP politisch viel näher als der SPD, und ist nur nomniniert worden, um Schwarz-Gelb zu blamieren (was auch teilweise gelungen ist). Aber ich denke, es wird eh Wulff werden. Die Merkel drückt ihr Schoßhündchen schon durch.

  5. Natürlich wird es Wulff, Merkel wird ihren WauWau auf ein Samtkissen setzen und jegliche Kontrollfunktion, die der Bundespräsident inne hat, jede Machtposition wird fortan für CDU/CSU-Zwecke „missbraucht“.
    Ein Wulf hätte im Gegensatz zu Köhler wohl nicht gezögert die Stopp-Schilder ins Internet zu setzen – wenngleich Köhler selbst ja auch eingeknickt ist, aber immerhin erst später, um weiter „schwarzen Peter“ spielen zu können… Kinderkacke!
    Wenn Wulff Bundespräsident wird, dann wissen wir immerhin alle: Unser Demokratisches System enthält fundamentale Fehler, wenn Kanzler/in sich eine MArionette als Bundespräsident aussuchen kann.

  6. @maSu:
    „Natürlich wird es Wulff, Merkel wird ihren WauWau auf ein Samtkissen setzen und jegliche Kontrollfunktion, die der Bundespräsident inne hat, jede Machtposition wird fortan für CDU/CSU-Zwecke “missbraucht”.“
    .
    Muss bei deinem Vergleich unwillkürlich an Dr. Evil und dessen Katze denken. Merkel: „Komm‘ Mr. Wulffsworth“. :D
    .
    In der Tat ein sehr wichtiges Thema, das leider wiedermal zeigt, dass es nicht darum geht einen allseits geachteten Kandidaten für das angeblich wichtigste Staatsamt zu nominieren. Stattdessen wird wieder nur Parteipolitik durchgesetzt oder versucht sich irgendwie zu profilieren. Was das Volk davon halten soll? Die Politikverdrossenheit steigt? Egal, solange keiner Wege findet, den Kleber zu lösen, mit dem die Regierungsleute auf ihren Stühlen fest backen.

  7. @Hybris
    Mag im falle des bundespräsidenten „halb so schlimm“ sein, spiegelt aber sehr gut den zustand unserer „demokratie“ wieder. In diesem land herrschen parteibücher und nicht das volk… das volk wird mehr oder weniger zum hilflosen zuschauen verdammt darf aber trotzdem diesen wahnsinn bezahlen.

  8. @SkycladGuardian:
    Volle Zustimmung.
    .
    Ontopic:
    Wulffs Nähe zu evangelikalen Gruppierungen muss auf jeden Fall kritisch hinterfragt werden, zumindest solange diese gewisse freiheitliche Grundwerte unserer Gesellschaft (Homosexualität) nicht anzuerkennen scheinen. Gerade bei einem so symbolischen Amt wie dem des Bundespräsidenten, der ja nur wenig reale Macht innehat, ist um so mehr auf die Symbolwirkung einer solchen möglichen Wahl zu achten (auf tatsächliche verfassungsrechtliche Kompetenz in Formsachen kommt es dabei doch leider gar nicht an). Wobei man Wulff natürlich nicht allein darauf reduzieren sollte.
    Gauck hingegen als überzeugter Neoliberaler ist mir ebenfalls zuwider – scheint mir die Wahl zwischen Pest und Cholera zu sein, aber ich hab ja auch nichts dabei zu entscheiden. Sonst würde ich jemand wählen, bei dem man sich zumindest die Weihnachtsansprachen anhören könnte: http://www.youtube.com/watch?v=chBjNF9aBN8

  9. Ich fand Köhlers „Selbstachtungs“ – Rede schon damals ungeheuerlich. Als richten Skandal empfand ich allerdings, dass er diese Worte auf der Trauerfeier für die verstorbenen Amoklaufopfer gehalten hat. Wie mag sich wohl ein trauernder Schüler, der halt zufälligerweise gerne Computerspiele spielt bei dieser Rede gefühlt haben? Vom Bundespräsidenten ausgegrenzt. Die Selbstachtung und damit die Würde abgesprochen – vom höchsten Mann im Staate. Und das bei einer Trauerfeier.

  10. Ich hab den Köhler nur für interessant gehalten, wenn er zur Zielscheibe von Urban Priol und Georg Schramm wurde. Das wird sich bei Christian Wulff nicht ändern.
    Und dann stellt sich dieser Köhler hin und hält eine Rede, um dem Volk Regeln aufzuzeigen, die außerhalb der bestehenden Gesetze erstellt wurden. Was nicht verboten ist, ist nicht böse, es ist erlaubt. Mag sein, dass es nicht jedermanns Geschmack trifft, aber wo steht denn, dass ein ganzes Volk den Geschmack seines obersten Repräsentanten teilen muss.
    Schafft dieses unsinnige Amt endlich ab!

  11. Abschaffen sollte man das Amt nicht, da der Bundespäsident die letzte Hürde für die hirnlosen Opfer darstellt, die so gewisse Gesetze erlassen und sich dabei einen Scheiss um die Grundrechte scheren. Auch sonst hat der Bundespräsident eine Art Kontrollfunktion inne.
    Man sollte bitte nur mal fähige Leute in das Amt bringen, statt Merkels WauWau oder sonst einen Typen, der alleine schon durch seine Verbundenheit zu einer bestimmten Partei seiner Kontrollfunktion nicht nachkommen kann.
    Oder lässt man etwa einen Ersatzspieler von Bayern München bei München VS Schalke pfeiffen? Da würde doch ganz deutschland den Kopf schütteln! Aber wenn so ein kleiner konserativer Wuffi zum Bundespräsi ernannt werden soll, damit die Merkel noch mehr Freiheit hat, dann sollte JEDEM in Deutschland schlecht werden!
    Diese Regierung verscherzt es sich immer mehr mit der denkenden Restbevölkerung!

    Naja evt wird dann unter Wulff Analverkehr strafbar, Schwule soln doch bitte nach Polen gehen (siehe letzte CSDs in Polen… ohne Worte!) und Grundrechte brauchen wir eh nicht, solange wir doch nur einfach glauben, dass die Welt vor 6000 Jahren von Gott erschaffen wurde.
    Ja vor diesem Hintergrund glaube ich dann wirklich, dass Menschen, die DAS glauben aus Lehm erschaffen wurden, viel Hirn kann da nicht bei rumgekommen sein.

  12. Ganz meine Meinung. In einer Demokratie ein Amt zu schaffen, dass aufgrund einer scheinbar herbeigeredeten „Würde“ nicht zu kritisieren ist, macht meiner Meinung nach keinen Sinn.

  13. Ich sehe das ähnlich wie MaSu.

    Was den Nachfolger betrifft sollte man große Sorgfalt walten lassen und nicht darüber entscheiden, was für eine Partei/Koalition nun gut oder schlecht ist. Speziell in diesem Falle sollte man schon darauf achten, denn schließlich weiß nun niemand ob sich die jetzige Regierung noch über die ganze Regierungszeit hält oder nicht.
    Vorrausgesetzt sie hält nicht und ein Herr Wulff oder änliches wird zum BP ernannt/gewählt, scheidet dann auch der BP, wenn die Regierung abdankt, da er möglicherweise nicht mehr hinter einen neuen Regierungskoalition steht?
    Klar, er könnte alle Gesetztesvorschläge ablehnen, aber was bringt das auf dauer? Er macht sich dann ja nur unbeliebt, bei einen Großteil der Bevölkerung und auch bei den anderen Fraktionen.

  14. Wulff wird weiter grinsend im Amt bleiben, da kannst du dir sicher sein D-Jay. Da müsste schon mehr passieren, zB wenn er eindeutig verfassungswidrigen Müll unterzeichnet usw.

    Wulff ist mMn ein kleiner billiger Opportunist, der nur darunter gelitten hat, damals gesagt zu haben, er habe keine Ambitionen Kanzler zu werden, kurz bevor der Schröder die Vertrauensfrage stellt (was Wulff zu dem zeitpunkt ja noch nicht wusste).

    Wulff war eh nur die 2te Wahl, so stieg er erst zum Ministerpräsidenten von Niedersachsen auf, als Gerhard Schröder in das Kanzleramt umzog, zuvor hat er jede Wahl gegen Schröder verloren.

    Mich regen nur diese ganzen erzkonserativen Spinner auf, die langsam ihre Macht vergrößern!

  15. Aus dem Telepolis-Artikel:
    „Bekanntlich stelle das Theater meist negative Werte wie „Streit, Unmoral, Verzauberungen, Verbrechen und Horror“ dar. Diese Fantasiegeschichten riefen „Triebe und Wünsche hervor, die die Liebe zur Wahrheit zerstören““

    Da sitzt der pornografische Blick aber echt tief :>

  16. braunes Pack… mehr fällt mir gerade nicht ein…
    Manche Leute können sich mit einem Anzug hervorragend tarnen. Möde der Friseur diese Tarnung das nächste mal bitte ruinieren – danke!

  17. @maSu: Warum werden denn die CDU uns CSU nicht links von den Gelben gezeichnet wenn mal wieder Sitzeverteilungen des Bundestages gezeigt werden… Die sind nun mal „konservativ“ sprich rechts von der Mitte.
    Mich wunders da nichts mehr, besonders wenn man so Soziologisch und Politisch die letzten Jahre betrachtet. Für mich zeichnet sich da ein starker rechts Rutsch ab welcher offen gelebt wird beonders von den Politikern… IQ Test für Einwanderer ist so ein Beispiel wenn einer der Brauen sowas aufgebracht hätte wären wir die Partei schon los.

    Wenn davon gesprochen wird, dass die Linke ja nicht Regierungsfähig ist wunrderts mich immer noch was der große unterschied zur CDU sein soll… Wenn die Linken nicht Regierungsfähig sind, dann wars die CDU noch nie! Gesamt kann man sagen die CDU sollte mal unter Überwachung des Verfassungsschutz gestellt werden…

    Happy Coding.

  18. Also mal zur Qualität des Artikels: Der Sektenbeauftragte der EKD hält so ziemlich alles und jeden für gefährlich, aber wenn’s zur eigenen Meinung passt…

    @MaSu: lesen will gelernt sein… oder halt auch nicht, oder?

  19. Mars: wer für gefährlich gehalten wird ist völlig Peng. Da wird jemand uU Bundspräsident, den man in eine Ecke mit „Schwulenhassern“ stellen kann, bzw er stellt sich dort selbst hin – ungeachtet der Sektenbeauftragenmeinung.

  20. Wenn Wulff BP wird dann gute Nacht!
    Mit Köhler hatten wir einen BP der überparteilich über bestimmte Themen einen Kopf gemacht hat.
    Mehr oder weniger wohl gemerkt.
    Aber bei Wulff sollte klar sein, dass dieser Mann vorallem jeden Bullshit von der Union leichter durchwinken wird, als es Köhler gemacht hätte.
    Wie es mit Gauck ausschaut weiss ich nicht, er ist ja ein Gutmensch und ich weiss zuwenig über ihn, aber vielleicht ist er das kleinere Übel als Wulff.

  21. Ich weiß nicht, inwiefern das ernst gemeint oder einfach nur ein unterhaltsamer Text mit einem kleinem Augenzwinkern ist. Im GG steht zwar tatsächlich nicht, dass er zurücktreten kann. An anderer Stelle wird das aber vorausgesetzt:
    http://dejure.org/gesetze/BVerfGG/51.html

    „Die Einleitung und Durchführung des Verfahrens wird durch den Rücktritt des Bundespräsidenten, durch sein Ausscheiden aus dem Amt oder durch Auflösung des Bundestages oder den Ablauf seiner Wahlperiode nicht berührt.“

    Daher ist es afaik anerkannt, dass er zurücktreten kann. Umstritten ist dagegen eher, wem gegenüber er den Rücktritt erklären muss.

  22. Habemus papam – äh, warte, das war schon.
    Mal schauen, ob Wulffs Nähe zu evangelikalen Kreisen nochmal Thema wird – also, natürlich nicht, aber man sollte es im Hinterkopf behalten – was nur niemand tun wird, der es nicht weiß und weil es in den Leidmedien nicht thematisiert wird, weiß es auch fast niemand.
    Ach, Egozid hat Recht, es ist zum Heulen.

  23. Ich hab heut wirklich so viel fern gesehen wie jetzt auch schon ein paar Jahre nicht mehr, aber kein Wort von dessen evangelikalen Eskapaden vernommen – zumindest in der ARD war davon nicht das geringste zu hören solange ich eingeschaltet ghabt hab
    Aber es waren auch eher alles Lobhudeleien, sogar eine eigene Doku (60 Minuten) war darunter…

  24. Pyri, du glaubst, dass die öffentlich rechtlichen Fernsehsender auf die Idee kämen, die CDU/CSU anzugreifen?! Außerdem wäre es ohnehin viel zu spät, wenn man am Tag der Wahl dann sagt, mit was für schrecklichen Strukturen und Gedankenwelt der aktulle Bundespräsident kollaboriert.
    Wie so Deutschland als modernes, tolerantes, weltoffenes Land repräsentiert werden soll, das darf mir die Frau Merkel oder der Herr Wulff bitte einmal erklären.

    Aber ich sage besser nichts mehr gegen unseren Bundespräsident, sonst regnet es morgen Frösche oder so … *rolleyes*

  25. Leute!
    Ich suche seit gestern nach einem Zitat Sigmar Gabriels zu Christian Wulff: es wurde in einer ARD-Doku thematisiert, doch leider überhörte ich es. Sowohl Gauck als auch Wulff wurden dazu im Vorfeld der gestrigen Wahl befragt und es hieß zum Beispiel, dass dieses Zitat Gabriel massiv geschadet hätte. Seltsamerweise konnte ich weder bei Wikiquote noch in sonstigen Zitatdatenbanken oder bei Youtube (in der Doku wurde es per Video eingespielt) etwas darüber finden: das Zitat hat wohl etwas mit Gaucks DDR-Vergangenheit zu tun, welche Gabriel gegen Wulff ausspielen versuchte.
    Vielleicht weiß hier ja jemand etwas darüber, solange Kommentare noch möglich sind, poste die Frage aber auch nochmal im Forum – und bedanke mich schon mal im voraus für etwaig positive Antworten

  26. Ich mag Wulff, leider interessieren sich junge Menschen nur noch oberflächlich für Politik und urteilen über die Politik genauso vorschnell wie manche Politiker über Killerspiele.
    Politische Bildung ist ein Fremdwort in meiner Generation, ich war der einzige in meiner WG der zur Bundestagswahl gegangen ist. Und die anderen WG-Bewohner sind keine Dummköpfe, sondern Studenten (Ja ich weiß, Studium schützt nicht vor Dummheit), einer studiert sogar Politikwissenschaften…

    Ein großer Tag für die Demokratie mit zwei tollen Kandidaten, aber leider Perlen vor die Säue. Milliarden von Menschen haben nicht das Glück in einer Demokratie zu leben und wir wissen es nicht mehr zu würdigen. Eine Schande…

  27. @ Bowman
    Vielleicht müssen wir einfach Zugeständnisse machen, einsehen, dass kein Politiker perfekt ist und hoffen, dass sie dazulernen werden. Aber viele wurden schon zu oft enttäuscht.
    Persönlich halte ich Wulff für einen fähigen Ministerpräsidenten und hätte gerne hier in Niedersachsen behalten. Aber was soll man da machen. Er ist nun gewählt und sein Nachfolger ist auch nicht so schlecht.

  28. Die meisten Killerspielgegner und -Befürworter haben keine Ahnung von Politik, sonst wüßten sie dass ein Verbot von gewissen Spielen nicht so einfach im Bundestag beschlossen werden kann.

  29. Am besten zwar einfach ignorieren und auch nicht fragen, aber das jetzige Gewaltdarstellungsverbot wurde schließlich auch irgendwann einmal beschlossen… Ebenso wie die Netzsperren beschlossene Sache waren: das einzige was es in diesem Zusammenhang bislang noch nicht gegeben hat ist eine formelle Erklärung von einem Medium zum „Kulturgut“ durch eine Regierung, den Bundestag oder sonst so eine Einrichtung, worüber sich im „Kölner Aufruf“ mitunter gefürchtet wird. Allein dafür fehlt es da an einem recherchierbaren Beispiel für mich

  30. Die Aussagen von Wulff wundern mich wenig, die CDU ist halt eine Partei von Kulturverachtern und Revisionisten, die unter der Hand den Holocaust leugnet und mit Waffenschiebern wie Karlheinz Schreiber Geschäfte gemacht hat.

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