Der VDVC übt in einem offenen Brief Kritik am AAW

(VDVC,Pirate Gaming) In einem offenen Brief kritisieren der VDVC und Pirate Gaming die Verbotsforderungen des Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden. Diese seien in ihrer Art unsachlich und beleidigend und würden von den wirklichen Problemen ablenken. Auch würde das Streben nach einem Komplettverbot des “Genres” die Fronten zwischen Spielern und Kritikern nur verhärten und viele junge Menschen unnötig kriminalisieren.
Des Weiteren sprach man sich aber für einen gemeinsamen, sachlichen Dialog aus, in dem man sich nicht als Gegner gegenüber stehen, sondern gemeinsam überlegen wolle, wie man die Schulen und schließlich die Gesellschaft zu einem friedlicheren Ort machen könne.

“Ausgrenzung und Angst helfen nicht gegen Gewalt

Sehr geehrte Damen und Herren
der Stiftung gegen Gewalt an Schulen,
des Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden,
sehr geehrte Unterstützer und Assoziierte,
 
 

Mit Schrecken mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass Sie innerhalb des letzten Monats gleich zwei Vorstöße zum Verbot von sogenannten „Killerspielen“ unternommen haben. Sowohl die Unterschriftenaktion, von der am 19.06. berichtet wurde, als auch Ihr Appell an den deutschen Bundestag stellt eine Abkehr von Ihrem Bekenntnis dar, derartig absolute Einschränkungen für Herstellung, Vertrieb und Konsum von Computer- und Videospielen mit Gewaltinhalten nicht mehr zu fordern. Noch im Dezember 2009 äußerte sich Gisela Mayer, Ihre damalige Pressesprecherin, ablehnend zu einem Verbot – mit der absolut richtigen Begründung, dies würde die Selbstbestimmung erwachsener Menschen zu sehr beeinträchtigen.

Insgesamt vermissen wir die Sachlichkeit, die Ihr Handeln besonders im Gespräch mit dem Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler auszeichnete. Leider aber sprechen Sie inzwischen wieder von „Killerspielen“ – ein unsachlicher Kampfbegriff, der nicht nur irreführend ist, sondern auch von nicht wenigen Spielern als beleidigend empfunden wird: Er setzt diejenigen, die Ego-Shooter spielen, mit professionellen Auftragsmördern („Killern“) gleich. Auch verdeckt er, dass der Zweck von Ego-Shootern, entgegen den Aussagen Ihres Bündnisses, nicht das Trainieren von Mord und Totschlag ist, sondern der freundschaftliche, sportliche Wettbewerb in Reaktionsgeschwindigkeit, Gruppenkoordination und Taktik.

Erwerb und Herstellung von Spielen eines ganzen Genres zu verbieten, halten wir für unverantwortlich. Einerseits ist es erwachsenen, mündigen Bürgern damit nicht mehr möglich, ihrem Hobby legal nachzugehen. Ein generelles Verbot würde einen sehr großen Anteil an Mitbürgern völlig unnötig kriminalisieren. Verherrlichung von und Aufforderung zu Gewalt sind unabhängig vom Träger-Medium bereits verboten. Dieses Verbot kann als gesamtgesellschaftlich gefestigt betrachtet werden. Durch neue, undifferenzierte Verbote könnte auch die Akzeptanz dieser anderen Verbote ins Wanken gebracht werden. Es wäre nicht mehr möglich, zwischen Titeln zu unterscheiden, die Gewalt verherrlichen und solchen, die nur als jugendgefährdend einzuschätzen sind.

Andererseits kann auch durch ein generelles Verbot (zweifellos stattfindende) Verbreitung von Computerspielen unter Jugendlichen nicht kontrolliert werden. Die Tauschbörsen des Internets kennen keine Ausweiskontrollen wie sie die Verkäufer im Fachhandel durchzuführen verpflichtet sind. Ein Verbot konterkariert dadurch jedwedes Ziel des Jugendschutzes, sondern erzeugt im Gegenteil nur ein trügerisches Gefühl von Sicherheit.

Weiterhin sind Computerspiele immer noch genau das: Spiele. Wir, die Spieler, wissen genau, dass wir uns in einer lediglich fiktiven Umgebung bewegen, deren Regeln die der „wirklichen Welt“ in keinster Weise beeinflussen. Das beginnt bei schlichter Physik (der Umgebung im Allgemeinen aber auch der Waffen und deren Wirkung im Speziellen) und hört bei den Moralvorstellungen nicht auf. Wir wissen genau: Was im Spiel erlaubt sein kann, ist es deswegen in der Realität noch lange nicht! Und weiter: Was im Spiel funktioniert, funktioniert deswegen in der Realität ebenso wenig zwingend!
Wir sind der Ansicht, dass ein Verbot von Videospielen, mögen sie auch Gewalt beinhalten, falsch ist und nicht zur Lösung von gesellschaftlichen Problemen beiträgt. Auch sind Verbote von Kulturgütern wie PC- und Videospielen nicht dazu geeignet, Gewalt, in welcher Form auch immer, zu verhindern. Wir stellen weiterhin in Zweifel, dass überhaupt kausale Zusammenhänge (und seien es nur maßgebliche Teilaspekte) zwischen dem Konsum von Computerspielen und den schrecklichen Bluttaten eines Amoklaufs bestehen. Allein die große Verbreitung von Computerspielen und die (Gott sei Dank!) sehr geringe Anzahl an Amokläufen spricht dagegen, dass fiktive Gewalt zu realer Gewalt führt. Als weiterer Beleg lässt sich anführen, dass es auf Veranstaltungen von Computerspielern nie zu Gewalt kommt, obwohl sich teilweise mehrere tausend Menschen ohne jeglichen Einsatz von Security auf engstem Raum befinden.

Es ist tragisch, dass in der jüngsten Vergangenheit immer mehr junge Menschen zu Gewaltausbrüchen neigen. Gemeinsam ist den Tätern aber vor allem eines: Sie fürchteten um den Verlust ihres gesellschaftlichen Status, fühlten sich isoliert und am Rande der Gesellschaft stehend. Wir sehen das Problem vielmehr in der Gesellschaft, die diejenigen Mitglieder, die schwerwiegende Probleme haben, nicht ausreichend betreut. Anstatt Sturm gegen eine ungefährliche Freizeitbeschäftigung der Mehrheit junger Menschen zu laufen, sollte sich gerade ein Bündnis und eine Stiftung mit Ihrer Ausrichtung und Ihrem Hintergrund den mangelnden sozialen Sicherungen an Schulen annehmen. Stigmatisieren Sie bitte nicht unzählige Computerspieler, indem Sie immer wieder Angst schüren!

Wir würden uns sehr darüber freuen, demnächst positivere Aussagen von Ihnen zu hören. Wir unterstützen das Anliegen voll und ganz, die Schulen und schließlich die Gesellschaft zu einem friedlichen Ort zu machen, in dem niemand Gewalt gegen andere ausübt. Daher sind wir auch gerne zu gemeinsamen Gesprächen bereit. Doch müssen wir uns zuvor energisch gegen die fortwährende Diskriminierung als Mörder und Verbrecher wehren! Wir sind friedliche Menschen, wir lehnen Gewalt ab. Wir haben lediglich ein Hobby, durch das niemand verletzt und das in allen Bereichen der Gesellschaft ausgeübt wird. Wir möchten uns dafür nicht länger rechtfertigen müssen. Die auch durch Sie vorangetriebene Vorverurteilung ist schon so weit vorangeschritten, dass einige Menschen sich bereits nicht mehr trauen, öffentlich zu ihrer Freizeitbeschäftigung zu stehen. Eine Spaltung der Gesellschaft durch ausufernde Verbotsdebatten ist jedoch genau das falsche Signal, wenn es um den Kampf gegen Gewalt geht.

Es ist traurig, dass Sie offenbar immer noch einen Eindruck von uns haben, der uns als Ihre Gegner erscheinen lässt. Dabei sollte uns der Einsatz für eine bessere Zukunft doch vielmehr einen.

Hochachtungsvoll,
Junge Piraten, vertreten durch den Vorsitzenden Heiko Herberg
Pirate Gaming e.V., vertreten durch den Vorsitzenden Sven Krumbeck
Verband für Deutschlands Video- und Computerspieler, vertreten durch den Vorsitzenden Patrik Schönfeldt”

 

54 Gedanken zu “Der VDVC übt in einem offenen Brief Kritik am AAW

  1. Sehr gut geschriebener Brief, aber obs was bringt, bezweifle ich doch sehr stark.
    Mir kommt es immer mehr so vor, als sei das AAW gradzu versessen darauf, ihre Verbotsforderungen durchzubringen. Da kann man denen erzählen was man will, das prallt einfach nur ab.

  2. Jup, da kannste auch mit ner Wand reden.Einfach machen lassen und Spiele importieren, was soll das ganze Geschwafel, da tut sich eh nix.

  3. “Stigmatisieren Sie bitte nicht unzählige Computerspieler,
    indem Sie immer wieder Angst schüren!”

    Hoffen wir mal darauf, dass sie sich den Brief zu
    Herzen nehmen und eine Antwort darauf verfassen.

    Happy Coding.

  4. Nein, sie werden darauf keine Antwort verfassen und genaosu weiter machen wie bisher.
    Weil die uns für geistig verrenkte Menschen halten, die nicht wissen, was sie da tun.
    Also werden die auch niemals irgendwas auf das geben, was “unsere Seite” zu sagen hat.
    So traurig das ist, mir wärs anders auch lieber, genau so haben sie Gegner von Computerspielen bisher immer gegeben, und so wird das weiter gehen.
    Bis a) endlich alle Leute aus dieser verschrobenen generation abgedankt haben oder b) unsere Seite eine machtvollere Durchsetzung erfährt, die nicht auf sinnlosen Schmusekurs geht, sondern knallhart und mit allem gebotenem Menschenverstand die eigenen Interessen durchsetzt.

  5. Ich finde den Brief gut, wenngleich das AAW nun als Reaktion vermutlich wieder labern wird, es gäbe ja eine übermächte Videometzelkillertötungsspielerlobby, gegen die man nicht ankäme… kopf->tisch

  6. spätestens, wenn der brief irgendwie durch die presse geht, würde das AAW darauf antworten, aber mal davon abgesehen, ist das ja schon fast nebensächlich. was zählt, ist, dass allen anderen, die entweder mit dem AAW symphatisieren oder sich nicht ganz sicher sind, was sie von der debatte zu halten haben, mal ein paar argumente geliefert werden. konsequent einem dialog aus dem weg zu gehen, wird einem irgendwann schaden, da bin ich mir sicher. wie im brief aber auch erwähnt wird, hat so ein kleiner dialog ja schonmal stattgefunden. eine antwort würde wahrscheinlich eh nur blödsinn beinhalten, aber das wird jeder leser für sich erkennen können. ich wünschte man könnte da unterschreiben.

  7. @Lonegunman81:
    ” b) unsere Seite eine machtvollere Durchsetzung erfährt, die nicht auf sinnlosen Schmusekurs geht, sondern knallhart und mit allem gebotenem Menschenverstand die eigenen Interessen durchsetzt.”

    du weißt aber schon, dass das wie ein Auszug aus dem Hessischen Landboten klingt? ich frage mich ob man einerseits über Radikalismus der Kritiker schimpfen und gleichzeitig auf eigener Seite zur Radikalisierung aufrufen kann.

  8. Wir haben den Brief auch “Analog” Unterschrieben per Post an das Bündnis gesandt. Sollten sie es Online nicht zu lesen bekommen, haben sie zumindest nen echten Brief auf den sie Reagieren können.

  9. Ich vermute der Brief wird wieder gegen uns verwendet. Dennoch danke für eure Mühe. Allerdings wird wieder indirekt zu stark in die Richtung E-Sports gegangen meiner Meinung nach. Aber wie gesagt. Vielen Dank.

  10. @ Hejoba

    Jetzt wo dus sagst… ^^
    Ok, hast recht, war aber völlig anders gemeint. Machtvolle Durchsetzjng im Sinne einer echten, wirklichen Lobby, einer Vertretung. Und da müsste sich meiner Meinung nach vor allem die Spielindustrie viel stärker mal einschalten, manchmal hat man ein wenig das Gefühl, als wärs denen völlig egal, ob sie nun Ego-Shooter oder Ponyhof Spiele anbieten dürfen, hauptsache der Rubel rollt.
    Klar GUBT es da schon Anfänge, aber aufgrund der grenzenlosen Ignoranz der Spielegegner muss da noch viel mehr passieren.
    Meine persönliche, sicher streitbare Meinung:
    Nach ca. 10 Jahren Beobachtung des Verhältnisses zwischen Gamern und Gegnern glaub ich, dass wir den “Dialog” getrost abschreiben können, denn was wir zu sagen haben, interessiert den geneigten Spielegegner die Hacke nicht.
    Und das wird sich auch im Falle dieses Briefes wieder bestätigen!
    Wetten? ;)

  11. Genau so wirds sein. Falls sie überhaupt drauf reagieren, dann werden sie nur auf irgendwelche unseriösen Studien von Pfeiffer und Co. verweisen, wir werden uns drüber aufregen und alles ist wieder beim alten.

  12. Meine persönliche, sicher streitbare Meinung:
    In viel weniger als 10 Jahren werden Videospiele genau so etabliert sein wie Pen&Paper, Metal, The Simpsons, Rock, Comics und all die anderen Dinge die für die Verwahrlosung der Welt verantwortlich gemacht wurden.
    Wetten? :P
    Darum lebe ich auch weniger in Angst vor langfristigen verboten (wie wohl auch die Spiele Industrie wie mir scheint) als viel mehr in …Bestürzung (+/-Theatralik) über die als Wissenschaft ausgegebenen Stammtischparolen und Beleidigungen.

  13. Na robbe, dann versuch dich halt nicht aufzuregen, auch wenn´s schwer fällt. Über Reaktionen von Spielekritikern, die Argumente enthalten, die eindeutig wiederlegbar sind, denke nicht mal eine Sekunde nach.

  14. @ hejoba
    In weniger als 10 Jahren nie und nimmer, darauf hab ich schon VOR 10 Jahren gehofft! ^^
    Aber die Hoffnung stirbt zuletzt, und vielleicht hat man irgendwann mal Ruhe mit seinem Hobby, auch wenns noch länger dauert.

  15. Man muss es den Damen und Herren einmal klar und deutlich mitteilen, sie sind mit ihrer Stiftung gegen Gewalt an Schulen, ihrem Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden auf ganzer Linie gescheitert. Mitunter möchte man meinen, sie seien Marionetten, die nur noch auf das Ziehen ihres Meisters an den Schnüren reagieren. Der Brief drückt das wunderbar präzise aus. Sie sollten ihn lesen, möglichst mit Ruhe und Verstand.
    Haben die Damen und Herren eigentlich schon einmal weitergedacht, wie so ein generelles Verbot durchzusetzen sei? Gibt es da vielleicht Bedenken, dass dies mit den Mitteln einer Demokratie gar nicht möglich ist? Dass es dafür Strukturen bedürfte, wie wir sie aus der Geschichte in Deutschland nur zu gut noch kennen? Das ist ein gefährliches Spiel mit dem Feuer!

  16. Ich muss leider den Schwarzsehern dieses mal Recht geben, denn das Standardargument ist, dass alle die diese Spiele gut finden von der Industrie ferngesteuert werden, und alle Forschung die Spiele entlastet von den Spieleherstellern manipuliert ist.
    Und das disqualifiziert aus der Sicht des AAW alle, die den Brief unterschriben haben für die Diskussion.
    Im besten Fall reagiert das AAW mit Mitleid für die armen beeinflussten Leute, im schimmsten mit Empörung wie böse wir sind.

    Gruß
    Aginor

  17. Die ganze Geschichte hat, meiner Meinung nach, genau zwei mögliche Enden: Entweder passieren hier im Laufe der nächsten Jahre noch weitere Attentate und die Politik nimmt das Geschenk dankend an oder die alten Kohorten sterben vorher aus, sodass es sich aus politischer Sicht nicht mehr lohnt, damit Stimmen fangen zu wollen.
    .
    Wenn ich die schön geschriebene News inhaltlich kritisieren darf: Das war ein sozial ausgegrenzter Junge, der seinen Anschlag langer Hand geplant hatte – ein Attentat eben. Der insbesondere von den anderen Medien, die das Videospiel mitunter als Konkurrenz empfinden, geprägte Begriff des Amoklaufs ist folglich nicht nur inhaltlich falsch, er lenkt das Interesse auch ganz bewusst auf die feinmotorischen Fähigkeiten, die man sich mit Videospielen offensichtlich aneignen kann. Nimmt man es nämlich als Amoklauf, so dreht der Spinner einfach grundlos durch, kann aber natürlich sofort mit allen Kalibern zielsicher um sich schießen – macht er ja schließlich auch virtuell täglich. Nimmt man es als Attentat, müsste man sich ernsthaft (Waffen allein bringen niemanden um!) damit auseinandersetzen, wie es überhaupt so weit kommen konnte – würde eine Menge gesellschaftlicher Missstände an das Licht bringen, ziemlich unangenehme Kiste für alle Beteiligten.
    .
    Daher verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz, wieso selbst die Videospiel-Fachpresse den Begriff des Amoklaufs verwendet…

  18. @Aginor
    Und Bild und co. wird dem AAW helfend as auch aller Welt mitzuteilen wie wir sind und was wir sind.
    Wie heißt es so schön “Alles was sie sagen kann und wird gegen sie verwendet werden”.

  19. @purchaser:
    ich würde nicht von einem scheitern auf ganzer linie reden. viedeospielverbote ist nur einer der teilaspekte ihrer satzung, die zum teil auch wirklich sinn machen und an deren umsetzung man gut tun würde. schade ist nur, dass man all diese anderen aspekte kaum in ihrern aktionen bemerkt sondern immer nur der kampf gegen die videospiele. wie auch schon im forum des öfteren angesprochen finde ich es übrigens sehr schwierig und zum teil auch un angebracht das AAW generell zu verurteilen.
    .
    @Lonegunman81:
    Es wird immer noch schimpfer geben, nur werden diese niemanden mehr interessieren und man wird sie belächeln. auch einige der Anwohner von wacken halten das ganze festival immer noch für eine große schwarze messe und nehmen vorher immer reiß aus und einige Superchristen sehen immer noch satanistische Tendenzen in d&d,

    MfG
    Hejoba

  20. @bersi
    Ja so ist es. Ich versuche persönlich auch eine Rede von Amokläufen bei school shootings zu vermieden und spreche lieber von Gewaltverbrechen
    @purchaser
    Ich fürchte dass so ein Brief auch nur unter “Verharmlosung” der Medien eingeordnet werden wird. Man vermeidet es darin schließlich auch (weiterhin) eine traditionelle Auseinandersetzung mit Krieg oder Gewalt in Videospielen einen gewissen Sinn und Wert zuzuschreiben, sondern redet von anderen Dingen, Taktik etc. Taktik und Co. kann man schließlich auch in anderen Darstellungsformen haben. Darstellungsformen die eben nicht als so anstößig empfunden werden. Das ist das Problem aus meiner Sicht, aber nicht nur das hier von diesen Gruppen, also VDVC, Junge Piraten und Co., sondern etwa auch das der Videospielpresse und auch der Industrie selbst in Deutschland. Man vermeidet es zumindest Gewaltdarstellungen eine gewisse Bedeutung zuzuschreiben

  21. Als Ursache dafür sehe ich sowohl das Gewaltdarstellungsverbot im Strafrecht, das in diesem Brief zumindest indirekt ja auch wieder verteidigt wird, als auch etwa eine Unterscheidung zwischen “gewalthaltig” und “gewaltverherrlichend” welche mir sehr weit verbreitet scheint in Deutschland: man meint sich auch noch in diesen Gruppen sozusagen damit abgrenzen zu können, indem man bereits auf existierende Verbote hinweist. So als ob diese Verbote eben nicht (auch) auf Werturteile oder Fehleinschätzungen basieren, sondern Sachverhalte transportieren
    Solange man so denkt sehe ich da grundsätzlich pechschwarz

  22. “Ihres Bündnisses, nicht das Trainieren von Mord und Totschlag ist, sondern der freundschaftliche, sportliche Wettbewerb in Reaktionsgeschwindigkeit, Gruppenkoordination und Taktik.”

    _____________________________

    Der von mir zitierte Satz von VDVC ist meiner Meinung nach vollkommen falsch, dem größten Teil der Computer- und Videospieler geht es nicht um Wettbewerb (z.B. bei LAN´s) oder um Taktik sondern schlichtweg um Unterhaltung, genauso wie es bei Spielfilmen auch der Fall ist.

    Der Wettbewerb bei LAN´s oder von Zuhause aus macht nur einen sehr geringen Anteil der Gamer aus. Der VDVC sollte daher Computer- und Video-Spiele hauptsächlich in Richtung “ganz normale Unterhaltung” einordnen.

  23. Du kannst aber nicht Schreiben, das es bei Videospielen um Unterhaltung geht, sonst heißt es gleich wieder: ” Waaas, die knalln nur zur Unterhaltung Menschen ab??

  24. Vom AWW gab’s schon längst eine Meinung zu ‘Ego-Shootern als Sport’ alá:
    “Warum spielen die dann kein Tischtennis, Fußball oder sonst was? Die schießen, mehr nicht!”

    Vielleicht liegt’s aber auch nur am Begriff: Ego-Shooter hört sich für 90 % der Leute ziemlich “egoistisch” an. Vielleicht schreibe ich mal was dazu…

  25. Würde diese Ausage dann nicht auch auf Aktion und Kriegsfilme zutreffen wo auch nur zur Unterhaltung unzählige “Menschen” getötet werden? (Ich besitze auch unzählige Kriegsfilme.)

  26. Großartiger Brief! Danke Jungs. Genau Sowas brauchen wir eigentlich viel öfter.
    Da hab ich noch Hoffnung, dass noch nicht alles verlorgen ist, wenn ich weiß, dass von unserer Seite so sachliche, gut formulierte Texte an die Gegenseite verfasst werden.

  27. @UncutGamer:
    Natürlich trifft die Aussage auch auf Filme zu, das ist ja das witzige daran. Aber im gegensatz zu Spielen sind Filme mittlerweile ein anerkanntes Medium, von daher sagt da kaum jemand was dagegen.

  28. Schließe mich Green Ninja an. Ich habe ja immer noch die Hoffnung, dass es immer noch zu einem Dialog zwischen AAW und Spielerseite kommt. Auch wenn die nächste Reaktion ein Abwinken oder ein Verweiß auf irgendwelche Studien ist, so wäre dass immerhin noch besser, als wenn garnichts mehr käme. Solange aber gesprochen wird, und sei es nur über indirektem Wege, gibt es Möglichkeiten sich auszutauschen.

  29. da kann man genauso behaupten bei (nicht exestierenenden) vergewaltigungsvideospiele geht es um taktik, oder was weiß ich was. wenn man noch nie ein computerspile gesehen oder gespielt hat, bringt so ein brief nicht so arg viel. und die wollen trotzem weiter machen, um ein erfolgserlebnis zu erzielen.

  30. @hecter specter,
    na da hast du aber vertrauen!
    also ich glaube nicht, dass es noch zu einem wirklichen dialog mit dem aaw kommen wird.
    das aaw lügt zwar gerne in kameras und zeitungen, dass sie einen dialog suchen würden bzw. einen angebotenen dialog gerne annehmen, aber sobald die alle weg sind zeigen sie wieder ihr wahres ich.
    diese leute erzählen doch nur das was wir alle hören wollen, damit wir sie nicht mehr als feindselige personen wahrnehmen, sondern als menschen die ein schweres schicksal erleiden mussten.
    gut, dass schicksal haben sie erlitten und das wünscht man keinem, aber diese leute spielen nur noch mit den gefühlen der menschen, damit sie ihre eigenen ziele erreichen.
    wir kennen das doch von den leuten die unbedingt die sperren einführen wollen und das argumentieren sie mit der schrecklichsten verbrechensart, damit die gefühle den verstand überwiegen.

  31. Ich hätte noch reingeschrieben das Ego Shooter nicht von der amerikanischen Armee entwickelt wurden (und schon gar nicht zum Zwecke der “Abstumpfung” des Soldaten).
    Damit mit dieser Quatsch auch mal klargestellt wird.

  32. es wird im brief geschrieben, dass es um taktik ect. geht, aber dann würden die behaupten, dass es für alle anderen als tötungstraining ist bzw als welche vorgesehen sind und warum wir dann nicht schach oder so spielen. ein kriegsspiel ist in dem sinne kriegsverherlichend, dass es kreigsverharmolend ist. aber es geht nicht , um den krieg. wenn ich so ein spiel spiele oder herstell drücke ich nicht meine politische haltung aus. es ist unterhaltung. aber wie kann krieg unterhaltung ein antowertet das aaw. es geht um den adrenalinkick, das taucht auf wenn wir uns lebensbedrohlichen situationen stellen. aber im spiel oer film wissen, dass uns nichts passiert, genauso beim achterbahnfahren.
    aber ist es so ein großer unterschied oder britanien seine armee oder ein geheimagent gegen russland schickt? die darstellung von internationalen konflikten in unterhaltungsmedien ist ein wunschdenken vom sauberen, gerechtfertigten krieg. man kämpft ja gegen die “bösen”. aber ein erwachsener spieler, für den das spiel gedacht ist, weiß natürlich, dass das nicht so ist. das aaw sagt dann, warum es dann ausgerehnet 2. weltkrieg oder “irakkrieg” sein muss. das ist die menschliche aroganz. nur weil es da die brutalsten waffen gibt, ist es kein untershied ob mittelalter oer gegenwart. kinder spielten schon immer krieg, ob ritter oder soldat. es gibt schon längst kavallerie gegen indianer von lego. un in 20 jahren ist es vllt 2. weltkrieg. würde lego ein neues set mit vietnamkrieg rausbringen würden alle schreien, dass sei menschenverachtend und Jugendgefährdend. kriegsspiel ist also jugendgefährend.
    der starke realismus von cod würde so manchem älteren kreigsveteran unter den tisch kriechen lassen, aber wer glaubt, dass krieger nicht selbt krieg spielen irrt sich. amerikanische soldaten durften halo 3 anspielen und kriegskinder in manchen gegenden spielen selbst mit echten waffenteilen, die sie gefunden haben. in 200 jahren wird star wars vllt wirklichkeit und wegen kriegsverherllichung indiziert. soviel zum thema kriegscomputerspiele=kriegsveherlichend/verharmlosend.

  33. @ Booomboy
    Richtig glauben kann ich auch nicht daran, aber ich hoffe nun mal. Vermutlich wird es so ablaufen, dass das AAW den Brief als absolute Respektlosigkeit ansehen wird, wie sich jemand erdreisten kann, von Beleidigungen zu sprechen, wenn selbige es mit Menschen zu tun haben, die ihre Kinder verloren haben, oder so ähnlich.
    Ich halte es auch für unwahrscheinlich, dass es je zu einem Dialog kommen wird, aber besser wäre es für uns alle.

  34. meines erachtens sind die angehörigen (zumindest die schreihälse des aaw) nur noch auf rache aus und sehen das gesicht des täters bei den games.

  35. Nun ja… ob es nun Rache oder einfach nur Engstirnigkeit ist, darüber kann man diskutieren.

    Imho würde eine Reaktion des AAW, wie sie hecter specter beschreibt, verdeutlichen wie diese Menschen eben den Tod ihrer Kinder im Nachhinein zu instrumentalisieren versuchen. Ich hoffe, dass irgendjemand dort diese Tatsache nicht übersieht und rational in einen Dialog tritt. Viel Dialog allerdings erwarte ich nicht, schließlich müsste man dann die Schuld endlich bei den wirklichen Ursachen suchen. Und dass diese etwas… unbequemer zu bereinigen sind als durch das hetzen auf “Killerspiele”, das ist ja allgemeinhin bekannt, wenn man sich länger als 10 Minuten mit dem Thema befasst und selbst denken kann.

  36. @Booomboy
    Die meisten Mitglieder des AAW sind doch nur Trittbrettfahrer (Sieht man ja an die Mitgliederzahl des AAW) die gar nicht von den Amoklauf betroffen waren und das die tatsächlich Betroffen nur Rache im Sinn haben sehe ich auch so.

  37. Ich würde den Eltern der Opfer nicht unbedingt Rache als Motivationsgrundlage unterstellen. Ich sehe es eher so, dass die Betroffenen aufgrund ihres Schmerzes durch den Verlust einfach nur alles abblocken, was von der Spielerseite kommt, von daher stehen wir, als Fürsprecher von “Hard Games”, von vornherein auf verlorenem Posten.

  38. “[…]und schließlich die Gesellschaft zu einem friedlicheren Ort machen könne.”
    .
    Klotzen, nicht kleckern! Hehre Ziele für zwei kleine Vereine, die sich in einem Kleinkrieg um Ego-Shooter befinden. Aber bloß nicht zu niedrig stapeln.
    Ich für meinen Teil wäre mit einem verhinderten Verbot und dem demontieren unsinniger Argumente ja zufrieden. Zum Teil hört sich der Brief aber für meinen Geschmack zu freundlich an, andererseits ist es ja alles offiziell, da bleibt man lieber freundlich ;)
    .
    PS: Weltfrieden fehlt noch als zusätzliches Anliegen.

  39. Irgendwie seltsam das Ganze. Viele Menschen, auch Politiker, sind betroffen, wenn wieder mal ein Jugendlicher austickt und in der Schule um sich schießt. Man versucht dann natürlich herauszufinden, was der Auslöser war.
    Leider gibt es dann einzelne Subjekte, die sofort wissen, was Schuld ist: die “Killerspiele”.
    Die wahren Ursachen werden gar nicht in Betracht gezogen. Schlimmer noch. Diese Ursachen werden nicht behoben sondern gar verstärkt.
    Siehe Hamburg: die Primarschule ist gescheitert.
    Siehe die Hetze gegen Arbeitslose (auch durch Politiker). Viele Kinder und Jugendliche sind dabei betroffen. Wie muss sich denn so ein Kind einer Hartz-IV-Familie fühlen, wenn es von unserem Außenminister hören muss, dass Arbeitslose in spätrömischer Dekadenz leben, faul sind, trinken, rauchen und asozial sind?
    Hier werden neue Gewalttaten geradezu hinaufbeschworen. Und hinterher werden dann wieder einfache Ursachen gesucht, wie eben “Killerspiele”.
    Amokläufe und generell Gewalt ist hausgemacht. Insbesondere unsere Politiker könnten es verhindern (Gewalt wird man aber nicht ganz abschaffen können). Und auch die Medien sollten mehr Ehrgefühl haben.
    Kein Verbot von “Killerspielen”! Kümmert euch endlich um die Kinder und Jugendlichen, damit sie ein besseres Leben haben!

  40. Natürlich wollen die Rache üben, würdest du es nicht wollen, wenn jemand deiner Familie Leid zu fügt?
    Da aber nun mal der Täter sich vor aller Augen selbst richten konnte (ich unterstelle der Polizei mal Absicht), projezieren die AAW Leute die Schuld des Täters auf Dinge die er in seiner Freizeit gemacht hat.
    Darunter fielen auch die sogenannten Softairwaffen, aber die Hauptschuld weisen die Leute auf Games.
    Das der Täter krank war oder gar von anderen Kindern in irgendeiner Weise negativ behandelt worden ist, was ihn dann zu dieser Tat trieb, dass ist den AAW Leuten doch vollkommen egal.
    Beim nächsten Amoklauf fühlen die sich dann sogar noch bestätigt in ihrem Glauben.

  41. Nur was passiert wenn Spiele verboten sind und es kommt wieder zu einer Tragödie? Mehr verbieten? Ist man sich eigentlich darüber im klaren was für eine Lawine los getreten wird wenn man erstmal mit verbieten angefangen hat? Ehe man sich versieht werden auch Filme, Bücher, Gemälde, Skulpturen, Musikstücke, Spielzeuge etc. etc. etc. verboten und zwar nicht vereinzelt wie es jetzt schon der Fall ist sondern Flächendeckend, was ist wenn man jegliche Freiheit einer vermeintlichen Sicherheit geopfert hat und es ändert sich nichts was macht man dann? ? ?

  42. Doc, manche Musik und Spielzeuge stehen bereits im Blickfeld solcher Verbotsforderer, denke nur an Marilyn Manson und Kriegsspielzeug.

  43. intersesannter weise ist marolyn manson offizell schuld am amoklauf von colombine, aber killerpsiele kommen erst ganz hinten, treten aber immer mehr vor.

  44. @Doktor Trask,
    das ist denen egal und genau das gleiche dachte ich auch wieder und wieder.
    wenn wir jetzt mit den “verbannen” anfangen, wo soll es aufhören?
    aber die wichtigste frage ist hier: wer soll das entscheiden?
    die leute vom aaw? pfeiffer und sein verbrecherinstitut? spitzer, der als wissenschaftler versagt hat, weil er nicht wie ein wissenschaftler objektiv,sachlich und unvoreingenommen an einer sache geht?
    soll die merkel das entscheiden?
    all diese leute können nicht für eine ganze gemeinschaft entscheiden was gut und was schlecht ist, nur weil sie es selber nicht mögen.

  45. @ Mike: Das find ich jetzt irgendwie nen bisschen sinnlos. Besser wäre die Aktion vor Abschicken des Briefes gewesen, da hätte man die Unterschriftenlisten mit beilegen können.

  46. Pingback: Stigma Videospiele » Blog Archive » Das AAW antwortet auf offenen Brief

  47. Das was mich am meistenwundert ist, dass das AAW gegen Gewaltspiele debatiert, aber zu Airsoft und Paintball keine Unterschriftenaktion macht. dabei würde ich des mit dem Airsoft noch mehr verstehen als mit den Games….

    Komisch…

    Naja…. aber wie Ihr schon alle sagt…. der Schober hat echt keine Ahnung. Un die Politiker die sich dem anschließen debatieren entweder gegen Games die in Deutschland aufm Index stehen oder (zitat von nem politiker ausm fernsehen) gegen spiele bei denen der spieler sein opfer vergewaltigen muss(dieses spiel wurde von japanern geschaffen und inerhalb von 1 woche wieder aus dem verkehr gezogen.

    aber mal kucken wie es weiter geht.

  48. Pingback: StigmaVideospiele: “AAW nimmt Stellung zum offenen Brief” mit Kommentar | Computerspielberatung.de

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