gamescom: Tag 3 – Bewegung!

Microsoft Kinect – richtungweisender Trend oder lediglich ein nettes Spielzeug?

Heute morgen hatte ich die Gelegenheit mit Microsofts Kinect die erste Plattformsteuerung völlig ohne Eingabegeräte auszuprobieren. Große Einstellmöglichkeiten gibt es dabei nicht: Man stellt sich in nicht allzu schrägem Winkel vor der Kamera auf, schon startet das Spiel. Der kurze Moment der Ratlosigkeit, was man denn hier so ganz ohne Controller treibt, vergeht, sobald der virtuelle Cursor beginnt der eigenen Hand zu folgen. Kinect verfolgt mit einer Kamera erstaunlich genau die Bewegung unsere Händflächen, nach anfänglicher Orientierung geht die Steuerung der Benutzeroberfläche problemlos von statten. Nett: Haben wir eine Schaltfläche angewählt, müssen wir die Hand so lange auf dieser halten bis ein grüner Balken volläuft, der die Auswahl bestätigt. So verhindert Microsoft, dass der Spieler ständig aus Versehen falsche Menüs öffnet.

David beim Speerwurf in Kinect

David beim Speerwurf in Kinect

Zur Angebotspalette von Kinect gehören vor allem nette Social Games, die sich durch Einfachheit und knallbunte Grafik auszeichnen, ebenso wie die bereits von der Wii bekannten Sportspiele, für die Kinect aufgrund der Eingabetechnologie bestens geeignet ist. Gerade dass die Kamera auch die Feinheiten jeder Bewegung korrekt erkennt macht einen großen Teil des Spaßfaktors aus, so wird für Spiele wie „100 Meter Sprint“ wirklich Laufen auf der Stelle verlangt – und nicht blos das rhytmische Bewegen der Arme. So eignet sich Kinect großartig für den Einsatz im Bereich des virtuellen Sports, schließt durch die wirkliche Bewegung leider körperlich Behinderte von manchen Disziplinen aus.

Microsoft sieht die Faszination der neuen Spiele eindeutig nicht in einer prachtvollen Grafik oder einem ausgeklügelten Spielprinzip, sondern in der freihändigen Steuerung sowie im sozialen Aspekt – jedes Spiel oder Minispiel verfügt über einen Multiplayer-Modus.
Dabei erledigt sich durch das Nichtvorhandensein eines Controllers sogar das althergebrachte Problem bei einer Mehrspieler-Party im eigenen Wohnzimmer, noch hektisch Eingabegeräte von Freunden herbei telefonieren zu müssen. So werden spontane Spieleinlagen leichter gemacht, Kinect scheint mit dem Blick auf genau diese Situation entwickelt worden zu sein. Und mal ganz unter uns: Wer will sich schon von den Nachbarn beobachtet sehen, wie er ganz allein in seinem Wohnzimmer vor dem Fernseher rumhampelt?

PS: Wir haben natürlich auch Sonys Move getestet. Nintendos Bewegungssteuerung bei der Wii bietet sogar schon länger ein vergleichbares Konzept. Es gibt sogar einen vierten Ansatz von einer kleinen finnischen Firma. Ihr könnt euch also schon auf einen ausführlicheren Artikel über  Bewegungssteuerung freuen. Dieser wird in der Erstauflage unseres Mitgliedermagazins erscheinen.

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