Danke SPON!

(SPON) Auf Spiegel Online setzt sich Christian Stöcker mit dem neusten „Videospielskandal“ auseinander, den diesmal nicht „Modern Warfare 2“ sondern die „Medal of Honor“-Reihe liefern soll. Zunächst wird die Pressekonferenz von Sony, bei der Mike Shinoda (Linkin Park) virtuell mit einem Helikopter Aufständige bekämpft, vorgebracht, um dann das anzusprechen, was anderenorts für Kontroversen sorgt: Der Umstand, dass im Mehrspielermodus nicht nur US-Soldaten sondern auch die Afghanen gespielt werden können. Unabhängig davon wird aber ein Mythos richtig gestellt, der es so (ähnlich) auch schon in den gedruckten Spiegel geschafft hatte:

Die immer wieder wiederholte Behauptung, die US-Armee habe Videospiele entwickelt, um ihren Soldaten die Tötungshemmung abzutrainieren, ist nachweislich erfunden.“

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39 Gedanken zu “Danke SPON!

  1. Hmm Naja es ist eigentlich nur logisch, dass ein Spiel mir die Möglcihkeit gibt beide Seiten zu spielen. Vor allem in einem Multiplayerorientierten Titel.

    Und wie bei jedem Spiel ist zwischen Spiel und Wirklichkeit zu unterscheiden.

    Soll noch gesagt sein, dass es doch eigentlich egal sein müsste, was für eine Textur die Figur da hat oder? Und viel leicht sehen hierdurch einige Leute auch mal, was die Taliban eigentlich motiviert und die gesammte Diskusion wird offener. (Ich darf ja wohl träumen)

  2. Dieser Artikel führt dieselben Ressentiments vor wie sie schon seit Jahren dort und anderswo bedient werden: auch dort hat die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Medium immer aufgehört ging es in Richtung (US-)Militär – „Kritik“ so noch verpackt in latentem Antiamerikanismus: ‚… Das amerikanische Militär kommt mit im eigenen Land großgewordenen Branchengiganten wie Activision („Call of Duty“) und Electronic Arts („Medal of Honor“) und ihren Kriegs-Blockbustern wunderbar klar, schließlich kann es nicht schaden, die eigenen Truppen schon in Jugendzimmern als Helden aufmarschieren zu lassen (in den USA nimmt man es mit dem Jugendschutz weit weniger genau als hierzulande, bei uns sind diese Titel ab 18).‘
    Woher das nun wieder gewusst werden möchte… Wenn ich mir eigene Titel wie „America’s Army“, ansehe wo es ganz anders – wesentlich sauberer und harmloser – zugeht, komme ich mit dieser Behauptung nicht klar
    Kein Funken Selbstkritik oder Selbstreflexion auch im Schluß: ‚Ein Marinesoldat namens Clark kommentierte: „Mir ist es egal, welchen Krieg diese Spiele darstellen, aber sie sorgen dafür, dass unsere Jugend viel zu leichtsinnig über Krieg denkt. Wenn ich höre, wie die Kids reden, wenn sie online miteinander spielen, beunruhigt mich das als Veteran. Sie glauben, sie kennen sich aus, aber in Wahrheit haben sie keine Ahnung.“‚

    Da sehe ich diesen Satz gegen den Mythos einer Tötungshemmung bloß als erfreuliche Ausnahme an. Zu sagen dass etwas „nachweislich erfunden“ ist wofür es keinen einzigen Beleg gibt, nicht einmal vom angeblich belegenden Grossman selbst – welche Überwindung – Leistung – soll das auch darstellen???

    Ich wollte letzte Nacht übrigens mal wieder „Medal of Honor“ vorbestellen, nachdem ich die Sendung dazu auf MTV gesehen habe und es da jetzt im Handel so eine Aktion gibt: musste mich zurückhalten in Deutschland zu kaufen, denn „Medal of Honor“ hat noch (immer) keine USK-Freigabe bekommen. Das Treyarch-Call-of-Duty wird aufgrund der traditionell (noch) expliziteren Körperdarstellung auf alle Fälle (selbst)zensiert werden für den deutschen Markt und wohl auch am Index landen, vielleicht sogar im Eilverfahren.
    „Medal of Honor“ hat erstmals auch in den USA wie „Call of Duty“ ein M-Rating und WURDE für Personen unter siebzehn Jahren damit nicht für geeignet erklärt. Was dazu so fantasiert wird kann ich deshalb auch nicht nachvollziehen

    Und beide (mindestens möglich relevante) Jugendschutz-Zensur-Entwicklungen werden von Stöcker ebenfalls nicht angesprochen. Die eine würde sich mit der Behauptung über den angeblich so laxen Jugendschutz in Amiland ja auch glatt widersprechen…

  3. Gerade auf der gamepro Seite einen Artikel gelesen in dem ein Typ vom Bundeswehrverband(als zivi keine Ahnung was das ist??) und der Britische Verteidigungsminister zitiert werden und das klingt dann so(es geht um MoH):

    „Es ist widerwärtig, so ein Spiel auf den Markt zu bringen, während in Afghanistan Menschen sterben“

    „Ich bin empört und ärgerlich. Es ist schwer zu glauben, dass sich ein Bürger unseres Landes den Kauf eines derart unbritischen Spieles wünscht. Ich bitte unsere Versandhändler und Shops inständig, dass Sie unsere bewaffneten Truppen unterstützen und den Verkauf dieses geschmacklosen Spiels verbieten.“

  4. Hogfather, im Forum sind noch weitere Artikel zum Thema im „Medal of Honor“-Thread verlinkt bzw. aufgeführt.
    Übrigens der Deutsche Bundeswehrverband vertritt ehemalige und noch im Dienst stehende Soldaten.

  5. Obwohl es mir auch egal ist welche die Seite die Guten und welche die Bösen darstellt, so hat EA diesmal sich selbst ins Bein geschossen!
    Es ist doch vollkommen logisch, dass man einen aktuellen Kriegsschauplatz nicht als Videospiel oder Fernsehserie so produziere, dass man auch die Seite spielen/sehen kann, die das eigene Kind, die eigenen Leute umgebracht haben.
    Hätte die mit dem Spiel vielleicht 5 Jahre gewartet, dann wäre das nicht ein so großer „Skandal“ wie dieser „Fox Sender“ das impliziert.
    2.Weltkrieg,Vietnamkrieg oder fiktive Kriegsgeschehen wie bei Bad Company 2 und Homefront regen deshalb nicht auf, weil die Kriege entweder schon seid Jahrzehnten vorbei sind oder es sie einfach nicht gab.
    Selbst Konami, die einen ähnlichen Actiontitel produzieren wollten, haben mitten während der Entwicklungsphase die Arbeiten eingestellt, weil sie gemerkt haben, dass die Gesellschaft dafür noch nicht bereit sei und man sich damit nur Ärger einhandelt würde.
    Natürlich finde ich es schon berechtigt, dass man auch die Taliban spielen kann, denn dann ist schließlich der Feind.
    Aber da immer noch Hunderte/Tausende Menschen (sowohl Soldaten als auch/und vorallem Zivilisten) im Jahr durch diese Schwachköpfe und Feiglinge ihr Leben verlieren, ist die Zeit für ein solches Spielszenario noch nicht gekommen.
    Selbst ein anderer Name dieser „Irren“ würde daran nichts ändern, da doch jeder weiss das diese Seite die der Taliban ist.
    Mein Fazit: auch wenn das Spiel sich gut anhört und vom Inhalt her vielleicht besser ist als der Scheiss den Activision CoD nennt, aber dieses Szenario ist zur jetztigen Zeit fehl am Platz und sollte lieber noch für ca.5 Jahre in der Schublade des Entwicklers verschwinden.
    Obs in 5 Jahren besser ist weiss ich nicht, aber jetzt ist der Zeitpunkt für so ein Spiel, wo man als Erzfeind der Menschheit kämpft (also Taliban), nicht reif.

  6. Zusätzliches Fazit: In New York demonstrieren viele Bürger gegen den Bau einer Moschee in unmittelbarer Nähe zum Ground Zero.
    Sie demonstrieren nicht gegen die Religion „Islam“ im allgemeinen, sondern sie sehen in dieser Moschee einen weiteren Sieg der radikalen Terroristen von El Kaida/Al Quaida (können die sich mal auf eine Schreibweise einigen?).
    Und ich denke genau dies wird auch in diesem Spiel befürchtet.
    Bei uns in D darf man auch kein CoD mit Nazi-ZOmbiemodus spielen, weil man wohl glaube man wäre ein Nazi oder würde deren Mentalität annehmen, würde man diesen Modus spielen.
    Und ich denke es gibt genug Trottel die genau dieses Denken dann auch auf den MP-Modus von MoH übertragen würden, nur mit dem Unterschied, dass man dann ein radikaler Taliban werden könnte.
    Ich denke hier wird es noch sehr viel hitziger zugehen und ich wette darauf, dass die Spielekiller aus ÖR und pseydo Wissenschaft schon in den Startlöchern stehen, um wieder gegen die Videospiele, die Industrie und die Spieler zu wettern.
    Bestimmt kommt dann auch ein unkenntlich gemachter Typ vor die Kamera der zugibt, durch Wolfenstein zum Nazi geworden zu sein.
    Bereitet euch schon mal auf eine neue Schlammschlacht vor.

  7. „Kein Funken Selbstkritik oder Selbstreflexion auch im Schluß: ‘Ein Marinesoldat namens Clark kommentierte: “Mir ist es egal, welchen Krieg diese Spiele darstellen, aber sie sorgen dafür, dass unsere Jugend viel zu leichtsinnig über Krieg denkt. Wenn ich höre, wie die Kids reden, wenn sie online miteinander spielen, beunruhigt mich das als Veteran. Sie glauben, sie kennen sich aus, aber in Wahrheit haben sie keine Ahnung.”‘“

    Wobei das natürlich stimmt, allerdings ist es die Aufgabe der Schule und Eltern den Kindern zu zeigen was Krieg wirklich bedeutet. Spiele wie Medal of Honor verfolgen ein anderes Ziel.

  8. @El,
    nee ich habe mir keine Videos angesehen, sondern nur das wiedergegeben womit doch die Spielekiller gerne argumentieren bzw. sich aus solchen Gründen für Verbote usw. aussprechen.
    Warum sollte mein Begründung zum schießen sein?
    Es geht hier diesmal nicht rein um alle Videospiele, sondern um den Fakt, dass sich die Leute darüber aufregen, dass man die Antimenschen spielen kann, die am 11.9.2001 mit Flugzeugen ca 3.500 Menschen umbrachten und das bis heute immer noch tun (mit Bombenfallen, Selbstmördern, RPG-Angriffen, Entführungen und Erschießungen).
    Ich persönlich habe kein Problem damit die in dem Spiel spielen zu können, da man ja all das von mir in den Klammern beschriebene nicht tut.
    Naja also nicht gegen echte Menschen, nicht gegen virtuelle Zivilisten und nicht mit Flugzeugen.
    Mit Knarren und Sprengstoff schon, aber rein virtuell.
    Aber wir wissen doch alle, nur weil WIR Spieler es anders sehen, es realistisch und logisch betrachten, tun das andere Menschen nicht.
    Wenn du einen von denen erzählst, du hättest einen Taliban mit einer Sniper im Videospiel XYZ gekillt, dann denkt diese Person beim Wort Taliban 1. an den 11/9; 2.an Bin Laden; 3.Selbstmordattentate gegen Zivilisten.
    Und genau darum ist es einfach noch zu früh für ein derartiges Szenario, wir sehen doch wie die reagieren.

  9. Nein ich meinte mit der Begründung, die weswegen keine Moschee gebaut werden sollte. Wer bei einem Moscheebau an Al Quaida denkt, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Mir persönlich ist es egal ob ich nun Afghanen spielen kann oder nicht (naja ich bin eh kein Shooterfan ansich).

  10. Ach so, na dann habe ich dich falsch verstanden.
    Allerdings kann ich die New Yorker in diesem Punkt ganz gut verstehen was die Moschee angeht.
    Naja die Amis haben eine engere Bindung zu ihren Städten, vorallem dann, wenn in diesen Städten noch große Wahrzeichen wie einst das WTC.
    Da wir Deutschen nur langweiliges als Wahrzeichen haben (Siegessäule und Brandenburgerthor) und wir auf unser Land eher sauer sind als stolz, können wir das nur schwer verstehen.
    Aber wenn ich bedenken, wenn z.B. eine chinesische Splittergruppe das Kino in meiner Stadt mit all den Besuchern in die Luft sprengen würde, dann würde ich erst recht nicht wollen, dass sich im Neubau ein chinesisches Restaurant oder eine chinesische Botschaft drin breit macht.
    Denn genau das erinnert die Menschen jedes mal daran was einst passiert ist.

  11. @Booomboy
    Ähm, die Taliban mit Al Quaida gleichzusetzen ist ziemlich falsch. Die Taliban mit allen Aufständischen in Afghanistan gleichzusetzen ebenfalls. Die Aussage, die Taliban seien Antimenschen oder die Feinde der Menschheit ist total abstrus. Aber es ist natürlich immer genehm, die Welt in schwarz und weiß aufzuteilen, dass die ethnische, religiöse und politische Situation in Afghanistan wesentlich komplizierter ist, scheint dir nicht in den Sinn zu kommen.
    Und zu den Wahrzeichen: Mir ist ein Brandenburgertor, eine Siegessäule, eine Burg oder was auch immer tausendmal lieber, als ein hässliches Bürohochhaus…

    b2t: Ich betrachte es auch als problematisch, dass das Spiel noch während des Konfliktes erscheint. Dass da einige Leute verschnupft reagieren, halte ich für nachvollziehbar. Allerdings fände ich es viel besser (und hätte es auch den Entwicklern hoch angerechnet), wenn man im Single Player auch auf Seiten der Aufständischen kämpfte. Das muss nichts mit radikalem Islamismus zu tun haben, sondern einfach mit der Verbitterung und den Rachgelüsten eines Bauern/Hirten, der z.B. wegen eines Bombenangriffs der NATO seine Familie verloren hat oder dergleichen. Zumindest könnte man so der Komplexität und Problematik des Konflikts viel besser Rechnung tragen.

  12. der marine-soldat hat absolut recht. wenigeein soldat interessiert es, dass aktuelle konflikte zum inhalt werden. sie spielen sie sogar selbst. aber es stimmt, wie diese kleinen zoggerkids über den krieg reden, wie als sei das wirklich wie im spiel. klar, sie wissen, dass eine kugel im bauch wehtut und das krieg eigentlich nichts schönes ist, aber mich würde das auch aufregen, wenn jemand so darüber redet wie als se idas spiel wie in echt.

  13. @Boomboy, finde ich eigentlich nicht, dass wir nur langweilige Wahrzeichen haben. Was ist zum Beispiel mit der Reeperbahn, dem Kölner Dom, der Dresdner Semperoper oder dem Marienplatz in München? Ich kann sagen ich bin stolz auf mein Land und bin stolz in Deutschland geboren zu sein. Dass es Dinge gibt die mich annerven, rüttelt trotzdem nicht an meinem Nationalstolz.

  14. Außerdem sammeln sich bei uns auch ein ganzer Haufen mehr Wahrzeichen an als in den USA, da es die USA eben erst seit 234 Jahren gibt. Die meisten Wahrzeichen sind aber eher lokal als national.
    Zu dem Spiel: Was wäre denn die Alternative für den MP gewesen? Entweder nur gegen Bots spielen oder Amerikaner gegen anders angezogene Amerikaner. Beides nicht das Gelbe vom Ei, von daher gäbe es da keine andere Möglichkeit außer „das Spiel gar nicht erst entwickeln“, etwas das ich nicht begrüßen würde.

  15. Hmm spontaner Einfall: Als Call of Duty Modern Warfare erschien herschte auch schon Krieg in Nah-Ost und hat sich wer darüber aufgeregt? Nicht das ich wüsste.

  16. @Trekkie
    Dass es stimmt bezweifle ich auch nicht, sehr wohl aber dass die Leute welche so denken – die „dummen Jungen“ wenn man so will, die offenbar wirklich glauben Krieg sei ein Spaß – die Sache auch angemessen sehen, richtig begreifen: wenn sie ranked spielen bräuchten sie dazu eigentlich bloß mal auf ihre Statistiken schauen – selbst der beste Spieler, die beste Spielerin wird irgendwann einmal sterben so im Spiel, und irgendwo womöglich respawnen. Und dann die Statistiken mit ihren eigenen Leben im rl vergleichen und sich überlegen, herunterbrechen, wieviele Leben sie dort haben: nämlich genau 1
    Und wieviele Leben sie in einem „echten Krieg“ dabei bräuchten, wenn sie so tatsächlich „Spaß haben“ möchten: in einer anderen Wirklichkeit genannt „Krieg“.

    Das ist die Leistung solcher und anderer Videospiele in der Form für mich bereits mitunter, darin besteht für mich auch ihr Wert, darüber aufmerksam machen zu können, aber darüber wird eben nicht nachgedacht in solchen Artikeln.
    Diese Möglichkeit scheint ausgeschlossen

    Was ich von „Medal of Honor“ jetzt schon gesehen habe geht es im Ansatz auch wieder eher darum Soldatenleben und Perspektiven zu transportieren als „Krieg“ zu transportieren. Ich würde sogar sagen es geht mehr um deren Bärte als um Erklärungsmodelle für den Afghanistankrieg. Mag sein dass dies (erneut) weitgehend in einem Ansatz auch stecken bleibt, aber immerhin
    Jedoch geht es einem Journalismus in der Form aus meiner Sichtdarum, dass Spielen auf diese Weise unterstellt werden soll sie würden den Krieg verherrlichen, verklären, konsumierbar machen, usw. Einfach und spielbar eben

  17. Das ist das erste Mal, das ich einen Massenmedienartikel sehe, in dem so klar gesagt wird, dass die Soldaten-Tötungshemmungskiste Blödsinn ist. Naja, man muss wohl für kleine Dinge dankbar sein können.
    —-
    Das hier ist auch so was:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Shooter-Erlebnis-fuer-Bundestagsabgeordnete-1064253.html
    Bin gespannt, wohin das führt, wenn unsere Regierenden plötzlich diese pösen, pösen Spiele spielen…

  18. @eyrd sister: das gab es schonmal, aber da waren nur recht wenige politiker und auch nur unbekannte gesichter. diese hatten richtig viel spass. ein shooter war auch dabei, halo 3, aber den hat keiner auch nur aus dem augenwinkel betrachtet.

  19. Was mich persönlich gerade richtig ankotzt ist die Aussage der Mutter, das keine Menschen mehr im 2. Weltkrieg sterben. Der krieg mag zwar vorbei sein, aber es sterben nach wievor Menschen durch ihn, zuletzt am 1.6. diesen Jahres, beim Versuch eine Bombe zu entschärfen (Göttingen). Kann natürlich sein das ich was das angeht ein wenig empfindlich bin, weil mein Arbeitsplatz mitten in einem entsprechend gefährdeten Gebiet liegt und auf dem Gelände auch schon Bomben gefunden wurden. Und wenn ich ehrlich bin will ich lieber nicht wissen was da noch liegt.

  20. das ist sowisso voll das argument. weil da keine menschen mehr sterben. ach, das macht das geschehniss automatisch weniger schlimm als der irakkrieg.

  21. @Cooper, da brauchst du noch nicht mal Göttingen anzuführen. Ich sag nur Hiroshima und Nagasaki, die Japaner leider teilweise immernoch sehr stark unter den Nachwirkungen der 2 Atombomben die auf das Land unnötigerweise geworfen wurden.

  22. @SkycladGuardian,
    gut ist deine Meinung, wenn du die Taliban noch als Menschen oder gar als „Freiheitskämpfer“ siehst.
    Ich sehe sie als Antimenschen, da sie genau wie Vergewaltiger und Pädophiele hinterhälte und feige Angriffe gegenüber Unschuldige ausüben.
    Lebenden Menschen den Kopf abschneiden, Polizeirekruten (die eigenen Landsleute) entführen und einfach abknallen, Dorfbewohner mit vorgehaltener Knarre dazu aufrufen 2 verliebte Menschen (Mann und Frau) zu steinigen oder sie werden alle erschossen, Kinder als lebende Bomben missbrauchen, Hotelgäste niederballern, Friedenssoldaten in die Luft sprengen und Benzinwagen samt Waffen in Dörfer abstellen, damit die bösen Ausländer ihre Bomben drauf knallen.
    Mit „Freiheitskampf“ hat das nichts zu tun und Menschlichkeit sehe ich auch keine.
    Mit Politik hat das auch nichts zu tun und dein sogenanntes Schwarz-Weißdenken ist hier auch nicht angebracht, da doch die Taliban durch ihre Taten selbst zeigen was sie sind.
    Außerdem, wie kommst du darauf das die Taliban nicht mit Al Quaida zusammenarbeiten?
    Ich denke schon das die das tun, irgendwo müssen sie ja „Rekruten“, Geld, Waffen und Strategiepläne herbekommen, um so komplexe Angriffe zu führen.
    Und ich glaube kaum, dass einfache Hirten und Bauern die ihr Leben lang nur ne alte AK47 unterm Betttuch haben liegen lassen allein dafür in der Lage wären.
    Und selbst wenn nicht, was ich sehr stark bezweifle, verfolgen diese Fanatiker die selbe Mentalität wie bei uns die Spielekiller: „Wer nicht mit uns ist ist gegen uns und muss bestraft werden“.
    Bei den Taliban heisst das Tot, bei den Spielekiller versucht man die Karrieren bzw. den Ruf Andersdenkender zu ruinieren.
    Ich respektiere deine Meinung, auch wenn ich die in keinster Weise nachvollziehen kann.

    @heise Artikel,
    sogar Angelika Bär ist mit dabei?
    Wurde sie von Aliens entführt und einer Gehirnwäsche unterzogen oder habe ich letzte Nacht in wirklichkeit 10 Jahre geschlafen?
    Diese Frau ist doch eine von diesen Personen die Verbotsforderungen gerne durchsetzen wollte, wenn ich mich nicht irre.

  23. Dorothee. Auch wenn sie nicht gegen Verbote ist, scheint sie dennoch zu den gemäßigteren Politikern der Union zu gehören und zocken tut sie ja auch. Wenn wohl auch nur Anständiges^^.

  24. @boombay: wenn sie keine menschen mehr sind, was sind sie dann? Vor wem willst du denn bitte feigheit verantworten? vor gott? was sind antimenschen? wisso hat das nichts mit freiheitskampf zu tun?

  25. @booomboy
    Bedienstete und Kollaborateure der ungewollten Regierung zu töten war schon immer ein Vorgehen von Aufständischen seit dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Die damaligen Siedler haben britische Beamte getötet, wie auch Tito in Jugoslawien im 2.WK Kollaborateure der deutschen Besatzung getötet hat. Das ist natürlich grausam, aber in dieser Hinsicht unterscheiden sich die afghanischen Aufständischen nicht von anderen.
    Steinigung ist genauso wie jede Todesstrafe in meinen Augen ein unmenschlicher und barbarischer Akt, jedoch sieht die afghanische Verfassung meines Wissens nach vor, dass kein Gesetz gegen die Scharia verstoßen darf, insofern ist es möglich, dass die Steinigung auch unter dem Karsai-Regime legal praktiziert werden könnte (da bin ich mir aber nicht sicher).
    Zivile Gebäude als Deckung für militärisches Gerät zu verwenden ist keine Erfindung der Taliban, sondern war in vielen Kriegsparteien üblich (und ist es immer noch). Die hohen zivilen Verluste durch Nato-Bombardements sind auch der (verständlichen) Zurückhaltung der westl. Befehlshaber geschuldet, Bodentruppen in die Orte zu schicken, und dort die Aufständischen gezielt zu bekämpfen, was aber zwangsläufig höhere Verluste auf der eigenen Seite erzeugen würde.
    DIe Taliban haben es nicht wirklich nötig mit Al Quaeda zusammenzuarbeiten. Rekruten finden sich genug, entweder durch Zwangsrekrutierung oder durch freiwilligen Zulauf aufgrund von höheren zivilen Opfern durch Aktionen der NATO. Waffen gibt’s noch mehr als genug aus der Zeit der Sowjetbesatung und eventuell zusätzliche Waffenlieferungen aus Pakistan und dem Iran. Und ich denke, dass es noch genug Veteranen des Kampfes gegen die Sowjets gibt, die über entsprechende militär. Erfahrung verfügen und zusätzlich musst du bedenken, dass das Land seit dem Rückzug der Sowjets fast ständig im Bürgerkrieg war, dementsprechend gibt’s dort jede Menge Menschen mit Kampferfahrung.

    Der Kern meines ganzen Geschreibsels ist folgender: Die Taliban unterscheiden sich in vielen Belangen nicht von anderen Aufstandsbewegungen. Ihre Besonderheit ist ihre radikale Religiösität, die sich nur bedingt auf ihre militärischen Aktionen niederschlägt (z.B. in Form der Selbstmordanschläge, wobei diese das erste Mal von den tamilischen Tigern im Bürgerkrieg auf Sri Lanka eingesetzt wurden).

    Es gibt ein Buch das wunderbar die Gemeinsamkeiten und Unterschiede verschiedner Aufstandsbewegungen beschreibt und analysiert:
    „Aufstand. Widerstand gegen Fremdherrschaft: vom Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg bis zum Irak“ von William R. Polk.

    Falls der Post besserwisserisch klingen sollte, so ist das z.T. gewollt ;-), aber ich vermute als Historiker bekommt das während des Studiums eingeimpft.

  26. Ja dem muss ich zustimmen: ich habe da (leider) auch keine anderen Informationen und Polks Buch ist wohl sowieso Standard

    Ich fände es im Übrigen auch besser wenn differenzierter dabei vorgegangen werden würde, über Schatten gesprungen, usw.: so würde ich mir wünschen, dass man einen Hirten zumindest kurzzeitig spielen könnte, oder einen anderen Zivilsten. Bei Modern Warfare 2 fand ich das nicht sinnvoll, weil es ein anderes, völlig fiktionales Narrativ da war – hier hätte Electronic Arts aber diesbezüglich was weiterbringen können. Ich fürchte jedoch, dass dem eben nicht so sein wird Zuletzt hab ich bei MTV eine Zwischensequenz verfolgt wo mit einem Einheimischen gesprochen wird: der war wohl so was wie ein Hirte – die US-Akteure kamen dabei nicht gut weg wie ich meinen möchte, aber ich erwarte mir auch schon von Haus aus nicht allzu viel von dem Titel. Mal sehen wie es werden wird, hätte mir den Titel bereits vorbestellt, aber na ja – man wird sehen…

  27. Wenn ich mich recht erinnere gab es mal einen Artikel in der Gamestar zum deutschen (Kinder)Computerspielpreis in dessen Jury auch Frau Bär saß, deren mitwirken sich laut Artikel allerdings auf eine einzige Mail beschränkte das Uncharted2 und Dragon Age „auf keinen Fall zur Auszeichnung geeignet“ seien. So aufgeschlossen gegenüber Games scheint sie ja doch nicht zu sein. (Oder bezog sich das gemäßigt darauf das sie kein Totalverbot fordert?)

  28. @hecter specter :Danke für die Hinweise
    @pyri: Finde auch das wenn Spiele den Anspruch haben wollen, die Spieler zur Reflexion über den Krieg zu animieren, man sowohl den Feind(aus unserer Europäischen Sicht die Taliban) als auch nicht Kämpfende Parteien (Hirten,Frauen+Kinder) spielbar(erlebbar) machen muss.

  29. Moral ist so toll und wichtig, dass sich manche Menschen diese gleich doppelt zulegen, man kann ja nie wissen, wann man die 2te Portion braucht :p

  30. Da fällt mir gerade Mass Effect 2 ein. Der Abschnitt in dem man Joker ist. Das ganze Spiel wird da umgedreht. Auf einmal kämpft man sich nicht mehr als der starke Shepard mit all seinen Waffen und Kampffähigkeiten durch die Level, sondern man muss als körperlich Behinderter ungesehen durchs Schiff flüchten.

    @pyri
    Hast du schon mal einen der Armed Assault Titel ausprobiert. Dort muss man häufig mit Einheimischen oder dem Widerstand reden. Es gibt da auch einen Abschnitt in dem die eigene Front zusammen bricht und man muss sehen das man da irgendwie rauskommt.

  31. @Rey,
    ach so ist das!
    Habe ich also Doro und Angelika verwechselt lol XD
    @frontal21,
    antimenschen sind menschen, die anderen menschen mit vollster absicht brutale Gräultaten antun wie z.B. beim vollen Bewußtsein den Kopf abschneiden und sich in mitten von Menschen, wo auch Kinder und Frauen sind bzw. Unschuldige in allgemeinen in die Luft sprengen.
    Sie haben vielleicht noch menschliche Körper, aber bei dem was sie tun sind sie keine Menschen mehr..
    Diese Leute werden Gott, sollte es ihn geben, gar nicht erst zu Gesicht bekommen.
    Freiheitskampf kann man damit definieren, was einst die deutschen Wiederstandskämpfer gemacht haben!
    Sie haben gegen das Regime gekämpft, nicht aber gegen die Bürgerinnen und Bürger und erst recht nicht gegen Kinder.
    @Skyclad,
    nun die Taliban kämpfen nicht für Freiheit, sie kämpfen weil sie die islamische Religion für sich so zurecht biegen, dass alles was sie im Kampf tun vor Allah als „gute Aktion“ dargestellt wird.
    Sie kämpfen im Prinzip nur darum, dass sie ihre bisherigen Gräultaten gegenüber dem Afghanischen Volk wieder so ausüben können wie vor dem Einmarsch der Allierten.
    Und bei denen gabs nur die Todesstrafe, bei jeder Kleinigkeit.
    Ihr Macht bestand nur aus Angst und Unterdrückung.
    Selbst wenn die Taliban es nicht nötig hätten mit Al Quaida zusammen zuarbeiten, so tun sie es doch, um die Effektivität ihrer Angriffe/Anschläge zu erhöhen.
    Auch erhöht sich dadurch der Zulauf von Rekruten, da Al Quaida ein viel größeres Netzwerk besitzt als die Taliban allein und dadurch kann so die Truppenbewegung erweitert werden.
    Die meisten Angriffe der Nato mit zivilen Opfern stammen von den Amis und Briten, die Deutschen hatten vor dem noobigen Luftangriff nichts an Angriffen geleitet/ausgeübt (offiziell).
    Die Amis und Briten haben da natürlich selber Schuld, wenn sie eine 500Pfund Bombe mitten in ein eng besiedeltes Dorf werfen und anschließend viele verärgerte Afghanen zu den Taliban laufen.
    Da können die Amis auch nichts mit Schokolade wieder gut machen^^

  32. @Cygnus X-1
    Ja das ist richtig, habs soeben überprüft: Gamestar 07/2010 102.
    Auf Seite 101 steht aber vorher schon, dass man Wolf-Dieter Ring zugetragen habe, dass im Spiel Dragon Age man (auch) „eine Frau und ihren Sohn ermorden“ müsse
    @Action Jackson
    Ja, das erste AA hab ich auf der Platte :-)

    Etwas OT, aber als Hinweis: ich fürchte ein Aufflammen der „Killerspiel“-„Debatte“ als „Gewaltspiel“-„Diskussion“ hier in Österreich. Momentan wird eine Pfeiffer-Studie kolportiert, zuerst im Teletext des Österreichischen Rundfunks und später im dortigen Radio – heute war in der katholischen südösterreichischen Tageszeitung auch eine Doppelseite mit Hinweis am Cover. Wie mir erzählt wurde soll es um eine Untersuchung an 45.000 Personen gehen: ich nehme an es ist jene KFN-Studie mit den Selbsteinschätzungen von ProbantInnen gemeint, welche über den zweiten Bericht in D zuletzt mehr gegen traditionellen Islam ausgelegt wurde und die ich auch schon verarbeitet habe
    Zuträglich ist anscheinend auch diese Veröffentlichung von Bergmann und Hüther: http://www.amazon.de/Computersüchtig-Kinder-Sog-modernen-Medien/dp/3407229046/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1282657990&sr=8-1 In der Berichterstattung wird anscheinend auch unverhohlen Gewaltdarstellung mit Suchtverhalten verknüpft und als Masse so zu den Massen transportiert. Sehr beunruhigend wie ich meinen möchte

  33. das diese leute auch überall beachtung finden ist erstaunlich!
    also entweder ist dummheit eine pandemiekrankheit oder die menschen brauchen wieder was was sie jagen und töten können.

  34. Wenn es einen rührenderen, positiveren Bericht auf auf SpON über Videospiele und -Spieler gibt als diesen, habe ich ihn noch nicht gelesen: http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,714024,00.html
    .
    DANKE, SpON!!!!
    .
    @Rey: Kann man diesen Bericht irgendwohin kleben oder in eine Linksammlung aufnehmen, damit er nicht verloren geht? Das wäre direkt was, wenn es von Pfeiffers wieder heißt, Gamer sind dumm und aggressiv und emotionale Krüppel und was nicht alles…

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