„Killerspiele“ im Fokus

(hpd/bild/sz) Bereits im Buch der Jugendrichterin Kirsten Heisig wird – zumindest nach dieser Rezension – im „Aufpuschen durch Gewalt verherrlichende Killerspiele“ neben dem Konsum von Drogen und Rap-Videos ein weiterer kriminogener Faktor gesehen. Auch Thilo Sarrazin äußerte gegenüber der Bild Vorbehalte, wofür er sich aber bereits mit MMORPGs begnügt:

„Oft frage ich mich, wo ich jetzt wäre, wenn ich statt mit „Grimms Märchen“, „Tausendundeine Nacht“ und der „Illustrierten Weltgeschichte“ die prägenden Kindheitsjahre mit dem Computerspiel „World of Warcraft“ verbracht hätte.“

Wobei man darauf hinweisen sollte, dass „Grimms Märchen“, so z.B. „Die drei Männlein im Walde„, bzgl. der enthaltenen Gewalt auch nicht ohne sind. Ebenfalls erwähnenswert: Der Neuropsychologe Thomas Elbert, der anhand von Kindersoldaten die Entstehung der Bereitschaft zu Töten untersucht und Gewaltspiele als heikles Experiment auf gesellschaftlicher Ebene ansieht.

41 Gedanken zu “„Killerspiele“ im Fokus

  1. “Oft frage ich mich, wo ich jetzt wäre, wenn ich statt mit „Grimms Märchen“, „Tausendundeine Nacht“ und der „Illustrierten Weltgeschichte“ die prägenden Kindheitsjahre mit dem Computerspiel „World of Warcraft“ verbracht hätte.”
    Sie wären jetzt da wo sind jetzt schon sind, nur hätten sie eine andedre einstellung gegenüber videospielen.

    mfg

  2. Bei Sarrazin würd ich mir fast wünschen, das
    a) er MMOs gespielt hätte und
    b) die Spielegegner recht haben.

    Dann wäre man ihn los.

    Ja der Preis ist hoch, und eigentlich lohnt es sich nicht für diesen Hampelmann so nen Aufwand zu betreiben, aber man wird ja noch träumen dürfen ^^

  3. Was der Thilo(muss man dem hier auch noch eine Plattform geben?) da sagt, klingt eher nach den ur-alt Sprüchen „Kind, lese mal was, es gibt soviele schöne Bücher, immer diese [Random]“, er meint wohl eher das WoW was ist für Schlüsselkind-lernt-nix-ernährt-sich-ungesund-wird-nie-was-und-hängt-dem-Sozialstaat-auf-der-Tasche.
    Und nebenbei versucht er noch seinen Intellekt hervorzuheben… *hust*

  4. Sarrazin ist in der näheren Vergangenheit immer wieder ein Grund gewesen, sich zu schämen. Dieser Herr verbreitet einen absoluten Nonsens, wettert gegen diverse Bevölkerungsanteile und präsentiert ein Fachwissen, das noch nichteinmal aus der BILDzeitung stammen kann, da es sogar dafür noch zu schlecht ist. Immer wenn Sarrazin mal wieder mit irgendwelchen Stammtischparolen durch die Medien geistert, dann schäme ich mich, dass so ein Mensch in diesem Land soviel Aufmerksamkeit bekommt.

  5. Ach der Sarrazin wird bald Geschichte sein.
    Mit seinen ständigen und sehr nah am „nazidenkenden“ Auswüchse hat er sich selbst sein Grab geschaufelt.
    Und dieser Elbert macht es sich wohl auch sehr einfach, wenn er versucht eine Kausalität zwischen Kindersoldaten aus Somalia und mit Videospielen zu knüpfen.

  6. SZ: Was haben diese denn mit Computerkids gemein?
    Elbert: Bei Kindersoldaten zeigt sich exemplarisch, was geschieht, wenn systematisch alle Tötungshemmungen beseitigt werden.

    uiui… also mir fällt gerade nichts mehr ein. Computerkids und Kindersoldaten.

  7. Der Thomas Elbert ist ein gutes Beispiel, wie die Hetze gegen Videospiele funktioniert: Man nehme etwas böses und behaupte dann einfach, bei Videospielen wäre es vergleichbar. Beweise braucht man für derart wilde Theorien ja nicht zu bringen, schließlich wurde man ja Wissenschaftler um den Menschen jeden Stuss als „Fakt“ zu verkaufen, da die Menschheit ja keine Beweise mehr braucht, wenn ein „Dr.“ oder „Prof.“ irgendeinen Müll labert.

  8. Na das ist doch ganz einfach wo Sarrazin wäre, wenn er als Kind WoW gezockt hätte. Er wäre wohl wesentlich toleranter gegenüber anderen Völkern und Kulturen! Doch um zu der Erkenntnis zu gelangen, müsste er natürlich erstmal ein Rollenspiel bzw. ein Game mit verschiedenen Völkern in einer komplexeren als der das-ist-der-Feind-also-Feuer-frei Rolle gespielt haben.
    Finde man sollte für Politiker mal sowas wie einen Ethikkodex einführen, der auch die geistige Reife für ein Amt berücksichtigt.

  9. Also das interview mit elbert zeigt doch eindeutig das virtuelle gewalt nicht den selben einfluß hat wie reale…

    Wir haben inzwischen eine generation die mit virtueller gewalt aufgewachsen ist, die CS generation ist inzwischen in ihren 20-30er jahren. Dauer berieselt mit virtueller gewalt seit über 10 jahren und trotzdem gesellschaftsfähig und unauffällig.

    Auf der anderen seite haben wir kindersoldaten, die keinerlei kontakt zu virtueller gewalt haben aber dafür reale gewalt täglich erleben. Diese sind teilweise schon mit 8-10 jahren so abgestumpft das ein leben nichtsmehr wert ist für sie.

    Das zeigt für mich doch ziemlich eindeutig das beides absolut nicht gleich wirkt.. kindersoldaten als beispiel dafür zu nehmen wie böse virtuelle gewalt doch ist finde ich von daher ziemlich kontra-produktiv wenn man hier irgendwelche negativ folgen beweisen will. Im gegenteil sie sind das beste beispiel dafür wie gut gamer zwischen virtualität und realität differenzieren können…

  10. @Mars
    Na und unsere deutschen killerspieler haben sich alle brav an die altersfreigaben gehalten vorallem zu einer zeit als diese noch nichtmal verbindlich waren? Ich kann aus persönlicher erfahrung nur sagen: Nö haben sie nicht, habe ich nicht, hat niemand den ich kenne.

    Is doch stuss… genauson stuss wie zu behaupten dasn 8 jähriger der MW2 gezockt hat dann im kongo rumrennt und leuten hände abhackt weil sein hirn doch noch ach so formbar war.

    Alles dämliche panikmache und hetze nach dem motto „ja wenn kinder killerspiele spielen dann werden sie so brutal und roh wie kindersoldaten“. Zuviele leute hier vergessen ständig das altersfreigaben nicht immer verbindlich waren und wir eine komplette generation von erwachsenen haben die in einer zeit aufgewachsen sind als „killerspiele“ für jeden frei kaufbar waren sogar ohne eltern oder großen bruder…

  11. Zumal das gleiche auch über Filme (Comics, Musik, BÜCHER!!!) gesagt wurde und gesagt wird und wie lange gibt es Filme schon? Würden die Panikmacher Recht haben wären wir alle schon lange in einem Meer aus Gewalt ertrunken.

  12. “Oft frage ich mich, wo ich jetzt wäre, wenn ich statt mit „Grimms Märchen“, „Tausendundeine Nacht“ und der „Illustrierten Weltgeschichte“ die prägenden Kindheitsjahre mit dem Computerspiel „World of Warcraft“ verbracht hätte.”

    Nun, dann hätte er vielleicht begriffen, dass Spiele, die ein Mindestalter haben, auch nicht unter diesem Alter gespielt werden sollten.
    Sarrazin sollte weiter Grimms Märchen lesen, ein guter Märchenonkel ist er ja bereits, wie man seinen neuesten Verlautbarungen entnehmen kann.

  13. @Densor: Das hat doch nie einer behauptet. Vielleicht liest die die Kritiken mal. Nur weil einer sagt: Spiele können ein FAktor sein heißt das noch nicht dass jeder direkt zum Kindersoldaten wird. Sorry, aber du hast die Kritik 0 verstanden. Elbert behauptet eben nicht dass jeder Spieler zum Killer wird, aber scheinbar scheint so eine einfache Aussage hier einige zu überfordern. Traurig sowas.

  14. Eigentlich gehört auf Grimms Märchen ein ab 18 Siegel denn die Geschichten sind äußerst brutal und blutig und hier wird Gewalt gegen Kinder, Frauen und harmlosen Tieren gezeigt und als gerechtes Mittel verkauft, gleiches gilt auch für den „Der Struwwelpeter“ der mit folgenden beworben wird auf Amazon: Lustige Geschichten und drollige Bilder für Kinder von 3 bis 6 Jahren oder den Werken eines Wilhelm Busch.

  15. Oho der feine Herr hat als Kind (!) die Illustrierte Weltgeschichte gelesen, davon merkt man mittlerweile aber nichts mehr…
    Er wird bestimmt noch zu 100 anderen Themen provokante und extreme Meinungen über sein neues Sprachrohr Bild kundgeben, damit er und sein Buch auch weiterhin im Rampenlicht bleiben.
    /ignore

  16. @Mars
    Und Leute wie du eröffenen den sogenannten Gutmenschen mit ihrer ständigen schönfärberei und den gekünstlichten ach so tollen „Man muß auch Verständnis für die Kritiker aufbringen“ Tür und Tor .

  17. @Mars
    Das hat nie einer behauptet? Er wird gefragt was „computerkids“ und kindersoldaten gemeinsam haben. Seine antwort: „Bei Kindersoldaten zeigt sich exemplarisch, was geschieht, wenn systematisch alle Tötungshemmungen beseitigt werden.“

    Das impliziert das bei „computerkids“ tötungshemmungen beseitigt werden, systematisch oder nicht. Von „faktoren“ war da nirgends die rede, im gegenteil danach wird das ganze dann auch noch damit verglichen das kindersoldaten gezwungen werden leute/familie zu erschiessen. Das alles wird auf so ziemlich das selbe level gestellt…

    Zwischen realität und virtualätit wird nirgends auch nur ansatzweise unterschieden. Im gesamten interview wird beides gleichgestellt mit so anschaulichen beispielen wie „dass selbst hochgebildete Kollegen plötzlich wie im Rausch zu ballern anfangen“ sobald man sie mit godmode vor ein „ballerspiel“ setzt.

  18. „Das eigentlich heikle Experiment auf gesellschaftlicher Ebene aber sind die Gewaltspiele am Computer. Zum einen werden sie massiv von Schulkindern gespielt, deren Gehirn noch leicht formbar ist. Zum anderen sind Computerspieler aktiv; sie werden für erfolgreiches Töten belohnt. Bei dauerhaften Aktivitäten baut sich immer die Hirnstruktur um. Es kann nicht ohne Effekt bleiben, wenn man jeden Tag zwei Stunden am Bildschirm tötet. Das ist bisher allerdings eine Hypothese.“

    Einer der massiven Denkfehler: Spieler töten in Computerspielen nicht! HARTMANN:
    „Verschiedene Autoren weisen darauf hin, dass Handlungen innerhalb eines Spiels eine andere Bedeutung besitzen als ihnen in der Alltagswirklichkeit zu eigen ist, weswegen auch scheinbar gewalttätige Computerspielhandlungen nicht ohne weiteres als tatsächliche Aggression, mit der einem Lebewesen geschadet werden soll, definiert werden können […]. In ‚gewalthaltigen Computerspielen‘ kommt es daher zur Ausführung ‚virtueller Gewalt‘, mit der nur scheinbar sozialen Entitäten (also Computerspielfiguren) Schaden (innerhalb der Spielrealität) zugefügt wird. Konservativ formuliert, lässt sich jene ‚virtuelle Gewalt‘ mit dem Schlagen einer Spielfigur im Schach vergleichen, was ebenfalls in einem symbolischen Kontext (Türme, Könige, Bauern), insbesondere aber in einem durch die Spiellogik (‚den Gegner schachmatt setzen‘) strukturierten Realitätsrahmen vollzogen wird.“

    GOLDSTEIN: „Psychologists define violence and aggression as ‚the intentional injury of another person.‘ However, there is neither intent to injure nor a living victim in a video game. Players do not engange in aggressive behaviour when playing a video game, but participate in mock violence. They push buttons or manipulate a joystick that has consequences for digital charakters on a two-dimensional screen. During play they display none of the facial expressions and experience none of the emotions normally associated with real life aggression, but instead reflect those of concentration and play […]. […] Of course, in a video game there is no literal killing, murder or aggressive behavior.“

    Spiele fördern, was sie fordern… und das ist nicht das Töten, sondern die Beherrschung der Spielregeln- und mechanik, der Kontrollperipherie, das Erlernen der (Genre-)Konventionen, narrativer Elemente u.ä.. Die Hypothese überlebt die Plausibilitätsprüfung nicht. Lasse ein Kind ein „Guitar Hero“-Spiel spielen und wenn es ihm Spaß macht, wird es immer besser im „Guitar Hero“-Spielen, wenn es das gefordert haben will.

  19. ich finde es ungeheuerlich, dass wir mit Kindersoldaten verglichen werden.
    aber um auf das niveau abzusteigen: wie kindersoldaten sind wir nur Opfer einer Branche, die uns für ihre Zwecke manipulieren will.
    richtig?

  20. Tja, was Grimms Märchen aus einem Menschen machen können…
    Ich weiß auch nicht, wie Kindersoldaten „gemacht“ werden, aber das Naheliegendste, sie Computerspiele spielen lassen, funktioniert wohl nicht.

  21. @mars: das ist nicht sonderlich von belangen, ob er jetzt „killerspiele“ als den haupt- oder nebengrund für was weiß ich für gewalttaten sieht. wie man lesen kann, hat aucher er keine anung von der materie.

  22. @Tarath
    Nicht in deutschland passiert und täter über 30 ich bezweifle das wir da sonderlich viel drüber hören werden. Son 50 jähriger funzt nur schlecht als „killerspiel sündenbock“, über sowas zu berichten würde nur zeigen das grundlegend was schief läuft in der gesellschaft und sowas will niemand hören. Wir brauchen einfache antworten die man mit einfachen verboten regeln kann…

  23. Das ist schon ziemlich Ironisch da er dies in der BILD Zeitung von sich gibt. xD
    http://www.bildblog.de/21683/so-dumm-ist-bild-de-schon-heute/

    Ich bezweifle mal dass deren Durchschnitt Leser überhaupt Grimm Märchen kennt.

    Kurioserweise findet die Deutsche Kulturwerke wie Beethoven, Faust oder Mozart wohl eher in Popularcultur (wie Animes und Games) und damit zu Jugendlichen Kennung. Als sie den meisten BILD Leser durch Schlager, Big Brother , Casting Show und anderen Hirn amputierten Unterschichten TV.

    Oder der Moral Heuchelei der Bild auch über die Musik Videos für Jugendliche als Moralapostel ausspielt. lol
    http://www.bildblog.de/21842/das-pornokino-des-21-jahrhunderts/

  24. @*Im Killermodus*: Also sind Computerspieler und Kindersoldaten austauschbar…nett.
    @*Thilo Sarrazin*: Wenn man bedenkt was er so von sich gibt sollte man alle Kinder zu WOW zwingen. Man sieht ja was passiert wenn man sie mit „„Grimms Märchen“, „Tausendundeine Nacht“ und der „Illustrierten Weltgeschichte““ verhunst.

    Happy Coding.

  25. Naja, selbiger Sarrazin äußert sich auch äußerst seltsam zu anderen Dingen… ein Politiker von der Bush-Sorte. Einflussreich, aber alt und debil…

  26. Haha ich habs euch doch gesagt!
    Sarrazin ist bald Geschichte.
    Das ist die Strafe des Videospielgottes xD
    Die SPD will ihn nun los werden und strengt ein Ausschlussverfahren an und die Deutsche Bank wird da auch nicht drum herum kommen ihn raus zu werfen.
    Ich wünschte anderen würde des genauso ergehen

  27. Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau (auch) was es bringen soll, wenn man sagt: hier und da gibt es auch Gewalt(darstellungen).
    Darauf kann man schließlich auch bloß entgegnet bekommen: ja gut, dann sind die Gebrüder-Grimm eben auch gewaltverherrlichend und nicht schützenswert. Dazu gab es hierzulande auch mal ein Theaterstück, usw., das ähnliche Vorwürfe zumindest brachte glaub ich

    Im Gegenteil sollte aus meiner Sicht grundlegend eher ein Wert von Gewaltdarstellungen vorgebracht werden, eine gewisse Freude an ihnen begründet, ob über einen Wettkampfcharakter, Introspektionen oder thematisch

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