SPON: Zensur? Kennen wir nicht!

(SPON/SPON) Natürlich freut sich jeder Gamer, wenn Videospiele nicht nur in Gamesmagazinen, sondern auch in der “allgemeinen” Presse ihren Platz finden. Diesmal ist es zwar mit der Netzweltrubrik von SPON nicht das Feuilleton der faz, aber immerhin. Auch wenn der Artikel aus der GEE stammt ist es schön, wenn Videospielkultur einer breiteren Masse zugänglich gemacht wird. Bei dem Text, der sich mit dem Klassiker “Half-Life” beschäftigt, fehlt mir beim Lesen dann aber doch ein kleiner Hinweis.

Wenn die Qualität des Spieles, sowie dessen Stellenwelt für die Spieler und das Genre, herausgestellt wird, wäre es auch nicht uninteressant zu erfahren, wie der Staat mit solchen kulturellen Meilensteinen umgeht. Dies ist auch im Fall von “Half-Life” bedeutend, da es von der auf die Schmutz- und Schundgesetze zurückgehenden BPjM (damals wohl noch BPjS) indiziert wurde, und somit der offene Verkauf des Spiels an Erwachsene verboten war und auch heute noch ist. Ich möchte ungern in die Gefahr geraten wie manche Spielekiller jeden Artikel zu verdammen, der für sie relevante Punkte nicht anspricht, aber hier hätte es sich für SPON, wie auch bei diesem Artikel über das “Comeback der Zombies“, angeboten auch auf diesen Aspekt einzugehen. In dem Artikel ist u.a. von “Klassikern des Horrorkinos von George A. Romero” die Rede, ohne zu erwähnen dass diese (“Day of the Dead”, “Night of the Living Dead”), wenn z.T. auch ausversehen, in Deutschland verboten sind. Gleiches gilt für “Braindead” von Peter Jackson.

Während man bei der GEE wohl davon ausgehen kann, dass den Lesern die Indizierung von “Half-Life” ein bekannt sein wird, ist es bei SPON doch eine andere Sache. Auch geht der Artikel offenbar von der indizierten Originalversion aus, so dass hier schon rein rechtlich Probleme bestehen, sofern man diesen Text als Werbung auslegt. Des Weiteren wäre der Autor wohl kaum über die deutsche zensierte Version, in der Menschen in Zahnräder und Federn zerfallen und Soldaten durch kantige Roboter ersetzt wurden, derart ins Schwärmen geraten.

Aber auch der Umstand, dass man bestimmte Themen nicht anspricht, stellt eine Botschaft dar. Nur welche es in diesem Fall ist, ist mir nicht ganz klar. Ich hoffe nur, dass sich der Autor nicht damit arrangiert hat, dass seiner Meinung nach als “Klassiker” geltende Medien hierzulande als “Schmutz und Schund” betrachtet und aus dem Verkehr gezogen werden. Obwohl die mäßige Beteiligung an dieser Petition offenbar zeigt, dass auch viele Gamer resigniert haben.

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59 Gedanken zu “SPON: Zensur? Kennen wir nicht!

  1. Schon komisch, dass Half Life als Klassiker der Spielegeschichte gelobt wird, der Artikel aber dennoch nicht unter die Kategorie Kultur fällt, sondern bei ‘Netzwelt’ untergebracht wurde, wie alle Artikel zu Spielen.
    Und was findet sich als Top-Artikel bei ‘Kultur’, Ein Artikel über die nächste strunzdoofe RTL-Show. (an dieser Stelle machte sich ein kleiner Seufzer luft)

    Dauert wohl noch ein paar Jahre.

    Und dass mit keiner Silbe auf die bizarre Zensur- und Indizierungspraxis in Deutschland eingegangen wurde ist äußerst schade, wenn der Autor schon die möglichen Killerspiel-anspielungen weglässt.

  2. Eine E-Petition gegen Indizierung könnte eigentlich lieber beim Bundestag im Internet eingereicht werden, um die Anzahl der vielen Mitzeichnungen wirksam enorm erhöhen zu können.

  3. Das wird oft ausgeblendet meiner Erfahrung nach: selbst ein ausgewiesener Zensurforscher wie Roland Seim verlegt sich auf andere Gebiete als jene “Klassiker” der Bundesprüfstelle. Da wird dann eher über Verletzungen der Rechte von Individualpersonen (Lied über die Tennisspielerin Stefanie Graf) berichtet, und erst Recht in einem Journalismus eben: eine Ausnahme bilden da lediglich vor kurzem erschienene Artikelserien bei Telepolis zum Beispiel, wo ausgehend vom Versuch einen klassischen Giallo zu erstehen schonmal auf die Probleme mit der Bundesprüfstelle hingewiesen wird
    Eine konsequente Hinterfragung der Bundesprüfstelle findet praktisch überhaupt nicht statt – höchstens informell gelegentlich
    Ich erlebe das auch am Umgang mit einzelnen Kreativen im Filmbereich, bei den Spielen gibt es ja noch vielfach eigene deutsche Versionen: zum Beispiel ist Dario Argento, von dem das allermeiste am Index steht, im deutschsprachigen Raum deswegen wohl wenig bekannt bis angesehen – während das international doch etwas anders aussieht

    Ich denke das liegt an einer breiten Akzeptanz des Index gerade auch wegen dessen zumindest angeblichen Schutz vor politischem Extremismus (Antifaschismus), obwohl es sich dabei womöglich bloß um einen sehr kleinen Teil der Arbeit von BPJM und Co. handelt
    Der Rest betrifft (anderen) unliebsamen Ausdruck

    Und betrifft auch andere Themen: zum Beispiel, dass “Pornografie” anders als in anderen Staaten auch nicht bloß mit Jugendverboten belegt ist sondern ebenfalls von Indizierung betroffen. Hier wird meinem Eindruck zufolge auch keineswegs davon ausgegangen, dass da etwas von Zensur betroffen wäre, oder gar schon verboten ist, selbst dann nicht, wenn wie in dem Fall eine offene Veröffentlichung zum Beispiel im Internet wegen der Indizierungs-Einstufung “schwer jugendgefährdend” bereits praktisch ausgeschlossen ist

  4. Vielleicht hätte der angesprochene Aspekt der Zensur, der Indizierung in den Artikel einfließen sollen, oder gar müssen, aber wem ist beim Lesen nicht eine gewisse Leichtigkeit überkommen. So einfach kann es sein über Videospiele zu erzählen, ohne dass man sich angstvoll umschauen muss, ob da nicht irgendwer mithört. So schön kann es sein, auf einer einsamen Insel vielleicht, und das Deutschland ist so weit weg.

  5. Die Petition war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.

    – “Ich bin Gamer!” ist ein absolut nichtssagender und selbst unter den Spielern unbekannter Verband mit einer Homepage, die nicht gerade einladend wirkt.

    – Die Petition wurde ohne große Vorankündigungen und Absprachen ins Blaue hinein gestartet und hatte deshalb einen schlechter Start und dann in beide Richtungen rückwirkend keinerlei mediale Aufmerksamkeit – selbst in den klassischen Spieleranlaufstellen.

    – Anstatt die offizielle Petitionsseite zu wählen, hat man sich darauf verständigt, nur “Aufmerksamkeit erregen zu wollen”. Das hat aber die letzten 25 Jahre nicht funktioniert und wird mit einem derart halbgaren Ansatz in einer dunklen Ecke des Internets nicht passieren und das wollen die Spieler auch nicht. Sie wollen eine handfeste offizielle Petition, die direkt über den Petitionsausschuss des Bundestages läuft. Entweder man war zu naiv, nicht daran zu denken oder aber niemand möchte den Kopf hinhalten, weil das in Deutschland ein Thema ist wie die Sexualaufklärung vor den 60ern.

  6. @Egozid
    Und die anderen werden es auch sein, selbst dann noch wenn es Unterstützung der magazine und co. geben sollte, die Leute ahben einfach genug davon das ständig Petitionen gestartet werden ohne das auch nur das geringste dabei rumkommt.

  7. Servus! Night of the Living Dead von Romero ist in Deutschland ungeschnitten ab 16 Jahren freigegeben, beschlagnahmt ist lediglich die 30th Anniversary Edition, weil die mit der Neuverfilmung von Savini verwechselt wurde…

  8. @Lanzenbrecher

    Afaik sind beschlagnahmte Medien von der BPjM auf Liste B zu setzen, was mit besagter afaik schon geschehen ist. Es gelten aber auch alle inhaltsgleichen Versionen als indiziert. Ich weiß nicht, inwiefern sich die 30th von dern anderen unterscheidet, aber laut Schnittberichte wurde bei den Augustindizierungen schon damit angefangen zunächst eine Version wegen inhaltsgleichheit ebenfalls auf Liste B zu setzen.

  9. @Rey Alp:
    Bei amazon.de gibt’s die DVD momentan jedenfalls noch, und das für 3 Euronen :) Den können die ja nicht verbieten plötzlich, wär ja lustig. Das wär ja so als würden sie Nosferatu beschlagnahmen.

  10. @Rey Alp: Unterscheidet sich auf jedenfall so sehr das man eine Inhaltsgleichheit ausschliesen kann.. allerdings Drehen die von der BPJM gerade sowieso am Zeiger was das mit Night of the Living Dead angeht.. ich glaube da blickt keiner mehr wirklich durch.

  11. Ja ich seh grad auf wikipedia (und dann muss es wahr sein :) dass die ne viertel Stunde rausgenommen haben und ne neu gefilmte viertel Stunde reineditiert haben. Wozu das gut sein soll kann ich nicht sagen, vieleicht wurde die 30th ja auch wegen Kunstschändung beschlagnahmt…hat denn irgendjemand die 30th gesehen hier?

  12. @Lanzenbrecher
    Klar kann man sogar Nosferatu verbieten sprich beschlagnahmen, (Beschlagnahmung ist aber nur ein Verkaufsverbot, kaufen und besitzen darf man ihn noch aber kaufe mal was was dir keiner verkaufen darf)man könnte sogar Die Schlümpfe beschlagnahmen wenn ein Gericht der Meinung wäre da würde zbsp. Gewalt verherrlicht (Was es aber nicht wird, alledings wer weiß schon was in den Wirrköpfen vorgeht).
    .
    @Rey Alp
    Liste B beschreibt eigentlich nur Medien die der Gefahr unterstehen beschlagnahmt zu werden, eigentlich ist es eine Empfehlungsliste für Gerichte welche Medien Beschlagnahmungswürdig sind.
    .
    pEaNiZ
    Die 30th von Night of the living Dead wurde versehentlich indiziert u. beschlagnahmt, eigentlich sollte es das Remake treffen, das hat die BPJM auch zugegeben, kann man auf SB.com zbsp. erfahren nur das Problem ist das eine Indizierung und/oder Beschlagnahmung nicht mehr zurück genommen werden kann wenn sie erst einmal erfolgt ist.

  13. Offtopic: die beiden u-bahnschläger haben jetzt ihre angekündigte haftstrafe bekommen. was mich an der sache stört ist, dass sie wegen mordes angeklagt wurden. “weil sie ihn aus rache töteten, weil er sie ihn ihre schranken wies”. das klingt so bescheuert, wie im mittelalter. dass sie betrunken waren und dass er angefangen hat war wohl denen egal. dass brunner zuerst zugeschlagen hat, aber sie dann von notwehr sprechen ist genauso bescheuert. die staatsanwältin hat behauptet, dass ihnen die tat am arsch vorbeiging und dass sie während des prozesses rapttexte auf zetteln schrieben und dass er sich überlegte wie er seine ansicht vermarkten könnte. ich habe woanders das totale gegenteil gelesen, dass es ihnen leid tat und nichts könne die tat wiedergutmachen oder so ähnlich. und ich glaube eher der 2. variante, denn allein durch die beschuldigung geht es meiner meinung nach nur darum, andere menschen vor solchen taten abzuschrecken. ich wäre dafür gewesen, sie wegen versuchter räuberischer erpressung (ist das so richtig?) und schwerer körperverletzung evtl. mit todesfolge anzuklagen. was mich am meisten daran stört ist, dass dieser fall als paradebeispiel für die angeblich heutige jugendgewalt ist. das war ein ausnahmefall. zumal ist das was neues, dass betrunkene menschen eher zu gewalt tendenzieren?

  14. be idem teil mit jesus des 21. jahrhunderts ist mir aufgefallen, dass dadurch, dass die brunner für heilig sprechen, kommen die sich vor, wie als würden wir genauso toll sein. aber in wirklichkeit zeigt dies nur, dass keiner von uns bereit wäre dasselbe zu tun.

  15. @Lanzenbrecher: Ja, die hab ich zufällig auf DVD hier (Hatte ich schon lange vor der Beschlagnahme).
    Mit den neuen Szenen wurde vermutlich versucht dem Film etwas mehr Story zu geben, wirklich gelungen ist das nicht da das neue Material einfach schwachsinnig ist und dafür viele Original Dialoge weichen mussten (warum auch immer…).

  16. @frontal21: ich bin kein Jurist, daher kann ich nicht 100 %ig sagen, wie die Strafe ausfallen muss.
    Aber: der eine wurde ja tatsächlich NICHT wegen Mord verurteilt.
    Nur der Haupttäter, der auf den am Boden liegenden Brunner eintrat und ihm gegen den Kopf getreten hat und damit offenbar den tötlichen Herzinfakt ausgelöst hat, wurde wegen Mord verurteilt.

    Hier wurde also durchaus unterschieden…

    wir verlangen immer, dass über uns nicht in schwarz-weiss berichtet wird. Dann hier bitte auch nicht das selbe machen…

  17. @Rey Alp
    Liste B ist doch bloß eine Empfehlung für eine Beschlagnahmung, die sind doch nicht automatsich indiziert nur weil sie auf Liste B stehen, bei Liste B gibt es halt nach Ansicht der BPJM eine schwere Jugendgefährdung weshalb sie Beschlafnahmungswürdig sind laut der BPJM, gucke dir die Liste doch mal an, nur ein Bruchteilk von dem was da steht wurde auch beschlagnahmt.
    Liste A= Leichte Jugendgefährdung und damit Kandidat für die einfache Indizierung
    Liste B= Schwere Jugendgefährdung und damit Kandidat für die weiterführende Indizierung und somit Anwärter für eine Beschlagnahmung.
    .
    30th wurde wegen einer Verwechslung mit dem Remake indiziert und anschließend im Eilverfahren beschlagnahmt ohne das sich jemand genauer mit dem Inhalt auseinader gesetzt hätte, was die BPJM auch zugibt, das Problem an der Sache ist das eine Indizierung und oder Beschlagnahmung nicht mehr zurückgenommen werden kann wenn sie erst einmal ausgesprochen worden ist, sowas passiert sogar relativ oft.

  18. Naja, für Mord gibt es ja schon eine nette Definition zur Abgrenzung. Wenn eben keines der erforderlichen Mordmerkmale vorhanden ist (in diesem Falle ging es IIRC um die Tötungsabsicht, wobei bedingter Vorsatz, also das “für möglich halten und billigend in Kauf nehmen” bei dem einen Täter festgestellt wurde), rutscht man aus Totschlag und Mord schnell raus und landet eben bei der gefährlichen Körperverletzung (hier mit Todesfolge).

    @Frontal21: Die Abgrenzung zwischen Mord zu Totschlag stellt sich hier IMHO übrigens nicht, falls Du die vermisst. Nicht bei der an den Tag gelegten Brutalität der Täter. Eine Anklage wegen Mord ist also durchaus realistisch.

    Gruß
    Aginor

  19. Ich bin zwar auch kein Jurist, kenne mich aber ein wenig aus. So wie ich denke, müssen 2 Sachen geegeben sein: 1. muss der Tod absichtlich herbeigeführt worden sein bzw. billigend in Kauf genommen worden sein und 2. muss eines der Mordmerkmale erfüllt sein (Tötung um eine andere Straftat zu ermöglichen oder vertuschen, aus Habgier oder anderen niederen Beweggründen, aus Mordlust oder zur sexuellen Befriedigung, da war glaub ich noch eins das hab ich grad vergessen)
    Da 2 Jugendliche, die einen 50-jährigen noch treten wenn er längst am Boden liegt, auch keine Notwehr ist wenn der 50-jährige zuerst zuschlägt, dürfte klar sein, daher würden dei “niederen Beweggründe” hier zutreffen.

  20. @Dave: Grausamkeit und Heimtücke sowie gemeingefährliche Mittel sind noch Mordmerkmale.
    Ansonsten richtig.
    Siehe §211 StGB

    Gruß
    Aginor

  21. ok, aber ich glaub wir sind uns alle einig, dass die anschuldigung markus s. hätte ihn aus rache, weil er sich ihnen entgegenstellte, ermordet, ist schwachsinn.

  22. Nö. Ohne pauschalisieren zu wollen: Sowas gibt es zur Genüge. Ich kann das von dem was ich weiss nicht ausschließen. Selbst wenn man die Fakten etwas weiter interpretiert, also die gegensätzlichen Darstellungen der Verteidigung mit einbezieht. Ich stimme zu dass es vielleicht nicht das wahrscheinlichste ist, aber als Schwachsinn kann man es meiner Meinung nach nicht bezeichnen.

    Gruß
    Aginor

  23. ich halte auch für schwachsinn, also nicht unmöglich, aber eher unwahrscheinlich. aus rache hat er ihn verprügeln wollen, ja, aber nicht ermorden. der herzanfall kam für alle.
    “So kommentieren deutsche Zeitungen das Mord-Urteil”
    http://tinyurl.com/2w7ktmu
    sry für das ganze off-topic-gequatsche.

  24. daher, dass die ansichten und interpretationen dermasen auseinandergehen denke ich schon, dass die anschuldigung unrealistisch ist. heute habe ich in der zeitung gelesen, dass markus s. einen schlüssel in faust gehabt hätte. ich glaube, dass die staatsanwaltschaft einfach die 2 jugendlichen hasst, weil sie glauben, dass das ein paradebeispiel von der jugend von heute sei bzw. wollen sie das heldenbild von brunner nicht zunichtemachen, was sie ja selber sogar sagen. sie wollen einfach brunner besser darstellen als er ist, als held und die 2 jugendlichen als die bösen buben darstellen bzw. schlechter als sie sind. wenn die jugendliche älter gesewesen wären hätten sie lebenslänglich gekriegt. für eine anschuldigung die nicht bewiesen ist sonder einfach behauptet wird, weil die medien das erwarten.

  25. ich lege den fall mal so aus, wie ich ihn aus den zeugenaussagen verstehe: 2 betrunkene jugendliche pöpelten 4 jüngere kinder um geld an, nichts ungewöhnliches. die jugendlichen sagten sogar, dass sei nicht ernst gewesen. die kinder stimmen zumindest in so fern zu, dass sie selbst sagen, dass von den jugendlichen in ihren augen keine gefahr aus ging. dann kam brunner und stellte sich zwischen ihnen. die jugendlichen beleidigten ihn und wollten gehen als brunner seinen glaublich rucksack ablegte und einem von ihnen ins gesicht schlug. daraufhin wurden sie wütend und schlugen ihn zu boden, während markus s. auf ihn eintrat zog ihn sein freund weg. brunner hat die situation wahrscheinlich falsch eingeschätzt und er hat aus angst, also notwehr zugeschlagen. theoretisch könnte man jetzt sagen, dass die jugendlichen die situation falsch eingeschätzt haben und ihn aus notwehr schlugen und da sie betrunken waren, halt etwas mehr. was intereesant ist, ist dass ihre betrinkenheit in der anklage keine beachtung fand, wo es doch gerade solche leute sind, die von der achso schlimmen jugend reden und ein u.a. alkoholverbot fordern. die staatsanwalt sagte, es ging markus s. am arsch vorbei und er kritzelte raptexte und lachte hämisch (über brunner). jetzt ist die frage, ob das überhaupt s stimmt. ich glaube, das die staatsanwaltschaft das einfach so interprtierte und noch ein paar dinge dazu gedichtet hat. denn ich würde auch hämisch lachen, wenn ich mich in markus s. während der verhandlung hineinversetze und dinge den kopf geworfen bekomme, die an die killerspieldiskussion erinnern. zudem sagten die jugendlichen, dass es ihnen unsagbar leid täte und nichts die tat wieder gut machen könne oder so änlich. die staatsanwalt und das fernsehen behauptet, das sei nur show, weil sie auf fotos als hip-hopganster posen (!). in den medien wird so getan, dass es unter den heutigen jugendlichen normal sei, auf am bodenliegende einzuschlagen und vergleichen die tat mit schulhofprügellei aus den 60ern (unter kindern in denen es um “ehre” geht)wie als sei die brunnertat ein bandenkrieg gewesen. es wird so getan als hätte es sowas früher nicht gegeben. nicht die gewalt, sondern die gewalttabus in der öffentlichkeit sind gestiegen, weil deutschland ja nur aus zivilisierten krawattenträger besteht. ich möchte nicht die tat verharmlosen, aber ich will, dass die täter ihre GERECHTE trafe bekommen.

  26. Das Urteil ist absolut in Ordnung! Ein Alkoholrausch sollte auch keinesfalls strafmindernd sein! Schließlich wird niemand gezwungen zu saufen! Kinder anpöpeln geht mal gar nicht! Jemanden, der am Boden liegt treten geht gar nicht! Jemanden totschlagen geht mal sowas von überhaupt nicht! Die Typen sind ganz allein schuld daran, dass das alles passiert ist! Sie hätten nicht saufen müssen und sie hätten niemanden anmachen müssen! Fakt!

  27. die strafe der beiden ist ziehmlich mild!
    jugendstrafrecht und höchstens 9 jahre.
    sorry, aber für mord, egal ob man unter irgendwelchen einflüssen stand, sollte mindestens 15 jahre haft als urteil geben.
    selbst bankräuber die niemanden umgebracht haben bekommen höhere strafen als mörder.
    ich als mensch verlange nicht nur leben zu dürfen, ich verlange auch, dass jemand der mein leben beendet, dass von seiner lebenszeit auch viele jahre geraubt werden.
    und das ohne fernsehen, radio und konsole auf der zelle!
    wer einen anderen menschen das leben nimmt, muss dafür auch hart bestraft werden.
    egal ob der täter 8, 15, 19, 25 und höher jahre alt ist.
    kein wunder das die hemmschwelle zu mord immer weiter sinkt, wenn es keine abschreckende strafe dafür gibt.

  28. Was ich an diesem ganzen brunner fall so lächerlich finde ist die auslegung der presse der vogänge…

    Am anfang hiess es noch “zwei killerjugendliche haben im gebüsch gewartet um sich heimtückisch an brunner zu rächen”

    Nun wärend der verhandlung sah die situation ganz anders aus.. die beiden jugendlichen waren gerade dabei zu gehen als brunner beflügelt von seiner heldentat meinte sein boxtraining auch gleich mal zur schau stellen zu müssen. Er hat zuerst zugeschlagen, er hat die situation zum eskalieren gebracht woraufhin die jugendlichen in ein gebüsch geflohen sind. Wäre er nicht so scharf darauf gewesen zu zeigen was für ein toller hecht er doch ist dann wäre er jetzt noch am leben und die beiden jugendlichen hätten vielleicht noch ne chance im leben anstatt ihre zukunft ruiniert zu wissen.

    Das ist meine beobachtung unabhängig davon was ich von dem urteil halte, ich finde es einfach nur lächerlich wie dieser “heiligen status” von brunner aufrecht erhalten werden muss selbst wenn er der eigentliche agressor war. Sicher jemanden der am boden liegt zu treten ist auch nicht besonders toll aber dazu wäre es nicht gekommen wenn brunner nicht übereifrig geworden wäre…

    Typisches beispiel von selbstjustiz die schief gelaufen ist… genau das war das nämlich ein versuch in selbstjustiz nach dem motto “den doofen pöblern geb ich jetzt mal noch eins aufs maul damit se was lernen”.

  29. wenn die jugendlichen zuerst “verängstigt” in ein busch geflohen sind, wieso kamen sie dann zurück?
    ist doch klar, dass man denken muss “scheisse! die werden übermütig, mach dich bereit!”
    klar ist das was bild gemacht hat ziehmlich übertrieben, aber wir kennen doch die niedrige niveaulatte dieses blatts.
    aber in diesem fall muss ich auch sagen: unser land braucht hin und wieder helden, damit sich viele andere menschen an diesen helden ein beispiel nehmen.
    viel zu oft prügeln jugendliche unbescholtene leute nieder und das können sie nur, weil alle anderen wegschauen und die justiz viel zu milde mit solchen arschlöchern umgehen.
    und wo wir grad von strafen reden!
    die polizei hatte in deutschland 9 männer festgenommen, die kipo-bullshit in geheimen internetgroups verkauft haben.
    es wird gemutmaßt, dass jeder von ihnen zu 15 jahre haft verurteilt werden wird.
    sie haben keinen menschen umgebracht (zumindest kam davon nichts in den medien), kommen aber länger in den knast als die beiden brunner-mörder.
    eigenartige justiz haben wir…
    beide verbrechen sind schlimm, aber mord wird weniger schwer gewichtet als das tauschen solchen materials, wofür ich 15 jahre gerade noch so als minimum hinnehmen würde!

  30. @Booomboy
    Weshalb bräuchten Menschen das? Helden? Jeder Mensch hat nur ein Leben und sollte man so nicht versuchen das Beste daraus für sich zu machen, anstatt Anderem/n hinterher zu rennen, sich einzubilden dort sehe man Vorbilder? Sicher kann man jemandem bewundern oder für genial halten. Tue ich auch. Bewunderung zollt ebenso von Respekt für Fremde, ob Kreative, PoliitkerInnen oder Müll-Männer und Frauen. Aber was sind das für HeldInnen? HeldInnen die man gern hat, ja, aber doch keine welche gebraucht werden. Gebraucht wird jeder Mensch für mich – ob er oder sie nun etwas leisten kann oder nicht, denn jeder Mensch ist gleichviel Wert. Das unterscheidet auch Natur von Kultur, wo in der Natur bloß der Stärkere etwas zählt, überleben darf, eine Chance hat. Dort gibt es jedenfalls keine Menschlichkeit.
    Ob für Fernsehmoderatoren schwärmen oder Fußballern nachzueifern. Ich denke jeder Mensch sollte der Held, die Heldin, für einen selbst sein. Ob man sich dabei nun für Wale einsetzt oder Gewaltdarstellungen

  31. “denn jeder Mensch ist gleichviel Wert”
    Pyri, ich mag den Satz, ich wünschte er wäre wahr aber das ist er nicht. Für teiloen die menschen ein, es gibt die von Wert, dann die Normalen die man bei bedarf opfern kann und dann der menschliche Müll, so denkt unsere ach so tolle Gesellschaft leider nun einmal.
    Menschen von Wert sind zbsp. in den Augen der Gesellschaft Menschen wie ein Günther Jauch, Thomas Gottschalk, Angela Merkel und Dieter Bohlen also bekannte Menschen mit viel Geld und Macht, dann kommen die normalen Leute dran die arbeiten, Steuern zahlen und nach möglichkeit *funktionieren also die die laut Gesellschaftsmeinung die Leistung bringen die man aber bei Bedarf auch opfern kann und dann halt die Kranken, Schwachen und Arbeitslosen etc. also die die Geld kosten und keines reinbringen laut Landläufiger Meinung, ich weiß das ist krank, wirklich absolut krank aber leider sind 99,99% der Leute so eingestellt. Haste was biste was, haste nicht biste nichts. Sieht man auch vor Gericht, um einem Kachelmann machen sie einen rießen Aufstand, ein normaler Mensch aber wäre schon verurteilt und weggesperrt worden, vor allen wenn dann wie bei Kachelmann noch die Medien im Hintergrund wirken.

  32. Leute wie ein Brunner ermutigen andere Menschen dazu hilflose Menschen zu helfen bzw. Menschen in einer lebensbedrohlichen Situation.
    Warum helfen so viele Menschen einen nicht?
    Weil die nicht nur schiss haben, sondern, und das ist der Hauptgrund “ES GEHT MICH NICHTS AN”!
    Wenn es aber Leute gibt die beweisen “es geht mich sehr wohl was an und ich mische da jetzt mit”, dann verliert der ein oder andere die Hemmung nur darzustehen und zuzugucken.
    Es würde ja auch schon ausreichen die Menge in der Umgebung zur Hilfe zu rufen.
    Das ist nämlich das, was ein am bodenliegender verletzter Mensch kaum bzw. gar nicht kann.
    Auch die Polizei kann die Menge anrufen, aber die meisten tun das nicht.
    Sie gucken weg und gehen einfach.
    Als wäre man ein Jude und die Schläger sind SS-Offiziere und wir haben das Jahr 1938.

  33. @Boomboy
    Ich habe nix von “verängstigt ins gebüusch geflohen” gesagt. Ich sagte sie sind nachdem das ganze eskaliert ist ins gebüsch geflohen, nachdem brunner schon umgekippt ist. Und meiner meinung nach herrscht schon ein riesen unterschied zwischen “heimtückisch jemandem im gebüsch auflauern” und “in ein gebüsch fliehen”, in beiden fällen gibt es ein gebüsch aber das ist aber auch das einzige was dem gemein ist…

    Ebenso die aussage das sie “zurück gekommen sind” so wie ich das bisher verstanden habe aus der berichterstattung über die verhandlung waren die beiden jugendlichen bereits am weggehen als brunner meinte seine aktentasche wegzustellen in boxhaltung zu gehen und ihnen noch irgend nen spruch hinterher zu werfen. Worauf die sich umgedreht haben und brunner einem von ihnen erstmal eins auf die nase gegeben hat.

    Die komplette aktion war absolut unnötig und hat erst zur eskalation geführt. Brunner als blühendes beispiel dafür das man “nicht wegschauen soll”? Vielleicht.. aber auch nur bis zu dem punkt als er aus der ubahn ausstieg. Danach ist ihm sein erfolgserlebnis anscheinend zu kopfe gestiegen und er hat sich vom retter zum richter/vollstrecker befördert. Getreu dem motto “ich bin nun das recht und die rowdies brauchen eins auf die nase”. Genau davon brauchen wir nämlich nicht mehr in deutschlands, selbstjustiz.

    Ansonsten wird bald der nächstbeste auf die nase bekommen von nem gutmenschen weil er über böse “killerspiele” geredet hat in der öffentlichkeit. Und das kann Judge Dread aka “eingreifender gutmensch” absolut nicht haben…

    Nochmal: Meiner meinung nach ist brunner nicht tot weil er sich eingemischt hat, brunner ist tot weil er meinte er müsste noch weiter gehen. Die situation war beruhigt, die jugendlichen am abziehen, die polizei auf dem weg. Hätte es brunner dabei belassen wäre er noch am leben und 2 jugendliche weniger im knast. Hat er aber nicht, er hat die situation zur eskalation gebracht durch seinen erstschlag.

    Gewalt ist nie eine lösung und dieser fall ist wohl das beste beispiel dafür…

  34. Warum viele auch nicht helfen ist der Tatsache geschuldet das unser System aus vielen Helfern (und Opfern) die Täter machen und diese sogar noch bestraft.

  35. @ densor: es stimmt, die beiden jugendlichen beleidigten ihn als spast und so und gingen, jedoch war brunner wohl mit ihnen noch nicht fertig, hat sich gedacht, von solchen halbstarken lass ich mich nicht beleidigen und schlug zu. genau so sahen das die 4 kinder. und für alle anderen behauptungen von bild und der staatsanwaltschaft gibt es keine beweise. ich glaube jedoch kaum, dass er vorhatte als den held zu spielen, sondern einfach das oben genannte. deine weitere ansicht kann ich auch nicht teilen, das klinkt wie als hätte brunner eben angefangen und das rechtfertige die prügelattacken von den jugendlichen, egal ob am boden oder nicht. ich halte auch die trunkenheit für einen großen faktor. zu der sache mit dem heldenvorbild. entweder er war mutig oder einfach ein depp, der die nachrichten von achso brutalen jugendlichen nicht gesehen hat. das heldengetue mit dem bundesverdienstskreuz bedeutet, nur ich lass dir den vortitt beim helfen, dann kreigst du auch ne medallie. damit wollen wir die schuld, dass keiner von uns geholfen hätte von uns weisen, indem wir ihn feiern. aber es ist völlig normal, dass uns unbsere gesundheit wichtiger ist, denn hätte er sie zusammengeschlagen, hätte er kein bundesverdienstkreuz erhalten, sonder einfach blos ein danke von der am tatort anwessenden polizei. was bringt es mir, dass ich gefeiert werde, wenn ich nichts davon hab.

  36. @DoktorTrask
    Ja leider :-( Und dazu gehört wohl noch auch, dass man das lachende Gesicht eines Opfers zeigt wenn anonymisierte VerbrecherInnen vermeintlich angemessen und hart bestraft, verurteilt werden. Doch gibt es für mich auch keinen Grund zur Freude wenn Menschen eingesperrt werden (müssen), weil sie ein Verbrechen begangen haben.
    Was ist das auch für ein Bürgertum welches etwa über Friedensbewegungen auftritt, immer mehr Computerspiele, andere Ausdrucksformen, damit zumindest indirekt auch Lebensweisen (“leben” statt spielen) und Medien verbieten will, und sich dann über solche Gerechtigkeit freut? Das ist jedoch nicht Recht, kann gar nicht sein, sondern Rache
    Man freut sich nicht über das Leid anderer Menschen: das Gewaltdarstellungsverbot angewendet auf Fiktionalem im deutschen Strafrecht ist so noch der Gipfel einer solchen Bigotterie wie sie die Bild-Zeitung hier für mich vorstellt.
    @Mars
    Ich meinte das so wie Booomboy schrieb, das heißt auf (gesamt)gesellschaftliche Werte und Normen bezogen. Und weniger auf Individuelles. Individuelle Wertschätzung respektive Verachtung ist davon naturgemäß nicht betroffen, wird sich aber auch nicht auf ein Gemeinwesen übertragen lassen ohne Individualwerte für ein Kollektiv aufzugeben. Wie auch immer dieses Kollektiv (dann) definiert wird

  37. @Pyri: Moment. 1. Gehts hier nicht darum zu sagen: wow, wie toll, der hört Mozart, sondern um ein pro-soziales Verhalten.
    2. Ich weiß nicht genau was du meinst, aber warum sollte man nicht sagen dürfen: Hey, wow, so Leute könnten wir mehr brauchen?
    Wir sind eine Gemeinschaft. Da sollte man soziales Verhalten schon fördern dürfen bzw. gut hinstellen. Wer das ablehnt der sollte so fair sein und Sozialleistungen auch ablehnen ;-)

  38. @Mars
    Und sterben, elendiglich krepieren – oder wie soll ich diesen Wink auffassen? Es gibt Menschen in dieser “Gemeinschaft” welche auf Hilfe nun einmal angewiesen sind: und zwar tatsächlich für ihr tagtägliches Überleben. Solche Menschen können unter Umständen nicht einmal ja oder nein zu dieser “Gemeinschaft” sagen, zum Beispiel Wachkoma-PatientInnen
    “Sozialleistungen” sind so eine absolute Notwendigkeit für diese – also wer soll da was “ablehnen”? Und wozu? Für welche Gesellschaft? Ich glaube ja nicht dass das so gemeint war, kann ich mir nicht vorstellen, dazu habe ich schon viel zu viel positiv Konstruktives von Dir gelesen auch – also einmal bitte etwas weiterdenken!
    :-(

  39. Ha! Erst jetzt sah ich dass der besagte Half-Life-Artikel vom Mertens stammt. Aus dem Nintendo-Kanal. Jener Mensch, den ich in meinem Diss-Vorhaben noch scharf dafür angriff den Titel gering zu schätzen – für einen Kommentar von vor einigen Jahren, dass er “Half Life” bloß als Nachahmung von “Doom” ansehen wollte und dafür auch (entsprechend) kritisiert. So können sich Blicke ändern. Eine absolut absurde Wendung unter Köpfen. Ich weiß schon wen ich alles nicht leiden kann :-( Auf einmal sei es ein “Klassiker” – erbärmlicher gehts wohl nimmer
    Im Übrigen schrieb besagter Professor vor einiger Zeit auch noch einen Leserbrief an die GEE, in welchem er sich in absolut lächerlicher Manier darüber beklagte, dass man den laut SPIEGEL ja angeblichen “Rechtspopulisten” Uwe Boll nicht härter wegen seines “Mini-Auschwitz-Entertainment-Palace” im “Postal”-Film interviewmäßig oder sonstwie anpackte.
    So was kann mich leider bloß in meiner Vermutung bestärken, dass nur die vermeintlichen SpielebefürworterInnen in Deutschland noch schlimmer sind als deren GegnerInnen…

  40. @Autor der News
    Mittlerweile, nachdem ich den Namen des Autors des Half-Life-Artikels gelesen habe, kann ich auch noch etwas mehr dazu sagen weshalb hier nichts von der ganzen Zensur steht: ich habe Herrn Mertens noch niemals von Zensur reden hören und nehme an, dass er Veränderungen an den Spielen für deutsche Versionen auch überhaupt nicht als solche ansehen möchte. Einen Hinweis auf dessen Denkweise bietet vielleicht sein Auftritt bei der Bundeszentrale für politische Bildung: in einem Streitgespräch mit wem wollte er ernsthaft noch zwischen “Pac-Man” und “Doom” keinen substantiellen Unterschied sehen. Grundtenor: die Gewalt in den Spielen sei überall ähnlich wenn schon nicht gleich. Das hat er meinen Recherchen zufolge auch früher schon so verlautbart: hier findet aus meiner Sicht eine völlige Ignoranz der Thematisierungen in Videospielen statt. Oder fand zumindest – womöglich hat er sich ja auch da weit gedreht… Sorry fürn Triple-Post

  41. @Pyri
    Die Kürzungen und Änderungen bei Film und Spiel sehen recht viele Befürworter und Kritiker nicht als Zensur obwohl es genau das ja ist, allerdings ist das nur eines von vielen Problemen die wir Deutschen beim Thema Zensur (und Bervormundung) haben.

  42. @Pyri: ich vermute du hast mich missverstanden, anders ist dein Kommentar wohl nicht erkärbar. Nun gut, dann schreib ich meine Gedanken mal ausführlich:
    1. Ich habe dich so verstanden dass du zwar akzeptierst, dass jeder seine Vorbilder hat, aber du kritisierst wenn irgendwo öffentlich etwas als Vorbild hingestellt wird weil du da schon eine Einmischung in ein Leben siehst. Von dieser Interpretation gehe ich aus, also dass du quasi auch eine Zeitung, die fordert man solle sich an Dominik Brunner ein Vorbild in Sachen Zivilcourage nehmen ablehnst.
    2. Ich stimme dir zu wenn es um Geschmäcker geht, also ich fände es komisch wenn eine Zeitung sagt: Hey, nehmt euch XY zum Vorbild, der hört gerne Mozart. Sowas ist Privatsache.
    3. Diese Argumentation lehne ich ab, wenn es um Verhalten geht das andere tangiert. Da muss einfach jeder akzpetieren dass er Teil einer Gemeinschaft ist und auf andere Rücksicht nehmen muss und ihm deshalb auch ins Leben reingeredet werden darf.
    4. Das gilt auch für Dinge, die die Gemeinschaft am Laufen halten. Unsere Gemeinschaft funktioniert und es können auch Sozialleistungen gezahlt werden (die ich sehr bekräftigen möchte. Nichts liegt mir ferner als eine Abkehr vom Sozialstaat zu fordern, im Gegenteil) weil wir uns an gewisse Spielregeln halten und gewisse Werte hoch gehalten werden. Kurz gesagt: Wenn niemand arbeiten würde gäbe es keine Sozialleistungen, deshalb ist Fleiß ein Wert der öffentlich hochgehalten werden darf. Darum fordere ich ausdrücklich für Werte, die für ein Funktionieren der Gemeinschaft hilfreich sind die Möglichkeit für diese Öffentlich zu werben bzw. die zu fördern.
    5. Um es nochmals klar zu sagen: Das Leistungsprinzip in der Gesellschaft hat mit dem Wert einer Person NICHTS zu tun. Jeder ist wertvoll, völlig egal was/wie viel er tut. Ich bitte deshalb meine Forderung hier nicht mit irgendwelchen Wert-Diskussionen von Menschen zu verquicken. Diese Dinge gehören aufs Schärfste getrennt.
    6. Was ich aber von jedem Mitglied einer Gemeinschaft fordere ist dass er sich anstrengt. Es geht mir nicht um das, was er letztlich erzeugt (da gibt es natürlich riesen Unterschiede, z.B. wegen Krankheit bis hin zum von dir genannten Wachkoma-Beispiel), sondern darum, dass sich jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten anstrengt. Und da hat die Gesellschaft ein Recht, darauf hinzuweisen bzw. das einzufordern da sie ja über Sozialleistungen denjenigen, der sich nicht selbst versorgen kann, unterstützt (was ich sehr gut finde).
    7. Was ich oben gefordert habe war also, dass jemand der sich nicht in die Gesellschaft einfügen will (z.B. indem jemand nach der Schule sagt: hey Leute, kein Bock auf Ausbildung, ich leb von Hartz IV und mach mir ein faules LEben), dass so jemand so fair ist und auf Sozialleistungen verzichtet. Und da fordere ich einfach das Recht dass die Gesellschaft (Politiker, Medien, whoever) solchen Leuten auch klar sagt: HEy, das ist kein Lebensstil den wir tolerieren (einfach weil es auch nicht funktionieren würde wenn man das toleriert).
    8. Weil du das wohl so verstanden hast (anders kann ich mir deinen Post nicht erklären): Natürlich bin ich dafür dass jemand, der wie du (soweit ich das verstanden habe) mit Krankheiten belastet ist Sozialleistungen erhält. Wie schon gesagt, es geht mir um eine Verweigerungshaltung.

    PS: Was ist denn daran so schlimm wenn eine Zeitung sagt: Hey, lasst uns an dem und dem aus dem Grund ein Vorbild nehmen? Ich verstehe da dein Problem schon mal gar nicht.

  43. @Mars
    Ich hab nicht von mir gesprochen sondern von anderen Leuten. Tut mir leid, wenn das falsch rüberkam – möchte dem allem gar nicht widersprechen, ich verstehe diese Sorgen und Anliegen auch. Ebenfalls wollte ich nicht zum Ausdruck bringen, dass es überhaupt HeldInnen so gibt – sondern mich eher auf eine Auswahl davon beziehen die ich für problematisch halte. Also zum Beispiel singuläre Personen als überlebensgroße Gestalten sehe ich da eher kritischer als zum Beispiel die Feuerwehrleute welche am 11. September 2001 im WTC ums Leben kamen: es gibt aber eben auch Menschen, deshalb mein Beispiel von Leuten die im Wachkoma liegen, die können sich wohl gar nicht so anstrengen.
    Darüber hinaus nur noch ein vielleicht triviales Beispiel: ein 40-jähriger erfährt beim Arbeitsamt wie auch immer, dass er nicht mehr leicht vermittelbar ist – obwohl er sich selbst auch noch jung fühlt und glaubt etwas leisten zu können scheint er schon zum “alten Eisen” zu gehören. Ich denke bei Arbeitslosen ist es ungeachtet von Ideologie doch schon auch so, dass zumindest gefühlsmäßig da Leistungsfähigkeit mit Wertschätzung gekränkt kombiniert wird. Ob es nun stimmt ist natürlich auch wieder eine andere Frage – aber ist ja auch ot,

    deshalb noch zur Ergänzung die Diskussion mit Mertens auf die ich mich bezog: http://www.bpb.de/themen/FP13JJ,0,0,Transkript%3A_Sind_Computerspiele_anders.html Auf dessen Homepage, einen zweiten Link erspar ich mir weil der glaub ich freigeschaltet werden müsste, aber dort gab es zumindest früher auch noch (ältere) aufschlussreiche Texte

  44. Nachtrag: nur weil es indirekt zumindest angesprochen wurde – die Sozialleistungen welche es für Menschen gibt die Hilfe brauchen, ich weiß das für Deutschland und Österreich, gibt es nicht für diese selbst, sondern damit diese wieder andere bezahlen können. So wird das Einkommen Dritter wieder geschaffen – eine Ausnahme davon bilden lediglich eigene Pensionen, wegen Erwerbsunfähigkeit. Aber an allen anderen Leistungen zumindest hängt auch eine ganze Dienstleistungsindustrie welche ein ganz bestimmtes Produkt herstellt: nämlich Hilfe. Bei denjenigen die nicht darüber selbst bestimmen können, das weiß ich auch, ist das noch dazu institutionell geregelt sowie verankert. Daran hängen dann auch wieder ganze Firmen. Das ist in Deutschland und Österreich im Detail zwar unterschiedlich, aber grundsätzlich wohl auch darüber hinaus so der Fall.

  45. Naja, nur kurze Anmerkung: Klar schaffen Sozialleistungen Arbeitsplätze, aber dafür fallen anderweitig welche weg. Ich glaube dass es insgesamt ohne Sozialleistungen mehr ARbeitsplätze gäbe, aber das Argument finde ich auch für Sozialleistungen nur periphär wichtig.

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