“Medal of Honor” in der Kritik

(eurogamer, sb, spongamestar) Der Ego-Shooter löst immer noch Kontroversen aus, weil der Spieler im Mehrspielermodus auch die Seite der Aufständigen wählen kann. Nachdem dies bereits vom britischen Defence Secretary Liam Fox als “un-British” und dem Bundeswehrverbandssprecher Wilfried Stolze als “widerwärtig” bezeichnet wurde, schloss sich der kanadische Verteidigungsminister Peter MacKay der Kritik an:

I’m sure most Canadians are uncomfortable and angry about this.”

Laut Schnittberichte wird Gamestop “aus Respekt für die Männer und Frauen in Uniform der Vergangenheit und der Gegenwart” darauf verzichten das Spiel auf Militärbasen anzubieten oder zu bewerben, womit man dem Militär aber nur zuvorgekommen ist: Dies hat den Verkauf auf Stützpunkten untersagt. Der US-amerikanische Anwalt Jack Thompson fordert darüber hinaus sogar ein generelles Verkaufsverbot.

27 Gedanken zu ““Medal of Honor” in der Kritik

  1. Darf sich Jack Thompson überhaupt noch als Anwalt bezeichnen? Soweit ich informiert bin hat der nämlich seine Lizenz verloren und ist jetzt Spinner im Hauptberuf.

  2. Jack Thompsen wird in den USA nur noch Idioten gelobtpreist.
    so wie bei uns einige bestimmte personen nur von den gleichen idioten und hirnlosen gelobt werden.

  3. Versuchen die beim Militär sich auch in die Gedankenwelt ihrer Gegenüber zu versetzen? Es wäre doch ein interessanter Aspekt, einmal den Krieg aus der Sicht der Mudschaheddin zu analysieren. Vielleicht würde man dann das ein oder andere im eigenen Handeln noch einmal überdenken. Rein spielerisch ist das bei uns Zockern durchaus üblich. Mir fällt da ‘Arc: Twilight Of The Spirits’ ein. In dem PS2-Spiel ging es zwar um rein fantasiegestützte Konflikte, aber was im Spiel geht, muss ja nicht automatisch in der Realität versagen.
    Also warum darf ich nicht auch die Gegenseite spielen? Weils zum Nachdenken anregen könnte?

  4. wenn es sogar s ohohe tiere, wie der britische was weiß ich verbieten möchte, bin ich gespannt, was sich entwickelt, wenn es mal in deutschland erschienen ist.

  5. Einmal mehr gefällt mir die Berichterstattung dazu beim Spiegel gar nicht: erstmal ist bloß von “Gameshops” die Rede obwohl doch auch nur die Kette “Gamestop” gemeint sein dürfte. Dazu würde mich interessieren in welchem Verhältnis die Kette überhaupt zur Armee steht, wenn die da scheinbar ein Monopol neben Basen besitzen – oder wie ist das überhaupt zu verstehen. Vielleicht im Grunde genommen nichts anders als wie wenn sich Walmart zu irgendwelchen Nicht-Verkäufen entschliessen würde, in US-Medien habe ich auch gar keinen Hinweis auf einen anderen Umstand noch gefunden.
    Und dann wird wieder mal von einer Beschaffung von “Ballerspielen” gesprochen die mir gar nicht passt: im Sinne der Versorgung mit irgendwelchen Drogen nämlich wie mir scheint, so als ob diese für die Kriege oder deren Handwerk irgendwie halt doch schon gebräucht werden würden – um sich in die richtige Stimmung zu schiessen quasi. Widerlich
    Na ja, vielleicht interpretiere ich da auch zuviel hinein…

  6. Die Sache ist wiedermal ein schönes Beispiel wie sinnlos solche Aufreger sind. Immerhin fungieren die Taliban, wie auch die US-Truppen, lediglich als MP-Team. Bestenfalls sind Waffen und Ausrüstung etwas anders, aber letztlich muss für beide Seiten eine gewisse Vergleichbarkeit bestehen, weil sonst die Gamebalance scheitert. Zudem sind es v.a. Skins, die anders sind und sich durch einen Teamwechsel so leicht ändern lassen, wie man sich Klamotten an und aus zieht. Mehr inhaltliche Tiefe dürfte da kaum zu erwarten sein.

  7. der spiegelbericht sagt, dass die arme ego-shooter benutzen würde, um gruppentaktiken zu trainieren, was so nicht stimmt. aber für einen ausensttehenden klinkt das auch noch so, wie dass sie sie auch oder in wirklichkeit als tötungssimulation benutzt. im bericht klinkt das wie als sei jeder stützpunkt mit einem gamerladen ausgestattet wo sich die soldaten warm spielen.

  8. Man soll den ganzen Gutmenschen bloß nicht sagen, dass man bei CS schon seit langem Terroristen spielen kann und bei vielen anderen Spielen als “Nazi” gegen den US-Truppen kämpft, dann würden die doch glatt einen herzinfakt bekommen… -_-

    Und das allerschlimmste: Bei “Räuber und Gendarme” spielt immer einer den Räuber! Oh die welt geht unter!

  9. Es gab einige Kommentare die in einer ETWAS AUFRINGLICHEN ART, zun deil mit sveren spraklichen Deficiten oder mit verzicht auf groß- und kleinschreibung sowie auf jegliche interpunktion oder schlicht nur provokant – also potentiell trollend – verfasst wurden, und darüber hinaus schlicht offtopic waren. Jetzt gibt’s sie nicht mehr.

  10. Mal ganz sachlich:
    Es ist ein Ego-Shooter. Der Mulitpplayer Part ist natürlich in der gleichen Zeit angesiedelt wie das Hauptspiel. Und da es keinen Sinn macht, US-Soldaten des 21. Jahrhunderts gegen Wehrmachts-oder Vietcongsoldaten antreten zu lassen, müssen zwangläufig eben auch die Gegner aus dem Hauptspiel von Menschen gespielt werden.
    Wo ist denn da das Problem?

  11. @Bad Rabbit

    Eine interessante Alternative wäre ja das Prinzip von America’s Army: Der Spieler spielt nur die Guten und die Bösen sind immer die anderen^^.

  12. @Rey: Zensur ;-P
    “Prinzip von America’s Army”? Wie hat man das zu verstehen? Ich hab kein AA kann man das mal erklären? Oder habe ich das Richtig verstanden, dass die bösen Figuren egal auf welcher seite man steht die gegen seite ist? Wäre es so als ob man bei CSS zwischen zwei seiten entscheidne kann aber die anderen immer die Terrors sind?

    Happy Coding.

  13. Wikipedia:

    “Das besondere daran ist, dass der Spieler und dessen Team – egal für welches Team er sich entscheiden sollte – in jedem Fall das Aussehen und die Bezeichnung US-amerikanischer Soldaten (verschiedensten Einheiten der US-Infanterie angehörend) annehmen, wohingegen das gegnerische Team – ebenfalls in jedem Fall – das Aussehen und die Bezeichnung nicht-amerikanischer, meist als „OpFor“ (Jargon der Army für „Opposing Forces“, dt. „gegnerische Streitkräfte“) bezeichneter Gegner, erhalten. Das gegnerische Team sieht diesen Spieler hingegen als „OpFor“ an und sich selbst als US-Soldaten. “

  14. @Rey Alp
    Das ist auch einer der perfidesten propagandistischen Kniffe bei “America’s Army” find ich – mehr noch als die mitunter geglaubt werden sollende Vermittlung von Militärprotokollen (in separaten Spielen).
    Dass man dabei praktisch ständig einer Manipulation dahingehend ausgesetzt wird womit man es nun tatsächlich zu tun hat. Aber vielleicht trägt das auch schon (unbeabsichtigt) ironische Züge

    Dennoch ein Unterschied zu herkömmlichen anderen Spielen wie eben Call of Duty zum Beispiel: in offenen Online-Parteien wie einfachen (Team-)Deathmatches die ich bevorzuge kann man sich noch dazu oft auch keineswegs aussuchen für welche Seite man überhaupt kämpft. Das wechselt sich dort genauso ab wie ob ich in Uncharted 2 nun die Guten oder die Bösen mime
    Und das führt auch den realistischen Vorwurf von “KritikerInnen” ad absurdum meine ich, dass solche Spiele gewaltsame Konfliktlösungen propagieren würden: denn nichts wird so gelöst. Nicht das geringste – es ist eine Karikatur gewaltsamer Konfliktlösungen aus meiner Sicht.
    Diese Mehrspieler-Narrative sind überhaupt allesamt eher komisch finde ich
    Und dahingehend auch Therapie: nicht Therapie im Sinne der Katharsistheorie welche für mich auf denselben ideologischen Füßen steht wie jegliche Habitualisierungshypothesen, Ideen von Kausalität über Korrelationen, sondern in menschlicher Hinsicht weshalb überhaupt gespielt wird. Wo die Freude darin liegt – in dem man vorurteilsfrei zuhört – die Freude am Spiel und eben keiner Faszination von Gewalt, so schon fragt – mit Ressentiment bereits, sondern bloß bei einer mehr als gerechtfertigten Auseinandersetzung damit. Mit seinem eigenen Körper und dem Anderer, fremder (Avatare/)Menschen. So wie es der Pulitzer-Preisträger, Historiker und Autor Richard Rhodes in seiner Kritik an Grossman auch formuliert hat meine ich – als er auf einen Gamer Bezug nahm.

    Was anderes mag beziehungsweise sollte wohl (auch) eine Kampagne (nur) bieten. Dabei verstehe ich es allerdings, wenn Leute sagen sie wollen das nicht spielen, so wie ich auch alle verstehe die sagen sie wollen keine (vermeintlichen) anderen Gruppen in Spielen haben, jedenfalls nicht in gewisser (traditioneller) Form, welche durch eine Realität (vor)belastet sind – ob nun Familienangehörige durch deren Hand (vermeintlich) ihr Leben verloren haben oder nicht

  15. so wie ich mitbekommen habe soll die deutsche version von MoH stark geschnitten sein.
    ich weiss zwar nicht was die da schneiden wollen (wahrscheinlich tauschen sie die talibanmodels gegen nazimodels aus xD) aber wir werden ja sehen.
    ach ja, und beste ist, dass die kosten für einen server für dieses spiel arsch hoch sein sollen!
    angeblich über 110,-€ für 6 Monate und es sind keine Adminprogramme drauf, da muss sich der mieter selbst drum kümmern.
    hier zur quelle:
    http://www.techno-logic.de/unit1/news.php
    .
    es ist zwar auch die rede davon, dass die ösi-version geschnitten sein soll, aber ich wage das mal stark zu bezweifeln.

  16. Momentan fühlt man sich wirklich in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurückversetzt. Da kann man ja fast warten auf einen neuen Sedition Act.

  17. Es wurde doch schon gesagt: im Multiplayer muss einer die Gegenseite spielen. hat sich schonmal jemand mit derartigem Brimborium darüber beschwert, dass man in CS Terroristen spielen kann?
    “TERRORISTEN?! Die, die dieses Hochhaus kaputt geflogen haben? Das muss verboten werden!!!”
    Oder in Call of Duty, wo man die russische SpetzNas (heißen die genau so?) spielen kann. “Die Russen?! Das können wir mit unserem amerikanischen Stolz nicht vereinen!”.

    Es muss einer die Bösen spielen, so funktioniert die Welt. Und vor allem die Spiele. Und wenn nichts böses zur Verfügung steht, lässt sich zur Not etwas böse machen.

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