“1378 (km)” trifft auf Unverständnis (Update)

(spon/bild) Zur Auseinandersetzung mit der Deutschen Teilung hat der Karlsruher Student Jens Stober das Videospiel “1378 (km)” entwickelt, in dem “Republikflüchtlinge” die innerdeutsche Grenze überwinden sollen. DDR-Grenzer können diese, auch mit Waffengewalt, daran hindern oder sich selbst in den Westen absetzen. Todesschüsse bringen zunächst Auszeichnungen, nach der Wiedervereinigung dann Anklagen mit sich. Dieses Serious Game soll am 3. Oktober, pünktlich zum Tag der Deutschen Einheit, heruntergeladen werden können, aber bereits jetzt wird die Möglichkeit auf Flüchtlinge schießen zu können von Historikern und Opferverbänden kritisiert. Nach Informationen der Bild wird nach der Veröffentlichung die Möglichkeit einer Indizierung bzw. (wie auch immer) die einer Freigabe “ab 18” geprüft werden.

Update

(hfg) Auf die Präsentation zum Tag der Deutschen Einheit wird verzichtet, um die Diskussion zu entschärfen.

56 Gedanken zu ““1378 (km)” trifft auf Unverständnis (Update)

  1. Klar trifft das Spiel auf Unverständnis, es ist ja auch a) ein Ego-Shooter (=böse), b) eine Nachstellung historischer Ereignisse (=grundsätzlich vieeele Punkte zum Anecken) und c) eine Reduzierung von einer komplexen emotionalen Situation auf einige wenige Handlungsmöglichkeiten. Wie bei solchen moralischen Entscheidungen in Spielen, wird es stark darauf ankommen, wie das Ganze umgesetzt wird. Historisch fundiert arbeiten reicht dabei nicht, weil dieses Thema an sich schon mal gegen ein elementares Prinzip von Mehrspielerspielen verstößt, nämlich der gleichberechtigten Möglichkeit für beide Seiten (Flüchtlinge / Schützen) das Spiel zu gewinnen. So wie ich die Beschreibung lese, müsste die Gewinnmöglichkeit jedoch für die Flüchtlinge wesentlich schwerer zu erreichen sein, als für die Schützen.
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    “In detailliert nachgebauten und originalgetreuen Szenarien kann die dramatische Situation erlebbar werden.”
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    Klingt fast nach einem Werbeslogan für einen Weltkriegsshooter, was doch wohl hoffentlich nicht intendiert ist, wie ich hoffe. ;)
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    “Durch ein Punktesystem werden die politisch-sozialen Aspekte berücksichtigt. Gibt es zu viele Tote an der Grenze, steigt der politische Druck auf die DDR und es wirkt sich negativ auf das Punktekonto der Grenzsoldaten aus.”
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    Das klingt für mich auch sehr seltsam. Werden Flüchtlinge erschossen gibt’s Punkte und Orden für den Schützen, er wird aber später angeklagt und das Image der DDR leidet. Verhaftet er hingegen Flüchtlinge siehts scheint’s insgesamt weniger folgenschwer zu werden. Was mich interessieren würde, wäre schon mal ob es auch die Option gibt gar nichts zu tun (=Flüchtling laufen lassen) und dafür dann Konsequenzen durch das Regime zu erfahren oder evtl. sogar selbst zu fliehen und dabei gegen die (ehemaligen) Grenzer zu kämpfen. Werde mir das Spiel wohl mal laden, wenn es bald erscheint.

  2. @Crusader
    In nem anderen bericht habe ich gelesen das der schütze auch die möglichkeit hat in den westen zu fliehen.

    Der bild artikel ist mal wieder mega drollig… “basiert auf der technik des blutigen usk 18 spiels half life 2”. Half life 2 ist vieles aber besonders blutig nun wirklich nicht. Aber is ja nen egoshooter von daher automatisch ein killerspiel, genauso drollig diese aussage:

    “„Wir kennen das Spiel noch nicht, haben die HfG aber um Stellungnahme gebeten. Killerspiele jeglicher Art sind abzulehnen, und gerade Hochschulen nicht der geeignete Ort, um solche Spiele zu entwickeln.”

    Wir kennen das spiel nicht aber ist bestimmt nen “killerspiel” und von daher abzulehnen /facepalm. Allgemein wird diese ganze situation künstlich hochgepusht, ebenso wie die damaligen zustände absolut übertrieben dargestellt werden.

    Man könnte fast meinen die DDR war holocaust 2.0 laut einiger leute, waren die mauerschüsse grausam? Durchaus.. war die situation so unglaublich schrecklich wie sie vorallem in den medien dargestellt wird? Wohl kaum…

    Allein die tatsache das es sich hierbei um ein serious game handelt geht natürlich an 95% der leuten vorbei da sie nunmal absolut keine ahnung von dem medium haben. Aber solange RTL filme über flugzeugentführungen drehen darf ist die welt ja in ordnung…

  3. Sei es wie es sei, allein die Diskussion um dieses Spiel ist bereits ein Gewinn. Ich hatte bisher keine Ahnung, dass es die Seite “Chronik der Mauer” überhaupt gibt. Der Aspekt der Maueropfer wird traditionell nicht sehr ausführlich zum 3. Oktober behandelt. Es wird mehr darauf eingegangen was die DDR war, wie schrecklich die Stasi, wie sich die Menschen freuten, dass die Mauer fiel und natürlich auch der Mauerfall selbst und was Promis an dem Tag gemacht haben.

  4. Hätte der Gute Man einen Film drüber gedreht wäre der vermutlich auf der Berlinade ausgezeichnet worden, aber als Spiel muss es natürlich böse und verwerflich sein.

    Ich werds mir auf jeden Fall mal anschaun, bin gespannt wie das alles umgesetzt wurde.

    Bisher wurden mods ja nicht extra von der USK geprüft oder indiziert, das hier könnte aber eine Art Präzedenzfall generieren.
    Ich frag mich nur wer die Prüfung bezahlen soll, schließlich stehn hinter mods selten finanzstarke Unternehmen.

  5. @kraid
    Sie sollen gar nicht erst entwickelt werden können oder sollen zumindest in Deutschland nicht als Download auf deutschen Seiten erhältlich sein, darum geht es sich, denen ist nämlich durchaus bewußt das die Hobbyprogrammierer nicht das Geld für die Prüfungen haben oder aufbringen wollen.

  6. Wie will man ein Mod verbieten? Nach 5 Minuten findet man das Programm auf tausenden Mirrors… @gordon-creAtive.com:Stimmt, CS konnte man bis Version 1.6 auch nicht ans Leder, da keine Firma dahinterstand und man das Spiel nur im Ausland runterladen konnte. Dies würde ich auch den Entwickler von “1378 (km)” raten damit kann man einiges an Ärger vermeiden.

    Gab es je den Fall, dass ein Mod für ein Spiel auf den Index kam?
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    Happy Coding.

  7. Ach die realität hat die politik und gutmenschen doch noch nie gestört…
    Im besten fall wird das dann als paradebeispiel dafür benutzt warum wir eine zensur infrastruktur für das internet brauchen.

  8. Nun ja… eine Indizierung befürchte ich nicht, der Medienrummel wird da nicht groß genug sein, dass sich da ein Politiker / Pseudowissenschaftler profilieren will und eine Indizierung oder gar ein Verbot erreicht.
    Und nein, ein Mod für ein Spiel ist bisher meines Wissens nicht auf dem Index. Und selbst wenn: 1 mal im Netz, immer im Netz – dafür müsste man schon das Internet für illegal erklären oder eine Firewall wie die Chinesen einrichten.
    Ich bin ebenfalls sehr interessiert an der Umsetzung des ganzen, schließlich sieht man nicht alle Tage ein Spiel mit einem solchen Thema. Dass man es aber gleich wieder verteufelt, statt die konstruktive Diskussion voranzutreiben, das steht mal wieder für das Gutmenschentum gewisser Leute :(

  9. @Gradash
    Da vertust du dich aber, dieser Mod bekommt momentan überall Beachtung sowohl in der Politik als auch in der Presse, da kommt noch was.

  10. “… der Karlsruher Student das Videospiel” – das ist kein deutscher Satz in meinen Augen, da der Student nicht genannt wird. Welcher Student? Ein bestimmter Artikel erfordert doch die Beantwortung dieser Frage!? Also müsste es heißen “ein Karlsruher Student”…

    Ansonsten halte ich dieses Projekt allein nach der Beschreibung oben für pietätlos und eine ziemlich blöde Geschichte gelinde gesagt
    Dass man das zumindest bis jetzt so durchgezogen hat, sowie da eine deutsche Uni auch noch irgendwie zumindest als Unterstützerin offenbar gewonnen hat finde ich einigermaßen erstaunlich – bei der Situation im Land bezüglich Schießspiele aus der ersten Person.
    Kann mir durchaus auch vorstellen, wenn diese Beschreibung tatsächlich zutrifft, dass da auch die BPjM einschreitet und das Ganze womöglich noch auf B indiziert – wäre, ja wäre es ein Trägermedium, aber was es ja offensichtlich nicht ist: also könnten sie doch höchstens die Webseite indizieren – (mehr oder weniger) unter Ausschluß der Öffentlichkeit. Oder?
    Auf Unschuldige schiessen und dafür noch belohnt werden geht nach gängiger Spruchpraxis nämlich ja mal gar nicht meiner Ansicht nach – das hätte auch ein anderes Downloadspiel, weil das soll dieses Game doch allein sein wenn ich es richtig verstehe, das kommerzielle “JFK: Reloaded”, den Index eingebracht

    Man sollte halt schon wissen was man tut denke ich – so ehrbar das Ansinnen auch in diesem Fall sein mag: in einer Fiktion wie der “Manhunt”-Franchise begeht man, so abscheulich diese auch sein mögen, lauter Verzweiflungstaten – bei “No Russian” ist das Ganze in einen formal starken, weil weitere Vorgänge bestimmenden, narrativen Kontext verstrickt, ob einem dieser passt oder nicht. Hier wird auf historischem Befehl wenn dann gehandelt – aber man wird sehen…
    So wichtig ich die Auseinandersetzung mit solchen Themen halte, so sensibel sollten diese schon umgesetzt werden: eine auch nur annähernd egalitäre Situation mit Suizidattentäter und Giftgas wie in einem noch indizierten “Command & Conquer: Generals” ist hier einfach auch nicht gegeben.

    @Crusader
    Ich sehe darin schon eine gewisse Ökonomie, ähnlich wie in einem Planspiel dass es an meiner Schule gab: “Ökolopoly”. Oder bei Chris Crawford seinerzeit: “Balance of Power” – zwischen Abschreckung, Außenwahrnehmung und Pflichterfüllung. Gut heißen tu ich das auch nicht und man kann es wohl ebenfalls schon für einigermaßen perfide halten

  11. @Trask: Ach so ?
    Dann ist das wohl noch nicht zu mir vorgedrungen – hab hier das erste mal drüber gelesen :> . Dennoch denke ich nicht, dass da eine lange Debatte geührt wird. Am 13. werden die üblichen verdächtigen ihr selbstgefälliges Geseier ablassen und am 14. wird es vergessen sein. Leider, denn die Auseinandersetzung mit dem Thema (nicht mit der Moralität des SPiels, sondern mit dessen Inhalt) erachte ich als recht interessant.

  12. Dieselbe Verbohrtheit wie bei “Six Days in Fallujah”, Spiele dürfen sich nicht mit sensiblen Themen auseinandersetzen… erbärmlich.

    Nicht, dass ich von unseren Betonköpfen was anderes erwartet hätte.

  13. Hmmm… das Medienecho scheint wirklich nicht gering zu sein.
    Zumindes hat sowohl PC Games einen Artikel dazu veröffentlicht, als auch bei SPON war ein längerer Artikel, sowie ein kuzes Video dazu zu finden.
    MfG Pard82

  14. Jens’ Erklärungen zum Spiel zeigen, dass er sich wahrhaft Gedanken gemacht hat. Das Ziel ist eben nicht möglichst viele Grenzverletzer (so hieß das damals) abzuknallen, sondern genau abzuwägen, wie die Situation zu meistern ist. Schießen – Anklage, verhaften – Reputation steigt, selber fliehen – mit allen Konsequenzen… das hat schon was. Da kann man sich einmal ausprobieren, Varianten durchspielen. Freilich liegt es am Spieler selbst, wie er das Angebot nutzt.
    Das wäre eigentlich eine Thematik, die ich gern von einem professionellen, erfahrenen Entwicklerteam umgesetzt sehen würde.
    Was jetzt Presse und Politik daraus machen, wird am Eindruck gemessen werden, der bei den Entscheidungsträgern haften bleibt. Das kann in beide Richtungen weit ausschlagen.

  15. “…aber bereits jetzt wird die Möglichkeit auf Flüchtlinge schießen zu können von Historikern und Opferverbänden kritisiert. Nach Informationen der Bild wird nach der Veröffentlichung die Möglichkeit einer Indizierung bzw. (wie auch immer) die einer Freigabe “ab 18? geprüft werden”

    Aha!
    Offenbar wollen diese “Kritiker” die Geschichte tot schweigen und haben den eigentlichen Sinn des Spiels wohl nicht verstanden:
    “…mit Waffengewalt, daran hindern oder sich selbst in den Westen absetzen. Todesschüsse bringen zunächst Auszeichnungen, nach der Wiedervereinigung dann Anklagen mit sich”
    Genau darum geht es doch!
    Man kann zwar auf Flüchtige schießen, aber das Spiel wird dann für einen vorbei sein, sobald die Wiedervereinigung eintritt.
    Kurz gesagt: die Freiheit auf Flüchtige zu schießen gibt es, ABER dies bleibt NICHT UNBESTRAFT!!!
    Dieses Spiel kommt doch der Realität ziehmlich nahe (nicht grafisch gemeint), da Ex-Wachleute nach der Wiedervereinigung auch angeklagt worden sind (so viel ich mein zu wissen).

    Off Topic:
    hat wer von euch schon den Film “Rampage” von Uwe Boll gesehen?
    Dieser Film ist ausnahmsweise mal ein recht gut gemachter Film für einen Uwe Boll (Postal).
    Ich erwähnte ihn nicht, weil der brutal ist, sondern eigentlich zeigt, wie ein sonst normaler Mensch sowas wie einen Amoklauf einfach macht.
    Das/Die Motiv/e sind gar nicht so schwer versteckt, man muss nur genau hinschauen.

  16. klarer Fall von ‘sh*t sells’ mit billiger Provokation Aufmerksamkeit und Geld zu bekommen. das spiele scheint so tiefe wie moorhuhn mit pseudo- ernst zu sein

    @boomboy es wäre besser gewesen wenn das in einem art action adventure gemacht hätte. z.b. die flucht in den westen vorbereiten. Man sich vor der stasi in acht nehmen muss.

  17. @ Haiso
    Das Spiel soll umsonst sein, und ist auch kein Moorhuhn, da man selber die Flüchtlinge spielen kann und überhaupt wann wirst du fürs Moorhühner töten bestraft und überhaupt? Hast du dir das überhaupt durchgelesen oder warum schreibst du sowas?

  18. haiso hat recht. ein billiger mehrspieler-shooter mit pseydo-ernst. es ist eigentlich blos eine aneinandereihung von szenen aus denen der spieler im spielmodus an der mauer entscheiden kann. der spieler wird weder etwas lernen noch wird er sich für seine “taten” schämen. einmal kurz alle alternativen ausprobiert und mat hat gmerkt wie lächerlich das spiel ist. die begründung, dass das spiel,indem es ein spiel ist jugendliche ansprechen soll, klinkt wie: “au jugendliche fahren doch voll auf ballerspiele ab, besonders wenn sie möglichst “realistisch” sind. violoence-sells”. ich verstehe nicht wie man sagen kann, dass ein spiel sich mit allen themen auseinandersetzen darf, ie alle anderen medien auch. das ist wie als würde man apocalypse now ins actionfilmgenre zählen. computerspiele sind ein unterhaltungsmedium und so wie sie aufgebaut sind ein reines. viele zählen brothers in arms und call of duty als ankreigsspiele und zwar blos weil in brothers in arms deine kollegen nicht alle solch draufgänger sind und call of duty deutlich brutaler und psydo-realistischer ist. ein echtes antikriegsspiel wäre dann ein antikriegsspile wenn es unspielbar wäre. es gibt zwar serious-games, aber six days of fallulha, apocalypse now und todestreifen interactive zählen nicht dazu, auch wenn die absichten des hochschulstudenten edel sind. ich hätte es als 3d-adventure gemacht. man lebt in einer offenen welt, ein stadtteil von berlin in der nähe der mauer. das ziel ist es zu fliehen und man hat unzählige möglchkeiten. überall liegen gegenstände rum mit denen man interagieren und miteinander kombinieren kann. man mus mit anderen menschen agiern notfalls im team muss leute ausfragen um an bestimmte gegenstände zu gelangen und muss sich vor stasi-spitzel in acht nehmen. zum beispiel kann man in der stadt bettlaken zelte ect. sammeln und sich einen heisluftbalon bauen. je mehr menschen man rettet und je ausgefeilter die flucht, desto lasst euch was einfallen. vllt kommt dann bei jeder anderen flucht ein video und mancher fluchtversuch ein schlechtes ende haben.

  19. Was, die Grenzer sollen auf wehrlose Menschen geschossen haben?

    Haha! Hinterher behauptet noch jemand, dass es in Deutschland Nazis gegeben hätte. Dabei waren alle nur 13 Jahre im Urlaub.

    -.-‘

  20. puh leute diese “spiele sind unterhaltung/spiele sind mehr als unterhaltung”-diskussion hatten wir doch schon etliche male im forum. generell halte ich das für unangemessen sich jetzt schon darüber festzulegen, ob das spiel so funktioniert, wie es gedacht ist, oder nicht.
    finde es gut, dass der termin zur veröffentlichung verschoben wird. das war dann schon etwas naiv und blauäuig, zu glauben, man würde da nicht auf protest stoßen. trotzdem, wenn ich bedenke, dass es kein kommerzielles spiel ist und wahrscheinlich nicht “spaß” machen wird, im klassischen sinne, wie andere multiplayer, dann finde ich, ist diese mediale aufmerksamkeit extrem peinlich.

  21. Wie kann dieser Student denn nur !
    Wo doch die DDR in letzter Zeit immer positiver gesehen wird.
    Es war damals schließlich nicht alles schlecht…

    Damals sind die Kiddies nicht vor dem Rechner gesessen und haben Killerspiele gespielt, sonder sind mit der FDJ und der Gesellschaft für Technik ins Grüne gefahren um an der frischen Luft sich sportlich zu betätigen.
    Privater Schußwaffenbesitz und Schützenvereine sind verboten gewesen.
    Kein Elter mußte Angst haben das sein Kind von einem Amokläufer grundlos erschoßen wird…
    …zumindest solange es sich nicht in die Grenzanlagen verirrt hat.
    Aber hey, die Leute die da geschoßen haben hatten einen guten Grund, typisch deutschen Grund: Ein Befehl !

  22. Hybris: “Ah, haben wir hier jetzt auch die Hellseher, die schon vor Erscheinen genau wissen wie das Spiel ist?”
    Klar doch! Dieses Spiel wird Counter Strike Source ablösen alle Killer-Keller-Kinder werden nur noch auf Flüchtlinge schießen. Terrors und Counters sterbenaus und Flüchtlinge und DDR-Soldaten werden die neuen Spielparteien, dies Welt weit natürlich. Nach dem das Spiel in Version 1.6 Vorliegt wird der Student von Value angestellt dort entwickelt er dann “Grenzstreifen: Source” als Nachfolger zu “1378 (km)”.

    ;-P

  23. Aus dem Bildartikel von frontal21 gepostet:

    “Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft auf Antrag des Leiters der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, ob das Spiel den Straftatbestand der Gewaltverherrlichung nach Paragraf 131 des Strafgesetzbuches erfüllt.”

    Ja ne is klar Leute, haben die net mehr alle Dachlatten am Zaun oder was? Ich persönlich finde das Projekt interessant und schaue es mir gerne mal an, wenn es fertig ist.
    Ich finde es schade, dass es erstmal so viel Kritik gibt, obwohl dass Spiel noch nicht mal downloadbar und es sich keiner der Kritiker bisher angesehen hat.

    Hätte der junge Mann einen Film gemacht, der aus der Sicht eines Grenzsoldaten spielt wäre es wohl in Ordnung gewesen, aber da er ein “böses Medium” benutzt hagelt es Kritik.

  24. es hätte sicherlich weniger aufruhr gegeben wenn man zum einen nur die opfer hätte spielen können, zum anderen, wenn es kein ego-shooter wäre UND wenn es kein multiplayer wäre. eigentlich ist es aber auch wichtig die grenzsoldaten spielen zu können, um die geschcihte zu verstehen, denn die waren ja auch nur menschen und keine monster. dass das den angehörigen der opfer ein dorn im auge ist, ist ja logisch.

    dass man prüfen will, ob es gewaltverherrlichend ist, finde ich äußerst dämlich. die können höchstens behaupten, das spiel sei verharmlosend.

  25. Nach dem, was bisher über die Mod bekannt ist, kann ich keine Gedankengänge nachvollziehen, die Gewaltverherrlichung oder -verharmlosung zeigen.
    Wenn man Leute erschießt, wird man bestraft am Ende. Das ist doch genau das Gegenteil von dem, was die Kritiker immer bemängeln: dass man fürs “töten belohnt wird”. Und bei der Mod soll man ja eben nicht belohnt werden fürs Töten (auf lange Sicht) und es wird sich trotzdem aufgeregt. Ich werde mir das Spiel runterladen wenn es rauskommt, mal sehen ob man sich weiterbilden kann.

  26. Soweit ich weiß ist die gängige Meinung bei den Gewaltdarstellungsverboten diejenige, dass “Gewaltverharmlosung” (zu) fließend sei, das heißt zu wenig eingrenzbar – weshalb eher auf einen gewaltverherrlichenden Charakter von Darstellungen abgezielt werden. Und zusätzlich gibt es ja auch noch die Menschenwürde im Gesetz. Heute hab ich so meine Probleme mit der ß-Schreibung, sorry :-(

  27. Also, mir ist der Rückzug nicht ganz klar. Von Seiten der HfG Karlsruhe wird auf die öffentliche Präsentation am 3. Oktober verzichtet. Die Bild hingegen schreibt, dass auf die Veröffentlichung des Spiels verzichtet wird. Ich meine “öffentliche Präsentation” klingt für mich eben wie eine Vorstellung des Spiels. Aus der Stellungnahme der HfG entnehme ich, dass sie auf die Vorstellung verzichten, um die Gemüter abzukühlen, das Spiel aber dennoch als kostenlosen Download ins Netz stellen. Liege ich da richtig, oder meinen die mit “öffentlicher Präsentation” etwas anderes?

  28. aha, also haben entwicker/publisher/unterstützer dieses info-spiels wieder kleinbei gegeben.
    wie soll sich was ändern, wenn WIR SPIELEUSER immer kleinbei geben, nur weil es menschen gibt, die sich die jeweiligen spiele nicht richtig anschauen, sondern nur von etwas “gehört” haben?
    traurig traurig.

  29. @hecter specter: “Um zur Versachlichung der Diskussion beizutragen sagen wir den Termin der öffentlichen Präsentation am 3. Oktober ab. Wir werden diese zu einem späteren Zeitpunkt mit einer begleitenden Diskussion zum Thema nachholen.” das spiel wird so oder so veröffentlicht. und das verschieben der präsentation halte ich wie gesagt für eine gute idee.

  30. Auch wenn ich die Moralkeule der Politiker ziemlich durchsichtig finde – ich meine keiner hat das Spiel wohl mal wirklich gespielt – find ich das Spiel doch fragwürdig. Ein auf 8vs8 ausgelegtes Spiel mit respawn soll das Bewusstsein für die geschichtliche Situation wecken? Ich hab’s zwar noch nicht ansatzweise gesehen und meine Meinung deswegen auch ein Vorurteil aber kann sich einer vorstellen, dass da ein gutes Spiel bei rauskommt?

  31. @JanHendrik85
    Nein kann ich mir eigentlich nicht wirklich. Leider
    Bei so etwas sollte man äußerst behutsam vorgehen
    Eine typische E-Sport-Konstellation wie es so nahe liegt sollte wie ich oben schon schrieb eine egalitäre Situation zugrunde liegen. Obwohl das Spiel einem in Hinblick auf die “Feinde” manipuliert ist das auch bei America’s Army etwa gegeben, um ein anderes Serious Game mal zu erwähnen… Die sehe ich so eben nicht, aber gespielt hat das auch noch niemand hier denk ich
    Deshalb ist das vielleicht auch ein Vorurteil von mir

  32. Aje… warum wird es be- oder verurteilt, bevor überhaupt jemand eine finale Version gespielt hat ? Manches Verhaltensmuster der von uns kritisierten Politiker kann ich hier ehrlich gesagt gerade wiedererkennen.

    Warten wir doch erst einmal ab, wie es umgesetzt ist. Wenn es in der finalen Version Kritikpunkte aufweist, so kann man diese ansprechen. Ich denke jedoch, dass hier heißer gekocht wird, als es gegessen wird. Den Multiplayermodus halte ich zwar im Vorfeld ebenfalls für Bedenklich da es lässt die Botschaft im Vorfeld etwas verkommen lässt. Aber vielleicht hat er sich dabei etwas gedacht.
    Wie auch immer – ziehen wir BILD nicht in Betracht, aufmerksamheitsheischender Populärjournalismus dieser Art gehört geächtet und verboten. In erster Linie aber ignoriert.

  33. http://www.gamestar.de/news/pc/2318196/mauer_spiel.html
    der letzte satz im artikel ist glaub ich kein richtiger satz. aber es gibt was schönes für die zitatendatenbank:
    Auch Rainer Wagner, Vorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft (UOKG) verurteilt das Projekt scharf, gegenüber Netzwelt.de sagte Wagner: »Es bedient, wie es allen Ballerspielen letztlich gemein ist, niedrigste menschliche Instinkte. Ein Aspekt dieses Spiels macht dieses aber im Vergleich zu anderen Ego-Shootern sogar noch schlimmer. Denn normalerweise schießt man in solchen Spielen auf bewaffnete Gegner – hier sind es unbewaffnete Zivilisten.«

  34. Zur Info/off topic:
    Falls noch jemand aus der Region Karlsruhe kommt: in der Regionalen Zeitung “Badische Neueste Nachrichten” habe ich circa am Montag einen Artikel gesehen, in dem behauptet wird, dass der Typ von Winnenden Ballerspielsüchtig gewesen sei und heute wird in einem neuen Artikel (Beide im Bereich Suedwestecho) weiter über den Prozess des Vaters berichtet: Wie er an die Waffe gekommen ist usw. aber die Überschrift passt nicht ganz zum Artikel, da in der Überschrift nur wieder auf das Thema Spiele Bezug genommen wird und dass es den Vater nicht interessiert habe, was der Sohn gespielt hat.

    Besonders der erste Artikel scheint nicht der Realität zu entsprechen, zumindest sofern die hier öfters gefundene Aussage stimmt, dass er kaum gezockt hat. Die Einstellung ist bei der Zeitung aber nichts neues, obwohl bei einer Umfrage von denen raus kam, dass (sofern ich mich richtig erinnere) die Mehrheit der Leser die Spiele nicht schlimm findet.
    Vielleicht findet ja jemand den Artikel
    Gruß

  35. @Gradash
    Ich lege wert darauf für meinen Teil das Spiel nicht (vor)verurteilt haben zu wollen, sondern habe bloß festgestellt, dass nach allem was ich davon bislang weiß vom angekündigten Inhalt her, dass ich es für pietätlos den historischen Opfern gegenüber halte weil da eine Ungleichheit in der Spielsituation offenbar schon (bewusst) geschaffen werden soll

  36. @Pyri
    Ich will dir nichts böses aber ich hätte von dir als letzten erwartet das du dich genauso gibst wie die Politiker, moralische Empörung durch Informationen dritter ohne sich selbst Informatiert zu haben. Und mit dem gleichen Argument könntest du alle historischen Umsetzungen und aber auch fiktive kommende Ereignisse als pietätlos für irgendwelche Opfer bezeichnen und verurteilen.

  37. @Gradash
    Indem wie es beim Spiegel hieß eine Situation geschaffen wird in dem Spiel, wo jemand flüchtet und erschossen werden kann, aber etwas nicht zurückschiessen. Und sich das dann noch irgendwie durch Respawns wiederholen soll.
    Das kann freilich auch ganz falsch dargestellt worden sein so in dem tatsächlichen Spiel gar nicht entsprechen.
    @DoktorTrask
    Ich kann etwas für pietätlos halten was mir mitgeteilt wird, ohne etwas deswegen gleich zu verurteilen. Ich spreche Anderen nicht ab da anders zu denken und Pietät ist aus meiner Sicht auch nichts wie etwa Geschmack: Pietät kann als Konzept auch überhaupt problemlos abgelehnt werden denke ich.
    Aber so wie es sich mir zeigt wurde das eben ohne Rücksicht auf Pietät zu nehmen gemacht. Ich lehne so etwa auch ein Spiel ab, dass ausschließlich andere so ungleiche Situationen nachstellt. Videospiele tun das für gewöhnlich ja nicht
    Am ehesten vielleicht noch “Colonization” und auch da kann ich entsprechende Kritik aus postkolonialer Sicht nachvollziehen. Oder wenn “Prince of Persia” für bestimmte falsche Bilder vom Nahen Osten kritisiert wird. Für gewöhnlich macht sowas wie es das Spiel da scheinbar bietet ja auch keinen Sinn – ist eigentlich auch nicht spannend als Spiel – außer zu propagandistischen Zwecken. Und das finde ich ja auch regelrecht absurd, dass man dem Studenten da zumindest indirekt vorwirft er oder gar die Uni wollten damit Tote verhöhnen. Trotzdem kann ich es diesen gegenüber wie es zumindest eben kolportiert wird für pietätlos halten.

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