„Spiegel-TV“ verbreitet Mythos

(spon) Zu allgemeinen Sendungen über Amoktaten finden sich an dieser Stelle regelmäßig keine Programmhinweise, da diesen nicht im Vorfeld unterstellt werden soll unsachlich über Videospiele zu berichten. Im Fall der im Moment bei VOX laufenden Spiegel-TV-Dokumentation „Amok – Anatomie des Unfassbaren“ liegt die Sache anders. Bereits im Teaser ist der folgende Ausschnitt enthalten, in dem behauptet wird, dass das Militär Ego-Shooter wie Counter-Strike zur Senkung der Tötungshemmung nutzen würde:

Sprecher:

„Auch gewaltverherrlichende Computerspiele – sogenannte Ego-Shooter – stehen immer wieder im Verdacht Amoktaten zu begünstigen.“

Experte:

„Es hat also eine Art Trainings- oder Übungseffekt. Nicht ohne Grund werden ja solche Spiel auch in militärischen Kreisen eingesetzt um Tötungshemmungen abzubauen.“

Während die Aussage, dass Militär habe Ego-Shooter zur Senkung der Tötungshemmung von Soldaten entwickelt/erfunden, bereits nach Spiegel Onlinenachweislich erfunden“ ist, gestaltet sich die Bewertung dieser Aussage etwas schwieriger. Letztendlich konnte bisher jedoch noch keine Person, die diese Aussage verbreitet hat, eine Quelle nennen, die diese These belegen würde. So kommt Prof. Dr. Michael Wagner in einem Artikel zu diesem Fazit:

„Zusammengefasst sei hier festgestellt, dass die derzeit im Umlauf befindlichen Aussagen zur Reduktion der Tötungshemmung auf Arbeiten basieren, die einer üblichen wissenschaftlichen Kritik in keiner Weise standhalten können. Hier werden Militärsimulationen mit Computerspielen in einen Topf geworfen und Korrelationen kausale Zusammenhänge zugestanden, die teilweise an der Haaren herbeigezogen sind. Es handelt […] sich hierbei ganz klar um einen Mythos auf Basis der Medieninkompetenz seiner Verbreiter.“

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44 Gedanken zu “„Spiegel-TV“ verbreitet Mythos

  1. Gibt es jetzt eigentlich einen Beleg dafür, dass der Täter FarCry am Vorabend der Tat genutzt hat? Die Polizei hatte das doch dementiert…

  2. wann merkt ihr das eigentlich mal? die, die über vdeospiele berichten haben nix mit denen die über killerspiele berichten zu tun. auf der seite spiegelonline steht auch der hinweis. letstes jahr berichtete spiegel tv über eltern-lan und das sehr gut. und jtzt das.

  3. what, wie lang getn des teil? bitte um ein eine des abschnitts zusammenfassung, wills nicht angucken, sonst kann ich heut nach wieder nicht schlafen.

  4. Diese „Dokumentation“ ist teilweise eine Dreistigkeit sondergleichen.
    Mehr will ich gerade nicht schreiben, das würde mich nur noch wütender machen…

  5. Nebenan sitzen meine Eltern und schauen sich den Boxkampf auf RTL an. Eine riesige Menschenmasse sitzt um einen viereckigen Kasten herum und jubeln zwei Leuten zu, damit sie sich gegenseitig zusammenschlagen. Zeitgleich wird in der Spiegeldoku von „gewaltverherrlichenden“ Computerspielen gesprochen…

  6. Ich finde zermürbende Boxkämpfe mitunter auch brutaler als etwa den Bodenkampf im MMA, welchen ein Werner Schneyder nicht nur verachten sondern auch verbieten möchte: ein Boxkampf geht auch über bis zu 12 langen Runden, während UFC-Fights für gewöhnlich nur 3x 5 Minuten dauern

  7. Ich hab den Boxkampf verfolgt, bin nunmal Fan, und Briggs musste in der 10ten dutzende herbe Schläge hinnehmen. MMn. hätte der Kampf da schon beendet werden müssen, Klitschko hat nur noch gegen ein wehrloses Stück Fleisch gekämpft. Nehmerqualitäten hin oder her, sowas hat für mich mit Boxen nichts mehr zu tun. Dennoch REspekt an Briggs. Aber ich schweif ab.
    @Doku
    war´s wirklich so schlimm?

  8. Pyri: über die UFC hat bild.de auch mal berichtet, als die UFC auf DSF abgesetzt werden sollte. da wurde behauptet, da sei alles erlaubt, bis auf kratzen und beisen. und es gäb kämpfe mit liliputanern. also alles in allem wurde die UFC als diese illegalen harcore ringkämpfe wo freiwillige um geld käpfen wird hingestellt wie bei x-man

  9. Bis zu der genannten „Expertenmeinung“ habe ich mir die Dokumentation auch angetan, dann meinte ich besser zu tun zu haben.
    Günter Jauch, einer meiner „Lieblingsmoderatoren“ hatte ja ebenfalls schon den hübschen Satz geprägt: „Killerspiele, die sogenannten Ego-Shooter…“ … Überall die gleiche Masche.

  10. Habe Schreibfehler oben gefunden: müsste es nicht „an den Haaren“ heißen und ein Es ist zuviel bei „Es handelt es“.
    .
    PS: Was euch erwartet habe ich euch vor der Sendung schon gesagt, schade das ich immer Recht behalte aber anderseits, man kennt die Medien und ihr Vorgehen nach all den Jahren.

  11. Ich habe es zwar schon im Forum gefragt, aber ich schreibts auch nochmal hier:
    Die Geschichte es Modders welcher dann zum Täter wird stimmt die oder hat man dort die Map der Schule mit dem Täter nur so in verbindung gebracht?

    Happy Coding.

  12. Die Antwort gab ich im Forum zwar schon aber egal: Man weiß es nicht, die offizialen Stellen sprechen sich ja darüber nicht aus, einzig die Medien gaben an das Bosse (Emsdetten) das getan habe. Es gäbe ja ein Kürzel das auf dem Täter hinweiße allerdings gibt es ja zig Leute mit dem selben Kürzel und ob das mit dem Kürzel auch so stimmt weiß man ebenfalls nicht, einen Beweiß wurde ja nicht erbracht, weder das es das Kürzel gibt noch das es wirklich der Täter war der die Map erstellte. Und irgendwelche Bildchen in eine Zeitung drucken und behaupten DAS IST DIE HORRORMAP DES AMOKLÄUFERS kann jeder.

  13. gut geschrieben ABER:
    „Es handelt es sich hierbei ganz klar um einen Mythos auf Basis der Medieninkompetenz seiner Verbreiter.”
    Im letzten Satz ein „es“ (gleich nach handelt) zu viel^^

  14. Nicht jedes „das“ nach einem „,“ wird mit „ß“ geschrieben.

    @DrTrask’s Rechtschreibkommentar:
    Nicht jedes „dass“ ohne „,“ davor wird mit einem „s“ geschrieben ;)

  15. der amokläufer von emsetten hat sich weder mit gewalthaltigen videosipelen, noch mit filmen beschäftigt. dem nach hat er wohl eher keine map seiner schule gembaut, oder nicht selbst. zumal, ich glaub die bildzeitung, schon bei robert s. behauptet hat, er hätte seine schule nachgebaut.

  16. Habe die letzte halbe Stunde gestern noch gesehen, also den interessanten Teil.
    Neben einigen durchaus qualifizierteren Aussagen einer Kriminologin an deren Namen ich mich nicht erinnere, war unglaublich viel Klischee-Bullshit dabei.

    -Die gute alte „Ego-Shooter wurden vom Militär entwickelt um die Tötungshemmung abzubauen und das Schießen zu trainieren“–Lüge
    -Die unheimlich gestellt wirkende Szene mit der ominösen gemoddeten Counterstrike „Schoolshooting-Map“, die die Amokläufer von Erfurt und Emstetten angeblich benutzt haben sollen.
    -Die übermäßige Auswalzung der vermeintlichen Suchtproblematik.
    -U.s.w.

    Selbst für Spiegel-TV war diese Reportage wahnsinnig melodramatisch und reißerisch gestaltet. Ich wundere mich nur, dass sich weder die Pfeifer-Geschwister noch Weiß, Hopf oder Huber haben blicken lassen (zumindest in dem Teil, den ich gesehen habe).
    Schade nur, dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung solche Klischees nur zu gerne für Voll nimmt.

  17. @Rey Alp:
    Wird Stigma ( also die Community ) so was wie einen offiziellen Beschwerdebrief oder Ähnliches an die Redaktion von Spiegel-TV oder den Sender Vox schicken?

  18. Bisher ist das nicht in Planung. Wenn man jedesmal, wenn was falsches über Videospiele berichtet wird gleich so einen Aufstand macht, würde ich ja zu gar nichts mehr kommen^^. Afaik kann sich aber sogar jeder bei den Landesmedienanstalten über falsche Berichterstattung beschweren. Aktuell habe ich es bei einer Mail von mir als Privatperson belassen, bei der ich darum bitte mir die Quellen für die Aussagen mitzuteilen.

  19. @Community: Was meint ihr dazu? Wenn man mal die Sender auf die LÜGEN anspricht könnte sich was ändern. Wenn man sie so weitermachen lässt wie bisher werden wir bei der nächsten Doku wieder die LÜgen auf den Tisch bekommen…
    Weitere Meinungen?

    Happy Coding

  20. Klar kann man die drauf ansprechen aber ich bin mir sicher das sich da nichts ändert, vielleicht gibt es dann sogar noch eher Aussagen wie: „Videospieler laufen Amok wegen TV-Berichtersattung oder Videospieler haben Angst um ihr Suchthobby oder Videospieler bedrohen Sender etc.“.

  21. @The_Real_Black
    Ich habe mich bei 3sat anlässlich von „Heavy Rain“ am Anfang dieses Jahres mit „bösen“ Kommentaren zuletzt bewusst unbeliebt machen wollen – soll heißen, auch wenn es pessimistisch klingt und wohl auch ist: daran wird nichts Etwas ändern.
    Es gibt nun einmal diese verstärkten Medienressentiments im deutschsprachigen Raum, gegen (visuelle) populäre Kultur, usw. Mein Land hat einen Haneke hervorgebracht – Deutschland halt Rainer Fromm zum Beispiel. Der Index und das Verbot im Strafrecht so sind demnach auch nicht wegzubekommen. Ein Journalismus fühlt sich einer „Medienkritik“ in der Form auch verpflichtet, es wird meinem Eindruck nach sogar als Aufgabe betrachtet diese zu üben. Für libertäre Ideen wie aus Amiland etwa Penn & Teller mit ihrem „Bullshit“ ist so nunmal kein Platz und solche Sendungen werden auch nicht anders aufgezogen werden, wenn auf der Strasse demonstriert wird. Dann heißt es womöglich nur (wieder von wem), dass die „Gewaltaffen“ jetzt auch bereits auf die Strasse gehen (erneut)…

  22. ich habe die sendung gesehen, kann mich aber nicht erinnern, dass explizit gesagt wurde, dass ego-shooter von militär entwickelt worden sind.
    es wurde sehr wohl gesagt, dass „ähnliche“ spiele im militär zu übungszwecken eingesetzt werden – und das kann man so auch nicht verneinen…

    für mich war nur fraglich, ob in der nacht vor winnenden tatsächlich am pc gespielt wurde.(habe angenommen, dass das nicht wahr wäre)
    die Map der Schule wäre ein weiterer fragwürdiger punkt…

    aber allgemein wurden in der doku viele themen behandelt.
    videospiele, filme, schützenvereine, lehrer und eltern wurden meiner subjektiven meinung nach im gleichen ausmaß kritisiert.

  23. oh ! bitte um verzeihung, jetzt habe ich, (besser gesagt du) mich ertappt… ich hatte die sendung nicht von anfang an gesehen, das hatte ich vergessen…

    Tötungshemmung und Militär…
    meiner meinung nach kann man den begriff tötungshemmung interpretieren…
    tötungshemmung kann auch bedeuten, dass man gehemmt ist, einen knopf zu drücken..

    lass mich das mal folgendermaßen erklären:
    ich hatte bei FPS anfangs eine hemmung, blitzschnell abzudrücken, ich hatte immer die angst, dass ich unbeabsichtigt einen teamkameraden abschieße und habe dadurch lange gezögert.
    mit der zeit entwickelt man ein gewisses gefühl, fast schon einen reflex, die als gegnerisch identifizierten figuren ohne zu zögern abzuschießen.

    das war mir schließlich beim paintballspielen auch sehr hilfreich.

    also kann man, wenn man noch weiter ausholt, einen soldaten darauf schulen, parallel mit diversen anderen übungen (einsatzübungen, schießstand, usw…),
    den gegner von kameraden besser zu unterscheiden und dadurch schneller „richtig“ zu reagieren.
    die angst, jemanden falschen abzuschießen, und der dadurch entstandene zeitverlust, kann man weit hergeholt auch „tötungshemmung“ nennen…

    ich hoffe, ich habe mich verständlich ausgedrückt…

    was ich damit sagen möchte ist, dass der punkt „tötungshemmung“ nicht ohne diskussion anfechtbar ist, vor allem nicht mit passionierten videospielgegnern.

  24. @Keung
    Ja sehe ich ähnlich, weshalb ich auch immer dafür bin mit „Beweisen“ über „Fakten“ irgendwelcher Art – für oder gegen irgendwelche Auswirkungen von Spielen – erst gar nicht in eine Debatte einzusteigen. Dennoch bezieht sich „Tötungshemmung“ so vor allem doch schon auf eine Verringerung dieser in moralischer anstatt mechanischer Natur. Erfarhungsgemäß. Da werden dann auch historisch fragwürdige Beispiele gelegentlich gebracht – wonach SoldatInnen in früherer Zeit dabei wesentlich mehr Bedenken gehabt hätten – was auch auf die kulturpessimistische Grundlage einer verderbten Gegenwart (und Zukunft) für mich hindeutet. Zivilisations“kritisch“

  25. @keung:
    Es gibt einen klaren Unterschied zwischen dem Schießreflex bei NICHT ERNSTHAFTEN (spielerischen) Handlungen wie FPS oder Paintball und (im wahrsten Sinne) toternstem Waffengebrauch wie beim Militär oder bei der Polizei!
    Der SCHARFE Schuß auf ein menschliches Wesen ist wohl eine der schwersten Entscheidungen, die ein Mensch nur treffen kann. Ich kenne Kameraden aus meiner Einheit, die trotz intensivem Ego-Shootergenusses Zitteranfälle kriegen, wenn sie auch nur an Feuergefechte in Afghanistan denken.Ich kenne keinen Soldaten (mich eingeschlossen), der sich auf so was gefreut hat oder dem es leicht gefallen wäre, auf Menschen zu schießen!
    Überhaupt wäre eine niedrige Schießhemmung für Soldaten eher kontraproduktiv. Die Gefahr von „Friendley Fire“ wäre zu hoch und der Munitionsverbrauch steigt ins unermessliche. Gerade bei Einheiten mit Kampfschwerpunkt wird eher Kontrolle als Rage antrainiert.

    @Militärmythosverfechter:
    Fragt die Soldaten, verfluchte Sch…!!!!!!!!
    Sorry

  26. ja, das ist schon richtig, da ist ein unterschied.

    wenn ich Videospielegegner wäre, hätte ich auch folgendes auch sagen können:

    Eine hohe Schießhemmung für Soldaten wäre aber ebenso kontraproduktiv.
    Ein Soldat, der in der gegebenen Situation zu spät oder gar nicht schießt gefährdet sich selbst und seine Kameraden und somit den gesamten Einsatz.
    Kontrolle würde ich als ideales Verhältnis zwischen schießen und nicht-schießen, und allen anderen Komponenten sehen.

    Wenn man den Begriff Schusshemmung in grobe Einzelteile aufteilt kann man grob sagen, dass sich diese aus „Schießreflex“, „Tötungshemmung“ und „Selbstsicherheit in der Handhabung der Waffe“ zusammensetzen kann.
    Wenn man also annimmt, dass in einem
    Videospiel der Schießreflex,
    beim Schützenverein das gleiche und zusätzlich noch die Handhabung der Waffe, und
    im schlechten sozialen Umfeld die Tötungshemmung beeinflusst wird,

    Wird also eines der Punkte ausreichend beeinflusst, ist man dem Werdegang eines gefürchteten School-Shooters einen Schritt näher.

    Ich hätte als Videospielgegner auch behaupten können, dass deine Beispiele mit dem Zitteranfall-Soldaten nur die Minderheit betreffen.

    Weiters stellt sich ein Videospielgegner die Frage, ob das menschliche Gehirn, und vor allem das Gehirn eines jugendlichen, nicht sehr gut in der Lage ist, Analogien zu schließen und mithilfe von Simulationen auf eine reale Situation sich quasi „vorzubereiten“.
    Beispiele wären z.B.. der Teil der theoretischen Führerscheinprüfung, die heutzutage auch vor dem Computer mit auswählbaren Entscheidungen abzuschließen wären.

    Es ist sehr wohl immer ein Unterschied zwischen Übung und Realsituation.
    Aber Übungen für den Realfall können auf Papier, als Video am Computer oder am Feld durchgeführt werden.Jedes Medium wäre in der Lage, jemanden für reele Situationen effizeinter zu machen.

    Mein Tipp wäre also, das Thema „Spiele“ mit „Schusshemmung“, egal ob spielerisch oder real, eher weniger detailliert mit Spielegegnern zu diskutieren.
    Ich finde da sind zu viele Standpunkte und Sichtweisen, sodass man das gegenüber nie „überzeugen“ kann.

    Viel mehr Erfolg bei Diskussionen über Gewaltspiele habe ich, wenn ich Fragen stelle, was sie von Fussball und deren Fans halten, einen Vergleich mache, und wie oft im Vergleich zu Videospielmessen es zu Gewalttaten kommt, was die Medien damals über gewisse Schriftstücke, Musikrichtungen wie Sprechgesang oder solche mit Schwerpunkt E-Gitarre, Krimis, Horrorfilme, Autorennspiele und deren Auswirkungen berichtet haben.
    Gerne ziehe ich Vergleiche mit Schach, Räuber und Gendarm, Bibel, Ringsportarten wie Boxen und eventuell

    Was denk ihr ?
    Wie geht ihr das in Eurem Umkreis an ?

  27. Genau die Vergleiche führe ich selbst auch gerne bei Diskussionen auf.
    Was den Punkt angeht, solche Themen wie du sagst lieber nicht detailiert mit Spielegegnern zu diskutieren halte ich aber für falsch.
    Es fällt auf, dass die Leute die den Militärmythos in all seinen Facetten immer wieder aufgreifen, in der Regel wenig bis gar keine Ahnung von Spielen oder vom Militär haben. Ich tendiere eher dazu, gerade solche Themen detailiert anzugehen um an den gesunden Menschenverstand zu appelieren (falls vorhanden). Aus diesem Grund habe ich auch auf die Soldaten verwiesen. Würden Spielegegner jeden Soldaten, der aus Afghanistan heimkehrt fragen ob das Erlebte sie an ein Videospiel erinnert hat oder ob Videospiele sie in irgendeiner Form darauf vorbereitet haben , würden sie im besten Fall ausgelacht (oder auf die Schnauze kriegen).
    Ich kann dir garantieren, das psychische Folgeschäden wie PTBS oder Ähnliches bei Soldaten mit Einsatzerfahrung eben keine Seltenheit sind.

    Natürlich ist eine zu hohe Schießhemmung für Soldaten auch nicht gut. Hier ist aber ein situationsabhängiger Mittelweg gewollt. Also nicht zu hoch, aber auch nicht zu niedrig. Zumindest bei bisherigen Einsätzen der Bundeswehr erfolgt der Waffeneinsatz ausschließlich zur Verteidigung bzw. zur direkten Prävention. Die Notwendigkeit zum „Fallenlassen“ der Schießhemmung ergibt sich also aus einer Gefahr für den Soldaten selbst, seine Kameraden oder Dritte. Solche Gefahrensituationen sind aber nicht mit egal welchem Videospiel vergleichbar.

  28. hmm ich verstehe deinen herangehensweise.
    in deinem fall, da du ja info aus erster hand hast, sind das sogar sehr gute und leicht zu akzeptierende argumente.
    bei mir hingegen, würde man sich fragen können, woher ich diese information habe.

    auf jeden fall danke ich für den guten gedankenaustausch

    abschließend wollte ich noch losewerden, dass ich den eindruck habe, dass sich journalisten sehr wenig für ihre berichte recherchieren.
    das merke ich in jedem gebiet, bei dem ich das gefühl habe, mich auszukennen.
    es werden neben videospielen auch sehr viel blödsinn/unwahrheiten über verschiedene musik-subkulturen, fernöstliche animationsfilme, kampfsportarten und technoligie geschrieben/berichtet.

    und daher frage ich mich, ob das in bereichen, wo ich mich weniger gut auskenne, wie zB wirtschaft und politik genauso zutrifft…

  29. Na ja, bei radikalen Spielekillern wie einigen Vertretern des AAW oder den Verfassern des Kölner-Aufrufs nützen auch leicht zu akzeptierende Argumente oder Informationen aus erster Hand nichts, weil die gar kein Interesse an Argumenten haben. Mir wurde auch schon vordeworfen, ich wäre nur zur Bundeswehr gegangen, weil ich mal „reale Ego-Shooter“ spielen wollte (LÄCHERLICH!!). Bei solchen Menschen bringt auch das beste Argument nichts mehr.
    Was die Journalisten angeht:
    den Eindruck habe ich auch. Wahrheitsgemäße und faktenorientierte Berichterstattung ist wohl weit weniger wichtig als Einschaltquoten oder Verkaufszahlen. Ist wohl auch kein Wunder, wenn z.B. bei ARD und ZDF der halbe Vorstand aus CDU-Mitgliedern besteht. Wofür sollten Journalisten auch recherchieren? Wenn sie möglichst reißerisch über ein Thema berichten, das ja nur eine vermeintliche Randgruppe Durchgeknallter betrifft, interessieren Fakten eh nur die Betroffenen, und deren Meinung kümmert in den Augen der Journalisten ohnehin Keinen. Leider wird eben diese Berichterstattung gerne von der breiten Öffentlichkeit geschluckt. Deshalb ist die Arbeit von z.B. Stigma-Videospiele so wichtig (großes Lob übrigens), damit eine Gegendarstellung geschieht. Was (noch) fehlt, ist die Öffentlichkeit.

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