Journalist verbreitet Militärmythos

(Wiesbadener Tagblatt) Der Journalist Andreas Zumach, der unter anderem für die taz schreibt, sprach als Festredner bei der Reformationstagsfeier der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau über Gewalt und ihre Ursachen. Dabei gab er sich als Anhänger eines Mythos zu erkennen, der von Christian Stöcker bereits als “nachweislich erfunden” bezeichnet wurde:

Es kommt hinzu, dass die Bereitschaft zu Gewaltanwendung, da ist der 56-Jährige überzeugt, durch Killer- und Gewaltspiele und deren wachsenden Konsum durch Kinder und Jugendliche gesteigert werde. „Ein Großteil dieser Killerspiele“, berichtete Zumach, „wurde ursprünglich im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelt, um amerikanische Soldaten besser auf Kampfeinsätze vorzubereiten, sie zu desensibilisieren, ihre Schieß- und natürlichen Tötungshemmnisse abzubauen.”

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22 Gedanken zu “Journalist verbreitet Militärmythos

  1. Man sollte mal einen Rundbrief an alle Redaktionen schreiben, dass sie doch ihre Lügen *hust* INFORMATIONEN vorab prüfen sollten und den Mythos doch bitte nicht immer unwiedersprochen verbreiten sollten. Green hat mit seinen Blogtitel recht es ist ein Kampf gegen Windmühlen. Immer wieder kommt der Wind des Antiamerikanischen Mythos auf ohne, dass man ihn einen Gegenwind entgegen bringt. Keiner der Redaktion wiederspricht ihm keine Gegendarstellung, kein laues Lüftchen.

    Happy Heizlüfter…

  2. Aus den Maßgaben des Wiesbadener Tageblattes, wenn man dort einen Artikel kommentieren möchte: “[…] nicht nachprüfbare Behauptungen, erkennbare Unwahrheiten […] führen dazu, dass der Komentar in jedem Fall nicht freigeschaltet wird […]”
    .
    Ist es nicht schön, daß es noch journalisitische Standards gibt? Leider verlangt man die beim Wiesbadener Tageblatt zu erst mal von den Lesern. :( Die Aussage von Zumach geht nämlich durchaus auch noch weiter als bis zum bösen US-Militär, die Wissenschaft als Ganzes wird auch bemüht: “Die Hirnforscher seien sich einig, dass „Killerspiele abstumpfen, die Gewalt- und Aggressionsbereitschaft der jugendlichen Konsumenten fördern und die Ausbildung von Empathie und der Fähigkeit zum gewaltfreien Austrag von Konflikten massiv behindern.“”

  3. Wenn man also einfach mal so etwas dahersagt, was man irgendwo aufgeschnappt hat, und was natürlich in die eigenen Überzeugungen passt, dann bekommt man schon mal den “Göttinger Friedenspreis”. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Konflikt- und Friedensforschung. Aber geforscht hat der Herr Zumach doch wohl weniger, oder?
    Was ist das für ein Journalismus in Deutschland!

  4. Hirnforscher sind doch nichts anderes als Schädelforscher:
    Simpsons:
    MB: “Sie hat die fliehende Stirn eines Karriereverbrechers!”
    WS: “Sir, die Schädelforschung wurde vor hundert Jahren als Humbug abgetan.”
    MB: “Das müssen sie ja sagen… sie haben die Schädelspannweite eines Pferdepostkutschenwechslers.”

    Happy Forschung noch…

  5. ach leute, es ist heute keine dummheit mehr mit der diese leute solch einen bockmist verbreiten.
    es ist heute einfach IN auf dem Zug der “Killerspiele sind für alles Schuld” zu fahren.
    Siehe Christian Berg!
    Er hat einmal laut ins Internet geschrien “verbietet Killerspiele” und kam nur Tage später als Studiogast bei einem ÖR-Sender in eine Show (hab den Namen der Show vergessen sry.).
    die leute wollen einfach nur was vom kuchen abhaben bevor er aufgebraucht ist.

  6. genauso ist es beim deutschen computerspielpreis. der finder ja wennn überhaupt nächstes jahr bald statt. bin gespannt, was passiert, wenn heavy rain nicht gewinnt, hat es zwar auch nicht verdient, aber ich bin gespannt mit welcher begründung. ich kanns kaum erwarten. oder red dead redemption, bestimmt zeigen die dann die szenen aus frau tv.

  7. Dass der deutsche Computerspielpreis ein schlechter Witz ist ist ja nun aber nichts neues. Da braucht man sich nur ansehen, wer dieses Jahr “Bestes internationales Spiel” gewonnen hat.

  8. eben, deshalb bin ich gespannt mit was die heavy rain abwimmeln wollen, auch wenn es nicht gesagt ist, das es nominiert wird. es gibt zwar noch kanidaten wie gran turismo 5, aber mal sehn. wahrscheinlich wird siedler 7 bestes deutsches spiel. aber wenn sie das jetzt beim besten internationalen spiel machen, dann ists vollends aus. ninendo hat au nix rausgebracht, was man nehmen könnte. das geniale ist ja, dass die hauptjury die spiele anhand der trailer einschätzt, d.h. dass sie die spiele vorher noch nie gesehen geschweigenden gespielt hat. und der typ, der der den preis angeschafft hat tut nicht mal das, sondern kommt nur zur selbstdarstellung.

  9. Civilization 5 bestes internationales spiel…
    Passt zwar eigentlich auch nicht in ihr heile welt bild (immerhin gibts in dem spiel atombomben und kriege) aber ist so ziemlich das einzige wählbare für den verein.

  10. wie gesagt, die sehen ja nur den trailer. bei anno 1404 haben sie als begründung ja u. a. auch gesagt, dass das spiel frieden propagieren würde, obwohl man da auch krieg führen muss.

  11. wenn dieses spiel gewinnen würde, dann zumindest verdient. aber die fachjury würde lieber red dead redemption als gewinner sehen, weil hat action isch und civilisation 5 halt langweilig isch.

  12. Die Frage ist was da überhaupt Spaß machen oder eine Freude bereiten soll, bei solchen vom Militär ersonnenen “Spielen” – als ob das Militär eigentlich daran interessiert wäre Spaß zu machen oder Freude zu verbreiten. Mit beziehungsweise über Spiele/n. Selbst Grossman spricht im Interview mit Herta Zepp-LaRouche dereinst in Brasilien bloß von einem “Nachäffen” der bös gedachten Unterhaltungsindustrie.

  13. Nun, immerhin steht dort nicht das reflexartig reingedichtete(vermutlich weil man sonst nichts anderes beim Namen kennt…) Counter-Strike mit drin.
    Bei der Erwähnung von CS geht bei mir mittlerweile die Stirn ohne Umwege Richtung Tischplatte.
    Ein Wort und zwei Klicks bei Wikipedia und man hat herausgefunden das CS eine Mod(ifikation) ist und was sowas ist…
    Hilft dem Herrn trotzdem nicht das er es nicht genannt hat, seine “Thesen” bleiben trotzdem falsch.

  14. also was mir bisher hier auffällt ist, dass er nicht mehr vom Militär, sondern vom Verteidigungsministerium spricht, die Diskussion also auf globalere politische Ebene hebt. bisher war es ja “nur” das Militär.

    außerdem sagt er: „Ein Großteil dieser Killerspiele“, er spricht also davon, dass nicht nur die K-spiele an sich, sondern auch aktuelle Blockbuster noch im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelt werden.
    als Gegenbeispiel dient Crysis, welches komplett in deutschen Landen geschrieben wurde.
    (leider hat er “ein Großteil” gesagt, was zwar unsere Kritikfähigkeit diesbezüglich eindämmt, diese Aussage aber in keiner Weise auch nur annähernd war macht.

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