Dialog Internet: Eindrücke von der Auftaktveranstaltung

Mit der offiziellen Auftaktveranstaltung gilt der „Dialog Internet“ als eröffnet – nun ist es also an der „Netzgemeinde“ online zu diskutieren. Und das muss sie, wenn der Dialog nicht in einen umgelabelten Monolog ausarten soll. Die jeweils 15 Minuten, die den zehnköpfigen Gruppen zur Spezifikation der vom Ministerium vorgegebenen Fragen gegeben wurden, waren selbst für diese eingegrenzte Aufgabenstellung deutlich zu knapp bemessen.

Man kann positiv hervorheben, dass sich auf der Veranstaltung keine verfestiegten Fronten gebildet haben – aber dafür wäre ohnehin keine Zeit gewesen. Frau Schröder wirkte bemüht und hat versucht, jeder anwesenden Person statistisch eine Minute Zeit zu geben. Dazu hat sie sich 10 Minuten zu jeder Gruppe gesetzt und sich in die Diskussionen eingeklinkt. So hat sie auch eines meiner wichtigsten Anliegen aufgenommen: Regeln müssten vor allem akzeptiert werden, um zu greifen. Wenn Recht auch nur willkürlich oder ungerecht wirkt, lässt es sich kaum durchsetzen.

Mehr – oder besser tiefere – Inhalte gab es im Anschluss – nach dem offiziellen Ende. Ich konnte mich mit Frau Dr. Eva Bürgermeister vom Kinder – und Jugendfilmzentrum in Deutschland (KJF) über Probleme von kreativen Privatpersonen austauschen, die sich keine Prüfung durch die USK oder FSK leisten können. Für das KJF sind in diesem Bereich auch Machinemas von Bedeutung, wodurch ein direkter Bezug zu Computerspielen besteht. Dieses Problem, dass sich auch bei Mods, inoffiziellen Levels und im Grunde jedem selbst kreierten Inhalt ergibt, ist leider bisher außerhalb des Kreises der Kreativen nur unzureichend bekannt.

Zum Abschluss meines Tages habe ich mich mit Jörg-Olaf Schäfers von Netzpolitik.org über Machtverhältnisse im Bereich Videospiele und die Zukunft der Netzpolitik unterhalten. Dabei haben wir auch nach dem Ziel der Veranstaltung gesucht: Jugendmedienschutz ist eigentlich Zuständigkeit der Länder. Wohin wird uns dieser Dialog also führen? Nichtsdestotrotz waren wir uns einig: Wir sollten uns weiter beteiligen.

2 Gedanken zu “Dialog Internet: Eindrücke von der Auftaktveranstaltung

  1. Kinder/Jugendschutz schön und gut, aber dennoch wird es an der zeit, dass die erzwungene zensur in form von nicht erteilten usk-freigaben (was ja zwangsläufig durch die bpjm zur indizierung und beschlagnahmung führt) beendet wird.
    und kinder/jugendschutz ist gewährleistet, wenn die medienkompetenz der eltern, der kinder und derer, die spiele verkaufen gefestigt werden.

  2. @Boomboy: Genau das Thema haben wir im Beisein der Ministerin erläutert. Jörg-Olaf Schäfers (Netzpolitik) und Jörg Kantel (Schockwellenreiter) saßen ja mit mir an einem Tisch, so konnten wir im rechten Moment auf die Zensurproblematik überleiten. Ich hab auch gebracht, dass vor zwanzig Jahren, Spiele die wie Moorhuhn aussehen, indiziert wurden. Der Vergleich hat für einen Aha-Effekt gesorgt und dürfte somit im Gedächtnis geblieben sein.

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