Die Sache mit dem Sprung

(vbe) Bei der Debatte um Gewaltdarstellungen in den Medien lassen sich auch in der Weihnachtszeit Unterschiede zwischen Deutschland und der Schweiz feststellen. Während der schweizer Gamerverband „GameRights“ bereits zum zweiten Mal in Zusammenarbeit mit der „Stiftung Kinderschutz Schweiz“ einen Einkaufsführer anbietet, zeigt sich hierzulande der „Verband Bildung und Erziehung“ (Landesverband Baden-Württemberg) bekannt bieder. In einer Pressemitteilung wird, wie auch 2009, gewarnt „menschenverachtende Killerspiele“ zu kaufen. Diese wohl ohnehin wenig arbeitsintensive Pflichtübung hat man sich dadurch erleichtert, dass viele Passagen einfach vom Vorjahr übernommen wurden:

03.12.2010 13.12.2009
  VBE: Weihnachten und Killerspiele sind nicht kompatibel
Ein Berg von Geschenken kann die übers Jahr fehlende elterliche Zuwendung nicht ausgleichen Eine Play-Station kann elterliche Zuwendung nicht ersetzen
  Früher spielten Schüler auf Rechenblättern „Schiffe versenken“ oder „Großwild­jagd“, Jugendliche von heute morden per Mausklick am Bildschirm. Ob dies nun persönlichkeitszerstörender ist oder nicht, wird nach Winnenden noch heftiger diskutiert. Unter dem Weihnachtsbaum haben „Killerspiele“ generell nichts ver­loren, meint man beim Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württem­berg.
Es sei nicht verkehrt, sich jetzt in der Adventszeit mit stimmungsvollen Weihnachtsmärkten und festlich geschmückten Läden ein paar Gedanken über die eigentliche Bedeutung des Christfestes zu machen, Es sei nicht verkehrt, sich jetzt in der Adventszeit mit stimmungsvollen Weihnachtsmärkten und festlich dekorierten Ladengeschäften wieder ein paar Gedanken über die ursprüngliche Bedeutung des Christfestes zu machen.
sagt der Vorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, Gerhard Brand. Der VBE rät, Geschenke für Kinder zurückhaltend und mit Bedacht einzukaufen.  
Im Vorweihnachtsrummel verfallen so manche bei stimmungsvoll dekorierten Ladengeschäften und übervollen Warenhäusern in einen Kaufrausch, der später möglicher-weise in einen Kater übergeht. Im Vorweihnachtsrummel verfällt so manche(r) in schön geschmückten Ladengeschäf­ten und verführerisch vollen Warenhäusern trotz Wirtschaftskrise und Sorge um den Arbeitsplatz allzu leicht in einen Kaufrausch („Jetzt zugreifen – morgen bezahlen!“), der später mit einem mehr oder minder großen Kater enden kann.
Die Advents- und Weihnachtszeit hat immer mehr die ursprüngliche Bedeutung verloren und ist im Handel und Gewerbe zu einer fest einkalkulierten wirtschaftlichen Größe geworden, auch wenn heute nicht mehr jeder Beschäftigte für die Einkäufe zumFest der LiebeWeihnachtsgeld auf das Gehaltskonto überwiesen bekommt. Die Advents- und Weihnachtszeit hat immer mehr die eigentliche Bedeutung verloren und ist zu einer festen Rechengröße in der Jahreskalkulation der Geschäftsleute gewor­den, obwohl immer weniger Firmen ihren Mitarbeitern ein (volles) Weihnachtsgeld für die Einkäufe zumFest der Liebe“ auszahlen.
Die Einstellung „lieber viele Geschenke kaufen, anstatt sich etwas mehr Zeit für einander zu nehmen“, hat sich nach Auffassung des VBE als besonders negativ für Kinder herausgestellt, die in erster Linie auf stabile emotionale Zuwendung und weniger auf einen Berg von Geschenken angewiesen sind. „Weil sich Kinder und Jugendliche immer mehr in virtuelle Lebensräume flüchten, wäre es heute wichtiger denn je, dass Eltern wieder Zeit in ihre Söhne und Töchter investierten und ihnen das ganze Jahr hindurch signalisierten, wie wertvoll und wichtig sie ihnen sind“, stellt VBE-Chef Gerhard Brand vor dem zweiten Adventseinkaufssamstag fest. Spielekonsolen, iPads oder iPods und ein multimediafähiger PC zu Weihnachten bedeuteten zwar die Erfüllung so manchen Kindertraumes, seien jedoch nie Ersatz für die Präsenz der Eltern und deren verlässliche Zuwendung, wirbt der VBE-Vorsitzende dafür, trotz Hektik und Alltagsstress mehr Zeit für das eigene Kind zu haben. Das Motto „Geschenke statt Zeithat sich nach Auffassung des VBE als besonders ne­gativ für Kinder herausgestellt, die in erster Linie auf emotionale Zuwendung und we­niger auf Luxusgüter angewiesen sind. „Weil sich immer mehr Kinder und Jugendli­che in virtuelle Lebenswirklichkeiten flüchten, wäre es heute wichtiger denn je, dass Eltern in ihre Söhne und Töchter wieder Zeit investierten und ihnen durch emotionale Zuwendung signalisierten, wie wertvoll und wichtig sie ihnen sind“, stellt VBE-Chef Rudolf Karg fest. Fotohandy, Play-Station oder der Multimedia-PC zu Weihnachten bedeuteten zwar die Erfüllung so manchen Kindertraumes, seien jedoch nie Ersatz für die Präsenz der Eltern, warnt der VBE-Vorsitzende.
Kinder und Jugendliche brauchen einen vertrauten Ansprechpartner aus Fleisch und Blut, mit dem sie über alles reden können“, so Brand. Energisch wendet sich der VBE gegen menschenverachtende Killerspiele und blutrünstige Horror-DVDs unterm Weihnachtsbaum: Kinder und Jugendliche brau­chen Ansprechpartner aus Fleisch und Blut, mit denen sie über alles reden können“. Energisch wendet sich der VBE gegen „menschenverachtende Killerspiele“ auf dem Gabentisch.
Das christliche Fest des Friedens auf Erden und virtuelle Gemetzel auf Bildschirmen passen nicht so richtig zusammen. Selbst wenn es immer noch „Experten“ gibt, die abstreiten, dass eine ge­nerelle Gefahr von Ballerspielen ausgeht, passen das christliche Fest des Friedens auf Erden und ein virtuelles Morden nach Punkten auf dem Bildschirm nicht zusammen.
Geschenke müssen zwar nicht immer den Stempel „pädagogisch wertvoll“ tragen, Eltern sollten trotzdem darauf achten, nur solches Spielzeug zu erwerben, das Raum für Kreativität und Fantasie lässt und die Entwicklung des Kindes positiv fördert. Geschenke, die Kinder und Jugendliche zu Gewalt, Hass und Zerstörung animieren, haben nach Auffassung des VBE auf einem Weihnachtswunschzettel nichts verloren und sollten von Eltern (und Großeltern!) grundsätzlich nicht gekauft werden. Geschenke müssen nicht immer den Stempel „pädagogisch wertvoll“ tragen; Eltern sollten trotzdem darauf achten, nur solches Spielzeug zu erwerben, das Raum für Kre­ativität und Fantasie lässt und damit die Entwicklung des Kindes positiv fördert. Geschenke, die zu Zerstörung, Hass und Gewalt animieren, haben nach Auffassung des VBE unter dem Weihnachtsbaum grundsätzlich nichts verloren.

37 Gedanken zu “Die Sache mit dem Sprung

  1. Selbst wenn es immer noch “Experten” gibt, die abstreiten, dass eine ge­nerelle Gefahr von Ballerspielen ausgeht, passen das christliche Fest des Friedens auf Erden und ein virtuelles Morden nach Punkten auf dem Bildschirm nicht zusammen.

    also das ist interesant, der autor scheint wohl im AAw zu sein.

  2. Die Experten die das abstreiten sind in der deutlichen Mehrheit aber leider werden diese oft nicht staatlich oder durch Vereine wie dem AAW geldlich unterstützt und leider brüllen Spielehaßer im Wissenschaftsmäntelein am lautesten und werden somit auch am ehesten gehört, wenn sie den Medien, den (Spielehaßer)Vereinen und der Politik nicht eh nahe stehen, was die meisten von denen ja auch tun.

  3. Der Einkaufsführer aus der Schweiz ist nicht schlecht, sowas wäre in Deutschland auch gut. Allerdings fehlen mir auch dort zwei Dinge: Zum einen wird mein Lieblingsgenre komplett ausgelassen: Nämlich die Rollenspiele. Außerdem finde ich es auch ein bisschen Schade, dass nicht, wenn auch in einer extra Kategorie, auf Spiele ab 16 eingegangen wird. Denn grade da gibt es denke ich bei viele Eltern die größte Verwirrung, ob ein solches Spiel für ihr 16jähriges Kind wirklich geeignet ist, oder nicht. Bei einem Spiel ab 12 oder 6 haben die meisten Eltern wahrscheinlich weniger bedenken.

  4. So, hab dem ne Mail geschickt:

    Sehr geehrter Hr. Gomolzig,

    ich kann Ihre Aufforderung, in diesen Tagen auf den Weihnachtsmarkt zu gehen nicht teilen, mehr noch ich finde es unverantwortlich. Durch die noch anstehende Terrorgefahr würde ich meine Familie nie in Gefahr bringen. Auch werden von uns größere Kaufhäuser gemieden; die täglichen Einkäufe werden in kleinen Supermärkten getätigt. Ich würde es mir als Familienvater nie verzeihen können, wenn meiner Familie etwas passieren würde. Sämtliche Geschenke werden dieses Jahr zum Ersten mal Online bestellt. Gegen die wirkliche Gefahr sind Ihre besprochenen „Killerspiele“ nur Pixel in einer virtuellen Welt, die Filme sind mit SFX gespickte Machwerke mit Schauspielern. Die töten keine Menschen; die Terroristen draußen schon. Lieber 10 Killlerspiele/ -Filme als 1 Gang über den Weihnachtsmarkt. Denn da kann man wirklich sterben.

  5. Ich find es ja amüsanter, dass beim VBE der Chef offenbar die Zitate des Vorgängers erbt. Die kleinen Änderungen sind da imho nicht ausschlaggebend.

  6. also mich wird das sicherlich nicht davon abhalten , wie schon die letzten paar jahre, über die weihnachtsfeiertage mal wieder alte klassiker herauszusuchen und durchzuspielen. auch wenn es dieses jahr wohl nicht (schon) wieder Half-Life 1 sondern vermutlich eher die guten alten CoD teile (1+2, vllt auch noch MW1 und WaW wenn ich grade dabei bin, sind ja eh so kurz das man fast alles an einem tag durch hat XD) sein werden.
    in diesem sinne, ein fröhliches fest und fröhliches fraggen ;)

  7. Weihnachtsstimmung kommt bei mir nicht auf. Aber was mir auffällt, ist, dass alles sau teuer ist und ich im Grunde das selbe zu Hause nach ’ner Runde TF2 machen kann.
    Über Konsumsucht bezüglich des Christenfestes will ich mich nicht einlassen.

  8. Natürlich. Computer-(„Killer“-)Spiele sind mal wieder grundsätzlich böse und der Grund allen Übels. Wenn ich CoD spiele, morde ich ja schon fast O_o //ironie off
    Diese dämlichen spieleverachtenden „Einkaufstipps“ hätten die sich auch sparen können.

  9. @birnchen:
    Über deine „Mail“, die mMn eh nichts nützen wird, musste ich nur lachen. Diese riesige Angst vor Terror(einself) ist nicht weniger Panikmache als unsere geliebten „Killerspiele“. Ich als Empfänger würde die irgendwie nicht ernst nehmen können :)

    driver

  10. Typisch deutscher „Einkaufsführer“. Gespickt mit persönlichen Bewertungen(in mehrere Richtungen)die im Grunde nur die Bevormundungs-Wahnvorstellungen überdecken.
    Sowas gehört wenn dann „neutral“, Erklärung der USK Siegel, anriss der verschiedenen Genre, die größten Flops& Tops des Jahres, Klassiker und meinetwegen noch UVP.
    Diese persönlichen Wertungen interessieren null, bei dem meisten geschwurbel davon wird doch ungelesen mit einem Augenrollen weitergeblättert.

  11. @driver
    Du glaubst gar nicht wieviele Menschen große Menschenansammlung, öffentliche Plätze, feiern und co. meiden wegen der Angst vor dem terror und manch ein Politiker/Zeitungsheini scheint den Quark um den angeblich grasierenden Terrorismus in Deutschland selbst zu glauben. Ich wäre ja nicht überrascht das man seinen Brief doch ernst nehmen würde, möglich ist der Tage einfach alles…

  12. @frontal21:
    lol, die Generation „Digital“, da muß ich weiter ausholen:
    .
    Früher, als Musikaufzeichnungen noch nicht aus dem iPod kamen, gab es mal etwas, das wurde Plattenspieler genannt. Dabei tastete eine Nadel eine Rille in der Schallplatte ab, kleine Schwingungen der Nadel werden in schwache Ströme umgewandelt, die dann verstärkt werden, um in Tonsignale umgewandelt zu werden. Voll analog, also.
    .
    Wenn die Schallplatte dabei an einer bestimmten Stelle einen Sprung aufweist, kann es sein, daß die Nadel an dieser Stelle nicht mehr der Rille folgt, sondern von dem Sprung an eine Stelle kurz vor dem Sprung zurückgeführt wird. Diese Stelle wird dann immer wieder abgespielt… bis der Hörer was merkt und die Nadel von Hand an eine Stelle nach dem Sprung setzt.
    .
    Das hört sich dann in etwa so an wie der Ländesverband BaWü des vbe, nur daß dort scheinbar niemand was merkt. Das könnte natürlich auch an dem Sprung in der Schüssel dieser Leute liegen, wodurch alle möglichen Substanzen in die Öffentlichkeit lecken, die dort eigentlich nichts verloren haben. Aber daß Rey gerade diesen Sprung gemeint haben könnte, ist natürlich Spekulation.
    .
    Ich helfe immer gerne… :D

  13. Sinnloses, von kulturpessimismus geprägtes Gebrabbel. Genausogut könnte der Vbe auch schreiben: „Das Schenken eines dicken Harry Potter – Romans kann elterliche Zuwendung niemals ersezten, bzw. das Schenken von Holzspielzeug, Lego, Musikinstrumenten…. kann elterliche Zuwendung niemals ersetzen…“ usw.

  14. gerade im süden deutschlands ist eine harte front gegen videospiele entstanden.
    aber auch das wird sich irgendwann erledigt haben.
    hier im norden vermerke ich so gut wie gar nichts.

  15. Sehr geehrtes birnchen,

    vielen Dank für Ihre E-Mail und die Gedanken, die Sie sich darüber gemacht haben.

    Ich vermute jedoch aufgrund Ihrer Argumentation, dass Sie die „Botschaft“ der VBE-Pressemitteilung ein wenig missverstanden haben.

    Der VBE hat nicht dazu aufgefordert, jetzt auf Weihnachtsmärkte und in Kaufhäuser zu gehen, sondern – ganz im Gegenteil – er wünscht sich, dass die Menschen nicht in einen Kaufrausch verfallen und sich vielmehr ein paar Gedanken machen über die eigentliche Bedeutung des Christfestes (als ein Fest des Friedens und der Liebe).

    Die zentrale Botschaft des VBE steht schon in der Überschrift:

    >> Ein Berg von Geschenken kann die übers Jahr fehlende elterliche Zuwendung nicht ausgleichen <<

    Sie sehen, so weit liegen wir inhaltlich gar nicht auseinander. Sie sorgen sich um Ihre Kinder und schenken Ihnen in erster Linie Ihre Liebe und Aufmerksamkeit. Und ob Sie dann Geschenke online bestellen oder im großen Gedränge der Kaufhäuser und Weihnachtsmärkte einkaufen, ist dabei völlig sekundär.

    Ich wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein schönes, harmonisches Weihnachtsfest
    und uns allen ein friedliches 2011.

    Mit freundlichem Gruß

    Michael Gomolzig
    Pressesprecher des
    Verbandes Bildung und Erziehung (VBE)
    Baden-Württemberg

  16. Den Grundgedanken in allen Ehren, aber bei dem im Einkaufsführer und der Antwortmail geschwungenen triefenden Pathos kriege ich Brechreiz. Irgendwie kontraproduktiv wenn man die Leute schon nach 2 Sätzen verschreckt hat(weiter zu lesen)…

  17. wenn ich schon dieses wort „christfest“ lese kommt mir der mageninhalt hoch.
    weihnachten ist mehr als eine religiöse sache, es ist hat sich mehr zu einem fest der nächstenliebe entwickelt, auch unter nicht-christen.

  18. Mich würde an dieser Stelle mal die Ansicht der Schweizer Initiative interessieren. Der positive Umgang mit (allen) Themen gleich welcher Art schafft viel mehr Positive, sollte einleuchten.

    In Deutschland wird grundsätzlich alles negativ gesehen und auch die herangehensweise ist immer negativ behaftet. Den Ansatz von eMCe finde ich z.B. recht gut, wenn schon dann bitteschön neutral gehalten. Aber mal erhlich wer liest den Scheiss. Schon nach dem ersten Satz schalte ich quasi ab, während eine positive Herangehensweise doch immer auch ein interesse weckt.

    Leute, denke mehr positiv. Das ist das einzige was man von den Amis wirklich mal lernen sollte! Positiv denken.

  19. @Jens Nissen
    Aber leider fällt uns das sehr schwer, man bekommt halt schon von Klein auf gelehrt, mißtrausich, skeptisch und stets übel gelaunt zu sein. Nicht umsonst höre ich immer wieder: Ihr Deutschen seit immer so ernst, gehetzt, mißmutig, pessimistisch, schlecht gelaunt, streng, humorlos, egoistisch und freudlos und leider kann ich dem als Deutscher nur zustimmen, ist wirklich so.
    Das einzige was für uns Deutsche zählt ist Obrigkeitshörigkeit, Fleiß, Zielstrebigkeit und Pünktlichkeit sowie die Vermehrung des Barvermögens (des eigenen natürlich), zumindest bekomme ich dieses Fazit wenn ich mir meine Mitdeutschen so angucke.

  20. @Oliver
    Das ist schlicht falsch. Was meinst du warum Weihnachten Ende Dezember gefeiert wird? Es ist eine Feier der Wintersonnenwende. Der Termin ist in den letzten 2000 Jahren durch Kalenderreformen um ein paar Tage nach hinten auf den 24./25. Dezember gerutscht. Das ist der Grund weshalb es ein Familienfest ist. Traditionell wurde das schon seit Jahrtausenden gefeiert und da im Winter die Ernte zu Ende war hatten alle Zeit. Die Geschenke kommen von römischen Saturnalia, was einer der beliebtesten Feiertage war. Die ganzen Bräuche mit Tannenzweigen u.ä. kommen vor allem vom nordischen Julefest und anderen heidnischen Feiertagen. Wobei Weihnachtsbäume so eine relativ neue Erscheinung sind.

    Das frühe Christentum hat sich dieser existierenden Bräuche bedient um in anderen Kulturen einfacher Fuß zu fassen. Aber kaum etwas daran ist originell. Daher ist es durchaus legitim zu sagen, dass Weihnachten für verschiedene Leute unterschiedliche Bedeutungen hat. Man kann es religiös feiern, aber auch komplett weltlich halten.

    Der Teil über „ein paar Gedanken über die ursprüngliche Bedeutung des Christfestes zu machen.“ ist diesem Zusammenhang etwas ironisch.

  21. @oliver,
    gegen christen habe ich nichts, genauso wenig wie ich was gegen ändere religionen habe.
    allerdings gefällt mir diese betonung, die manche personen auf das wort „christ/christlich“ legen, nicht.
    auf mich wirkt das so auf die nase gedrückt so als wüsste man nicht welche religion hier zu lande am verbreitesten ist.

  22. Wer interessiert sich heute noch für Christus auser, dass man die Krippe aufstellt, isch halt ne schöne Geschichte. Immer mehr deutsche glaube nicht mehr an Gott oder sagen, Gott hat die Welt erschaffen und das wars. Also nichts mit Christenfest.

  23. „Die Advents- und Weihnachtszeit hat immer mehr die eigentliche Bedeutung verloren und ist zu einer festen Rechengröße in der Jahreskalkulation der Geschäftsleute gewor­den, obwohl immer weniger Firmen ihren Mitarbeitern ein (volles) Weihnachtsgeld für die Einkäufe zum “Fest der Liebe” auszahlen.“

    Immerhin das stimmt.
    Aber dass man zu Weihnachten vielleicht nicht unbedingt die Blu-Ray von SAW IV verschenken sollte, sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand; da brauchts keine moralinsauren Belehrungen.

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