EU-Abgeordnete fordert “Mafia 2”-Verbot

(bloomberg/pcgames) Die italienische Abgeordnete Sonia Alfano bat letzte Woche die Europäische Kommission zu prüfen, ob das Videospiel “Mafia II” verboten werden kann. Sie selbst sieht den Gebrauch dieses Szenarios aus nachvollziehbaren Gründen kritisch: Ihr Vater wurde 1993 von der Mafia erschossen.

“It really, really hurts. […] We can’t allow this to happen, our wounds are still too fresh.”

Der Publisher, “Take Two”, sieht dies anders:

“Mafia II tells a compelling story about organised crime in America – a subject that for decades has been featured in award-winning movies, television shows and novels such as The Godfather and The Sopranos.”

25 Gedanken zu “EU-Abgeordnete fordert “Mafia 2”-Verbot

  1. Tolle Logik!
    Ich versuch ‘s auch mal: “Mein Vater starb bei einem Autounfall, jetzt gehören alle Filme und Spiele mit Autounfällen verboten.”
    Mit Realitätsverdrängung kommt man auch nicht weiter und mal wieder wird versucht das Problem an der Blüte statt an den Wurzeln zu packen.

  2. Frau Alfano hat sich ja dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen, hier vor allem gegen die Mafia, verschrieben, was ausdrücklich positiv zu bewerten ist. Aber glaubt sie denn, sie kommt auf ihrem Weg auch nur einen einzigen Schritt weiter, wenn sie ein Videospiel verbieten lässt?. Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Oder hat Frau Alfano bemerkt, dass sie zu resignieren beginnt und sich aufs Bilderstürmen verlegt. So sehr ich den Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen auch zu verstehen versuche, inzwischen, nach fast zwanzig Jahren, sollte ihr Blick wieder klar und nüchtern sein. Das ist ein Spiel, liebe Sonia. Das mag für Sie grausam, grässlich, abstoßend sein – aber es bleibt ein Spiel. Verwechseln Sie das bitte nicht mit der Wirklichkeit.

  3. @Tentakelzombie
    Ist es das nicht? Was ist mit Erfurt, Winnenden und Columbine etc.? Da hat es aus ähnlichen Gründen (Persönlicher Trauer, Schicksalsschläge Einzelner etc. und vermeintlichen Präventivmassnahmen gegen künftige Fälle) Gesetzesgrundlagen gegeben und von den ganzen Gesetzen die wegen persönlicher Abneigungen der Konservativen entstanden sind mal ganz zu schweigen.

  4. Angesichts solcher “Vorstöße” kann die echte Mafia nun gar nicht anders, als sich den Behörden zu stellen und zu gestehen, herzhaft gelacht zu haben….

    ….sry aber Idiotie hat Grenzen…

  5. Also, weil da diese eine Person ist, die nicht in der Lage ist einen Tod zu verkraften, der vor 17 Jahren geschehen ist, fühlt sich beleidigt durch ein Spiel, das eine Geschichte und eine Thematik auffasst, wie sie seit Jahrzehnten in Büchern und Filmen vorkommt, und deshalb soll dieses Spiel verboten werden?

    Bescheuert.

  6. @ Trask
    Mir ist schmerzlich bewusst, dass es so läuft…
    Nur finde ich auch keine Grundlage für Verbote in deinen Beispielen.
    Ein einziges Tollhaus, diese Welt.

  7. @Tentakelzombie
    Bleibt nur zu hoffen das man wenigstens die Ewigkeit NICHT mit diesen Leuten verbringen muss, sind die im Himmel anzutreffen will ich freiwillig in die Hölle oder eben dahin wo die nicht sind. ;o)

  8. @Trask
    Kommen Gamer denn überhaupt in den Himmel? Immerhin haben viele von uns, ich eingeschlossen, so viele virtuelle Lebenwesen umgebracht, dass da selbst die größten Kriegstreiber der Welt (aka Regierungschefs) neidisch werden dürften. Und wenn wir eines von den Spielekritikern lernen konnten, dann dass virtuelle und echte Lebewesen als gleichwertig anzusehen sind. *Ironie*

  9. @frontal21
    Wäre mir da nicht so sicher, einige Konservative Anwäte, Richter, Politiker und einige Medienvertreter die nur laut genug hetzen und schon ist man durch, du glaubst doch nicht etwa das die keine Kontakte in die Richtung hat. Wir Deutschen müssten das Spiel ja noch mit am besten kennen oder?

  10. Rein theoretisch müsste Frau Alfano auch gegen den ersten Teil vorgehen wollen, weil auch da organisiertes Verbrechen thematisiert wird.

  11. Kann ich von Glück sprechen, dass ich´s schon durchgespielt hab. Die Argumentation ist leider wie bereits mehrfach beschrieben fadenscheinig. Wenn dem Medium “Videospiel” weiterhin eine Solche Sonderrolle beigemessen wird und diese Freieheit genommen wird wie andere Medien diverse Themen aufzugreifen, dann können wir Videospiele gleich abschaffen. Ala “Mein Freund ist ist aufm Tripp hängen geblieben und hat jetzt ne Psychose, weil er Pilze gegessen hat… verbietet Super Mario!”.
    *Kopfschüttel*

  12. Naja, die Mafia kommt vor. Für jemanden der traumatisiert ist reicht das völlig aus.
    Mein Großvater hat allein bei dem Wort “Russe” ohne jeglichen Kontext Flashbacks in seine Zeit im Kriegsgefangenenlager bekommen. Für ihn wäre es wohl auch unvorstellbar gewesen, in einem Spiel einen russischen Soldaten zu spielen, oder gar einen der mit Kriegsgefangenen umgeht.

    Natürlich tut mir die Frau leid, aber da kann man nichts machen. Ich finde es auch nicht toll wenn Verbrechen positiv dargestellt wird, weil ich jemand bin, dem das einfach widerstrebt, und ich finde die Mafia auch furchtbar genug dass ich nicht in einem Spiel ein Mitglied der Mafia spielen will.

    Ich habe weder Mafia wirklich gespielt (außer Autofahren) noch werde ich das bei Mafia 2 machen, und ich habe auch weder GTA wirklich gespielt, und der Film “Der Pate” interessiert mich nicht, ich will ihn gar nicht sehen. Dazu reicht mir schon das Thema.

    Der Unterschied zwischen Frau Alfano und mir ist, dass ich nichts dagegen habe wenn das jemand anders tut. Das gehört meiner Meinung nach weder in Spielen noch in Filmen verboten.

    Gruß
    Aginor

  13. Ich denke – ohne mich mit dem Fall näher beschäftigt zu haben – es ist auch davon auszugehen, dass das Spiel selbst überhaupt nicht ausprobiert wurde: die Assoziation “Spiel und negatives Thema” sitzt da wohl so tief – ein anderes Beispiel wäre etwa ein Titel welcher den Balkankrieg à la Call of Duty thematisiert. Das hatte man noch nicht und da wären in Europa, vor allem in Südosteuropa, auch etliche Spontan-Empörungen von politischer Seite zu erwarten…
    Im Übrigen halte ich die Aussichten dass so etwas in der westlichen Welt der nördlichen Hemisphäre zumindest zu tatsächlichen Verboten mal führen wird für dermaßen verschwindend gering – praktisch fast schon nicht vorhanden: ich erinnere an jenes Gericht in der Schweiz, bei dem Roland Näf mit “Stranglehold” seinerzeit abgeblitzt ist – unter doch ähnlichen Vorzeichen…

  14. @Pyri
    Naja das Spiele verboten wurden weil es jemanden nicht gefiel gab es schon öfter, Italien zbsp. hatte mal Residnet Evil 1 und Half-Life 1 verbieten lassen und das wegen persönlicher Motivation des Verbotsstellers, allerdings wurde das Verbot später auch wieder durch ein Gerichtsurteil aufgehoben weil man sich mit dem Verbot seiner Zeit nicht abgefunden hatte.

  15. Hallo? Was geht denn mit der? Es sind so viele Menschen im 2ten Weltkrieg gestorben und viele haben zB am D-Day Vater, Onkel etc. verloren aber Kriegsfilme (zB Soldat James Ryan) werden auch nicht verboten. Da wird ja grandios gezeigt wie man Nazis töten kann.

  16. omg kommt jetzt jeder vollidiotische politiker mit seiner lebensgeschichte um gegen videospiele zu wettern?
    und außerdem: wenn ihr vater von der mafia umgebracht wurde, dann wohl auch nicht ohne grund!
    ich will nicht pietätlos erscheinen, aber die mafiatypen töten nicht aus spaß einfach irgendwelche leute, sondern brauchen einen grund dafür.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.