Weitere Spielförderung

(Medien Mittweida) Nach dem FilmFernsehFonds Bayern und der gamecity:Hamburg hat nun auch die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg angekündigt die Entwicklung von Videospielen finanziell zu unterstützen. Freilich nicht ohne Einschränkungen. Während im Norden Spiele “die eine Altersfreigabe von 16 Jahren oder höher haben, […] ausgeschlossen” sind und auch in Bayern “nur Spiele gefördert [werden], die eine Altersfreigabe höchstens bis „ab 16 Jahren“ erwarten lassen“, sollen auch in BaWü nur pädagogisch oder kulturell wertvolle Spiele gefördert werden. Weitere Details werden erst ab Mitte Januar einsehbar sein. Möglicherweise gibt es aber mehr Raum, als man angesichts der Formulierungen wird glauben mögen. So unterstütze der Deutsche FilmFörderFonds “Inglourious Basterds“, obwohl “der Inhalt des Films [.. .] weder […] das sittliche oder religiöse Gefühl verletzen, […] oder Brutalitäten in aufdringlich vergröbernder spekulativer Form darstellendarf.

12 Gedanken zu “Weitere Spielförderung

  1. Filme sind nicht Spiele während beim einem auch solch Gemetzel wie in Inglourious Basterds unterstützt wird wird es beim anderen schon bei einem Super Mario oder Pokemon-Klon sehr schwierig.
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    Es werden wohl vermeintliche Serious Games, Lernspiele und Spiele wie diese ganzen Simulationen wie etwa der Traktorsimulator oder Der Sprengmeister 2008/2009 unterstützt werden und über die Qualität dieser Machwerke braucht man wohl kaum was schreiben, Qualität ist kaum bis gar nicht vorhanden was man auch an den Verkaufszahlen gut ablesen kann (Einzige Ausnahme ist der Traktorsimulator, dieser Verkauft sich blendet (Nur in D. wohlgemerkt) obwohl das Spiel als solches nicht wirklich gut ist).

  2. Ja genau das soll es heißen, das ist gemeint aber das es Unsinn ist wissen wir Gamer natürlich aber die unwissende Allgemeinheit weiß das eben nicht, sie will es auch gar nicht wissen.

  3. Man kann sich jetzt darüber aufregen, dass es diese (zugegebenermaßen hirnrissigen) Einschränkungen gibt, allerdings sollte man es auch positiv sehen: Bis vor ein paar Jahren wäre niemand auf die Idee Videospiel überhaupt zu fördern, ob pädagogisch wertvoll oder nicht. Ich sag euch, noch vielelicht höchstens 10 Jahre (klingt vllt. viel, is aber früher als nie) und beim Deutschen Computerspielpreis werden auch Kategorien wie “Bester Shooter” stehen.

    Nicht immer nur sagen “Das Glas ist halb leer” ;)

  4. Das scheitert wohl am Begriff Spiel. In Deutschland kann man sich nicht dazu durchringen, ihn abseits von Kindern ebenfalls einordnen zu dürfen. Spiel = Kind = beschützen… so ungefähr muss wohl der Reflex ablaufen. Um hier etwas zu ändern, bräuchte es ja schon richtig große Medienkampagnen. Aber da wünscht wohl die Politik nicht mitzuwirken. Diese ganze Sache mit dem Kinder- und Jugendschutz ist eine willkommene Schimäre für restriktive Zensurwünsche.
    Man sollte dieses ganze Fördertheater mit Nichtachtung strafen und mit unseren ausländischen Zockerbrüdern gemeinsam in Heiterkeitsausbrüche verfallen.

  5. “Ich sag euch, noch vielelicht höchstens 10 Jahre (klingt vllt. viel, is aber früher als nie) und beim Deutschen Computerspielpreis werden auch Kategorien wie “Bester Shooter” stehen.”

    Das glaub ich erst wenn ichs sehe ^^

    @Doktor Trask
    Nunja soweit ichs noch weiß war die Förderung von Inglourious Basterds auch nicht unumstritten. Desweiteren denke ich, dass der Film die Förderung nur bekommen hat, da A. viele gute deutsche Schauspieler mitspielten und B. an einem Namen wie Tarantino nicht vorbeigehen kann. Was in D von Entwicklern wirklich bekannt is, is eigentlihc nur Crytek und selbst die können Gutmenschen noch ignorieren.

  6. Wir kennen das Spielchen doch schon! Mafia 2 soll verboten werden obwohl alle möglichen Filme das thema aufgegriffen haben, so ist es auch mit der Förderung! Killerfilme werden unterstützt, aber Computerspiele nicht! Irgendwer muss der ausgestoßene sein! Das war schon immer so und das wird immer so bleiben! Wir sind halt Deutsche!

  7. Ich denke man kann hoffen, dass sich das mit der Zeit einmal ändern wird. Allerdings war IB wohl auch eine Eintagsfliege: sie wird an der Perzeption von Gewaltdarstellungen im Land so kaum etwas verändern und neben Tarantino gibt es international kaum Anderes das ebenfalls so aufgenommen wird offenbar, dass man wohl meint man könne es einfach nicht in Bausch und Bogen ablehnen.
    Bei manchen Kritikern die IB gelobt haben passen andere Kritiken auch nicht unbedingt dazu – mit einer positiven Wahrnehmung des Tarantino-Films zusammen. Und das ist wiederum ähnlich wie mit manchen Games jetzt schon: so wird es dort wo ein Rockstar-Titel wie RDR gelobt wird (SZ, Süddeutsche – jeweils von zwei bekannten Spiele-affinen Journalisten) ein Militär-Shooter immer schwerer haben bis pauschale Ablehnung finden. Einfach weil die Ressentiments gegen (US-amerikanisches) Militär (auch dort so) enorm vorhanden sind. Diese werden auch weiterhin bestehen denke ich: aber man kann eben hoffen, dass sich anderes langsam durchzusetzen vermag.
    Die Beispiele einer positiven Wahrnehmung (IB, RDR) bleiben ja erhalten – auch wenn sie nicht ins restliche Bild passen und so auch eher schon absurd bis willkürlich erscheinen…

  8. Wundert mich wenig. Es soll bei uns ja auch noch Neandertaler geben die glauben dass Zeichentrickfilme immer nur was für Kinder sind und so auch entsprechend behandelt werden.
    Als Manga/Anime Fan kann ich ein trauriges Lied davon singen. Auch da muss in Deutschland noch VIEL Aufklärungsarbeit geleistet werden.
    Wie dem auch sei. Ich nehme an, dass Crytec in nächster Zeit nicht mit staatlichen Fördermitteln rechnen darf oder? :D

  9. Bei Comics auch, Gezeichnet=Kinderkrempel. Und wieviele Jahrzehnte gibt es Comics in Deutschland schon?! Da Comics in D. fast immer zensiert werden wenn sie mal was deftiger sind bleibt einem oft nur der teure Import aus den USA übrig.

  10. Österreich würde ich da schon auch dazuzählen: man betrachtet Medien eben vielfach mit Misstrauen. Aus einer Distanz heraus. Beäugt sie kritisch – besonders in Hinblick auf Militarisierungen, Trivialisierungen, Sexualisierungen und Voyeurismus.

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