Lesehinweis

(gamersglobal) In seinem Wochenrückblick setzt sich Harald Fränkel unter anderem mit der Entscheidung Bayerns auseinander eine erneute Prüfung von “Dead Space 2” einzuleiten. Auch wenn es das erste Mal ist, dass ein Bundesland einer USK-Kennzeichnung widerspricht, ist die Entrüstung über diese “Schikane” etwas unverständlich. Schließlich ist diese Möglichkeit im Prüfverfahren vorgesehen und völlig legitim. Sollte man sich nicht viel mehr Sorgen für den Fall machen, dass das Spiel auch in der neuen Prüfung eine Kennzeichnung erhält? Denn dann würde Bayern womöglich einen “Skandal” produziert haben, der sich ausschlachten lässt: Die USK-Prüfungen seien zu lasch und müssten gesetzlich korrigiert werden? Wie auch immer:

Zum Artikel

27 Gedanken zu “Lesehinweis

  1. Ich glaube eher, daß man sich mit der Möglichkeit eines Einspruchs durch ein Bundesland gegen eine USK-Entscheidung schlicht und einfach zum ersten Mal wirklich beschäftigt hat. Insofern befürchte ich auch, daß wir dergleichen demnächst öfter erleben, unabhängig vom Ausgang dieses Verfahrens.
    .
    Gerade die Niedersachsen haben ja wiederholt bewiesen, daß sie sich keinesfalls von ihren Kollegen aus Bayern rechts außen überholen lassen wollen.

  2. Die Entrüstung ist überhaupt nicht unverständlich, ein Verfahren nach dreizehntausend Prüfungen aus der juristischen Mottenkiste zuholen um damit ein 6mal geprüftes Spiel zu gängeln, halte ich für mehr als unangebracht.
    Außerdem schließe ich mich Roland an, das Verfahren lässt sich super für Hetzkampangen gegen unveröffentlichte Spiele ausnutzen und wird wohl demnächst öfter eingesetzt, besonders wenn DS2 jetzt keine Kennzeichnung erhält.

  3. hrhr da hat jemand aber seine Tabletten nicht genommen ^_^
    .
    Lustiger Artikel, der leider Gottes zuviel Wahrheit enthält :(
    .
    Wenn die CSU an der 5% Hürde scheitert, dann gibts eine riesige Party bei mir! Und wenn das gleiche für die FDP dann auch noch gelten wird (also von der nächsten Bundestagswahl bis “dahin”), dann gibts noch ein paar Fässchen Bier dazu :)

  4. Ist das Satire oben im Artikel “… sollte man sich nicht viel mehr Sorgen für den Fall machen…” oder verstehe ich den Sinn jetzt nicht?
    Selbstverständlich erwarte ich, dass Frau Haderthauer mit ihrer gesamten CSU sowas von auf die Schnauze fällt mir dieser irrwitzigen Appelationsgeschichte. Es soll mir ein Fest sein, eine abermalige USK18-Einstufung zu erleben. Alles andere wäre der besagte Skandal. Ob dieses Verfahren so möglich ist oder nicht, es wird seinen Grund haben, warum es über 30.000 mal nicht angewandt wurde!

  5. Bin ich der einzige, der darin eine Vorlage sieht, endlich von direkter staatlicher Zensur mit einem konkreten Nachweis reden zu können?

    Wir haben ein Spiel, das bereits mehrfach geprüft wurde. Es wird als Erwachsenenspiel deklariert und dafür schon vom Hersteller selbst geschnitten (Multiplayerzensur). Jetzt kommt ein Staatsbediensteter und eine staatliche Institution daher und sagt mit dieser Aktion praktisch direkt aus “wir wollen das Spiel nicht und möchten, dass es aus der Öffentlichkeit verschwindet oder stärker zensiert wird, obwohl es schon nur unter strengsten Auflagen für Erwachsene zugänglich ist”.

  6. @MacPomm
    Dreissigtausend Prüfungen.

    Mir macht eher Sorge wie dieser Artikel ankommen würde, wenn darin imo blöde Scherze mit dem Namen und dem Umstand, dass die Ministerin eine Frau ist getrieben werden. Da ist mir persönlich eindeutig zuviel PC Action drin und ich hab einen Link zur texteschmie.de mittlerweile von meinem Blog deshalb auch entfernt. Schade

    Grundsätzlich denke ich ist die Situation verzwackt: hier kann man bei EA übrigens immer noch eine Petition unterzeichnen http://forms.eaplay.de/petition.php Über 20.000x wurde dies bereits
    Und die Frage ist wie so mit der USK umgegangen wird. Die USK, aus Sicht der Spiele”kritikerInnen” eine “heilige Kuh der Spieler” war bislang zumindest schon eine solche der Industrie. Ablehnungen wurden ohne zu Murren hingenommen – das betrifft auch die FSK über die SPIO im Filmbereich – im Unterschied zu anderen Staaten wie Australien oder Großbritannien in der Vergangenheit.
    Wenn jetzt aber mehr Einschätzungen von Seiten der Politik nicht über die oberste(n) Landesjugendbehörde(n), sondern wie in dem Fall über das Ministerium eines Landes sozusagen “kassiert” werden sollten, könnte das einen Umschwung mit sich bringen. Wie auch immer diese neuerliche Prüfung nun, nach wiederum wie auch immer wie vielen bereits erfolgten Prüfungen, ausgehen wird.

    EA hat bereits eine Entscheidung ohne ein solches Eingreifen der Politik bei Medal of Honor nicht ohne zumindest kommentarmäßiges, wenn schon nicht tatsächlich rechtliches, Contra hingenommen
    Dieses Einvernehmen betrifft etwa auch, dass zumindest seit der Umstellung auf Rechtssicherheit von 2003 kein Spiel mit USK-Kennzeichen von Gerichten beschlagnahmt wurde. Die feste Stellung der USK in Deutschland könnte so schwinden – was Ch. Pfeiffer in Hannover sicher freuen würde…

  7. Nachtrag: ein bisschen heuchlerisch ist die Petition von EA wohl schon, weil hätten die Bayern nicht eingegriffen, sondern wäre über die USK selbst ein Kennzeichen (irgendwann vorher) bereits abgelehnt worden, hätte man dies am Rhein wohl so wie andere Entscheide auch einfach(er) hingenommen. Dann wäre “Dead Space 2” halt nicht in Deutschland erschienen. Aber die Industrie ist halt auch Eignerin der USK, und solange man selber über die Zensur bestimmen darf ist es ähnlich wie in eindeutig undemokratischeren Gefilden anscheinend leider auch, dass Zensur einem so wesentlich leichter fällt. Warum auch immer…

  8. Pyri, die Industrie hat soviel Einfluss auf die USK, wie der durchschnittliche Autofahrer auf den TÜV!
    .
    Und ob/wann EA sich “sonst” beschwert hätte, das ist mir herzlich egal, ich finde gut, dass sich EA überhaupt beschwert und eine solche Petition startet.

  9. @maSu
    Irrtum: der Industrie GEHÖRT sogar die USK. http://www.usk.de/die-usk/ueber-uns/ “Gesellschafter der gemeinnützigen GmbH sind die Industrieverbände der Spiele entwickelnden, produzierenden und in Deutschland vertreibenden Industrie (Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e. V. – BIU und Bundesverband der Entwickler von Computerspielen e. V. – G.A.M.E.). Die Gesellschafter tragen zwar das wirtschaftliche Risiko der GmbH, jedoch nicht die Verantwortung für die Alterskennzeichnungen.” Diese Verantwortung trägt/tragen eben die “oberste(n) Landesjugendbehörde(n)”. Ob Singular oder Plural da richtig(er) ist bin ich mir noch nicht im klaren
    Personell war etwa Olaf Wolters Geschäftsführer der USK, heute nur (mehr) des BIU. Der jetzige USK-Geschäftsführer Felix Falk ist ein Vertrauter der SPD-Politikerin und aktuellen Bundes-Umweltministerin Monika Griefahn (gewesen).

    Bitte informieren! Das ist grundlegend.

  10. @Pyri
    Dennoch hat maSu in gewisser Weise recht, denn auch wenn die USK der Industrie gehört, gibt das JuSchG die Bewertungsmaßstäbe vor. Damit schafft der Staat die Grundlage für die Alterseinstufungen, wodurch wiederum einigen Politikern, die mit der Geistigen Tiefflieger Airline fliegen, die Möglichkeit gegeben ist Verschärfungen der Prüfkriterien im JuSchG voranzutreiben. Da die USK an diese gebunden ist, bestehen Möglichkeiten der Einflussnahme seitens der Politik.

  11. Pyri: Die USK urteilt weiterhin als unabhängiges Gutachtergremium. Die Industrie hat (im angestrebten Optimalfall) keine Möglichkeit, den Gutachtergremium zu sagen, wie geurteilt werden soll. Die Industrie hat nur die Möglichkeiten Einspruch einzulegen, was wie hier aktuell gezeigt einfach mal gar nichts bringen muss, wenn irgendwelche ahnungslosen Politiker/Innen daherkommen und einfach mal “nö” sagen, ohne auch nur ansatzweise begründen zu können, warum ein Spiel für erwachsene Bürger nicht für eben jene Zielgruppe frei verkäuflich(!) sein darf.
    Und welcher Bock da von wem zum Gärtner gemacht wurde ist mir ziemlich egal, wenn jederzeit die gutachterliche Neutralität des Gremiums sichergestellt ist und war.

    Wobei: wie neutral kann ein Gremium angesichts der gezielten medialen Desinformation schon sein -_-

  12. Ich würde zumindest die EA-Aktion nicht als heuchlerisch bezeichenen. Denn bisher konnten sie davon ausgehen, dass mit der erfolgten Einstufung eine Rechtssicherheit gegeben ist. Schließlich möchte der Publisher seine Vermarktung zum gegebenen Termin einsetzen und das Spiel verkaufen. Dass sie nun mehr als sauer sind und ihr Spiel wieder zurückziehen müssen, bis die erneute Prüfung erfolgt ist, wird auch wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen.
    Von mir aus können sie den Verkauf von Software in Deutschland ganz einstellen. Ich beziehe meine Spiele ausschließlich aus dem Ausland.

  13. EA müsste dieser netten CSU-Politikerin alle Mehrkosten in Rechnung stellen, falls sie damit nicht durchkommt :P
    Der Verlierer zahlt die Kosten des Verfahrens ;)

  14. @purchaser
    Das “heuchlerisch” meinte ich auch bloß dahingehend, dass wenn USK-Kennzeichen auf gewöhnlichem Wege sozusagen abgelehnt werden das eher als selbstverständlich hingenommen wird. Da gibt es dann keine Petition welche ein “Ab 18”-Spiel auch für Erwachsene über dem Ladentisch sehen möchte. Da wird mit dem restriktiven Staat, den Ländern, dem Gesetzgeber, schön zusammengespielt: ähnlich wie – ich spreche es mal aus – bei den WOW-Freigaben in China. Da kümmert es keinem was außerhalb Deutschlands im Rest der Europäischen Union und darüber hinaus Gang und Gebe ist.
    Ob “Dead Space 2” bei dieser noch anstehenden Prüfung abgelehnt wird – in welcher Form auch immer – darüber möchte ich auch nicht spekulieren.
    Und Rechtssicherheit, das war mein Punkt, besteht eigentlich auch nur zwischen der USK und der BPjM. Die wohl chronisch überlasteten Gerichte könnten (theoretisch) alles Mögliche beschlagnahmen, taten aber bislang zumindest nichts außer bei Sachen die zumindest auf A bei der BPjM schon standen (Condemned), sowie hätten erstmal die mittlerweile doch lange Liste von B-Titeln alle abzuarbeiten, also zu beschlagnahmen etc. Alles andere würde das System möglicherweise (auch) ins Wanken bringen.

    Die Frage ist aus meiner Sicht letztlich WIEVIEL sich die Industrie gefallen lässt – in welcher Funktion auch immer. Ich denke ehrlich gesagt, dass das ganze FSK- oder USK-18-Kennzeichen in Hinblick auf internationale Verhältnisse, Gepflogenheiten, eine Tendenz zur Unwahrheit aufweist. Auch mehr noch als bei einer tatsächlichen Zensurbehörde wie früher vielfach bei der BBFC, oder in Australien bei den Games: dort konnte man sich wenigstens auch sicher sein, dass ein Titel ohne Kennzeichen auch wirklich nicht erlaubt ist in den jeweiligen Gegenden…

  15. @Pyri

    Umgedreht wird das Grauen offensichtlicher: Ohne “echte Zensurbehörde” weiß man eben nicht welche Medien zulässig sind, so dass wegen der daraus resultierenden allgemeinen Rechtsunsicherheit auch solche Titel nicht veröffentlicht werden, deren Verkauf legal wäre.

  16. Die Frage, wieviel die Industrie sich gefallen läßt, stellt sich spätestens dann wieder, wenn ein paar Titel wegen strategisch plazierter Einsprüche das Weihnachtsgeschäft verpassen. Schade aber auch…
    .
    Bin mal gespannt, wie lange das Verfahren wegen Dead Space 2 jetzt dauert. Das sehe ich doch richtig, daß EA mit Dead Space 2 in Duethscland nicht an den Markt gehen kann, solange das Kennzeichnungsverfahren dauert?

  17. sorry wg. Doppelpost:
    .
    Wie oft ist im Kennzeichnungsverfahren die Möglichkeit eines Einspruches vorgesehen? Könnte nach den Bayern noch jemand anders um die Ecke kommen?

  18. Jedes Bundesland kann afaik Einspruch einlegen (also 16^^). Ob deren Möglichkeiten “verweirkt” sind, sobald es eines getan hat, weiß ich nicht.

  19. Die USK ist in dem Sinn den Publishern ausgeliefert das sie von diesen bezahlt wird.
    Momentan liegt es im Interesse der Publisher das die USK Rechtssicherheit schafft.
    Wenn das – z.B. Aufgrund des Querulantentums einzelner Bundesländer nicht möglich ist – könnten Publisher wie EA zu dem Schluß kommen das es sich nicht mehr lohnt die USK zu finanzieren.
    Dabei währe ein Ausstieg aus der USK nur ein Schritt.
    Nachfolgend müsste man auch das System USK auf den Prüfstand des EU Rechts stellen, immerhin stellt die deutsche Insellösung ein Hindernis im europäischen Binnenmarkt da.

  20. @Roland_09
    Ja da kann noch jemand nachkommen, es gibt da keine Obergrenze was das angeht und gegen eine Freigabe kann jedes Bundesland sein wie Rey es schon sagte.

  21. Danke, die Herren.
    .
    Leider ist die europäische Warenverkehrsfreiheit in dem Fall nicht unbedingt ein Heilmittel: Regionale Einschränkungen können zulässig sein, wenn sie inländische und ausländische Produkte bzw. Marktteilnehmer gleichermaßen treffen. -> EuGH, “Keck-Entscheidung”.

  22. THX@Roland_09
    Interessant. Denoch halte ich es immer noch für sinnvoll zu versuchen mit Verweis auf das PEGI System die deutsche USK unter Druck zu setzen.

    Ich hab den Eindruck das bestimmte Landespolitiker und Institute ebenfalls versuchen die USK zu beschädigen.
    Bayern und Niedersachsen währe es vermutlich mehr als nur Recht wenn statt der USK z.B. das KFN die Alterseinstufungen durchführt.
    Dazu muß aber erst die USK fallen, und dann müssen auch die anderen Bundesländer mitspielen. Gerade im letzten Punkt sehe ich eine Chance für PEGI, denn warum sollen andere Bundesländer einer neuen Stelle in Niedersachsen zustimmen wenn man statt dessen das bewährte PEGI System verwenden kann ?

    Geht man davon aus das bestimmte Bundesländer daran arbeiten die USK zu Fall zu bringen könnte es durchaus sinnvoll sein mitzumachen, denn Fall dann aber in eine eigene gewünschte Richtung zu lenken.
    Es ist vermutlich sogar einfacher, als um jeden Preis zu versuchen die USK zu halten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.